Juni

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Unser Sonnendach wurde heute auf eine echte Bewährungsprobe gestellt. Sturm und kräftiger Regen zogen über uns hinweg und stellten die Konstruktion auf die Probe. Es hat sich erstaunlich gut geschlagen, auch wenn ich zunächst immer wieder an Deck musste, um das angesammelte Wasser vom Dach zu schubsen. Die perfekte Lösung hatte dann Martin: Mit einer heißen Nadel bohrte er drei kleine Löcher in die entsprechenden Stellen. Danach lief das Wasser sauber ab .
Am Morgen fuhren wir von der großen Schleuse Rechicourt in Richtung Lagarde, unserem nächsten Ziel mit neun Schleusen bergab. Das Auto hatte ich bereits frühmorgens vorgefahren. Anschließend ging es mit dem kleinen Klapprad zurück zum Boot. Vorher wollte ich allerdings noch eine Bäckerei finden, um frische Pain au Chocolat und Croissants für das Frühstück mitzubringen. Aus den geplanten 13 Kilometern wurden dadurch schnell 19 Kilometer , aber das Frühstück war die zusätzliche Strecke wert.


In Lagarde angekommen, mussten wir feststellen, dass alle Liegeplätze bereits belegt waren. Hinter dem Hotelschiff „Jeanine“ fanden wir noch einen freien Platz und konnten festmachen. Kaum lagen wir sicher am Steg, wurde natürlich erst einmal die Kaffeemaschine angeworfen.
Kurz darauf klopfte der freundliche Kapitän des Hotelschiffes in seiner schmucken Uniform bei uns an. Er erklärte uns, dass später noch die „Horizon II“, ein weiteres großes Hotelschiff, erwartet werde und wir deshalb leider nicht bleiben könnten.
Also gut: Martin trank in aller Ruhe noch seinen Kaffee und gönnte sich ein Stück Blaubeerkuchen, während Ursel heute mal etwas Deftigeres bevorzugte. Danach legten wir wieder ab.


Noch zwei Schleusen lagen vor uns, die wir wie gewohnt per Fernbedinung für uns anmeldeten, bevor wir die Ortschaft Xures erreichten. Dort fanden wir einen kleinen Hafen mit einem stabilen Steg und einer freien Anlegestelle.


Ursel und ich machten anschließend noch einen Spaziergang durch das Dorf. Unser Ziel war die Kirche, die wir uns gerne von innen angesehen hätten. Leider war sie verschlossen, sodass wir uns mit einem Blick von außen begnügen mussten.
Nach dem Abendessen spielten wir zu dritt eine lustige Runde Wizard, die Martin, trotz Ursels düsterer Voraussagen gewann.

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Von Xures aus waren es heute Morgen nur drei Kilometer mit dem Fahrrad zurück nach Lagarde.
Unterwegs kam mir die „Horizon II“ entgegen – genau das Hotelboot, wegen dem wir gestern noch weiterfahren mussten.
Nach etwa 15 Minuten erreichte ich das Auto, verstaute das kleine Klapprad im Kofferraum und fuhr voraus nach Parroy. Von dort ging es noch einmal fünf Kilometer mit dem Fahrrad am Kanal zurück zum Boot.

Kurz nach 10 Uhr legten wir bei grauem Himmel ab. Wir befinden uns immer noch im Pays du Etangs- im Land der Seen. Ursel bedauerte sehr, dass das Wetter ihr einen Platz draußen an Deck vermieste. Vor uns lagen zunächst zwei Schleusen bergab, bevor wir nach rund anderthalb Stunden Fahrt in Parroy festmachten.

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, das wunderschöne Barockschloss in Lunéville zu besichtigen. Doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Immer wieder setzte kräftiger Regen ein, und zwar nicht nur für ein paar Minuten. So vertrieben wir uns die Zeit an Bord mit einer Partie Backgammon, während Ursel gelesen hat.
Das Schloss fiel damit buchstäblich ins Wasser. Martin und ich fuhren dennoch nach Lunéville, allerdings nur zum Einkaufen. Ursel hielt währenddessen an Bord die Stellung.

Zum Abendessen gab es eine leckere Shrimpspfanne mit Reis und Salat. Kaum waren wir fertig, öffnete der Himmel erneut seine Schleusen. Ein Gewitter zog auf und plötzlich leuchtete der Himmel in den unterschiedlichsten Farben.
Damit stand die nächste Bewährungsprobe für unser selbst genähtes Sonnendach an. Mit etwas Sorge blickten wir immer wieder aus dem Fenster auf das Deck: Würde das Dach dem aufkommenden Sturm und den Wassermassen standhalten? Aber alles hielt perfekt. Danach wurden wir noch mit einem Regenbogen belohnt.


Später spielten wir noch eine halbe Runde Wizard, bevor Ursels Augen eine Pause verlangten. Den Abend ließen wir mit einem kurzweiligen Film auf Ursels Empfehlung mit Hape Kerkeling ausklingen .

Juni

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Nach den Wetterkapriolen gestern Abend und in der vergangenen Nacht zeigte sich heute Morgen zumindest wieder die Sonne. Zwar war der Himmel deutlich freundlicher, doch der Wind war noch ziemlich frisch.

Am Morgen traf ich Rudi von der Capitainerie. Rudi und Doriane hatten im vergangenen Jahr unser kleines Findelkind „Bruno“ aufgenommen , das Katzenbaby, das uns damals völlig unverhofft auf das Boot gesprungen war . Natürlich musste ich nachfragen, wie es ihm inzwischen geht.
Rudi lachte sofort und antwortete mit einem breiten Grinsen….the cat is sooooo big now…..Dabei machte er eine ausladende Handbewegung, die keine Zweifel daran ließ, dass aus dem kleinen Bruno ein stattlicher Kater geworden ist.

Währenddessen füllte Martin noch einmal unseren Wassertank auf. Anschließend gönnten wir uns ein gemütliches Frühstück mit frischen Croissants und selbstgemachtem Erdbeerfruchtaufstrich .
Dann hieß es wieder: Leinen los! Vor uns lagen etwa zehn Kilometer Kanal sowie zwei Schleusen bergab.
Unser Ziel war Einville-au-Jard, der letzte Halt vor Nancy.

Nach dem Kaffeetrinken machten wir mit Ursel einen kleinen Spaziergang durch das Dorf. Außer ein paar schön angelegte Gärten war aber nichts Besonderes zu sehen.
Gleich gegenüber von unserem Anlegeplatz war ein kleines französisches Lokal.
Dort waren wir zum Abendessen.

Zurück an Bord schauten wir noch eine Reportage über die Kykladen, das Ziel für unsere Segelcharterreise für den Herbst.

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Heute war frühes Aufstehen angesagt. Bereits um 7.00 Uhr legten wir ab, denn vor uns lagen knapp 30 Kilometer und gleich neun Schleusen. Da wollten wir keine Zeit verlieren.
Vor dem Ablegen habe ich es aber noch schnell zum Bäcker geschafft. So konnten wir frische Croissants zum Frühstück genießen.

Die Strecke zeigte sich heute von ihrer besonders abwechslungsreichen Seite. Zeitweise fuhren wir durch wunderschöne grüne und bewaldete Abschnitte, in denen man fast nur Vogelstimmen hörte.

Kurz darauf bot sich ein völlig anderes Bild: Große Industrieanlagen prägten die Landschaft, allen voran die riesigen Anlagen von Solvay bei Dombasle-sur-Meurthe. Gerade diese Gegensätze machen eine Fahrt auf dem Kanal immer wieder spannend.
Ursel konnte heute endlich wieder ihren Lieblingsplatz auf dem Vordeck einnehmen. Zwar versteckte sich die Sonne meist hinter den Wolken, doch die Temperaturen waren angenehm warm.

Nach neun Schleusen und guten acht Stunden erreichten wir endlich den Hafen von Nancy und fanden auch gleich einen freien Liegeplatz im Basin Sainte Catherine Gleich nach dem Festmachen bekam Martin Besuch im Steuerstand von zwei neugierigen kleinen französichen Jungs. Die kamen aufs Boot und bestaunten den Fahrstand mit dem großen Ruder und dem vielen Platz im Salon. Einfach „coool“

Kaffee haben wir wieder bei Sonnenschein auf dem Deck getrunken.
Danach machte Martin kurz Powernapping, Ursel las und ich ging in die Stadt und besorgte noch was fürs Abendessen.
Am Place de la Carriere hörte ich laute Musik und sah schon von weitem die Regenbogenfahnen. Plötzlich stand ich mitten im Getümmel vom CSD. War lustig, das kannte ich ja von meinem Job. Die Parade war aber gerade dabei, sich aufzulösen. Ich ging noch ein bisschen durch die gut besuchte Stadtmitte am Place de Stanislas und zurück aufs Schiff.

Nach dem Abendessen mit lauter leckeren elsässischen Spezialitäten gingen Martin und ich nochmal in die Stadt um ein Eis zu essen. Zurück schlenderten wir gemütlich durch den parc de la pepiniere.

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Heute stand nach dem Frühstück eine Stadtbesichtigung von Nancy mit der kleinen Bahn auf dem Programm. Gemeinsam mit Ursel machten wir uns auf den Weg. Das Wetter spielte wunderbar mit: Die Sonne schien, nur der Wind war stellenweise noch etwas frisch.
Um 11 Uhr startete die Rundfahrt am Place Stanislas. In 45 Minuten bekamen wir einen schönen Eindruck von der Stadt.

Die Fahrt führte über den beeindruckenden Place Stanislas, durch den Place de la Carrière und durch die verwinkelte Altstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten. Besonders angenehm waren die Erklärungen über Kopfhörer auf Deutsch, die gut verständlich waren und viele interessante Informationen vermittelten.


Nach der Rundfahrt gönnten wir uns bei Amorino ein leckeres Eis. Ursel wollte anschließend noch die Basilika St. Epvre besichtigen, doch leider war die Kirche geschlossen, sodass wir nur einen Blick von außen darauf werfen konnten.
Martin und Ursel entschieden sich danach für die bequeme Rückfahrt mit dem Taxi zum Schiff. Ich nutzte dagegen das herrliche Wetter für einen Spaziergang zurück zur Vlinder. Unterwegs machte ich Halt in einer Patisserie und kaufte ein paar leckere Teilchen für den Nachmittagskaffee.


Kurz vor dem Hafen hörte ich plötzlich Musik. Am Port de Plaisance, dem offiziellen Hafen von Nancy, war richtig etwas los. Eine Gruppe von Jazzmusikern spielte mit Saxophon, Gitarre, Posaune und weiteren Instrumenten. Besonders schön waren die originalgetreuen Outfits der Musiker, die perfekt zur Atmosphäre passten. Gleichzeitig fand dort ein Flohmarkt statt, und viele Menschen genossen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen das bunte Treiben.
Nach dem Kaffee auf der Vlinder ging ich gemeinsam mit Martin noch einmal zurück zum Hafen, um die Musik und die lebhafte Stimmung weiter zu genießen.


Am Abend waren wir zusammen mit Ursel in einem typisches lothringisches Lokal. Das Essen war ausgezeichnet, die Atmosphäre sehr gemütlich und der Service ausgesprochen freundlich. Ein gelungener Abschluss für einen schönen Tag.
Später ließen Martin und ich den Abend noch bei einer Runde Backgammon ausklingen. So endete ein abwechslungsreicher Tag in Nancy mit vielen schönen Eindrücken, guter Musik und leckerem Essen.

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Heute stand ein Crewwechsel auf dem Programm. Nach zwei erlebnisreichen Wochen an Bord hieß es Abschied nehmen von Ursel, Martins langjähriger Freundin. Gemeinsam haben wir viele Eindrücke vom Leben auf einem Hausboot gesammelt und zahlreiche unvergessliche Momente erlebt. Bevor sie ihre Heimreise antrat, hinterließ sie uns noch einen lieben Eintrag in unserem Gästebuch.Mittags brachte Martin sie zum Bahnhof. Von dort aus machte sie sich zunächst auf den Weg nach Frankfurt, wo sie einen Zwischenstopp einlegt, bevor es Ende der Woche zurück nach Berlin geht.

Währenddessen bereitete ich die Ankunft unserer neuen Gäste vor. Ein frisch gebackener Kuchen durfte natürlich nicht fehlen, und auch die Kabinen wurden für die nächsten Mitreisenden hergerichtet. Kurz nach drei Uhr klopfte es dann an die Tür des Steuerhauses: Johannes und Manuela aus Österreich, die bereits mit Martin auf der VAVA-U unterwegs waren, sowie Peter und Brigitte, ebenfalls aus Österreich, kamen an Bord der Vlinder.Nach einem herzlichen Wiedersehen mit Martin gab es zunächst Kaffee und Kuchen. Anschließend zeigte Martin den Gästen die Kabinen und erklärte alles Wichtige rund um das Leben an Bord. Nachdem das Gepäck verstaut war, blieb noch Zeit für ein kleines Aperölchen, bevor wir uns am Abend entschieden, gemeinsam in die Stadt zum Essen zu gehen.

Zum Abendessen spazierten wir über Platz Stanislav und ein paar Gassen der Altstadt.


Wie schon öfter zog es uns zur typisch französischen Küche, und so landeten wir im „Chez Gilles“. Dort erwartete uns ein schöner runder Tisch direkt am Fenster. Für einen Platz im Freien war es um diese Uhrzeit einfach schon zu frisch. Ein ausgesprochen freundlicher Kellner nahm unsere Bestellung auf, und sowohl die Getränke als auch das Essen wurden erstaunlich schnell serviert. Alles war hervorragend zubereitet und hat uns sehr gut geschmeckt.


Zurück an Bord ließen wir den Abend gemütlich in einer lustigen Runde im Steuerhaus ausklingen. Bei angeregten Gesprächen tauschten wir Geschichten und Erlebnisse aus, wobei sich vieles um das Segeln, das Bootfahren und die zahlreichen Abenteuer auf dem Wasser drehte.
Da morgen bereits um acht Uhr die Leinen losgemacht werden sollen, ging es für uns schließlich rechtzeitig in die Kojen.

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Ursel

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Um kurz nach acht Uhr startete Martin den Motor und es hieß wieder „Leinen los“. Bye bye Nancy – vor uns lagen erneut knapp 30 Kilometer bis nach Einville-au-Jard sowie neun Schleusen – alle bergauf, die wir passieren müssen.
Für ein besonderes Highlight sorgte unser Einkaufsstopp unterwegs. Direkt am Supermarkt mit dem Hausboot anzulegen, erlebt man schließlich nicht alle Tage. Die Poller waren allerdings im kniehohen Gras kaum zu erkennen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als im richtigen Moment an Land zu springen. Manuela und Johannes kamen ebenfalls von Bord, um die Heckleinen festzumachen. Da die Poller recht weit auseinanderstanden, mussten wir sogar zwei Leinen an Bäumen befestigen.
Währenddessen machte sich Martin mit unseren Gästen auf den Weg zum Einkaufen. Wenig später kamen sie mit voll beladenen Einkaufswagen zurück zum Boot. Das sah schon ziemlich lustig aus – näher kann man mit dem Einkaufswagen bis vor die Haustür wohl kaum kommen. Bequemer geht es wirklich nicht.


Nachdem alle Vorräte verstaut waren, setzten wir unsere Fahrt fort. Zwischendurch übernahm Johannes das Steuer und tuckerte ganz entspannt über den Rhein-Marne-Kanal. In den Schleusen haben sich die Aufgaben inzwischen bestens eingespielt: Johannes und Manuela kümmern sich um die Heckleine, während Peter die Signalstange bedient.


Brigitte und Peter hatten es sich zuvor auf unserem neuen Lieblingsplatz gemütlich gemacht. Auf der Bank am Bug, die Martin im Frühjahr gebaut hat, genossen sie die herrliche Aussicht und das schöne Wetter.

Doch nach einigen Schleusen wurde Peter das Zuschauen zu langweilig. Er wollte selbst mit anpacken und die Bugleine übernehmen. Nach einer kurzen Einweisung klappte das einwandfrei. Und Johannes übernahm teilweise das Ruder.

Um kurz vor 17.00 Uhr kamen wir in Einville du Jard an. Wir mussten ein bisschen ausweichen, weil ein Sonntagsfahrer mittendrin an der Anlegestelle angelegt hat.
Egal, wir haben einen Platz gefunden und im Team festgemacht. Martin und Johannes fuhren nach Nancy zurück um Johannes‘ Auto zu holen und Manuela, Brigitte und Peter gingen ein Runde durchs Dorf. Dort haben sie bei einem Hähnchengriller unser Abendessen organisiert. Perfekt, so haben wir nach dem langen Tag nicht viel Arbeit.
Um kurz vor halb sieben kamen Martin und Johannes von Nancy zurück und Peter holte die Gockel. Wir konnten sogar an Deck Abendessen.


Die waren richtig lecker. Es gab noch Ofenkartoffeln und einen Salat dazu.
Nach dem Essen gingen Manuela und Brigitte noch laufen. Die Jungs waren ein bisschen ko, es war ja doch ein langer, aber aufregender Tag.

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Den heutigen Morgen ließen wir ganz entspannt angehen. Nach einem kleinen Frühstück machten sich Manuela, Johannes, Brigitte und Peter auf den Weg nach Lunéville, um das beeindruckende Stadtschloss zu besichtigen und ein wenig französisches Flair zu genießen.


Währenddessen fuhr ich das Auto nach Parroy und machte mich anschließend mit dem Fahrrad auf den Rückweg entlang des Kanals. Die Strecke ist einfach wunderschön und Natur pur.
Leider meinte es der Wettergott heute nicht ganz so gut mit uns. Kurz bevor ich das Hausboot erreichte, erwischte mich noch eine ordentliche Dusche von oben. Auch unsere Ausflügler blieben vom Regen nicht verschont und kamen etwas durchnässt kurz nach mir zurück.

Zum Aufwärmen gab es erst einmal heißen Tee oder Kaffee sowie eine kleine Brotzeit – oder, wie unsere österreichischen Gäste sagen würden, eine gemütliche Jause. So konnten alle wieder zu Kräften kommen und die nassen Jacken und Schirme trocknen, bevor in Richtung Parroy ablegten.

Vom gestrigen Abend war noch ein ganzes gegrilltes Hendl übrig geblieben. Manuela machte sich sofort ans Werk, zerlegte das Hähnchen mit professioneller Routine und zauberte daraus einen herrlich leckeren Geflügelsalat.


Doch damit nicht genug: Plötzlich kam ihr die Idee, ganz spontan einen Apfelstrudel zu backen. Gesagt, getan! Während ich die Äpfel schälte, knetete sie kurzerhand einen Teig und schnitt anschließend die Äpfel genau so, wie sie sie für ihren Strudel brauchte. Solche spontanen Einfälle sind oft die besten und meistens entstehen dabei die leckersten Köstlichkeiten.
Kurzerhand wurde unser Wohnzimmertisch zweckentfremdet und zum Arbeitsplatz für den Strudelteig umfunktioniert. Mit viel Geschick zog Manuela den Teig hauchdünn aus – ganz so, wie es sich für einen echten Apfelstrudel gehört.


Pünktlich um drei Uhr legten wir in Parroy an. Auf dem Weg dorthin mussten wir nur zwei Schleusen passieren, die unser eingespieltes Schleusenteam inzwischen schon mit beeindruckender Routine meisterte.


Heute gab es ausnahmsweise kein klassisches Anlegebier, sondern einen Anlegeprosecco. Dazu lief gute Laune Musik, die sofort für die passende Stimmung sorgte.


Auch in der Bordküche lief alles nach Plan: Der Apfelstrudel war fertig gebacken und Brigitte rührte noch eine leckere Vanillesoße dazu. Sogar der Himmel hatte gute Laune und die Sonne kam raus.
Der Apfelstrudel kam so gut an, dass am Ende nicht einmal ein Krümel übrig blieb. Nach dem gemütlichen Kaffeetrinken machten sich Peter und Johannes mit den Fahrrädern auf den Weg, um das Auto zurückzuholen.
Am Abend stand der leckere Geflügelsalat auf dem Speiseplan, der den ganzen Tag wunderbar durchgezogen hat. Leider zog pünktlich zum Abendessen ein Gewitter auf, so dass wir unser Essen nach drinnen verlegen mussten. Der guten Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch.
Da wir heute etwas früher gegessen hatten, blieb noch genügend Zeit für eine Partie Boule auf dem Platz des Campingplatzes. Anfangs sah alles nach einem klaren Sieg der Männer aus, denn sie lagen stets vorne. Doch wir Mädels bewiesen Kampfgeist und drehten das Spiel. Am Ende konnten wir sogar zweimal hintereinander gewinnen!


Damit nicht genug, weil der Tag eh so ereignisreich war, lernte Martin unseren Gästen noch unser Lieblingskartenspiel Wizard.
So spielten wir noch zwei richtig lustige Runden, die einmal Manuela und einmal Martin für sich gewinnen konnte.

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Heute Morgen starteten wir ganz entspannt mit einem ausgiebigen Frühstück in den Tag. Gut gestärkt machten sich Manuela und ich anschließend auf den Weg, um die Autos nach Lagarde vorzufahren. Für die kurze Strecke benötigten wir mit dem Auto gerade einmal knapp 15 Minuten.


In Lagarde angekommen, schauten wir uns zunächst den Hafen an und prüften, ob dort genügend Platz für die Vlinder sein würde. Das große Flusskreuzfahrtschiff Madeleine lag bereits im Hafen und die kleineren Mietboote hatten sich in Reih und Glied verteilt. Sicherheitshalber fragte ich in der Capitainerie nach, ob wir am Nachmittag hinter der Madeleine festmachen könnten. Die freundliche Dame meinte: Klar, kein Problem.“
Damit war alles geklärt und wir machten uns mit den Fahrrädern auf den Rückweg nach Parroy zum Boot. Kaum angekommen, hieß es auch schon wieder, Leinen los!


Während wir Kurs auf Lagarde nahmen, wurde in der Bordküche fleißig gearbeitet. Manuela setzte einen Hefeteig für Buchteln an. Nach der Gehzeit wurde der Teig fachgerecht in gleich große Stücke geteilt und Brigitte half beim Füllen. Ein Teil bekam Aprikosenmarmelade, der andere Zwetschgenmarmelade – das sah schon beim Zubereiten total lecker aus.


Auf unserer Strecke lagen drei Schleusen bergauf. Mittlerweile klappt das Schleusen bei uns wirklich super .Die Landschaft wird wieder immer ländlicher, grüner und ruhiger.


Schließlich erreichten wir Lagarde. Und dann das: Irgendein Möchtegern-Kapitän hatte tatsächlich unseren reservierten Liegeplatz belegt! Martin machte sich mit der Hupe bemerkbar, doch die Verantwortlichen waren leider nicht an Bord . Dabei hätten sie im vorderen Bereich des Hafens problemlos Platz gehabt.
Kurzerhand entschied Martin, am kurzen Schwimmsteg festzumachen. Das war eine etwas wackelige Angelegenheit. Doch ganz ruhig und professionell dirigierte er das Anlegemanöver, und gemeinsam schafften wir es, die Vlinder sicher festzumachen. Zwar ragte das Boot vorne und hinten jeweils mehrere Meter über den Steg hinaus, aber irgendwie passte es doch.
Inzwischen hatte sich an Bord ein herrlicher Duft verbreitet. Die frisch gebackenen Buchteln waren fertig. Schnell wurde die Kaffeemaschine eingeschaltet. Da auch das Wetter perfekt mitspielte, konnten wir Kaffee und Buchteln gemütlich an Deck genießen.
Nebenbei kümmerte ich mich noch um die Garnelen und puhlte sie fertig, damit wir sie einfrieren konnten und später keinen Stress mit dem Verderb hatten.
Währenddessen gingen Brigitte und Johannes zum Hafenrestaurant und reservierten einen Tisch für das Abendessen. Anschließend nutzten unsere Gäste die Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang durch das Dorf.


Nach einer entspannten Pause an Bord machten wir uns schließlich auf den Weg ins Restaurant. Die Bedienung war ausgesprochen aufmerksam und brachte uns sofort eine deutsche Speisekarte. Schnell waren die Bestellungen aufgegeben.
Das Essen war für alle hervorragend. Besonders Martin und Manuela staunten nicht schlecht, als ihnen ein riesiges Cordon Bleu serviert wurde. Aber auch die anderen Gerichte sahen ausgezeichnet aus und schmeckten ebenso gut.


Nach dem Essen zog es die Männer recht zügig zurück aufs Boot vor den Fernseher, denn das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft stand auf dem Programm. Wir Mädels ließen den Abend dagegen ganz gemütlich oben im Steuerstand ausklingen und genossen die ruhige Stimmung im Hafen von Lagarde.

Juni

12

Da es gestern Abend etwas später geworden war, erstens wegen Fußball und zweitens wollte Johannes danach unbedingt noch eine Runde Wizard spielen, starteten wir heute ganz relaxed in den Tag. Brigitte, Manuela und ich beschlossen kurzerhand, uns ein Mädels-Sektfrühstück mit Musik zu gönnen. Bei guter Stimmung, leckeren Croissants und einem Gläschen Sekt ließ es sich wunderbar in den Morgen starten.
Nach und nach krochen auch die Männer aus ihren Kojen und gesellten sich zu uns.
Manuela und ich überlegten noch kurz, ob wir wieder die Autos vorfahren sollten. Dieser Plan erledigte sich allerdings recht schnell von selbst, denn an dem kurzen Schwimmsteg bekamen wir das E-Bike nicht vom Schiff. Also beschlossen wir, die Autos am Nachmittag zum Schiff zu holen.
Nach dem Frühstück wurde ich, wie inzwischen fast schon die letzten Tage, wieder aus der Küche verbannt. Manuela, die als selbstständige Konditorin bei genussatelierschatz.at⁠ tätig ist, übernahm das Kommando. Kurzerhand rührte sie einen leckeren Rhabarberkuchen an. Der Rhabarber dafür wurde übrigens in Parroy am Bouleplatz „gefunden“ und wartete nur darauf, verarbeitet zu werden.


Kaum hatten wir abgelegt, wartete auch schon die erste von insgesamt sechs Schleusen auf uns.
Nach der ersten Schleuse übernahm Peter einmal das Steuer. Mit großer Konzentration lenkte er das Boot durch den Kanal und meisterte seine Aufgabe souverän.

Da sich das Wetter erneut von seiner wechselhaften Seite zeigte, spielte sich das Bordleben überwiegend im gemütlichen Innen im Boot ab.
Pünktlich um 15 Uhr erreichten wir die höchste Schleuse Frankreichs in Rechicourt, die wie aber erst morgen früh passieren wollen. Beim Anlegen bekamen wir freundliche Unterstützung vom Nachbarn der CARIB III, der unsere Festmacherleinen entgegennahm. Dadurch verlief das Manöver deutlich entspannter.
Nach der Ankunft wartete für alle eine wohlverdiente Belohnung, Manuelas fluffiger Rhabarberkuchen. Mit einem Klecks Sahne war das ein echter Genuss.
Anschließend machten sich unsere Gäste auf den Weg zur Schleuse. Gerade fuhr ein Boot von der unteren Seite ein, sodass sie den Schleusenvorgang aus nächster Nähe beobachten konnten. Der Schleusenwärter zeigte sich besonders freundlich und gewährte ihnen sogar einen Blick in den Technikraum. Dadurch wurde der Besuch noch spannender und bot interessante Einblicke hinter die Kulissen.


Zurück an Bord fingen wir schon am späten Nachmittag an, Wizard zu spielen. Unsere Gäste sind auch infiziert vom Wizardfieber. Zwei Runden und danach ging’s für uns Mädels in die Küche. In einer Gemeinschaftsproduktion wurden leckere Spaghetti mit Garnelen, die ich gestern schon gepuhlt hatte, zubereitet.Manuela und Brigitte kümmerten sich um den Salat. Das Essen wurde schon im Teller serviert und war richtig lecker.


Anschließend wurde wieder Wizard gespielt. Am besten sind immer die Diskussionen nach den Spielen…hätte …hätte…hätte
So ging wieder ein lustiger Tag zu Ende.

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13

Der Tag begann heute deutlich früher als sonst. Weil uns das Wetter gestern einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, beschlossen Manuela und ich, die Gelegenheit am Morgen zu nutzen. Während an Bord noch alle schliefen, machten wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg.


Zunächst radelten wir die 13 Kilometer zurück nach Lagarde schön am Kanal entlang , um die Autos bereits zu unserem nächsten Liegeplatz zu bringen. Von dort ging es anschließend weitere 15 Kilometer wieder am Rhein Marne Kanal zurück zur Schleuse von Réchicourt. Insgesamt waren wir fast zwei Stunden unterwegs und hatten damit unser Sportprogramm für den Tag schon vor dem Frühstück erledigt.
Am Anfang zeigte sich das Wetter noch wenig einladend. Der Himmel war stark bewölkt und ein kräftiger Wind begleitete uns auf unserem Weg. Doch nach und nach rissen die Wolken auf, immer mehr Blau wurde sichtbar und plötzlich war sie wieder da , die lange vermisste Sonne. Mit jedem Kilometer wurde der Himmel blauer.
Zurück an Bord hieß es zunächst, dass wir gleich ablegen würden. Allerdings drängelten sich noch zwei Boote vor uns in die Schleuse. Nun ja, manchmal braucht man auf dem Wasser eben etwas Geduld. Schließlich waren wir an der Reihe.


Die Einfahrt in die Schleuse war wieder ein besonderes Erlebnis. Zunächst sah man nur ein schwarzes Loch vor sich, fast wie den Eingang zu einer Gruft. Tief unten, etwa 16 Meter, wirkte alles dunkel und beeindruckend zugleich.

Nachdem sich das gewaltige Tor hinter uns geschlossen hatte, begann langsam der Aufstieg. Mit jedem Meter, den das Wasser stieg, wurde es heller bis wir schließlich wieder im Tageslicht standen.
Nun befinden wir uns auf dem höchsten Punkt des Kanals. Das bedeutet für unsere heutige Etappe vor allem eines, keine Schleusen mehr.


Peter übernahm lässig das Steuer, während Manuela, Brigitte und Johannes es sich auf den Liegestühlen an Deck bequem machten. Bei einem Aperol genossen sie die Sonne und die ruhige Fahrt durch die grüne Landschaft.


Beim Anlegen in Xouaxange hatten wir gleich doppeltes Glück. Mitten an unserem vorgesehenen Liegeplatz lag ein Mietboot. Doch dessen Skipper reagierte sofort freundlich und zog sein Boot ein Stück zurück, sodass Martin vorne noch ausreichend Platz zum Anlegen hatte.
Kaum festgemacht, zeigte sich, warum das besonders praktisch war: Die beiden Mietboote hinter uns hatten nämlich denselben Steg ins Auge gefasst. Aber Martin war schneller und sicherte den begehrten Platz.
Nach dem Anlegen stand erst einmal die tägliche Lagebesprechung an. Martin stellte verschiedene Ideen für die nächsten Tage vor und schnell wurde klar, dass es auch weiterhin nicht langweilig werden würde.

Hier in Kurzfassung unsere Fahrt


Nach einer gemütlichen Kaffeerunde machten sich Manuela, Brigitte, Johannes und ich auf den Weg nach Sarrebourg. Dort wollten wir ein wenig Stadtluft schnuppern und einige Sehenswürdigkeiten erkunden. Besonders beeindruckend war das berühmte Chagall-Fenster in der Chapelle des Cordeliers. Zusammen mit dem kleinen Museum bot es einen interessanten Einblick in das Werk des Künstlers.


Anschließend schlenderten wir durch die Fußgängerzone und entdeckten dabei im Bürgersaal eine Ausstellung von Autoren historischer und fantastischer Literatur. Deswegen liefen in der Stadt einige verkleidete Menschen rum. Morgen findet in der ganzen Stadt ein großes Fantasy- und Geschichtsevent statt – mit Cosplay, mittelalterlicher Atmosphäre und vielen weiteren Attraktionen. Schade, dass wir nicht noch einen Tag länger bleiben können.


Natürlich durfte auch der Einkauf für die nächsten Tage nicht fehlen. Mit reichlich Vorräten im Kofferraum machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg nach Xouaxange.
Während wir unterwegs waren, hatten Martin und Peter ihre ganz eigene Freizeitgestaltung gefunden. Die beiden nutzten die Zeit für einige Runden Boule und arbeiteten offensichtlich bereits an ihrer Form für das abendliche Turnier😃.
Zurück am Boot wurde schnell alles verstaut. Danach machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Peter hatte das kleine Restaurant „Auberge du Mesnil“ entdeckt, und dort genossen wir ein leckeres Abendessen.


Direkt neben dem Anleger befindet sich ein Bouleplatz, den wir natürlich noch nutzen mussten. Also spielten wir eine Partie Boule, bevor der Tag zu Ende ging. Diesmal hatten allerdings die Männer die Nase vorn und gewannen mit 2:1. Während unseres Spiels gesellten sich unsere Bootsnachbarn mit ihren beiden Hunden zu uns. Sie schauten eine Weile interessiert zu und sorgten für nette Gesellschaft am Spielfeldrand.

Nach der Partie plauderten wir noch ein wenig, bevor wir uns schließlich voneinander verabschiedeten. An Bord probierten wir noch ein neues KartenSpiel von den Österreichern…..Hosn owe…war sehr auch lustig. Aber nach zwei Runden fingen alle an zu gähnen, dann ließen wir den langen Tag langsam ausklingen

Juni

14

Nach der Ladebesprechung am gestrigen Abend stand der Plan für heute fest: Martin hatte vorgeschlagen, nach dem Frühstück nach Abreschviller zur Dampfeisenbahn zu fahren. Pünktlich um zehn Uhr waren alle zur Abfahrt bereit.
Manuela und ich entschieden uns jedoch, an Bord zu bleiben und die Zeit für die Vorbereitungen des heutigen Grillabends zu nutzen. Während Manuela das Fleisch marinierte, machte ich einen Erdbeerkuchen. Auch die Kartoffeln für den Kartoffelsalat köchelten bereits vor sich hin.
Als wir mit unseren Vorbereitungen gerade fertig waren, kehrte der Rest der Mannschaft schon wieder zurück aufs Boot. Die Dampfeisenbahn sollte erst am Nachmittag fahren. Dennoch hatte sich der Ausflug gelohnt: Die Gruppe durfte einen Blick in die Lokhalle werfen und die historischen Fahrzeuge aus nächster Nähe bestaunen. Besonders spannend war für alle die Unterhaltung mit einem Oldtimersammler, der viel Interessantes zu erzählen wusste. Er fuhr mit einem alten MG vor, der gleich von allen begutachtet wurde. Entsprechend groß war die Begeisterung, als die Ausflügler wieder an Bord kamen.


Schon bald hieß es erneut „Leinen los“. Peter übernahm wieder souverän das Steuerrad. Unser Ziel für den Nachmittag war Niderviller, wo wir den Tag bei einem gemütlichen Grillabend ausklingen lassen wollten.


Kurz nach zwei legten wir nach der kurzen Strecke von 9km in der Kuhnle Marina an. Nach dem Kaffeetrinken fuhren dieses Mal Martin und Johannes mit den Rädern zurück nach Xouaxange.


Manuela, Brigitte, Peter und ich liefen derweil zur Cheverie und holten frischen Ziegenkäse, der wie immer ein Genuss war.


Für den restlichen Tag stand dann einfach Entspannung auf dem Programm. Wir genossen die ruhige Atmosphäre, unterhielten uns und vertieften uns in unsere Bücher. Währenddessen herrschte in der Kuhnle Marina reger Betrieb. Zahlreiche Boote passierten die Marina.


Am Nachmittag kehrten Martin und Johannes von ihrer Tour zurück. Gegen 18 Uhr wurde auf dem Grillplatz der Marina der Grill angeheizt. Peter und Johannes erwiesen sich dabei als perfekte Grillmeister. Während die beiden sich um das Grillgut kümmerten, deckten wir den Tisch im Steuerstand.


Schon bald konnten wir uns über ein super leckeres Abendessen freuen. Die Steaks, die Würstchen und der Kartoffelsalat schmeckten hervorragend, und besonders die Männer ließen es sich ordentlich schmecken. Da am Abend das erste Spiel der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft auf dem Programm stand, wollten wir etwas früher essen.


Nach dem Essen machten es sich Johannes, Peter und Brigitte im Salon gemütlich, um das Spiel zu verfolgen. Manuela und ich blieben dagegen oben im Steuerstand, wo wir in aller Ruhe lasen. Später gesellte sich auch Martin zu uns und vervollständigte den Blog . Ganz entging uns das Fußballspiel allerdings nicht, denn immer wieder drangen Diskussionen und Kommentare aus dem Salon zu uns herauf. So bekam man auch ohne Blick auf den Bildschirm mit, dass die Deutschen gut spielten und letztendlich 7:1 gegen Curacao gewonnen haben.

Juni

15

Acht Uhr Leinen los!“ so lautete gestern Abend noch die Anweisung unseres Skippers für den heutigen Morgen. Nach dem Trubel am Wochenende waren der Kanal überraschend ruhig, und wir konnten entspannt in den Tag starten.
Gleich zwei besondere Highlights standen heute auf unserem Programm: die beiden Tunnel von Arzviller und das beeindruckende Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller, besser bekannt als der Schräglift.


Am ersten, dem gute 400 Meter langen Tunnel, hatten wir direkt Glück und bekamen sofort grünes Licht. Wenig später erreichten wir den zweiten Tunnel – mit 2,3 Kilometern einer der längsten Kanaltunnel Frankreichs. Hier mussten wir zunächst anlegen und warten. Knapp 20 Minuten dauerte es, bis die Durchfahrt freigegeben wurde, weil noch Gegenverkehr war.


Die Zeit nutzten wir sinnvoll: Es gab leckere Spiegeleier mit Schinken zum Frühstück.
Dann hieß es: Leinen los und hinein in die Dunkelheit. Nach etwa 40 Minuten erreichten wir endlich wieder das Tageslicht.


Nur rund 30 Minuten später kamen wir am Schräglift an – und auch hier hatten wir sofort freie Fahrt.
Martin erklärte die ausgeklügelte Technik des Hebewerks, während einige Zuschauer das Spektakel vom Aussichtspunkt aus verfolgten.
Dann begann die Fahrt: 45 Meter ging es mit dem Schiff in die Tiefe. Der Schräglift ersetzt insgesamt 17 Schleusen und bewältigt den Höhenunterschied in weniger als zehn Minuten , wirklich beeindruckend!


Unten angekommen, legten wir erst einmal an. Von hier aus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden. Zunächst stand jedoch Entspannung auf dem Programm, denn der frühe Start machte sich langsam bemerkbar.
Später machten sich Manuela, Brigitte, Johannes und Peter noch einmal zu Fuß auf den Weg hinauf zum Schräglift, um die raffinierte Technik aus nächster Nähe zu bestaunen.

Auf dem Rückweg wartete mit der Glasbläserei Cristallerie Lehrer ein weiteres Highlight auf sie. Die Vorführungen der Glasbläser waren faszinierend und absolut sehenswert.


Nach dem Kaffeetrinken fuhren Johannes und ich nach Phalsbourg, um ein paar Besorgungen zu erledigen. Die anderen vier schwangen sich bei schönstem Wetter auf ihre Fahrräder und erkundeten das alte Tal der Schleusen.
Der Alte Schleusenweg, die „Vallée des Éclusiers“, ist ein rund vier Kilometer langer, idyllischer Pfad entlang des ehemaligen Rhein-Marne-Kanals. Er führt vorbei an den 17 historischen Schleusen, die einst einen Höhenunterschied von 44,55 Metern überwanden, bevor sie 1969 durch das moderne Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller ersetzt wurden.
Die Begeisterung nach der Radtour war groß – allen hat die Strecke ausgesprochen gut gefallen.


Zurück auf dem Boot genossen wir den Ausblick auf den Schräglift. Einige lasen, andere dösten noch ein wenig, bevor wir den Tag bei einer leckeren Brotzeit ausklingen ließen.
Da der Fernsehempfang für Fußballübertragungen eher mäßig war, spielten wir stattdessen ein paar lustige Runden Wizard. Jeweils einmal gingen ich, Johannes sowie Martin und Brigitte als Sieger hervor.
Zum Abschluss des Tages konnten Johannes und Peter über Martins Laptop doch noch die Schlussphase des Spiels Belgien gegen Ägypten verfolgen.
So ging wieder ein schöner sonniger Tag zu Ende.

Juni

16

Der Morgen begann ganz entspannt. In den frühen Stunden nieselte es noch ein wenig, doch der Regen verzog sich schnell wieder. Bereits um sieben Uhr ächzte der Schräglift zum ersten Mal talwärts, während auf unserem Hausboot noch alles ruhig blieb.
Erst nach und nach kamen alle an Deck. Der Frühstückswunsch war schnell geklärt: Spiegeleier mit Schinken sollten es sein.

Nachdem alle satt und zufrieden waren, ertönte wie gewohnt die Ansage unseres Skippers: „Leinen los!“
Aber da fuhr noch ein Boot an uns vorbei , das seine Leinen noch hinter sich her durchs Wasser zog. Martin machte die Crew darauf aufmerksam, die sich gleich bedankte. Es schien ein Männerausflug zu sein – wir ließen sie lieber vorausfahren, damit wir später nicht unnötig lange vor den Schleusen warten mussten.
Währenddessen hatte Manuela eine gute Idee, sie wollte noch einmal Apfelstrudel backen. Die Zustimmung der Crew ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Also ging es direkt in die Bordküche. Manuela bereitete den Teig vor, während ich die Äpfel schälte. Mit viel Geschick zog sie den Teig wieder hauchdünn aus, und unser Couchtisch wurde erneut als Unterlage umfunktioniert.


Kurz darauf näherten wir uns der ersten Schleuse. Allerdings befand sich bereits ein anderes Boot darin. Martin meinte : „Ich glaube, die warten auf uns , aber wir passen da gar nicht mehr mit rein.“
Also machten wir vor der Schleuse fest, und Martin ging nach vorne, um nachzusehen, was los war. Noch bevor er die Schleuse erreichte, kam ihm jemand entgegen und fragte, ob er eine funktionierende Fernbedienung hätte , ihre würde nicht reagieren.
Habt ihr denn schon die blaue Stange hochgeschoben?“, fragte Martin.
Die erstaunte Antwort lautete: „Welche Stange?“


Da war allen schnell klar: Hier waren echte Schleusen-Neulinge unterwegs. Auf unserem Boot mussten wir uns das Grinsen verkneifen. Martin erklärte ihnen geduldig, wie das Schleusen bergab funktioniert und worauf man achten muss, damit sich die Leinen nicht verklemmen. Auch das hätten sie beinahe falsch gemacht. Entweder hatten sie bei der Einweisung nicht richtig aufgepasst, oder die Einweisung war nicht besonders gut.
Nachdem das Missverständnis geklärt war und sie erfolgreich rausgefahren sind, durften wir endlich in die Schleuse einfahren. Bergab zu schleusen erfordert etwas Aufmerksamkeit, doch unser bewährtes Schleusenteam Johannes und Peter meisterte die Aufgabe mit Bravour.
Nach insgesamt vier Schleusen erreichten wir schließlich Lutzelbourg.


Schon beim Anlegen zog ein herrlicher Duft durchs Boot: Der Apfelstrudel war fertig. Während Manuela und Martin mit den Fahrrädern zurückfuhren, um die Autos zu holen, blieb der Rest der Crew entspannt an Bord.


Als die beiden zurückkehrten, gab es Kaffee und noch lauwarmen Apfelstrudel mit Vanillesoße . Das war richtig lecker.
Gut gestärkt machten sich unsere Gäste anschließend auf den Weg hinauf zur Lutzelbourg und anschließend sind sie noch in einem Biergarten eingekehrt.


Martin und ich machten eine kleine Dorfrunde und besuchten ein Künstlerehepaar in einem sehr alten renovierten Haus. Sie zeichnete und er machte Metallarbeiten.
Unsere Schleusenhelden hatten auch an dem langen Quai festgemacht, aber sie versicherten und, dass jetzt alles super klappt. Heute war auf dem Kanal überhaupt viel los. Zahlreiche Boote waren unterwegs, die Mietstationen waren offenbar gut gebucht.
Während unsere Gäste unterwegs waren, nutzte ich die Zeit, um das Abendessen vorzubereiten. Manuela wollte ein typisches Tiroler Gröschtl zubereiten , ein herzhaftes Gericht aus gekochten Kartoffeln, Zwiebeln, Wurst und einer guten Portion Knoblauch.
Passend dazu bereitete ich zwei verschiedene Salate zu, die das rustikale Essen ergänzten. . Gemeinsam genossen wir dieses leckere Abendessen an Deck , mit Blick auf den Kanal und in entspannter Atmosphäre.


Anschließend fuhren Manuela und ich die Autos schon einmal nach Saverne voraus. Von dort aus radelten wir gemütlich entlang des Kanals zurück nach Lutzelburg und konnten die wunderschöne Abendstimmung am Wasser genießen.
Da die Fußballspiele leider so übertragen wurden, dass wir sie an Bord nicht empfangen konnten, griffen wir erneut zu unserem Lieblingskartenspiel „Wizard“. Drei fröhliche Spielrunden später waren wir uns sicher: Wir haben unsere Gäste wohl mit dem Wizard-Fieber angesteckt.

Juni

18

Heute hieß es Abschied nehmen: Nach zehn ereignisreichen Tagen verließen uns unsere vier Gäste aus Österreich. Nach einem ausgiebigen und herzhaften Frühstück packten Manuela, Brigitte, Johannes und Peter ihre Koffer und bereiteten sich auf die Heimreise vor. Sie haben auch ganz herzliche Einträge im Gästebuch hinterlassen.


Die liebe Manuela von genussstelierschatz.at hat uns während ihres Aufenthalts mit allerlei leckeren , teils typisch österreichischen Spezialitäten verwöhnt. Alle waren eine tolle Unterstützung an Bord , ob in den Schleusen, beim Anlegen oder als engagierte Co-Kapitäne. Vor allem aber haben wir in den vergangenen Tagen viel gelacht , viel Wizard gespielt und eine schöne Zeit miteinander verbracht.

Auch das Wetter zeigte in den letzten zehn Tagen wirklich alle Facetten: Von Regen, Wind und kühlen Temperaturen bis hin zu strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen 30 Grad war alles dabei.
Unsere Gäste brachen schon früh auf, denn auf dem Heimweg stand noch ein Besuch des beeindruckenden Château Haut Barr auf ihrem Programm.


An Bord nutzten wir das herrliche Sommerwetter direkt aus und ließen gleich vier Maschinen Wäsche laufen. Bei den hohen Temperaturen war alles im Handumdrehen getrocknet.
Am Nachmittag spazierten Martín und ich in die Stadt auf ein Eis , bei dieser Hitze gibt es schließlich kaum etwas Besseres.
Am Abend fand in der Marina ein Musikabend statt. Wir entschieden uns jedoch für einen entspannten und ruhigen Abend an Deck. Ganz ohne die Rockmusik mussten wir trotzdem nicht auskommen , die Klänge waren auch von unserem Liegeplatz aus noch gut zu hören.
So geht ein weiterer schöner Tag an Bord zu Ende.

Juni

18

Brigitte und Peter sowie Michaela und Johannes

Juni

21

Bei hochsommerlichen 35 Grad Außentemperatur und gefühlt mindestens genauso viel im Inneren der Vlinder stand gestern vor allem eines auf dem Programm, alles langsam machen und entschleunigen.
Die Kabinen und das Bad habe ich noch für unsere neuen Gäste vorbereitet, doch danach war an Arbeiten nicht mehr zu denken. Bei diesen Saunatemperaturen zog es uns direkt an Deck unter unser Sonnendach , wo wir es uns gemütlich machten und die Ruhe genossen.
Am Abend schauten Martin und ich das WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste , das hat sich ja in der zweiten Halbzeit noch gedreht und Deutschland ging als Sieger in dieser Partie hervor.


Der Sonntag begann für mich mit einem Einkauf. Praktisch, dass manche Supermärkte in Frankreich auch sonntags bis Mittag geöffnet haben. Gegen 11 Uhr erwarteten wir Andrea und Richard aus der Pfalz.
Unser erstes gemeinsames Frühstück genossen wir entspannt unter den schattigen Bäumen neben dem Boot. Andrea und Richard kennen das Leben an Bord bereits bestens. Gemeinsam mit Martin waren sie schon in der Südsee segeln und auch im vergangenen Jahr haben sie die sommerliche Hitze hier auf der Vlinder miterlebt.
Den Nachmittag verbrachten wir ebenfalls im Schatten. Die Liegestühle wanderten unter die Bäume, und auch der Kaffee schmeckte dort gleich besser. Vor allem wehte hin und wieder ein kleines Lüftchen , was bei diesen Temperaturen ein wahrer Luxus ist.


Für den Abend war Grillen geplant. Dafür habe ich noch einen Kartoffelsalat, einen grünen Salat und eine frische Kräuterbutter vorbereitet. Während Andrea und Richard ihr schattiges Plätzchen genossen, erzählten sie begeistert von ihrer Weltreise auf dem Kreuzfahrtschiff Amera, die sie Ende letzten Jahres begonnen und im April beendet hatten. Dabei gab es viele spannende und lustige Anekdoten, die sie erzählten.
Martin kümmerte sich derweil um den Grill und heizte ihn an. Den Tisch deckten wir mit einer schönen Tischdecke festlich ein, und schon bald duftete es nach Steaks und Würstchen.


Grillen geht einfach immer , besonders an einem lauen Sommerabend neben dem Hausboot.
Mit Geschichten vom Segeln, fernen Ländern und vielen Abenteuern ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und gingen in die Kojen.

Juni

22

Nach einem leckeren Frühstück unter den schattigen Bäumen legten wir wieder ab und nahmen Kurs auf Straßburg. Auf dem Weg mussten wir drei Schleusen bergab passieren. Für eine kleine Pause steuerte Martin den Rastplatz mit dem kuriosen Namen „Le Fleischwurst“ an. Natürlich habe ich gleich versucht herauszufinden, woher dieser Name stammt. Nach einer ausgiebigen Recherche musste ich allerdings feststellen: Das Geheimnis bleibt vorerst ungelüftet .Stattdessen wurde empfohlen, sich an den Heimatverein oder das Ortsarchiv zu wenden.


Derweil machten sich Martin und Richard mit den Fahrrädern auf den Weg zurück nach Dettwiller, um die Autos bereits nach Hochfelden zu bringen. Dort wollten wir nach dem Anlegen die Brauerei Meteor besichtigen. Andrea und ich blieben im Schatten am Rastplatz zurück.


Die Brasserie Meteor in Hochfelden ist eine echte Institution der französischen Bierkultur. Sie gilt als die älteste Brauerei Frankreichs, die noch immer an ihrem ursprünglichen Standort produziert. Gegründet wurde sie bereits im Jahr 1640 und befindet sich bis heute in Familienbesitz – inzwischen in der achten Generation der Familie Haag.
Leider stellte sich vor Ort heraus, dass die Brauerei montags geschlossen ist , ganz anders, als es im Internet angegeben war. Also wurde kurzerhand umgeplant: Statt Brauereibesichtigung gab es Kaffee und Rhabarberkuchen an Bord.
Unser Liegeplatz bot erneut Sitzmöglichkeiten im Schatten großer Bäume. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 36 Grad war das genau das Richtige . Dort genossen wir später auch unser Abendessen und wurden dabei immer wieder freundlich von vorbeikommenden Spaziergängern und Radfahrern gegrüßt, die trotz der Hitze unterwegs waren.
Am Abend versuchte Martin noch, das Boot mit Wasser etwas herunterzukühlen. Wirklich viel brachte das allerdings nicht, weil sich das Wasser vom Kanal natürlich auch erwärmt hat. . So blieben wir an Deck, spielten eine Runde Kniffel und Wizard und genossen die laue Sommernacht, bis wir nichts mehr gesehen haben.

Juni

23

Heute Morgen wurde das Frühstück wieder außerhalb des Bootes genossen. Unter schattenspendenden Bäumen auf einer gemütlichen Bank ließen sich Andrea und Richard das herzhafte Frühstück schmecken.


Währenddessen rührte ich noch schnell einen Biskuitteig für einen Erdbeerkuchen an. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Brasserie Meteor, deren Besichtigung wir eigentlich schon am Vortag geplant hatten. Bereits der Empfang war ausgesprochen herzlich, und eine freundliche Mitarbeiterin erklärte uns sogar auf Deutsch die einzelnen Stationen der Führung.
Gleich zu Beginn wuchsen meterhohen Hopfenstauden. Auch der Biergarten ist wunderschön angelegt und liegt unter dem Schatten alter Bäume. Die verschiedenen Schritte des Brauprozesses wurden anschaulich erklärt – teilweise sogar mit Filmen und deutschen Untertiteln. Von der Hopfenblüte über das Brauen bis hin zur Flaschenabfüllung und Etikettierung konnten wir den gesamten Weg des Bieres verfolgen. Das war wirklich sehr interessant.


Das eigentliche Highlight wartete jedoch am Ende der Besichtigung: die Bierverkostung. Nicht weniger als elf verschiedene Biersorten konnten probiert werden – und das sogar ohne Mengenbegrenzung. Schade eigentlich, dass es noch Vormittag war, sonst hätten Martin, Richard und Andrea vielleicht etwas ausgiebiger getestet. Andererseits war es wahrscheinlich genau richtig so.


Zurück an Bord belegte ich den Erdbeerkuchen für den Nachmittag fertig und bereitete noch einige Snacks für unsere Gäste vor. So eine Bierprobe macht schließlich hungrig.
Dann hieß es wieder: Leinen los. Andrea und Richard genossen zuerst unser Sonnensegel vorne am Bug, bevor sie sich oben unter den Sonnenschutz gesetzt haben um wenigstens ein bisschen Fahrtwind zu erhaschen. Links und rechts vom Kanal wurde fleißig gedroschen. Gut für die vielen Störche die frische Futter fanden. Zudem sahen wir heute auch zum ersten Mal ein Hopfenfeld, vielleicht ist uns das vor dem Brauereibesuch auch noch nie so aufgefallen.


Kurz nach der Schleuse Nr. 44 machten wir einen kurzen Halt für die Kaffeepause mit dem leckeren Erdbeerkuchen mit Sahne, denn wir hatten noch ein Stück vor uns.
Nach dem Aufräumen ging es auch gleich weiter, bis wir kurz vor fünf in der Nähe von Brumath an einer schönen Waldanlegestellen festmachten für die Nacht. Richard und Martin fuhren mit den Rädern die 11 km am Kanal entlang zurück, um Richards Auto zu holen. Martin ließ sein Auto in Hochfelden stehen, weil wir morgen die Strecke wieder zurückfahren. Hier auf dem Platz kann Martin die Vlinder gut drehen.


Zum Abendessen gab’s nochmal Brotzeit, da niemand bei der Hitze richtig Hunger hatte. Danach kniffelten wir noch zwei Runden und genossen den schönen Abendhimmel, bevor wir in unsere Saunakabinen verschwanden.

Juni

24

Der Tag begann mit dem Abschied von Richard und Andrea. Nach dem Frühstück machten sie sich auf den Heimweg, damit sie der größten Mittagshitze entgehen konnten. Schön war es wieder mit den beiden. Das nächste Mal sehen wir uns auf Zanzibar.

Anschließend schwangen wir uns auf die Fahrräder und fuhren nach Brumath. Die Stadt hat typisch elsässischen Charakter mit deutsch-französischer Geschichte und Kultur. Brumath ist einer der wenigen Orte im Elsass, in denen eine mehr als 6000 Jahre währende Siedlungsgeschichte nachgewiesen ist . Wer sich dafür interessiert, kann die nette kleine Stadt mal googeln. Dort schlenderten wir ein wenig durch die Altstadt. Die vielen hübschen Fachwerkhäuser verleihen dem Städtchen einen ganz besonderen Charme.


Zurück auf dem Schiff hieß es dann: Leinen los! Kaum waren wir unterwegs, kamen uns zahlreiche Radfahrer entgegen. Viele von ihnen winkten uns freundlich zu. Martin antwortete natürlich mit einem Hupen, was bei den Radlern immer für Freude sorgt.
An der ersten Schleuse saßen die bekannten älteren Herren unter den schattenspendenden Bäumen. Sie begrüßten uns wieder herzlich . Einer von ihnen war früher Frachtschiffer und ist sogar bis nach Rotterdam gefahren, wie er Martin bereits gestern erzählt hatte. Solche Begegnungen machen die Fahrt auf dem Kanal immer wieder besonders.
Unterwegs entdeckten wir dann einige Jungs, die von einer Brücke ins Wasser sprangen. Auch sie winkten und grüßten freundlich. Bei den Temperaturen kann man die Lust auf eine Abkühlung natürlich verstehen. Allerdings wäre das Kanalwasser nicht unbedingt meine erste Wahl für einen Sprung ins kühle Nass.


Vor uns lagen heute fünf Schleusen bergauf. Angesichts der anhaltenden Hitze denkt man unweigerlich an Wasserknappheit. Umso erstaunlicher ist es, wie viel Wasser hier durch die Schleusen fließt, teilweise scheint es, dass sie fast überlaufen. Die heutige Strecke führte uns durch eine idyllische Landschaft mit viel Grün, weiten Feldern und immer wieder hübschen kleinen Dörfern in der Ferne.


Unser Sonnendach hat sich übrigens als echtes Multitalent erwiesen. Nicht nur, dass es angenehmen Schatten spendet – als Wäschetrockner funktioniert es ebenfalls hervorragend. Bei diesen Temperaturen ist die frisch gewaschene Wäsche im Handumdrehen wieder trocken.


Angelegt haben wir wieder an dem Anliegeplatz in Hochfelden. Da es aber so heiß war , haben wir heute nicht mehr viel unternommen. Am späten Nachmittag hielt ein erschöpfter Radfahrer neben dem Boot und fragte , ob wir Wasser hätten, ob er seine beiden Flaschen auffüllen dürfe. Na klar, ich gab ihm eine große Flasche aus dem Kühlschrank. Da war er sehr dankbar. Er erzählte, dass er 200km am Tag fährt und am Samstag müsse er in Brügge sein. Schon ein bisschen wahnsinnig bei knapp 40 Grad.
Den Abend ließen wir ganz locker ausklingen und genossen die schöne Abendstimmung.

Juni

25

Bevor die große Hitze kommt, haben wir gleich in der Früh das Auto nach Dettwiller vorausgefahren und sind mit den Rädern wieder zurück nach Hochfelden gefahren. Die Blogleser kennen den Platz kurz vor Saverne ja bereits. Dort haben wir unser Sonnendach genäht, Gäste eingesammelt und Martin bleibt die nächste Woche hier liegen, weil die Vlinder eine kleine Pause einlegt, bevor die nächsten Gäste aus der Schweiz kommen.


In Hochfelden auf dem Boot hieß es wieder Leinen los. Heute hatten wir unterwegs endlich einmal wieder das Glück, eine Entenfamilie zu entdecken. Letztes Jahr waren hier noch viele unterwegs, doch heuer haben wir bislang kaum welche gesehen. Auch die Schwäne, die sonst oft auf diesem Abschnitt anzutreffen sind, lassen sich bisher nicht blicken.

Es ist wenig los auf dem Wasser, daher war der Gegenverkehr eine Abwechslung , einmal auf dem Wasser und einmal an Land. Auf dem Kanal kam uns ein schwer beladener Kies- beziehungsweise Sandfrachter entgegen, während neben uns die Eisenbahn vorbeirauschte. Die Gleise verlaufen hier direkt am Kanal, und wenn ein Zug vorbeifährt, wird es ganz schön laut. Das zischt nur.


Auf den nur neun Kilometern bis zum Tagesziel passierten wir heute vier Schleusen bergauf . Dazu brannte die Sonne schon kräftig vom Himmel. Meine Blumen und Kräuter haben sich bisher prächtig entwickelt, und ich hoffe sehr, dass sie die kommenden heißen Tage noch gut überstehen. Zum Wochenende soll es endlich etwas abkühlen , das würde nicht nur den Blumen guttun.


Es war zwar nur eine kurze Etappe, aber bei diesen Temperaturen durchaus anstrengend. Nun freuen wir uns auf einen ruhigen Abend und auf ein wenig Abkühlung in den nächsten Tagen.