Ausnahmsweise begann der Tag heute deutlich früher als geplant. Punkt sechs Uhr wurden wir , zumindest alle außer Martin ,von einem tiefen Rauschen und lauten Motorengeräuschen geweckt. Der große Frachter, der gestern Abend mit viel Getöse hinter uns festgemacht hat legte genauso spektakulär , wie er kam, wieder ab.
Nach einem gemütlichen Frühstück machten sich Martina und Norwin mit den Fahrrädern auf den Weg nach
Saarburg. Ihr Ziel war das Glockengießermuseum. Das Museum Glockengießerei Mabilon in Saarburg ist ein einzigartiges, original erhaltenes Industriedenkmal. Gegründet im Jahr 1770 von Urbanus Mabilon, wurde die Gießstätte nach der Schließung Ende 2002 in ein lebendiges Museum und soziokulturelles Zentrum umgewandelt. Besucher können hier den gesamten Entstehungsprozess einer Glocke in den authentischen Werkstätten nachvollziehen. Martin und ich blieben an Bord und kümmerten uns um die Dinge, die eben auch dazugehören. Martin arbeitete am Computer, während ich drinnen und draußen haushaltstechnisch unterwegs war.


Kurz vor zwölf kamen die beiden gut gelaunt zurück. Sie erzählten begeistert von ihrem Museumsbesuch und waren beeindruckt von der interessanten Geschichte des Glockengusses. Außerdem hatten sie noch frisches Brot vom Bäcker mitgebracht
Sobald die Fahrräder wieder verstaut waren, legten wir ab. Langsam fuhren wir an Saarburg vorbei und konnten die wunderschöne Stadt noch einmal vom Wasser aus bewundern.
Bis zur Schleuse Serrig übernahm Norwin erneut das Steuer, während Martina es sich draußen unter dem Sonnendach gemütlich machte und die herrlich grüne Landschaft bewunderte.



An der Schleuse Serrig hieß es dann erst einmal warten. Ein großer Frachter und ein Schubverband sollten gemeinsam mit uns, oder besser gesagt, wir mit ihnen, geschleust werden. Zunächst war geplant, dass wir mit in die große Kammer fahren, doch am Ende reichte der Platz nicht aus. Also bereitete der Schleusenmeister für uns die kleine Kammer vor ,was natürlich wieder etwas Zeit in Anspruch nahm.
Auch in dieser Schleuse waren Martina und Norwin wieder eine große Hilfe. Durch den Höhenunterschied von rund 14 Metern mussten die Leinen mehrfach umgehängt werden. Nach über einer Stunde konnten wir endlich die Schleuse verlassen und unsere Fahrt Richtung Mettlach fortsetzen.



Etwa zwei Stunden später tauchte am Horizont schon der markante Schlot der Keramikmanufaktur auf – das Wahrzeichen der Villeroy-&-Boch-Stadt Mettlach. Zu unserer Freude war der Anleger mitten im Ort frei. Das Anlegen war dort zwar etwas knifflig, klappte aber schließlich problemlos.
Kaum waren wir fest, machten sich Martin und Norwin mit den Fahrrädern wieder auf den Weg. Wie jeden Tag fuhren sie zurück , heute 21 km, nach Saarburg, um die Autos nachzuholen. Martina und ich blieben an Bord. Es war inzwischen drückend heiß und unglaublich schwül. An einen Stadtbummel war gar nicht zu denken, deshalb verschoben wir unser geplantes Shopping auf den nächsten Morgen.
Schon den ganzen Nachmittag hörten wir es immer wieder in der Ferne donnern. Zunächst sah es so aus, als würde das Gewitter an uns vorbeiziehen, doch plötzlich öffnete der Himmel doch noch seine Schleusen. Wir blieben unter dem Sonnendach sitzen und genossen den Regen und die endlich etwas kühlere Luft. In einer trockenen Pause kamen auch Martin und Norwin wieder zurück. Schnell wurden die Fahrräder verstaut, bevor sich jeder mit einem Buch oder einfach dem Blick auf den Regen eine kleine Auszeit gönnte. Leider war der Schauer schnell wieder vorbei, aber zumindest brachte er eine kleine Abkühlung.
Währenddessen bereitete ich das Abendessen vor. Die Bolognese hatte ich bereits mittags gekocht, damit sie schön durchziehen konnte. Der Salat war schnell fertig, die Nudeln ebenso, und Norwin kümmerte sich noch um den Parmesan. Gemeinsam schmeckte das Essen gleich doppelt so gut.
Danach war wieder Spieleabend angesagt. Zuerst spielten wir eine Runde Wizard – diesmal durfte ich mich über den Sieg freuen. Anschließend weihten wir das neue Spiel ein, das Martina und Norwin mitgebracht hatten: Codenames. Wir hatten jede Menge zu lachen. Gegen elf Uhr verabschiedete sich Martina schließlich in ihre Kabine, während Norwin den Abend noch mit einem Buch draußen an der inzwischen angenehm frischen Luft ausklingen ließ.
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