Mai

16

Der Tag begann besser als die letzten Tage davor, es war jedenfalls heller und ohne Regen. Nach dem Frühstück fuhren Martin und Isabel mit den Rädern nach Lutzelburg zurück und holten das Auto. Ich ging derweil ein bisschen in der Stadt spazieren. Kaum war die Sonne draußen, saßen schon ganz viele Leute in den schönen Café s. Eine Stunde später zog sich der Himmel wieder zu.

Gleichzeitig kamen wir zur Vlinder zurück und es begann wieder zu regnen, voll das typische Aprilwetter. Am späten Nachmittag nach dem Kaffee machten wir – Martin, Isabel und ich – einen Ausflug zum Château du Haut Barr, das „Auge des Elsass“, eine mittelalterliche Felsenburg aus dem 12. Jh.. Das Wetter meinte es gut mit uns, denn trotz des wechselhaften Tages schien sogar noch die Sonne und tauchte die alten Mauern der Burg in ein warmes Licht.

Viele Besucher hatten den Brückentag genutzt, sodass rund um die Burg einiges los war. Dennoch herrschte eine entspannte und fröhliche Stimmung, weil viele Kinder mit ihren Eltern auf der Burg waren. Besonders beeindruckend war der Blick über die Landschaft, der durch das klare Wetter noch schöner wirkte.

Wir spazierten durch die historische Anlage und schon fast auf dem Rückweg schauten wir noch in die Kapelle der Burg. Dort war eine schweizer Reisegruppe, die von einer älteren Reiseführerin einen beeindruckenden und spannenden Vortrag über die Geschichte der Burg und überhaupt über das Elsass bekam. Gespannt lauschten wir dem interessanten und sehr lebendigen Vortrag . Es hat richtig Spaß gemacht, der älteren Dame zuzuhören . Sie gab uns noch Tipps für das Museum und lud uns sogar für den nächsten Morgen zu einer Stadtführung ein.
Am Abend waren wir dann in dem urigen Zaverme Stüberl und genossen die leckere elsässische Küche.
Zurück an Bord spielten wir noch ein letztes Wizard, das Isabel haushoch gewann.

Mai

14

Heute Morgen hab ich leckere Croissants aus der Boulangerie in Lutzelburg geholt. Wenigstens ein bisschen FrankreichFeeling, wenn schon das Wetter nicht passt. Nach dem Frühstück hieß es Leinen los im strömenden Regen.

Vor uns lagen 9 Schleusen. Es ist auch Christi Himmelfahrt hier in Frankreich, somit Feiertag wie in Deutschland. Deswegen war doch reger Schiffsverkehr heut auf dem Rhein Marnekanal. An den Schleusen hatten wir ab und zu ein bisschen Wartezeit, an der vorletzten war sogar Doppelrot, das heißt eine Störung. Es war ein Mietboot in der Schleuse. Martin fragte nach, was das Problem sei, aber der VNF war schon unterwegs und zwischendurch war es auch mal regenfrei.

Kurze Zeit später konnten wir unsere Fahrt nach Saverne fortsetzen. Saverne, auf deutsch Zabern, ist eine Stadt im Unterelsass. Auf der Fahrt hierher haben wir Lothringen verlassen und sind jetzt im wunderschönen Elsass.
Pünktlich um drei zum Kaffee, wie soll es auch anders sein, haben wir im Seitenkanal von der Marina in Saverne angelegt und haben ein paar Entern gefüttert.


Leider hat das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass wir unseren Spaziergang durch die Stadt verschieben mussten . Wir kniffelten eine Runde, spielten Wizzard und später wollten wir in einem typisch elsässischen Restaurant zu Abendessen. Dick eingepackt gingen wir durch die Stadt in die Rue de Freres . Das Zawerner Stüberl sah richtig nett aus, war aber leider ausgebucht und wir reservierten deshalb für Freitag. Zurück an Bord haben wir uns einfach eine Brotzeit gemacht und den Abend dann gemütlich vor dem Fernseher ausklingen lassen.

Mai

13

Nach einem gemütlichen Frühstück hab ich einen Kuchen gebacken. Die fleißigen Blogleser wissen ja, dass es bei uns an Bord am Nachmittag fast immer Kaffee und Kuchen gibt. Gesetz vom Skipper. Danach machten wir, Martin, Isabel und ich uns zu Fuß auf den Weg zur Burgruine oberhalb des Ortes. Der Spaziergang war richtig schön durch den Wald an tollen Felsformationen entlang.

Oben angekommen wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Die alte Burganlage Château de Lutzelbourg thront hoch über dem Tal und vermittelt noch heute einen Eindruck davon, wie beeindruckend sie früher einmal gewesen sein muss. Die Mauerreste lassen erahnen, wie groß das Chateau in früherer Zeit mal war. Von dort oben konnten wir sogar die Vlinder zwischen den Bäumen ganz klein unten am Wasser liegen sehen. Nach einer kleinen Pause und vielen Fotos machten wir uns auf dem Rückweg .

Da wollten wir noch eine kleine Mühle besuchen,Rocher petit Moulin. Wir suchten aber vergeblich, bis wir ein Schild sahen, dass ein bestimmter Felsen den Namen Petit Moulin trug.
Sportlich , über steile Treppen ging es wieder talabwärts.

Pünktlich zum Kaffee waren wir auf der Vlinder zurück. Da es recht windig war, vertrieben wir uns den Nachmittag mit Kniffeln und Wizard, bevor Isabel eine leckere Gemüsepfanne zubereitete.

Mai

12

Nach dem Frühstück ging unsere Fahrt weiter. Nach dem spektakulären Schräglift folgten sechs Schleusen bergab auf der kurzen Strecke zu unserem nächsten Ziel. Jede Schleuse bedeutete ein kurzes Anlegen, Warten und Weiterfahren – kommt immer drauf an, ob und in welcher Richtung andere Boote unterwegs sind.

Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Lutzelbourg, ein kleiner idyllischer Ort .Nach dem ersten richtigen Fahrtag konnten wir dort endlich entspannt festmachen , bevor es wieder zu regnen begann. Wir machten es uns im kuschelig warmen Boot gemütlich und spielten eine Runde Wizard. Das dauert zwar zu dritt etwas länger, war trotzdem lustig. Nach dem Abendessen ließen wir den Abend bei einem Krimi im Bordfernsehen ausklingen.

Mai

11

Am Montag war es dann endlich so weit:
Wir verließen unseren Winterplatz in Niderviller und starteten offiziell in die neue Saison auf den französischen Kanälen.

Gleich zu Beginn wartete eines der Highlights der Strecke auf uns. Zuerst ging es durch die beiden Tunnel von Arzviller – Der Niderviller Tunnel misst 475 m, der Arzviller 2306 m , das ist eine ganz besondere Atmosphäre in den langen dunklen Tunnels. Früher wurden die Frachtschiffe mit einer Bahn durchgetreidelt. .

Hinter dem zweiten Tunnel erwartet uns eine technische als auch touristische Attraktion, der Schräglift Arzviller. 17 Schleusen und acht Stunden Fahrzeit wurden mit dem Hebewerk Arzviller eingespart: In der Wanne eines Schrägaufzugs, der von Gegengewichten und Stahlseilen gehalten wird, werden die Schiffe 44,5 Meter auf- oder abwärts gefahren. Das ist jedes Mal aufs Neue ein beeindruckendes Erlebnis. Langsam gleitet der riesige Trog mit uns und einem weiteren kleinen Mietboot ins Tal runter.

Unsere erste Station war der Wartebereich vor dem Schräglift. Martin und Isabel fuhren mit den Rädern durch das schöne alte Schleusental zum Auto zurück.

Es hatte zwar aufgehört zu regnen, aber es war bitterkalt. Sie fuhren Martins Auto gleich nach Lutzelburg, wo wir am nächsten Tag hinfahren wollten. Nach dem Kaffee mit leckerem Rhabarberkuchen nutzten wir die Zeit für einen Besuch bei der Cristallerie Lehrer. Besonders spannend war es, den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Mit viel Geschick und Geduld entstanden aus glühender Masse wunderschöne Glasobjekte – dort entstehen richtige Kunstwerke, die man auch im dazugehörigen Laden besichtigen kann. Die Preise dort sind sehr moderat und es gibt noch ein kleines Café im Geschäft. Wer in der Gegend ist, unbedingt dort einen Halt einlegen.

Mai

3

Liebe Blogleser,
es ist wieder soweit. Unsere dritte Saison mit der Vlinder auf den französischen Kanälen hat begonnen. Wenn ihr Lust habt auf spannende, alltägliche Hausbootgeschichten, dann lade ich euch ein, bei uns im Blog zu mitzulesen oder uns vielleicht auch mal persönlich ein Stück auf der Vlinder zu begleiten . Dann erlebt ihr selber, wenn es von Kapitän Martin heißt „ Leinen los“.


Am 03. Mai ging es mit vollbepacktem Auto und Martins Schwester Isabel los Richtung Niderviller, dem Winterplatz der Vlinder – ein Moment, auf den wir uns nach der tollen Segelsaison in French Polynesien sehr gefreut haben. Martin war vorher schon zweimal auf dem Boot und hat einiges vorbereitet und ein zweites Geländer angeschweißt. Ich war erst skeptisch, aber es sieht richtig toll aus. Wie jedes Jahr hieß es aber zuerst: putzen, lüften, sortieren und weitere kleine Renovierungsarbeiten, wie eine Sitzbank vorne am Bug , erledigen. Nach der langen Winterpause gab es einiges zu tun, bevor wieder echtes Bordleben einkehren konnte.


Während draußen schön die Sonne schien, standen die fleißigen Bienchen Martin und Isabel mit Putzlappen, Farbeimer und Werkzeug an Deck parat und langsam nacheinander wurde das Boot wieder zu einem Zuhause auf dem Wasser hergerichtet. Ich hab mich nochmal zu einem verlängerten Wochenende nach Hause verabschiedet, da mein großer Enkel einen tollen Aufritt in einem Projektzirkus hatte und den ich nicht verpassen wollte. Ich war aber auch fleißig daheim und hab ein paar Sachen genäht und fürs Boot vorbereitet.
Am Sonntagabend war ich wieder zurück und begutachtete, was Martin und Isabel in der Zwischenzeit vollbracht haben.