Mai

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Liebe Blogleser,
es ist wieder soweit. Unsere dritte Saison mit der Vlinder auf den französischen Kanälen hat begonnen. Wenn ihr Lust habt auf spannende, alltägliche Hausbootgeschichten, dann lade ich euch ein, bei uns im Blog zu mitzulesen oder uns vielleicht auch mal persönlich ein Stück auf der Vlinder zu begleiten . Dann erlebt ihr selber, wenn es von Kapitän Martin heißt „ Leinen los“.


Am 03. Mai ging es mit vollbepacktem Auto und Martins Schwester Isabel los Richtung Niderviller, dem Winterplatz der Vlinder – ein Moment, auf den wir uns nach der tollen Segelsaison in French Polynesien sehr gefreut haben. Martin war vorher schon zweimal auf dem Boot und hat einiges vorbereitet und ein zweites Geländer angeschweißt. Ich war erst skeptisch, aber es sieht richtig toll aus. Wie jedes Jahr hieß es aber zuerst: putzen, lüften, sortieren und weitere kleine Renovierungsarbeiten, wie eine Sitzbank vorne am Bug , erledigen. Nach der langen Winterpause gab es einiges zu tun, bevor wieder echtes Bordleben einkehren konnte.


Während draußen schön die Sonne schien, standen die fleißigen Bienchen Martin und Isabel mit Putzlappen, Farbeimer und Werkzeug an Deck parat und langsam nacheinander wurde das Boot wieder zu einem Zuhause auf dem Wasser hergerichtet. Ich hab mich nochmal zu einem verlängerten Wochenende nach Hause verabschiedet, da mein großer Enkel einen tollen Aufritt in einem Projektzirkus hatte und den ich nicht verpassen wollte. Ich war aber auch fleißig daheim und hab ein paar Sachen genäht und fürs Boot vorbereitet.
Am Sonntagabend war ich wieder zurück und begutachtete, was Martin und Isabel in der Zwischenzeit vollbracht haben.

Mai

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Am Montag war es dann endlich so weit:
Wir verließen unseren Winterplatz in Niderviller und starteten offiziell in die neue Saison auf den französischen Kanälen.

Gleich zu Beginn wartete eines der Highlights der Strecke auf uns. Zuerst ging es durch die beiden Tunnel von Arzviller – Der Niderviller Tunnel misst 475 m, der Arzviller 2306 m , das ist eine ganz besondere Atmosphäre in den langen dunklen Tunnels. Früher wurden die Frachtschiffe mit einer Bahn durchgetreidelt. .

Hinter dem zweiten Tunnel erwartet uns eine technische als auch touristische Attraktion, der Schräglift Arzviller. 17 Schleusen und acht Stunden Fahrzeit wurden mit dem Hebewerk Arzviller eingespart: In der Wanne eines Schrägaufzugs, der von Gegengewichten und Stahlseilen gehalten wird, werden die Schiffe 44,5 Meter auf- oder abwärts gefahren. Das ist jedes Mal aufs Neue ein beeindruckendes Erlebnis. Langsam gleitet der riesige Trog mit uns und einem weiteren kleinen Mietboot ins Tal runter.

Unsere erste Station war der Wartebereich vor dem Schräglift. Martin und Isabel fuhren mit den Rädern durch das schöne alte Schleusental zum Auto zurück.

Es hatte zwar aufgehört zu regnen, aber es war bitterkalt. Sie fuhren Martins Auto gleich nach Lutzelburg, wo wir am nächsten Tag hinfahren wollten. Nach dem Kaffee mit leckerem Rhabarberkuchen nutzten wir die Zeit für einen Besuch bei der Cristallerie Lehrer. Besonders spannend war es, den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Mit viel Geschick und Geduld entstanden aus glühender Masse wunderschöne Glasobjekte – dort entstehen richtige Kunstwerke, die man auch im dazugehörigen Laden besichtigen kann. Die Preise dort sind sehr moderat und es gibt noch ein kleines Café im Geschäft. Wer in der Gegend ist, unbedingt dort einen Halt einlegen.

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Nach dem Frühstück ging unsere Fahrt weiter. Nach dem spektakulären Schräglift folgten sechs Schleusen bergab auf der kurzen Strecke zu unserem nächsten Ziel. Jede Schleuse bedeutete ein kurzes Anlegen, Warten und Weiterfahren – kommt immer drauf an, ob und in welcher Richtung andere Boote unterwegs sind.

Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Lutzelbourg, ein kleiner idyllischer Ort .Nach dem ersten richtigen Fahrtag konnten wir dort endlich entspannt festmachen , bevor es wieder zu regnen begann. Wir machten es uns im kuschelig warmen Boot gemütlich und spielten eine Runde Wizard. Das dauert zwar zu dritt etwas länger, war trotzdem lustig. Nach dem Abendessen ließen wir den Abend bei einem Krimi im Bordfernsehen ausklingen.

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Nach einem gemütlichen Frühstück hab ich einen Kuchen gebacken. Die fleißigen Blogleser wissen ja, dass es bei uns an Bord am Nachmittag fast immer Kaffee und Kuchen gibt. Gesetz vom Skipper. Danach machten wir, Martin, Isabel und ich uns zu Fuß auf den Weg zur Burgruine oberhalb des Ortes. Der Spaziergang war richtig schön durch den Wald an tollen Felsformationen entlang.

Oben angekommen wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Die alte Burganlage Château de Lutzelbourg thront hoch über dem Tal und vermittelt noch heute einen Eindruck davon, wie beeindruckend sie früher einmal gewesen sein muss. Die Mauerreste lassen erahnen, wie groß das Chateau in früherer Zeit mal war. Von dort oben konnten wir sogar die Vlinder zwischen den Bäumen ganz klein unten am Wasser liegen sehen. Nach einer kleinen Pause und vielen Fotos machten wir uns auf dem Rückweg .

Da wollten wir noch eine kleine Mühle besuchen,Rocher petit Moulin. Wir suchten aber vergeblich, bis wir ein Schild sahen, dass ein bestimmter Felsen den Namen Petit Moulin trug.
Sportlich , über steile Treppen ging es wieder talabwärts.

Pünktlich zum Kaffee waren wir auf der Vlinder zurück. Da es recht windig war, vertrieben wir uns den Nachmittag mit Kniffeln und Wizard, bevor Isabel eine leckere Gemüsepfanne zubereitete.

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Heute Morgen hab ich leckere Croissants aus der Boulangerie in Lutzelburg geholt. Wenigstens ein bisschen FrankreichFeeling, wenn schon das Wetter nicht passt. Nach dem Frühstück hieß es Leinen los im strömenden Regen.

Vor uns lagen 9 Schleusen. Es ist auch Christi Himmelfahrt hier in Frankreich, somit Feiertag wie in Deutschland. Deswegen war doch reger Schiffsverkehr heut auf dem Rhein Marnekanal. An den Schleusen hatten wir ab und zu ein bisschen Wartezeit, an der vorletzten war sogar Doppelrot, das heißt eine Störung. Es war ein Mietboot in der Schleuse. Martin fragte nach, was das Problem sei, aber der VNF war schon unterwegs und zwischendurch war es auch mal regenfrei.

Kurze Zeit später konnten wir unsere Fahrt nach Saverne fortsetzen. Saverne, auf deutsch Zabern, ist eine Stadt im Unterelsass. Auf der Fahrt hierher haben wir Lothringen verlassen und sind jetzt im wunderschönen Elsass.
Pünktlich um drei zum Kaffee, wie soll es auch anders sein, haben wir im Seitenkanal von der Marina in Saverne angelegt und haben ein paar Entern gefüttert.


Leider hat das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass wir unseren Spaziergang durch die Stadt verschieben mussten . Wir kniffelten eine Runde, spielten Wizzard und später wollten wir in einem typisch elsässischen Restaurant zu Abendessen. Dick eingepackt gingen wir durch die Stadt in die Rue de Freres . Das Zawerner Stüberl sah richtig nett aus, war aber leider ausgebucht und wir reservierten deshalb für Freitag. Zurück an Bord haben wir uns einfach eine Brotzeit gemacht und den Abend dann gemütlich vor dem Fernseher ausklingen lassen.

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Der Tag begann besser als die letzten Tage davor, es war jedenfalls heller und ohne Regen. Nach dem Frühstück fuhren Martin und Isabel mit den Rädern nach Lutzelburg zurück und holten das Auto. Ich ging derweil ein bisschen in der Stadt spazieren. Kaum war die Sonne draußen, saßen schon ganz viele Leute in den schönen Café s. Eine Stunde später zog sich der Himmel wieder zu.

Gleichzeitig kamen wir zur Vlinder zurück und es begann wieder zu regnen, voll das typische Aprilwetter. Am späten Nachmittag nach dem Kaffee machten wir – Martin, Isabel und ich – einen Ausflug zum Château du Haut Barr, das „Auge des Elsass“, eine mittelalterliche Felsenburg aus dem 12. Jh.. Das Wetter meinte es gut mit uns, denn trotz des wechselhaften Tages schien sogar noch die Sonne und tauchte die alten Mauern der Burg in ein warmes Licht.

Viele Besucher hatten den Brückentag genutzt, sodass rund um die Burg einiges los war. Dennoch herrschte eine entspannte und fröhliche Stimmung, weil viele Kinder mit ihren Eltern auf der Burg waren. Besonders beeindruckend war der Blick über die Landschaft, der durch das klare Wetter noch schöner wirkte.

Wir spazierten durch die historische Anlage und schon fast auf dem Rückweg schauten wir noch in die Kapelle der Burg. Dort war eine schweizer Reisegruppe, die von einer älteren Reiseführerin einen beeindruckenden und spannenden Vortrag über die Geschichte der Burg und überhaupt über das Elsass bekam. Gespannt lauschten wir dem interessanten und sehr lebendigen Vortrag . Es hat richtig Spaß gemacht, der älteren Dame zuzuhören . Sie gab uns noch Tipps für das Museum und lud uns sogar für den nächsten Morgen zu einer Stadtführung ein.
Am Abend waren wir dann in dem urigen Zaverme Stüberl und genossen die leckere elsässische Küche.
Zurück an Bord spielten wir noch ein letztes Wizard, das Isabel haushoch gewann.

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Nach einem leckeren französischen Frühstück haben wir Isabel zum Bahnhof gebracht. Nach zwei gemeinsamen Wochen reist sie heute weiter nach Pforzheim, bevor es für sie am Montag zurück nach Berlin geht.

Danach hab ich ein bisschen frische Sachen auf dem Markt eingekauft und Martin hat den Blog mit Fotos bestückt und online gestellt. Dann hab ich das neue Geländer gleich zum Wäsche aufhängen missbraucht, aber das ist sehr hilfreich, vor allem für die Bettwäsche.


Um halb drei hieß es wieder ganz entspannt Leinen los auf dem historischen Rhein Marne Kanal und kurz darauf ging es schon durch die erste Schleuse abwärts.
Vorher durfte ich Strippen ziehen, um das Signal auszulösen, was auf bestimmten Streckenabschnitten üblich ist. Hier sind die Schleusen auch automatisiert, das bedeutet, dass man meistens gut vorankommt.

Am Ufer sitzen immer wieder Angler und winken uns zu.
Von der felsigen und bergigen Gegend wird es zunehmend ländlicher und ruhiger . Es sind viele Radfahrer auf den schönen Radwegen, den früheren Treidelpfaden, am Kanal entlang unterwegs. Dadurch haben wir in den Schleusen oft Zuschauer und manchmal ergibt sich auch das eine oder andere nette Gespräch.


Hier im Elsaß oder überhaupt in Frankreich darf man an vielen Stellen frei anlegen, was wir auch nach ca 2 Stunden an dem schön gepflegten Liegeplatz Dettwiller gemacht haben. Ruhig gelegen am Kanal, umgeben von viel Grün, sogar feste Liegestühle stehen hier, lädt dieser Ort zum Entspannen ein. Besonders am Abend entsteht hier eine ganz besondere Stimmung, die wir vom Steuerstand aus genossen haben.


Heute blieb die Küche kalt, es gibt ein paar Snacks und Gemüse mit Dips, vielleicht später noch ein Eis für den Kapitän.

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Heute Morgen hat der Tag schon mit strahlendem Sonnenschein begonnen. Die Wäsche hing kaum eine Stunde auf der Leine, da war sie schon trocken.
Am Ufer herrschte ebenfalls reges Leben. Auf den Tischen und Bänken am
Kanalufer saßen einige Wohnmobilfahrer gemütlich in der Sonne und frühstückten draußen. Für Kaffee in der Morgensonne war es uns doch noch ein bisschen zu frisch.
Nach unserem Frühstück habe ich in der Küche einen Erdbeerkuchen von den frischen Erdbeeren vom Markt gemacht.

Am Nachmittag stand dann unser nächstes Projekt an: der Sonnenschutz draußen an Deck. Damit es dort im Sommer etwas angenehmer wird, haben wir uns endlich daran gemacht, die nächsten Schritte umzusetzen. Martin hat alles sorgfältig ausgemessen, während ich an der Nähmaschine saß. So langsam nimmt das Ganze nun Form an .


Morgen wollen wir eventuell fertig werden, dann gibt es natürlich auch Fotos. Zwischendurch haben wir tatsächlich draußen Kaffee getrunken und den leckeren Erdbeerkuchen genossen. Von den vorbeifahrenden Radler gab’s deswegen ein paar neidische Blicke.
Am späten Nachmittag haben wir dann langsam Schluss gemacht. Nach dem ganzen Zuschneide-, Steck- und Nähtrubel tat eine kleine Pause richtig gut. Zum Abendessen gab es eine schnelle, herzhafte Hackfleischpfanne, bevor wir den Tag ganz gemütlich auf dem Sofa ausklingen ließen – natürlich mit einer Folge Tatort.

Mai

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Wettertechnisch sollte es eigentlich besser werden, es ist aber immer noch ziemlich kühl in der Früh.
Passt für unser Sonnenschutzprojekt, das können wir gut im Steuerstand anfertigen. Martin rechnete wieder die Maße und die Abstände aus und zeichnete diese dann auf den Stoff. Leider hatte ich keinen Faden mehr in dieser Farbe. Also muss der Stoffberg noch einen Tag liegen, dann fahren wir gleich morgen früh mit den Rädern nach Saverne um ein passendes Garn zu kaufen.

Zum Zeitvertreib haben wir einen Spaziergang in das kleine Dorf Dettwiller gemacht, wo wir immer noch liegen. Ein typisches Dorf mit Kirche, Schule, Wirtshaus und einem modernen Tante Emma Laden. Sah ein bisschen trostlos aus, ziemlich grau alles, aber vielleicht lags einfach auch am Wetter.

Zurück auf dem Boot war es richtig kuschelig warm, da doch ab und zu die Sonne raus kam. Da schmeckte der Latte Macchiato und der Erdbeerkuchen gleich viel besser .
Danach haben wir noch eine Runde Backgammon gespielt — mittlerweile fast schon ein festes Ritual an Bord. Normalerweise gewinnt dabei immer der Skipper . Heute allerdings lief alles anders, überraschenderweise konnte ich gleich drei Partien hintereinander für mich entscheiden. Endstand: 3:0 Der Skipper hat es sportlich genommen …bis zum nächsten Mal, da geht’s wieder andersrum.

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Unser Sonnendachprojekt kann heute weitergehen. Wir fuhren gleich nach dem Frühstück die 10 km mit den Rädern nach Saverne, um passendes Garn zu kaufen. Ich hatte da am Samstag einen kleinen Laden mit wahnsinnig viel Nähmaschinenzubehör entdeckt. Dort wurden wir fündig. Die nette Verkäuferin bemühte sich sehr, Deutsch zu sprechen . Ich fragte noch nach Spulen und aus einer unteren Schublade zauberte sie auch diese hervor. Die erste Aufgabe in Saverne war erledigt. Dann gingen wir noch in den Carrefour in der Stadt für ein paar Kleinigkeiten und in einen Schreibwarenladen. Das haben wir vor der Mittagspause gerade noch so geschafft. Punkt zwölf sperren die Franzosen nämlich ihre Geschäfte zu. Pech für Martin. Er hatte sich noch ein Eis gewünscht, doch sogar die Eisdiele machte zu. Also spazierten wir stattdessen noch gemütlich durch die Stadt, besichtigten eine schöne Kirche und bewunderten die wunderschönen Fachwerkhäuser. Danach fuhren wir wieder zurück nach Dettwiller aufs Boot. Gerade angekommen, fing es wieder an zu regnen.


Am Nachmittag haben wir unser Projekt weitergeführt – meterweise Stoff wanderte durch die Nähmaschine. Teamwork zwischen Martin und mir: Ich habe die Verstärkungen genäht, während er alles sauber vorgefaltet hat. Stück für Stück nahm das Ganze Form an und um halb sechs waren wir schließlich mit dem ersten Teil fertig. Ein richtig gutes Gefühl.
Im Carrefour hatten wir in der Früh ein ganzes Hähnchen gekauft. Ich habe es vorbereitet, gefüllt und mariniert, bevor es später in den Ofen durfte. Und Martin hat wieder bewiesen, dass er nicht nur Fisch hervorragend zerlegen kann – auch mit dem Gockel machte er eine richtig gute Figur. Das Ergebnis war super lecker: saftiges Hähnchen, dazu frischer Salat und knuspriges Brot. Ein schöner Abschluss für einen produktiven Tag.

Mai

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Tag drei auf unserer kleinen Baustelle – und langsam sieht man tatsächlich ein Ende. Auch wenn der Sonnenschutz uns weiterhin ordentlich beschäftigt. Es ist schon eine ziemliche Fieselei: messen, anpassen und irgendwann probieren. Aber Stück für Stück wird alles fertig und man merkt, dass sich die Mühe lohnt. Am Nachmittag hat sich sogar Martin mal ne Stunde an die Maschine gesetzt.

In der Früh habe ich eine kleine Pause eingelegt und bin zum Supermarkt gelaufen, um Boskop-Äpfel zu holen. Daraus wurde dann direkt ein frischer Apfelkuchen gebacken.
Das Wetter hat heute ebenfalls mitgespielt. Erst noch eher grau und wechselhaft, aber stündlich wurde es schöner. Am Nachmittag schien dann richtig die Sonne und plötzlich wirkte alles gleich viel fröhlicher.
Besonders merkt man das draußen auf den Radwegen. Sobald die Sonne herauskommt, zieht es die Menschen nach draußen. Überall sieht man Spaziergänger, Jogger und Radfahrer, die endlich wieder Wärme genießen wollen.

Die kleinen selbstgemalten Bilder von Isabel haben jetzt auch einen Platz im Salon über dem Fernseher gefunden und fügen sich super in das gesamte Ambiente ein – Danke ISA!

Nach den vielen trüben Tagen geht’s aufwärts. Am späten Nachmittag, als die Nähmaschine mal weggepackt war, haben wir noch eine Runde Backgammon gespielt und dieses Mal hat mich Martin 2:1 abgezockt . Die Revanche lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.

Mai

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Nach vielen Stunden Arbeit, unzähligen Metern Stoff und jeder Menge Geduld ist es endlich geschafft: Unser Sonnenschutzprojekt ist fertig! Die Nähmaschine darf jetzt erstmal Pause machen.


Besonders stolz sind wir darauf, wie perfekt alles zusammengepasst hat. Martins Berechnungen waren absolut genau ( wie immer halt) und das neue Sonnendach sieht einfach toll aus. Am späten Nachmittag haben wir es direkt an Martins Stahlkonstruktion montiert. Ich glaube, die Arbeit hat sich echt gelohnt.

Timing könnte übrigens kaum besser sein, denn das Wetter spielt jetzt richtig mit. Es war den ganzen Tag sonnig und pünktlich zum Pfingstwochenende sollen die Temperaturen sogar auf über 30 Grad steigen. Dann können in den kommenden Tagen unsere Gäste das neue Sonnendach gleich mit einweihen.
Abends gab es eine leckere Lachsnudelpfanne mit feinen Kräutern aus unserem „Kräuterbeet“.

Mai

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Der Tag begann endlich mit strahlendem Sonnenschein . Den Vormittag haben wir ganz entspannt verbracht und einfach nur gechillt und gelesen. Nach ein paar Snacks am Mittag haben wir beschlossen, bei dem schönen Wetter eine Radtour zu machen. Am Kanal entlang ging es Richtung Waltenheim zur Zorn, die Stelle, die bis gestern noch wegen eines Erdrutsches an einer Brücke gesperrt war.


Unterwegs hielt Martin Ausschau nach einer Möglichkeit zum Wenden, schließlich müssen wir am Sonntag wieder zurück nach Saverne. Die Strecke war wunderschön. Am Kanal liegen noch viele der alten großen Lastkähne, die inzwischen zu richtig gemütlichen Hausbooten umgebaut wurden. Dazu kamen diese supermodernen, extravaganten und luxuriösen Villen mit riesigen Glasfronten und Pools , ein totaler Kontrast zu den kleinen Fachwerkhäusern in den umliegenden Dörfern.


Am Ende standen tatsächlich über 30 Kilometer auf dem Tacho. Für die erste größere Tour hat das vollkommen gereicht. Zurück auf dem Boot gab es dann Kaffee und Kuchen – natürlich gemütlich unter dem Sonnenschutz.

Später wurde noch ein bisschen gewerkelt: Martin reparierte einen Stuhl und passte ein Regalbrett für einen Schrank an, während ich mich ans Bügeln machte.
Die Sitzbank am Bug ist fertig geworden und der VLINDER-Flyer hängt jetzt auch an der neuen Reeling.

Ein rundum schöner, sonniger und entspannter Tag.

Mai

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Heute Früh hat sich schon der gesamte Anglerverein auf der anderen Uferseite getroffen . Die Angeln sind witzigerweise fast so lang wie der Kanal breit ist. Die Fisch(chen) wurden angefüttert. Jeder hatte da so seine eigene Methode. Es war jedenfalls lustig, da zuzuschauen. So richtig gefangen hat eigentlich keiner was.


Aber kurz vor elf hieß es an diesem herrlich sonnigen Tag nach einer Woche Pause wieder: Leinen los! Nachdem ich noch schnell ein paar Einkäufe gemacht habe vor dem langen Pfingstwochenende , machten wir uns auf den Weg zum Umdrehen, damit wir morgen in Richtung Saverne weiterfahren können.
Auf den frisch gemähten Wiesen standen zahlreiche Störche und suchten gemütlich nach Nahrung und flogen über die Vlinder zu ihrem Nest zurück. Überhaupt lag überall dieser typische Duft von frischem Heu in der Luft.
Seit die Strecke nach Straßburg wieder geöffnet ist, begegnen uns inzwischen tatsächlich wieder andere Boote. Heute waren es schon fünf Stück, die uns entgegenkamen. Nach den eher ruhigen Tagen wirkt der Kanal dadurch gleich wieder viel lebendiger.
Entlang der Strecke stehen an jeder Schleuse die typische Schleusenwärterhäuschen. Dort haben früher, als die Schleusen noch manuell betätigt wurden, die Schleusenwärter gewohnt . Manche sehen noch richtig hübsch aus, andere wirken total verlassen und vergessen. Plötzlich tauchte an einer Schleuse so ein kleines, voll eingewachsenes Häuschen auf, das ich fast übersehen hätte.
Genau diese kleinen Entdeckungen machen die Hausbootfahrt zu einem besonderen Erlebnis.


Heute ging es zuerst bergab und dann bergauf durch die Schleusen. Schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass dabei mal eben rund 100 Tonnen Schiff bewegt werden, die gehalten werden müssen, wenn das Wasser in die Schleuse schießt. Für uns ist das eigentlich schon Alltag und selbstverständlich, aber es halten immer wieder Radfahrer oder Fußgänger an, um begeistert diesen technischen Vorgang zu verfolgen.


Nach knapp fünf Stunden erreichten wir schließlich wieder unsere Anlegestelle in Dettwiller, allerdings diesmal auf der Backbordseite und bereits in Fahrtrichtung Saverne. So sind wir für morgen bestens vorbereitet.
Heute gab es zur Abwechslung keinen Kuchen. Stattdessen ließ sich der Kapitän Crêpes mit Erdbeeren und Sahne schmecken, die waren mindestens genauso gut.


Für Unterhaltung sorgte am Abend noch die Dorfjugend. Mit ordentlich Lautstärke und viel Begeisterung sprangen die Kids von der Brücke direkt in den Kanal. Baden würde ich selber dort eher nicht wollen, aber die Jugendlichen hatten offensichtlich ihren Spaß dabei.

Mai

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Nach einem gemütlichen und leckeren Sonntagsfrühstück erledigten wir noch ein paar Kleinigkeiten, bevor wir um 12 Uhr in Richtung Saverne ablegten. Heut geht es die Schleusentreppe wieder bergauf. Bei diesen sommerlichen Temperaturen, die momentan glücklicherweise fast überall in Europa herrschen, macht das Vlindern gleich noch mehr Spaß.
Für das lange Wochenende rund um Pfingsten ist heute erstaunlich wenig Verkehr auf dem Kanal. Dafür sind umso mehr Radfahrer unterwegs. Einige von ihnen sind richtig schwer bepackt und vermutlich schon länger auf Tour oder noch länger unterwegs.
Was an Frankreich echt schön ist, entlang der Kanäle gibt es fast überall schöne Liegeplätze und kleine Marinas. Dort kann man Wasser tanken, Strom bekommen und oft auch einfach die entspannte Atmosphäre mit schönen Sitzgelegenheiten und Grills genießen. Und vor allem sie sind überall sauber.


Um kurz nach drei erreichten wir unseren alten Liegeplatz in Saverne. Dort wurden wir bereits erwartet – der junge Mann von der Capitainerie stand schon bereit und half uns beim Anlegen. Ein wirklich netter Service.
Martin und ich machten anschließend einen Spaziergang in die Stadt. Am Hafen fand gerade eine kleine Ausstellung mit selbstgemachten Dingen statt: genähte und gehäkelte Taschen, Seifen, Honig, Bilder, Schmuck und vieles mehr.
Überhaupt wirkt die Stadt gleich viel lebendiger und schöner, wenn die Sonne scheint. Am Marktplatz kehrten wir im Phil Good ein, tranken Kaffee und gönnten uns einen riesigen Eisbecher , genau das Richtige für den sonnigen Nachmittag.


Danach spazierten wir noch zum Schloss, wo derzeit eine Ausstellung für Kinder mit Animationen und verschiedenen Mitmach-Angeboten stattfindet. Zurück auf dem Boot ließen wir den Tag ganz entspannt ausklingen und relaxten einfach noch ein bisschen.