Mai

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Liebe Blogleser,
es ist wieder soweit. Unsere dritte Saison mit der Vlinder auf den französischen Kanälen hat begonnen. Wenn ihr Lust habt auf spannende, alltägliche Hausbootgeschichten, dann lade ich euch ein, bei uns im Blog zu mitzulesen oder uns vielleicht auch mal persönlich ein Stück auf der Vlinder zu begleiten . Dann erlebt ihr selber, wenn es von Kapitän Martin heißt „ Leinen los“.


Am 03. Mai ging es mit vollbepacktem Auto und Martins Schwester Isabel los Richtung Niderviller, dem Winterplatz der Vlinder – ein Moment, auf den wir uns nach der tollen Segelsaison in French Polynesien sehr gefreut haben. Martin war vorher schon zweimal auf dem Boot und hat einiges vorbereitet und ein zweites Geländer angeschweißt. Ich war erst skeptisch, aber es sieht richtig toll aus. Wie jedes Jahr hieß es aber zuerst: putzen, lüften, sortieren und weitere kleine Renovierungsarbeiten, wie eine Sitzbank vorne am Bug , erledigen. Nach der langen Winterpause gab es einiges zu tun, bevor wieder echtes Bordleben einkehren konnte.


Während draußen schön die Sonne schien, standen die fleißigen Bienchen Martin und Isabel mit Putzlappen, Farbeimer und Werkzeug an Deck parat und langsam nacheinander wurde das Boot wieder zu einem Zuhause auf dem Wasser hergerichtet. Ich hab mich nochmal zu einem verlängerten Wochenende nach Hause verabschiedet, da mein großer Enkel einen tollen Aufritt in einem Projektzirkus hatte und den ich nicht verpassen wollte. Ich war aber auch fleißig daheim und hab ein paar Sachen genäht und fürs Boot vorbereitet.
Am Sonntagabend war ich wieder zurück und begutachtete, was Martin und Isabel in der Zwischenzeit vollbracht haben.

Mai

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Am Montag war es dann endlich so weit:
Wir verließen unseren Winterplatz in Niderviller und starteten offiziell in die neue Saison auf den französischen Kanälen.

Gleich zu Beginn wartete eines der Highlights der Strecke auf uns. Zuerst ging es durch die beiden Tunnel von Arzviller – Der Niderviller Tunnel misst 475 m, der Arzviller 2306 m , das ist eine ganz besondere Atmosphäre in den langen dunklen Tunnels. Früher wurden die Frachtschiffe mit einer Bahn durchgetreidelt. .

Hinter dem zweiten Tunnel erwartet uns eine technische als auch touristische Attraktion, der Schräglift Arzviller. 17 Schleusen und acht Stunden Fahrzeit wurden mit dem Hebewerk Arzviller eingespart: In der Wanne eines Schrägaufzugs, der von Gegengewichten und Stahlseilen gehalten wird, werden die Schiffe 44,5 Meter auf- oder abwärts gefahren. Das ist jedes Mal aufs Neue ein beeindruckendes Erlebnis. Langsam gleitet der riesige Trog mit uns und einem weiteren kleinen Mietboot ins Tal runter.

Unsere erste Station war der Wartebereich vor dem Schräglift. Martin und Isabel fuhren mit den Rädern durch das schöne alte Schleusental zum Auto zurück.

Es hatte zwar aufgehört zu regnen, aber es war bitterkalt. Sie fuhren Martins Auto gleich nach Lutzelburg, wo wir am nächsten Tag hinfahren wollten. Nach dem Kaffee mit leckerem Rhabarberkuchen nutzten wir die Zeit für einen Besuch bei der Cristallerie Lehrer. Besonders spannend war es, den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Mit viel Geschick und Geduld entstanden aus glühender Masse wunderschöne Glasobjekte – dort entstehen richtige Kunstwerke, die man auch im dazugehörigen Laden besichtigen kann. Die Preise dort sind sehr moderat und es gibt noch ein kleines Café im Geschäft. Wer in der Gegend ist, unbedingt dort einen Halt einlegen.

Mai

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Nach dem Frühstück ging unsere Fahrt weiter. Nach dem spektakulären Schräglift folgten sechs Schleusen bergab auf der kurzen Strecke zu unserem nächsten Ziel. Jede Schleuse bedeutete ein kurzes Anlegen, Warten und Weiterfahren – kommt immer drauf an, ob und in welcher Richtung andere Boote unterwegs sind.

Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Lutzelbourg, ein kleiner idyllischer Ort .Nach dem ersten richtigen Fahrtag konnten wir dort endlich entspannt festmachen , bevor es wieder zu regnen begann. Wir machten es uns im kuschelig warmen Boot gemütlich und spielten eine Runde Wizard. Das dauert zwar zu dritt etwas länger, war trotzdem lustig. Nach dem Abendessen ließen wir den Abend bei einem Krimi im Bordfernsehen ausklingen.

Mai

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Nach einem gemütlichen Frühstück hab ich einen Kuchen gebacken. Die fleißigen Blogleser wissen ja, dass es bei uns an Bord am Nachmittag fast immer Kaffee und Kuchen gibt. Gesetz vom Skipper. Danach machten wir, Martin, Isabel und ich uns zu Fuß auf den Weg zur Burgruine oberhalb des Ortes. Der Spaziergang war richtig schön durch den Wald an tollen Felsformationen entlang.

Oben angekommen wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Die alte Burganlage Château de Lutzelbourg thront hoch über dem Tal und vermittelt noch heute einen Eindruck davon, wie beeindruckend sie früher einmal gewesen sein muss. Die Mauerreste lassen erahnen, wie groß das Chateau in früherer Zeit mal war. Von dort oben konnten wir sogar die Vlinder zwischen den Bäumen ganz klein unten am Wasser liegen sehen. Nach einer kleinen Pause und vielen Fotos machten wir uns auf dem Rückweg .

Da wollten wir noch eine kleine Mühle besuchen,Rocher petit Moulin. Wir suchten aber vergeblich, bis wir ein Schild sahen, dass ein bestimmter Felsen den Namen Petit Moulin trug.
Sportlich , über steile Treppen ging es wieder talabwärts.

Pünktlich zum Kaffee waren wir auf der Vlinder zurück. Da es recht windig war, vertrieben wir uns den Nachmittag mit Kniffeln und Wizard, bevor Isabel eine leckere Gemüsepfanne zubereitete.

Mai

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Heute Morgen hab ich leckere Croissants aus der Boulangerie in Lutzelburg geholt. Wenigstens ein bisschen FrankreichFeeling, wenn schon das Wetter nicht passt. Nach dem Frühstück hieß es Leinen los im strömenden Regen.

Vor uns lagen 9 Schleusen. Es ist auch Christi Himmelfahrt hier in Frankreich, somit Feiertag wie in Deutschland. Deswegen war doch reger Schiffsverkehr heut auf dem Rhein Marnekanal. An den Schleusen hatten wir ab und zu ein bisschen Wartezeit, an der vorletzten war sogar Doppelrot, das heißt eine Störung. Es war ein Mietboot in der Schleuse. Martin fragte nach, was das Problem sei, aber der VNF war schon unterwegs und zwischendurch war es auch mal regenfrei.

Kurze Zeit später konnten wir unsere Fahrt nach Saverne fortsetzen. Saverne, auf deutsch Zabern, ist eine Stadt im Unterelsass. Auf der Fahrt hierher haben wir Lothringen verlassen und sind jetzt im wunderschönen Elsass.
Pünktlich um drei zum Kaffee, wie soll es auch anders sein, haben wir im Seitenkanal von der Marina in Saverne angelegt und haben ein paar Entern gefüttert.


Leider hat das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass wir unseren Spaziergang durch die Stadt verschieben mussten . Wir kniffelten eine Runde, spielten Wizzard und später wollten wir in einem typisch elsässischen Restaurant zu Abendessen. Dick eingepackt gingen wir durch die Stadt in die Rue de Freres . Das Zawerner Stüberl sah richtig nett aus, war aber leider ausgebucht und wir reservierten deshalb für Freitag. Zurück an Bord haben wir uns einfach eine Brotzeit gemacht und den Abend dann gemütlich vor dem Fernseher ausklingen lassen.

Mai

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Der Tag begann besser als die letzten Tage davor, es war jedenfalls heller und ohne Regen. Nach dem Frühstück fuhren Martin und Isabel mit den Rädern nach Lutzelburg zurück und holten das Auto. Ich ging derweil ein bisschen in der Stadt spazieren. Kaum war die Sonne draußen, saßen schon ganz viele Leute in den schönen Café s. Eine Stunde später zog sich der Himmel wieder zu.

Gleichzeitig kamen wir zur Vlinder zurück und es begann wieder zu regnen, voll das typische Aprilwetter. Am späten Nachmittag nach dem Kaffee machten wir – Martin, Isabel und ich – einen Ausflug zum Château du Haut Barr, das „Auge des Elsass“, eine mittelalterliche Felsenburg aus dem 12. Jh.. Das Wetter meinte es gut mit uns, denn trotz des wechselhaften Tages schien sogar noch die Sonne und tauchte die alten Mauern der Burg in ein warmes Licht.

Viele Besucher hatten den Brückentag genutzt, sodass rund um die Burg einiges los war. Dennoch herrschte eine entspannte und fröhliche Stimmung, weil viele Kinder mit ihren Eltern auf der Burg waren. Besonders beeindruckend war der Blick über die Landschaft, der durch das klare Wetter noch schöner wirkte.

Wir spazierten durch die historische Anlage und schon fast auf dem Rückweg schauten wir noch in die Kapelle der Burg. Dort war eine schweizer Reisegruppe, die von einer älteren Reiseführerin einen beeindruckenden und spannenden Vortrag über die Geschichte der Burg und überhaupt über das Elsass bekam. Gespannt lauschten wir dem interessanten und sehr lebendigen Vortrag . Es hat richtig Spaß gemacht, der älteren Dame zuzuhören . Sie gab uns noch Tipps für das Museum und lud uns sogar für den nächsten Morgen zu einer Stadtführung ein.
Am Abend waren wir dann in dem urigen Zaverme Stüberl und genossen die leckere elsässische Küche.
Zurück an Bord spielten wir noch ein letztes Wizard, das Isabel haushoch gewann.

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Nach einem leckeren französischen Frühstück haben wir Isabel zum Bahnhof gebracht. Nach zwei gemeinsamen Wochen reist sie heute weiter nach Pforzheim, bevor es für sie am Montag zurück nach Berlin geht.

Danach hab ich ein bisschen frische Sachen auf dem Markt eingekauft und Martin hat den Blog mit Fotos bestückt und online gestellt. Dann hab ich das neue Geländer gleich zum Wäsche aufhängen missbraucht, aber das ist sehr hilfreich, vor allem für die Bettwäsche.


Um halb drei hieß es wieder ganz entspannt Leinen los auf dem historischen Rhein Marne Kanal und kurz darauf ging es schon durch die erste Schleuse abwärts.
Vorher durfte ich Strippen ziehen, um das Signal auszulösen, was auf bestimmten Streckenabschnitten üblich ist. Hier sind die Schleusen auch automatisiert, das bedeutet, dass man meistens gut vorankommt.

Am Ufer sitzen immer wieder Angler und winken uns zu.
Von der felsigen und bergigen Gegend wird es zunehmend ländlicher und ruhiger . Es sind viele Radfahrer auf den schönen Radwegen, den früheren Treidelpfaden, am Kanal entlang unterwegs. Dadurch haben wir in den Schleusen oft Zuschauer und manchmal ergibt sich auch das eine oder andere nette Gespräch.


Hier im Elsaß oder überhaupt in Frankreich darf man an vielen Stellen frei anlegen, was wir auch nach ca 2 Stunden an dem schön gepflegten Liegeplatz Dettwiller gemacht haben. Ruhig gelegen am Kanal, umgeben von viel Grün, sogar feste Liegestühle stehen hier, lädt dieser Ort zum Entspannen ein. Besonders am Abend entsteht hier eine ganz besondere Stimmung, die wir vom Steuerstand aus genossen haben.


Heute blieb die Küche kalt, es gibt ein paar Snacks und Gemüse mit Dips, vielleicht später noch ein Eis für den Kapitän.

Mai

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Heute Morgen hat der Tag schon mit strahlendem Sonnenschein begonnen. Die Wäsche hing kaum eine Stunde auf der Leine, da war sie schon trocken.
Am Ufer herrschte ebenfalls reges Leben. Auf den Tischen und Bänken am
Kanalufer saßen einige Wohnmobilfahrer gemütlich in der Sonne und frühstückten draußen. Für Kaffee in der Morgensonne war es uns doch noch ein bisschen zu frisch.
Nach unserem Frühstück habe ich in der Küche einen Erdbeerkuchen von den frischen Erdbeeren vom Markt gemacht.

Am Nachmittag stand dann unser nächstes Projekt an: der Sonnenschutz draußen an Deck. Damit es dort im Sommer etwas angenehmer wird, haben wir uns endlich daran gemacht, die nächsten Schritte umzusetzen. Martin hat alles sorgfältig ausgemessen, während ich an der Nähmaschine saß. So langsam nimmt das Ganze nun Form an .


Morgen wollen wir eventuell fertig werden, dann gibt es natürlich auch Fotos. Zwischendurch haben wir tatsächlich draußen Kaffee getrunken und den leckeren Erdbeerkuchen genossen. Von den vorbeifahrenden Radler gab’s deswegen ein paar neidische Blicke.
Am späten Nachmittag haben wir dann langsam Schluss gemacht. Nach dem ganzen Zuschneide-, Steck- und Nähtrubel tat eine kleine Pause richtig gut. Zum Abendessen gab es eine schnelle, herzhafte Hackfleischpfanne, bevor wir den Tag ganz gemütlich auf dem Sofa ausklingen ließen – natürlich mit einer Folge Tatort.

Mai

18

Wettertechnisch sollte es eigentlich besser werden, es ist aber immer noch ziemlich kühl in der Früh.
Passt für unser Sonnenschutzprojekt, das können wir gut im Steuerstand anfertigen. Martin rechnete wieder die Maße und die Abstände aus und zeichnete diese dann auf den Stoff. Leider hatte ich keinen Faden mehr in dieser Farbe. Also muss der Stoffberg noch einen Tag liegen, dann fahren wir gleich morgen früh mit den Rädern nach Saverne um ein passendes Garn zu kaufen.

Zum Zeitvertreib haben wir einen Spaziergang in das kleine Dorf Dettwiller gemacht, wo wir immer noch liegen. Ein typisches Dorf mit Kirche, Schule, Wirtshaus und einem modernen Tante Emma Laden. Sah ein bisschen trostlos aus, ziemlich grau alles, aber vielleicht lags einfach auch am Wetter.

Zurück auf dem Boot war es richtig kuschelig warm, da doch ab und zu die Sonne raus kam. Da schmeckte der Latte Macchiato und der Erdbeerkuchen gleich viel besser .
Danach haben wir noch eine Runde Backgammon gespielt — mittlerweile fast schon ein festes Ritual an Bord. Normalerweise gewinnt dabei immer der Skipper . Heute allerdings lief alles anders, überraschenderweise konnte ich gleich drei Partien hintereinander für mich entscheiden. Endstand: 3:0 Der Skipper hat es sportlich genommen …bis zum nächsten Mal, da geht’s wieder andersrum.

Mai

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Unser Sonnendachprojekt kann heute weitergehen. Wir fuhren gleich nach dem Frühstück die 10 km mit den Rädern nach Saverne, um passendes Garn zu kaufen. Ich hatte da am Samstag einen kleinen Laden mit wahnsinnig viel Nähmaschinenzubehör entdeckt. Dort wurden wir fündig. Die nette Verkäuferin bemühte sich sehr, Deutsch zu sprechen . Ich fragte noch nach Spulen und aus einer unteren Schublade zauberte sie auch diese hervor. Die erste Aufgabe in Saverne war erledigt. Dann gingen wir noch in den Carrefour in der Stadt für ein paar Kleinigkeiten und in einen Schreibwarenladen. Das haben wir vor der Mittagspause gerade noch so geschafft. Punkt zwölf sperren die Franzosen nämlich ihre Geschäfte zu. Pech für Martin. Er hatte sich noch ein Eis gewünscht, doch sogar die Eisdiele machte zu. Also spazierten wir stattdessen noch gemütlich durch die Stadt, besichtigten eine schöne Kirche und bewunderten die wunderschönen Fachwerkhäuser. Danach fuhren wir wieder zurück nach Dettwiller aufs Boot. Gerade angekommen, fing es wieder an zu regnen.


Am Nachmittag haben wir unser Projekt weitergeführt – meterweise Stoff wanderte durch die Nähmaschine. Teamwork zwischen Martin und mir: Ich habe die Verstärkungen genäht, während er alles sauber vorgefaltet hat. Stück für Stück nahm das Ganze Form an und um halb sechs waren wir schließlich mit dem ersten Teil fertig. Ein richtig gutes Gefühl.
Im Carrefour hatten wir in der Früh ein ganzes Hähnchen gekauft. Ich habe es vorbereitet, gefüllt und mariniert, bevor es später in den Ofen durfte. Und Martin hat wieder bewiesen, dass er nicht nur Fisch hervorragend zerlegen kann – auch mit dem Gockel machte er eine richtig gute Figur. Das Ergebnis war super lecker: saftiges Hähnchen, dazu frischer Salat und knuspriges Brot. Ein schöner Abschluss für einen produktiven Tag.

Mai

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Tag drei auf unserer kleinen Baustelle – und langsam sieht man tatsächlich ein Ende. Auch wenn der Sonnenschutz uns weiterhin ordentlich beschäftigt. Es ist schon eine ziemliche Fieselei: messen, anpassen und irgendwann probieren. Aber Stück für Stück wird alles fertig und man merkt, dass sich die Mühe lohnt. Am Nachmittag hat sich sogar Martin mal ne Stunde an die Maschine gesetzt.

In der Früh habe ich eine kleine Pause eingelegt und bin zum Supermarkt gelaufen, um Boskop-Äpfel zu holen. Daraus wurde dann direkt ein frischer Apfelkuchen gebacken.
Das Wetter hat heute ebenfalls mitgespielt. Erst noch eher grau und wechselhaft, aber stündlich wurde es schöner. Am Nachmittag schien dann richtig die Sonne und plötzlich wirkte alles gleich viel fröhlicher.
Besonders merkt man das draußen auf den Radwegen. Sobald die Sonne herauskommt, zieht es die Menschen nach draußen. Überall sieht man Spaziergänger, Jogger und Radfahrer, die endlich wieder Wärme genießen wollen.

Die kleinen selbstgemalten Bilder von Isabel haben jetzt auch einen Platz im Salon über dem Fernseher gefunden und fügen sich super in das gesamte Ambiente ein – Danke ISA!

Nach den vielen trüben Tagen geht’s aufwärts. Am späten Nachmittag, als die Nähmaschine mal weggepackt war, haben wir noch eine Runde Backgammon gespielt und dieses Mal hat mich Martin 2:1 abgezockt . Die Revanche lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.

Mai

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Nach vielen Stunden Arbeit, unzähligen Metern Stoff und jeder Menge Geduld ist es endlich geschafft: Unser Sonnenschutzprojekt ist fertig! Die Nähmaschine darf jetzt erstmal Pause machen.


Besonders stolz sind wir darauf, wie perfekt alles zusammengepasst hat. Martins Berechnungen waren absolut genau ( wie immer halt) und das neue Sonnendach sieht einfach toll aus. Am späten Nachmittag haben wir es direkt an Martins Stahlkonstruktion montiert. Ich glaube, die Arbeit hat sich echt gelohnt.

Timing könnte übrigens kaum besser sein, denn das Wetter spielt jetzt richtig mit. Es war den ganzen Tag sonnig und pünktlich zum Pfingstwochenende sollen die Temperaturen sogar auf über 30 Grad steigen. Dann können in den kommenden Tagen unsere Gäste das neue Sonnendach gleich mit einweihen.
Abends gab es eine leckere Lachsnudelpfanne mit feinen Kräutern aus unserem „Kräuterbeet“.

Mai

22

Der Tag begann endlich mit strahlendem Sonnenschein . Den Vormittag haben wir ganz entspannt verbracht und einfach nur gechillt und gelesen. Nach ein paar Snacks am Mittag haben wir beschlossen, bei dem schönen Wetter eine Radtour zu machen. Am Kanal entlang ging es Richtung Waltenheim zur Zorn, die Stelle, die bis gestern noch wegen eines Erdrutsches an einer Brücke gesperrt war.


Unterwegs hielt Martin Ausschau nach einer Möglichkeit zum Wenden, schließlich müssen wir am Sonntag wieder zurück nach Saverne. Die Strecke war wunderschön. Am Kanal liegen noch viele der alten großen Lastkähne, die inzwischen zu richtig gemütlichen Hausbooten umgebaut wurden. Dazu kamen diese supermodernen, extravaganten und luxuriösen Villen mit riesigen Glasfronten und Pools , ein totaler Kontrast zu den kleinen Fachwerkhäusern in den umliegenden Dörfern.


Am Ende standen tatsächlich über 30 Kilometer auf dem Tacho. Für die erste größere Tour hat das vollkommen gereicht. Zurück auf dem Boot gab es dann Kaffee und Kuchen – natürlich gemütlich unter dem Sonnenschutz.

Später wurde noch ein bisschen gewerkelt: Martin reparierte einen Stuhl und passte ein Regalbrett für einen Schrank an, während ich mich ans Bügeln machte.
Die Sitzbank am Bug ist fertig geworden und der VLINDER-Flyer hängt jetzt auch an der neuen Reeling.

Ein rundum schöner, sonniger und entspannter Tag.

Mai

23

Heute Früh hat sich schon der gesamte Anglerverein auf der anderen Uferseite getroffen . Die Angeln sind witzigerweise fast so lang wie der Kanal breit ist. Die Fisch(chen) wurden angefüttert. Jeder hatte da so seine eigene Methode. Es war jedenfalls lustig, da zuzuschauen. So richtig gefangen hat eigentlich keiner was.


Aber kurz vor elf hieß es an diesem herrlich sonnigen Tag nach einer Woche Pause wieder: Leinen los! Nachdem ich noch schnell ein paar Einkäufe gemacht habe vor dem langen Pfingstwochenende , machten wir uns auf den Weg zum Umdrehen, damit wir morgen in Richtung Saverne weiterfahren können.
Auf den frisch gemähten Wiesen standen zahlreiche Störche und suchten gemütlich nach Nahrung und flogen über die Vlinder zu ihrem Nest zurück. Überhaupt lag überall dieser typische Duft von frischem Heu in der Luft.
Seit die Strecke nach Straßburg wieder geöffnet ist, begegnen uns inzwischen tatsächlich wieder andere Boote. Heute waren es schon fünf Stück, die uns entgegenkamen. Nach den eher ruhigen Tagen wirkt der Kanal dadurch gleich wieder viel lebendiger.
Entlang der Strecke stehen an jeder Schleuse die typische Schleusenwärterhäuschen. Dort haben früher, als die Schleusen noch manuell betätigt wurden, die Schleusenwärter gewohnt . Manche sehen noch richtig hübsch aus, andere wirken total verlassen und vergessen. Plötzlich tauchte an einer Schleuse so ein kleines, voll eingewachsenes Häuschen auf, das ich fast übersehen hätte.
Genau diese kleinen Entdeckungen machen die Hausbootfahrt zu einem besonderen Erlebnis.


Heute ging es zuerst bergab und dann bergauf durch die Schleusen. Schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass dabei mal eben rund 100 Tonnen Schiff bewegt werden, die gehalten werden müssen, wenn das Wasser in die Schleuse schießt. Für uns ist das eigentlich schon Alltag und selbstverständlich, aber es halten immer wieder Radfahrer oder Fußgänger an, um begeistert diesen technischen Vorgang zu verfolgen.


Nach knapp fünf Stunden erreichten wir schließlich wieder unsere Anlegestelle in Dettwiller, allerdings diesmal auf der Backbordseite und bereits in Fahrtrichtung Saverne. So sind wir für morgen bestens vorbereitet.
Heute gab es zur Abwechslung keinen Kuchen. Stattdessen ließ sich der Kapitän Crêpes mit Erdbeeren und Sahne schmecken, die waren mindestens genauso gut.


Für Unterhaltung sorgte am Abend noch die Dorfjugend. Mit ordentlich Lautstärke und viel Begeisterung sprangen die Kids von der Brücke direkt in den Kanal. Baden würde ich selber dort eher nicht wollen, aber die Jugendlichen hatten offensichtlich ihren Spaß dabei.

Mai

24

Nach einem gemütlichen und leckeren Sonntagsfrühstück erledigten wir noch ein paar Kleinigkeiten, bevor wir um 12 Uhr in Richtung Saverne ablegten. Heut geht es die Schleusentreppe wieder bergauf. Bei diesen sommerlichen Temperaturen, die momentan glücklicherweise fast überall in Europa herrschen, macht das Vlindern gleich noch mehr Spaß.
Für das lange Wochenende rund um Pfingsten ist heute erstaunlich wenig Verkehr auf dem Kanal. Dafür sind umso mehr Radfahrer unterwegs. Einige von ihnen sind richtig schwer bepackt und vermutlich schon länger auf Tour oder noch länger unterwegs.
Was an Frankreich echt schön ist, entlang der Kanäle gibt es fast überall schöne Liegeplätze und kleine Marinas. Dort kann man Wasser tanken, Strom bekommen und oft auch einfach die entspannte Atmosphäre mit schönen Sitzgelegenheiten und Grills genießen. Und vor allem sie sind überall sauber.


Um kurz nach drei erreichten wir unseren alten Liegeplatz in Saverne. Dort wurden wir bereits erwartet – der junge Mann von der Capitainerie stand schon bereit und half uns beim Anlegen. Ein wirklich netter Service.
Martin und ich machten anschließend einen Spaziergang in die Stadt. Am Hafen fand gerade eine kleine Ausstellung mit selbstgemachten Dingen statt: genähte und gehäkelte Taschen, Seifen, Honig, Bilder, Schmuck und vieles mehr.
Überhaupt wirkt die Stadt gleich viel lebendiger und schöner, wenn die Sonne scheint. Am Marktplatz kehrten wir im Phil Good ein, tranken Kaffee und gönnten uns einen riesigen Eisbecher , genau das Richtige für den sonnigen Nachmittag.


Danach spazierten wir noch zum Schloss, wo derzeit eine Ausstellung für Kinder mit Animationen und verschiedenen Mitmach-Angeboten stattfindet. Zurück auf dem Boot ließen wir den Tag ganz entspannt ausklingen und relaxten einfach noch ein bisschen.

Mai

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Heute Früh habe ich die Kabinen für unsere Gäste hergerichtet und ging noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Auf dem Rückweg sagte ich Deborah aus der WOB Gruppe, auf ihrem Boot Peary, kurz Hallo. Sie wollen später weiterfahren Richtung Nancy. Vielleicht treffen wir sie ja nochmal. Am frühen Nachmittag erwarteten wir Ruth und Joki. Doch schon um elf Uhr rief jemand ein fröhliches „Hallo“ von der Brücke – Ruth und Joki waren etwas früher angekommen.


Zuerst machten wir ein paar kleine Snacks. Ruth hatte frisches Brot gebacken, zwei Kuchen mitgebracht und gefühlt ihren halben Kühlschrank von zuhause eingepackt. Kaum war alles auf dem Boot verstaut, vertieften sich die Männer sofort in Gespräche über Technik, Motoren und alles, was mit Booten zu tun hat.

Ruth und ich nutzten die Gelegenheit und machten einen Spaziergang durch die Stadt. Das Wetter war herrlich, überall waren Menschen unterwegs und die Cafés bis auf den letzten Platz gefüllt.
Als wir zurück auf die Vlinder kamen, traf Stefan ein. Nach der herzlichen Begrüßung gab es erst einmal einen kleinen Aperol, den Maria mitgebracht hatte, dazu Ruths Kuchen. Natürlich saßen wir draußen unter unserem neuen Sonnenschutz und genossen den Nachmittag mit Kaffee und guter Stimmung.


Mittlerweile waren drei Technikfans beieinander und damit gab es endgültig kein anderes Gesprächsthema mehr als Bootstechnik, Motoren und alles drumherum. Also verzogen wir Mädels uns kurzerhand in den Salon und hielten dort unseren eigenen Plausch. Später frischte der Wind ein wenig auf und wir gingen wieder nach oben an den Tisch.
Immer wieder blieben Spaziergänger stehen und schauten zu uns herüber. Unsere entspannte Stimmung schien richtig ansteckend zu sein. Die Gesprächsthemen gingen uns jedenfalls den ganzen Tag nicht aus.
Am Abend gab es dann noch eine leckere Brotzeit mit Ruths selbstgebackenem Brot – und vielen anderen Leckereien .


Und endlich hatten wir wieder Mitspieler für Wizard an Bord. Maria und Stefan kannten das Spiel schon. Während Martin den anderen beiden, Ruth und Joki, den Spielablauf erklärte, machte ich noch schnell klar Schiff in der kleinen Bordküche.
Zu sechst dauern die Spiele nicht lange, nur 10 Runden. Die erste ging an mich und die zweite an unseren Wizardneuling Joki. Wir hatten viel Spaß und einen schönen Ausklang für den schönen Tag.

Mai

26

Die erste Nacht für Ruth und Joki auf dem Hausboot. Sie haben gut geschlafen trotz der Wärme. Aber die haben wir ja extra für die Gäste bestellt. Für das Frühstück holte ich noch frische Sachen vom Bäcker. Kurz vor neun kamen Maria und Stefan zum gemeinsamen Frühstück auf dem Vlinderdeck . Es gab frische Croissants und Brot, Kaffee, Obst, Marmeladen, Käse und alles, was zu einem gemütlichen Start in den Tag dazugehört. Zusammen wurde erzählt, gelacht und geplant, bevor es schließlich zum Besuch auf das Chateau Haut Barr losging. Alle waren sehr begeistert vom Auge des Elsass, wie die Burg aus dem 12. Jhd. auch genannt wird.
Hoch oben zwischen den Felsen bot sich wieder dieser beeindruckende 360 Grad Rundumblick über die Vogesenlandschaft und über die Elsässische Weinstraße. Bei schönem Wetter und guter Sicht kann man sogar die Spitze des Straßburgers Münster sehen. Die alten Mauern, die Brücken zwischen den Felsen und die besondere Atmosphäre fanden die Gäste sehr beeindruckend.

In der Nähe von Haut-Barr befinden sich auf demselben Bergrücken im Westen die beeindruckenden Überreste der Burgruinen (Großes und Kleines) Geroldseck. Die wurde noch auf dem Rückweg besichtigt.


Zurück auf der Vlinder bereitete ich noch eine kleine, leichte, herrlich erdbeerige Erfrischung zu – genau passend für die heißen Temperaturen . Lange blieb allerdings keine Ruhe, denn die Gäste wollten unbedingt noch eine Runde Wizard spielen, bevor Martin nach Straßburg aufbrechen musste. Dort holt er seine langjährige Freundin Ursel ab, die extra aus Berlin anreist.
Maria, Ruth, Stefan und Joki schauten sich derweil das romantische Städtchen Saverne an.
Als alle wieder zurück an Bord waren, kam auch Martin mit Ursel an. Es blieb nur kurz Zeit für ein Hallo, da wir heute unser Abendessen beim
Libanesen genießen wollen.
Die Portionen waren reichlich und einfach mal geschmacklich was ganz anderes.


Wieder auf der Vlinder angekommen, probierten wir ein neues Spiel von Maria aus. Außer Ursel , die war von der langen Anreise doch ein wenig erschöpft, setzten wir uns noch an Deck. Das Spiel hieß Hitster….da muss man Songs, die Interpreten und die Jahreszahl, wann der Song veröffentlicht wurde, erraten. Wenn etwas falsch war, bekamen die anderen einen Punkt. Das war echt lustig, weil wir alle viel geraten haben.


Gegen halb zwölf musste sich die Männergruppe zum zweiten Mal von uns geschlagen geben.
Danach ging es müde in die Kabinen und für Stefan ins Womo namens Gustav, zurück.

Mai

27

Heute morgen gab’s zu den frischen Croissants und dem leckeren Frühstück noch Hafenkino dazu. Wir lagen kurz vor einer Brücke und es kam ein Mietboot mit zwei aufgespannten Sonnenschirmen. Die passten leider nicht unter der Brücke durch. Der Freizeitkapitän war so erschrocken und ließ einfach das Steuer los. Das bekam dem vor uns liegenden Boot überhaupt nicht. Er hat es ganz schön geschrammt. Wenigstens hat er angehalten und wir dachten, dass er an Capitanerie Bescheid sagt, weil die Bootseigner nicht an Bord waren. So war es aber nicht. Martin hatte nämlich gefragt, aber er hat den schon erheblichen Schrammer nicht gemeldet. Naja Joki und Ruth waren Zeugen von dem Vorfall. Kaum hatte sich die Situation entspannt, kam schon das nächste Mietboot mit aufgespannten Schirmen.
Jokis lauter Pfiff verhinderte die Fastkollision. Nichtmal ein Dankeschön kam dafür zurück.


Um kurz vor elf hieß es Leinen los und ausparken von unserem Anleger, damit wir 200 m weiter gleich wieder vor der Stadtschleuse festmachen mussten, da noch ein großes Mietboot vor uns dran war.
Als wir dann endlich in der Schleuse drin waren, konnte unsere eigentliche Etappe nach Lutzelburg beginnen.
Hinter Saverne verändert sich die Landschaft spürbar. Es wird wieder bergiger, die Wälder dichter und grüner. Gleichzeitig verabschieden wir uns langsam vom Elsass und starten in Lothringen, dem neuen Abschnitt unserer Reise.


Heute übernahmen unsere CoMatrosen Joki und Stefan in den Schleusen das Festmachen. Mit viel Einsatz und guter Teamarbeit klappte das bereits richtig gut. Schleuse für Schleuse wurden die Handgriffe sicherer und routinierter.


Doch in der letzten Schleuse wartete noch einmal ein aufregender Moment auf uns. Kaum begann die Schleusung, schoss das Wasser mit voller Kraft in die Kammer. Joki legte sich richtig ins Zeug, als plötzlich ein lauter Knall zu hören war: Die Leine riss!
Zum Glück reagierten alle sofort. Schnell wurde umgehängt und Martin steuerte mit dem Motor dagegen, bis das Boot wieder sicher lag. Ein kurzer Schreckmoment – aber das war gutes Teamwork und danch ein Enspannungs-Drink.


Langweilig wird es auf unserer Reise jedenfalls nicht.
Abends haben wir gemütlich Brotzeit an Deck gemacht und danach nochmal Marias Hitster gespielt.
Das war wieder eine Musikzeitreise in die 60er70er und 80er, voll lustig und spannend. Die Jungs haben sich wacker geschlagen und zuletzt hieß es 1:1.

Mai

28

Es gab’s nochmal eine Gelegenheit für frische Croissants vom Bäcker in Lutzelburg. Wieder konnten wir ein gemütliches , gemeinsames Frühstück auf dem Deck der Vlinder genießen.
Es ist einfach das savoir vivre in Frankreich. Das entschleunigte Reisegefühl auf einem Hausboot.
Nach dem Frühstück fuhren Ruth, Stefan und Joki und Martin mit Ursel im Auto auf die schöne Lutzelburg. Sie hatten einen wunderschönen Blick auf die Vlinder von oben. Martin rief mich an , ich soll mal aufs Deck gehen. Dann haben wir uns gegenseitig zugewunken und Fotos gemacht. Das war witzig.


Kurz vor Mittag hieß es Leinen los.
Die Schleusen haben heute mit den beiden CoMatrosen Stefan und Joki wieder hervorragend und völlig problemlos funktioniert. Alles lief ruhig und ohne Zwischenfälle – so darf es gerne bleiben. Nach dem Schleusenmarathon legten wir am Nachmittag direkt unterhalb des Schräglifts an. Dort herrschte reger Betrieb – der Lift war praktisch im Dauerbetrieb und ständig gab es etwas zu beobachten und immer wieder Hafenkino mit den Freizeitkapitänen. Inzwischen saßen wir mit Kaffee und frischem Rhabarberkuchen an Deck und grinsten heimlich. Das Schiffshebewerk ist ein Teil des Rhein Marne Kanals und seit dem 27. Januar 1969 in Betrieb.
Es ersetzt eine Reihe von 17 Schleusen, die sich 4 km lang aufeinanderfolgten, was damals einen ganzen Tag Schiffahrt erfordete.
Stefan und Joki machten sich mit den Rädern auf den Weg zum Schräglift, um sich die beeindruckende Technik im Maschinensaal einmal genauer anzuschauen. Später radelten Martin und Joki sogar noch zurück nach Lutzelburg, um die Autos zu holen.
Gegen 18 Uhr kam dann endlich Tinka und Sandro mit ihrer MS Cookie den Lift herunter. Nach unglaublichen drei Stunden Wartezeit waren sie sichtlich erleichtert. Souverän parkte Sandro mit einer Leichtigkeit seine Cookie hinter der Vlinder ein. Stefan war voll beeindruckt nach all den anderen Helden am Steuer vom Nachmittag. Für Tinka hatte ich extra ein Stück Rhabarberkuchen aufgehoben und zu einem Aperol sagte sie auch nicht nein.


Am Abend gab es ein leckeres Hühnchencurry und für Maria eine vegane Variante mit Tofu. Danach begann der gemütliche Teil des Tages: Eine Runde Wizard durfte natürlich nicht fehlen. Ursel und ich bildeten diesmal ein Team – und tatsächlich haben wir gewonnen .


Als es schließlich zu dunkel zum Kartenspielen wurde, holte Maria noch Hitster hervor. Es wurde viel gelacht, begleitet von unzähligen „Äääähh, das kenn ich doch!“ oder „Was ist das denn? Hab ich ja noch nie gehört!“ Einfach herrlich lustig. Dieses Mal hatten die Männer Glück und gewannen.
Später wurde es dann doch ziemlich frisch draußen. Also verschwanden wir nach und nach in den Kojen, denn der Kapitän möchte morgen früh zeitig los

Mai

29

Der Tag begann diesmal besonders früh. Noch bevor der große Andrang einsetzte, standen wir bereits am Schräglift von Arzviller. Im Morgenlicht wirkte das imposante Bauwerk noch beeindruckender.


Kaum hatten wir mit der Vlinder in der Wanne Platz genommen und sich das Tor hinter uns geschlossen, stieg die Spannung. Langsam setzte sich der Schräglift in Bewegung und beförderte uns die 45 Meter Höhenunterschied nach oben. Während der Fahrt bot sich ein wunderbarer Blick auf die grüne Landschaft der Umgebung .
Später schickte mir Tinka noch eine tolle Drohnenaufnahme, die Sandro von der Vlinder im Schräglift gemacht hatte. Vielen Dank euch beiden dafür!



Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Da wir auf unserem Rückweg zur Kuhnle Marina nach Niderviller unterwegs waren, passierten wir erneut die beiden Tunnel von Arzviller. Diesmal hatten wir besonderes Glück: Ohne jede Wartezeit konnten wir direkt durch beide Tunnel fahren. Der erste misst beeindruckende 2306 Meter, der zweite „nur“ 475 Meter. Für die Durchfahrt des langen Tunnels benötigt man bei der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 4 km/h mehr als eine halbe Stunde. Eine ungewöhnliche und faszinierende Erfahrung, die für Martin und mich schon Routine ist, aber für die Gäste halt ein besonders Erlebnis ist.


Nach den Tunneln führte uns die Strecke mit Joki am Steuer, er macht auch als CoKapitän eine gute Figur, weiter durch die idyllische Landschaft Lothringens. Viel Grün und die Ruhe im Kanal sorgten für eine entspannte Fahrt, bevor wir schließlich in der Kuhnle Marina in Niderviller festmachten.
Bei unserer Ankunft wirkte die Marina noch erstaunlich leer. Doch das sollte sich im Laufe des Nachmittags rasch ändern. Zunächst stand jedoch noch eine kleine Mission an: Alle, mit Ausnahme von Ursel und mir , schwangen sich auf ihre Fahrräder und fuhren entlang des alten Schleusenwegs zurück zu den Autos. Alle bestätigten, dass die Strecke , vor allem bei dem Traumwetter, richtig toll ist.


Nach dem Kaffee mit Kirschkäsekuchen
mussten wir uns leider von Maria und Stefan verabschieden. Sie wollten am Wochenende noch jemand besuchen.
Stefan hat noch einen netten Eintrag ins Gästebuch geschrieben, danke dafür.


Martin, Ursel und ich sind danach zum Einkaufen gefahren, um noch Getränke und Grillsachen für den Abend einzukaufen. Ruth hat inzwischen leckere Salate auf dem Boot vorbereitet und Joki den Grill von der Marina geputzt.
So konnten wir einen entspannten Grillabend auf Deck der Vlinder mit Hafenkino genießen.

Nach und füllte sich die Marina mit dem einen oder anderen lustigen Anlegeversuch. Abends spielten wir eine Runde Wizard und kniffelten, bis es zu kühl wurde. Da Ruth ein großer Fan von Let’s Dance ist, haben wir uns den Schluss vom Finale angeschaut. So ging wieder ein abenteuerlicher Tag zu Ende.

Mai

30

Der Tag begann ganz gemütlich mit einem leckeren Frühstück auf unserem Sonnendeck. Anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Xouaxange. Joki übernahm wieder das Steuer und brachte uns sicher voran. Für einen kleinen Schreckmoment sorgte ein plötzliches Überholmanöver eines anderen Boots , damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet.
Das Wetter zeigte sich von seiner extremen Seite. Es war unglaublich schwül. Kaum zu glauben, dass wir vor zwei Wochen noch gefroren haben.


Am frühen Nachmittag erreichten wir Xouaxange. Der alte, morsche Steg vom vergangenen Jahr war verschwunden . Stattdessen gibt es nun einen stabilen Steg mit neuen Puffern. Der gesamte Platz macht einen sehr gepflegten Eindruck. Neben großzügigen Liegeflächen stehen Grills und sogar ein Bouleplatz zur Verfügung.
Martin und Joki schnappten sich die E-Bikes und fuhren zurück nach Niderviller, um die Autos zu holen. Ruth und ich nutzten die Zeit und testeten schon einmal den Bouleplatz. Zwar ist die Fläche etwas uneben, aber das Spiel klappte trotzdem ganz gut. Wegen der großen Hitze beließen wir es bei einer kleinen Trainingseinheit für den Abend. Ruth gewann unsere Proberunde souverän.
Als die Männer zurückkehrten, wartete bereits Erdbeerkuchen mit Sahne auf sie,  genau das Richtige nach der Anstrengung.
Danach fuhren wir mit dem Auto nach Sarrebourg. Ursel wollte unbedingt das berühmte Chagall-Fenster „La Paix“ von Marc Chagall in der Chapelle des Cordeliers besichtigen, Ruth und Joki begleiteten sie. Das farbenfrohe, zwölf Meter hohe Kirchenfenster ist das größte Werk dieser Art, das Chagall entworfen hat, und beeindruckte uns sehr.


Lange hielten wir uns allerdings nicht in der Stadt auf. Für eine ausführlichere Besichtigung war es einfach noch zu heiß. So beschränkten wir uns auf einen kurzen Rundgang, bevor wir wieder zum Boot zurückkehrten.
Dort gönnten wir Mädels uns erst einmal eine entspannte Auszeit. Die Männer hingegen hatten andere Pläne. Stefan brachte Martin auf eine Idee, wie man die Türen am Boot verbessern könnte. Also wurde den restlichen Nachmittag getüftelt, gesägt, geflext und zwischendurch auch ein wenig geflucht. Am Ende hatte sich die Arbeit gelohnt: Die Türen lassen sich nun deutlich weiter öffnen und man kommt wesentlich besser hindurch.
Nach der Brotzeit machte es sich Ursel mit Blick auf das Boulefeld im Liegestuhl gemütlich. Währenddessen spielten Joki, Ruth, Martin und ich zwei spannende Boule-Runden. Die Männer konnten beide Partien knapp für sich entscheiden, bevor die Mücken uns schließlich als ihr Nachtmahl betrachteten.


Später ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Die Jungs diskutierten noch eine Weile über die Ereignisse des Tages, während Ruth und ich mehrere Runden Kniffel spielten. Meistens hatte sie das bessere Würfelglück, aber wir hatten jede Menge Spaß. Ursel und Martin wurden irgendwann müde und verabschiedeten sich in ihre Kojen. Joki ließ sich schließlich noch zu einer weiteren Runde Kniffel überreden, bevor auch dieser erlebnisreiche Tag zu Ende ging.

Mai

31

Endlich hatte es etwas abgekühlt. Ursel war ganz glücklich über den Temperaturrückgang . Die angekündigten Regenwolken ließen Martin allerdings keine Ruhe, und so hatte er bereits das nächste Projekt im Kopf. Das neue Sonnendach musste so befestigt werden, dass sich bei Regen kein Wasser darauf sammeln konnte. Gut, dass Joki noch an Bord ist , er ist mindestens genauso ein begeisterter Tüftler wie Martin. Gemeinsam konstruierten die beiden eine Stange, die das Gestänge in der Mitte anhebt und für den nötigen Wasserablauf sorgt. Außerdem brachten sie ihr Türprojekt erfolgreich zum Abschluss. Zwei fleißige Bienchen, die immer etwas zu werkeln finden.


Währenddessen spielten Ruth und ich eine Runde Boule. Der Himmel sah zwar stark nach Gewitter aus, weshalb wir vorsichtshalber im Boot frühstückten, doch letztendlich blieb es trocken.


Anschließend hieß es wieder: Leinen los und Kurs auf Gondrexange. Die Strecke dorthin ist herrlich entspannt, ganz ohne Schleusen. Ruth und Ursel machten es sich auf dem Sonnendeck in den Liegestühlen gemütlich und genossen die Fahrt. Die Landschaft unterwegs wird von einem riesigen Zementwerk geprägt – eine laute und ziemlich staubige Angelegenheit. Jokis Kommentar dazu: „Hier kann man bestimmt günstig Grundstücke kaufen.“


Unser Tagesziel war Gondrexange, eine kleine Gemeinde am Rhein-Marne-Kanal. Zur Gemeinde gehört fast der gesamte sieben Quadratkilometer große Gondrexange-Weiher. Ursprünglich wurde dieser bereits im 14. Jahrhundert zur Fischzucht angelegt. Mit dem Bau des Rhein-Marne-Kanals wurde er als Wasserreservoir erschlossen und vergrößert. Noch heute dient er auch der Speisung des Saarkanals, der hier vom Rhein-Marne-Kanal abzweigt. In den Jahren 1880 bis 1882 erhielt der Weiher durch die Erhöhung des Dammes sein heutiges Fassungsvermögen.
Kaum hatten wir festgemacht, wurden schon wieder Werkzeuge ausgepackt. An den Fahrrädern gab es noch etwas zu schrauben und zu basteln , natürlich kein Problem für unsere beiden Technikexperten. Und auch die Fender waren noch mal dran mit Sika abzudichten.


Ruth und ich nutzten die Zeit für einen Spaziergang durch die kleine Ortschaft, während Ursel auf dem Boot die Stellung hielt.

Zurück an Bord gab es Kaffee und Kuchen auf dem Deck. Doch schon bald wurde es deutlich kühler, sodass wir uns nach drinnen verzogen und zwei Runden Wizard spielten. Die letzte Runde gewann Martin endlich wieder einmal – und zwar haushoch.
Für das Abendessen suchten wir zunächst nach einem Restaurant. Doch in Frankreich ist das sonntagabends oft schwierig, da viele Lokale geschlossen haben. Also improvisierten Ruth und ich kurzerhand in der Bordküche und zauberten leckere Spaghetti Carbonara sowie Spaghetti mit Lachs.


Der Abend war damit aber noch lange nicht vorbei. Nach interessanten Gesprächen über Gott, die Welt und allerlei andere Themen wurde die Küche aufgeräumt und anschließend noch einige lustige Runden Hitster gespielt. Ich muss unbedingt noch eine Schlager-Edition besorgen. Ruth und ich hielten bis zum Schluss durch und spielten, bis wirklich keine Karte mehr übrig war.
So ging ein weiterer schöner und abwechslungsreicher Tag auf dem Wasser zu Ende.

Juni

1

Der Morgen begann recht frisch, trotzdem genossen wir unser Frühstück an Deck. Einige Boote waren bereits unterwegs, meist Richtung Schräglift oder zur Le Boat Marina in Hesse.Nach dem Frühstück hieß es „Leinen los“. Joki übernahm schon kurz nach dem Ablegen routiniert das Steuer. Die rund 12 Kilometer lange Strecke führte uns durch einen schmalen Kanal, der sich malerisch durch grüne Auen und Wälder schlängelt. Mit der stärker werdenden Sonne machten es sich Ruth und Ursel auf den Liegestühlen gemütlich und genossen die entspannte Fahrt. Auf der Strecke passierten wir eine Schleuse  abwärts . Im Saar-Kanal fuhren wir über den Étang du Stock, einen der größten Seen Lothringens. Ursprünglich im Mittelalter angelegt, wurde er Anfang des 20. Jahrhunderts als Wasserreservoir für den Kanal stark erweitert. Heute ist er ein beliebtes Freizeitgebiet für Wassersportler. 

Martin und Joki machten sich sofort mit den Fahrrädern auf den Weg, um die Autos zu holen, nachdem wir angelegt hatten. Wir Mädels genossen derweil die Sonne an Deck. Ruth packte bereits ihre Koffer, denn für sie und Joki stand am späten Nachmittag die Heimreise an. Nach gut einer Stunde kehrten die Männer zurück, und Kaffee und  Kuchen warteten schon auf sie.Ein besonderer Höhepunkt war die feierliche Ernennung von Joki zum Co-Matrosen. Die Übergabe der Urkunde sorgte für ein Schmunzeln und einen gelungenen Abschied.

Ruth hinterließ außerdem einige liebe Worte in Martins Gästebuch.

Danke dafür . Den Abend ließen wir gemeinsam mit Ursel in einem kleinen Bistro in Sarrebourg ausklingen. Bei Flammkuchen, Rippchen und guten Gesprächen ging ein schöner Tag zu Ende.

Juni

1

Ruth und Joki

Juni

2

Heute Morgen war schon Frühsport angesagt. Ich hab das Auto an die große Schleuse nach Rechicourt gefahren und bin mit dem kleinen Klapprad im Regen wieder zurück gefahren. Nach ca 1 1/2 Stunden war ich wieder zurück an Bord , danach haben wir auch gleich abgelegt.


Es hat den ganzen Tag geregnet und wir haben von draußen den ganzen Tag nicht viel gesehen. Es waren auch kaum andere Boote unterwegs. Wir sind dann Saarkanal in den Rhein Marne Kanal abgebogen und Martin steuerte die höchste Schleuse Frankreichs an. Die Schleuse in Réchicourt-le-Château ist ein wares Kunstwerk,  welches in 1965 auf dem Rhein Marne Kanal gebaut wurde.Die Schleuse hat eine Fallhöhe von 15,45 und 16,10 m, abhängig vom Wasserstand im Kanal und ersetzt 6 Schleusen. Auf diese Weise kann ein Boot in dreißig Minuten den Höhenunterschied durchfahren anstatt sechs Stunde zuvor. Die Schleusenkammer hat eine Mindesttiefe von 2,6 m, eine Breite von 6 m und eine Länge von 40 m bei einem Volumen von ca. 3796 m3. Stromabwärts wird die Schleusenkammer mit einer Hubtür geschlossen und Stromaufwärts sorgen zwei 20 m hohe Bogentüren für den Verschluss. Alle Komponenten (Türen und Ventile) werden von Hydraulikzylindern und von einer Betriebskabine aus gesteuert. In der Schleuse müssen Schwimmwesten getragen werden und beim Wasser rauslassen hat die Schleuse an allen Ecken geächzt und gequietscht.


Wir haben gleich nach der Schleuse Steuerbord angelegt. Auf der stromabwärts gelegenen Betonfront befindet sich eine 600 m² große monumentale Freske des französischen Künstlers Adec. Das Werk zeigt einen riesigen Reiher (Héron) als Wächter des Kanals, in dessen Körper zahlreiche Figuren und kleine Szenen verborgen sind. Die Freske thematisiert die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Wasserlandschaft.
Den Abend ließen wir bei einer Spinat Quiche mit Salat ausklingen.