Aug.

19

Heute Morgen hat Götz eine wunderbare Nachricht erhalten. Ein Dokumentarfilm von seiner Frau Katrin und ihm wurde in Los Angeles mit einem Award ausgezeichnet. Da hat er sich ganz arg gefreut und wir haben ihm alle gratuliert. Isabel hat sich den Teaser des Films von „Als ich aufwachte, war ich tot“ auf Götz’s Tablet angeschaut. Sehr interessant , spannend und unglaublich zugleich.


Zum Frühstück gab’s wieder frische Croissants und wir konnten uns raus setzen, aber es war schon ganz schön frisch, wenn man noch an die Temperaturen von letzter Woche denkt.

Isabel hat seit heute Schleusendienst, weil ich schon nach Hause fahre. Dann ist für mich die Hausboot Saison für dieses Jahr beendet, aber in drei Wochen geht es ja in Griechenland weiter. Da freue ich mich schon , den einen oder anderen auf den Törns wiederzusehen. Heute war die Fahrerei nicht ganz so zäh, weil auf dem Abschnitt ein bisschen mehr Wasser ist. Wir konnten sogar ohne Mühe einem kleinen Hausboot , dass uns entgegen kam, ausweichen und fuhren über die Kanalbrücke.

Nach dem Anlegen in Bissert fuhren wir in die Mühle Roeser, da waren Martin und ich vor ein paar Wochen schon mal. Götz wollte das mit in seinen Film einbinden. Herr Roeser erwartete uns schon und erklärte uns die ganzen Abläufe , die Maschinen und er führte uns bis in den vierten Stock hinauf. Die Mühle ist vom 15. Jahrhundert, mit funktionierendem Mühlrad , und der Müller, Herr Roeser, hat das 1975 von seinem Großvater übernommen. Mittlerweile ist er 71 und sucht einen Nachfolger. Das wird schwer, denn da muss man noch richtig körperlich arbeiten. Nach der interessanten Führung lud er uns sogar noch auf eine Erfrischung ein.

Für das Flammkuchenessen jeden Freitag hätte er keinen Platz mehr, weil man muss 3 Wochen im voraus reservieren. Das soll der beste im Umkreis sein und jetzt dürfen wir doch noch dazu kommen. Da freu ich mich schon sehr.

Auf dem Rückweg erledigten wir noch einen Einkauf und auf dem Boot gab es verspätet Kaffee und Kuchen. Danach war chillen angesagt, bevor Martin und Götz das Auto wieder zur nächsten Anlegestelle voraus gefahren haben und schön am Radweg vom Saarkohlekanal mit den Rädern zurück aufs Boot gekommen sind. Ich hab derweil die Fleischpflanzerl vorbereitet und Isabel hat die Kartoffeln geschält. Um acht gab es oben an Deck das Abendessen , Fleischpflanzerl mit Kartoffeln und einer Gemüsepfanne. Danach lauschten wir wieder den spannenden Geschichten von Götz

Aug.

18

Obwohl es am Morgen noch ziemlich frisch war, konnten wir tatsächlich an Deck frühstücken. Zum Frühstück war Götz schon zu ersten Späßen aufgelegt – die Eierschalen mussten dran glauben.
Vorher hatte er bereits ein paar Filmsequenzen gedreht und die Drohne in Richtung Marienkapelle geschickt. Gut gelaunt hieß es dann gegen 10 Uhr Leinen los.
Bevor wir starteten, verkabelte uns Götz noch kurzerhand. Er wollte unsere Kommunikation während der Fahrt einmal mitschneiden. Martin gab die Kommandos und so kamen wir wieder einmal perfekt aus unserer maßgeschneiderten Parklücke heraus.


Gleich danach erwarteten uns eine Schleuse und ein Trockendock. Götz lief voraus, um uns von außen zu filmen. Das Schleusen klappte wie immer prima.


Der anschließende Kanalabschnitt war zwar wunderschön idyllisch und wunderbar authentisch, aber der enorme Wassermangel machte sich hier ganz besonders bemerkbar. Es fehlt mindestens ein halber Meter Wasser! Martin konnte deshalb nur mit maximal drei Stundenkilometern fahren. Man sah sogar deutlich die Schlammrinne , die hinter dem Ruder aufgewirbelt wurde und viele Bäume links und rechts am Ufer sahen schon fast wie im Spätherbst aus. Nur das Schilf wucherte.


An der zweiten Schleuse stieg Götz wieder aus. Mit dem Klappradl begleitete er uns auf dem Radweg um weitere Aufnahmen von außen und mit der Drohne zu machen. Isabel und ich hatten derweil einen wichtigen Job: Wir saßen brav vorne am Bug und gaben die perfekten Statisten.


Auch unsere Ankunft und das Anlegen im Port de Plaisance von Saaralbe wurden von Götz und seiner Drohne festgehalten. Alles lief wieder einmal wie am Schnürchen.
Und während wir noch richtig beim Anlegen waren, lief an Bord bereits die Kaffeemaschine. Die Sahne für den Zwetschgendatschi war ebenfalls schon fertig.


Nach dem Kaffeetrinken schwangen sich Martin und Götz wieder auf die Fahrräder. Sie fuhren zurück zum Auto nach Wittring, während Isabel und ich uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt machten.


Schon von weitem ist die Kirche Saint Martin zu sehen. Sie ist etwas ganz Besonderes. Vor Ort wird sie sogar gerne als Kathedrale der Saar bezeichnet.
Die Kirche wurde zwischen 1904 und 1907 erbaut , in einer Zeit, als Sarralbe zum Deutschen Reich gehörte. Entworfen wurde sie nach den Plänen des Bonner Architekten Johann Adam Rüppel. Besonders beeindruckend sind die beiden Türme, die fast 70 Meter in den Himmel ragen.
Direkt neben der Kirche steht mit dem Porte d‘ Albe, ein echtes Stück Mittelalter. Der alte Stadttorturm stammt bereits aus dem 12. Jahrhundert und ist damit mehrere hundert Jahre älter als die imposante Kirche.


Anschließend schauten wir uns noch die alte Mühle von Sarralbe zumindest von außen an. Sie liegt direkt an der Saar, am Zusammenfluss mit der Albe. Die Ursprünge der Mühle reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Seit sechs Generationen wird sie als Familienbetrieb geführt und verbindet traditionelles Müllerhandwerk mit moderner Mühlentechnik.
Im 14. Jahrhundert gehörte die Mühle einst den Bischöfen von Metz.


Damit hatten wir Sarralbe auch schon ziemlich gut erkundet. Viel mehr hat die kleine Stadt leider nicht zu bieten. Also machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Boot.
Martin und Götz waren inzwischen mit dem Auto schon zum nächsten Anlegeplatz vorausgefahren und kamen gegen 18 Uhr wieder zurück.
Und dann hatten sie Glück im Unglück: Kaum waren sie wieder da, fing es an zu regnen. Allerdings war der Spuk nach einer guten Stunde auch schon wieder vorbei.
Heute beschlossen wir, in eine Pizzeria essen zu gehen, leider hatten die französischen Restaurants alle zu. Aber es war sehr lecker und der Besitzer total freundlich. So ging wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Aug.

17

Temperatursturz! Ich will ja nicht sagen „endlich“, aber es tut schon mal richtig gut, nicht bereits am frühen Morgen zu schwitzen. Beim Frühstück fing es sogar an zu regnen. So genossen wir die frische Luft und konnten dank unseres Sonnendaches trotzdem draußen sitzen bleiben .
Martin erklärte uns noch kurz die Route und kurz vor Mittag hieß es dann: Leinen los. Unser heutiges Ziel war Wittring.


Bei angenehmen Temperaturen tuckerten wir, inzwischen wieder bei Sonnenschein, ganz gemütlich durch die ursprüngliche Landschaft des Saarkohlekanals. Götz war mit seiner Filmkamera überall präsent. So langsam bemerken wir ihn schon gar nicht mehr , genau das ist wahrscheinlich die beste Voraussetzung für natürliche Aufnahmen.


Langsam näherten wir uns unserem Ziel, dem Port de Plaisance von Wittring. Martin, locker wie immer: „Da ist Platz.“
Als er langsam um die Kurve fuhr, stellte sich allerdings heraus, dass genau dort, wo er hinwollte, ein kleineres Boot mit einigen Arbeitern lag. Also hieß das Kommando zunächst: an dem alten Kahn „Rhone“ festmachen.
Martin fuhr ganz langsam heran, die Vorspring konnte ich noch hinüberwerfen und festmachen. Für die Vorleine musste ich allerdings auf die alte „Rhone“ klettern. Also vorne festgemacht und schnell wieder nach hinten zur Heckleine. Alles sitzt, alles hält.
Martin ging über die „Rhone“ , wie witzig,an Land und sprach mit den Arbeitern auf dem kleineren Boot. Die rückten ein Stück nach vorne und damit war klar: umparken und alles beginnt von vorne.
Martin lenkte die Vlinder anschließend millimetergenau in die entstandene Lücke. Perfekt! Jetzt lag sie gut festgemacht und wir konnten erst einmal aufatmen.

Wie inzwischen fast jeden Tag hieß es danach: Fahrräder runter und zurück zum Auto. Diesmal fuhr ich ebenfalls mit dem kleinen Klapprad mit, denn Martin hatte für den Nachmittag einen ganz besonderen Termin vereinbart.
Um 15 Uhr erwartete uns Herr Weißkircher, ein Kunsthistoriker, zu einer Führung durch die außergewöhnliche Kirche von Zettring. Wir waren echt total begeistert. Er erzählte mit so viel Begeisterung, dass die Atmosphäre der Kirche, die wunderschönen Buntglasfenster und all die kleinen Details plötzlich noch viel lebendiger wirkten.
Die Kirche entstand in mehreren Bauphasen. Zuerst gab es den runden Wachturm aus dem 12. Jahrhundert, der heute als Glockenturm dient. Später kam das romanische Kirchenschiff hinzu und schließlich der gotische Chor aus dem Jahr 1434.
Während Herr Weißkircher erzählte, setzte sich plötzlich ein kleiner Schmetterling auf den Altar. Er nahm ihn vorsichtig auf und setzte ihn mir auf die Hand und ich brachte ihn anschließend nach draußen.
Für alle, die es vielleicht noch nicht wissen: Vlinder ist holländisch und bedeutet Schmetterling. Was für ein schöner, kleiner Zufall .
Nach etwa einer halben Stunde verabschiedete sich Herr Weißkircher wieder und machte sich zurück auf den Weg ins Rathaus. Götz nutzte die Gelegenheit noch für einige schöne Luftaufnahmen und ließ seine Drohne , natürlich mit Genehmigung,über der Kirche aufsteigen.


Anschließend fuhren Martin und Götz mit dem Auto zurück zur Vlinder, während ich gemütlich mit einem der E-Bikes unterwegs war.
Am frühen Abend erwarten wir dann Martins Schwester Isabel aus Berlin. Martin wird sie am Bahnhof in Sarreguemines abholen. Und da der berühmte Wallfahrtsort Lourdes nicht allzu weit entfernt liegt, haben wir beschlossen, nach ihrer Ankunft gemeinsam noch einen Abstecher dorthin zu machen. Als wir alle im Auto saßen, fragte ich vorsichtshalber noch mal Google wegen Lourdes. Das war leider nicht der bekannte Wallfahrtsort mit der Marienerscheinung, der liegt in Südwestfrankreich. Hier in der Gegend gibt es 180 Lourdes Grotten in 252 Gemeinden. Ok, nachdem wir Isabel abgeholt haben, fuhren wir trotzdem zu der kleinen Grotte. Ganz unspektakulär, aber ganz nett gemacht.


Daheim an Bord gab es SpinatSpaghetti und Salat und da danach noch einen Affogato für die Gäste. Um 22.00 haben wir dann doch noch die Erleuchtung bekommen. Um 22.00 Uhr fing die kleine Kapelle am Berg an zu leuchten, das sah wunderschön aus.

Aug.

16

Heute gab es mal wieder echte französische Croissants zum Frühstück .
Götz war schon früh wach und hatte sich auf die Suche nach schönen Motiven im Morgenlicht gemacht. Er wird einen kleinen Werbefilm über die Vlinder und das Leben an Bord drehen.


Vor uns lagen heute nur knapp 11 Kilometer bis Zettring, allerdings mit fünf Schleusen bergauf. Martin und Götz besprachen beim Frühstück noch den Ablauf für die Dreharbeiten, dann legten wir ab.
Kurz nach dem Start kamen wir an der Majesty of the sea vorbei. Leider wird der Verfall des einst so schönen Schiffes inzwischen immer deutlicher sichtbar. Es ist wirklich schade, ein solches Schiff so vor sich hin verfallen zu sehen.

Schon bald erreichten wir die erste Schleuse . Wegen des niedrigen Wasserstands musste Martin heute sogar noch langsamer fahren als ohnehin schon. Gemütlich ist es ja sowieso unser Motto ,aber im Moment ist wirklich Geduld gefragt.
An der vierten Schleuse stieg Götz aus, schnappte sich das kleines Klapprad und fuhr ein Stück voraus. Von außen konnte er die Vlinder bei der Schleuseneinfahrt und später auch bei der Ausfahrt filmen. Das Wetter passte dafür noch perfekt. Und dann kam uns tatsächlich noch eine kleine Motoryacht entgegen.


Am späten Nachmittag machten sich Martin und Götz mit den Rädern auf den Weg zurück nach Sarreguemines, um das Auto zu holen. Ich begleitete die beiden noch ein Stück, denn ich hatte in Sarreinsming eine alte Mühle entdeckt, die ich mir unbedingt anschauen möchte.
Die Moulin de Sarreinsming ist ein historisches Bauwerk aus dem Jahr 1727 und hat sogar noch ein gut sichtbares Wasserschaufelrad. Da wollte ich ein paar Fotos machen.

Martin und Götz fuhren weiter nach Sarreguemines. Sie machten sogar direkt bei der Majesty of the sea Halt und konnten durch ein zerbrochenes Fenster in den einen Innenraum schauen. Bevor es dann mit dem Auto retour ging radelten sie noch mal lurz durch die Stadt.


Es war inzwischen ziemlich drückend geworden und in der Ferne grollte bereits der Donner. Das Gewitter zog aber glücklicherweise ganz schnell in eine andere Richtung und verschonte uns. Zur Belohnung wartete schon Kaffee und Kuchen.


Zum Abendessen gab es eine bunte, gemischte Brotzeit. Danach saßen wir wieder zusammen und lauschten den spannenden Erlebnissen von Götz. So verging der Abend wie im Flug , bis es schließlich richtig frisch wurde und wir uns in die Kojen zurückzogen.

Aug.

15

Am Morgen bekamen wir Besuch am Schwimmsteg: Ein Reiher stolzierte ganz selbstbewusst über den Steg und spekulierte offensichtlich auf einen kleinen Frühstücksfisch. Wir selbst frühstückten heute eher nebenbei.


Martin nutzte den ruhigen Vormittag, um noch einmal die kommenden Stationen unserer Route für die nächsten Tage auszuarbeiten, während ich die Betten frisch bezog. So verging der Tag ganz entspannt und ohne große Ereignisse.
Am späten Nachmittag machte sich Martin auf den Weg nach Saarbrücken, um unseren neuen Gast Götz vom Bahnhof abzuholen. Götz und seine Frau Katrin waren bereits im Januar mit uns in Französisch-Polynesien dabei. Leider konnte Katrin dieses Mal aus privaten Gründen nicht mitkommen , was wir sehr schade finden. Das Warten auf den Zug veersüßte sich Martin mit Eis und Kaffee.


Nach der langen Bahnfahrt von Berlin war für Götz an Bord erst einmal Erholung angesagt. Zur Erfrischung gab es einen schönen Eiskaffee, bevor wir später gemeinsam an Deck zu Abend gegessen haben.


Dabei erzählte Götz spannende Geschichten aus seinem Alltag als Filmemacher und Regisseur. Bis in die Nacht wurde dann noch übers Bootfahren und Segeln gefachsimpelt.

Aug.

14

Endlich hat der Autobahnlärm ein Ende. Gegen Mittag legten wir ab Richtung Sarreguemines. Martin drehte die Vlinder und los ging es. Bye bye Saarbrücken. Die Stadt ist ja echt schnuckelig und der Liegeplatz wäre perfekt, wenn die Autobahn nicht daneben laufen würde. Wir fuhren vorbei an den kleinen Partybötchen, die noch ruhig im Wasser lagen und auf Besucher warten.

Dann ging es zur 4560 , das ist die so genannte Graffiti Hall of Fame in Saarbrücken. Da hab ich beim letzten Mal schon darüber geschrieben . An dieser Graffitiwand erlaubt die Stadt, Graffiti zu sprayen, und will auf diese Weise die Kreativität der Jugendkultur fördern. Die Wand erstreckt sich über 450 Meter und besitzt 1800 Quadratmeter Fläche.


Nach einer Stunde kam die erste Schleuse. Nach den riesigen Schleusen auf der Mosel und auf der Saar war die kleine Schleuse mit der üblichen Kammergröße 38×5 m für Kanäle eine Wohltat . Das war die letzte deutsche Schleuse, bei der nächsten sind wir zurück in Frankreich. Deswegen muss auch der Flaggenwechsel wieder vollzogen werden. Nach der zweiten Schleuse kamen wir an einem Kanuverleih vorbei. Da waren einige unterwegs und nachdem Martin hupte, reihten sich alle am Ufer auf und machten uns Platz. Kaum waren wir vorbei, verteilten sie sich wieder und paddelten hinter uns her.


4 Schleusen hatten wir insgesamt bis Sarreguemines. Ab Frankreich haben wir wieder eine Fernbedienung bekommen um die Schleusen per Funk zu aktivieren. Das funktioniert hier super.

Dann gin es noch vorbei am alten Schiffs-Schrottplatz, wo diverse alte Peniche auf ihr Ende warten.

Ankunft im Hafen war kurz nach halb vier. Unser Platz, den wir gestern reserviert hatten, war durch die Amarok belegt. Den haben wir schön öfter getroffen und er hat eigentlich weiter oben einen Jahresliegeplatz. Warum er hier immer Plätze blockiert, muss man nicht verstehen. Egal, weiter vorne war auch noch Platz und Martin hat Millimeter genau eingeparkt. Da war kein ganzer Meter mehr Platz, das kann er halt. In der Capitanerie erledigte er gleich die Bezahlung der Liegegebühr und dann kauften wir noch schnell ein paar Sachen für den Feiertag morgen ein.

Zurück auf der Vlinder forderte Martin eine Revanche ein für die verlorenen Backgammon Spiele von gestern. Auf Deck war es einigermaßen erträglich, hat aber nichts genützt. Wir spielten 2:2 unentschieden. Ich hatte ja einen guten Lehrmeister. Ich genoss noch die schöne abendliche Stimmung an Deck und hab mein Buch weitergelesen, während Martin unten im Salon eine Hausbootreportage über die Lahn angeschaut hat.

Aug.

13

Die letzten drei Tage waren eine bunte Mischung aus Arbeit, kleinen Abenteuern und ganz viel sommerlichem Saarland.
Am Dienstag stand zunächst das an, was zwischen dem Gästewechsel eben auch erledigt werden muss: Wäsche waschen, Kabinen putzen und alles wieder schön für die nächsten Gäste herrichten. Während ich mich um die üblichen Dinge an Bord kümmerte, hatte Martin eine andere wichtige Mission: Er wollte herausfinden, wo man noch diese begehrten Sofi-Brillen bekommt.
In ganz Saarbrücken waren sie ,wie offenbar überall , ausverkauft. Man weiß ja auch erst seit heute, dass Sofi ist. Aber ChatGPT war schlauer. In Sulzbach, rund 20 Kilometer von Saarbrücken entfernt, sollte es angeblich noch welche geben. Also hieß es: zum Auto laufen, nach Sulzbach fahren und schauen, was passiert.
Vor dem Geschäft angekommen, wartete allerdings eine riesige Schlange. Ich ging derweil einkaufen und Martin ging über die Straße zu dem Optiker. Natürlich hatte er wieder einmal Glück. Die Brillen gab es nur im Fünferpack für 30 Euro. Gerade als Martin sich hinten anstellte, kam jemand aus dem Geschäft und meinte, er brauche eigentlich nur zwei. Ob ihm jemand die restlichen drei abkaufen wolle?


Martin musste nicht lange überlegen. Er nahm die drei und verkaufte gleich eine davon weiter. So trafen wir uns tatsächlich fast gleichzeitig wieder am Auto. Ich hatte schon befürchtet, ewig in der Hitze warten zu müssen.
Zurück in Saarbrücken stellten wir das Auto etwas außerhalb der Innenstadt ab und liefen zu Fuß zurück. Erst gönnten wir uns ein Eis, anschließend bummelten wir gemütlich durch die Fußgängerzone und den Park zurück zur Vlinder. Viel zu tun gab es für den Rest des Nachmittags nicht mehr. Also hieß es: einfach das schöne Wetter genießen.

Gegen sechs Uhr packte ich schnell ein kleines Picknick und eine Decke in meinen Rucksack und dann ging es mit den E-Bikes rund zehn Kilometer hinaus aus der Stadt auf einen Berg. Von dort wollten wir die Sonnenfinsternis beobachten.
Natürlich waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. Der halbe Berg war bereits bevölkert . Familien mit Kindern, Filmer, Fotografen und einfach jede Menge Menschen, die sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen wollten.
Da der Mond die Sonne nur zu etwa 90 Prozent bedeckte, blieb es zwar hell, aber das Licht veränderte sich spürbar. Die Stimmung war irgendwie ganz besonders. Weil wir mit den Rädern unterwegs waren, machten wir uns allerdings etwas früher auf den Rückweg. Wenn anschließend alle Autos gleichzeitig über den Feldweg wieder auf die Straße wollten, fühlten wir uns dann doch etwas sicherer.


Die Strecke zurück war wunderschön. Das Wetter und die angenehme Abendstimmung lockten noch viele Menschen auf die Rad- und Spazierwege. Kurz nach neun waren wir wieder auf der Vlinder. Es war noch so angenehm draußen, dass ich mich mit meinem Buch aufs Deck setzte, während Martin es sich vor dem Fernseher gemütlich machte.
Sternschnuppen gibt es im Saarland wahrscheinlich keine – jedenfalls habe ich keine einzige gesehen. 💫
Übrigens liegt die Diogene seit gestern hinter uns. Der Skipper kam rüber und begrüßte uns, das war total schön.
Am Donnerstagmorgen hatte Martin dann wieder etwas zu tun. Im Steuerstand baute er die neuen Ventilatoren ein. Bei diesen Temperaturen wirklich dringend nötig.
Ich nutzte die Zeit für einen kleinen Stadtbummel durch die Saarbrücker Fußgängerzone. Und ich muss sagen: Die Stadt hat wirklich noch einige schöne, kleine und individuelle Geschäfte zu bieten. Es sind eben nicht nur die großen Ketten, die das Stadtbild prägen.
Als ich wieder auf die Vlinder kam, war mein fleißiges Bienchen immer noch am Werkeln. Die Ventilatoren waren inzwischen montiert und danach zauberte Martin auch noch Raffrollos für die „Windschutzscheibe“ im Steuerstand hin.
Als er endlich fertig war, hatte er sich erst einmal Kaffee und Kuchen verdient.


Der Park, vor dem die Vlinder liegt, wird wegen der Hitze erst am späten Nachmittag und Abend richtig lebendig. Und mehrmals am Nachmittag fährt ein kleiner Eiswagen durch den Park. Er macht dabei mit einer ganz originellen Glocke auf sich aufmerksam.


Gegen halb fünf fuhren wir mit den Rädern zum Auto und brachten es schon einmal nach Sarreguemines, unser morgiges Ziel nach der Pause, voraus. Natürlich musste auf der Autobahn noch schnell ein Schnappschuss von der Vlinder gemacht werden.


In der Marina von Sarreguemines meldeten wir uns in der Capitainerie schon einmal für einen Platz am nächsten Tag an. Kein Problem , da viele Boote übers Wochenende unterwegs sind, können wir dort zwei Tage bleiben.
Danach hieß es wieder aufs Fahrrad und am Ufer entlang zurück nach Saarbrücken.
Die Strecke ist wirklich idyllisch. Allerdings hat sich das frische Grün längst in trockenes Braun verwandelt. Der fehlende Regen macht sich überall bemerkbar. Besonders die Sonnenblumenfelder und der Mais sehen leider ziemlich trostlos aus.


Trotzdem waren viele Menschen unterwegs. Die Biergärten und Cafés am Wasser waren gut besucht und auch wir legten noch einen kleinen Zwischenstopp bei der „Wilden Ente“ ein. Das Lokal kannten wir noch vom letzten Jahr.


Nach einer kurzen Erfrischung ging es zurück zur Vlinder. Martin bekam noch einen leckeren Eiskaffee und dann haben wir seit Langem mal wieder ein paar spannende Runden Backgammon und Kniffel gespielt.


Das Ergebnis verrate ich hier lieber nicht😬, nur soviel, dafür hab ich letztes Mal verloren.
Am Abend drehten wir noch eine gemütliche Runde durch die Saarbrücker Innenstadt. Die Lokale waren fast überall gut gefüllt – kein Wunder, schließlich nutzen bei diesen Temperaturen alle die kühleren Abendstunden.

Aug.

7

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Großreinemachens. Nachdem uns an den letzten Anlegestellen der Wind jede Menge Blätter und Staub an Bord geweht hatte, rückte Martin draußen mit dem Wasserschlauch an. Das gesamte Deck wurde gründlich gereinigt und die Vlinder glänzte danach wieder wie neu.
Währenddessen war ich unter Deck beschäftigt und bereitete die Kabinen für unsere neuen Gäste Christiane, Irene und Ursula aus Freiburg vor. Heute brauchte ich nicht backen, denn Irene hatte sich angeboten, einen Kuchen mitzubringen.


Pünktlich zur Kaffeezeit trafen die drei mit einem großen Hallo ein. Christiane kennt Martin schon seit vielen Jahren, entsprechend herzlich war die Begrüßung. Schnell schlug ich noch frische Sahne zu dem leckeren Apfelkuchen auf, und gemeinsam ließen wir uns den Kaffee und den köstlichen Kuchen gemütlich an Deck schmecken.

Anschließend führte Martin unsere Gäste über die Vlinder, zeigte ihnen das Schiff und ihre Kabinen. Danach fuhren die drei noch zum Einkaufen . Martin und ich konnten derweil beim Rudertraining einer Mädchenmannschaft zuschauen. Da herrscht ein rauher Ton, aber die Mädels waren super.


Als unsere Gäste wieder zurück an Bord kamen, machte Martin mit Christiane und Irene noch eine Stadtbesichtigung in Saarlouis. Saarlouis im Saarland ist bekannt als die „französischste Stadt Deutschlands“. Sie wurde im Jahr 1680 vom französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. als Festungsstadt gegründet und nach ihm benannt. Die Stadt besticht durch ihren historischen Stadtkern, durch die lebendige Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und durch ein französisches Lebensgefühl mit vielen Bistros und Cafés.


Ich blieb mit Ursula zurück an Bord. Wir wollten uns dann um acht Uhr beim Griechen ums Eck zum Abendessen treffen.
Wir hatten einen tollen Platz auf der Terrasse mit Blick auf die Saar und mit musikalischer Unterhaltung. Im Bistro nebenan war heute eine Schlager und Mollorca Party. Das Essen war lecker und der junge Mann vom Service sehr nett. Zurück an Bord haben wir „Sechs mit“ von Christiane und Irene gespielt. Das gleiche Spiel spielten wir vor zwei Wochen auch bei Amy auf der Vivante . Ursula kannte das Spiel nicht, aber sie hat am Ende gewonnen. So ging dieser Tag recht lustig zu Ende. Als Irene, Christiane und Ursula recht müde von dem langen Tag in die Kabinen gingen, bin ich noch auf die Schlagerparty in den Biergarten gegangen.

Wann hat man schon mal sowas nebenan. Schön war’s , endlich mal wieder zappeln, obwohl ich später im Bett noch über den „Delfin in der Bauchtasche“ sinniert habe🤷‍♀️.

Aug.

6

Wie schnell doch eine Woche vergeht – das wurde uns heute wieder bewusst. Leider hieß es schon Abschied nehmen von unseren Gästen Martina und Norwin. Nach einem gemütlichen Frühstück wurden die Koffer gepackt und wir begleiteten die beiden noch zu ihrem Auto. Bevor sie die Heimreise antreten, wollten sie noch den Archäologiepark Römische Villa Borg besuchen. Ein schöner Abschluss ihrer Reise. Besonders gefreut haben wir uns über den lieben Eintrag von Norwin in unserem Gästebuch. Herzlichen Dank dafür.


Zurück an Bord hieß es für uns wieder: Leinen los! Unser heutiges Ziel war Saarlouis. Unterwegs stand noch eine Schleuse auf dem Programm. Beide Schleusentore standen bereits offen und Martin meldete sich per Funk an. Die Antwort kam jedoch prompt: Aus Gründen des Wassersparens wollte man uns nicht alleine schleusen. Also machten wir am Wartesteg fest und warteten geduldig auf weitere Boote. Offenbar macht man sich inzwischen auch auf der Saar Gedanken über den Wasserstand. Noch ist hier alles gut befahrbar, doch viele Kanäle sind schon wegen Wassermangel gesperrt
Nach gut einer halben Stunde sprang die Ampel endlich auf Grün und wir durften einfahren. Sechs Meter ging es anschließend nach oben.


Ein kleines Highlight wartete wenig später auf uns an einem kleinen Ladehafen: Dort wurde ein Boot von außen mit einem Dampfstrahler gereinigt. Das Kuriose daran: Eine Frau saß dabei in einem Arbeitskorb und fuhr Stück für Stück an der Bordwand entlang. Fast schon das Spannendste, was wir heute unterwegs gesehen haben.


Gegen halb drei erreichten wir Saarlouis. Zu unserer Freude war der Anlegeponton tatsächlich noch frei. Martin hatte gestern Nachmittag vorsorglich ein Reserviert-Schild angebracht. Tja, manchmal gilt eben doch: Frechheit siegt.


Anschließend schwangen wir uns auf unsere Fahrräder und fuhren zurück nach Merzig, um das Auto zu holen. Unterwegs erledigten wir noch den Einkauf, denn morgen dürfen wir bereits die nächsten Gäste an Bord begrüßen.
Den Abend ließen wir schließlich ganz entspannt ausklingen .

Aug.

5

Wieder begrüßte uns ein strahlender Morgen an der Saar bei Besseringen. Ganz früh lag ein Nebelschleier über dem Fluss . In der Nacht kühlt es zum Glück immer angenehm ab, sodass wir unser leckeres Frühstück ganz entspannt an Deck genießen konnten.
Nach dem Frühstück hieß es vom Skipper: Leinen los. Unser Ziel war heute Merzig. Die Etappe war bewusst kurz gewählt, damit Martina und Norwin genügend Zeit für ihren geplanten Ausflug zur Saarschleife hatten. Bereits nach etwa einer Stunde legten wir in Merzig an. Beim Festmachen ist Norwin inzwischen schon richtig eingespielt ,jeder Handgriff sitzt.
Nachdem wir angelegt hatten, machten sich Martina und Norwin auf den Weg zu ihrem Auto, das Norwin bereits am Vortag vorausgefahren hatte. Martin und ich nutzten die Zeit an Bord, erledigten ein paar Arbeiten und ließen gleich noch eine Maschine Wäsche laufen.
Schon bald erreichten uns die ersten Fotos von ihrem Ausflug. Von der Aussichtsplattform Cloef und dem Baumwipfelpfad bot sich ihnen ein wunderschöner Blick auf die Saarschleife. Beide waren begeistert. Anschließend fuhren sie weiter zur Römischen Villa Nennig.


Berühmt ist die Villa vor allem wegen ihres prachtvollen Mosaikbodens, der zu den spektakulärsten seiner Art nördlich der Alpen zählt. Damit gehört sie zu den bedeutendsten römischen Baudenkmälern des Saarlandes. Die Motive des außergewöhnlich gut erhaltenen Mosaiks sind weltweit bekannt und zeigen in acht symmetrisch angeordneten Bildfeldern den Ablauf eines Spektakels im Amphitheater .
Am späten Nachmittag kamen die beiden voller Begeisterung zurück an Bord und erzählten von dem faszinierenden Mosaik und dem herrlichen Ausblick über die Saarschleife. Danach gönnten wir uns alle noch eine kleine Pause, bevor wir uns gegen 19 Uhr zu Fuß auf den Weg in die Merziger Altstadt machten.
Martina hatte ein gemütliches, typisch saarländisches Lokal ausgesucht, das auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann. Der Jugendstilbau entstand um die Jahrhundertwende und beherbergte über drei Jahrzehnte eines der bekanntesten Warenhäuser der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Gebäude lange leer, wurde später von verschiedenen Eigentümern genutzt und diente zwischenzeitlich sogar als Autohaus. In den vergangenen Jahrzehnten zog schließlich die Gastronomie ein – und das war für uns ein Glücksfall. Das Essen war ausgesprochen lecker und mehr als reichlich.
Auch der Rückweg durch die Stadt war sehr schön. Die vielen gut erhaltenen Barockbauten verleihen Merzig einen ganz besonderen Charme.


Zurück an Bord durfte natürlich unsere inzwischen traditionelle Runde Wizard nicht fehlen. Diesmal spielten wir im Dunkeln bei Lampenlicht. Wir haben so viel gelacht, dass man unsere Kommentare eigentlich hätte aufnehmen müssen. Martin sicherte sich den Sieg, Norwin belegte den zweiten Platz.
Gegen 23 Uhr wurde es draußen spürbar frisch. Müde verschwanden wir nach einem rundum gelungenen Tag in unsere Kabinen. Nur Norwin blieb noch eine Weile an Deck, genoss die klare Nachtluft und die wohltuende Ruhe auf der Saar.

Aug.

4

Das Shoppingfieber ist ausgebrochen. Schließlich lag die Outletmetropole Mettlach direkt vor unserer Haustür. Unser erster Stopp war das Villeroy & Boch Outlet. Während Martin und Norwin sich Eintrittskarten für die Erlebniswelt – eine Kombination aus Geschichte, Ausstellung und Verkauf – kauften, blieben Martina und ich im riesigen Outlet zurück. Zwischen wunderschön gedeckten Tischen, edlem Porzellan und den liebevoll gestalteten Oster- und Weihnachtstellern gab es jede Menge zu entdecken. Martina fand ein kleines Mitbringsel, bevor wir gemeinsam weiter durch die Stadt schlenderten.


Mettlach ist ein wahres Paradies für Shoppingfreunde. Neben Villeroy & Boch gibt es zahlreiche weitere Outlets, unter anderem von WMF, MAC, Trigema, Vossen und Bassetti. Doch trotz der großen Auswahl blieb unser Geldbeutel heute weitgehend verschont. Für den Haushalt brauchen wir nichts und unsere Schränke sind ohnehin gut gefüllt. Lediglich Martina konnte bei Trigema einem schönen Shirt nicht widerstehen, sowie Martin einer Eisdiele, an der wir vorbei kamen. So kehrten wir ganz entspannt und ohne große Einkaufstaschen zum Boot zurück.


Dort wartete schon das nächste kleine Abenteuer. Martin funkte die Schleuse an und fragte, ob wir passieren könnten. Die Antwort lautete: „Fahren Sie schon einmal vor, machen Sie an der Mauer fest – es könnte etwas dauern.“ Also Leinen los und in fünf Minuten hatten wir umgeparkt.
Gerade als wir festgemacht hatten, verließ das Ausflugsschiff Saarstern die kleine Schleusenkammer. Martin dachte natürlich, jetzt könnten wir direkt hineinfahren. Also funkte er noch einmal nach. Doch erneut kam die Antwort: „Bitte an der Mauer warten.“ Besonders begeistert war Martin darüber nicht, weil sich nichts tat.
Ich marschierte schließlich zur Schleuse hinauf, winkte freundlich in die Kamera an der Sprechanlage und fragte höflich, mit welcher Wartezeit wir ungefähr rechnen müssten. Die Antwort war ebenso freundlich wie wenig aussagekräftig: „Ich bin zeitnah so weit.“ Was auch immer „zeitnah“ genau bedeutet.
Kaum war ich wieder zurück auf dem Boot, klingelte auch schon das Funkgerät: Die Schleuse war bereit und wir konnten einfahren. Die grüne Ampel war von unserem Liegeplatz aus schlicht nicht zu sehen. Also hinein in die Kammer! Die zehn Höhenmeter meisterten wir inzwischen schon fast routiniert: Martina und ich kümmerten uns um die Leinen am Bug, Martin und Norwin arbeiteten am Heck – und alles klappte wie am Schnürchen.


Oben angekommen befanden wir uns bereits fast an der berühmten Saarschleife. Für viele Besucher des Saarlandes gehört dieser Ausblick zu den schönsten Erinnerungen überhaupt. Vom Aussichtspunkt Cloef oder vom Baumwipfelpfad aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf die große Flussschleife. Aber auch vom Wasser aus zeigt sich dieses Naturwunder von seiner schönsten Seite. Morgen wollen Martina und Norwin den Aussichtspunkt besuchen – schließlich gehört der Blick von oben einfach dazu.
Unser Tagesziel war der lange Kai in Besseringen, wo wir pünktlich zur Kaffeezeit festmachten. Am Morgen hatte ich noch schnell einen Käsekuchen mit Himbeeren und Blaubeeren in den Ofen geschoben, der nun genau zur richtigen Zeit fertig war. So ließen wir uns den Kuchen bei einer Tasse Kaffee schmecken.


Anschließend machten sich Martin und Norwin noch einmal mit den Rädern auf den Weg zurück nach Mettlach, um das Auto zu holen und direkt nach Merzig zu fahren. Martina und ich genossen derweil einen herrlich ruhigen Nachmittag an Deck. Abends gab’s Steaks, Kartoffelsalat und Antipasti, danach wieder ein lustiges Wizard Spiel mit den typischen Äußerungen
„….hätte ich doch….“

im Dunkeln haben wir dann noch die gemischte Palette an Musik vom Hitster geraten. Da hatten wir alle Defizite bei den Künstlern, obwohl die Musik immer im Radio läuft . Heute war ein gelungener Mix aus Shopping, Schleusenabenteuer , Saar-Idylle und Spaß am Abend.

Aug.

3

Ausnahmsweise begann der Tag heute deutlich früher als geplant. Punkt sechs Uhr wurden wir , zumindest alle außer Martin ,von einem tiefen Rauschen und lauten Motorengeräuschen geweckt. Der große Frachter, der gestern Abend mit viel Getöse hinter uns festgemacht hat legte genauso spektakulär , wie er kam, wieder ab.
Nach einem gemütlichen Frühstück machten sich Martina und Norwin mit den Fahrrädern auf den Weg nach
Saarburg. Ihr Ziel war das Glockengießermuseum. Das Museum Glockengießerei Mabilon in Saarburg ist ein einzigartiges, original erhaltenes Industriedenkmal. Gegründet im Jahr 1770 von Urbanus Mabilon, wurde die Gießstätte nach der Schließung Ende 2002 in ein lebendiges Museum und soziokulturelles Zentrum umgewandelt. Besucher können hier den gesamten Entstehungsprozess einer Glocke in den authentischen Werkstätten nachvollziehen. Martin und ich blieben an Bord und kümmerten uns um die Dinge, die eben auch dazugehören. Martin arbeitete am Computer, während ich drinnen und draußen haushaltstechnisch unterwegs war.


Kurz vor zwölf kamen die beiden gut gelaunt zurück. Sie erzählten begeistert von ihrem Museumsbesuch und waren beeindruckt von der interessanten Geschichte des Glockengusses. Außerdem hatten sie noch frisches Brot vom Bäcker mitgebracht
Sobald die Fahrräder wieder verstaut waren, legten wir ab. Langsam fuhren wir an Saarburg vorbei und konnten die wunderschöne Stadt noch einmal vom Wasser aus bewundern.
Bis zur Schleuse Serrig übernahm Norwin erneut das Steuer, während Martina es sich draußen unter dem Sonnendach gemütlich machte und die herrlich grüne Landschaft bewunderte.


An der Schleuse Serrig hieß es dann erst einmal warten. Ein großer Frachter und ein Schubverband sollten gemeinsam mit uns, oder besser gesagt, wir mit ihnen, geschleust werden. Zunächst war geplant, dass wir mit in die große Kammer fahren, doch am Ende reichte der Platz nicht aus. Also bereitete der Schleusenmeister für uns die kleine Kammer vor ,was natürlich wieder etwas Zeit in Anspruch nahm.
Auch in dieser Schleuse waren Martina und Norwin wieder eine große Hilfe. Durch den Höhenunterschied von rund 14 Metern mussten die Leinen mehrfach umgehängt werden. Nach über einer Stunde konnten wir endlich die Schleuse verlassen und unsere Fahrt Richtung Mettlach fortsetzen.


Etwa zwei Stunden später tauchte am Horizont schon der markante Schlot der Keramikmanufaktur auf – das Wahrzeichen der Villeroy-&-Boch-Stadt Mettlach. Zu unserer Freude war der Anleger mitten im Ort frei. Das Anlegen war dort zwar etwas knifflig, klappte aber schließlich problemlos.
Kaum waren wir fest, machten sich Martin und Norwin mit den Fahrrädern wieder auf den Weg. Wie jeden Tag fuhren sie zurück , heute 21 km, nach Saarburg, um die Autos nachzuholen. Martina und ich blieben an Bord. Es war inzwischen drückend heiß und unglaublich schwül. An einen Stadtbummel war gar nicht zu denken, deshalb verschoben wir unser geplantes Shopping auf den nächsten Morgen.


Schon den ganzen Nachmittag hörten wir es immer wieder in der Ferne donnern. Zunächst sah es so aus, als würde das Gewitter an uns vorbeiziehen, doch plötzlich öffnete der Himmel doch noch seine Schleusen. Wir blieben unter dem Sonnendach sitzen und genossen den Regen und die endlich etwas kühlere Luft. In einer trockenen Pause kamen auch Martin und Norwin wieder zurück. Schnell wurden die Fahrräder verstaut, bevor sich jeder mit einem Buch oder einfach dem Blick auf den Regen eine kleine Auszeit gönnte. Leider war der Schauer schnell wieder vorbei, aber zumindest brachte er eine kleine Abkühlung.
Währenddessen bereitete ich das Abendessen vor. Die Bolognese hatte ich bereits mittags gekocht, damit sie schön durchziehen konnte. Der Salat war schnell fertig, die Nudeln ebenso, und Norwin kümmerte sich noch um den Parmesan. Gemeinsam schmeckte das Essen gleich doppelt so gut.


Danach war wieder Spieleabend angesagt. Zuerst spielten wir eine Runde Wizard – diesmal durfte ich mich über den Sieg freuen. Anschließend weihten wir das neue Spiel ein, das Martina und Norwin mitgebracht hatten: Codenames. Wir hatten jede Menge zu lachen. Gegen elf Uhr verabschiedete sich Martina schließlich in ihre Kabine, während Norwin den Abend noch mit einem Buch draußen an der inzwischen angenehm frischen Luft ausklingen ließ.

Aug.

2

Der Sonntag begann perfekt mit einem üppigen Frühstück an Deck bei strahlend blauem Himmel. Während wir gemütlich unseren Kaffee genossen, zog die Avalon, ein beeindruckendes Kreuzfahrtschiff aus der Schweiz, an uns vorbei. Sofort entstand eine angeregte Diskussion. Norwin, Martina und ich waren überzeugt, dass sie größer war als die Leonardo da Vinci, die mit ihren 105 Metern direkt vor uns lag. Martin war da ganz anderer Meinung: „Niemals!“ Zum Glück gibt es Google. Und siehe da – die Avalon ist tatsächlich fünf Meter länger. Damit war klar: Wir hatten Recht! Das sorgte natürlich für einige Lacher am Frühstückstisch.
Nach einem herzlichen Abschied von unseren netten Nachbarn von der MS Steilvol legten wir ab. Martin drehte die Vlinder, und wir machten uns auf den Weg Richtung Saarburg. Zunächst übernahm Martina das Steuer, bevor sie später wieder an Norwin übergab.


Kurz darauf verließen wir die Mosel und bogen in die Saar ein. Sofort veränderte sich die Landschaft. Die endlosen Weinberge wichen dichten Wäldern links und rechts vom Ufer. Auf dem Saar-Radweg herrschte reger Betrieb mit vielen Radlern.
Natürlich durfte auch der Wechsel der Gastlandflagge nicht fehlen. Die luxemburgische Flagge verschwand wieder ordentlich in der Schublade, während die deutsche Gastlandflagge ihren Platz auf der Steuerbordseite einnahm.


Vor der Schleuse Kanzem holte uns die Diogene wieder ein. Leider war die Schleuse nicht groß genug für beide Schiffe, sodass die Diogene auf ihre Einfahrt warten musste. Ganze zwölf Meter ging es für uns nach oben. Martina war am Bug im Einsatz und hängte die Leinen immer wieder um, während Norwin Martin am Heck unterstützte.

Kurz vor zwei Uhr erreichten wir den noch völlig leeren Anleger in Saarburg. Für Martin und Norwin war der Tag allerdings noch nicht vorbei. Sie schwangen sich direkt auf ihre Fahrräder und radelten die 21 Kilometer zurück nach Grevenmacher, um die beiden Autos zu holen. Martina und ich machten es uns derweil an Bord gemütlich, genossen die Ruhe und beobachteten den wenigen Bootsverkehr.


Gegen halb vier kehrten die beiden Radfahrer zurück – genau rechtzeitig zum Nachmittagskaffee, nachdem sie bei Wasserbillig die Mosel per Fähre überquert hatten.

Dazu gab es einen frisch gebackenen Apfelschmandkuchen, den ich morgens nach dem Ablegen vorbereitet hatte.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir entspannt unter dem Sonnendach an Deck. Ein leichter Wind machte die hochsommerlichen Temperaturen angenehm erträglich. Am Abend wollten wir noch gemütlich in Saarburg essen gehen.
Doch kurz vor 18 Uhr wurde es am bislang leeren Anleger noch einmal spannend. Ein 110 Meter langer Frachter schob sich langsam auf unseren Liegeplatz zu. Martina sagte noch zu Norwin: „Überleg dir schon mal, wo du dich festhalten willst.“ Je näher das Schiff kam, desto größer wirkte es. Erst kurz vor unserem Heck kam der Frachter schließlich zum Stehen. Das war schon ein beeindruckendes und zugegeben auch ein wenig aufregendes Manöver. Zum Glück ging alles gut.


Wir waren gerade fertig um in die Stadt zu gehen, da kam plötzlich die Leonardo da Vinci angefahren. Die wollten bestimmt auch hier anlegen, das war aber jetzt zu knapp. Sie drehte punktgenau mit ihren 105 Metern um und fuhr direkt rückwärts 1,5 km an die Mauer vor der Stadt. Wir sind noch ein Stück mit den Rädern neben her gefahren.

Als wir unsere Räder abgestellt haben, spazierten wir durch die Stadt, bevor wir ein nettes Lokal gefunden hatten. Essen war gut, Service sehr freundlich, aber die Gelüste auf Eis danach waren größer.

In der ersten Eisdiele gab’s nur noch Eis zum Mitnehmen, das wollten wir nicht. In der zweiten Eisdiele konnten Martina, Martin und Norwin doch noch einen Eisbecher genießen. Bevor wir aufs Boot zurück radelten, kamen uns noch viele Menschen entgegen, die vom Kreuzfahrtschiff aus an einer abendlichen Stadtführung teilnahmen. Martin und ich spielten an Bord noch einige Runden Backgammon, während Martina und Norwin es sich mit einem guten Buch gemütlich machten.

Aug.

1

Frühsport am Morgen tut gut. Aber ich bin nicht gelaufen, sondern bin mit dem kleinen Klappradl nach Wormeldange gefahren und hab dort frische Brötchen und Croissants geholt. Zurück an Bord bereitete ich das Frühstück vor und hab angefangen, einen Kuchen mit den selbstgepflückten Brombeeren zu machen. Dann ging mir der Zucker aus und ich musste nochmal zurück in den kleinen Laden. Unserem Nachbarn von der Diogene hab ich auch eine Bäckertüte vor die Türe gehängt, wofür er sich ganz nett bedankte.
Inzwischen waren alle an Bord wach, und wir konnten gemeinsam auf dem Sonnendeck frühstücken. Es war herrlich angenehm. Nach den heißen Tagen der vergangenen Woche fühlte sich die kühlere Morgenluft richtig gut an.
Eigentlich wollten wir erst am Nachmittag ablegen. Doch Martin entschied sich für eine Planänderung, so dass wir besser früher losfahren sollten. Die Liegeplätze sind in dieser Jahreszeit sehr knapp. Nachdem er die Vlinder gedreht hatte, übernahm Norwin wieder das Steuer. Konzentriert und mit Martins Unterstützung steuerte er das Schiff die Mosel entlang.


Links und rechts waren endlose Weinberge und idyllische kleine Weindörfer . Man merkte sofort, dass Wochenende war. Auf dem Wasser herrschte deutlich mehr Betrieb als an den Tagen zuvor. Große Frachtschiffe, Motorboote, Jetskis und Sportboote waren unterwegs. Fast jeder winkte freundlich herüber und genoss den sonnigen Sommertag. Martina und ich saßen entspannt auf dem Deck.

Die heutige Etappe war nicht besonders lang. Kurz vor der einzigen Schleuse des Tages, die uns sechs Meter bergab brachte, rief Martin plötzlich: „Die Steilvol liegt in Grevenmacher!“ Sofort wurden Erinnerungen wach. Genau dort hatten wir im vergangenen Jahr Jim und Jahin kennengelernt – ein amerikanisches Paar, das seit 2019 gemeinsam mit seinen beiden Hunden Milli und Guiness auf einem großen Hausboot in Europa lebt.
An der langen Pier lag außerdem die Leonardo da Vinci, ein beeindruckendes Flusskreuzfahrtschiff mit 105 Metern Länge und Platz für bis zu 144 Passagiere.
Als wir auf Höhe der Steilvol ankamen,hupte Martin kräftig. Keine Minute später standen Jim und Jahin schon an Deck und winkten uns zu. Jim fragte sofort, ob wir wieder längsseits bei ihnen festmachen wollten. Martin drehte die Vlinder und wenig später lagen wir Steuerbord an der Steilvol. Zur Begrüßung kamen alle , inklusive Guiness und Millie an Deck.


Wir luden die beiden spontan auf Kaffee und frisch gebackenen Brombeerkuchen ein. Es wurde ein fröhliches Wiedersehen mit vielen lustigen Geschichten über das, was im vergangenen Jahr auf und rund um die Boote passiert war. Auch Martina und Norwin hörten begeistert zu und waren gleich in die Gespräche involviert. Für den Abend verabredeten wir uns noch auf ein Glas Wein.


Da wir die E-Bikes nicht über beide Boote heben konnten, fuhr Martin mit dem Klapprad alleine nach Ehnen, um sein Auto zu holen. Währenddessen nutzten Martina, Norwin und ich die Gelegenheit und besuchten den Schmetterlingsgarten in Grevenmacher. In der letzten Öffnungsstunde war zwar noch einiges los, doch nach und nach leerte sich das Gewächshaus. Die letzten fünfzehn Minuten hatten wir die tropische Welt fast für uns allein , umgeben von farbenprächtigen Schmetterlingen, exotischen Vögeln, Fischen und den erstaunlich großen, ständig hungrigen Raupen.


Als wir zurückkamen, war Martin bereits wieder da und brachte Norwin noch nach Ehnen, damit auch dessen Auto nach Grevenmacher kam.
Nach dem Abendessen kamen Jim, Jahin und Guiness wie versprochen zu uns an Bord. Bei einem Glas Wein saßen wir lange zusammen, hatten immer noch viel zu erzählen und lachten viel . Jim ließ Guiness ein paar lustige Kunststücke vorführen. Erst gegen halb zehn wurde es spürbar frisch, sodass sich unsere Gäste verabschiedeten. Schade, dass wir nicht länger Zeit haben.


Für uns war der Tag damit aber noch nicht ganz vorbei. Martina, Norwin, Martin und ich verzogen uns in den Salon und spielten zum Abschluss noch eine gemütliche Runde Wizard , die heute Norwin für sich entscheiden konnte. Ein schöner Ausklang eines rundum gelungenen Tages auf der Mosel.

Juli

31

Heute stand ich zum ersten Mal vor einem Baguette-Automaten. Weit und breit war kein Bäcker zu finden, also probierte ich das einfach mal aus. 1,20 € eingeworfen und tatsächlich kam sofort ein frisches, knuspriges Baguette heraus. Super unkompliziert und irgendwie typisch Frankreich beziehungsweise Luxemburg
Der letzte Tag im Juli begann dann mit einem gemütlichen Frühstück zu viert an Deck in der Schengen Marina. Martin füllte noch unseren Wassertank auf, bevor wir ebenfalls ablegten und Kurs auf Ehnen nahmen.


Kurz darauf funkte Martin die Schleuse Palzem an. Dort bekamen wir die Auskunft, dass sich noch ein Sportboot in der Schleuse befinde – es war die Diogene. Ihr Kapitän musste deshalb noch einen Moment auf uns warten. Der Schleusenvorgang selbst ging recht schnell, denn heute überwanden wir nur vier Meter Höhenunterschied bergab.


Nach der Schleuse übernahm Norwin ganz souverän das Steuer. Das kannte er schließlich schon von unserer gemeinsamen Tour im vergangenen Jahr. Martina machte es sich derweil gemütlich auf dem Sonnendeck und genoss den herrlichen Blick auf die steilen Weinberge, die sich rechts und links der Mosel entlangzogen.

Auf dem Wasser hatten einige Leute Wasserski Unterricht.
Unsere heutige Etappe war mit rund 18 Kilometern angenehm kurz. Gegen 13:30 Uhr legten wir am langen Anleger in Ehnen an. Die Diogene lag auch schon da. Der Skipper ist ganz alleine unterwegs, hat er mir erzählt.

Martin und Norwin schnappten sich sofort die Fahrräder und fuhren zurück nach Schwebsange, um die Autos zu holen – schließlich wollten sie pünktlich um drei Uhr wieder zum Nachmittagskaffee zurück sein.


Martina suchte in der Zwischenzeit nach Weingütern und telefonierte wegen einer Weinprobe. Leider waren wir für spontane Besuche etwas zu spät dran, sodass es heute nicht mehr klappte. Ich machte mich stattdessen zu Fuß auf den Weg ins Nachbardorf Wormeldange. Dort entdeckte ich einen kleinen Laden, in dem ich noch Tomaten und Paprika für mein Ratatouille kaufte. Außerdem gab es dort frische Brötchen . Ein guter Grund, morgen früh noch einmal den kleinen Spaziergang dorthin zu machen.
Am späten Nachmittag erkundeten wir gemeinsam Ehnen. Das kleine Winzerdorf gehört zu den schönsten und am besten erhaltenen Orten Luxemburgs. Besonders beeindruckt hat uns die außergewöhnliche Rundkirche aus dem Jahr 1826 mit ihrem deutlich älteren mittelalterlichen Wehrturm. Die schmalen Gassen, die liebevoll restaurierten Winzerhäuser, die Torbögen und versteckten Innenhöfe verleihen dem Ort einen ganz besonderen Charme. Beim Spaziergang fühlt man sich tatsächlich ein wenig ins Mittelalter zurückversetzt. Viele der Häuser stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Was diese alten Mauern wohl alles erzählen könnten? Und von oben hat man einen tollen Blick auf die Mosel.


Im ehemaligen Wäinhaus befindet sich das Weinmuseum, das die Geschichte des Weinbaus an der Mosel erzählt. Derzeit wird das Gebäude umfassend modernisiert und soll künftig als Erlebniszentrum rund um den Wein und die Mosellandschaft Besucher begeistern.


Nach dem Abendessen wurde es noch einmal richtig unterhaltsam. Gemeinsam spielten wir eine lustige Runde Wizard und anschließend noch Hitster , natürlich in der „Guilty Pleasure“-Version. Es wurde viel gelacht und geraten. So ging wieder ein schöner Tag zu Ende.

Juli

30

Eigentlich hatten wir uns für Mittwoch vorgenommen, ins Freibad oder an einen Badesee zu fahren. Doch nachdem wir die Bewertungen gelesen hatten, war die Lust darauf schnell verflogen. Also blieben wir einfach an Bord und werkelten.
Martin arbeitete am PC, während ich das Boot für unsere neuen Gäste auf Vordermann brachte, die wir am Donnerstag erwarteten. Der Tag plätscherte gemütlich dahin. Langweilig wurde es trotzdem nicht, denn direkt vor unserer Nase spielte sich das beste Hafenkino ab.
Da die Vlinder unmittelbar an der Tankstelle der Marina Schwebsange liegt, gibt es ständig etwas zu beobachten. Kleine Motorboote, imposante Yachten oder rasante Jetskis , hier ist eigentlich immer etwas los. Besonders gefreut haben wir uns wieder über unsere regelmäßigen Besucher: eine Schwanenfamilie. Die schwimmt so lange schnatternd vor unserem Boot hin und her, bis wir ein Leckerchen rauswerfen.


Der Donnerstag begann drückend schwül. Am Himmel zogen Wolken auf, und wie wohl überall hofften auch hier alle auf den ersehnten Regen. Viel wurde leider nicht daraus. Es nieselte nur ein wenig, dafür fegte etwa eine halbe Stunde lang ein kräftiger Wind durch die Marina. Das Ergebnis: Vom frisch geputzten Boot war nichts mehr zu sehen . Also hieß es noch einmal: Besen, Lappen und das komplette Outdoor-Reinigungsprogramm, dafür waren die Kabinen aber schon schön hergerichtet.


Am Nachmittag war es dann endlich so weit: Martina und Norwin aus Köln kamen an Bord. Nach der herzlichen Begrüßung gab es erst einmal Kaffee und Kuchen. Die beiden waren bereits im vergangenen Jahr unsere Gäste auf der Vlinder. Martina und ich sind seitdem das ganze Jahr über in Kontakt geblieben, sodass das Wiedersehen besonders schön war. Natürlich gab es jede Menge zu erzählen, bevor die beiden ihre Kabine bezogen und sich in Ruhe einrichteten.


Eine schöne Überraschung hatten sie ebenfalls im Gepäck: ein neues Spiel für uns. Im letzten Jahr haben wir sie mit dem Wizard-Fieber angesteckt . Inzwischen gehört das Spiel bei ihnen zu Hause regelmäßig auf den Tisch, wenn die Familie zusammenkommt. Wir sind gespannt, ob wir in den nächsten Tagen wieder die eine oder andere Runde spielen werden. Zeit dafür haben wir auf jeden Fall.
Den Abend ließen wir gemeinsam im Marinarestaurant ausklingen. Mit einem schönen Platz direkt am Hafen und Blick auf die Vlinder . Der Service war ,genau wie bei unserem letzten Besuch ,ausgesprochen freundlich, und auch auf das Essen mussten wir nicht lange warten. Ein rundum gelungener Abschluss eines schönen Tages.

Juli

28

Heute Morgen war es noch ziemlich frisch, und Martin wollte zeitig zur Schengen Marina nach Schwebsange fahren, um nach unserem reservierten Liegeplatz zu schauen und gleich die Gelegenheit zu nutzen, die Vlinder zum Tanken anzumelden.
Da es nur ein paar Kilometer waren, fuhren wir mit dem Auto voraus. In der Capitanerie gaben wir Bescheid und radelten anschließend gemütlich zurück zum Boot. Dann hieß es auch schon: Leinen los!
Kurz vor elf Uhr erreichten wir die Marina und erfuhren dort, dass wir uns noch etwas gedulden mussten. Die Tankstelle wartete auf eine Lieferung Benzin und Diesel, doch der Tanklaster steckte irgendwo fest. Vor eins würde das wohl nichts werden.
In der Zwischenzeit füllte sich die Tankstelle immer mehr mit Booten. Wir waren eigentlich Nummer zwei in der Reihe, allerdings hatte sich zwischenzeitlich noch jemand vorgedrängelt. Aber wir ließen uns die Wartezeit nicht verderben und genossen erstmal ein ausgiebiges, spätes Frühstück an Bord.


Dann kam endlich der erlösende Moment: Der Tanklaster traf ein und die Arbeit konnte beginnen. Gegen halb drei waren wir schließlich an der Reihe. Martin meinte nur: „Gott sei Dank waren wir so früh da.“

Denn einfach war das Manöver nicht. Zuerst musste er in den Hafen hineinfahren und anschließend die 25 Meter lange Vlinder rückwärts an die Tankstelle bringen. Kein leichtes Unterfangen aber Martin blieb wie immer ganz ruhig und souverän und manövrierte sein Schiff perfekt an den Platz.
Dann begann das Tanken – allerdings in Zeitlupe. Der Diesel lief mit ungefähr 4 Minuten pro 100 Liter in die Tanks. Bei knapp 1200 Litern Bedarf bedeutete das: Warten, warten, warten. So verbrachten wir tatsächlich bis 16 Uhr unsere Zeit direkt an der Tankstelle.
Danach stand noch ein weiteres anspruchsvolles Manöver an: Rückwärts aus der Marina heraus, drehen und anschließend wieder rückwärts hinein, damit wir an unserem Liegeplatz an der Mauer anlegen konnten. Martin macht das wirklich super, aber auch für ihn sind solche Situationen jedes Mal ein Moment voller Konzentration und Spannung.


Als wir endlich festgemacht haben, gab es für den Kapitän ziemlich verspätet seinen Kaffee mit einem Stück Kuchen.
Am Abend machten wir uns auf den Weg zu einem richtig schönen Lokal direkt am Hafen. Mit Blick auf die Mosel ließen wir den ereignisreichen Tag bei einem Aperol und einem leckeren Essen gemütlich ausklingen.

Juli

27

Der Tag begann heute mit einem kleinen Schauspiel im Hafen. Kurz vor acht Uhr kam die Rheinprinzessin angefahren. Wir lagen mit unserem Hausboot ganz ordnungsgemäß im erlaubten 25-Meter-Bereich. Vor uns hatte jedoch ein holländisches Boot festgemacht, dessen Skipper offenbar das Hinweisschild übersehen hatte: Ab sieben Uhr ist die lange Anlegestelle ausschließlich für das 110 Meter lange Flusskreuzfahrtschiff reserviert. Nach einer kurzen Diskussion musste der Holländer schließlich Platz machen. Schon beeindruckend, wenn so ein riesiges Schiff direkt vor uns fest macht.

Um neun Uhr hieß es dann auch für uns: Leinen los! Die Fahrt führte uns vorbei an den berühmten Weinbergen der Mosel. Kein Wunder, dass diese Landschaft weltweit für ihren Wein bekannt ist. Die Mosel zählt zu den ältesten Weinanbaugebieten Europas – bereits die Römer bauten hier vor rund 2.000 Jahren Wein an. Außerdem gilt sie als das älteste Anbaugebiet für den Riesling. Neun verschiedene Rebsorten werden in Luxemburg angebaut: Riesling, Pinot noir , Pinot blanc , Pinot gris , Gewürztraminer, Auxerrois, Rivaner, Elbling und Chardonnay. Darüber hinaus werden Schaumweine und Crémants hergestellt.


Mit der Talfahrt war heute Schluss. Stattdessen standen zwei Schleusen auf dem Programm, die uns jeweils rund sechs Meter bergauf brachten. Die Einfahrt in die 170 Meter langen Schleusenkammern ist schon besonders und die die Wahnsinns Technik, die bei jeder Schleusung in Gang gesetzt wird, ist jedes Mal beeindruckend. Etwa 15 Minuten dauert der ganze Prozess . Gegen halb zwei erreichten wir unser Tagesziel Bech-Kleinmacher.

Nach dem Festmachen machten wir uns wie gewohnt mit den Rädern auf den Rückweg mitten durch die Weinberge entlang an der Mosel . Dort gibt es viele Campingplätze entlang des Ufers. Manche wirken, als wären sie im Laufe der Jahre zu einem Sammelplatz für alte Wohnwagen geworden, andere hingegen sind mit viel Liebe gestaltet und echte kleine Wohlfühloasen.

Nach eineinhalb Stunden erreichten wir schließlich unser Auto und fuhren zurück zum Schiff. Dort wartete endlich die wohlverdiente Belohnung für Martin….Kaffee und Kuchen , zwar mit eineinhalb Stunden Verspätung, aber dafür schmeckte beides umso besser.

Juli

26

Der Tag begann mit strahlend blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein , besser hätten die Voraussetzungen für unsere Weiterfahrt kaum sein können. Bevor wir die Leinen loswarfen, verabschiedeten wir uns von unseren netten Nachbarn. Natürlich wurden noch Telefonnummern ausgetauscht und ein paar Erinnerungsfotos gemacht, bevor es für uns hieß: Kurs Luxemburg.


Schon kurz nach dem Ablegen wurden wir von drei Kanus überholt. Einer der Paddler fragte im Vorbeifahren, ob wir ebenfalls zur Schleuse wollten. Ich zeigte ihm nur einen Daumen nach oben . Dass die Kanuten tatsächlich mit uns gemeinsam geschleust werden würden, hatten wir allerdings nicht erwartet.


Kurz vor der Schleuse Kanzem funkte Martin den Schleusenmeister an. Die Antwort kam prompt: Die Kanuten seien bereits in der Schleuse und er würde noch auf uns warten. Martin entlockte das ein kleiner Fluch, denn er legt lieber an Steuerbord an. Dort hatten sich allerdings schon zwei Kanus festgemacht. Ich glaube, die Kanuten bekamen auch kurz Panik, denn wir mussten ziemlich dicht an das Kanu auf der Backbordseite heran. Bei einer Fallhöhe von 11,75 Metern ist das schließlich kein alltägliches Manöver. Aber wie so oft lief alles reibungslos und nachdem die Kanus die Schleuse verlassen hatten, konnten auch wir unsere Fahrt fortsetzen.


Der restliche Abschnitt verlief angenehm ruhig. In Konz verabschiedeten wir uns von der Saar und wechselten auf die Mosel. Eigentlich wollten wir in Wasserbillig festmachen, doch der von Martin ausgesuchte Liegeplatz war bereits belegt. Also ging es weiter nach Grevenmacher.
Dort gibt es eine lange Pier, die überwiegend für Hotelboote reserviert ist. Ein etwa 25 Meter langer Abschnitt ist jedoch für Motorboote vorgesehen – genau dort fanden wir schließlich einen Platz. Die „Rheinprinzessin“ wurde erst für Montagmorgen um sieben Uhr erwartet, sodass wir den Liegeplatz problemlos nutzen konnten.

Nach dem Anlegen folgte das inzwischen gewohnte Ritual. Fahrräder klarmachen und die rund 25 Kilometer zurück zum Auto radeln.

Die „Vivante“ hatte inzwischen ebenfalls abgelegt und war auf dem Weg nach Mettlach.
Den Tag ließen wir schließlich ganz entspannt bei einem leckeren Abendessen in einem Restaurant ausklingen.

Juli

25

Der Tag begann ganz entspannt. Martin erledigte am Morgen noch ein bisschen Büroarbeit und ich nutzte die Zeit, um einen Kuchen zu backen. Gerade als ich fertig war, klopfte es an der Tür. Amy vom Nachbarboot schaute vorbei, um Hallo zu sagen. Ganz spontan fragte ich sie, ob sie und ihr Mann Rob mit uns frühstücken möchten. Sie nahmen die Einladung gerne an.
Also wurde schnell der Tisch an Deck gedeckt und schon saßen wir gemeinsam bei einem leckeren Frühstück in der Morgensonne. Unsere amerikanischen Nachbarn sind , genau wie Martin , begeisterte Segler, sodass der Gesprächsstoff natürlich nie ausging. Und noch bevor das Frühstück zu Ende war, hatten wir bereits eine Gegeneinladung zum Abendessen. Außerdem erwarteten Amy und Rob noch Besuch: Bruce aus Australien, dessen Boot in Südfrankreich liegt.


Nach dem gemütlichen Frühstück arbeitete Martin weiter im „Office“, während ich mir einen richtig entspannten Nachmittag gönnte und mein spannendes Buch zu Ende las.
Am frühen Abend bereitete ich noch ein paar Antipasti vor, bevor wir zur Vivante hinübergingen. Auch sie ist ein wunderschönes Boot mit einer etwas anderen Innenaufteilung. Rob hatte den Grill bereits angeheizt und Amy einige leckere Appetizer vorbereitet.
Dabei erzählte sie noch einmal von ihrem nächtlichen Abenteuer: Um halb drei wurden sie von einem großen Hotelboot geweckt und mussten ihren Liegeplatz räumen. Zum Glück konnten sie längsseits an dem riesigen 110 Meter langen Hotelschiff festmachen.

Trotzdem war es fast halb vier, bis endlich wieder Ruhe einkehrte und sie schlafen konnten. In der Nacht sicher ein echter Albtraum , heute können sie zum Glück schon mit einem Schmunzeln davon erzählen.
Nach gegrillten Würstchen mit Kartoffelsalat und einer leckeren italienischen Panzanella gab es als Dessert noch meinen Mohn-Käsekuchen.
Zu unserer Freude kannten alle drei unser Lieblingskartenspiel Wizard. Martin die Runde mit großem Vorsprung … wer auch sonst? Anschließend zeigte uns Amy noch ein französisches Kartenspiel, das ebenfalls richtig viel Spaß machte.
Kurz vor elf verabschiedeten wir uns schließlich. Es war ein wunderschöner Abend mit vielen interessanten Gesprächen, gutem Essen und neuen Freunden. Jetzt hoffen wir natürlich, dass sich unsere Wege auf dem Rückweg noch einmal kreuzen.

Juli

24

Kurz nach acht Uhr morgens legten wir ab und machten uns auf den Weg nach Saarburg. Über der Saar lag noch ein leichter Nebelschleier, der dem Fluss eine fast schon herbstliche Stimmung verlieh. Die Luft war frisch, der Himmel strahlend blau ,ein wunderschöner Start in den Tag.
Ganz gemütlich fuhren wir durch die Saarschleife. Der Blick hinauf zum Baumwipfelpfad war bei diesem klaren Wetter besonders beeindruckend.


Die heutige Etappe war knapp 30 Kilometer lang und führte uns durch zwei große Schleusen. Zuerst passierten wir die Staustufe Mettlach mit ihrer imposanten Fallhöhe von 11 Metern. Sie ist ein bedeutendes Bauwerk der Saarschifffahrt und verfügt über eine Großschleuse für die Berufsschifffahrt sowie eine kleinere Schleuse für Sportboote.

Wenig später erreichten wir die Staustufe Serrig, Deutschlands größte Flussstaustufe mit 14,5 m Fallhöhe, an einem natürlichen Flusslauf. Als wir rausfuhren, warteten bereits sieben Boote auf die Schleusung , vermutlich alle auf Wochenendausflug.


Gegen 13 Uhr liefen wir schließlich in Saarburg ein. Unser tägliches Fahrradprogramm durfte natürlich auch heute nicht fehlen. Da wir das Auto bereits nach Mettlach gebracht hatten, radelten wir zunächst rund 25 Kilometer am Fluss entlang zurück, holten das Auto und fuhren anschließend wieder nach Saarburg zum Boot. Unterwegs erledigten wir noch einen Einkauf.


Als wir zurückkamen, hatte hinter der VLINDER ein weiteres Boot festgemacht. Sein Aufbau ähnelte unserem erstaunlich. Wenig später kamen die Besitzer vorbei. Sie stammen aus Kalifornien und wir kamen sofort ins Gespräch. Wie schön, dass man auf dem Wasser so unkompliziert Menschen aus aller Welt kennenlernt.


Am Abend radelten Martin und ich noch in die Altstadt. Direkt am Wasserfall kehrten wir in die Zunftstube ein und gönnten uns einen leckeren Flammkuchen. Eine klare Empfehlung von uns: gutes Essen, schneller Service und eine ausgesprochen freundliche Bedienung. Zum Abschluss durfte natürlich noch ein Eis für Martin nicht fehlen.


Doch das eigentliche Highlight des Tages wartete erst auf dem Rückweg. Direkt hinter unserem Boot kämpfte ein Angler mit einem großen Fisch. Nach einiger Zeit tauchte der Grund auf: ein Wels von etwa 1,20 Metern Länge! Gemeinsam mit Martin gelang es ihm schließlich, den Fisch aus dem Wasser zu holen. Da der Angler eigentlich lieber einen Zander mit nach Hause nehmen wollte, entfernte er vorsichtig den Haken und setzte den beeindruckenden Wels (verbotenerweise)wieder in die Saar zurück.


Was für ein Tag! Traumhaftes Wetter, eindrucksvolle Schleusen, nette Begegnungen und zum Abschluss noch ein großer Fisch. Langweilig wird es eigentlich nie.

Juli

23

Manchmal ist die beste Idee, einfach einmal nichts zu tun. Martin hatte heute genau so einen Einfall, ein Ruhetag im Thermalbad Merzig.
Nach dem Frühstück schwangen wir uns auf die Räder. Die sechs Kilometer bis zum Bad wären eigentlich schnell geschafft gewesen , wenn Martin nicht wieder eine seiner „Abkürzungen“ gefunden hätte. Also ging es über Stock und Stein, quer durch die Prärie. Zum Glück war alles trocken.


Eine gute halbe Stunde später erreichten wir das Thermalbad Merzig. Klein, aber fein, liebevoll angelegt und mit angenehm warmem Wasser , genau das Richtige, um die Seele baumeln zu lassen.
So verbrachten wir einen entspannten Tag, ließen die Wärme auf uns wirken und genossen einfach die kleine Auszeit vom Alltag auf dem Wasser.


Gegen 17 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Diesmal ganz entspannt auf dem direkten Weg entlang des Wassers , ein schöner Abschluss für einen rundum gelungenen Wohlfühltag.

Und dann haben wir noch ein kleines Meisennest direkt am Anleger zwischen den Festmacherpollern an den Dalben entdeckt.

Juli

22

Der Tag begann wieder einigermaßen früh, für die nächsten 20 Kilometer bis Besseringen hieß es erneut zeitig: Leinen los!


Das Frühstück gab’s ganz entspannt während der Fahrt, und unterwegs hab ich noch einen frischen Johannisbeerkuchen gebacken.
Die einzige Schleuse auf unserer heutigen Etappe hatte zwei nebeneinanderliegende Kammern. Gerade als wir einfuhren, kam aus der großen Kammer ein beeindruckender, 170 Meter langer Frachter. Daneben wirkte die Vlinder fast wie ein kleines Spielzeugboot, wobei sie im Vergleich zu den kleinen Fischerbooten hier wiederum richtig groß aussieht. Perspektive ist eben alles.


Die Landschaft war ziemlich grün. Dichte Wälder säumten das Ufer. In Besseringen machten wir schließlich wieder an einer langen Spundwand fest , direkt hinter einem kleinen Anglerboot.


Von dort aus schwangen wir uns auf unsere Fahrräder und radelten zurück zum Auto. Der Weg führte vorbei an Merzig, kleinen Bootsverleihern und immer entlang des SaarRadwegs. Bei herrlichem Sommerwetter waren unzählige Radfahrer unterwegs.

Das Auto brachten wir gleich weiter nach Mettlach. Die Stadt ist vor allem für ihre vielen Outlets bekannt , allen voran Villeroy & Boch. Zum Bummeln blieb diesmal allerdings keine Zeit, denn der Skipper wollte zurück aufs Boot und Kaffee trinken.
Also ging es gemütlich mit dem Fahrrad rund um die Saarschleife zurück zur Vlinder. Morgen werden wir das dann vom Wasser aus erleben.
An Bord wartete schließlich der frisch gebackene Johannisbeerkuchen auf uns, den wir ganz entspannt an Deck genossen. Während Martin anschließend noch etwas Büroarbeit erledigte, machte ich es mir draußen mit einem Buch gemütlich. Währenddessen legte hinter uns die Dymel an, der große Frachter, der schon gestern in Dillingen hinter uns gelegen ist.

Juli

21

Da heute über 30 Kilometer vor uns lagen, machten wir uns schon früh am Morgen auf den Weg. Martin konnte bei dem Autobahnlärm eh nicht mehr schlafen, also ging es zeitig los. So idyllisch wie auf den französischen Kanälen ist die Strecke inzwischen nicht mehr. Die Fahrt durch Saarbrücken mit der schönen Uferpromenade und den vielen Geschäften hat zwar ihren Reiz, trotzdem waren wir froh, als wir die Stadt hinter uns lassen konnten.

Vor der ersten Schleuse mussten wir zunächst festmachen. Die Schleusenkammer ist mit ihren 190 Metern Länge wirklich beeindruckend. Hier sind schließlich auch die großen Binnenfrachter der Berufsschifffahrt unterwegs. Praktisch ist, dass die Schleuse für kleinere Schiffe und Freizeitboote geteilt werden kann. So muss nicht jedes Mal die gesamte Kammer gefüllt werden, was eine Menge Wasser spart.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Ein frischer Wind sorgte für angenehme Temperaturen , eine willkommene Abwechslung nach der Hitze der vergangenen Wochen.Auf unserem Weg nach Dillingen kamen wir auch an Völklingen vorbei. Das UNESCO-Weltkulturerbe haben wir bereits im letzten Jahr besichtigt und fanden es sehr beeindruckend.

Auf dem Rückweg werden wir hier noch einmal vorbeikommen. Unterwegs begegneten uns die ersten großen Frachter, einige Sport- und Hausboote und sogar Stand-up-Paddler. Die Saar ist halt doch stärker befahren ist als die ruhigen Kanäle in Frankreich.

An einer langen Spundwand machten wir schließlich fest. Kurz darauf legte die Dymel , ein 100 Meter langer , französischer Frachter, direkt hinter uns an. Besonders spannend war es zu beobachten, wie die Besatzung mit dem bordeigenen Kran ihr Auto vom Schiff hob. Das sieht man schließlich auch nicht alle Tage. Doch lange konnten wir nicht zuschauen, denn unsere nächste Etappe wartete bereits.

Mit den Fahrrädern machten wir uns auf den Weg , schließlich mussten wir die 30 Kilometer wieder mit den Rädern zurück zum Auto. Wir fuhren die Strecke entlang des Kanals Richtung Saarbrücken. Dabei passierten wir riesige Fernwärmerohre, und die gewaltigen Stahlwerke waren fast durchgehend in Sicht.

Nach etwa eineinhalb Stunden erreichten wir Saarbrücken. Dort gönnten wir uns an der Promenade erst einmal einen leckeren Eisbecher, bevor wir mit dem Auto zurück zu unserer Anlegestelle fuhren. Heute haben wir den Tag ganz geruhsam ausklingen lassen .

Juli

20

Nach einem tollen, wenn auch viel zu kurzen Wochenende auf dem Bergfest in Aspach mit vielen lieben Freunden bin ich gestern Abend wieder nach Sarreguemines auf die Vlinder zurückgekehrt.

Derweil gaben sich die Reiher ein Stelldichein am Kanal.


Am Morgen machten wir uns dann auf den Weg Richtung Saarbrücken. Martin war bereits am Samstag mit dem Fahrrad dort gewesen und hatte sich nach einem geeigneten Liegeplatz umgesehen. Im kleinen Hafen war leider kein Platz, aber am Stadtpark war noch alles frei.
Vom Saarkohlekanal fuhren wir direkt auf die Saar. Kurz vor der deutsch-französischen Grenze passierten wir das stillgelegte Kohlekraftwerk Großbliederstroff. Der riesige, markante Schornstein ist schon von Weitem zu sehen und erinnert an die industrielle Vergangenheit der Region. Nach der dritten Schleuse waren wir wieder in Deutschland. Hier begegneten uns auch deutlich mehr Freizeitboote.


Je näher wir Saarbrücken kamen, desto mehr wich die ländliche Idylle den ersten urbanen Ausläufern. Auffällig waren vor allem die unzähligen Graffitis. Graffiti gehört zu den sichtbarsten und sicher auch meistdiskutierten Ausdrucksformen der Jugendkultur. Während es in vielen Städten vor allem als Sachbeschädigung gilt, stellt Saarbrücken bewusst legale Flächen für diese Kunstform zur Verfügung. Besonders bekannt ist die 4560 Graffiti Hall of Fame, eine riesige Mauer gegenüber dem Stadtpark Staden, auf der Künstler beeindruckende Werke gestalten. Natürlich werden illegale Graffitis dennoch konsequent geahndet.


Martins Zeitplan ging wieder einmal perfekt auf: Pünktlich zum Nachmittagskaffee mit leckerem Zwetschgenkuchen legten wir bei strahlendem Sonnenschein am Stadtpark an. Der Liegeplatz ist zwar schön gelegen, allerdings verläuft direkt gegenüber die Stadtautobahn , entsprechend laut ist es dort.


Kurz nach dem Festmachen schwangen wir uns wieder auf die Fahrräder und fuhren zurück nach Sarreguemines, um das Auto zu holen. Bei dem herrlichen Wetter waren die Wege entlang des Wassers voller Spaziergänger, Radfahrer und Menschen, die den Sommertag genossen. Als wir später wieder aufs Boot zurückkamen, saßen noch immer viele Besucher im Park genossen den Feierabend.
Unser Abendessen hatten wir nicht auf Deck, der Verkehrslärm war einfach zu laut. Den Tag ließen wir schließlich ganz gemütlich mit einer französischen Komödie ausklingen.