Sep.

21

Hurra, der Skipper hat Geburtstag.
Salon und Cockpit waren schon festlich geschmückt, als zuerst Stefan und dann Micha aus den Kojen hoch kamen . Kurz darauf folgten Torsten und Heike. Torsten blieb fast mit seinen stattlichen 1,97 Metern in der Girlande hängen.
Das Frühstück war vorbereitet, der Geburtstagskuchen über Nacht heimlich gezaubert und eigentlich fehlte jetzt nur noch einer: der Skipper persönlich.
Als dann lautstark Stevie Wonders „Happy Birthday“ aus der Musikbox klang,
ließ sich Martin endlich blicken!


Auch Christiane und Irene gesellten sich dazu und gratulierten dem Geburtstagskind. Die beiden hatten sogar eine Überraschung dabei: einen Fair-Trade-Seglerkaffee. Er ist schon gespannt, wie er schmeckt. Und von Stefan und Maria bekam er ein lustiges Loriot T-Shirt.
Noch bevor das Frühstück auf den Tisch kam, wurde es aber erst einmal fachlich. Martin nahm die Gäste mit auf die Schiffsbegehung über Deck und erklärte geduldig die wichtigsten Bordinstrumente und ihre Funktionen. Jede Menge Fragen wurden beantwortet, die Rettungswesten gezeigt und natürlich durfte auch ein Blick auf Martins persönliches Navigationssystem nicht fehlen. Schließlich soll die Crew ja wissen, wo sie sich befindet – und vor allem wichtig, wie das Funkgerät bei einem eventuellen Notfall funktioniert .
Danach war es aber höchste Zeit für Frühstück.
Doch was baumelte denn da noch im Cockpit?
Eigentlich sollte dort eine ganz besondere Flaschenpost für den Skipper hängen. Aber die Wellen schlugen heute so heftig gegen die Kaimauer, dass ich befürchtete, dass sie dort zerschellt.
Was in der Flaschenpost stand, verraten wir an dieser Stelle noch nicht. Wenn alles klappt, gibt es dazu später einen eigenen Blogeintrag aus Kreta.


Natürlich durfte auch das obligatorische Geburtstagsständchen nicht fehlen. Die Crew sang für Martin und damit war das Geburtstagsprogramm offiziell eröffnet.
Nach dem Frühstück brachte Martin noch die Wäsche in die Wäscherei. Dadurch hatten wir tatsächlich noch zwei Stunden Landgang, bevor die Wäsche fertig sein sollte.
Im Supermarkt traf ich kurz darauf dann prompt wieder auf Irene und Christiane. Die beiden waren auf der Suche nach Hackfleisch , schließlich stand für den Abend Chili con Carne auf dem Speiseplan.


Zurück an Bord gab es allerdings erst einmal eine kleine Planänderung.
Wir würden gleich ablegen, sobald alle wieder an Bord waren. Die Wäsche können wir einfach bei unserem nächsten Besuch hier abholen. Also hieß es: Leinen los und weiter!
Martin erklärte Stefan und Micha noch, wie das mit dem verlorenen Anker an der Leine zu händeln ist. Am Heck wurden die Leinen losgemacht und langsam setzte sich das Schiff in Bewegung.
Der Anker war gerade wieder in seiner vorgesehenen Spur, als Micha plötzlich rief:
“Da ist was am Anker!“
Dieser verflixte Anker!
Eine große Motoryacht hatte tatsächlich ihren Anker über unseren heruntergelassen. Martin musste erst einmal selbst nachsehen, was da eigentlich los war. Micha bekam den Auftrag, eine Leine irgendwo durch- und wieder umzufädeln. Wie genau das alles funktioniert hat, lassen wir lieber den Skipper erklären , jedenfalls war es eine dieser Aktionen, die man an Bord nicht unbedingt braucht.


Irgendwann war aber auch dieses kleine Ankerdrama gelöst und wir konnten endlich Kurs auf den Süden von Paros nehmen.
Wieder vorbei an den Kite-Surfern und entlang an der Küste.

Die karge Landschaft wurde immer wieder von kleinen, strahlend weißen Dörfern unterbrochen, die wie hingetupft an den Hängen lagen.
Dazwischen klingelte Martins Telefon immer wieder. Familie und Freunde wollten natürlich gratulieren und so bekam unser Geburtstagskind heute jede Menge Glückwünsche aus der Heimat.
Wir hatten uns für heute nur eine kurze Strecke vorgenommen. Martin hatte ursprünglich damit gerechnet, dass wir erst weit nach Mittag loskommen würden. Kurz nach zwei fiel deshalb bereits der Anker in der wunderschönen Parangess-Bucht.
Und damit war es Zeit für den Geburtstagskuchen und Kaffee!


Heute ausnahmsweise etwas früher , schließlich sollte für das Chili später auch noch Platz sein.
Martin durfte sein Geburtstagskerzchen ausblasen und anschließend den leckeren Kuchen verteilen.
Die Mutigen unter uns sprangen danach gleich ins Wasser .
Wobei, wenn man drin ist, geht’s .
Später saßen Heike und Torsten oben auf der Flybridge, während ich es mir unten mit meinem Buch gemütlich gemacht hatte.


Plötzlich rief Heike:
Ui – ein Delfin!“
Und tatsächlich!
Neben der Georgina schwamm ein großer Tümmler vorbei, drehte nach einer eleganten Kurve noch einmal ums Boot und verschwand anschließend wieder im tiefblauen Wasser.
Was für ein Geburtstagsgeschenk!
Und das gleich am ersten Tag mit der ersten Crew.


So langsam klapperten in der Küche auch die Töpfe.
Christiane, Irene und Heike machten sich ans Chili con Carne. Nach und nach zog ein herrlich würziger Duft durch das ganze Boot und ließ die Vorfreude auf das Abendessen ordentlich steigen.
Um sieben Uhr war es dann soweit. Christiane stellte einen großen Topf mit dampfendem Chili in die Mitte des Tisches und alle langten kräftig zu.
So kräftig, dass am Ende vom großen Topf kein Krümelchen Chili mehr übrig war.
Zum Nachtisch gab es noch griechischen Joghurt mit Honig.


Irene und Christiane machten anschließend noch klar Schiff und dann wurde der Tisch kurzerhand zur Spielearena umfunktioniert.
Acht Spieler, ein Hornochsenspiel und dazu eine traumhafte Kulisse mit wunderschönem Abendrot.
Wir hatten jede Menge Spaß und es wurde ordentlich gelacht.
Und die Krönung des Abends?
Ich hatte heute die wenigsten Punkte und damit gewonnen!
Stefan hingegen erwischte es ganz anders:
Er wurde Hornochsenkönig.


So ging Martins Geburtstagstag an Bord zu Ende: mit gutem Essen, viel Lachen, einem Delfin als Überraschungsgast, einem herrlichen Sonnenuntergang und einer netten Spielerunde.

Sep.

20

Leider war heute schon der letzte Tag unseres ersten Törns gekommen.
Werner musste als Erster zum Flughafen. Noch bevor die Sonne richtig in den Tag gestartet war, standen wir alle auf, um uns von ihm zu verabschieden. Die ganze Crew ließ es sich nicht nehmen, persönlich „Gute Reise“ zu sagen. Es war ein sehr herzlicher Abschied und natürlich auch ein bisschen wehmütig.
Beim anschließenden Frühstück war die Stimmung entsprechend. Aber wir wissen ja: Ein Törn geht zu Ende, aber das heißt nicht, dass man sich für immer verabschiedet.


Susi hatte für jeden von uns noch eine kleine Erinnerung vorbereitet: einen Küchenmagneten von Serifos. Eine wunderschöne Idee, damit ein kleines Stück Törn auch zu Hause noch am Kühlschrank weitersegelt.

Ich kümmerte mich derweil um die Gruppenfotos und druckte sie für die kleinen Törnbüchlein aus. Schließlich sollen die gemeinsamen Erlebnisse nicht einfach mit dem Ablegen von Bord gehen.
Als Nächster ging Stefan von Bord. Er hatte sich einen Scooter gemietet und bleibt noch ein paar Tage auf Paros.
Dann ging plötzlich alles ratzfatz: Lorenz und seine tapfere Susi mussten zur Fähre und verließen ebenfalls das Schiff. Die beiden bleiben noch eine Nacht in Athen. Es war sooo schön mit ihnen! Aber zum Glück ist der Abschied nur von kurzer Dauer ,ich sehe die beiden schon bald wieder, wenn ich nach Hause komme.
Christine und Johannes waren die Letzten, die sich verabschiedeten. Christine kennt Martin inzwischen schon über zehn Jahre und möchte unbedingt im nächsten Jahr wiederkommen. Ein schöneres Kompliment kann man einem Törn eigentlich kaum machen. Auch die beiden bleiben noch ein paar Tage auf Paros.

Sep.

19

Die Sonne lachte heute Morgen schon so kräftig vom Himmel, dass es einige Crewmitglieder gar nicht erst bis zum Frühstück aushielten. Noch bevor der erste Kaffee eingeschenkt war, ging es für fast alle zum Schwimmen. So erfrischt schmeckte das anschließende Frühstück natürlich gleich doppelt so gut.
Für die musikalische Untermalung sorgte Werner wieder höchstpersönlich und unterhielt uns mit einem kleinen Ständchen. So kann ein letzter Törntag beginnen.


Nachdem alles aufgeräumt und verstaut war, kam unser bewährtes Ankerteam wieder zum Einsatz: Lorenz und Johannes standen bereit.
Anker auf „Kurs Paros!“
Und schon ging es los.


Susi und ich saßen gemütlich unten im Cockpit, als sie plötzlich etwas durch die Luft fliegen sah. Eine kräftige Windböe hatte Lorenz’ Cappi erwischt und schwupps, landete es im Wasser.
Martin reagierte sofort, drehte kurzerhand um und Johannes nahm mit dem Bootshaken die Verfolgung auf. Mit vollem Körpereinsatz gelang es ihm tatsächlich, das Cappi wieder aus dem Wasser zu fischen.
Susi war gedanklich derweil schon einen Schritt weiter und wollte gerade im Geschäft anrufen, ob es diesen Hut vielleicht noch einmal gibt.
Aber alles paletti.
Action schon am frühen Morgen – und natürlich mit Happy End.


Nach kurzer Fahrt erreichten wir den Hafen von Paros. Leider war zunächst kein Platz für uns zu finden. Martin und Johannes machten sich deshalb mit dem Dinghi auf den Weg zum ersten Steg und fragten beim Hafenmeister nach.
Da Samstag war und gerade bei vielen Charterbooten Crewwechsel anstand, bestand zumindest Hoffnung, dass am späten Nachmittag noch ein Platz frei werden würde.
Martin und Johannes brachten noch Stefan, Susi und Lorenz an den Steg, zogen anschließend das Dinghi hoch und der Rest der Crew holte schon einmal die Fender aus der Luke und legte sie griffbereit ins Trampolin.
Dann hieß es warten.


Bis kurz vor fünf plötzlich der erlösende Funkspruch vom Hafenmeister kam:
Die Georgina darf am Kai anlegen.
Martin ließ den Anker runter und manövrierte die Georgina souverän rückwärts in die ziemlich enge Parklücke. Von der Marina kam jemand zu Hilfe und nahm unsere Leinen entgegen.
Alles sah perfekt aus.


Was wir allerdings hinten am Heck nicht mitbekommen hatten:
Vorne hatte Martin die Ankerkette verloren.
Offenbar war sie nicht richtig befestigt gewesen. Was für ein Schreck!
Der Hafenmeister hatte auch gleich einen Vorschlag: Flossen und Maske anziehen und die Ankerkette suchen.
Also verschwand Martin kurzerhand in Badehose, Flossen und Maske.
Ich begleitete ihn mit dem SUP nach vorne, damit er sich notfalls wenigstens daran hätte abstützen können. Allerdings war ich kaum hinter ihm angekommen, da hatte er die Ankerkette schon gefunden.
Also noch einmal kurz zurück zum Boot, Leine mit Schäkel geholt – und wieder abgetaucht.
Keine Minute später war alles erledigt.
Wasser ist einfach Martins Element.


Zurück an Bord wurde die Leine mit der Ankerkette befestigt und am Heck noch einmal ordentlich nachgezogen.
Jetzt war wirklich alles perfekt.
Währenddessen kamen Susi, Lorenz und Stefan von ihrem Bummel zurück. Susi und Lorenz hatten inzwischen ihre Fähre gebucht und Stefan seinen Scooter für morgen organisiert. Er bleibt noch ein paar Tage auf Paros.
Doch damit war der Hafentag noch nicht ganz geschafft.
Martin schloss den Landstrom an – und es kam kein Strom auf der Georgina an. Erst wurden Stecker getauscht, gerüttelt und herumprobiert. Schließlich kam vom Hafenmeister die entscheidende Information: Hier funktioniert der Strom über eine App.
Eine App!


Was folgte, war eine kleine technische Geduldsprobe. Die Bedienung war alles andere als selbsterklärend und entsprechend nervig. Aber natürlich hat Martin auch diese Herausforderung gemeistert.
Damit war nun wirklich alles erledigt.
Vom Nachbarboot erklärte sich noch jemand bereit, ein Gruppenfoto von uns zu machen. Und dann hatten wir uns unser Abendessen redlich verdient.
Wir machten uns auf die Suche nach einer passenden Taverne und kamen dabei an einem griechischen Abend vorbei, bei dem gerade traditionelle griechische Tänze aufgeführt wurden.
Schließlich fanden wir eine wunderschöne Taverne in einem Hinterhof, unter einer riesigen Platane. Die Kellner rückten kurzerhand einen Tisch für uns acht zusammen.
Und dann wurde es richtig gemütlich.
Moussaka, Lammsteaks, Salat, Nudeln und allerlei andere Leckereien wanderten auf unseren Tisch. Alles war ausgesprochen lecker und die Stimmung bestens. Natürlich durfte auch hier ein gemeinsames Foto nicht fehlen , der Kellner übernahm die Aufgabe gleich selbst.


Danach ging es zurück Richtung Marina.
Dort trafen wir noch Micha, Heike und Torsten, die ab morgen bei unserem neuen Törn mit an Bord sein werden. Sie wollten nach dem Abendessen ebenfalls noch ein wenig durch Paros spazieren.
Zurück auf der Georgina stand noch ein letzter Punkt auf dem Programm: die Bordkassenabrechnung. Danach bekam jeder noch sein ausgedrucktes Gruppenfoto als Erinnerung an diesen Törn.
Und dann saßen wir an unserem letzten Abend noch einmal alle zusammen.


Wir plauderten über die vergangenen Tage, ließen die schönsten Erlebnisse Revue passieren und redeten ,wie so oft an Bord , über Gott und die Welt.
Bis Werner ein Gute Nacht Liedchen gesungen hat und die halbe Crew eingeschläfert hat. So nach und nach gingen alle in die Kojen.

Morgen heißt es dann wieder: neue Crew, neue Geschichten, neue Abenteuer.

Sep.

18

Normalerweise ist es am Morgen der Kaffeeduft, der nach und nach alle aus ihren Kabinen lockt. Heute allerdings lag noch ein ganz anderer Duft in der Luft: Knoblauch und Zwiebeln. Der Skipper persönlich stand am Herd und bereitete seine berühmte Bolo vor. Das ganze Boot roch inzwischen wie eine italienische Trattoria.


Gut, dass Kaffee und Tee bereits fertig waren. Das Frühstück war zwar noch in Vorbereitung, aber Obstsalat und Avocado standen schon bereit.
Beim Frühstück machte Martin den Vorschlag, gleich weiter nach Antiparos zu fahren. Susi hatte gestern Abend schließlich angemerkt, dass die ursprünglich geplante Bucht vielleicht etwas langweilig werden könnte, wenn dort nun ja gar nichts ist. Dem Vorschlag stimmten alle zu. Schließlich konnten wir in Antiparos nicht nur ankern, sondern auch die Stadt besuchen.
Nach dem Frühstück hieß es für das Ankerteam: „Anker auf!“ und los ging’s Richtung Antiparos. Auch in der Küche wurde alles ordentlich gesichert. Jeder nahm wieder seine gewohnte Position ein , ob liegend oder sitzend. Denn die Wellen waren heute durchaus nicht ohne und so mancher bevorzugte die etwas horizontalere Variante.
Bald kam die Küste von Paros in Sicht , unser Ziel für Samstag und leider auch schon unsere Endstation für den ersten Törn. Aber bis dahin haben wir ja noch zwei Tage.


Entlang der Küste waren zahlreiche Kitesurfer unterwegs, die den kräftigen Wind ordentlich ausnutzten. Das sah fast ein bisschen aus wie am Gardasee , nur mit deutlich mehr Griechenland drumherum.


Schließlich erreichten wir eine wunderschöne Bucht mit glasklarem, smaragdfarbenem Wasser. Einige Crewmitglieder ließen sich nicht lange bitten und sprangen sofort ins erfrischende Nass. Das Wasser selbst war erstaunlich angenehm , der kalte Wind danach eher weniger.


Nachdem alle wieder trocken waren, machten sich Christine, Lorenz, Susi, Martin und ich mit dem Dinghi auf den Weg an Land. Unser Ziel: die Altstadt von Antiparos. Ein bisschen bummeln, Beine vertreten und natürlich schauen, was es dort so zu entdecken gibt.
Zunächst mussten wir uns allerdings durch trockenes Gestrüpp kämpfen, bevor wir endlich auf einen richtigen Weg kamen. Aber die kleine Mühe wurde sofort belohnt: Schon am Hafen reihten sich schnuckelige kleine Tavernen aneinander.


Und genau so ging es weiter. Ein kleines Lädchen neben dem anderen – Souvenirs, Keramik, Kleidung und allerlei Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie unbedingt braucht. Dazwischen leuchteten riesige Bougainvilleas in kräftigen Farben vor den typisch weißen Häusern. Einfach wunderschön.
Susi sorgte außerdem für den kulinarischen Höhepunkt des Nachmittags: Sie hatte hier die teuerste Kugel Eis ihres Lebens gegessen – für stolze 3,50 Euro. Wir übrigens auch.
Wir machten einen Zeitpunkt aus, zu dem wir uns alle wieder treffen wollten, und dann konnte jeder noch ein bisschen auf eigene Faust bummeln.


Martin und ich schlenderten gemütlich durch die wunderschönen kleinen Gassen . Dann entdeckte er einen Barbershop. Da grad niemand im Laden war ließ er sich rasieren und rund herum noch aufhübschen. Der Shop war etwas skurril , aber ein total netter Friseur oder sagt man tatsächlich „ Barber“ ? Dann kauften wir noch etwas frisches Obst. Um kurz nach sechs trafen wir Lorenz, Susi und Christine wieder in einer kleinen Taverne am Hafen.


Danach ging es zurück zum Dinghi und von dort wieder aufs Boot. Stefan, Werner und Johannes warteten bereits gespannt auf unsere Rückkehr und lauschten neugierig unseren Erzählungen.


Währenddessen war der Skipper schon wieder fleißig: Martin bereitete seine Bolo zu und schmeckte sie noch ein letztes Mal ab. Dazu gab es einen riesigen Topf Spaghetti und den leckeren griechischen Salat von Christine.
Was will man mehr?


Alle langten kräftig zu – und als wäre das Essen allein noch nicht genug, bekamen wir dazu ein perfektes Abendrot serviert. Der Himmel färbte sich in allen Tönen. Einfach ein perfekter Abend.
Die Stimmung an Bord ist jedenfalls großartig. Und das ist schon etwas Besonderes, wenn die Altersspanne von 23 bis 84 Jahren reicht. Es passt einfach.
Nach dem Aufräumen wurde es dann noch gemütlicher. Bei einem Glas Rotwein entwickelten sich tiefgründige Gespräche, die bis tief in die Nacht gingen.

Und so ging wieder ein erlebnisreicher, wunderschöner Tag zu Ende.

Sep.

17

Heute haben wir ein Geburtstagskind an Bord!
Noch bevor das Frühstück vorbereitet wurde, habe ich erst einmal das Cockpit ein bisschen dekoriert und auf dem Geburtstagskuchen natürlich eine „Happy Birthday“-Kerze platziert. Danach ging ich noch schnell zum Bäcker, um frische Croissants zu holen.
Als Stefan dann aus seiner Kabine nach oben kam, hat er erst einmal ziemlich gestaunt. Und damit auch wirklich jeder an Bord wusste, dass heute Geburtstag gefeiert wird, durfte Stevie Wonder sein „Happy Birthday“ gleich in voller Lautstärke zum Besten geben. So kann ein Geburtstagstag auf einem Segelboot beginnen!


Nach einem kleinen Geschenk gab es erst einmal Frühstück für alle. Doch lange konnten wir es uns nicht gemütlich machen. Nach dem Aufräumen hieß es wieder: Leinen los, Anker auf und Adios, du wunderschönes Serifos!
Allerdings war heute nicht gerade der Tag für eine gemütliche Kaffeefahrt. Der Wind hatte ordentlich zugelegt und wir mussten erst einmal alles an Bord sturmsicher verstauen. Die Wellen wurden immer höher und in den Schränken begann es kräftig zu scheppern. Teller und Gläser machten sich akustisch bemerkbar und auch das Boot ächzte sich durch die teilweise sehr hohen Wellen.
Wind kam wieder aus NNE mit bis zu 28 Kn und recht hoher Segang mit Wellen bis zu 2.5m. Aber unter der Genua zu 70% läuft Georgina super.


Da war man ganz froh, wenn alles an seinem Platz blieb und man selbst ebenfalls halbwegs dort blieb, wo man hingehörte.
Irgendwann hatten wir es geschafft und erreichten unsere nächste Bucht. Dort lagen erfreulicherweise nur wenige Boote. Das Wasser sah einfach zu verlockend aus – und so nutzten Johannes und Stefan die Gelegenheit natürlich sofort für eine Runde Schwimmen.


Beim anschließenden Kaffeetrinken wurde dann endlich der Geburtstagskuchen angeschnitten. Stefan durfte natürlich höchstpersönlich die Kerze ausblasen.
Danach fuhr Martin Johannes und mich mit dem Dinghi an Land. Der Rest der Crew entschied sich für das Relaxprogramm an Bord. Ich dagegen hatte noch etwas vor und machte mich zu Fuß auf den Weg zum Kloster Chrysopigi.
Der schön angelegte Weg führte über zahlreiche Stufen mal bergauf, mal bergab, aber immer wunderschön am Wasser entlang. Schon unterwegs gab es immer wieder herrliche Ausblicke auf das tiefblaue Meer.
Vor Chrysopigi liegt die malerische Bucht Apokoftos, deren kristallklares, türkisfarbenes Wasser sofort ins Auge fällt. Gleich danach erreichte ich Panagia Chrysopigi, ein ehemaliges Kloster, das auf einem heiligen Felsen an der Südostküste von Sifnos erbaut wurde.
In früherer Zeit befand sich hier ein Teil des Vrysis-Klosters. Die ältesten Erwähnungen von Chrysopigi stammen aus dem 17. Jahrhundert. Mit dem Kloster sind außerdem zahlreiche Legenden und Geschichten der Insel verbunden ,wie es sich für einen so besonderen Ort natürlich gehört.

Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher zu einer kleinen Kapelle. Danach ging es wieder hinunter ins Dorf, wo mich Johannes kurzerhand mit dem SUP abholte und sich Martin mit dran hing.


Inzwischen war schon fast wieder Aufbruchstimmung angesagt – diesmal allerdings nicht zum nächsten Segelmanöver, sondern zum Abendessen.
Also wurden die dicken Pullis herausgeholt, denn sobald die Sonne verschwindet, wird es hier doch erstaunlich frisch. Mit dem Dinghi fuhren wir hinüber in den kleinen Ort und liefen erst einmal die wenigen Tavernen ab. Einige davon waren allerdings preislich eher in einer etwas höheren Kategorie dabei. Das vermutet man in dem kleinen Dörfchen nicht.
Schließlich entschieden wir uns für eine kleine Taverne direkt am Wasser. Die Besitzerin sprach sogar ausgesprochen gut Deutsch – und Werner hatte sich für heute ganz ausdrücklich Moussaka gewünscht. Auch dieser Wunsch konnte erfüllt werden. Die Portion war ordentlich und alle bestellten Gerichte waren wirklich sehr lecker.
Nur auf eines warten wir inzwischen schon die ganze Woche vergeblich: den obligatorischen Ouzo nach dem Essen!
Irgendwie gehört das für uns in Deutschland doch einfach dazu.


Satt und zufrieden ging es mit dem Dinghi zurück zum Boot. Einige Crewmitglieder verschwanden bald in Richtung Koje, während der harte Kern noch zusammensaß und den Tag und die vergangene Woche Revue passieren ließ.

Sep.

16

Heute Morgen herrschte schon früh reges Gewusel in der Pantry. Martin wollte zeitig los, deshalb stand bereits um halb acht das Frühstück auf dem Tisch. Werner sorgte gleich für gute Stimmung und trällerte uns ein lustiges Ständchen vor , so dass wir Gleichnis der Früh gut gelaunt waren.
Nachdem alles wieder verstaut und aufgeräumt war, hieß es für unser Ankerteam Lorenz und Johannes: Anker auf und los Richtung Serifos.
Die Insel ist eng mit dem griechischen Mythos um Perseus verbunden und hat ihren ganz eigenen, ursprünglichen kykladischen Charme. Wir waren gespannt, was uns dort erwarten würde. Zunächst mussten wir allerdings erst einmal hinkommen und das sollte durchaus sportlich werden.


Der Wind legte ordentlich zu. Zeitweise kämpften wir mit bis zu 30 Knoten aus Nord-Nordost. Wir hatten lediglich die Genua gesetzt und rauschten mit Geschwindigkeiten zwischen sechs und acht Knoten über das Wasser. Rundherum waren noch einige andere Segler unterwegs, die ebenfalls mit den Bedingungen zu kämpfen hatten.
Nach einiger Zeit ließ der Wind glücklicherweise etwas nach. Die meisten an Bord nutzten die ruhigere Phase, um sich hinzulegen. Alle bis auf Stefan. Der hielt tapfer die Stellung.
Dann endlich: Serifos in Sicht!

Schon von weitem leuchteten die weißen Häuser der Insel in der Sonne. Wir mussten nur noch um die nächste Kurve und da lag er vor uns: der kleine Hafen, in dem wir anlegen wollten.
Auf den ersten Blick sah alles ziemlich gut aus. Sogar ein Platz an der Pier war frei.
Und dann begann das Hafenkino, leider ohne Popcorn.
Martin setzte den Anker, wir gingen mit dem Heck an die Pier – und plötzlich kam der entscheidende Ruf:
„Der Anker hält nicht! Wir müssen noch einmal Leinen los!“
Also wieder alles zurück auf Anfang.
Währenddessen versuchte ein anderes Motorboot bereits zum dritten Mal, an der Pier festzumachen. Der Skipper fuhr dabei kreuz und quer durch den Hafen und schaffte es mehrmals, uns und auch andere Boote nur knapp zu verfehlen. Martin wich lieber großzügig aus , aber irgendwann war auch seine Geduld am Ende.
Es folgte eine kurze, deutliche Ansage in Richtung des anderen Bootes. Danach konnten wir unser eigenes Anlegemanöver fortsetzen.
Beim zweiten Versuch hielt der Anker. Und diesmal waren wir nach wenigen Minuten sicher fest.
Im Gegensatz zu einigen anderen.


Rund um uns herum wurde das Geschehen offensichtlich mit großem Interesse verfolgt. Hier und da sah man ein Grinsen und hörte leises Lachen. Hafenkino eben , kostenlos und direkt vor der ersten Reihe.
Bei uns an Bord wurde anschließend erst einmal Kaffee gekocht, Kuchen gegessen.
Später wollten einige von uns hinauf zur Chora, der traditionellen Bergstadt von Serifos.
Christine, Susi, Lorenz, Martin und ich machten uns zu Fuß auf den Weg. Fünf Kilometer und rund 230 ziemlich steile Höhenmeter lagen vor uns. Google versprach eine Gehzeit von etwa 50 Minuten.
Google hatte offenbar nicht berücksichtigt, dass wir eine ausgesprochen fotogene Gruppe sind.


Denn kaum hatten wir die ersten schönen Gassen erreicht, wurde fotografiert. Und wieder fotografiert. Und noch einmal fotografiert.
Die kleinen, weiß getünchten Häuser mit ihren blauen Türen, die liebevoll geschmückten Gassen, farbenfrohe Details und immer wieder diese unglaublichen Ausblicke – da konnte man einfach nicht vorbeilaufen.
Also brauchten wir vermutlich ein kleines bisschen länger als die von Google angekündigten 50 Minuten.
Aber die Mühe hat sich definitiv gelohnt.
Oben angekommen, standen wir bei der Kapelle und hatten einen Ausblick, der eigentlich unbezahlbar war. Das tiefblaue Meer, die weißen Häuser und die typisch kykladische Landschaft – einfach wunderschön.


Nur eine Frage blieb offen:
Wo waren eigentlich die Cafés, von denen Martin gesprochen hatte?
Da oben war nämlich weit und breit erst einmal nichts zu sehen.
Aber Martin führte uns schließlich zu einem wunderschönen Platz, der mit seinen vielen Farben und liebevollen Details einfach zauberhaft war.
Wir fanden ein kleines Café mit türkisfarbiger Einrichtung und setzten uns hin.
Und plötzlich fühlte es sich tatsächlich ein bisschen so an, als wären wir mitten in „Mamma Mia“ gelandet.
Also blieben wir einfach sitzen, schauten, staunten und genossen den Moment.


Irgendwann tauchte plötzlich Stefan um die Ecke auf. Er war ganz bequem mit dem Bus nach oben gekommen. Susi und er beschlossen später ebenfalls, den Bus zurück zum Hafen zu nehmen.
Der Rest von uns machte sich irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit, die natürlich trotzdem viel zu kurz war , wieder zu Fuß auf den Rückweg.
Christine und ich nutzten die Gelegenheit noch für eine kleine Shoppingtour. Wobei „Shopping“ vielleicht etwas übertrieben ist , wir schauten hauptsächlich, aber wir gönnten uns noch eine Kugel leckeres Haselnusseis.
Gegen 19.30 Uhr schlenderten wir anschließend durch den Hafen und schauten uns die Restaurants an. Werner hatte sich eigentlich schon für Moussaka entschieden. Allerdings saßen in dem entsprechenden Restaurant kaum Gäste.
Zwei Lokale weiter wurden wir dann von einer äußerst geschäftstüchtigen Griechin freundlich, aber bestimmt in ihr Restaurant gelotst.
Und plötzlich war ein Tisch für sieben Personen frei.
Stefan blieb heute lieber an Bord.
Martin übernahm die Bestellung und entschied sich für eine ganze Reihe kleiner griechischer Vorspeisen – fast wie Tapas. Die Teller kamen einer nach dem anderen auf den Tisch.
Es war alles richtig lecker.
Wir probierten uns durch die verschiedenen Gerichte, reichten die Teller herum und am Ende waren tatsächlich alle satt.
Ein richtig schöner, typisch griechischer Abend.


Zurück an Bord hatte ich noch eine kleine Überraschung vorzubereiten: Für Stefan, der morgen Geburtstag hat, backte ich noch einen Pfirsichkuchen.
Oben in der Pantry und im Cockpit wurde außerdem ein bisschen dekoriert.
Danach verschwanden alle etwas früher als sonst in ihren Kojen.
Hinter uns lag ein langer, windiger, lustiger und wunderschöner Tag.
Serifos hat uns definitiv beeindruckt mit ordentlich Wind, etwas Hafenkino, steilen Wegen, traumhaften Fotomotiven, einem Hauch „Mamma Mia“ und einem Abend, wie man ihn sich in Griechenland nur wünschen kann. Nur einen Hauch wärmer könnte es sein.

Sep.

15

Ich liebe diese ganz besondere Morgenstimmung an Bord, wenn noch alles ruhig ist. Das Meer liegt friedlich da, die ersten Sonnenstrahlen blinzeln um die Ecke und auf dem Schiff noch nicht viel zu hören. Bis sich nach und nach in den Kabinen etwas rührt der frische Kaffeeduft durch den Salon zieht, spätestens dann findet auch der letzte Langschläfer den Weg ins Cockpit.
Am Frühstückstisch geht es meistens schon recht lustig zu und es wird viel gelacht. Martin erklärt uns auch immer, was für den heutigen Tag geplant ist.


Direkt neben uns machte sich die „Aquazoe“ zum Ablegen bereit, eine Yacht der Pershing-Baureihe mit 3.100 PS. Der Dieselverbrauch liegt bei rund 440 Litern pro Stunde.
Da bekommt der Begriff „Spritkosten“ plötzlich eine ganz neue Dimension. Während wir mit unseren Segeln versuchen, möglichst wenig Diesel zu verbrauchen, dürfte bei der Aquazoe wohl eher die Tankstelle zum festen Crewmitglied gehören.
Nach dem Frühstück hieß es dann auch für uns: Leinen los!


Werner und Stefan kümmerten sich um die Heckleinen, während Lorenz und Johannes den Anker einholten. Und dann ging es los zu einem weiteren Ritt mit der Georgina durch die Ägäis – unser heutiges Ziel: Kythnos. Kythnos zählt zu den westlichen Kykladen
Der Wind hatte offenbar beschlossen, ordentlich mitzumischen. Zeitweise hatten wir bis zu 30 Knoten und die Georgina kämpfte sich tapfer durch Wind und Wellen.

Susi war heute vorsorglich mit Vomex gedopt und siehe da: Es ging ihr richtig gut. Sie, Christine und Stefan saßen oben bei Martin und genossen den Ritt, während der Rest der Männer schon bald flach im Cockpit lag.
Auch unter Deck ging es ordentlich zur Sache. In den Fächern und Schränken rumpelte es teilweise ganz schön heftig. Man konnte nur hoffen, dass alles seinen Platz behielt. Zum Glück überlebte alles:


Während die Georgina durch die Wellen pflügte, nutzte ich die etwas ruhigeren Momente und rührte einen Rührteig zusammen. Obst war leider keines an Bord, also musste improvisiert werden. Kurzerhand landeten ein paar Kleckse Marmelade und Nutella im Teig. Mal schauen, wie das ankommt.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich eine kleine Bucht vor Kythnos. Das Ankerteam machte einen hervorragenden Job und schon bald lag die Georgina sicher vor Anker.
Beim gemütlichen Kaffeetrinken erzählte Martin dann, dass es auf der Insel eine kleine heiße Quelle gibt. Ob die allerdings nach all den Jahren noch existiert, wusste er nicht so genau.
Das konnten wir natürlich nicht einfach so stehen lassen.
Lorenz und ich schnappten uns ein SUP und machten uns auf die Suche nach der geheimnisvollen Quelle. Stefan folgte kurze Zeit später mit dem zweiten SUP.


Und tatsächlich: Die Quelle gab es noch!
Also schnell den Rest der Crew informiert, dass sie mit dem Dinghi nachkommen können. Wenig später saßen wir tatsächlich alle gemeinsam in dem angenehm warmen Wasser – wie in einem natürlichen Whirlpool mitten in der Bucht.
Irgendwann musste Martin allerdings die Idylle verlassen. Der Generator musste ausgeschaltet werden . Susi fuhr gleich mit dem Dinghi zurück.


Lorenz, Stefan und ich paddelten gemütlich mit den SUPs zurück zur Georgina, während Christine und Johannes kurzerhand die sportliche Variante wählten und die Strecke schwammen.
Und Am Abend hieß es dann: warm einpacken! Denn obwohl der Tag noch herrlich sonnig gewesen war, wurde es nach Sonnenuntergang doch empfindlich frisch. Mit ordentlich Kleidungsschichten ging es mit dem Dinghi zum Kolona Restaurant.


Martin staunte nicht schlecht. Als er vor mindestens zehn Jahren schon einmal hier gewesen war, handelte es sich noch um ein kleines, nettes Restaurant. Heute gehört das Kolona bereits zur gehobeneren Kategorie. Die Zeiten ändern sich halt.
Trotzdem war es ein wunderschöner Abend. Tolles Ambiente, leckeres Essen und eine fantastische Stimmung. Ein perfekter Abschluss für einen ziemlich bewegten Segeltag.


Zurück auf der Georgina wurde dann endlich wieder einmal eine Runde Wizard gespielt. Stefan konnte die Runde für sich entscheiden.


Danach verschwanden nach und nach alle in ihren Kojen.
Denn morgen heißt es: früh aufstehen und zeitig los.

Sep.

14

Spätestens um halb neun krochen heute auch die letzten Crewmitglieder aus den Kojen. Das Frühstück war schon bereit mit Blich auf den Poseidon Tempel . Stefan war sogar schon vor dem Frühstück im Wasser und kam begeistert wieder zurück. Die vielen Fische hatten es ihm angetan.


Und dann war da noch der Wind. Der hatte gestern offensichtlich seinen freien Tag genommen, war heute aber wieder voller Tatendrang. Mit aktuell 25 Knoten aus 20 Grad Nord-Nordwest zeigte er uns ziemlich deutlich: Heute wird gesegelt!
Endlich! Sagte die Crew.
Nach dem Frühstück wurde alles ordentlich segelfest verstaut und dann hieß es: Anker auf Richtung Kea!
Großsegel im ersten Reff, Genua raus – und schon rauschten wir mit ordentlich Schub durch die Ägäis. Später musste Martin sogar noch das Großsegel ins zweite Reff setzen. Bei 25 Knoten Wind war das dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Trotzdem machten wir flotte sechs bis acht Knoten Fahrt durch die Wellen.


Für unsere Neuseglerin Susi war die Vorbereitung gestern noch völlig problemlos gewesen. Heute allerdings zeigte die Ägäis, dass sie durchaus ihren eigenen Kopf hat. Der Wellengang und das ständige Auf und Ab des Bootes taten ihr Übriges – Susi wurde zum ersten Opfer der Seekrankheit.
Sie lag da wie ein Häufchen Elend, den Eimer fest im Arm und sagte kein Wort mehr.
Lorenz brachte es irgendwann trocken auf den Punkt:
Das ist ein schlechtes Zeichen.“


Irgendwie musste ich helfen. Also holte ich die Musikbox heraus, drehte die Schlager ordentlich auf und wartete gespannt auf die Wirkung.
Und tatsächlich: Keine Sekunde später stand Susi im Cockpit, sang und tanzte!
Gut, der Eimer kam zwischendurch noch gelegentlich zum Einsatz, aber immerhin war das Lachen wieder da. Stefan kommentierte die musikalische Therapie allerdings ganz lapidar:
Kein Wunder, bei der Musik kann’s einem doch nur schlecht werden!“
Damit war zumindest für allgemeine Erheiterung gesorgt.
So nach und nach verschwanden dann allerdings immer mehr Crewmitglieder in den Kabinen. Leicht gelblich bis grünlich im Gesicht, wurde sich hingelegt und gehofft, dass das Meer sich irgendwann wieder beruhigen würde.
Aber an den Wellengang muss man sich eben auch erst gewöhnen.


Gegen halb drei erreichten wir schließlich die kleine, windgeschützte Bucht von Kea. Stefan, Christine und ich platzierten auf Martins Anweisung noch schnell die Fender, dann parkte unser Skipper souverän rückwärts an der Pier ein.
Mit Unterstützung von Stefan und Johannes war das Boot kurz darauf sicher festgemacht.


Und plötzlich waren sie wieder alle wach.
Normalerweise wäre jetzt Kaffee- und Kuchenzeit gewesen. Aber nach den Strapazen des Vormittags hatte die Crew eindeutig andere Bedürfnisse: etwas Herzhaftes musste her!


Alle – außer dem Skipper.
Der verdrückte nämlich kurzerhand noch den Rest vom Käsekuchen. Jeder hat eben seine eigene Strategie zur Regeneration.
Christine zauberte eine riesige Schüssel griechischen Salat auf den Tisch. Die war allerdings schneller leer, als man „Kali Orexi“ sagen konnte. Kein Wunder, seit dem Frühstück hatte schließlich niemand mehr etwas gegessen.
Da wir direkt an der Pier lagen, konnte nun jeder machen, wonach ihm gerade war.
Christine und Johannes machten sich auf den Weg zum nächsten Strand. Susi, Lorenz und Stefan schlenderten durch das kleine Dörfchen. Werner machte es sich mit seinem Buch gemütlich und der Skipper gönnte sich erst einmal einen wohlverdienten Schönheitsschlaf.


Ich dagegen machte mich zu Fuß auf den Weg zum Supermarkt. Rund zwei Kilometer entfernt sollte es dort alles geben, was wir noch an Kleinigkeiten brauchten.
Der Weg führte wunderschön direkt am Wasser entlang. In einer kleinen Siedlung legten gerade zwei große Fähren an – die Triton und die Hellas Ferry.
Im Dorf bog ich dann allerdings ab und machte mich hinein in die Berge. Immerhin: Im Supermarkt bekam ich tatsächlich alles, was auf meiner Einkaufsliste stand.
Mein Plan war eigentlich, für den Rückweg ein Taxi zu nehmen.
Theoretisch.
Denn die wenigen Taxis, die es dort gab, waren natürlich gerade mit den Fährgästen unterwegs. Also blieb mir nichts anderes übrig, als meine Einkäufe zu schnappen und den gesamten Weg wieder zu Fuß zurückzulaufen.
Zwei Kilometer hin, zwei Kilometer zurück – man könnte auch sagen: Ich habe heute nicht nur gesegelt, sondern gleich noch etwas für die Fitness getan.
Zurück an Bord wurden erst einmal die Kühlsachen verstaut. Danach machten wir uns gemeinsam auf, um noch ein bisschen an der Promenade entlangzubummeln.

Stefan hatte inzwischen auch schon ein Restaurant für den Abend ausgesucht.
Um acht Uhr marschierten wir fast im Gänsemarsch in Richtung Manoli Grill.
Der Wirt war ausgesprochen freundlich und nahm unsere komplette Bestellung auf – ohne einen Zettel, ohne Handy, ohne irgendetwas aufzuschreiben.
Wir sahen uns etwas skeptisch an.
Ob das wohl gut geht?
Nicht nur gut – er brachte tatsächlich alles exakt so, wie wir es bestellt hatten. Chapeau!
Und dann kamen die Portionen.
Riesig wäre noch untertrieben. So riesig, dass wir am Ende sogar eine komplette Portion mit nach Hause nehmen konnten.
Nach diesem Tag hätte vermutlich ohnehin niemand mehr etwas dagegen gehabt, am nächsten Morgen gleich wieder davon zu essen.


Einen Spieleabend gab es heute nicht. Dafür waren wir alle einfach zu platt von diesem anstrengenden, aber wunderschönen Segeltag.
Martin und ich spielten immerhin noch drei Runden Backgammon. Das Ergebnis? Sag ich nicht 😉
2:1 für Martin
Ich verbuche das einfach mal unter „Skipperbonus“.
Irgendwie ergab es sich dann, dass Christine und ich schließlich die letzten am Tisch waren. Und wie das manchmal so ist, wenn man eigentlich nur noch kurz zusammensitzen möchte, wurde aus „kurz“ plötzlich ziemlich lang.
Wir plauderten über Gott und die Welt – und merkten irgendwann, dass es fast halb zwei war.
Nach diesem ereignisreichen Tag ging es dann aber wirklich schnurstracks in die Koje.

Sep.

13

Nach einem etwas späteren leckereren Frühstück war es endlich so weit:

Schiffsbegehung für die Crew mit Martin.
Martin erklärte geduldig die wichtigsten Bordinstrumente, zeigte, wo die Schwimmwesten verstaut sind, erklärte die Funktionen an Deck und natürlich noch ungefähr hundert andere Dinge, die man auf einem Segelboot unbedingt wissen sollte.
Danach hieß es für unseren ersten Törn: Leinen los!


Unser Kurs führte uns in Richtung Kap Sounion, zum berühmten Poseidon-Tempel.
Alle waren hochmotiviert und bereit, endlich die Segel zu setzen. Wirklich alle? Nöööö,
Einer spielte nicht mit: der Wind.
Und so blieb Martin nichts anderes übrig, als die gesamte Strecke zu motoren. Für Susi war das allerdings gar nicht so schlecht. Sie meinte trocken, das sei doch eigentlich der perfekte Einstieg für absolute Segelanfänger. Erst einmal ganz entspannt schauen, wie das alles funktioniert – und das mit dem Segeln kommt dann später. Wo sie Recht hat, hat sie Recht.
Während wir an der Küste entlangfuhren, konnten wir die Landschaft genießen. Die Gegend wirkte sehr karg und trocken, eher braun als grün. Dazwischen tauchten immer wieder kleine, weiße Dörfer auf , typisch Griechenland und ein wunderschöner Kontrast zur Landschaft.


Am Nachmittag erreichten wir schließlich das Kap Sounion.
Bevor wir unseren Ankerplatz einnehmen konnten, war allerdings noch ein bisschen Aufmerksamkeit gefragt. Johannes und Christine beobachteten genau den Meeresgrund, damit der Anker nicht ausgerechnet zwischen den Felsen landete. Sie gaben Martin schließlich das entscheidende „Okay“.
Kurz zuvor hatte es noch eine kleine Schrecksekunde gegeben: Eine beinahe Kollision sorgte für etwas Aufregung an Bord, aber Martin reagierte geistesgegenwärtig und wich dem anderen Boot geschickt aus.Der erste Tag und schon voll die Action.
Zwischen den vielen anderen Segelbooten fanden wir schließlich unseren Platz – direkt unterhalb des Poseidon-Tempels. Was für eine Kulisse!
Und dann kam Lorenz zu seinem großen Moment: Er setzte zum ersten Mal den Anker.
Kaum lag das Boot sicher, wurde die Badeleiter ins Wasser gelassen und es dauerte nicht lange, bis die ersten Crewmitglieder im herrlich klaren Wasser verschwanden.
Johannes und ich schnappten uns währenddessen das SUP und paddelten an Land. Schließlich mussten wir noch einen Tisch in einer der Tavernen für den Abend reservieren.

Diejenigen, die an Bord geblieben waren, durften sich derweil über frischen Käsekuchen zum Kaffee freuen, den ich am Morgen noch gebacken hatte. Man muss schließlich auch auf die kulinarische Versorgung der Crew achten.


Nach und nach waren fast alle im Wasser, anschließend wurde an Bord ausgiebig gechillt. Die letzte Nacht war schließlich für einige doch etwas länger gewesen.
Am Abend ging es dann mit dem Dinghi an Land. Von dort führte ein Aufstieg hinauf zum Poseidon-Tempel.
Mut uns pilgerten gefühlt Tausende Menschen denselben Weg hinauf. Das Ziel war bei den meisten eindeutig: das perfekte Sonnenuntergangsfoto.


Für den stolzen Eintrittspreis von 20 Euro pro Person durften wir schließlich das Tempelgelände betreten.
Aber zugegeben: Die Atmosphäre dort oben war schon beeindruckend.
Der Poseidon-Tempel thront hoch über dem Meer, und die Aussicht ist einfach grandios. Überall Menschen, die vor den alten Säulen posierten, sich gegenseitig fotografierten und versuchten, den perfekten Moment einzufangen.
Wir natürlich auch.
Mit verschiedenen Posen entstanden dabei tatsächlich richtig tolle Fotos.


Und nachdem wir morgens schon so viel Glück mit dem fehlenden Wind hatten, hatten wir auch beim Sonnenuntergang Glück – allerdings auf eine etwas andere Art.
Der Himmel war tatsächlich bewölkt. Wahrscheinlich war das seit Wochen das erste Mal, meinte Johannes.
Aber egal, es war ein wunderschönes Erlebnis. Die Stimmung, der Tempel, das Meer und die Menschenmenge.
Um 19:40 Uhr kam dann die Durchsage, dass das Gelände nun verlassen werden müsse. Verstärkt wurde diese Aufforderung durch Trillerpfeifen.


Nach dem Abstieg ging es zurück in die Taverne, in der Johannes und ich vorher den Tisch reserviert hatten. Werner saß schon da und wartete auf uns.
Das griechische Essen war wirklich lecker! Bei gutem Essen, Wein und netten Gesprächen ließen wir den Tag langsam ausklingen.
Den Ouzo gab es dann allerdings erst wieder auf dem Boot.


Zurück an Bord verabschiedeten sich einige ziemlich schnell in ihre Koje. Die anderen blieben noch sitzen und aus den lustigen Gesprächen wurden irgendwann sogar richtig tiefsinnige.
So wurde es wieder später als geplant.
Der erste Törn hatte begonnen, der Poseidon-Tempel war erobert, der erste Anker erfolgreich gesetzt, die ersten Schwimmzüge waren gemacht – und die Crew hatte bereits bewiesen, dass sie nicht nur segeln, sondern auch gemeinsam lachen, essen und bis spät in die Nacht philosophieren kann.
Nur einer muss noch überzeugt werden:
DER WIND

Sep.

12

Als wir heute Morgen aufwachten, lachte die griechische Sonne vom Himmel.
Google empfahl uns ein kleines griechisches Café ganz in der Nähe unseres Apartments. Einige Einheimische hatten das Frühstücksangebot bereits für gut befunden und so setzten wir uns einfach dazu. Kaffee, ein kleines Frühstück , besser konnte der erste Morgen kaum beginnen.

Währenddessen schrieb uns Kostas, der Eigner unseres Schiffes, dass er bereits an Bord der GEORGINA sei. Wir überlegten kurz, ob wir zu Fuß zur Marina gehen sollten, entschieden uns dann aber doch für ein Taxi. Schließlich wollten wir frisch und munter am Schiff ankommen und nicht schon vor dem ersten Segeltag völlig durchgeschwitzt sein.

Kostas empfing uns herzlich und machte mit Martin gleich eine ausführliche Bootsbegehung. Und da konnte man schon nach wenigen Minuten erkennen: Die beiden alten Seebären waren sofort auf einer Wellenlänge. Es wurde gefachsimpelt, geschaut und erklärt. Männer und Boote , manchmal braucht es eben nicht viele Worte.
Während Martin sich mit Kostas und der Technik beschäftigte, machte ich mich über die Kabinen her und hübschte die noch ein bisschen auf und inspirierte die Küche. Schließlich will man ja wissen, womit man es in den nächsten Tagen zu tun bekommt.

Die Georgina, übrigens nach der Tochter von Kostas benannt, erwies sich als richtig gut ausgestattetes Schiff.
Ich bereitete derweil schon einmal Kaffee und Tee vor. Stefan aus Leipzig wollte sich um Kuchen und Milch kümmern.
Kurz nach zwei Uhr hörte ich plötzlich vertraute Stimmen. Susi und Lorenz, meine besten Freunde, waren angekommen und hatten gleich Stefan mitgebracht. Oder war es umgekehrt? So genau ließ sich das im allgemeinen Ankunftstrubel nicht mehr nachvollziehen.

Kurz darauf staunten wir nicht schlecht, als ein Auto mit Münchner Kennzeichen vor dem Boot hielt. Christine und ihr Sohn Johannes stiegen aus. Ihr Mann hatte die beiden gebracht, machte sich danach aber wieder auf den Weg, denn gemeinsam mit dem anderen Sohn Benedikt hatte er noch eine tolle Autotour durch den Balkan vor sich zurück nach München.
Unsere Crew war damit fast komplett. Werner aus der Schweiz sollte erst gegen Abend eintreffen.

Bei Kaffee und Kuchen ,Christine hatte zusätzlich noch eine herrlich leckere Melone mitgebracht, begann erst mal das große gegenseitige Kennenlernen.
Währenddessen hatte Martin bereits die Einkaufsliste in Angriff genommen. Und perfekt, wie er ist. wird nicht einfach planlos eingekauft, sondern akribisch geplant.
Nach etwa einer Stunde schwärmten wir aus. Martin wollte sich lieber weiter mit dem Boot vertraut machen. Wir anderen sechs machten uns auf den Weg, um den Wocheneinkauf für acht Personen zu organisieren.
Klingt einfach. War es aber nicht.

Zunächst fragten wir ein Taxi. Der Fahrer sah uns kurz an, überlegte es sich anders und fuhr einfach davon. So schrecklich sahen wir doch gar nicht aus. Ein Uber-Van wollte die kurze Strecke ebenfalls nicht fahren.
Also gut. Dann eben zu Fuß.
Eine halbe Stunde später standen wir vor einem riesigen Supermarkt.
Christine hatte die Einkaufsliste inzwischen in unsere WhatsApp-Gruppe gestellt und jeder übernahm einen Teil. Um 18 Uhr wollten wir uns wieder treffen. Was dann folgte, war eine Art Schnitzeljagd für Erwachsene – nur mit Einkaufswagen.
Nach und nach konnte ich viele Dinge von der Liste abhaken. Doch kaum war ein Punkt erledigt, stellte sich heraus, dass irgendetwas anderes fehlte. Also musste wieder jemand zurück durch die endlosen Gänge des Supermarktes.
Das brauchen wir noch!“
Wo ist denn das?“
Hat jemand Oliven?“
Wir brauchen noch Milch!“
Und irgendwo dazwischen versuchte wahrscheinlich jeder, den Überblick zu behalten.
Endlich hatten wir tatsächlich alles beisammen. Acht voll beladene Einkaufswagen rollten Richtung Kasse. Da wurde uns dann langsam bewusst, was wir eigentlich angerichtet hatten.

Nach dem Bezahlen stellte sich nämlich die nächste Herausforderung: Wie bekommen wir das alles zurück zur Marina? Der Supermarkt liefert am Samstag Nachmittag nicht mehr.
Ein Taxi zu bekommen, erwies sich erneut als kleine Herausforderung. Stefan nahm die Sache schließlich selbst in die Hand und hielt einfach ein Taxi auf der Straße an.
Der Fahrer staunte nicht schlecht, als er unsere Berge von Kisten und Tüten sah. Alles passte natürlich nicht hinein.
Also brauchten wir noch ein zweites Taxi.
Lorenz, Susi und Stefan fuhren mit dem ersten Wagen schon einmal Richtung Marina, während Christine, Johannes und ich auf das zweite Taxi warteten.
Als es endlich da war, wurde eingeladen, umgeladen und irgendwie alles verstaut. Dann ging es Richtung Marina.
An der Hafenschranke wollte uns der Security-Mitarbeiter zunächst nicht durchlassen. Gerade war ein Tageskreuzfahrtschiff zurückgekommen und eine riesige Menschenmenge spazierte durch den Hafen.
Es folgten Diskussionen, Erklärungen, Ausladen, wieder Einladen und noch einmal Erklärungen.
Nach längerem Hin und Her durften wir dann tatsächlich bis zum Schiff weiterfahren.

Mittlerweile war auch Werner aus der Schweiz angekommen und damit war unsere Crew nun vollständig.
Das Verräumen der Einkäufe dauerte allerdings deutlich länger als gedacht. Schließlich mussten Lebensmittel, Getränke und all die anderen wichtigen Dinge ihren Platz finden.
Inzwischen war es schon ziemlich spät geworden. Einige hatten keine Lust mehr, noch in die Stadt zum Essen zu gehen.
Also wurde kurzerhand improvisiert.
Ich zauberte eine typisch einfache griechische Brotzeit auf den Tisch: Tomatensalat, die Tomaten schmecken hier einfach mega, und ein bisschen Salami, Oliven und allerlei Kleinigkeiten.
Martin, Christine und Johannes hielten dagegen am ursprünglichen Plan fest und machten sich noch auf den Weg in die Stadt zum Essen.
Wir anderen blieben auf der Georgina.

Und das sollte sich als ausgesprochen gute Entscheidung herausstellen.
Gegenüber wurde nämlich gerade der 40. Geburtstag einer gewissen Helma gefeiert. Die Musik war dermaßen laut, dass wir auf unserem Schiff praktisch mittendrin statt nur dabei waren.
Also wurde kurzerhand auf dem Boot mitgetanzt.
Dann sorgte auch noch eine beeindruckende Drohnenshow über dem Hafen für staunende Gesichter. Wir saßen zusammen, sinnierten über Gott und die Welt, erzählten Geschichten, lachten und genossen einfach den ersten Abend.
Und natürlich durfte nach diesem durchaus sportlichen Einkaufstag auch eine kleine Belohnung nicht fehlen.
Die erste Flasche Ouzo wurde geköpft.
Schließlich hatten wir uns das nach acht vollen Einkaufswagen, zwei Taxis und diversen Diskussionen an der Hafenschranke redlich verdient.
Wir vergaßen dabei völlig die Zeit.

Als Martin, Christine und Johannes gegen 23 Uhr vom Restaurant zurückkamen, staunten sie nicht schlecht über die ausgelassene Stimmung an Bord.
Der erste Tag war damit eigentlich schon perfekt für sich gewesen: Sonne, ein neues Schiff, eine bunt zusammengewürfelte Crew, ein Großeinkauf als logistisches Abenteuer, zwei Taxis, eine Hafensperre, Ouzo, Musik und eine Drohnenshow.
Und dabei sollte unser eigentlicher Segeltörn erst morgen beginnen.
Wenn das ein Vorgeschmack auf die nächsten Tage war, konnte es eigentlich nur gut werden.
und sind gespannt, wohin uns Wind und Wetter am nächsten Tag führen werden.

Sep.

11

Nach einigen Tagen voller Vorbereitungen für die Crew und Martins technische Bastelei, um sein gesamtes Equipment wieder auf den neuesten Stand zu bringen, war es heute endlich soweit: Wir machen uns auf den Weg nach Griechenland.

Heute Mittag ging es zunächst nach München zum Flughafen. Ab morgen startet der erste von insgesamt vier Törns durch die herrlichen Kykladen – eine traumhafte Inselwelt mitten in der Ägäis, die uns in den nächsten Wochen hoffentlich mit viel Sonne, Wind und ganz viel griechischem Lebensgefühl verwöhnen wird.

Unser Flug mit Aegean Airlines hatte zwar etwas Verspätung, aber am Flughafen findet sich ja bekanntlich immer etwas, womit man die Zeit totschlagen kann. Der Flug selbst verlief dann erstaunlich entspannt.
Kaum in Athen angekommen, begann allerdings der weniger entspannte Teil des Abends …
Unser vorab gebuchtes Taxi hatte aufgrund unserer Verspätung kurzerhand storniert. Also hieß es: Koffer schnappen, Menschenmassen durchqueren und möglichst irgendwo ein neues Uber-Taxi auftreiben. Zwischen unzähligen Menschen, Koffern und gefühlt tausend Autos war die Suche nach unserem Fahrer fast schon die erste Hürde .
Aber irgendwann war auch diese Herausforderung gemeistert.

Kurz vor ein Uhr nachts erreichten wir schließlich unser kleines Apartment.
Jetzt heißt es erst einmal schlafen – denn morgen geht es richtig los!
Die Kykladen warten auf uns.
Der erste Törn kann beginnen.

Aug.

19

Heute Morgen hat Götz eine wunderbare Nachricht erhalten. Ein Dokumentarfilm von seiner Frau Katrin und ihm wurde in Los Angeles mit einem Award ausgezeichnet. Da hat er sich ganz arg gefreut und wir haben ihm alle gratuliert. Isabel hat sich den Teaser des Films von „Als ich aufwachte, war ich tot“ auf Götz’s Tablet angeschaut. Sehr interessant , spannend und unglaublich zugleich.


Zum Frühstück gab’s wieder frische Croissants und wir konnten uns raus setzen, aber es war schon ganz schön frisch, wenn man noch an die Temperaturen von letzter Woche denkt.

Isabel hat seit heute Schleusendienst, weil ich schon nach Hause fahre. Dann ist für mich die Hausboot Saison für dieses Jahr beendet, aber in drei Wochen geht es ja in Griechenland weiter. Da freue ich mich schon , den einen oder anderen auf den Törns wiederzusehen. Heute war die Fahrerei nicht ganz so zäh, weil auf dem Abschnitt ein bisschen mehr Wasser ist. Wir konnten sogar ohne Mühe einem kleinen Hausboot , dass uns entgegen kam, ausweichen und fuhren über die Kanalbrücke.

Nach dem Anlegen in Bissert fuhren wir in die Mühle Roeser, da waren Martin und ich vor ein paar Wochen schon mal. Götz wollte das mit in seinen Film einbinden. Herr Roeser erwartete uns schon und erklärte uns die ganzen Abläufe , die Maschinen und er führte uns bis in den vierten Stock hinauf. Die Mühle ist vom 15. Jahrhundert, mit funktionierendem Mühlrad , und der Müller, Herr Roeser, hat das 1975 von seinem Großvater übernommen. Mittlerweile ist er 71 und sucht einen Nachfolger. Das wird schwer, denn da muss man noch richtig körperlich arbeiten. Nach der interessanten Führung lud er uns sogar noch auf eine Erfrischung ein.

Für das Flammkuchenessen jeden Freitag hätte er keinen Platz mehr, weil man muss 3 Wochen im voraus reservieren. Das soll der beste im Umkreis sein und jetzt dürfen wir doch noch dazu kommen. Da freu ich mich schon sehr.

Auf dem Rückweg erledigten wir noch einen Einkauf und auf dem Boot gab es verspätet Kaffee und Kuchen. Danach war chillen angesagt, bevor Martin und Götz das Auto wieder zur nächsten Anlegestelle voraus gefahren haben und schön am Radweg vom Saarkohlekanal mit den Rädern zurück aufs Boot gekommen sind. Ich hab derweil die Fleischpflanzerl vorbereitet und Isabel hat die Kartoffeln geschält. Um acht gab es oben an Deck das Abendessen , Fleischpflanzerl mit Kartoffeln und einer Gemüsepfanne. Danach lauschten wir wieder den spannenden Geschichten von Götz

Aug.

18

Obwohl es am Morgen noch ziemlich frisch war, konnten wir tatsächlich an Deck frühstücken. Zum Frühstück war Götz schon zu ersten Späßen aufgelegt – die Eierschalen mussten dran glauben.
Vorher hatte er bereits ein paar Filmsequenzen gedreht und die Drohne in Richtung Marienkapelle geschickt. Gut gelaunt hieß es dann gegen 10 Uhr Leinen los.
Bevor wir starteten, verkabelte uns Götz noch kurzerhand. Er wollte unsere Kommunikation während der Fahrt einmal mitschneiden. Martin gab die Kommandos und so kamen wir wieder einmal perfekt aus unserer maßgeschneiderten Parklücke heraus.


Gleich danach erwarteten uns eine Schleuse und ein Trockendock. Götz lief voraus, um uns von außen zu filmen. Das Schleusen klappte wie immer prima.


Der anschließende Kanalabschnitt war zwar wunderschön idyllisch und wunderbar authentisch, aber der enorme Wassermangel machte sich hier ganz besonders bemerkbar. Es fehlt mindestens ein halber Meter Wasser! Martin konnte deshalb nur mit maximal drei Stundenkilometern fahren. Man sah sogar deutlich die Schlammrinne , die hinter dem Ruder aufgewirbelt wurde und viele Bäume links und rechts am Ufer sahen schon fast wie im Spätherbst aus. Nur das Schilf wucherte.


An der zweiten Schleuse stieg Götz wieder aus. Mit dem Klappradl begleitete er uns auf dem Radweg um weitere Aufnahmen von außen und mit der Drohne zu machen. Isabel und ich hatten derweil einen wichtigen Job: Wir saßen brav vorne am Bug und gaben die perfekten Statisten.


Auch unsere Ankunft und das Anlegen im Port de Plaisance von Saaralbe wurden von Götz und seiner Drohne festgehalten. Alles lief wieder einmal wie am Schnürchen.
Und während wir noch richtig beim Anlegen waren, lief an Bord bereits die Kaffeemaschine. Die Sahne für den Zwetschgendatschi war ebenfalls schon fertig.


Nach dem Kaffeetrinken schwangen sich Martin und Götz wieder auf die Fahrräder. Sie fuhren zurück zum Auto nach Wittring, während Isabel und ich uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt machten.


Schon von weitem ist die Kirche Saint Martin zu sehen. Sie ist etwas ganz Besonderes. Vor Ort wird sie sogar gerne als Kathedrale der Saar bezeichnet.
Die Kirche wurde zwischen 1904 und 1907 erbaut , in einer Zeit, als Sarralbe zum Deutschen Reich gehörte. Entworfen wurde sie nach den Plänen des Bonner Architekten Johann Adam Rüppel. Besonders beeindruckend sind die beiden Türme, die fast 70 Meter in den Himmel ragen.
Direkt neben der Kirche steht mit dem Porte d‘ Albe, ein echtes Stück Mittelalter. Der alte Stadttorturm stammt bereits aus dem 12. Jahrhundert und ist damit mehrere hundert Jahre älter als die imposante Kirche.


Anschließend schauten wir uns noch die alte Mühle von Sarralbe zumindest von außen an. Sie liegt direkt an der Saar, am Zusammenfluss mit der Albe. Die Ursprünge der Mühle reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Seit sechs Generationen wird sie als Familienbetrieb geführt und verbindet traditionelles Müllerhandwerk mit moderner Mühlentechnik.
Im 14. Jahrhundert gehörte die Mühle einst den Bischöfen von Metz.


Damit hatten wir Sarralbe auch schon ziemlich gut erkundet. Viel mehr hat die kleine Stadt leider nicht zu bieten. Also machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Boot.
Martin und Götz waren inzwischen mit dem Auto schon zum nächsten Anlegeplatz vorausgefahren und kamen gegen 18 Uhr wieder zurück.
Und dann hatten sie Glück im Unglück: Kaum waren sie wieder da, fing es an zu regnen. Allerdings war der Spuk nach einer guten Stunde auch schon wieder vorbei.
Heute beschlossen wir, in eine Pizzeria essen zu gehen, leider hatten die französischen Restaurants alle zu. Aber es war sehr lecker und der Besitzer total freundlich. So ging wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Aug.

17

Temperatursturz! Ich will ja nicht sagen „endlich“, aber es tut schon mal richtig gut, nicht bereits am frühen Morgen zu schwitzen. Beim Frühstück fing es sogar an zu regnen. So genossen wir die frische Luft und konnten dank unseres Sonnendaches trotzdem draußen sitzen bleiben .
Martin erklärte uns noch kurz die Route und kurz vor Mittag hieß es dann: Leinen los. Unser heutiges Ziel war Wittring.


Bei angenehmen Temperaturen tuckerten wir, inzwischen wieder bei Sonnenschein, ganz gemütlich durch die ursprüngliche Landschaft des Saarkohlekanals. Götz war mit seiner Filmkamera überall präsent. So langsam bemerken wir ihn schon gar nicht mehr , genau das ist wahrscheinlich die beste Voraussetzung für natürliche Aufnahmen.


Langsam näherten wir uns unserem Ziel, dem Port de Plaisance von Wittring. Martin, locker wie immer: „Da ist Platz.“
Als er langsam um die Kurve fuhr, stellte sich allerdings heraus, dass genau dort, wo er hinwollte, ein kleineres Boot mit einigen Arbeitern lag. Also hieß das Kommando zunächst: an dem alten Kahn „Rhone“ festmachen.
Martin fuhr ganz langsam heran, die Vorspring konnte ich noch hinüberwerfen und festmachen. Für die Vorleine musste ich allerdings auf die alte „Rhone“ klettern. Also vorne festgemacht und schnell wieder nach hinten zur Heckleine. Alles sitzt, alles hält.
Martin ging über die „Rhone“ , wie witzig,an Land und sprach mit den Arbeitern auf dem kleineren Boot. Die rückten ein Stück nach vorne und damit war klar: umparken und alles beginnt von vorne.
Martin lenkte die Vlinder anschließend millimetergenau in die entstandene Lücke. Perfekt! Jetzt lag sie gut festgemacht und wir konnten erst einmal aufatmen.

Wie inzwischen fast jeden Tag hieß es danach: Fahrräder runter und zurück zum Auto. Diesmal fuhr ich ebenfalls mit dem kleinen Klapprad mit, denn Martin hatte für den Nachmittag einen ganz besonderen Termin vereinbart.
Um 15 Uhr erwartete uns Herr Weißkircher, ein Kunsthistoriker, zu einer Führung durch die außergewöhnliche Kirche von Zettring. Wir waren echt total begeistert. Er erzählte mit so viel Begeisterung, dass die Atmosphäre der Kirche, die wunderschönen Buntglasfenster und all die kleinen Details plötzlich noch viel lebendiger wirkten.
Die Kirche entstand in mehreren Bauphasen. Zuerst gab es den runden Wachturm aus dem 12. Jahrhundert, der heute als Glockenturm dient. Später kam das romanische Kirchenschiff hinzu und schließlich der gotische Chor aus dem Jahr 1434.
Während Herr Weißkircher erzählte, setzte sich plötzlich ein kleiner Schmetterling auf den Altar. Er nahm ihn vorsichtig auf und setzte ihn mir auf die Hand und ich brachte ihn anschließend nach draußen.
Für alle, die es vielleicht noch nicht wissen: Vlinder ist holländisch und bedeutet Schmetterling. Was für ein schöner, kleiner Zufall .
Nach etwa einer halben Stunde verabschiedete sich Herr Weißkircher wieder und machte sich zurück auf den Weg ins Rathaus. Götz nutzte die Gelegenheit noch für einige schöne Luftaufnahmen und ließ seine Drohne , natürlich mit Genehmigung,über der Kirche aufsteigen.


Anschließend fuhren Martin und Götz mit dem Auto zurück zur Vlinder, während ich gemütlich mit einem der E-Bikes unterwegs war.
Am frühen Abend erwarten wir dann Martins Schwester Isabel aus Berlin. Martin wird sie am Bahnhof in Sarreguemines abholen. Und da der berühmte Wallfahrtsort Lourdes nicht allzu weit entfernt liegt, haben wir beschlossen, nach ihrer Ankunft gemeinsam noch einen Abstecher dorthin zu machen. Als wir alle im Auto saßen, fragte ich vorsichtshalber noch mal Google wegen Lourdes. Das war leider nicht der bekannte Wallfahrtsort mit der Marienerscheinung, der liegt in Südwestfrankreich. Hier in der Gegend gibt es 180 Lourdes Grotten in 252 Gemeinden. Ok, nachdem wir Isabel abgeholt haben, fuhren wir trotzdem zu der kleinen Grotte. Ganz unspektakulär, aber ganz nett gemacht.


Daheim an Bord gab es SpinatSpaghetti und Salat und da danach noch einen Affogato für die Gäste. Um 22.00 haben wir dann doch noch die Erleuchtung bekommen. Um 22.00 Uhr fing die kleine Kapelle am Berg an zu leuchten, das sah wunderschön aus.

Aug.

16

Heute gab es mal wieder echte französische Croissants zum Frühstück .
Götz war schon früh wach und hatte sich auf die Suche nach schönen Motiven im Morgenlicht gemacht. Er wird einen kleinen Werbefilm über die Vlinder und das Leben an Bord drehen.


Vor uns lagen heute nur knapp 11 Kilometer bis Zettring, allerdings mit fünf Schleusen bergauf. Martin und Götz besprachen beim Frühstück noch den Ablauf für die Dreharbeiten, dann legten wir ab.
Kurz nach dem Start kamen wir an der Majesty of the sea vorbei. Leider wird der Verfall des einst so schönen Schiffes inzwischen immer deutlicher sichtbar. Es ist wirklich schade, ein solches Schiff so vor sich hin verfallen zu sehen.

Schon bald erreichten wir die erste Schleuse . Wegen des niedrigen Wasserstands musste Martin heute sogar noch langsamer fahren als ohnehin schon. Gemütlich ist es ja sowieso unser Motto ,aber im Moment ist wirklich Geduld gefragt.
An der vierten Schleuse stieg Götz aus, schnappte sich das kleines Klapprad und fuhr ein Stück voraus. Von außen konnte er die Vlinder bei der Schleuseneinfahrt und später auch bei der Ausfahrt filmen. Das Wetter passte dafür noch perfekt. Und dann kam uns tatsächlich noch eine kleine Motoryacht entgegen.


Am späten Nachmittag machten sich Martin und Götz mit den Rädern auf den Weg zurück nach Sarreguemines, um das Auto zu holen. Ich begleitete die beiden noch ein Stück, denn ich hatte in Sarreinsming eine alte Mühle entdeckt, die ich mir unbedingt anschauen möchte.
Die Moulin de Sarreinsming ist ein historisches Bauwerk aus dem Jahr 1727 und hat sogar noch ein gut sichtbares Wasserschaufelrad. Da wollte ich ein paar Fotos machen.

Martin und Götz fuhren weiter nach Sarreguemines. Sie machten sogar direkt bei der Majesty of the sea Halt und konnten durch ein zerbrochenes Fenster in den einen Innenraum schauen. Bevor es dann mit dem Auto retour ging radelten sie noch mal lurz durch die Stadt.


Es war inzwischen ziemlich drückend geworden und in der Ferne grollte bereits der Donner. Das Gewitter zog aber glücklicherweise ganz schnell in eine andere Richtung und verschonte uns. Zur Belohnung wartete schon Kaffee und Kuchen.


Zum Abendessen gab es eine bunte, gemischte Brotzeit. Danach saßen wir wieder zusammen und lauschten den spannenden Erlebnissen von Götz. So verging der Abend wie im Flug , bis es schließlich richtig frisch wurde und wir uns in die Kojen zurückzogen.

Aug.

15

Am Morgen bekamen wir Besuch am Schwimmsteg: Ein Reiher stolzierte ganz selbstbewusst über den Steg und spekulierte offensichtlich auf einen kleinen Frühstücksfisch. Wir selbst frühstückten heute eher nebenbei.


Martin nutzte den ruhigen Vormittag, um noch einmal die kommenden Stationen unserer Route für die nächsten Tage auszuarbeiten, während ich die Betten frisch bezog. So verging der Tag ganz entspannt und ohne große Ereignisse.
Am späten Nachmittag machte sich Martin auf den Weg nach Saarbrücken, um unseren neuen Gast Götz vom Bahnhof abzuholen. Götz und seine Frau Katrin waren bereits im Januar mit uns in Französisch-Polynesien dabei. Leider konnte Katrin dieses Mal aus privaten Gründen nicht mitkommen , was wir sehr schade finden. Das Warten auf den Zug veersüßte sich Martin mit Eis und Kaffee.


Nach der langen Bahnfahrt von Berlin war für Götz an Bord erst einmal Erholung angesagt. Zur Erfrischung gab es einen schönen Eiskaffee, bevor wir später gemeinsam an Deck zu Abend gegessen haben.


Dabei erzählte Götz spannende Geschichten aus seinem Alltag als Filmemacher und Regisseur. Bis in die Nacht wurde dann noch übers Bootfahren und Segeln gefachsimpelt.

Aug.

14

Endlich hat der Autobahnlärm ein Ende. Gegen Mittag legten wir ab Richtung Sarreguemines. Martin drehte die Vlinder und los ging es. Bye bye Saarbrücken. Die Stadt ist ja echt schnuckelig und der Liegeplatz wäre perfekt, wenn die Autobahn nicht daneben laufen würde. Wir fuhren vorbei an den kleinen Partybötchen, die noch ruhig im Wasser lagen und auf Besucher warten.

Dann ging es zur 4560 , das ist die so genannte Graffiti Hall of Fame in Saarbrücken. Da hab ich beim letzten Mal schon darüber geschrieben . An dieser Graffitiwand erlaubt die Stadt, Graffiti zu sprayen, und will auf diese Weise die Kreativität der Jugendkultur fördern. Die Wand erstreckt sich über 450 Meter und besitzt 1800 Quadratmeter Fläche.


Nach einer Stunde kam die erste Schleuse. Nach den riesigen Schleusen auf der Mosel und auf der Saar war die kleine Schleuse mit der üblichen Kammergröße 38×5 m für Kanäle eine Wohltat . Das war die letzte deutsche Schleuse, bei der nächsten sind wir zurück in Frankreich. Deswegen muss auch der Flaggenwechsel wieder vollzogen werden. Nach der zweiten Schleuse kamen wir an einem Kanuverleih vorbei. Da waren einige unterwegs und nachdem Martin hupte, reihten sich alle am Ufer auf und machten uns Platz. Kaum waren wir vorbei, verteilten sie sich wieder und paddelten hinter uns her.


4 Schleusen hatten wir insgesamt bis Sarreguemines. Ab Frankreich haben wir wieder eine Fernbedienung bekommen um die Schleusen per Funk zu aktivieren. Das funktioniert hier super.

Dann gin es noch vorbei am alten Schiffs-Schrottplatz, wo diverse alte Peniche auf ihr Ende warten.

Ankunft im Hafen war kurz nach halb vier. Unser Platz, den wir gestern reserviert hatten, war durch die Amarok belegt. Den haben wir schön öfter getroffen und er hat eigentlich weiter oben einen Jahresliegeplatz. Warum er hier immer Plätze blockiert, muss man nicht verstehen. Egal, weiter vorne war auch noch Platz und Martin hat Millimeter genau eingeparkt. Da war kein ganzer Meter mehr Platz, das kann er halt. In der Capitanerie erledigte er gleich die Bezahlung der Liegegebühr und dann kauften wir noch schnell ein paar Sachen für den Feiertag morgen ein.

Zurück auf der Vlinder forderte Martin eine Revanche ein für die verlorenen Backgammon Spiele von gestern. Auf Deck war es einigermaßen erträglich, hat aber nichts genützt. Wir spielten 2:2 unentschieden. Ich hatte ja einen guten Lehrmeister. Ich genoss noch die schöne abendliche Stimmung an Deck und hab mein Buch weitergelesen, während Martin unten im Salon eine Hausbootreportage über die Lahn angeschaut hat.

Aug.

13

Die letzten drei Tage waren eine bunte Mischung aus Arbeit, kleinen Abenteuern und ganz viel sommerlichem Saarland.
Am Dienstag stand zunächst das an, was zwischen dem Gästewechsel eben auch erledigt werden muss: Wäsche waschen, Kabinen putzen und alles wieder schön für die nächsten Gäste herrichten. Während ich mich um die üblichen Dinge an Bord kümmerte, hatte Martin eine andere wichtige Mission: Er wollte herausfinden, wo man noch diese begehrten Sofi-Brillen bekommt.
In ganz Saarbrücken waren sie ,wie offenbar überall , ausverkauft. Man weiß ja auch erst seit heute, dass Sofi ist. Aber ChatGPT war schlauer. In Sulzbach, rund 20 Kilometer von Saarbrücken entfernt, sollte es angeblich noch welche geben. Also hieß es: zum Auto laufen, nach Sulzbach fahren und schauen, was passiert.
Vor dem Geschäft angekommen, wartete allerdings eine riesige Schlange. Ich ging derweil einkaufen und Martin ging über die Straße zu dem Optiker. Natürlich hatte er wieder einmal Glück. Die Brillen gab es nur im Fünferpack für 30 Euro. Gerade als Martin sich hinten anstellte, kam jemand aus dem Geschäft und meinte, er brauche eigentlich nur zwei. Ob ihm jemand die restlichen drei abkaufen wolle?


Martin musste nicht lange überlegen. Er nahm die drei und verkaufte gleich eine davon weiter. So trafen wir uns tatsächlich fast gleichzeitig wieder am Auto. Ich hatte schon befürchtet, ewig in der Hitze warten zu müssen.
Zurück in Saarbrücken stellten wir das Auto etwas außerhalb der Innenstadt ab und liefen zu Fuß zurück. Erst gönnten wir uns ein Eis, anschließend bummelten wir gemütlich durch die Fußgängerzone und den Park zurück zur Vlinder. Viel zu tun gab es für den Rest des Nachmittags nicht mehr. Also hieß es: einfach das schöne Wetter genießen.

Gegen sechs Uhr packte ich schnell ein kleines Picknick und eine Decke in meinen Rucksack und dann ging es mit den E-Bikes rund zehn Kilometer hinaus aus der Stadt auf einen Berg. Von dort wollten wir die Sonnenfinsternis beobachten.
Natürlich waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. Der halbe Berg war bereits bevölkert . Familien mit Kindern, Filmer, Fotografen und einfach jede Menge Menschen, die sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen wollten.
Da der Mond die Sonne nur zu etwa 90 Prozent bedeckte, blieb es zwar hell, aber das Licht veränderte sich spürbar. Die Stimmung war irgendwie ganz besonders. Weil wir mit den Rädern unterwegs waren, machten wir uns allerdings etwas früher auf den Rückweg. Wenn anschließend alle Autos gleichzeitig über den Feldweg wieder auf die Straße wollten, fühlten wir uns dann doch etwas sicherer.


Die Strecke zurück war wunderschön. Das Wetter und die angenehme Abendstimmung lockten noch viele Menschen auf die Rad- und Spazierwege. Kurz nach neun waren wir wieder auf der Vlinder. Es war noch so angenehm draußen, dass ich mich mit meinem Buch aufs Deck setzte, während Martin es sich vor dem Fernseher gemütlich machte.
Sternschnuppen gibt es im Saarland wahrscheinlich keine – jedenfalls habe ich keine einzige gesehen. 💫
Übrigens liegt die Diogene seit gestern hinter uns. Der Skipper kam rüber und begrüßte uns, das war total schön.
Am Donnerstagmorgen hatte Martin dann wieder etwas zu tun. Im Steuerstand baute er die neuen Ventilatoren ein. Bei diesen Temperaturen wirklich dringend nötig.
Ich nutzte die Zeit für einen kleinen Stadtbummel durch die Saarbrücker Fußgängerzone. Und ich muss sagen: Die Stadt hat wirklich noch einige schöne, kleine und individuelle Geschäfte zu bieten. Es sind eben nicht nur die großen Ketten, die das Stadtbild prägen.
Als ich wieder auf die Vlinder kam, war mein fleißiges Bienchen immer noch am Werkeln. Die Ventilatoren waren inzwischen montiert und danach zauberte Martin auch noch Raffrollos für die „Windschutzscheibe“ im Steuerstand hin.
Als er endlich fertig war, hatte er sich erst einmal Kaffee und Kuchen verdient.


Der Park, vor dem die Vlinder liegt, wird wegen der Hitze erst am späten Nachmittag und Abend richtig lebendig. Und mehrmals am Nachmittag fährt ein kleiner Eiswagen durch den Park. Er macht dabei mit einer ganz originellen Glocke auf sich aufmerksam.


Gegen halb fünf fuhren wir mit den Rädern zum Auto und brachten es schon einmal nach Sarreguemines, unser morgiges Ziel nach der Pause, voraus. Natürlich musste auf der Autobahn noch schnell ein Schnappschuss von der Vlinder gemacht werden.


In der Marina von Sarreguemines meldeten wir uns in der Capitainerie schon einmal für einen Platz am nächsten Tag an. Kein Problem , da viele Boote übers Wochenende unterwegs sind, können wir dort zwei Tage bleiben.
Danach hieß es wieder aufs Fahrrad und am Ufer entlang zurück nach Saarbrücken.
Die Strecke ist wirklich idyllisch. Allerdings hat sich das frische Grün längst in trockenes Braun verwandelt. Der fehlende Regen macht sich überall bemerkbar. Besonders die Sonnenblumenfelder und der Mais sehen leider ziemlich trostlos aus.


Trotzdem waren viele Menschen unterwegs. Die Biergärten und Cafés am Wasser waren gut besucht und auch wir legten noch einen kleinen Zwischenstopp bei der „Wilden Ente“ ein. Das Lokal kannten wir noch vom letzten Jahr.


Nach einer kurzen Erfrischung ging es zurück zur Vlinder. Martin bekam noch einen leckeren Eiskaffee und dann haben wir seit Langem mal wieder ein paar spannende Runden Backgammon und Kniffel gespielt.


Das Ergebnis verrate ich hier lieber nicht😬, nur soviel, dafür hab ich letztes Mal verloren.
Am Abend drehten wir noch eine gemütliche Runde durch die Saarbrücker Innenstadt. Die Lokale waren fast überall gut gefüllt – kein Wunder, schließlich nutzen bei diesen Temperaturen alle die kühleren Abendstunden.

Aug.

7

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Großreinemachens. Nachdem uns an den letzten Anlegestellen der Wind jede Menge Blätter und Staub an Bord geweht hatte, rückte Martin draußen mit dem Wasserschlauch an. Das gesamte Deck wurde gründlich gereinigt und die Vlinder glänzte danach wieder wie neu.
Währenddessen war ich unter Deck beschäftigt und bereitete die Kabinen für unsere neuen Gäste Christiane, Irene und Ursula aus Freiburg vor. Heute brauchte ich nicht backen, denn Irene hatte sich angeboten, einen Kuchen mitzubringen.


Pünktlich zur Kaffeezeit trafen die drei mit einem großen Hallo ein. Christiane kennt Martin schon seit vielen Jahren, entsprechend herzlich war die Begrüßung. Schnell schlug ich noch frische Sahne zu dem leckeren Apfelkuchen auf, und gemeinsam ließen wir uns den Kaffee und den köstlichen Kuchen gemütlich an Deck schmecken.

Anschließend führte Martin unsere Gäste über die Vlinder, zeigte ihnen das Schiff und ihre Kabinen. Danach fuhren die drei noch zum Einkaufen . Martin und ich konnten derweil beim Rudertraining einer Mädchenmannschaft zuschauen. Da herrscht ein rauher Ton, aber die Mädels waren super.


Als unsere Gäste wieder zurück an Bord kamen, machte Martin mit Christiane und Irene noch eine Stadtbesichtigung in Saarlouis. Saarlouis im Saarland ist bekannt als die „französischste Stadt Deutschlands“. Sie wurde im Jahr 1680 vom französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. als Festungsstadt gegründet und nach ihm benannt. Die Stadt besticht durch ihren historischen Stadtkern, durch die lebendige Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und durch ein französisches Lebensgefühl mit vielen Bistros und Cafés.


Ich blieb mit Ursula zurück an Bord. Wir wollten uns dann um acht Uhr beim Griechen ums Eck zum Abendessen treffen.
Wir hatten einen tollen Platz auf der Terrasse mit Blick auf die Saar und mit musikalischer Unterhaltung. Im Bistro nebenan war heute eine Schlager und Mollorca Party. Das Essen war lecker und der junge Mann vom Service sehr nett. Zurück an Bord haben wir „Sechs mit“ von Christiane und Irene gespielt. Das gleiche Spiel spielten wir vor zwei Wochen auch bei Amy auf der Vivante . Ursula kannte das Spiel nicht, aber sie hat am Ende gewonnen. So ging dieser Tag recht lustig zu Ende. Als Irene, Christiane und Ursula recht müde von dem langen Tag in die Kabinen gingen, bin ich noch auf die Schlagerparty in den Biergarten gegangen.

Wann hat man schon mal sowas nebenan. Schön war’s , endlich mal wieder zappeln, obwohl ich später im Bett noch über den „Delfin in der Bauchtasche“ sinniert habe🤷‍♀️.

Aug.

6

Wie schnell doch eine Woche vergeht – das wurde uns heute wieder bewusst. Leider hieß es schon Abschied nehmen von unseren Gästen Martina und Norwin. Nach einem gemütlichen Frühstück wurden die Koffer gepackt und wir begleiteten die beiden noch zu ihrem Auto. Bevor sie die Heimreise antreten, wollten sie noch den Archäologiepark Römische Villa Borg besuchen. Ein schöner Abschluss ihrer Reise. Besonders gefreut haben wir uns über den lieben Eintrag von Norwin in unserem Gästebuch. Herzlichen Dank dafür.


Zurück an Bord hieß es für uns wieder: Leinen los! Unser heutiges Ziel war Saarlouis. Unterwegs stand noch eine Schleuse auf dem Programm. Beide Schleusentore standen bereits offen und Martin meldete sich per Funk an. Die Antwort kam jedoch prompt: Aus Gründen des Wassersparens wollte man uns nicht alleine schleusen. Also machten wir am Wartesteg fest und warteten geduldig auf weitere Boote. Offenbar macht man sich inzwischen auch auf der Saar Gedanken über den Wasserstand. Noch ist hier alles gut befahrbar, doch viele Kanäle sind schon wegen Wassermangel gesperrt
Nach gut einer halben Stunde sprang die Ampel endlich auf Grün und wir durften einfahren. Sechs Meter ging es anschließend nach oben.


Ein kleines Highlight wartete wenig später auf uns an einem kleinen Ladehafen: Dort wurde ein Boot von außen mit einem Dampfstrahler gereinigt. Das Kuriose daran: Eine Frau saß dabei in einem Arbeitskorb und fuhr Stück für Stück an der Bordwand entlang. Fast schon das Spannendste, was wir heute unterwegs gesehen haben.


Gegen halb drei erreichten wir Saarlouis. Zu unserer Freude war der Anlegeponton tatsächlich noch frei. Martin hatte gestern Nachmittag vorsorglich ein Reserviert-Schild angebracht. Tja, manchmal gilt eben doch: Frechheit siegt.


Anschließend schwangen wir uns auf unsere Fahrräder und fuhren zurück nach Merzig, um das Auto zu holen. Unterwegs erledigten wir noch den Einkauf, denn morgen dürfen wir bereits die nächsten Gäste an Bord begrüßen.
Den Abend ließen wir schließlich ganz entspannt ausklingen .

Aug.

5

Wieder begrüßte uns ein strahlender Morgen an der Saar bei Besseringen. Ganz früh lag ein Nebelschleier über dem Fluss . In der Nacht kühlt es zum Glück immer angenehm ab, sodass wir unser leckeres Frühstück ganz entspannt an Deck genießen konnten.
Nach dem Frühstück hieß es vom Skipper: Leinen los. Unser Ziel war heute Merzig. Die Etappe war bewusst kurz gewählt, damit Martina und Norwin genügend Zeit für ihren geplanten Ausflug zur Saarschleife hatten. Bereits nach etwa einer Stunde legten wir in Merzig an. Beim Festmachen ist Norwin inzwischen schon richtig eingespielt ,jeder Handgriff sitzt.
Nachdem wir angelegt hatten, machten sich Martina und Norwin auf den Weg zu ihrem Auto, das Norwin bereits am Vortag vorausgefahren hatte. Martin und ich nutzten die Zeit an Bord, erledigten ein paar Arbeiten und ließen gleich noch eine Maschine Wäsche laufen.
Schon bald erreichten uns die ersten Fotos von ihrem Ausflug. Von der Aussichtsplattform Cloef und dem Baumwipfelpfad bot sich ihnen ein wunderschöner Blick auf die Saarschleife. Beide waren begeistert. Anschließend fuhren sie weiter zur Römischen Villa Nennig.


Berühmt ist die Villa vor allem wegen ihres prachtvollen Mosaikbodens, der zu den spektakulärsten seiner Art nördlich der Alpen zählt. Damit gehört sie zu den bedeutendsten römischen Baudenkmälern des Saarlandes. Die Motive des außergewöhnlich gut erhaltenen Mosaiks sind weltweit bekannt und zeigen in acht symmetrisch angeordneten Bildfeldern den Ablauf eines Spektakels im Amphitheater .
Am späten Nachmittag kamen die beiden voller Begeisterung zurück an Bord und erzählten von dem faszinierenden Mosaik und dem herrlichen Ausblick über die Saarschleife. Danach gönnten wir uns alle noch eine kleine Pause, bevor wir uns gegen 19 Uhr zu Fuß auf den Weg in die Merziger Altstadt machten.
Martina hatte ein gemütliches, typisch saarländisches Lokal ausgesucht, das auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann. Der Jugendstilbau entstand um die Jahrhundertwende und beherbergte über drei Jahrzehnte eines der bekanntesten Warenhäuser der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Gebäude lange leer, wurde später von verschiedenen Eigentümern genutzt und diente zwischenzeitlich sogar als Autohaus. In den vergangenen Jahrzehnten zog schließlich die Gastronomie ein – und das war für uns ein Glücksfall. Das Essen war ausgesprochen lecker und mehr als reichlich.
Auch der Rückweg durch die Stadt war sehr schön. Die vielen gut erhaltenen Barockbauten verleihen Merzig einen ganz besonderen Charme.


Zurück an Bord durfte natürlich unsere inzwischen traditionelle Runde Wizard nicht fehlen. Diesmal spielten wir im Dunkeln bei Lampenlicht. Wir haben so viel gelacht, dass man unsere Kommentare eigentlich hätte aufnehmen müssen. Martin sicherte sich den Sieg, Norwin belegte den zweiten Platz.
Gegen 23 Uhr wurde es draußen spürbar frisch. Müde verschwanden wir nach einem rundum gelungenen Tag in unsere Kabinen. Nur Norwin blieb noch eine Weile an Deck, genoss die klare Nachtluft und die wohltuende Ruhe auf der Saar.

Aug.

4

Das Shoppingfieber ist ausgebrochen. Schließlich lag die Outletmetropole Mettlach direkt vor unserer Haustür. Unser erster Stopp war das Villeroy & Boch Outlet. Während Martin und Norwin sich Eintrittskarten für die Erlebniswelt – eine Kombination aus Geschichte, Ausstellung und Verkauf – kauften, blieben Martina und ich im riesigen Outlet zurück. Zwischen wunderschön gedeckten Tischen, edlem Porzellan und den liebevoll gestalteten Oster- und Weihnachtstellern gab es jede Menge zu entdecken. Martina fand ein kleines Mitbringsel, bevor wir gemeinsam weiter durch die Stadt schlenderten.


Mettlach ist ein wahres Paradies für Shoppingfreunde. Neben Villeroy & Boch gibt es zahlreiche weitere Outlets, unter anderem von WMF, MAC, Trigema, Vossen und Bassetti. Doch trotz der großen Auswahl blieb unser Geldbeutel heute weitgehend verschont. Für den Haushalt brauchen wir nichts und unsere Schränke sind ohnehin gut gefüllt. Lediglich Martina konnte bei Trigema einem schönen Shirt nicht widerstehen, sowie Martin einer Eisdiele, an der wir vorbei kamen. So kehrten wir ganz entspannt und ohne große Einkaufstaschen zum Boot zurück.


Dort wartete schon das nächste kleine Abenteuer. Martin funkte die Schleuse an und fragte, ob wir passieren könnten. Die Antwort lautete: „Fahren Sie schon einmal vor, machen Sie an der Mauer fest – es könnte etwas dauern.“ Also Leinen los und in fünf Minuten hatten wir umgeparkt.
Gerade als wir festgemacht hatten, verließ das Ausflugsschiff Saarstern die kleine Schleusenkammer. Martin dachte natürlich, jetzt könnten wir direkt hineinfahren. Also funkte er noch einmal nach. Doch erneut kam die Antwort: „Bitte an der Mauer warten.“ Besonders begeistert war Martin darüber nicht, weil sich nichts tat.
Ich marschierte schließlich zur Schleuse hinauf, winkte freundlich in die Kamera an der Sprechanlage und fragte höflich, mit welcher Wartezeit wir ungefähr rechnen müssten. Die Antwort war ebenso freundlich wie wenig aussagekräftig: „Ich bin zeitnah so weit.“ Was auch immer „zeitnah“ genau bedeutet.
Kaum war ich wieder zurück auf dem Boot, klingelte auch schon das Funkgerät: Die Schleuse war bereit und wir konnten einfahren. Die grüne Ampel war von unserem Liegeplatz aus schlicht nicht zu sehen. Also hinein in die Kammer! Die zehn Höhenmeter meisterten wir inzwischen schon fast routiniert: Martina und ich kümmerten uns um die Leinen am Bug, Martin und Norwin arbeiteten am Heck – und alles klappte wie am Schnürchen.


Oben angekommen befanden wir uns bereits fast an der berühmten Saarschleife. Für viele Besucher des Saarlandes gehört dieser Ausblick zu den schönsten Erinnerungen überhaupt. Vom Aussichtspunkt Cloef oder vom Baumwipfelpfad aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf die große Flussschleife. Aber auch vom Wasser aus zeigt sich dieses Naturwunder von seiner schönsten Seite. Morgen wollen Martina und Norwin den Aussichtspunkt besuchen – schließlich gehört der Blick von oben einfach dazu.
Unser Tagesziel war der lange Kai in Besseringen, wo wir pünktlich zur Kaffeezeit festmachten. Am Morgen hatte ich noch schnell einen Käsekuchen mit Himbeeren und Blaubeeren in den Ofen geschoben, der nun genau zur richtigen Zeit fertig war. So ließen wir uns den Kuchen bei einer Tasse Kaffee schmecken.


Anschließend machten sich Martin und Norwin noch einmal mit den Rädern auf den Weg zurück nach Mettlach, um das Auto zu holen und direkt nach Merzig zu fahren. Martina und ich genossen derweil einen herrlich ruhigen Nachmittag an Deck. Abends gab’s Steaks, Kartoffelsalat und Antipasti, danach wieder ein lustiges Wizard Spiel mit den typischen Äußerungen
„….hätte ich doch….“

im Dunkeln haben wir dann noch die gemischte Palette an Musik vom Hitster geraten. Da hatten wir alle Defizite bei den Künstlern, obwohl die Musik immer im Radio läuft . Heute war ein gelungener Mix aus Shopping, Schleusenabenteuer , Saar-Idylle und Spaß am Abend.

Aug.

3

Ausnahmsweise begann der Tag heute deutlich früher als geplant. Punkt sechs Uhr wurden wir , zumindest alle außer Martin ,von einem tiefen Rauschen und lauten Motorengeräuschen geweckt. Der große Frachter, der gestern Abend mit viel Getöse hinter uns festgemacht hat legte genauso spektakulär , wie er kam, wieder ab.
Nach einem gemütlichen Frühstück machten sich Martina und Norwin mit den Fahrrädern auf den Weg nach
Saarburg. Ihr Ziel war das Glockengießermuseum. Das Museum Glockengießerei Mabilon in Saarburg ist ein einzigartiges, original erhaltenes Industriedenkmal. Gegründet im Jahr 1770 von Urbanus Mabilon, wurde die Gießstätte nach der Schließung Ende 2002 in ein lebendiges Museum und soziokulturelles Zentrum umgewandelt. Besucher können hier den gesamten Entstehungsprozess einer Glocke in den authentischen Werkstätten nachvollziehen. Martin und ich blieben an Bord und kümmerten uns um die Dinge, die eben auch dazugehören. Martin arbeitete am Computer, während ich drinnen und draußen haushaltstechnisch unterwegs war.


Kurz vor zwölf kamen die beiden gut gelaunt zurück. Sie erzählten begeistert von ihrem Museumsbesuch und waren beeindruckt von der interessanten Geschichte des Glockengusses. Außerdem hatten sie noch frisches Brot vom Bäcker mitgebracht
Sobald die Fahrräder wieder verstaut waren, legten wir ab. Langsam fuhren wir an Saarburg vorbei und konnten die wunderschöne Stadt noch einmal vom Wasser aus bewundern.
Bis zur Schleuse Serrig übernahm Norwin erneut das Steuer, während Martina es sich draußen unter dem Sonnendach gemütlich machte und die herrlich grüne Landschaft bewunderte.


An der Schleuse Serrig hieß es dann erst einmal warten. Ein großer Frachter und ein Schubverband sollten gemeinsam mit uns, oder besser gesagt, wir mit ihnen, geschleust werden. Zunächst war geplant, dass wir mit in die große Kammer fahren, doch am Ende reichte der Platz nicht aus. Also bereitete der Schleusenmeister für uns die kleine Kammer vor ,was natürlich wieder etwas Zeit in Anspruch nahm.
Auch in dieser Schleuse waren Martina und Norwin wieder eine große Hilfe. Durch den Höhenunterschied von rund 14 Metern mussten die Leinen mehrfach umgehängt werden. Nach über einer Stunde konnten wir endlich die Schleuse verlassen und unsere Fahrt Richtung Mettlach fortsetzen.


Etwa zwei Stunden später tauchte am Horizont schon der markante Schlot der Keramikmanufaktur auf – das Wahrzeichen der Villeroy-&-Boch-Stadt Mettlach. Zu unserer Freude war der Anleger mitten im Ort frei. Das Anlegen war dort zwar etwas knifflig, klappte aber schließlich problemlos.
Kaum waren wir fest, machten sich Martin und Norwin mit den Fahrrädern wieder auf den Weg. Wie jeden Tag fuhren sie zurück , heute 21 km, nach Saarburg, um die Autos nachzuholen. Martina und ich blieben an Bord. Es war inzwischen drückend heiß und unglaublich schwül. An einen Stadtbummel war gar nicht zu denken, deshalb verschoben wir unser geplantes Shopping auf den nächsten Morgen.


Schon den ganzen Nachmittag hörten wir es immer wieder in der Ferne donnern. Zunächst sah es so aus, als würde das Gewitter an uns vorbeiziehen, doch plötzlich öffnete der Himmel doch noch seine Schleusen. Wir blieben unter dem Sonnendach sitzen und genossen den Regen und die endlich etwas kühlere Luft. In einer trockenen Pause kamen auch Martin und Norwin wieder zurück. Schnell wurden die Fahrräder verstaut, bevor sich jeder mit einem Buch oder einfach dem Blick auf den Regen eine kleine Auszeit gönnte. Leider war der Schauer schnell wieder vorbei, aber zumindest brachte er eine kleine Abkühlung.
Währenddessen bereitete ich das Abendessen vor. Die Bolognese hatte ich bereits mittags gekocht, damit sie schön durchziehen konnte. Der Salat war schnell fertig, die Nudeln ebenso, und Norwin kümmerte sich noch um den Parmesan. Gemeinsam schmeckte das Essen gleich doppelt so gut.


Danach war wieder Spieleabend angesagt. Zuerst spielten wir eine Runde Wizard – diesmal durfte ich mich über den Sieg freuen. Anschließend weihten wir das neue Spiel ein, das Martina und Norwin mitgebracht hatten: Codenames. Wir hatten jede Menge zu lachen. Gegen elf Uhr verabschiedete sich Martina schließlich in ihre Kabine, während Norwin den Abend noch mit einem Buch draußen an der inzwischen angenehm frischen Luft ausklingen ließ.

Aug.

2

Der Sonntag begann perfekt mit einem üppigen Frühstück an Deck bei strahlend blauem Himmel. Während wir gemütlich unseren Kaffee genossen, zog die Avalon, ein beeindruckendes Kreuzfahrtschiff aus der Schweiz, an uns vorbei. Sofort entstand eine angeregte Diskussion. Norwin, Martina und ich waren überzeugt, dass sie größer war als die Leonardo da Vinci, die mit ihren 105 Metern direkt vor uns lag. Martin war da ganz anderer Meinung: „Niemals!“ Zum Glück gibt es Google. Und siehe da – die Avalon ist tatsächlich fünf Meter länger. Damit war klar: Wir hatten Recht! Das sorgte natürlich für einige Lacher am Frühstückstisch.
Nach einem herzlichen Abschied von unseren netten Nachbarn von der MS Steilvol legten wir ab. Martin drehte die Vlinder, und wir machten uns auf den Weg Richtung Saarburg. Zunächst übernahm Martina das Steuer, bevor sie später wieder an Norwin übergab.


Kurz darauf verließen wir die Mosel und bogen in die Saar ein. Sofort veränderte sich die Landschaft. Die endlosen Weinberge wichen dichten Wäldern links und rechts vom Ufer. Auf dem Saar-Radweg herrschte reger Betrieb mit vielen Radlern.
Natürlich durfte auch der Wechsel der Gastlandflagge nicht fehlen. Die luxemburgische Flagge verschwand wieder ordentlich in der Schublade, während die deutsche Gastlandflagge ihren Platz auf der Steuerbordseite einnahm.


Vor der Schleuse Kanzem holte uns die Diogene wieder ein. Leider war die Schleuse nicht groß genug für beide Schiffe, sodass die Diogene auf ihre Einfahrt warten musste. Ganze zwölf Meter ging es für uns nach oben. Martina war am Bug im Einsatz und hängte die Leinen immer wieder um, während Norwin Martin am Heck unterstützte.

Kurz vor zwei Uhr erreichten wir den noch völlig leeren Anleger in Saarburg. Für Martin und Norwin war der Tag allerdings noch nicht vorbei. Sie schwangen sich direkt auf ihre Fahrräder und radelten die 21 Kilometer zurück nach Grevenmacher, um die beiden Autos zu holen. Martina und ich machten es uns derweil an Bord gemütlich, genossen die Ruhe und beobachteten den wenigen Bootsverkehr.


Gegen halb vier kehrten die beiden Radfahrer zurück – genau rechtzeitig zum Nachmittagskaffee, nachdem sie bei Wasserbillig die Mosel per Fähre überquert hatten.

Dazu gab es einen frisch gebackenen Apfelschmandkuchen, den ich morgens nach dem Ablegen vorbereitet hatte.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir entspannt unter dem Sonnendach an Deck. Ein leichter Wind machte die hochsommerlichen Temperaturen angenehm erträglich. Am Abend wollten wir noch gemütlich in Saarburg essen gehen.
Doch kurz vor 18 Uhr wurde es am bislang leeren Anleger noch einmal spannend. Ein 110 Meter langer Frachter schob sich langsam auf unseren Liegeplatz zu. Martina sagte noch zu Norwin: „Überleg dir schon mal, wo du dich festhalten willst.“ Je näher das Schiff kam, desto größer wirkte es. Erst kurz vor unserem Heck kam der Frachter schließlich zum Stehen. Das war schon ein beeindruckendes und zugegeben auch ein wenig aufregendes Manöver. Zum Glück ging alles gut.


Wir waren gerade fertig um in die Stadt zu gehen, da kam plötzlich die Leonardo da Vinci angefahren. Die wollten bestimmt auch hier anlegen, das war aber jetzt zu knapp. Sie drehte punktgenau mit ihren 105 Metern um und fuhr direkt rückwärts 1,5 km an die Mauer vor der Stadt. Wir sind noch ein Stück mit den Rädern neben her gefahren.

Als wir unsere Räder abgestellt haben, spazierten wir durch die Stadt, bevor wir ein nettes Lokal gefunden hatten. Essen war gut, Service sehr freundlich, aber die Gelüste auf Eis danach waren größer.

In der ersten Eisdiele gab’s nur noch Eis zum Mitnehmen, das wollten wir nicht. In der zweiten Eisdiele konnten Martina, Martin und Norwin doch noch einen Eisbecher genießen. Bevor wir aufs Boot zurück radelten, kamen uns noch viele Menschen entgegen, die vom Kreuzfahrtschiff aus an einer abendlichen Stadtführung teilnahmen. Martin und ich spielten an Bord noch einige Runden Backgammon, während Martina und Norwin es sich mit einem guten Buch gemütlich machten.

Aug.

1

Frühsport am Morgen tut gut. Aber ich bin nicht gelaufen, sondern bin mit dem kleinen Klappradl nach Wormeldange gefahren und hab dort frische Brötchen und Croissants geholt. Zurück an Bord bereitete ich das Frühstück vor und hab angefangen, einen Kuchen mit den selbstgepflückten Brombeeren zu machen. Dann ging mir der Zucker aus und ich musste nochmal zurück in den kleinen Laden. Unserem Nachbarn von der Diogene hab ich auch eine Bäckertüte vor die Türe gehängt, wofür er sich ganz nett bedankte.
Inzwischen waren alle an Bord wach, und wir konnten gemeinsam auf dem Sonnendeck frühstücken. Es war herrlich angenehm. Nach den heißen Tagen der vergangenen Woche fühlte sich die kühlere Morgenluft richtig gut an.
Eigentlich wollten wir erst am Nachmittag ablegen. Doch Martin entschied sich für eine Planänderung, so dass wir besser früher losfahren sollten. Die Liegeplätze sind in dieser Jahreszeit sehr knapp. Nachdem er die Vlinder gedreht hatte, übernahm Norwin wieder das Steuer. Konzentriert und mit Martins Unterstützung steuerte er das Schiff die Mosel entlang.


Links und rechts waren endlose Weinberge und idyllische kleine Weindörfer . Man merkte sofort, dass Wochenende war. Auf dem Wasser herrschte deutlich mehr Betrieb als an den Tagen zuvor. Große Frachtschiffe, Motorboote, Jetskis und Sportboote waren unterwegs. Fast jeder winkte freundlich herüber und genoss den sonnigen Sommertag. Martina und ich saßen entspannt auf dem Deck.

Die heutige Etappe war nicht besonders lang. Kurz vor der einzigen Schleuse des Tages, die uns sechs Meter bergab brachte, rief Martin plötzlich: „Die Steilvol liegt in Grevenmacher!“ Sofort wurden Erinnerungen wach. Genau dort hatten wir im vergangenen Jahr Jim und Jahin kennengelernt – ein amerikanisches Paar, das seit 2019 gemeinsam mit seinen beiden Hunden Milli und Guiness auf einem großen Hausboot in Europa lebt.
An der langen Pier lag außerdem die Leonardo da Vinci, ein beeindruckendes Flusskreuzfahrtschiff mit 105 Metern Länge und Platz für bis zu 144 Passagiere.
Als wir auf Höhe der Steilvol ankamen,hupte Martin kräftig. Keine Minute später standen Jim und Jahin schon an Deck und winkten uns zu. Jim fragte sofort, ob wir wieder längsseits bei ihnen festmachen wollten. Martin drehte die Vlinder und wenig später lagen wir Steuerbord an der Steilvol. Zur Begrüßung kamen alle , inklusive Guiness und Millie an Deck.


Wir luden die beiden spontan auf Kaffee und frisch gebackenen Brombeerkuchen ein. Es wurde ein fröhliches Wiedersehen mit vielen lustigen Geschichten über das, was im vergangenen Jahr auf und rund um die Boote passiert war. Auch Martina und Norwin hörten begeistert zu und waren gleich in die Gespräche involviert. Für den Abend verabredeten wir uns noch auf ein Glas Wein.


Da wir die E-Bikes nicht über beide Boote heben konnten, fuhr Martin mit dem Klapprad alleine nach Ehnen, um sein Auto zu holen. Währenddessen nutzten Martina, Norwin und ich die Gelegenheit und besuchten den Schmetterlingsgarten in Grevenmacher. In der letzten Öffnungsstunde war zwar noch einiges los, doch nach und nach leerte sich das Gewächshaus. Die letzten fünfzehn Minuten hatten wir die tropische Welt fast für uns allein , umgeben von farbenprächtigen Schmetterlingen, exotischen Vögeln, Fischen und den erstaunlich großen, ständig hungrigen Raupen.


Als wir zurückkamen, war Martin bereits wieder da und brachte Norwin noch nach Ehnen, damit auch dessen Auto nach Grevenmacher kam.
Nach dem Abendessen kamen Jim, Jahin und Guiness wie versprochen zu uns an Bord. Bei einem Glas Wein saßen wir lange zusammen, hatten immer noch viel zu erzählen und lachten viel . Jim ließ Guiness ein paar lustige Kunststücke vorführen. Erst gegen halb zehn wurde es spürbar frisch, sodass sich unsere Gäste verabschiedeten. Schade, dass wir nicht länger Zeit haben.


Für uns war der Tag damit aber noch nicht ganz vorbei. Martina, Norwin, Martin und ich verzogen uns in den Salon und spielten zum Abschluss noch eine gemütliche Runde Wizard , die heute Norwin für sich entscheiden konnte. Ein schöner Ausklang eines rundum gelungenen Tages auf der Mosel.