Temperatursturz! Ich will ja nicht sagen „endlich“, aber es tut schon mal richtig gut, nicht bereits am frühen Morgen zu schwitzen. Beim Frühstück fing es sogar an zu regnen. So genossen wir die frische Luft und konnten dank unseres Sonnendaches trotzdem draußen sitzen bleiben .
Martin erklärte uns noch kurz die Route und kurz vor Mittag hieß es dann: Leinen los. Unser heutiges Ziel war Wittring.



Bei angenehmen Temperaturen tuckerten wir, inzwischen wieder bei Sonnenschein, ganz gemütlich durch die ursprüngliche Landschaft des Saarkohlekanals. Götz war mit seiner Filmkamera überall präsent. So langsam bemerken wir ihn schon gar nicht mehr , genau das ist wahrscheinlich die beste Voraussetzung für natürliche Aufnahmen.




Langsam näherten wir uns unserem Ziel, dem Port de Plaisance von Wittring. Martin, locker wie immer: „Da ist Platz.“
Als er langsam um die Kurve fuhr, stellte sich allerdings heraus, dass genau dort, wo er hinwollte, ein kleineres Boot mit einigen Arbeitern lag. Also hieß das Kommando zunächst: an dem alten Kahn „Rhone“ festmachen.
Martin fuhr ganz langsam heran, die Vorspring konnte ich noch hinüberwerfen und festmachen. Für die Vorleine musste ich allerdings auf die alte „Rhone“ klettern. Also vorne festgemacht und schnell wieder nach hinten zur Heckleine. Alles sitzt, alles hält.
Martin ging über die „Rhone“ , wie witzig,an Land und sprach mit den Arbeitern auf dem kleineren Boot. Die rückten ein Stück nach vorne und damit war klar: umparken und alles beginnt von vorne.
Martin lenkte die Vlinder anschließend millimetergenau in die entstandene Lücke. Perfekt! Jetzt lag sie gut festgemacht und wir konnten erst einmal aufatmen.



Wie inzwischen fast jeden Tag hieß es danach: Fahrräder runter und zurück zum Auto. Diesmal fuhr ich ebenfalls mit dem kleinen Klapprad mit, denn Martin hatte für den Nachmittag einen ganz besonderen Termin vereinbart.
Um 15 Uhr erwartete uns Herr Weißkircher, ein Kunsthistoriker, zu einer Führung durch die außergewöhnliche Kirche von Zettring. Wir waren echt total begeistert. Er erzählte mit so viel Begeisterung, dass die Atmosphäre der Kirche, die wunderschönen Buntglasfenster und all die kleinen Details plötzlich noch viel lebendiger wirkten.
Die Kirche entstand in mehreren Bauphasen. Zuerst gab es den runden Wachturm aus dem 12. Jahrhundert, der heute als Glockenturm dient. Später kam das romanische Kirchenschiff hinzu und schließlich der gotische Chor aus dem Jahr 1434.
Während Herr Weißkircher erzählte, setzte sich plötzlich ein kleiner Schmetterling auf den Altar. Er nahm ihn vorsichtig auf und setzte ihn mir auf die Hand und ich brachte ihn anschließend nach draußen.
Für alle, die es vielleicht noch nicht wissen: Vlinder ist holländisch und bedeutet Schmetterling. Was für ein schöner, kleiner Zufall .
Nach etwa einer halben Stunde verabschiedete sich Herr Weißkircher wieder und machte sich zurück auf den Weg ins Rathaus. Götz nutzte die Gelegenheit noch für einige schöne Luftaufnahmen und ließ seine Drohne , natürlich mit Genehmigung,über der Kirche aufsteigen.







Anschließend fuhren Martin und Götz mit dem Auto zurück zur Vlinder, während ich gemütlich mit einem der E-Bikes unterwegs war.
Am frühen Abend erwarten wir dann Martins Schwester Isabel aus Berlin. Martin wird sie am Bahnhof in Sarreguemines abholen. Und da der berühmte Wallfahrtsort Lourdes nicht allzu weit entfernt liegt, haben wir beschlossen, nach ihrer Ankunft gemeinsam noch einen Abstecher dorthin zu machen. Als wir alle im Auto saßen, fragte ich vorsichtshalber noch mal Google wegen Lourdes. Das war leider nicht der bekannte Wallfahrtsort mit der Marienerscheinung, der liegt in Südwestfrankreich. Hier in der Gegend gibt es 180 Lourdes Grotten in 252 Gemeinden. Ok, nachdem wir Isabel abgeholt haben, fuhren wir trotzdem zu der kleinen Grotte. Ganz unspektakulär, aber ganz nett gemacht.

Daheim an Bord gab es SpinatSpaghetti und Salat und da danach noch einen Affogato für die Gäste. Um 22.00 haben wir dann doch noch die Erleuchtung bekommen. Um 22.00 Uhr fing die kleine Kapelle am Berg an zu leuchten, das sah wunderschön aus.


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