Der erste Morgen mit unserer neuen Crew an Bord der Georgina. Natürlich durfte da ein ordentliches Frühstück nicht fehlen. Kaffee, Tee, frisches Obst, Joghurt fürs Müsli, Wurst und Käse standen bereit. Alle hatten mehr oder weniger gut geschlafen, und Klaus war der Erste, der sich im Salon blicken ließ.
Ich wollte noch schnell zum Bäcker, um frisches Brot zu holen. Allerdings hatte der erste Bäcker bereits Winterpause. Beim zweiten hatte ich dann Glück! Inzwischen saßen alle schon am Frühstückstisch und warteten auf das Brot. Als alle satt waren, hieß es für unsere neue Crew zum ersten Mal: Leinen los und Anker auf.
Die Aufgaben wurden verteilt, die Fender in der Vorschiffkabine verstaut und die Leinen ordentlich aufgeschossen und aufgeräumt. Das ist halt der übliche Ablauf.





Unser heutiges Ziel war Serifos, das wir bereits mit der ersten Crew angelaufen hatten. Rund 30 Seemeilen lagen vor uns. Anfangs war der Wind noch recht mäßig, doch im Laufe des Tages frischte er auf. Das Großsegel wurde gesetzt und die Genua aufgerollt. Es wurde gekreuzt, der Wind nahm weiter zu und die Segel mussten gerefft werden. So hatten wir doch noch einen schönen Segeltag, bei dem unsere neue Crew gleich ein bisschen Segelpraxis sammeln konnte.



Gegen 16 Uhr erreichten wir Serifos. Im Hafen hieß es dann wieder: Fender raus, Leinen vorbereiten und das Anlegemanöver angehen. Das klappte eigentlich ganz gut, auch wenn Martin mit dem Wind zu kämpfen hatte. Anschließend mussten wir die Leinen noch einmal umsetzen, weil der Hafenmeister die Pollerbelegung anders haben wollte.

Aber auch das war schnell erledigt, und wir konnten uns erst einmal einen wohlverdienten Kaffee gönnen.Danach lockte uns die Chora, das hoch oben am Hang gelegene Hauptdorf von Serifos. Leo, Klaus, Ludwig, Martin und ich machten uns zu Fuß auf den Weg über den Wanderweg hinauf. Norbert, Waltraud und Alexandra teilten sich derweil mit unseren Bootsnachbarn ein Taxi und fuhren bequem nach oben.
Ludwig und ich waren unserer Wandergruppe ein Stück voraus. Allerdings bogen wir offenbar irgendwann falsch ab. Martin war deshalb als Erster an der Platia und schickte mir kurzerhand seinen Standort. Navigation per Handy , auch beim Wandern manchmal ganz hilfreich.








Unterwegs trafen wir in den verwinkelten Gassen wieder auf Leo und Klaus. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum höchsten Punkt, hinauf zur kleinen Kapelle. Dort wurden wir mit einem grandiosen Ausblick über die Bucht und den Hafen belohnt.


Von oben entdeckten wir auch den Rest unserer Gruppe, der sich durch die Gassen bewegte. Waltraud, Norbert und Alexandra waren ebenfalls zu Fuß unterwegs. Irgendwann trafen wir uns alle in dem einzigen Café, das noch geöffnet hatte. Leider mussten wir feststellen, dass die Platia bereits im Winterschlaf lag. Die meisten Lokale und Geschäfte hatten geschlossen. Wie anders war es doch noch vor vier Wochen gewesen. Damals hatten wir Serifos voller Leben erlebt, mit geöffneten Tavernen und Menschen in den Gassen. Gottseidank habe ich diese lebendige Seite der Insel noch kennenlernen dürfen. Jetzt kündigt sich langsam das Ende der Saison an.













Also machten wir uns wieder an den Abstieg nach unten. Martin, Ludwig, Norbert, Waltraud und ich ließen es beim Abstieg etwas gemütlicher angehen. Leo, Klaus und Alexandra bildeten die Vorhut und suchten schon einmal nach einem passenden Restaurant fürs Abendessen. Ihre Wahl fiel auf das Mpapakaki . Das Restaurant liegt direkt am Wasser, und die Tische stehen mitten im Sand. Genau die richtige Kulisse für einen entspannten Abend auf einer griechischen Insel.
Als wir unten ankamen, setzten wir uns zu den anderen. Das Essen kam erfreulich schnell und war lecker, denn nach der Wanderung hatten wir alle ordentlich Hunger.




Auch hier war der Unterschied zu den vergangenen vier Wochen deutlich zu spüren. Zwar waren noch einige Touristen unterwegs, aber von dem Trubel, den wir vor einem Monat erlebt hatten, war nicht mehr viel übrig. Bald wird auch auf Serifos endgültig die Winterruhe einkehren. Zurück auf der Georgina war der Abend noch lange nicht vorbei. Schließlich standen noch drei Spiele unserer beliebten Hornochsen-Runde aus. Also: Karten auf den Tisch und los ging’s.
Leider setzte Norbert seine beeindruckende Punktesammlung fort und sicherte sich am Ende des Abends den Titel unseres Hornochsenkönigs. Herzlichen Glückwunsch.
Martin und ich spielten anschließend noch eine Runde Backgammon im Salon. Er hat nicht gewonnen.
Draußen im Cockpit saß der Rest der Crew noch gemütlich zusammen. Es wurden Geschichten rund ums Segeln erzählt, Erinnerungen ausgetauscht und natürlich auch ordentlich Seemannsgarn gesponnen. So verging die Zeit wie im Flug.
Damit ging der erste Tag unserer neuen Crew zu Ende: mit einem schönen Segeltag, einer Wanderung durch die verwinkelten Gassen von Serifos, gutem Essen direkt am Meer und einem geselligen Abend an Bord.
































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