Okt

18

Pet

Die kleine Stadt Brunswick liegt praktisch gleich neben dem Cat. Wir flitzen schnell mit dem Dinghy rüber. Haben schon einen kleinen Plan im Kopf. Alte historische Stadt angucken, eine Kleinigkeit essen, natürlich WIFI ausnützen nebenbei, usw. Doch da macht uns Brunswick einen fetten Strich durch die Rechnung. Die einzig ordentliche und nahe Möglichkeit anzulanden ist die 300 m lange Marina vor unserer Nase. Nichts los. Halbleer. Und kaum stoßen wir mit der Dinghynase an den Steg springt schon der Aufpasser dort kopfschüttelnd und händefuchtelnd auf uns zu. Das ginge ja gar nicht und überhaupt ist das alles „private“. Wiir beruhigen ihn, sind ja immer eh schon überfreundlich und fragen nur wegen ein paar Stunden und wir zahlen gerne eine kleine Gebühr dafür. „NO!“. Wir fahren weiter die Marina entlang bis zur anderen Seite. Da steht schon der nächste Angestellte und bekommt einen Anruf, dass er uns auf gar keinen Fall anlegen lassen darf. Jetzt sind wir es aber die den Kopf schütteln. Wo sollen wir denn hin? Ein netter Ami, der mit Cat in der Marina liegt meinte, wir können bei ihm festmachen und dann rausgehen. Da steht unser `Freund` (Aufpasser No. 1) schon wieder mit weiblicher, uncharmanter, Verstärkung dort und wir hören nur „no, sorry, private und blabla…..“. Ja gibt es denn sowas? Unser kleines Dinghy an diesen langen leeren Bootsstegen; findet keinen Platz? Der Satz des Tages „We have no Dinghy Dock“, amüsiert uns dann doch sehr. Wir fahren tapfer weiter in die andere Richtung und quatschen den Erstbesten an, der irgendwo an Land neben einem Bootssteg steht. Der Bootssteg ist etwas ramponiert, und wir sollen doch bei der kleinen Ölfirma drin fragen, ob wir anlegen dürfen. Zwei sehr sehr nette Damen (im Gegensatz zu obriger, auch sehr charmant) lassen uns gerne anlegen und der Skipper freut sich doppelt, denn er bekommt dort sogar sein gewünschtes Öl, das er eh kaufen wollte, und hier mussten wir es auch nicht weit tragen, es wurde uns sogar getragen. Nette Entschädigung zum einstündigen Andock-Desaster vorher.

Die Stadt Brunswick ist ganz nett. Hübsche Viertel mit kleinen Parks, teils dann auch widerum etwas verlassen alles. Tja, nicht überall ist eben das tolle reiche Amerika an den Küsten vertreten.

Impressionen von Brunswick

Impressionen von Brunswick

 

Und man sieht viele abgesägte Äste herumliegen. Wir erfahren, nach einer Mittagspause beim Italiener im Freien, dass der Hurrikan Irma vor einigen Wochen auch hier noch Schäden anrichtete. Obwohl weit weg haben die Ausläufer des Stufe 5 Hurrikans noch viel Wasser hochgedrückt bis weit über die Ufer (deswegen auch der kaputte Steg bei der Ölfirma). Sie hatten bis zu 90 mph Wind! Und dass bei dieser Entfernung zum Sturm selbst, wenn man sich noch an den Verlauf erinnert und Brunswick auf der Karte ansieht. Wir sind gerade wieder mehr als dankbar, dass wir bis jetzt so gut durchkamen und hoffen einfach weiterhin, dass diese schreckliche Hurrikan-Saison 2017 bis zum Ende (noch ca. 6 Wochen) nun friedlich bleibt…

Okt

17

PET

6.00 Uhr morgens. Wir wollen los. Etwa 95 sm liegen vor uns bis nach Brunswick/Georgia. Wir motoren ca. 1 h raus auf den Atlantik, die Frachter-Riesen ziehen auch wieder majestätisch an uns vorbei, und draußen empfängt uns der 25 kn starke Wind mit lautem Traraaa. Der Wind kommt aus NO und wir hissen die Genua und segeln durch die bis zu 4 m hohen Wellen den ganzen Tag die Küste runter zum Tagesendziel.

Wellenberge von Achtern

Bei klarem Himmel und herrlich wärmender Abendsonne (heut war es nämlich etwas kühler) fahren wir ins ruhige Inlet rein.

Brücke Brunswick

Kanalfischer

Abendstimmung in Brunswick

Wir genießen die Ruhe und schlafen alle im Schnitt 12 Stunden. Das geht nach einem Seetag doch immer ohne Probleme.

Okt

16

PET

DER PLAN HEUTE? KEINEN PLAN ZU HABEN

Um 9.00 Uhr sieht man die ersten Lebenden auf dem Schiff. Nebel herrscht. Mystische Stimmung herrscht hier.

Sonnenaufgang nach dem Nebel

Sonnenaufgang nach dem Nebel

 

Aber die Sonne kämpft sich durch und spätestens zum Frühstück hängen wir schon überall Sonnenschutz auf, sonst zerläuft uns die Butter bevor sie auf dem Brot landet. Die Kanus werden runtergeholt und wir erkunden die nächste Insel nebst Sandbank. Wobei wir immer noch nicht so ganz sicher sind, wie es sich hier mit den Alligatoren verhält. Die „gators“, wie die Einheimischen sie hier nennen. Es gibt sie definitiv, aber auch hier? Haben gestern vor lauter Stadt und Bier irgendwie vergessen und mal deswegen schlau zu machen. Sahen aber gestern auch Amis auf der Sandbank und gehen dann mal davon aus, dass die es wissen müssen.

Falls der blog hier endet, dann gab es doch „gators“ ☹.

 

FORTSETZUNG …….. WIR LEBEN NOCH!

 

Die Kanufahrt war erfolgreich, denn wir sahen keine „Crocs“, dafür aber was viiieeel Größeres. Frachtschiffe., die im Fahrwasser nahe unserer ausgewählten Ausflugsinsel vorbeiziehen und uns demütig zusehen lassen, wie winzig wir doch dagegen sind. Das muss einer der größten Frachthäfen sein hier in Savannah, denn sie ziehen im Schnitt alle 20 min. an uns vorüber.

KAnufahrt im Flussdelta

KAnufahrt im Flussdelta

 

Wir erkunden diese naturbelassene Insel, erfreuen uns an den Heeren von kleinen Krebsen, die wie wild davonkrabbeln und ich finde es einfach nur super, dass Uli (Geograph a. D.) mir alles so super anhand der dortigen Naturformen erklären kann. Sei es Gestein, Sand, oder wie Deltas entstehen. Wir paddeln zufrieden zurück zum Cat und hören schon von Weitem Martin, der die VAVA-U auf Vordermann bringt. Sägen, hämmern, schleifen. Die schwimmende Werkstatt. Irgendwann kehrt Ruhe ein und wir genießen einen geruhsamen Nachmittag mit Lesen bis plötzlich schwarze Wolken aufziehen. Sturmböen pfeifen über´s Deck hinweg und nass wird es auch ein wenig zum Abend hin. Der Wind kommt – und bleibt.

Gewitter zum Sonnenuntergang

Gewitter zum Sonnenuntergang

 

Es bläst die Nacht durch bis zum Morgen, als um 6.00 Uhr der Wecker klingelt.

Okt

14

PET

HEITER WEITER!

In der Morgendämmerung fahren wir los. Beim Ankerlichten schreit Uli von vorne „Stooooooopp“, es hängt ein Knubbel (?) am Anker. Wir gucken. Es hängen ca. 2 qm ein Müll am Anker, aber so richtig fest. Fischernetzreste, ein halber Autoreifen usw. Martin kommt mit Messer No. 1., aber da tut sich gar nichts, erst mit dem richtig großen Tauchermesser lässt sich alles nach und nach wegsäbeln und wir können den Rest Anker lichten. Bei herrlicher Morgenstimmung geht es raus auf den Atlantik und wir genießen einen chilligen Tag auf See. Segeln mit der Genua bei leichten Wind aus NO entlang der Küste. Sonnenschein und tiefblauer Himmel sind unsere Begleiter. Man hat endlos Zeit auf´s Meer zu gucken, die Weite zu genießen und die Gedanken treiben zu lassen.

Sonnenaufgang am Meer

Wenn man den Blick hinaus auf das Wasser schweifen lässt bemerkt man leider schon auch, dass es kaum 1 sm gibt in der nichts im Wasser treibt. Plastikmüll überall. Auch eben das Ereignis am Morgen kommt zurück. Wir lagen in so einer herrlichen grünen Gegend mit vielen Delfinen und dann dieser Müllklumpen am Boden. Wieviel liegt denn dort unten in Wirklichkeit herum? Meeresbewohner fressen das alles irrtümlicherweise und müssen qualvoll sterben? Wieviel nehmen wir durch Fisch und Wasser an Nanopartikeln auf, wovon wir noch nicht mal ansatzweise wissen wie sich das gesundheitlich auf uns auswirkt, ganz abgesehen davon, dass es optisch nirgends schön ist ständig was treiben, oder an den Ufern liegen zu sehen. Ein schwieriges Thema, denn auch wir benutzen Plastik, versuchen aber alles so gut wie es geht zu minimieren. Und wenn wir mit unseren Einkaufstaschen in den Supermärkten stehen und keine 100 kleine Plastiktüten brauchen wie so manch anderer vor uns, dann gibt es uns zumindest ein wenig das Gefühl einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz beigetragen zu haben. Und das im Land der V8-Autos, der Megamotorbooten die an uns vorbeirasen und der frost-klimatisierten Gebäude. Auch das sind Gedanken und Gespräche an Seetagen.

Der Wind lässt nachmittags nach und wir gestehen ein, dass wir es weder zur gewollten Einfahrt Beaufort schaffen, noch motoren wollen. Also bleibt die Genua draußen und wir entscheiden uns spontan zur Nachtfahrt um morgens gleich in Savannah anzukommen. Nun kam wieder mehr Wind auf und wir waren zu früh bei der Einfahrt. Viele Frachter, lange Flußmündung – mmmmhhh…… Skipper hatte schon Plan B auf Lager: wir ankern draußen auf dem Atlantik. Hört sich verrückt an, aber wer das Gebiet hier kennt weiß vielleicht, dass es auch einige sm draußen nicht besonders tief ist. Somit wird der Anker in 8 m Tiefe festgemacht und da es kaum Wellen hat schlafen wir gemütlich bis zum Sonnenaufgang, um dann ganz entspannt den Fluss entlang zwischen grünen Ufern und Inseln zu ankern. Ja sind wir denn im Amazonas?

Savannah Flußdelta

Savannah Flußdelta

 

Jetzt erstmal eine kühle Dusche, denn hier im Südstaat Georgia, wo wir uns nun befinden, herrscht wieder Hitze und Luftfeuchtigkeit. Dann eine große Portion Rührei und dann ein Nickerchen. Nachmittags machen wir uns stadtfein und flitzen mit dem großen Speedboat rein nach Savannah. Tree City wird diese Stadt auch genannt. Überall stehen die herrlichen Epiphyten-behangenen Live Oaks.

Savannah Impressionen

Savannah Impressionen

 

Diese spenden überall angenehmen Schatten und sehen vor den herrschaftlichen Häusern einfach gigantisch aus. Wir lassen uns durch das historische Viertel und die vielen Parks treiben, in denen auch „Forest Gump“ gedreht wurde (die berühmte Szene auf der Bank). Abends lassen wir uns dann bei einem Griechen am Ufer nieder. Wir haben Hunger und Durst und man kann es in Worten gar nicht beschreiben wie das erste kalte Bier schmeckte. Die Bedienung beim Olympic Cafe (wie kann ein Restaurant auch anders heißen….) war lustigerweise eine Türkin, die in Bamberg aufwuchs. Wir genossen das Essen, Skipper Martin schwelgte ein wenig in seiner Griechenlandzeit und ein paar Bierchen später bestiegen wir die kleine Fähre, die uns kostenlos rüber ins Hotel WESTIN brachte, wo wir auch kostenlos unser Dinghy festmachen durften. Wir hätten sonst nirgends ankern dürfen. Alles wieder mit NO!-Schildern versehen. Was haben die alle nur immer gegen kleine Dinghys? Wir sind doch auch nur Besucher, die Geld in der Stadt lassen. Autos bekommen doch auch Parkplätze. Wir lieben ab jetzt auf alle Fälle WESTIN! Ihr wart supernett!

Okt

13

PET

FREITAG DER 13.! (ist jemand abergläubisch 😉?)

Ausgeschlafen und fit starten wir mit Megafrühstück in den Tag. Muss ich noch erwähnen, dass man wieder nebenbei Delfine sah? Uli startet rüber mit dem Dinghy zum Flugzeugträgermuseum. Und er kam mehr als begeistert zurück.

Der Rest an Bord ist fleißig und freut sich auf den Nachmittag, wenn wir nochmal alle zusammen nach Charleston reinfahren. Hier wurde übrigens auch der gleichnamige Tanz erfunden. Shoppen, bummeln und Besuch im Sklavenmusem stehen auf dem Programm. Die Sklaverei ist natürlich hier ein nicht zu verschleiernder Teil der Geschichte. Plätze, auf denen über Menschen gefeilscht wurde. Die reichen Plantagenbesitzer von Reis und Zucker, die sie ausgebeutet haben. „Fackeln im Sturm“ ist sicherlich vielen ein Begriff. Spielte auch hier in der Gegend.

Impressionen von Charleston

Impressionen von Charleston

Impressionen von Charleston

Kaum zurück an Bord entspannen wir im warmen Sonnenuntergang und bruzeln uns einen Berg Scampis. Dazu ein Gläschen Weißwein…. Yeaph, das Leben meint´s wieder mal mehr als gut mit uns.