7.00 Uhr früh und alle sitzen schon am Frühstückstisch. Um acht wollte Martin los nach Maupiti. Also Leinen los, durch den Pass und bye bye Bora Bora, dieses Mal ein Abschied nicht nur für die Crew, sondern auch für Martin und mich.
Leider wieder mit Motor mangels Wind. Zwischendurch wurde dann doch die Genua gesetzt . Mit Unterstützung von den Motoren schaukelten wir dann so mit durchschnittlich um die 6 Knoten Richtung Maupiti.
Isabel hat auf der Überfahrt einen Kürbiskuchen gebacken. Die Einfahrt, der schmale Pass von Maupiti war heute gar nicht so einfach wegen den Wellen. Martin hatte ordentlich zu tun.
„Schnelldurchlauf“
Um kurz nach eins fiel der Anker im türkisen Wasser. Die Crew war total begeistert, auch weil sich schon einige Rochen am Grund treiben ließen. Dauerte nicht lange und die Badeleiter fiel, damit die ersten ins Wasser springen konnten und mit der Kamera bewaffnet Jagd auf Sting und Eaglerays machten.
Martin setzte ein Brot an.
Um drei gab’s Kaffee und Isabels leckeren Kürbiskuchen mit Zimt/Rumsahne. Nach dem Kaffee hörten wir schon Donnergrollen. Es kamen kurzzeitig richtige Sturmböen und Wellen hier in dieser schönen kleinen Bucht. Der Himmel war total dunkel und es fing zu regnen an.
Um die Zeit zu überbrücken, spielten Hartmut, Christine und Annemarie zu dritt eine Wizard Runde, die sich bis zum Abendessen hinzog. Da von gestern Spaghetti übrig war, hat Isabel noch eine Pfanne Gemüse gebraten, die es dazu gab. Nach dem Essen spielte Hartmut wieder ein paar Oldies auf seiner Gitarre. Hoffentlich ist das Wetter morgen besser und wir können die Mantas sehen.
„Aufwachen im Paradies“ könnte den Start in unseren Tag beschreiben. Während ich das Frühstück zubereite, drehen Isabel und Hartmut wieder die ersten Runden im Wasser und Annemarie und Ludwig genossen den ersten heißen Kaffee . So nach und nach wurden alle anderen auch wach. Über dem Piti Aau Motu sind heute ein paar dicke Wolken und es geht ein bisschen Wind. Das tut richtig gut. Nach dem reichhaltigen Frühstück gehen alle nochmal in das unfassbar türkise Wasser, bevor es heißt Abschied nehmen und Leinen los von der Mooring . Dafür musste Ludwig heute nicht ins Wasser. Das Großsegel wurde noch hochgezogen und als wir dort wegfuhren, zog sich der Himmel total zu und es fing zu regnen an , so als ob der Himmel weint. Ciao Ciao Paradies , auch für Martin und mich das letzte Mal in dieser Saison.
Wir wollen nach Vaitape, in den Hauptort von Bora Bora um noch ein paar Sachen zu kaufen, die wir für die letzten Tage noch zum Kochen benötigen. Um halb eins machten wir vor dem Bora Bora Yachtclub fest und Hartmut und ich peilten von dort aus zu Fuß den Super U gegenüber vom St. James an. Ludwig wollte noch ein paar Kilometer joggen und lief erstmal in die andere Richtung los. Mit dem Einkaufszettel bewaffnet erreichten wir gerade noch vor einem Wolkenbruch den Supermarkt. Ich weiß ja nicht, wo die Einheimischen ihre Sachen kaufen, aber der Markt war halb leer. Kein Yoghurt, keine Auswahl an Obst und Gemüse und keine Eier. Ludwig war inzwischen auch angekommen. Zu dritt suchten wir die Regale ab. Dann warteten wir den Schauer noch ab und machten uns auf den Weg zum ChinLee, einem chinesischen Supermarkt 5 Minuten weiter. Dort ergatterten wir wenigsten ein paar Zwiebeln und einen Yoghurt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen normalerweise einige Frauen, die Obst verkaufen. Heute war nur eine da, die Auswahl war dementsprechend wenig. Aber ein paar grüne Bananen, zwei Pomelos und Maracujas für 1000xpf wanderten in unsere Tasche, dafür bekamen wir noch eine Avocado geschenkt. Dann liefen wir im Gänsemarsch die zwei Kilometer wieder zurück zum Yachtclub, wo uns Martin einsammelte. Ich hab noch schnell die Einkäufe verstaut und setzte das Kaffeewasser auf. Währenddessen machten die Jungs die Leinen los und Martin steuerte das Motu Toopua an, wo wir auch festmachen wollen. Da ist es recht schön zum Schwimmen und zum Schnorcheln. Endlich schafften wir es heute, mit Isas Geburtstagssekt nach 4 Tagen anzustoßen. Den haben wir immer vergessen. Zum Kaffee gab es Isabels leckeren Quarkkuchen mit Pfirsichen. Ratzeputz war die Kuchenplatte wieder leer.
Egal, die Kalorien wurden gleich im Wasser wieder abgestrampelt. Erst ein bisschen spooky, dann voll begeistert schnorchelten Annemarie, Christine, Ludwig und Hartmut den Blacktipp Haien hinterher, die sich ums Boot tummelten. Später chillten die Jungs vorne am Bug und Annemarie und Christine waren nicht aus dem Wasser zu kriegen. Isabel und ich machten es uns auf der Flybridge gemütlich. Martin ging auch nochmal schnorcheln. Als er zurück kam, mixte er für die Crew einen tollen Sundowner und servierte ihn persönlich.
Aber vor lauter Haien verpasste die Crew den tollen Sonnenuntergang, den wir heute hatten. Zum Abendessen kocht heute auch der Skipper, so langsam müssen wir unsere Vorräte aufbrauchen. Martin hat es gut gemeint und einen Riesentopf leckere Spaghetti Carbonara gekocht. Die Crew langte zwar kräftig zu, aber der Topf wurde nicht leerer. Dann gibt’s eben morgen nochmal Nudeln. Das eingespielte Küchenteam Leo und Annemarie sorgte für eine saubere Küche danach.
Leo hat sich heute Bordkino gewünscht und zwar Mamma Mia. War sehr lustig, obwohl alle den Film kannten. Solche Filme kann man immer wieder anschauen. War ein schöner, abwechslungsreicher Tag.
Vielleicht lags am Sonntag, aber heute war es lange ruhig an Bord . Die Flybridge bietet sich bei dem tollen Wetter als Morgentreffpunkt an. Isabel und Hartmut drehten schon die ersten Runden im türkisfarbigem Wasser ums Boot rum, bevor es heute etwas später ein leckeres Frühstück mit Rührei vom Skipper gab. Das wird ein relaxter Sonntag, da wir den Tag heute noch hier verbringen. Um elf fuhren wir alle gemeinsam, außer Hartmut, er wollte noch ein bisschen Gitarre üben, mit den SUPs im Schlepptau zu Ari.
Fast wie ein Überfallkommando stürmten alle in die Küche. Wir wollten doch das Ferkel (namens Steve) im Erdofen sehen, wenn er es ausgräbt. Ari hat uns erklärt, dass er das Ferkel doch im Smoker macht. Ein wenig enttäuscht, weil doch alle mal einen Erdofen sehen wollten,aber trotzdem voll Vorfreude auf das Barbecue heute Abend, besetzten wir die Schattenliegen. Leo meinte, da steht er heut nimmer auf. Martin, Isabel und ich liefen mal die Seite ab, die wir noch nicht gesehen hatten. Auf einem schneeweißen Sandstrand mit herrlichen Palmen gesäumt spazierten wir vorbei an schönen Unterkünften, teilweise total mit Muscheln, Muschelketten, Muschelmobile usw geschmückt, wir trafen nette Einheimische, aber wir sahen auch verlassenen Bretterbuden. Eigentlich so schade um die schönen Grundstücke direkt am Wasser.
Als wir wieder zurück bei Ari ankamen, waren nur noch Leo und Ludwig da. Christine und Annemarie erkundeten die andere Seite von dem Motu. Martin und ich fuhren mit dem SUP zurück aufs Boot.
Der Rest der Crew genoss das Südsee Strandfeeling, das schöne Wasser und das Hinano Bier.
Um fünf holte uns Ludwig mit dem Dinghi ab. Die Crew war schon sehr lustig und bestellte nach unserer Ankunft zwei Flaschen Rumpunsch. Die Gespräche wurden immer entspannter und es wurde viel gelacht. Die Zeit verging wie im Flug und endlich war es soweit.
Ari blies das Horn oder besser gesagt die Muschel, erklärte die Speisen und das Buffet wurde eröffnet.
Es gab Poisson cru, verschiedene Gemüse, ein Curry, Fisch, Fleisch und Hühnchen. Als Nachtisch süßen Kürbis.
War ein lustiger Abend mit reichlich Essen und Getränken. Unter einem fantastischen Sternenhimmel fuhren wir mit dem Dinghi im Dunkeln aufs Boot zurück. Und wie soll es anders sein, wenn der Virus grassiert? Die Wizardkarten wurden ausgepackt. So ging ein schöner Tag im Paradies zu Ende.
Wir haben lauter Frühaufsteher an Bord. Isabel und Hartmut schwimmen schon vor dem Frühstück ihre Bahnen ums Boot. Annemarie nimmt immer den ersten Kaffee und es gibt sehr zeitig in der Früh Frühstück.
Da wurde nochmal über die Wizardspiele von gestern Abend gesprochen. Hier grassiert echt das Wizardvirus. Annemarie und Leo machten klar Schiff in der Küche. Inzwischen kam das Müllboot. Hier rund um Bora Bora kosten die Moorings eine Gebühr, dafür wird der Abfall abgeholt und entsorgt. Jetzt hieß es Augen auf und auf die ersten TouriBoote warten. Da ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt, müssen wir nicht lange warten. Die ersten Boote kamen kurz nach neun. Dann muss es immer schnell gehen, sonst werden es mehr Boote und man hat nur noch Beine statt Fische und Rochen auf den Fotos. Also Flossen und Schnorchel ins Dinghi, Kameras gepackt und los ging’s zu den Haien und Rochen. Das ist trotzdem immer ein prickelndes Erlebnis, weil die Haie richtig nah um einen herum schwimmen.
Total begeistert kam die Crew zurück und schon wurden die Fotos und Videos gezeigt. Um halb zwölf hieß es Mooringleinen los Richtung Ariis Motu Grill, wo wir heute Abend vielleicht essen gehen. Vorbei an den tollen 4/5 Sterne Hotels, wo schon mal gegoogelt wurde, was da wohl eine Übernachtung kostet, erreichten wir um kurz nach eins unseren Mooringplatz. Da die Boje recht kurz war und sich nicht mit dem Bootshaken hochziehen ließ, sprang Ludwig kurzerhand ins türkise Wasser und erledigte das Leinendurchziehen vom Wasser aus. Das nennt man spontan.
Als alles fest war, paddelten Martin und ich zu Ari rüber, der uns erstaunlicherweise gleich wieder erkannt hat, und wollten reservieren für heute Abend. Leider war er schon voll, dafür hat er morgen ein Buffetessen im polynesischen Stil. Da könnten wir noch dabei sein. Also schnell die Crew angerufen und das abgeklärt, für den nächsten Tag reserviert und zurück gepaddelt.
Nach Kaffee und Blaubeercheesecake chillte die Crew erst ein bisschen, bevor es nochmal mit dem Dinghi und dem Skipper auf das Motu Piti Aau zu Ari und einem Sundownder Rumpunsch ging. Ich paddelte wieder mit dem SUP rüber und war sogar als erste drüben. An einem schattigen Plätzchen saßen wir schön unter Palmen im weißen Sand und Ari brachte den ersten Liter Rumpunsch. Die Crew war gut drauf, so wurde noch eine zweite Flasche bestellt. Ari kam und sagte uns, dass wir morgen ganz viel Hunger mitbringen sollen. Es gibt Hühnchen, Fisch und sogar ein Schwein aus dem traditionellen Erdofen. Das hört sich doch total super an.
Die Insel (eigentlich das Motu) wurde noch von ein paar erkundet, man kann queer durch zum Aussenriff laufen, bevor Isabel und ich mit dem SUP zurück aufs Boot paddelten.
Wir wollten uns heute um das Abendessen kümmern, eine köstliche Gemüsepfanne mit Kartoffelstampf. Inzwischen kam die Crew gutgelaunt zurück. Kurz darauf konnten wir essen und es wurde alles aufgegessen. Hartmut und das fleißige Bienchen Annemarie haben das ganze Geschirr gespült und in der Küche klar Schiff gemacht. Und wie soll es anders sein, wenn man infiziert ist? Die Wizardkarten wurden verteilt. Martin, Christine, Isabel, Annemarie (die in der zweiten Runde von Hartmut ersetzt wurde),Leo und ich spielten. Die erste Runde ging an mich und in der zweiten Runde teilten sich Leo und Christine den ersten Platz, bevor es in die Kojen ging.
Nach einem halbstündigen Fußmarsch vom Yacht Club in das Zentrum von Vaitape fand ich an der großen Kreuzung, (es gibt nur eine) in einer Einfahrt etwas zurückgesetzt im Albert Store auch den Albert Rental. Dort mietete ich mir ein Fahrrad, ein recht einfaches Gefährt mit nur einer schwergängigen Rücktrittbremse.
Mit einer Karte von Bora Bora ging es dann um 10.40 Uhr los, weiter nach Baie de Povai von der man einen wunderschönen Blick auf die Bucht, den Mont Bahia und den Mont Otemanu hat.
Sehr schöne Strände säumen die Halbinsel. Der Verkehr ist mittlerweile recht wenig geworden. Ich komme durch teilweise sehr schöne parkähnliche Wohnviertel.
An einer Linkskurve nach einer kräftigen Steigung zweigt rechts ein noch steilerer betonierter Weg auf die Halbinsel ab. Dort kann man die Reste einer amerikanischen Kanonenbastion sehen. Das Rad läßt man aber besser an der Straße zurück und geht zu Fuß, da die Strecke sehr uneben ist. Man hat von dort auch einen schönen Blick auf die Lagune und die Inseln am Außenriff mit den Hotelanlagen.
Weiter geht es am nördlichen Ufer entlang. Mittlerweile ist es heiß und ich reduziere mein Tempo etwas. Hier gibt es weniger zu sehen. Wohnhäuser liegen vereinzelt da und Fischerhütten mit den Booten. Schließlich schwenkt die Strecke wieder nach Süden, um eine Bucht herum. Am Fährhafen wird ein Schiff entladen. Der Verkehr nimmt wieder zu.
Am Yachtclub vorbei geht es wieder zueück nach Vaitape wo ich etwa um 14.20 eintreffe. Dort treffe ich Martin und Sylvie, wir feiern die Inselumrundung und Sylvies Perlenkäufe mit Virgin Pina Coladas im St. James Club. Für die Tour um die Insel mit dem Rad ist es empfehlenswert etwas zu Essen und zu Trinken dabei zu haben, denn Einkaufs- und Einkehrmöglichkeoten gibt es nur in Vaitape.
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