Mai

23

Heute Früh hat sich schon der gesamte Anglerverein auf der anderen Uferseite getroffen . Die Angeln sind witzigerweise fast so lang wie der Kanal breit ist. Die Fisch(chen) wurden angefüttert. Jeder hatte da so seine eigene Methode. Es war jedenfalls lustig, da zuzuschauen. So richtig gefangen hat eigentlich keiner was.


Aber kurz vor elf hieß es an diesem herrlich sonnigen Tag nach einer Woche Pause wieder: Leinen los! Nachdem ich noch schnell ein paar Einkäufe gemacht habe vor dem langen Pfingstwochenende , machten wir uns auf den Weg zum Umdrehen, damit wir morgen in Richtung Saverne weiterfahren können.
Auf den frisch gemähten Wiesen standen zahlreiche Störche und suchten gemütlich nach Nahrung und flogen über die Vlinder zu ihrem Nest zurück. Überhaupt lag überall dieser typische Duft von frischem Heu in der Luft.
Seit die Strecke nach Straßburg wieder geöffnet ist, begegnen uns inzwischen tatsächlich wieder andere Boote. Heute waren es schon fünf Stück, die uns entgegenkamen. Nach den eher ruhigen Tagen wirkt der Kanal dadurch gleich wieder viel lebendiger.
Entlang der Strecke stehen an jeder Schleuse die typische Schleusenwärterhäuschen. Dort haben früher, als die Schleusen noch manuell betätigt wurden, die Schleusenwärter gewohnt . Manche sehen noch richtig hübsch aus, andere wirken total verlassen und vergessen. Plötzlich tauchte an einer Schleuse so ein kleines, voll eingewachsenes Häuschen auf, das ich fast übersehen hätte.
Genau diese kleinen Entdeckungen machen die Hausbootfahrt zu einem besonderen Erlebnis.


Heute ging es zuerst bergab und dann bergauf durch die Schleusen. Schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass dabei mal eben rund 100 Tonnen Schiff bewegt werden, die gehalten werden müssen, wenn das Wasser in die Schleuse schießt. Für uns ist das eigentlich schon Alltag und selbstverständlich, aber es halten immer wieder Radfahrer oder Fußgänger an, um begeistert diesen technischen Vorgang zu verfolgen.


Nach knapp fünf Stunden erreichten wir schließlich wieder unsere Anlegestelle in Dettwiller, allerdings diesmal auf der Backbordseite und bereits in Fahrtrichtung Saverne. So sind wir für morgen bestens vorbereitet.
Heute gab es zur Abwechslung keinen Kuchen. Stattdessen ließ sich der Kapitän Crêpes mit Erdbeeren und Sahne schmecken, die waren mindestens genauso gut.


Für Unterhaltung sorgte am Abend noch die Dorfjugend. Mit ordentlich Lautstärke und viel Begeisterung sprangen die Kids von der Brücke direkt in den Kanal. Baden würde ich selber dort eher nicht wollen, aber die Jugendlichen hatten offensichtlich ihren Spaß dabei.

Mai

22

Der Tag begann endlich mit strahlendem Sonnenschein . Den Vormittag haben wir ganz entspannt verbracht und einfach nur gechillt und gelesen. Nach ein paar Snacks am Mittag haben wir beschlossen, bei dem schönen Wetter eine Radtour zu machen. Am Kanal entlang ging es Richtung Waltenheim zur Zorn, die Stelle, die bis gestern noch wegen eines Erdrutsches an einer Brücke gesperrt war.


Unterwegs hielt Martin Ausschau nach einer Möglichkeit zum Wenden, schließlich müssen wir am Sonntag wieder zurück nach Saverne. Die Strecke war wunderschön. Am Kanal liegen noch viele der alten großen Lastkähne, die inzwischen zu richtig gemütlichen Hausbooten umgebaut wurden. Dazu kamen diese supermodernen, extravaganten und luxuriösen Villen mit riesigen Glasfronten und Pools , ein totaler Kontrast zu den kleinen Fachwerkhäusern in den umliegenden Dörfern.


Am Ende standen tatsächlich über 30 Kilometer auf dem Tacho. Für die erste größere Tour hat das vollkommen gereicht. Zurück auf dem Boot gab es dann Kaffee und Kuchen – natürlich gemütlich unter dem Sonnenschutz.

Später wurde noch ein bisschen gewerkelt: Martin reparierte einen Stuhl und passte ein Regalbrett für einen Schrank an, während ich mich ans Bügeln machte.
Die Sitzbank am Bug ist fertig geworden und der VLINDER-Flyer hängt jetzt auch an der neuen Reeling.

Ein rundum schöner, sonniger und entspannter Tag.

Mai

21

Nach vielen Stunden Arbeit, unzähligen Metern Stoff und jeder Menge Geduld ist es endlich geschafft: Unser Sonnenschutzprojekt ist fertig! Die Nähmaschine darf jetzt erstmal Pause machen.


Besonders stolz sind wir darauf, wie perfekt alles zusammengepasst hat. Martins Berechnungen waren absolut genau ( wie immer halt) und das neue Sonnendach sieht einfach toll aus. Am späten Nachmittag haben wir es direkt an Martins Stahlkonstruktion montiert. Ich glaube, die Arbeit hat sich echt gelohnt.

Timing könnte übrigens kaum besser sein, denn das Wetter spielt jetzt richtig mit. Es war den ganzen Tag sonnig und pünktlich zum Pfingstwochenende sollen die Temperaturen sogar auf über 30 Grad steigen. Dann können in den kommenden Tagen unsere Gäste das neue Sonnendach gleich mit einweihen.
Abends gab es eine leckere Lachsnudelpfanne mit feinen Kräutern aus unserem „Kräuterbeet“.

Mai

20

Tag drei auf unserer kleinen Baustelle – und langsam sieht man tatsächlich ein Ende. Auch wenn der Sonnenschutz uns weiterhin ordentlich beschäftigt. Es ist schon eine ziemliche Fieselei: messen, anpassen und irgendwann probieren. Aber Stück für Stück wird alles fertig und man merkt, dass sich die Mühe lohnt. Am Nachmittag hat sich sogar Martin mal ne Stunde an die Maschine gesetzt.

In der Früh habe ich eine kleine Pause eingelegt und bin zum Supermarkt gelaufen, um Boskop-Äpfel zu holen. Daraus wurde dann direkt ein frischer Apfelkuchen gebacken.
Das Wetter hat heute ebenfalls mitgespielt. Erst noch eher grau und wechselhaft, aber stündlich wurde es schöner. Am Nachmittag schien dann richtig die Sonne und plötzlich wirkte alles gleich viel fröhlicher.
Besonders merkt man das draußen auf den Radwegen. Sobald die Sonne herauskommt, zieht es die Menschen nach draußen. Überall sieht man Spaziergänger, Jogger und Radfahrer, die endlich wieder Wärme genießen wollen.

Die kleinen selbstgemalten Bilder von Isabel haben jetzt auch einen Platz im Salon über dem Fernseher gefunden und fügen sich super in das gesamte Ambiente ein – Danke ISA!

Nach den vielen trüben Tagen geht’s aufwärts. Am späten Nachmittag, als die Nähmaschine mal weggepackt war, haben wir noch eine Runde Backgammon gespielt und dieses Mal hat mich Martin 2:1 abgezockt . Die Revanche lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.

Mai

19

Unser Sonnendachprojekt kann heute weitergehen. Wir fuhren gleich nach dem Frühstück die 10 km mit den Rädern nach Saverne, um passendes Garn zu kaufen. Ich hatte da am Samstag einen kleinen Laden mit wahnsinnig viel Nähmaschinenzubehör entdeckt. Dort wurden wir fündig. Die nette Verkäuferin bemühte sich sehr, Deutsch zu sprechen . Ich fragte noch nach Spulen und aus einer unteren Schublade zauberte sie auch diese hervor. Die erste Aufgabe in Saverne war erledigt. Dann gingen wir noch in den Carrefour in der Stadt für ein paar Kleinigkeiten und in einen Schreibwarenladen. Das haben wir vor der Mittagspause gerade noch so geschafft. Punkt zwölf sperren die Franzosen nämlich ihre Geschäfte zu. Pech für Martin. Er hatte sich noch ein Eis gewünscht, doch sogar die Eisdiele machte zu. Also spazierten wir stattdessen noch gemütlich durch die Stadt, besichtigten eine schöne Kirche und bewunderten die wunderschönen Fachwerkhäuser. Danach fuhren wir wieder zurück nach Dettwiller aufs Boot. Gerade angekommen, fing es wieder an zu regnen.


Am Nachmittag haben wir unser Projekt weitergeführt – meterweise Stoff wanderte durch die Nähmaschine. Teamwork zwischen Martin und mir: Ich habe die Verstärkungen genäht, während er alles sauber vorgefaltet hat. Stück für Stück nahm das Ganze Form an und um halb sechs waren wir schließlich mit dem ersten Teil fertig. Ein richtig gutes Gefühl.
Im Carrefour hatten wir in der Früh ein ganzes Hähnchen gekauft. Ich habe es vorbereitet, gefüllt und mariniert, bevor es später in den Ofen durfte. Und Martin hat wieder bewiesen, dass er nicht nur Fisch hervorragend zerlegen kann – auch mit dem Gockel machte er eine richtig gute Figur. Das Ergebnis war super lecker: saftiges Hähnchen, dazu frischer Salat und knuspriges Brot. Ein schöner Abschluss für einen produktiven Tag.