März

2

Heute Nacht hat es ordentlich geschüttet und die Aussenschläfer mussten wieder umziehen. So richtig schlafen konnte niemand mehr, dass alle ziemlich früh wach waren.
Die ersten schwammen eine Runde im klaren Wasser ums Boot. Nach dem Frühstück fuhr ein Teil von der Crew, Ludwig, Leo, Isabel und Christine nochmal an Land um den Müll zu entsorgen und um noch ein paar Sachen im SuperU einzukaufen.

Punkt zehn holte das Ankerteam den Anker ein und los ging es unter Motor mangels Wind Richtung Raiatea zurück. Martin versuchte sein Glück wieder mit der Schleppangel, aber wir waren von der Geschwindigkeit einfach zu langsam.


Eineinhalb Stunden später konnten die Motoren ausgeschaltet werden und Hartmut übernahm unter Genua das Steuer. So schaukelten wir bei zwischen 3 und 4 Knoten die ganze Strecke. Die Crew nahm wieder Liegepositionen im Schatten ein und döste bei leichtem Wellengang vor sich hin. Trotz Wolken und Fahrtwind ist die Sonne immer noch recht trügerisch.

Kurz vor unserem Ziel, der Fa‘aroa Bay, kreuzte unseren Weg eine kleine Delfinschule, die vorwitzig vorm Bug her schwamm. Da waren alle schnell hellwach und zückten die Kameras. Schon das zweite Mal auf diesem Törn, dass wir die Glücksbringer gesehen haben.

Wettertechnisch brachten sie uns leider kein Glück. Direkt beim Ankern schüttete es wie aus Eimern. Ludwig trotzte dem Regen und ließ den Anker runter. Der Schauer war gleich wieder vorbei und zum Kaffeetrinken lagen wir in der schönen,ruhigen, grünen Fa‘aroa Bay.
Die Crew nutzte die Gelegenheit zum Schwimmen im erfrischendem Wasser.
Annemarie bereitete heute mit Christine leckere Tacos mit Hackfleisch, Zwiebeln, Tomaten, Guacamole und mehr Zutaten zum selber mischen. Isabel machte noch einen frischen gemischten Salat dazu. Leo und Ludwig machten danach klar Schiff. Heute war Bordkino angesagt. Martin schlug einige Filme aus seinem Archiv vor und die Crew entschied sich für den Film Jacques Cousteau- Entdecker der Ozeane . Jacques Yves Cousteau(1910–1997) war ein französischer Meeresforscher und Filmemacher.
Er entwickelte das moderne Tauchgerät mit und machte mit seinen Filmen die Unterwasserwelt weltweit bekannt. Cousteau setzte sich zudem früh für den Schutz der Meere und der Umwelt ein und trug wesentlich dazu bei, das öffentliche Bewusstsein für den Erhalt der Ozeane zu stärken.
Danach waren alle müde und zogen sich in die Kojen zurück.

März

1

Normalerweise ist Sonntag Früh immer chillig und gemütlich, aber heute mussten Christine und Leo in den Hauptort Fare, um die Mietautos zu tanken und am Vormittag im Hotel zurückzugeben . Annemarie und Hartmut begleiteten die beiden. Sie wollten nochmal in den SuperU und in verschiedenen Geschäften schauen. Der schöne Perlenshop hatte leider heute auch zu. Aber ein Pareoshop lag auf dem Rückweg und da wurden sie fündig. Es wurden sogar Pareos extra für Leo gemalt und ab 15.00 Uhr konnte er sie dort fertig abholen.


Auf dem Boot hatten wir eine Riesenschüssel reife Bananen. Die hab ich zu einem fruchtigen Bananenkuchen und zu Muffins verarbeitet. Und heute Abend gibt’s dann mit Rum flambierte Bananen .Die Crew genoss kühle Drinks im Le Mahana und stattete dem Tamanu Schorsch ( Bezeichnung der letzten Crew für Secret of Vahine) einen Besuch ab. Martin und Isabel fuhren mit dem Dinghi an Land, um Leo, Christine, Annemarie und Hartmut abzuholen und auch schnell in dem Tamanuladen noch die besagten Öle zu kaufen.


Anschließend schnorchelten fast alle zu dem schönen Coral Garden am Hotel, wo es die schönen Seeanemonen zu sehen gibt. Bis zum Kaffee wurden wieder die begehrten Schattenplätze belegt und sich an diesen unfassbar intensiven Farben von Himmelblau über Sattgrün von den Bäumen und Palmen und verschiedenen Türkistönen vom Wasser sattgesehen.

Zum Kaffee gab es heute.,,was auch sonst…„Bananenkuchen“. Der wurde ratzeputz verzehrt und die Muffins, die eigentlich zum Einfrieren gedacht waren, gleich mit. Leo, Ludwig und Annemarie machten sich nach dem Kaffee mit dem Dinghi auf den Weg zu der Pareokünstlerin, wo der in der Früh gemalte Pareo jetzt fertig getrocknet war.
Kurze Zeit später kamen sie zurück und sie führten ihre gekauften Schätze vor. Jeder personalisiert mit Namen als Mitbringsel für liebe Freunde daheim.


Um kurz vor fünf lösten Ludwig und Hartmut die Leinen von der Boje und dieses Mal hieß es auch für Martin und mich Abschied nehmen von der Avea Bay bei dem schönen Le Mahana Hotel, wo wir mit allen drei Crews wunderschöne Sonnenuntergänge und leckere Sundowner genossen haben. Wir tuckerten unter Motor bei fast Windstille, das Meer war so glatt wie ein See, in Richtung Fare, den Hauptort der Insel.


Nach einer Stunde erreichten wir unseren Ankerplatz und Leo und Ludwig ließen den Anker runter.
Martin hatte im Yachtclub einen Tisch fürs Abendessen reserviert. Um sieben machte sich die Crew schick rausgeputzt mit dem Dinghi auf den Weg. Aus allen anderen Kats neben uns fuhren die Dinghis ebenfalls in Richtung Yachtclub. Ich passte derweil aufs Boot auf.
Die Crew schickte gut gelaunt Fotos.


Wieder zurück auf dem Boot bereitete Martin seine versprochenen mit Rum flambierten Bananen. Die waren so lecker, das alle noch eine zweite Portion beim Skipper bestellten. Martin erklärte danach den Törnverlauf für die nächsten Tage und nachdem wir alle mit dem Wizardfieber infiziert haben, spielten wir in einer ganz neuen Konstellation eine Runde. Annemarie konnte dieses Spiel für sich entscheiden. Dann verabschiedeten sich alle müde in die Kojen.

Feb.

28

Christine

Huahine – schon der Name trägt Bedeutung in sich. „Hine“ steht im Polynesischen für „Frau“. Mit etwas Fantasie lässt sich in der Silhouette der Berge die Form einer liegenden, schwangeren Frau erkennen. Die Insel gilt als Sinnbild für Fruchtbarkeit und Weiblichkeit; manche deuten den Namen frei als „fruchtbare Frau“, andere augenzwinkernd als „sexy Lady“. Wer über die Insel fährt, versteht schnell, warum dieses Bild passt: üppiges Grün, dichte Vegetation, weiche Berglinien.

Bemerkenswert ist dabei die aussergewöhnliche Ordnung. Huahine wirkt extrem gepflegt. Die Strassen sind in hervorragendem Zustand, Grundstücke sauber, kaum sichtbarer Müll. Die auf vielen pazifischen Inseln präsente Plastik- und Müllproblematik ist hier nicht erkennbar. Alles erscheint aufgeräumt, strukturiert und mit grosser Sorgfalt erhalten.

Mit zwei kleinen blauen Renault Kwid begann die Inselrunde. Erster Halt war Anini Mara’e, eine der bedeutendsten heiligen Stätten Huahines. Ein Marae war im traditionellen Polynesien religiöses und gesellschaftliches Zentrum – Ort für Zeremonien und Versammlungen. Zwischen den alten Steinplattformen lag zunächst eine ruhige, fast ehrfürchtige Stimmung. Dann erklangen plötzlich Gesang und Musik aus dem Gebüsch. Wenige Schritte weiter sass eine Gruppe Einheimischer beisammen, bestens gelaunt und offenbar schon länger im Feiermodus. Der Kontrast zur spirituellen Bedeutung des Ortes war überraschend, die Begegnung jedoch offen und herzlich.

Weiter ging es zu La Maison du Pareo, wo handgemalte Pareos ausgewählt wurden und Bananen sowie Limetten als freundliche Zugabe mit ins Auto wanderten.

Am Tefarerii Viewpoint bot sich der weite Blick auf die Lagune in intensivem Türkis. Ein Panorama, das einen Moment lang alles andere in den Hintergrund rückt.

Bei den heiligen blauäugigen Aalen, den Anguilles sacrées, wartete bereits ein lokaler Guide. Mit geübtem Blick und sicherer Hand übernahm er die Smartphones, dirigierte geschickt die Positionen und sorgte für erstaunlich gute Fotos. Nebenbei erklärte er die Bedeutung der Tiere, spielte anschliessend noch ein Stück auf seiner Ukulele und verstand es charmant, sein kleines Geschäft zu führen. Am Ende wechselten nicht nur Erinnerungsfotos, sondern auch einige Muschelketten die Besitzer.

Eigentlich sollte es danach zum Schnorcheln in den Coral Garden gehen. Doch noch auf dem Weg dorthin setzte kräftiger Regen ein. Der pinke Regenschirm aus dem Damenauto erwies sich als rettender Begleiter. Ganz zufällig lag das Mutukootu Snacking am Wegesrand – perfektes Timing für die Regenpause. Frische Mango- und Bananensäfte, Poisson Cru und gegrillter Thunfisch mit Vanillesauce schmeckten allen extrem gut. Eine absolute Empfehlung!

Nach dem Schauer wurde der Schnorchelgang nachgeholt, allerdings mit kräftiger Strömung, die aus dem geplanten entspannten Gleiten eher ein sportliches Treiben machte.

Später wurden im Super U Fare Nui Vorräte ergänzt, in der Huahine Art Gallery Kunst aus gesammelten Strandmaterialien bestaunt und bei Vairupe Vanille frische Vanilleschoten gekauft.

Zum Abschluss bot das Hotel Le Mahana einen entspannten Sundowner, bevor der Tag an Bord bei einem besonderen Abendessen ausklang: Skipper Martin und Sylvia hatten eine Brotzeit liebevoll vorbereitet, mit frisch gebackenem Brot (Martins Spezialität), dazu Guacamole, Thunfischdip und Krautsalat. Eine perfekte Abrundung für einen Tag voller Eindrücke.

Feb.

27

Irgendwie waren heute Morgen schon alle ziemlich früh wach außer unser Skipper. Die einen sprangen gleich ins Wasser und schwammen ums Boot rum, die anderen genossen in Ruhe den ersten Kaffee. Dann frühstückten wir ziemlich zeitig, bevor es kurz vor neun hieß, Anker auf Richtung Huahine. Hartmut setzte das Segel und los ging’s. Martin schaltete den Autopilot ein, aber Hartmut fragte, ob er steuern darf.

Der Rest der Crew suchte sich irgendwo Liegemöglichkeiten im Schatten für die nächsten Stunden. Hartmut blieb die Hälfte der Zeit am Steuer. Da wir recht langsam vorankamen, schaltete Martin schließlich die Motoren an.

Ich hab noch einen Kuchen gebacken während der Schaukelei. Als wir gegen halb drei den Pass von Huahine erreichten, wurden alle wach , nahmen vorne am Bug Platz und genossen entspannt noch die restliche Fahrt in den Norden Huahines bis zum Hotel Le Mahana. Wir waren das einzige Boot, so konnte Martin die vorderste Boje anpeilen. Das Ankerteam Hartmut, Leo und Ludwig angelten mit dem Bootshaken nach der Boje und kurz drauf nach gemeinsamer Teamwork waren wir fest. Der Platz wurde von der Crew für sensationell befunden und sie waren begeistert . Beim Kaffeetrinken erzählte Martin ein bisschen über die Insel ,welche Sehenswürdigkeiten es gibt und empfahl der Crew , ein Auto zu mieten.
Als wir um kurz vor halb sechs zum Sundowner mit dem Dinghi ins Hotel fuhren, machten Leo, Hartmut, Christine, Isabel, Ludwig und Annemarie zuerst das mit den Mietautos an der Rezeption klar.

Da es kein passendes Fahrzeug für alle gibt, wird es wohl so sein, dass die Jungs ein Auto mieten und die Mädels auch extra ein Auto haben. So können die verschiedenen Bedürfnisse abgedeckt werden. Nachdem das geklärt war bestellten wir unsere Sundowners Maitai, Pina Colada, Chichi und für mich eine frische Kokosnuss. Manuia.


Zurück auf dem Boot übernahmen die Männer das Regiment in der Küche. Es gab einen großen Topf mit leckerem Hühnchen Huahine und eine Schüssel gemischten Salat.


Christine und Annemarie machten nach dem Essen wieder klar Schiff in der Küche.
Da diese Nacht eine bestimmte Sternenkonstellation zu sehen war, haben alle am Bug Sterne geschaut, bevor sie sich in die Kojen zurück gezogen haben.

Feb.

26

Nach einer regenfreien Nacht kitzelte die Sonne die Außenschläfer wach. Das Wasser bot sich gleich zum Schwimmen an. Ich bereitete schon mal das Frühstück vor und der erste Kaffee wurde dankend angenommen. Am Frühstückstisch erklärte Martin den kommenden Tagesablauf.

Es sollte zu dem Mare Taputapuātea gehen. Eine zweite Schwimmrunde musste noch sein, bevor es um zehn Uhr hieß…Anker auf zurück nach Raiatea zur Kultstätte.

Der Marae Taputapuātea, der als das wichtigste und größte Heiligtum in Französisch-Polynesien anerkannt ist, liegt im Herzen des „Polynesischen Dreiecks“ auf der Insel Ra’iātea. Die Stätte beherbergt mehrere Strukturen mit ganz unterschiedlichen Funktionen. Als Überbleibsel aus fast 1000 Jahren Mā’ohi-Zivilisation ist die Stätte heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Diese dem Kriegs- und Fruchtbarkeitsgott Oro geweihte heilige Stätte gilt als der Ort, an dem die Welt der Lebenden an die der Vorfahren grenzt. Es gibt in Polynesien sehr viele Marae, auf denen sich die Bevölkerung bei kulturellen, sozialen und politischen Ereignissen versammelte.


Nach zweieinhalb Stunden ließ unser rocking Ankerman Hartmut den Anker runter- Das Dinghi wurde abgelassen und die ganze Crew, bis auf Christine und mich, setzte über an Land. Christine wollte lieber eine Runde schwimmen, da sie schon eine Besichtigung vom Marae hatte. Ich machte derweil Kaffee. Kuchen war schon fertig, wie immer, ein Mitternachtsprodukt.


Danach motorten wir weiter mangels Wind zu unserem nächsten Ankerplatz. In das klare herrliche Wasser musste man einfach gleich reinspringen. Ca 1,5 km entfernt lag das Motu Oatara, bei Google als Vogelinsel beschrieben. Martin ließ sich wieder von mir mit dem SUP auf die Insel chauffieren. Die war leider privat und das Betreten verboten. Einen Blick haben wir doch riskiert. Vögel haben wir keine gesehen. Die Crew schnorchelte derweil zu einem schönen Spot mit einigen Korallen und bunten Fischen.


Zurück auf dem Boot wurde ein bisschen geratscht und gechillt. Isabel kochte heute ein leckeres Chilly , Martin bereitete die mitgebrachte Brotfrucht und ich machte für die Vorspeise einen bunten Salat.
Nach dem Essen meldeten sich die Jungs Leo, Hartmut und Ludwig als Küchenhelfer und spülten das Geschirr ab.


Dann war es endlich soweit, die Crew wurde in unser Lieblingskartenspiel Wizard eingeweiht. Annemarie schaute nur zu und Ludwig wollte nicht mitspielen. Martin erklärte den Spielverlauf und los ging es. Das erste Spiel war noch etwas holprig, aber die Revanche Runde klappte schon ganz gut. Wir haben ja noch ganz viel Zeit. Müde schlüpften danach alle in die Kojen.