Juni

18

Brigitte und Peter sowie Michaela und Johannes

Juni

18

Heute hieß es Abschied nehmen: Nach zehn ereignisreichen Tagen verließen uns unsere vier Gäste aus Österreich. Nach einem ausgiebigen und herzhaften Frühstück packten Manuela, Brigitte, Johannes und Peter ihre Koffer und bereiteten sich auf die Heimreise vor. Sie haben auch ganz herzliche Einträge im Gästebuch hinterlassen.


Die liebe Manuela von genussstelierschatz.at hat uns während ihres Aufenthalts mit allerlei leckeren , teils typisch österreichischen Spezialitäten verwöhnt. Alle waren eine tolle Unterstützung an Bord , ob in den Schleusen, beim Anlegen oder als engagierte Co-Kapitäne. Vor allem aber haben wir in den vergangenen Tagen viel gelacht , viel Wizard gespielt und eine schöne Zeit miteinander verbracht.

Auch das Wetter zeigte in den letzten zehn Tagen wirklich alle Facetten: Von Regen, Wind und kühlen Temperaturen bis hin zu strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen 30 Grad war alles dabei.
Unsere Gäste brachen schon früh auf, denn auf dem Heimweg stand noch ein Besuch des beeindruckenden Château Haut Barr auf ihrem Programm.


An Bord nutzten wir das herrliche Sommerwetter direkt aus und ließen gleich vier Maschinen Wäsche laufen. Bei den hohen Temperaturen war alles im Handumdrehen getrocknet.
Am Nachmittag spazierten Martín und ich in die Stadt auf ein Eis , bei dieser Hitze gibt es schließlich kaum etwas Besseres.
Am Abend fand in der Marina ein Musikabend statt. Wir entschieden uns jedoch für einen entspannten und ruhigen Abend an Deck. Ganz ohne die Rockmusik mussten wir trotzdem nicht auskommen , die Klänge waren auch von unserem Liegeplatz aus noch gut zu hören.
So geht ein weiterer schöner Tag an Bord zu Ende.

Juni

17

Heute Morgen gab es endlich wieder frische Croissants aus der tollen Boulangerie in Lutzelburg. Die Männer blieben allerdings ihrer herzhaften Frühstücksvariante mit Spiegeleiern und Schinken treu. Nach einem gemütlichen Frühstück an Deck mit Blick auf die Lutzelburg legten wir kurz nach 10 Uhr ab.


Vorher haben Manuela und ich noch einen Käsekuchen mit Kirschen gebacken. Sie hatte sich diesen Kuchen für heute gewünscht, und dann haben wir ihn gemeinsam zubereitet.
Auf dieser Etappe übernahm Johannes wieder das Steuer. Vor uns lagen auf dem Weg nach Saverne neun Schleusen. Außerdem verabschiedeten wir uns von Lothringen und erreichten das Elsass. Irgendwie wirken die Ortschaften hier gleich noch ein bisschen gemütlicher , allein schon wegen der vielen urigen Fachwerkhäuser.


Es war eine schöne entspannte Fahrt durch eine herrlich grüne Landschaft mit viel Wald. An den Schleusen bergab mussten wir heute kaum warten. Ein besonderes Highlight war die große Schleuse mit ihren fünf Metern Höhenunterschied hinunter zur Marina von Saverne. Hier hatten wir wieder viele Zuschauer, denn durch das schöne Wetter waren viele Leute unterwegs.
In der Marina wurden wir bereits erwartet und bekamen direkt unseren Liegeplatz zugewiesen. Anders als beim letzten Mal lagen wir heute nicht im Seitenkanal, sondern durften ganz am Ende der Marina festmachen.
Kaum waren wir fertig, stand Peter Herden vor uns , der ehemalige Besitzer von Martins Hausboot. Das war eine Überraschung. Er liegt mit seinem neuen, kleineren Boot im Seitenkanal. Nach einem kurzen Plausch ging er wieder zurück auf sein Boot. Bei uns lief inzwischen die Kaffeemaschine, und unser Käsekuchen mit Kirschen stand schon auf dem Tisch an Deck. Langsam haben wir den Dreh mit dem neuen Ofen raus , der Kuchen war perfekt gelungen.


Anschließend machten sich Manuela, Johannes, Brigitte und Peter auf den Weg, um Saverne zu erkunden und vielleicht noch das eine oder andere Souvenir zu ergattern. Ich blieb an Bord und las entspannt an Deck. Später kamen Ellen und Peter Herden noch kurz vorbei – wir werden uns in den nächsten zwei Tagen sicher noch öfter über den Weg laufen.


Währenddessen kam auch schon eine WhatsApp-Nachricht mit dem Treffpunkt für das Abendessen: Die anderen hatten eine Pizzeria in der Altstadt ausgesucht.
Die Gerichte waren ok und reichlich.


Zurück auf dem Boot spielten wir an Deck eine letzte Runde Wizard, bevor es in den Salon zur nächsten Fussballpartie England gegen Kroatien ging. Manuela und ich saßen oben und lasen in unseren Büchern. Den Kommentaren zufolge, die aus dem Salon nach oben drangen, muss die Partie äußerst spannend gewesen sein.

Juni

16

Der Morgen begann ganz entspannt. In den frühen Stunden nieselte es noch ein wenig, doch der Regen verzog sich schnell wieder. Bereits um sieben Uhr ächzte der Schräglift zum ersten Mal talwärts, während auf unserem Hausboot noch alles ruhig blieb.
Erst nach und nach kamen alle an Deck. Der Frühstückswunsch war schnell geklärt: Spiegeleier mit Schinken sollten es sein.

Nachdem alle satt und zufrieden waren, ertönte wie gewohnt die Ansage unseres Skippers: „Leinen los!“
Aber da fuhr noch ein Boot an uns vorbei , das seine Leinen noch hinter sich her durchs Wasser zog. Martin machte die Crew darauf aufmerksam, die sich gleich bedankte. Es schien ein Männerausflug zu sein – wir ließen sie lieber vorausfahren, damit wir später nicht unnötig lange vor den Schleusen warten mussten.
Währenddessen hatte Manuela eine gute Idee, sie wollte noch einmal Apfelstrudel backen. Die Zustimmung der Crew ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Also ging es direkt in die Bordküche. Manuela bereitete den Teig vor, während ich die Äpfel schälte. Mit viel Geschick zog sie den Teig wieder hauchdünn aus, und unser Couchtisch wurde erneut als Unterlage umfunktioniert.


Kurz darauf näherten wir uns der ersten Schleuse. Allerdings befand sich bereits ein anderes Boot darin. Martin meinte : „Ich glaube, die warten auf uns , aber wir passen da gar nicht mehr mit rein.“
Also machten wir vor der Schleuse fest, und Martin ging nach vorne, um nachzusehen, was los war. Noch bevor er die Schleuse erreichte, kam ihm jemand entgegen und fragte, ob er eine funktionierende Fernbedienung hätte , ihre würde nicht reagieren.
Habt ihr denn schon die blaue Stange hochgeschoben?“, fragte Martin.
Die erstaunte Antwort lautete: „Welche Stange?“


Da war allen schnell klar: Hier waren echte Schleusen-Neulinge unterwegs. Auf unserem Boot mussten wir uns das Grinsen verkneifen. Martin erklärte ihnen geduldig, wie das Schleusen bergab funktioniert und worauf man achten muss, damit sich die Leinen nicht verklemmen. Auch das hätten sie beinahe falsch gemacht. Entweder hatten sie bei der Einweisung nicht richtig aufgepasst, oder die Einweisung war nicht besonders gut.
Nachdem das Missverständnis geklärt war und sie erfolgreich rausgefahren sind, durften wir endlich in die Schleuse einfahren. Bergab zu schleusen erfordert etwas Aufmerksamkeit, doch unser bewährtes Schleusenteam Johannes und Peter meisterte die Aufgabe mit Bravour.
Nach insgesamt vier Schleusen erreichten wir schließlich Lutzelbourg.


Schon beim Anlegen zog ein herrlicher Duft durchs Boot: Der Apfelstrudel war fertig. Während Manuela und Martin mit den Fahrrädern zurückfuhren, um die Autos zu holen, blieb der Rest der Crew entspannt an Bord.


Als die beiden zurückkehrten, gab es Kaffee und noch lauwarmen Apfelstrudel mit Vanillesoße . Das war richtig lecker.
Gut gestärkt machten sich unsere Gäste anschließend auf den Weg hinauf zur Lutzelbourg und anschließend sind sie noch in einem Biergarten eingekehrt.


Martin und ich machten eine kleine Dorfrunde und besuchten ein Künstlerehepaar in einem sehr alten renovierten Haus. Sie zeichnete und er machte Metallarbeiten.
Unsere Schleusenhelden hatten auch an dem langen Quai festgemacht, aber sie versicherten und, dass jetzt alles super klappt. Heute war auf dem Kanal überhaupt viel los. Zahlreiche Boote waren unterwegs, die Mietstationen waren offenbar gut gebucht.
Während unsere Gäste unterwegs waren, nutzte ich die Zeit, um das Abendessen vorzubereiten. Manuela wollte ein typisches Tiroler Gröschtl zubereiten , ein herzhaftes Gericht aus gekochten Kartoffeln, Zwiebeln, Wurst und einer guten Portion Knoblauch.
Passend dazu bereitete ich zwei verschiedene Salate zu, die das rustikale Essen ergänzten. . Gemeinsam genossen wir dieses leckere Abendessen an Deck , mit Blick auf den Kanal und in entspannter Atmosphäre.


Anschließend fuhren Manuela und ich die Autos schon einmal nach Saverne voraus. Von dort aus radelten wir gemütlich entlang des Kanals zurück nach Lutzelburg und konnten die wunderschöne Abendstimmung am Wasser genießen.
Da die Fußballspiele leider so übertragen wurden, dass wir sie an Bord nicht empfangen konnten, griffen wir erneut zu unserem Lieblingskartenspiel „Wizard“. Drei fröhliche Spielrunden später waren wir uns sicher: Wir haben unsere Gäste wohl mit dem Wizard-Fieber angesteckt.

Juni

15

Acht Uhr Leinen los!“ so lautete gestern Abend noch die Anweisung unseres Skippers für den heutigen Morgen. Nach dem Trubel am Wochenende waren der Kanal überraschend ruhig, und wir konnten entspannt in den Tag starten.
Gleich zwei besondere Highlights standen heute auf unserem Programm: die beiden Tunnel von Arzviller und das beeindruckende Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller, besser bekannt als der Schräglift.


Am ersten, dem gute 400 Meter langen Tunnel, hatten wir direkt Glück und bekamen sofort grünes Licht. Wenig später erreichten wir den zweiten Tunnel – mit 2,3 Kilometern einer der längsten Kanaltunnel Frankreichs. Hier mussten wir zunächst anlegen und warten. Knapp 20 Minuten dauerte es, bis die Durchfahrt freigegeben wurde, weil noch Gegenverkehr war.


Die Zeit nutzten wir sinnvoll: Es gab leckere Spiegeleier mit Schinken zum Frühstück.
Dann hieß es: Leinen los und hinein in die Dunkelheit. Nach etwa 40 Minuten erreichten wir endlich wieder das Tageslicht.


Nur rund 30 Minuten später kamen wir am Schräglift an – und auch hier hatten wir sofort freie Fahrt.
Martin erklärte die ausgeklügelte Technik des Hebewerks, während einige Zuschauer das Spektakel vom Aussichtspunkt aus verfolgten.
Dann begann die Fahrt: 45 Meter ging es mit dem Schiff in die Tiefe. Der Schräglift ersetzt insgesamt 17 Schleusen und bewältigt den Höhenunterschied in weniger als zehn Minuten , wirklich beeindruckend!


Unten angekommen, legten wir erst einmal an. Von hier aus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden. Zunächst stand jedoch Entspannung auf dem Programm, denn der frühe Start machte sich langsam bemerkbar.
Später machten sich Manuela, Brigitte, Johannes und Peter noch einmal zu Fuß auf den Weg hinauf zum Schräglift, um die raffinierte Technik aus nächster Nähe zu bestaunen.

Auf dem Rückweg wartete mit der Glasbläserei Cristallerie Lehrer ein weiteres Highlight auf sie. Die Vorführungen der Glasbläser waren faszinierend und absolut sehenswert.


Nach dem Kaffeetrinken fuhren Johannes und ich nach Phalsbourg, um ein paar Besorgungen zu erledigen. Die anderen vier schwangen sich bei schönstem Wetter auf ihre Fahrräder und erkundeten das alte Tal der Schleusen.
Der Alte Schleusenweg, die „Vallée des Éclusiers“, ist ein rund vier Kilometer langer, idyllischer Pfad entlang des ehemaligen Rhein-Marne-Kanals. Er führt vorbei an den 17 historischen Schleusen, die einst einen Höhenunterschied von 44,55 Metern überwanden, bevor sie 1969 durch das moderne Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller ersetzt wurden.
Die Begeisterung nach der Radtour war groß – allen hat die Strecke ausgesprochen gut gefallen.


Zurück auf dem Boot genossen wir den Ausblick auf den Schräglift. Einige lasen, andere dösten noch ein wenig, bevor wir den Tag bei einer leckeren Brotzeit ausklingen ließen.
Da der Fernsehempfang für Fußballübertragungen eher mäßig war, spielten wir stattdessen ein paar lustige Runden Wizard. Jeweils einmal gingen ich, Johannes sowie Martin und Brigitte als Sieger hervor.
Zum Abschluss des Tages konnten Johannes und Peter über Martins Laptop doch noch die Schlussphase des Spiels Belgien gegen Ägypten verfolgen.
So ging wieder ein schöner sonniger Tag zu Ende.