Mai

27

Heute morgen gab’s zu den frischen Croissants und dem leckeren Frühstück noch Hafenkino dazu. Wir lagen kurz vor einer Brücke und es kam ein Mietboot mit zwei aufgespannten Sonnenschirmen. Die passten leider nicht unter der Brücke durch. Der Freizeitkapitän war so erschrocken und ließ einfach das Steuer los. Das bekam dem vor uns liegenden Boot überhaupt nicht. Er hat es ganz schön geschrammt. Wenigstens hat er angehalten und wir dachten, dass er an Capitanerie Bescheid sagt, weil die Bootseigner nicht an Bord waren. So war es aber nicht. Martin hatte nämlich gefragt, aber er hat den schon erheblichen Schrammer nicht gemeldet. Naja Maria, Joki und Ruth waren Zeugen von dem Vorfall. Kaum hatte sich die Situation entspannt, kam schon das nächste Mietboot mit aufgespannten Schirmen.
Jokis lauter Pfiff verhinderte die Fastkollision. Nichtmal ein Dankeschön kam dafür zurück.


Um kurz vor elf hieß es Leinen los und ausparken von unserem Anleger, damit wir 200 m weiter gleich wieder vor der Stadtschleuse festmachen mussten, da noch ein großes Mietboot vor uns dran war.
Als wir dann endlich in der Schleuse drin waren, konnte unsere eigentliche Etappe nach Lutzelburg beginnen.
Hinter Saverne verändert sich die Landschaft spürbar. Es wird wieder bergiger, die Wälder dichter und grüner. Gleichzeitig verabschieden wir uns langsam vom Elsass und starten in Lothringen, dem neuen Abschnitt unserer Reise.


Heute übernahmen unsere CoMatrosen Joki und Stefan in den Schleusen das Festmachen. Mit viel Einsatz und guter Teamarbeit klappte das bereits richtig gut. Schleuse für Schleuse wurden die Handgriffe sicherer und routinierter.


Doch in der letzten Schleuse wartete noch einmal ein aufregender Moment auf uns. Kaum begann die Schleusung, schoss das Wasser mit voller Kraft in die Kammer. Joki legte sich richtig ins Zeug, als plötzlich ein lauter Knall zu hören war: Die Leine riss!
Zum Glück reagierten alle sofort. Schnell wurde umgehängt und Martin steuerte mit dem Motor dagegen, bis das Boot wieder sicher lag. Ein kurzer Schreckmoment – aber das war gutes Teamwork und danch ein Enspannungs-Drink.


Langweilig wird es auf unserer Reise jedenfalls nicht.
Abends haben wir gemütlich Brotzeit an Deck gemacht und danach nochmal Marias Hitster gespielt.
Das war wieder eine Musikzeitreise in die 60er70er und 80er, voll lustig und spannend. Die Jungs haben sich wacker geschlagen und zuletzt hieß es 1:1.

Mai

26

Die erste Nacht für Ruth und Joki auf dem Hausboot. Sie haben gut geschlafen trotz der Wärme. Aber die haben wir ja extra für die Gäste bestellt. Für das Frühstück holte ich noch frische Sachen vom Bäcker. Kurz vor neun kamen Maria und Stefan zum gemeinsamen Frühstück auf dem Vlinderdeck . Es gab frische Croissants und Brot, Kaffee, Obst, Marmeladen, Käse und alles, was zu einem gemütlichen Start in den Tag dazugehört. Zusammen wurde erzählt, gelacht und geplant, bevor es schließlich zum Besuch auf das Chateau Haut Barr losging. Alle waren sehr begeistert vom Auge des Elsass, wie die Burg aus dem 12. Jhd. auch genannt wird.
Hoch oben zwischen den Felsen bot sich wieder dieser beeindruckende 360 Grad Rundumblick über die Vogesenlandschaft und über die Elsässische Weinstraße. Bei schönem Wetter und guter Sicht kann man sogar die Spitze des Straßburgers Münster sehen. Die alten Mauern, die Brücken zwischen den Felsen und die besondere Atmosphäre fanden die Gäste sehr beeindruckend.

In der Nähe von Haut-Barr befinden sich auf demselben Bergrücken im Westen die beeindruckenden Überreste der Burgruinen (Großes und Kleines) Geroldseck. Die wurde noch auf dem Rückweg besichtigt.


Zurück auf der Vlinder bereitete ich noch eine kleine, leichte, herrlich erdbeerige Erfrischung zu – genau passend für die heißen Temperaturen . Lange blieb allerdings keine Ruhe, denn die Gäste wollten unbedingt noch eine Runde Wizard spielen, bevor Martin nach Straßburg aufbrechen musste. Dort holt er seine langjährige Freundin Ursel ab, die extra aus Berlin anreist.
Maria, Ruth, Stefan und Joki schauten sich derweil das romantische Städtchen Saverne an.
Als alle wieder zurück an Bord waren, kam auch Martin mit Ursel an. Es blieb nur kurz Zeit für ein Hallo, da wir heute unser Abendessen beim
Libanesen genießen wollen.
Die Portionen waren reichlich und einfach mal geschmacklich was ganz anderes.


Wieder auf der Vlinder angekommen, probierten wir ein neues Spiel von Maria aus. Außer Ursel , die war von der langen Anreise doch ein wenig erschöpft, setzten wir uns noch an Deck. Das Spiel hieß Hitster….da muss man Songs, die Interpreten und die Jahreszahl, wann der Song veröffentlicht wurde, erraten. Wenn etwas falsch war, bekamen die anderen einen Punkt. Das war echt lustig, weil wir alle viel geraten haben.


Gegen halb zwölf musste sich die Männergruppe zum zweiten Mal von uns geschlagen geben.
Danach ging es müde in die Kabinen und für Stefan und Maria ins Womo namens Gustav, zurück.

Mai

25

Heute Früh habe ich die Kabinen für unsere Gäste hergerichtet und ging noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Auf dem Rückweg sagte ich Deborah aus der WOB Gruppe, auf ihrem Boot Peary, kurz Hallo. Sie wollen später weiterfahren Richtung Nancy. Vielleicht treffen wir sie ja nochmal. Am frühen Nachmittag erwarteten wir Ruth und Joki. Doch schon um elf Uhr rief jemand ein fröhliches „Hallo“ von der Brücke – Ruth und Joki waren etwas früher angekommen.


Zuerst machten wir ein paar kleine Snacks. Ruth hatte frisches Brot gebacken, zwei Kuchen mitgebracht und gefühlt ihren halben Kühlschrank von zuhause eingepackt. Kaum war alles auf dem Boot verstaut, vertieften sich die Männer sofort in Gespräche über Technik, Motoren und alles, was mit Booten zu tun hat.

Ruth und ich nutzten die Gelegenheit und machten einen Spaziergang durch die Stadt. Das Wetter war herrlich, überall waren Menschen unterwegs und die Cafés bis auf den letzten Platz gefüllt.
Als wir zurück auf die Vlinder kamen, trafen auch Maria und Stefan ein. Nach der herzlichen Begrüßung gab es erst einmal einen kleinen Aperol, den Maria mitgebracht hatte, dazu Ruths Kuchen. Natürlich saßen wir draußen unter unserem neuen Sonnenschutz und genossen den Nachmittag mit Kaffee und guter Stimmung.


Mittlerweile waren drei Technikfans beieinander und damit gab es endgültig kein anderes Gesprächsthema mehr als Bootstechnik, Motoren und alles drumherum. Also verzogen wir Mädels uns kurzerhand in den Salon und hielten dort unseren eigenen Plausch. Später frischte der Wind ein wenig auf und wir gingen wieder nach oben an den Tisch.
Immer wieder blieben Spaziergänger stehen und schauten zu uns herüber. Unsere entspannte Stimmung schien richtig ansteckend zu sein. Die Gesprächsthemen gingen uns jedenfalls den ganzen Tag nicht aus.
Am Abend gab es dann noch eine leckere Brotzeit mit Ruths selbstgebackenem Brot – und vielen anderen Leckereien .


Und endlich hatten wir wieder Mitspieler für Wizard an Bord. Maria und Stefan kannten das Spiel schon. Während Martin den anderen beiden, Ruth und Joki, den Spielablauf erklärte, machte ich noch schnell klar Schiff in der kleinen Bordküche.
Zu sechst dauern die Spiele nicht lange, nur 10 Runden. Die erste ging an mich und die zweite an unseren Wizardneuling Joki. Wir hatten viel Spaß und einen schönen Ausklang für den schönen Tag.

Mai

24

Nach einem gemütlichen und leckeren Sonntagsfrühstück erledigten wir noch ein paar Kleinigkeiten, bevor wir um 12 Uhr in Richtung Saverne ablegten. Heut geht es die Schleusentreppe wieder bergauf. Bei diesen sommerlichen Temperaturen, die momentan glücklicherweise fast überall in Europa herrschen, macht das Vlindern gleich noch mehr Spaß.
Für das lange Wochenende rund um Pfingsten ist heute erstaunlich wenig Verkehr auf dem Kanal. Dafür sind umso mehr Radfahrer unterwegs. Einige von ihnen sind richtig schwer bepackt und vermutlich schon länger auf Tour oder noch länger unterwegs.
Was an Frankreich echt schön ist, entlang der Kanäle gibt es fast überall schöne Liegeplätze und kleine Marinas. Dort kann man Wasser tanken, Strom bekommen und oft auch einfach die entspannte Atmosphäre mit schönen Sitzgelegenheiten und Grills genießen. Und vor allem sie sind überall sauber.


Um kurz nach drei erreichten wir unseren alten Liegeplatz in Saverne. Dort wurden wir bereits erwartet – der junge Mann von der Capitainerie stand schon bereit und half uns beim Anlegen. Ein wirklich netter Service.
Martin und ich machten anschließend einen Spaziergang in die Stadt. Am Hafen fand gerade eine kleine Ausstellung mit selbstgemachten Dingen statt: genähte und gehäkelte Taschen, Seifen, Honig, Bilder, Schmuck und vieles mehr.
Überhaupt wirkt die Stadt gleich viel lebendiger und schöner, wenn die Sonne scheint. Am Marktplatz kehrten wir im Phil Good ein, tranken Kaffee und gönnten uns einen riesigen Eisbecher , genau das Richtige für den sonnigen Nachmittag.


Danach spazierten wir noch zum Schloss, wo derzeit eine Ausstellung für Kinder mit Animationen und verschiedenen Mitmach-Angeboten stattfindet. Zurück auf dem Boot ließen wir den Tag ganz entspannt ausklingen und relaxten einfach noch ein bisschen.

Mai

23

Heute Früh hat sich schon der gesamte Anglerverein auf der anderen Uferseite getroffen . Die Angeln sind witzigerweise fast so lang wie der Kanal breit ist. Die Fisch(chen) wurden angefüttert. Jeder hatte da so seine eigene Methode. Es war jedenfalls lustig, da zuzuschauen. So richtig gefangen hat eigentlich keiner was.


Aber kurz vor elf hieß es an diesem herrlich sonnigen Tag nach einer Woche Pause wieder: Leinen los! Nachdem ich noch schnell ein paar Einkäufe gemacht habe vor dem langen Pfingstwochenende , machten wir uns auf den Weg zum Umdrehen, damit wir morgen in Richtung Saverne weiterfahren können.
Auf den frisch gemähten Wiesen standen zahlreiche Störche und suchten gemütlich nach Nahrung und flogen über die Vlinder zu ihrem Nest zurück. Überhaupt lag überall dieser typische Duft von frischem Heu in der Luft.
Seit die Strecke nach Straßburg wieder geöffnet ist, begegnen uns inzwischen tatsächlich wieder andere Boote. Heute waren es schon fünf Stück, die uns entgegenkamen. Nach den eher ruhigen Tagen wirkt der Kanal dadurch gleich wieder viel lebendiger.
Entlang der Strecke stehen an jeder Schleuse die typische Schleusenwärterhäuschen. Dort haben früher, als die Schleusen noch manuell betätigt wurden, die Schleusenwärter gewohnt . Manche sehen noch richtig hübsch aus, andere wirken total verlassen und vergessen. Plötzlich tauchte an einer Schleuse so ein kleines, voll eingewachsenes Häuschen auf, das ich fast übersehen hätte.
Genau diese kleinen Entdeckungen machen die Hausbootfahrt zu einem besonderen Erlebnis.


Heute ging es zuerst bergab und dann bergauf durch die Schleusen. Schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass dabei mal eben rund 100 Tonnen Schiff bewegt werden, die gehalten werden müssen, wenn das Wasser in die Schleuse schießt. Für uns ist das eigentlich schon Alltag und selbstverständlich, aber es halten immer wieder Radfahrer oder Fußgänger an, um begeistert diesen technischen Vorgang zu verfolgen.


Nach knapp fünf Stunden erreichten wir schließlich wieder unsere Anlegestelle in Dettwiller, allerdings diesmal auf der Backbordseite und bereits in Fahrtrichtung Saverne. So sind wir für morgen bestens vorbereitet.
Heute gab es zur Abwechslung keinen Kuchen. Stattdessen ließ sich der Kapitän Crêpes mit Erdbeeren und Sahne schmecken, die waren mindestens genauso gut.


Für Unterhaltung sorgte am Abend noch die Dorfjugend. Mit ordentlich Lautstärke und viel Begeisterung sprangen die Kids von der Brücke direkt in den Kanal. Baden würde ich selber dort eher nicht wollen, aber die Jugendlichen hatten offensichtlich ihren Spaß dabei.