Okt.

11

Der erste Morgen mit unserer neuen Crew an Bord der Georgina. Natürlich durfte da ein ordentliches Frühstück nicht fehlen. Kaffee, Tee, frisches Obst, Joghurt fürs Müsli, Wurst und Käse standen bereit. Alle hatten mehr oder weniger gut geschlafen, und Klaus war der Erste, der sich im Salon blicken ließ.
Ich wollte noch schnell zum Bäcker, um frisches Brot zu holen. Allerdings hatte der erste Bäcker bereits Winterpause. Beim zweiten hatte ich dann Glück! Inzwischen saßen alle schon am Frühstückstisch und warteten auf das Brot. Als alle satt waren, hieß es für unsere neue Crew zum ersten Mal: Leinen los und Anker auf.
Die Aufgaben wurden verteilt, die Fender in der Vorschiffkabine verstaut und die Leinen ordentlich aufgeschossen und aufgeräumt. Das ist halt der übliche Ablauf.


Unser heutiges Ziel war Serifos, das wir bereits mit der ersten Crew angelaufen hatten. Rund 30 Seemeilen lagen vor uns. Anfangs war der Wind noch recht mäßig, doch im Laufe des Tages frischte er auf. Das Großsegel wurde gesetzt und die Genua aufgerollt. Es wurde gekreuzt, der Wind nahm weiter zu und die Segel mussten gerefft werden. So hatten wir doch noch einen schönen Segeltag, bei dem unsere neue Crew gleich ein bisschen Segelpraxis sammeln konnte.

Gegen 16 Uhr erreichten wir Serifos. Im Hafen hieß es dann wieder: Fender raus, Leinen vorbereiten und das Anlegemanöver angehen. Das klappte eigentlich ganz gut, auch wenn Martin mit dem Wind zu kämpfen hatte. Anschließend mussten wir die Leinen noch einmal umsetzen, weil der Hafenmeister die Pollerbelegung anders haben wollte.

Aber auch das war schnell erledigt, und wir konnten uns erst einmal einen wohlverdienten Kaffee gönnen.Danach lockte uns die Chora, das hoch oben am Hang gelegene Hauptdorf von Serifos. Leo, Klaus, Ludwig, Martin und ich machten uns zu Fuß auf den Weg über den Wanderweg hinauf. Norbert, Waltraud und Alexandra teilten sich derweil mit unseren Bootsnachbarn ein Taxi und fuhren bequem nach oben.
Ludwig und ich waren unserer Wandergruppe ein Stück voraus. Allerdings bogen wir offenbar irgendwann falsch ab. Martin war deshalb als Erster an der Platia und schickte mir kurzerhand seinen Standort. Navigation per Handy , auch beim Wandern manchmal ganz hilfreich.

Unterwegs trafen wir in den verwinkelten Gassen wieder auf Leo und Klaus. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum höchsten Punkt, hinauf zur kleinen Kapelle. Dort wurden wir mit einem grandiosen Ausblick über die Bucht und den Hafen belohnt.


Von oben entdeckten wir auch den Rest unserer Gruppe, der sich durch die Gassen bewegte. Waltraud, Norbert und Alexandra waren ebenfalls zu Fuß unterwegs. Irgendwann trafen wir uns alle in dem einzigen Café, das noch geöffnet hatte. Leider mussten wir feststellen, dass die Platia bereits im Winterschlaf lag. Die meisten Lokale und Geschäfte hatten geschlossen. Wie anders war es doch noch vor vier Wochen gewesen. Damals hatten wir Serifos voller Leben erlebt, mit geöffneten Tavernen und Menschen in den Gassen. Gottseidank habe ich diese lebendige Seite der Insel noch kennenlernen dürfen. Jetzt kündigt sich langsam das Ende der Saison an.

Also machten wir uns wieder an den Abstieg nach unten. Martin, Ludwig, Norbert, Waltraud und ich ließen es beim Abstieg etwas gemütlicher angehen. Leo, Klaus und Alexandra bildeten die Vorhut und suchten schon einmal nach einem passenden Restaurant fürs Abendessen. Ihre Wahl fiel auf das Mpapakaki . Das Restaurant liegt direkt am Wasser, und die Tische stehen mitten im Sand. Genau die richtige Kulisse für einen entspannten Abend auf einer griechischen Insel.
Als wir unten ankamen, setzten wir uns zu den anderen. Das Essen kam erfreulich schnell und war lecker, denn nach der Wanderung hatten wir alle ordentlich Hunger.


Auch hier war der Unterschied zu den vergangenen vier Wochen deutlich zu spüren. Zwar waren noch einige Touristen unterwegs, aber von dem Trubel, den wir vor einem Monat erlebt hatten, war nicht mehr viel übrig. Bald wird auch auf Serifos endgültig die Winterruhe einkehren. Zurück auf der Georgina war der Abend noch lange nicht vorbei. Schließlich standen noch drei Spiele unserer beliebten Hornochsen-Runde aus. Also: Karten auf den Tisch und los ging’s.
Leider setzte Norbert seine beeindruckende Punktesammlung fort und sicherte sich am Ende des Abends den Titel unseres Hornochsenkönigs. Herzlichen Glückwunsch.
Martin und ich spielten anschließend noch eine Runde Backgammon im Salon. Er hat nicht gewonnen.
Draußen im Cockpit saß der Rest der Crew noch gemütlich zusammen. Es wurden Geschichten rund ums Segeln erzählt, Erinnerungen ausgetauscht und natürlich auch ordentlich Seemannsgarn gesponnen. So verging die Zeit wie im Flug.
Damit ging der erste Tag unserer neuen Crew zu Ende: mit einem schönen Segeltag, einer Wanderung durch die verwinkelten Gassen von Serifos, gutem Essen direkt am Meer und einem geselligen Abend an Bord.

Okt.

10

Wie immer beim Crewwechsel gab es jede Menge zu tun. Schließlich sollten sich unsere neuen Gäste an Bord der Georgina von Anfang an wohlfühlen. Also hieß es für mich, Ärmel hochkrempeln und loslegen. Zuerst wurde ein Begrüßungskuchen gebacken, danach waren die Kabinen an der Reihe. Putzen, Betten machen und alles für die neuen Mitsegler vorbereiten .Bis zum Mittag hatte ich aber das meiste geschafft.
Zur Belohnung gönnten Martin und ich uns anschließend ein Eis in der Altstadt von Parikia. Eine kleine Pause musste schließlich sein, bevor unsere neuen Gäste eintrafen.
Kurz vor drei Uhr war es dann so weit. Waltraud und Norbert aus Berlin kamen an Bord. Die beiden hatten bereits eine knappe Woche in Naoussa auf Paros verbracht. Gleich danach trafen auch Alexandra und Klaus aus Österreich ein, die sich ebenfalls schon eine Woche in Parikia und der Umgebung umgesehen hatten.
Nach einem herzlichen Hallo zeigte Martin den beiden Paaren ihre Kabinen. Anschließend gab es erst einmal Kaffee, Kuchen und frisches Obst.
Danach kam wie immer unsere bewährte Einkaufsliste zum Einsatz. Darauf halten wir die Essens- und Getränkewünsche unserer Gäste fest, damit beim anschließenden Einkauf auch möglichst alles dabei ist, was gebraucht wird. Da dies unser letzter Törn für dieses Jahr ist, fiel der Einkauf diesmal etwas überschaubarer aus. Die größten Posten waren Kühlwaren, Getränke und Obst, dazu ein bisschen Gemüse.


Den Einkauf hatten wir inzwischen routiniert verstaut. Mittlerweile sind wir darin ja schon richtig geübt.
Da ertönte plötzlich eine vertraute Stimme von draußen: „Hallo, jemand zu Hause?“
Leo und Ludwig aus München waren angekommen! Die Wiedersehensfreude war groß, und es war richtig schön, die beiden nun ebenfalls an Bord begrüßen zu können. Auch sie machten sich erst einmal daran, ihre Sachen auszupacken.
Für unsere übrigen Gäste hieß es inzwischen: in Ruhe ankommen, sich an Bord umschauen und sich ein wenig akklimatisieren. Schließlich ist so ein Schiff doch etwas anderes als ein Hotelzimmer.
Kurz vor dem Abendessen versammelte Martin die gesamte Crew zur Bootsbegehung. Dabei erklärte er die wichtigsten Dinge an Bord: die Instrumente, die Rettungswesten, seine Navigation und natürlich auch die Funktionsweise des Funkgeräts. Schließlich sollen alle wissen, wo was zu finden ist und wie man sich im Fall der Fälle verhält. Ein bisschen Sicherheit gehört schließlich dazu, bevor es morgen losgeht.

Alexandra und Klaus hatten eine Restaurantempfehlung für uns, die wir gerne aufgriffen. Also machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Almira.
Das Timing hätte kaum besser sein können. Während wir durch die Straßen spazierten, verabschiedete sich die Sonne gerade am Horizont. Was für ein Anblick! Natürlich wurden sofort die Handys gezückt, um diesen Moment.


Im Restaurant angekommen, wurden extra zwei Tische für uns zusammengestellt. Der Wirt vom Almira war ausgesprochen freundlich und wusste zugleich, wie man seine Gäste bewirtet. Das Essen kam flott, sah richtig appetitlich aus und schmeckte auch noch hervorragend. Was will man mehr?


Gut gestärkt und zufrieden machten wir uns später auf den Rückweg.


Zurück an Bord wollten wir eigentlich unsere Wizard-Karten auspacken. Doch bevor es dazu kam, beschlossen wir, unseren neuen Gästen erst einmal in das Kartenspiel Hornochsen einzuweihen . Leo und Ludwig kannten das Spiel natürlich schon.
Es wurde erklärt, gelacht und gespielt. Allerdings waren die ersten Zeichen der Müdigkeit bald nicht mehr zu übersehen. Kein Wunder nach einem Tag voller Anreise, Kabinenbezug, Erklärungen und neuer Eindrücke. Deshalb brachen wir die Runde ab, bevor das Spiel ganz zu Ende war.
Eine erste Tendenz, wer sich zum Hornochsen-König entwickeln könnte, zeichnet sich allerdings bereits ab.
Aber wer es tatsächlich wird, verrate ich erst morgen!

Okt.

10

30. September bis 10. Oktober 2026

Törnzusammenfassung

Angelaufene Häfen/Buchten:

Samos- Pythagorei, Samos- Marathokampo
Fourni- Fährhafen, Arki- Porto Augusta
Patmos- Hafenmole; Amorgos- Katapola
Iraklia- Hafenmole, Naoussa- StadtMarina
Paros- Parikia HafenMole

Gesegelte Strecke: 188 sm
Max. Speed: 9 Kn, Durchschnitt 6-7 Kn
Max Wind: 32 Kn, Meltemi aus NNE
Bemerkungen: Zwischendurch bewölkt und frisch, sonst typisch Ägäis- blauer Himmel und die letzten 3 Tage ziemlich Windstill

Okt.

10

Ziemlich früh mit Sonnenaufgang machten sich die vier Wittenberger auf den Weg nach Hause.


Zunächst mit Taxi zum Flughafen Paros. Von dort nach Athen, wo sie noch einen Tag Zwischenaufenthalt haben um ein wenig
Sightseeing zu machen. Und dann gehts mit dem Flieger nach Athen.

Christina und Katja hatten ja auch noch eine Nacht in Athen und sollten jetzt schon auf dem Heimflug sein, nachdem sie noch einen netten Haloween-Abend in der Athener Altstadt hatten.

Also alles in allem wieder ein wunderschöner Törn von Samos nach Paros.
Wir sehen uns ja dann alle bald wieder auf Sansibar im Januar.

Alles Gute Euer Skipper Martin und die liebe gute Fee Sylvia

Okt.

10

Mit Ausschlafen war heute wieder einmal nichts. Martin wollte möglichst früh los, damit wir in Parikia auf Paros noch einen Platz an der Hafenmole bekommen. Also hieß es nach dem Frühstück wie jeden Tag: Leinen los und Anker auf. Die Mannschaft stand bereit und schon bald lag unser Ankerplatz hinter uns.
Die rund zwei Stunden Fahrt nach Parikia mussten wir mangels Wind leider wieder unter Motor zurücklegen. Dafür konnten wir die Sonne an Deck in vollen Zügen genießen.


Als wir im Hafen von Parikia ankamen, staunten wir nicht schlecht: jede Menge freie Plätze. Wir freuten uns schon auf einen entspannten Nachmittag und darauf, alles ganz gemütlich angehen zu lassen.
Doch kaum hatten wir angelegt, tauchte unser persönliches Hafen-„Rumpelstilzchen“ auf. Mit den freundlichen Worten: „Georgina, you have one hour, then you must leave!“ machte er uns unmissverständlich klar, dass wir hier offenbar nicht erwünscht waren.
Wir schauten uns alle verdutzt an. Wie bitte? Wir sollten nach einer Stunde wieder verschwinden?
Martin machte sich auf den Weg zum Hafenmeister und zeigte ihm unsere Reservierung. Die Erklärung folgte prompt: Am Freitag habe er keinen Platz für uns, weil dann die ganzen Charterboote zurückkämen. Nun ja, bis dahin war der Hafen noch ziemlich leer, und freie Plätze gab es reichlich.


Wir versuchten alle, die Angelegenheit in Ruhe und mit freundlichen Worten zu klären. Leider stießen wir dabei auf wenig Verständnis. Unser Hafenmeister blieb stur , aber da hatte er die Rechnung ohne unseren Skipper gemacht. Martin kann nämlich ebenfalls ziemlich hartnäckig sein, wenn er von etwas überzeugt ist.
Also blieben wir erst einmal liegen. Schließlich hatten wir eine Reservierung. Währenddessen verabschiedeten sich Christian und Katja von Bord. Für die beiden ging es heute schon wieder nach Hause. Schade, dass ihr uns verlassen musstet. Wir wünschen euch eine gute Heimreise. Am Nachmittag wurde es im Hafen dann tatsächlich lebendig. Ein Katamaran nach dem anderen lief ein, dazu jede Menge weitere Segelboote. Plötzlich war ordentlich Betrieb, und die Hektik nahm spürbar zu. Weil die Plätze knapp zu werden schienen, wurde kurzerhand auch noch der Schwimmsteg belegt.
Martin und ich saßen oben auf der Flybridge und beobachteten das bunte Treiben. Es war durchaus spannend anzusehen, wie sich der Hafen nach und nach füllte. Und trotz aller Aufregung waren immer noch Plätze für die ankommenden Katamarane vorhanden.
Unser Rumpelstilzchen ließ sich davon allerdings nicht beruhigen. Auch gegen Abend gab er keine Ruhe und beschimpfte uns schließlich tatsächlich. Was genau dabei gesagt wurde, möchte ich an dieser Stelle lieber für mich behalten. Man muss ja nicht alles aufschreiben, was einem so im Hafen passiert.
Wir bleiben nun erst einmal bis Sonntagmittag hier und hoffen sehr, dass sich die Gemüter wieder beruhigen. Schließlich sind wir im Urlaub und nicht auf einer Krisensitzung.Nach diesem turbulenten Tag hatten wir uns einen gemütlichen Abend an Bord redlich verdient. Es gab griechischen Salat, Hähnchen und Melone ,einfach, lecker und vor allem gemütlich . Wir saßen zusammen, genossen den Abend und konnten endlich die Anspannung fallen lassen.
Zum Abschluss durfte natürlich auch eine Runde Hornochsenspiel nicht fehlen. Dabei wurde wieder ordentlich gelacht. Manchmal braucht es eben nur gutes Essen, nette Menschen und ein lustiges Kartenspiel.
Da Sabine, Doreen, Matze und Jürgen morgen bereits um sieben Uhr von Bord müssen, ging es anschließend für alle in die Kojen.
Fotos gibt es heute übrigens kaum. Bei all der Aufregung hatten wir schlicht andere Dinge im Kopf, als ständig die Kamera zu zücken.