Juli

8

Ramona und Silvia gehören ebenfalls zu den Frühaufstehern. Nach ihrem ersten Kaffee begleiteten sie mich zum Bäcker, wo wir uns allerlei leckere Sachen für das Frühstück aussuchten. Anschließend machten die beiden noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort, während ich zurück aufs Boot ging und das Frühstück vorbereitete.
Helene ist von unserem Törn in der Südsee schöne Fruchtplatten zum Frühstück gewohnt. Deshalb zauberte ich heute statt Obstsalat eine lustig angerichtete Fruchtplatte. Die sorgte prompt für Erinnerungen an Palmen, Sonne und türkisblaues Wasser. Für einen kurzen Moment lag die Vlinder gedanklich vor Bora Bora.


Danach machten sich Helene und Martin gemeinsam auf den Weg zum Gemeindeamt, das auch für den langen Kai und die Marina zuständig ist. Martin hatte eine Frage und Helene übernahm freundlicherweise das Dolmetschen für ihn. Vielen Dank dafür 💖
Später besuchten unsere Gäste noch einen Glasschleifer sowie den Künstler, der Dachziegel bemalt. Beim Letzteren wurde Helene sogar fündig und nahm eine schöne Erinnerung mit.
Als schließlich alle wieder an Bord waren, hieß es „Leinen los! Heute stand allerdings nur eine kurze Etappe mit vier Schleusen auf dem Programm. Die Landschaft wurde wieder felsiger, blieb aber genauso grün und waldreich wie zuvor.


Zwischendurch übernahm Slivia das Ruder, auch als es mal ziemlich eng wurde schlängelte sie sich elegant mit der Vlinder hindurch.

Auf dem Wasser war einiges los und als wir unterhalb des Schrägaufzugs ankamen, war nur noch der Liegeplatz für die großen Passagierschiffe frei. So voll haben wir diesen Platz tatsächlich noch nie erlebt. Für den Nachmittag und die Nacht passte der Platz, da weder die Madeleine noch die Jeanine im Anmarsch waren.

Vor dem Nachmittagskaffee schauten wir noch bei den Glasbläsern vorbei. Dort war es heute allerdings besonders warm, denn die Öfen liefen auf Hochtouren.


Nach dem Kaffee und Kuchen machten sich Helene und Martin mit den E-bikes auf den Weg zurück nach Lutzelbourg, um die Autos zu holen. Diese haben sie dann nach Niderviller vorausgefahren und kamen anschließend über den alten Schleusenweg wieder zurück zum Boot.
Silvia und Ramona nutzten die anderen Fahrräder, um ebenfalls den alten Schleusenweg zu erkunden und das „Valle des Éclusiers“ kennenzulernen. Die beeindruckende Schleusentreppe bestand aus insgesamt 17 Schleusen auf einer Strecke von nur 3,8 Kilometern und ermöglichte es früher, einen Höhenunterschied von 44,55 Metern zu überwinden.
Das Tal ist ein beeindruckender Zeuge der intensiven Fluss- und Industrieaktivität des 19. Jahrhunderts. Seit der Inbetriebnahme des Schiffshebewerks von Arzviller im Jahr 1969 ist die Schleusentreppe für die Schifffahrt geschlossen. Heute ist dieser besondere Ort ein Paradies für Wanderer, Radfahrer, Kletterer sowie Natur- und Kulturliebhaber. Als Rad- und Wanderweg angelegt, lässt sich das Tal der Schleusenwärter wunderbar zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.


Am späten Nachmittag wurde dann erst einmal ausgiebig gechillt und die Seele baumeln gelassen, bevor ich in der Küche das Abendessen vorbereitete. Es gab zweierlei Tortellini , da Ramona Vegetarierin ist, mit Tomatensoße und zum Nachtisch eine leckere Mousse au Chocolat.
Helene hatte außerdem ihre Drohne dabei. Nach dem Abendessen ließen sie und Martin diese noch in Richtung Schrägaufzug aufsteigen. Die beiden möchten morgen unsere Fahrt mit dem Lift filmen, ja, die Vlinder fährt morgen wieder Aufzug. Zu viert spielten wir noch zwei lustige Runden Wizard, Silvia war müde und verabschiedete sich in ihre Kabine.

Juli

7

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir entspannt in den Tag. Zunächst gab es noch eine kleine Planänderung: Unsere Gäste wollten in der Früh die Hexengrotte besuchen. Dieser Ausflug wurde jedoch kurzerhand auf den Nachmittag verschoben. Martin füllte noch den Wassertank auf, danach machten wir uns schließlich auf den Weg.

Unsere Fahrt führte uns zunächst am wunderschönen Stadtschloss Rohan und am Hafen von Saverne vorbei. Vor der großen Schleuse hieß es dann erst einmal warten. Nach etwa zehn Minuten war es soweit und wir waren dabei fast die eigentliche Attraktion. Zahlreiche Zuschauer hatten sich oben am Geländer versammelt und verfolgten gespannt, wie wir geschleust wurden.
Rund zwanzig Minuten später ging die Fahrt weiter zu unserem Ziel Lutzelburg. Auf dieser Strecke warteten noch acht weitere Schleusen auf uns. Der Kanal schlängelte sich durch eine herrliche, waldreiche Landschaft , eine wunderschöne Kulisse für unsere Gäste.


Nach den ersten zwei oder drei Schleusen hatte Helene den Ablauf aufmerksam beobachtet. Dann überließ ich ihr die Aufgabe und sie meisterte sie mit Bravour. Unterwegs fischten wir sogar noch einen Fender eines Mietbootes aus dem Wasser. Auf dem Kanal war heute richtig viel Betrieb. Unzählige Boote kamen uns entgegen, was den angenehmen Nebeneffekt hatte, dass die Schleusen für unsere Einfahrt meist schon vorbereitet waren. Helene war dabei eine große Hilfe und hatte die Handgriffe in der Schleuse schnell verinnerlicht.
In Lutzelburg angekommen, erwartete uns ebenfalls reger Betrieb. Viele Boote lagen bereits am Kai und auch wir fanden an der langen Ufermauer einen Liegeplatz. Anschließend machten sich Helene, Martin und Ramona mit den Fahrrädern auf zurück nach Saverne, um die Autos nach Lutzelburg zu holen. Danach hatten wir uns den wohlverdienten Kaffee und Kuchen wirklich verdient.
Unsere Gäste wollten anschließend noch die Felsenhäuser in Graufthal und die geheimnisvolle Hexengrotte Le Sourciere besichtigen. Martin und ich kannten die Felsenhäuser bereits von einem früheren Besuch, deshalb blieben wir an Bord.
Derweil stellte Martin den aktuellen Blog online und ich bereitete das Abendessen vor. Kurz vor halb acht kamen Helene, Ramona und Silvia wieder zurück und schwärmten von den Grotten, die sie besichtigt haben.
St.Vit, Le Sourciere und eine Feengrotte. Die Fotos waren jedenfalls echt toll.


Nach dem Abendessen spielten wir endlich wieder mal eine Runde Wizard bis es zu dunkel wurde. Helene , Ramona und Silvia waren müde vom Ausflug und Martin und ich spielten danach noch zwei Runden Backgammon.

Juli

6

Heute Morgen haben wir noch einmal das ganze Boot auf Vordermann gebracht und die Kabinen für unsere Gäste vorbereitet. Martin hat die Schubladen ausgetauscht und vorne am Bug die Sitzbank wieder zusammengebaut. So war alles bereit für den neuen Besuch mit bekannten Gesichtern.
Mittags sind wir zu einem Restaurant gelaufen, um für den Abend einen Tisch zu reservieren.

Auf dem Rückweg entdeckten wir unsere Schweizer Gäste auf einer schattigen Bank , was für eine schöne Überraschung! Nach einer herzlichen Begrüßung nahmen wir Helene, ihre Mama Silvia und ihre Nichte Ramona direkt mit an Bord. Zuvor holten wir noch ihre Einkäufe aus dem Auto.
Nachdem alles verstaut war, genossen wir Kaffee und Kuchen an Deck. Dabei erzählten unsere Gäste von ihren Erlebnissen in Straßburg. Anschließend erklärte Martin alles Wichtige rund ums Boot , von den Kabinen über Fenster, Licht und Ventilatoren bis hin zu den kleinen Besonderheiten der Vlinder.


Danach machten wir uns mit Helenes Auto auf den Weg zum Chateau du Haut Barr. Die beeindruckende Burg thront auf rund 470 Metern Höhe über dem bewaldeten Tal der Zorn und wird nicht umsonst das „Auge des Elsass“ genannt. Heute hatten wir eine fantastische Fernsicht und konnten sogar bis nach Straßburg blicken.Natürlich erkundeten wir die gesamte Anlage, überquerten schwindelfrei die berühmte Teufelsbrücke und genossen die herrlichen Ausblicke. Anschließend spazierten wir weiter zur Ruine Groß Goldseck. Die Burg wurde einst zum Schutz der Abtei Maursmünster erbaut und liegt auf einem steil abfallenden Felsplateau. Noch heute beeindrucken die mächtigen Ringmauern, die Reste der ehemaligen Vorburg und der teilweise vollständig erhaltene Bergfried, der eindrucksvoll von der einstigen Größe der Anlage erzählt.

Auf unserem Weg kamen wir außerdem an der historischen Telegrafenstation Chappe vorbei. Sie gehörte zur ehemaligen optischen Telegrafenlinie zwischen Paris und Straßburg und wurde am 31. Mai 1798 als 48. von insgesamt 52 Relaisstationen in Betrieb genommen. Ursprünglich stand der Turm in der Nähe der Teufelsbrücke auf dem Gelände des Château du Haut-Barr. Weil der Zugang dorthin jedoch zu gefährlich war, wurde er bereits 1810 an seinen heutigen Standort versetzt. Bis 1852 blieb die Station in Betrieb, bevor die optische Telegrafie durch die elektrische Verbindung zwischen Paris und Straßburg ersetzt wurde.


Und dann sind wir noch ein bisschen weiter durch den Wald zur nahegelgenen Burgruine Geroldstein.Mit vielen schönen Eindrücken kehrten wir schließlich zur Vlinder zurück.

Am Abend gingen wir in ein kleines, gemütliches Restaurant direkt an der Zorn, wo wir uns ein leckeres Essen schmecken ließen.
Den Ausklang fand dieser herrliche Tag an Deck der Vlinder.

Bei angenehmen Temperaturen saßen wir noch eine Weile zusammen, plauderten und ließen die vielen Erlebnisse Revue passieren. Doch nach diesem langen und abwechslungsreichen Tag fielen schließlich alle müde, aber glücklich, in ihre Kojen.

Juli

5

Zuerst gabs ein gemütliches Frühstück und dann stand für Martin erst einmal ein frischer Haarschnitt auf dem Programm. Anschließend brachte er das Auto nach Saverne und erkundigte sich dort gleich nach dem reservierten Liegeplatz, an dem wir später mit dem Boot festmachen können. Mit dem Fahrrad ging es dann wieder zurück und schon konnten wir ablegen.Heute fuhren wir zum letzten Mal in dieser Saison die schöne Strecke nach Saverne.

Auf dem Weg warteten noch einige Schleusen bergauf auf uns, die wir inzwischen ganz routiniert angehen – doch vorher muss man an der Strippe ziehen.

Das Wetter zeigte sich heute von seiner launischen Seite. Dunkle Wolken zogen über uns hinweg und der Wind blies ordentlich. Zum Glück brachte er auch eine herrlich angenehme Abkühlung.


Perfektes Wetter also für Spaziergänger und Radfahrer entlang des Kanals. So hatten wir in den Schleusen immer wieder interessierte Zuschauer, die unser Schleusenmanöver verfolgten. Es macht einfach Spaß, wenn man dabei mit einem freundlichen Winken begrüßt wird.


In Saverne angekommen und sicher am reservierten Liegeplatz festgemacht, gönnten wir uns erst einmal Kaffee und Kuchen . Anschließend war Martin noch ein wenig am Werkeln und erledigte mit den mitgebrachten Sachen ein paar kleine Arbeiten am Boot.


Ich kümmerte mich währenddessen um die Kabinen, denn morgen freuen wir uns auf Besuch aus der Schweiz. Die Vorfreude ist groß, da Helene schon öfter mit Martin gesegelt ist. Ich habe sie im Januar kennen gelernt und freu mich deswegen riesig, sie wiederzusehen. Sie kommt mit Mama und Nichte und fährt ein paar Tage auf der Vlinder mit.

Juli

4

Nach einer wunderschönen Urlaubswoche zu Hause ging es heute wieder zurück nach Dettwiller auf die Vlinder. Das Auto war voll beladen . Martin hatte sich während meiner Abwesenheit mal wieder ausgiebig bei Amazon inspirieren lassen, sodass einiges mit an Bord musste.
Schon die Fahrt nach Frankreich war herrlich. Überall zeigte sich der Sommer von seiner schönsten Seite. Viele Felder waren bereits abgeerntet und mit riesigen Strohballen übersät – ein richtig schönes Sommerbild. In Frankreich haben inzwischen die Sommerferien begonnen, doch zum Glück rollte der Ferienverkehr überwiegend in die andere Richtung. So kam ich ganz entspannt und pünktlich zur Kaffeezeit bei strahlendem Sonnenschein auf der Vlinder an
Nach dem Ausladen gab es erst einmal eine gemütliche Kaffeepause mit frischem Johannisbeerkuchen, den ich von zu Hause mitgebracht hatte.


Anschließend zeigte mir Martin voller Stolz, was er in der vergangenen Woche alles geschafft hatte. Das Geländer wurde noch einmal gründlich abgeschliffen und neu lackiert , jetzt sieht es wieder richtig schick aus. In der Bugkabine hat er unter dem Schreibtisch praktische Türchen eingebaut, in der Küche den Boden weiter abgeschliffen und nebenbei noch viele kleinere Arbeiten erledigt. Zum Abschluss bekam die Vlinder auch gleich noch eine gründliche Dusche mit dem Wasserschlauch, dass wieder alles sauber und staubfrei war.


In den nächsten Wochen stehen noch einige weitere Verschönerungen an. In den vorderen Kabinen werden neue Lampen und Lichtleisten eingebaut, außerdem bekommt der eine oder andere Bereich noch einen frischen Anstrich. Lasst euch überraschen, wenn alles fertig ist, gibt es natürlich wieder Fotos.
Den Abend ließen wir schließlich ganz entspannt bei leckeren Rippchen mit Zucchinigemüse und Tomatensalat ausklingen. In der Ferne gab’s später noch ein schönes Feuerwerk.