Okt.

10

Wie immer beim Crewwechsel gab es jede Menge zu tun. Schließlich sollten sich unsere neuen Gäste an Bord der Georgina von Anfang an wohlfühlen. Also hieß es für mich, Ärmel hochkrempeln und loslegen. Zuerst wurde ein Begrüßungskuchen gebacken, danach waren die Kabinen an der Reihe. Putzen, Betten machen und alles für die neuen Mitsegler vorbereiten .Bis zum Mittag hatte ich aber das meiste geschafft.
Zur Belohnung gönnten Martin und ich uns anschließend ein Eis in der Altstadt von Parikia. Eine kleine Pause musste schließlich sein, bevor unsere neuen Gäste eintrafen.
Kurz vor drei Uhr war es dann so weit. Waltraud und Norbert aus Berlin kamen an Bord. Die beiden hatten bereits eine knappe Woche in Naoussa auf Paros verbracht. Gleich danach trafen auch Alexandra und Klaus aus Österreich ein, die sich ebenfalls schon eine Woche in Parikia und der Umgebung umgesehen hatten.
Nach einem herzlichen Hallo zeigte Martin den beiden Paaren ihre Kabinen. Anschließend gab es erst einmal Kaffee, Kuchen und frisches Obst.
Danach kam wie immer unsere bewährte Einkaufsliste zum Einsatz. Darauf halten wir die Essens- und Getränkewünsche unserer Gäste fest, damit beim anschließenden Einkauf auch möglichst alles dabei ist, was gebraucht wird. Da dies unser letzter Törn für dieses Jahr ist, fiel der Einkauf diesmal etwas überschaubarer aus. Die größten Posten waren Kühlwaren, Getränke und Obst, dazu ein bisschen Gemüse.


Den Einkauf hatten wir inzwischen routiniert verstaut. Mittlerweile sind wir darin ja schon richtig geübt.
Da ertönte plötzlich eine vertraute Stimme von draußen: „Hallo, jemand zu Hause?“
Leo und Ludwig aus München waren angekommen! Die Wiedersehensfreude war groß, und es war richtig schön, die beiden nun ebenfalls an Bord begrüßen zu können. Auch sie machten sich erst einmal daran, ihre Sachen auszupacken.
Für unsere übrigen Gäste hieß es inzwischen: in Ruhe ankommen, sich an Bord umschauen und sich ein wenig akklimatisieren. Schließlich ist so ein Schiff doch etwas anderes als ein Hotelzimmer.
Kurz vor dem Abendessen versammelte Martin die gesamte Crew zur Bootsbegehung. Dabei erklärte er die wichtigsten Dinge an Bord: die Instrumente, die Rettungswesten, seine Navigation und natürlich auch die Funktionsweise des Funkgeräts. Schließlich sollen alle wissen, wo was zu finden ist und wie man sich im Fall der Fälle verhält. Ein bisschen Sicherheit gehört schließlich dazu, bevor es morgen losgeht.

Alexandra und Klaus hatten eine Restaurantempfehlung für uns, die wir gerne aufgriffen. Also machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Almira.
Das Timing hätte kaum besser sein können. Während wir durch die Straßen spazierten, verabschiedete sich die Sonne gerade am Horizont. Was für ein Anblick! Natürlich wurden sofort die Handys gezückt, um diesen Moment.


Im Restaurant angekommen, wurden extra zwei Tische für uns zusammengestellt. Der Wirt vom Almira war ausgesprochen freundlich und wusste zugleich, wie man seine Gäste bewirtet. Das Essen kam flott, sah richtig appetitlich aus und schmeckte auch noch hervorragend. Was will man mehr?


Gut gestärkt und zufrieden machten wir uns später auf den Rückweg.


Zurück an Bord wollten wir eigentlich unsere Wizard-Karten auspacken. Doch bevor es dazu kam, beschlossen wir, unseren neuen Gästen erst einmal in das Kartenspiel Hornochsen einzuweihen . Leo und Ludwig kannten das Spiel natürlich schon.
Es wurde erklärt, gelacht und gespielt. Allerdings waren die ersten Zeichen der Müdigkeit bald nicht mehr zu übersehen. Kein Wunder nach einem Tag voller Anreise, Kabinenbezug, Erklärungen und neuer Eindrücke. Deshalb brachen wir die Runde ab, bevor das Spiel ganz zu Ende war.
Eine erste Tendenz, wer sich zum Hornochsen-König entwickeln könnte, zeichnet sich allerdings bereits ab.
Aber wer es tatsächlich wird, verrate ich erst morgen!

Okt.

10

30. September bis 10. Oktober 2026

Törnzusammenfassung

Angelaufene Häfen/Buchten:

Samos- Pythagorei, Samos- Marathokampo
Fourni- Fährhafen, Arki- Porto Augusta
Patmos- Hafenmole; Amorgos- Katapola
Iraklia- Hafenmole, Naoussa- StadtMarina
Paros- Parikia HafenMole

Gesegelte Strecke: 188 sm
Max. Speed: 9 Kn, Durchschnitt 6-7 Kn
Max Wind: 32 Kn, Meltemi aus NNE
Bemerkungen: Zwischendurch bewölkt und frisch, sonst typisch Ägäis- blauer Himmel und die letzten 3 Tage ziemlich Windstill

Okt.

10

Ziemlich früh mit Sonnenaufgang machten sich die vier Wittenberger auf den Weg nach Hause.


Zunächst mit Taxi zum Flughafen Paros. Von dort nach Athen, wo sie noch einen Tag Zwischenaufenthalt haben um ein wenig
Sightseeing zu machen. Und dann gehts mit dem Flieger nach Athen.

Christina und Katja hatten ja auch noch eine Nacht in Athen und sollten jetzt schon auf dem Heimflug sein, nachdem sie noch einen netten Haloween-Abend in der Athener Altstadt hatten.

Also alles in allem wieder ein wunderschöner Törn von Samos nach Paros.
Wir sehen uns ja dann alle bald wieder auf Sansibar im Januar.

Alles Gute Euer Skipper Martin und die liebe gute Fee Sylvia

Okt.

10

Mit Ausschlafen war heute wieder einmal nichts. Martin wollte möglichst früh los, damit wir in Parikia auf Paros noch einen Platz an der Hafenmole bekommen. Also hieß es nach dem Frühstück wie jeden Tag: Leinen los und Anker auf. Die Mannschaft stand bereit und schon bald lag unser Ankerplatz hinter uns.
Die rund zwei Stunden Fahrt nach Parikia mussten wir mangels Wind leider wieder unter Motor zurücklegen. Dafür konnten wir die Sonne an Deck in vollen Zügen genießen.


Als wir im Hafen von Parikia ankamen, staunten wir nicht schlecht: jede Menge freie Plätze. Wir freuten uns schon auf einen entspannten Nachmittag und darauf, alles ganz gemütlich angehen zu lassen.
Doch kaum hatten wir angelegt, tauchte unser persönliches Hafen-„Rumpelstilzchen“ auf. Mit den freundlichen Worten: „Georgina, you have one hour, then you must leave!“ machte er uns unmissverständlich klar, dass wir hier offenbar nicht erwünscht waren.
Wir schauten uns alle verdutzt an. Wie bitte? Wir sollten nach einer Stunde wieder verschwinden?
Martin machte sich auf den Weg zum Hafenmeister und zeigte ihm unsere Reservierung. Die Erklärung folgte prompt: Am Freitag habe er keinen Platz für uns, weil dann die ganzen Charterboote zurückkämen. Nun ja, bis dahin war der Hafen noch ziemlich leer, und freie Plätze gab es reichlich.


Wir versuchten alle, die Angelegenheit in Ruhe und mit freundlichen Worten zu klären. Leider stießen wir dabei auf wenig Verständnis. Unser Hafenmeister blieb stur , aber da hatte er die Rechnung ohne unseren Skipper gemacht. Martin kann nämlich ebenfalls ziemlich hartnäckig sein, wenn er von etwas überzeugt ist.
Also blieben wir erst einmal liegen. Schließlich hatten wir eine Reservierung. Währenddessen verabschiedeten sich Christian und Katja von Bord. Für die beiden ging es heute schon wieder nach Hause. Schade, dass ihr uns verlassen musstet. Wir wünschen euch eine gute Heimreise. Am Nachmittag wurde es im Hafen dann tatsächlich lebendig. Ein Katamaran nach dem anderen lief ein, dazu jede Menge weitere Segelboote. Plötzlich war ordentlich Betrieb, und die Hektik nahm spürbar zu. Weil die Plätze knapp zu werden schienen, wurde kurzerhand auch noch der Schwimmsteg belegt.
Martin und ich saßen oben auf der Flybridge und beobachteten das bunte Treiben. Es war durchaus spannend anzusehen, wie sich der Hafen nach und nach füllte. Und trotz aller Aufregung waren immer noch Plätze für die ankommenden Katamarane vorhanden.
Unser Rumpelstilzchen ließ sich davon allerdings nicht beruhigen. Auch gegen Abend gab er keine Ruhe und beschimpfte uns schließlich tatsächlich. Was genau dabei gesagt wurde, möchte ich an dieser Stelle lieber für mich behalten. Man muss ja nicht alles aufschreiben, was einem so im Hafen passiert.
Wir bleiben nun erst einmal bis Sonntagmittag hier und hoffen sehr, dass sich die Gemüter wieder beruhigen. Schließlich sind wir im Urlaub und nicht auf einer Krisensitzung.Nach diesem turbulenten Tag hatten wir uns einen gemütlichen Abend an Bord redlich verdient. Es gab griechischen Salat, Hähnchen und Melone ,einfach, lecker und vor allem gemütlich . Wir saßen zusammen, genossen den Abend und konnten endlich die Anspannung fallen lassen.
Zum Abschluss durfte natürlich auch eine Runde Hornochsenspiel nicht fehlen. Dabei wurde wieder ordentlich gelacht. Manchmal braucht es eben nur gutes Essen, nette Menschen und ein lustiges Kartenspiel.
Da Sabine, Doreen, Matze und Jürgen morgen bereits um sieben Uhr von Bord müssen, ging es anschließend für alle in die Kojen.
Fotos gibt es heute übrigens kaum. Bei all der Aufregung hatten wir schlicht andere Dinge im Kopf, als ständig die Kamera zu zücken.

Okt.

8

Noch im Dunkeln kam ich aus der Koje und entdeckte im Salon bereits einen Schlafgast. Also versuchte ich, mich möglichst leise Kaffee und Tee zuzubereiten, ohne gleich die ganze Crew aus dem Schlaf zu reißen. Draußen kämpfte sich langsam das Morgenrot durch, während die Hafenmiezen schon deutlich wacher waren als die Crew und lautstark ihre morgendliche Ration einforderten. Frühstücksservice mal anders.


Nach und nach trudelte die Crew ein, während Matthias sich kurzerhand wieder in seine Koje zurückzog. Jürgen absolvierte wie jeden Morgen erst einmal seine Schwimmrunde um den Katamaran. Doch irgendetwas war heute anders. Richtig, kein Wind, keine Wellen und jede Menge Sonne.
Nach den vergangenen Wochen mit ordentlich Wind und Seegang fühlte sich das echt gut an. Man konnte endlich wieder draußen an Deck sitzen, ohne sich dick eingepackt hinter der Sprayhood ( das ist der Windschutz aus Plastik auf der Flybridge) auf der Flybridge zu verschanzen. Für Segler natürlich eine kleine Katastrophe, der Rest der Crew dagegen freute sich.
Nach einem ausgiebigen Frühstück hieß es: Anker auf und Leinen los! Unser heutiges Ziel war die Marina von Naoussa auf Paros. Rund 25 Seemeilen lagen vor uns.

Bei spiegelglattem Wasser tuckerten wir gemütlich unter Motor dahin. Endlich konnten wir die Umgebung wieder richtig genießen, statt uns auf Wind , Wellen und Kälte zu konzentrieren. Ausflugsboote von Naxos kreuzten unseren Weg, Fähren zogen vorbei und ringsum gab es jede Menge Inseln zu bestaunen. Steuerbord lag Naxos, backbord Ios und dazwischen noch so manche weitere Insel.


Kurz vor eins liefen wir in Naoussa ein. Das Anlegemanöver klappte wie am Schnürchen, und keine zehn Minuten später lagen wir sicher fest. Der Skipper war zufrieden und verkündete spaßig : „Freigang“


Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Jürgen, Matze, Sabine und Doreen machten sich stadtfein und zogen los. Christian und Katja waren ebenfalls unterwegs. Die Gassen von Naoussa sind allerdings so schmal und verwinkelt, dass man sich ständig wieder über den Weg lief. Man konnte sich also kaum verlaufen, ohne wenigstens einem Crewmitglied zu begegnen.
Wir gönnten uns zunächst eine Pause in einer kleinen Taverne und suchten anschließend noch ein gemütliches Café.

Irgendwann zog es uns zurück aufs Boot .Nach einer Runde Chillen, Lesen und Smalltalk waren schließlich alle wieder an Bord. Doch Martin hatte noch einen Programmpunkt: Er wollte unbedingt zu einer Eisdiele, in der er bereits 2015 gewesen war.
Und tatsächlich , es gab sie noch.
Natürlich kauften wir ein Eis und ließen uns in möglichst derselben Pose wie damals vom Eisverkäufer fotografieren. Dem erzählte er, dass er vor elf Jahren schon mal hier war, aber zu der Zeit war der Eisverkäufer erst 11 Jahre alt.


Anschließend bummelten wir noch durch die hübschen Gässchen von Naoussa. Schon mittags hatten wir ein gut besuchtes Lokal entdeckt, das wir für den Abend ins Auge gefasst hatten. Also schnell umziehen und los , bei acht Personen sollte man schließlich nicht darauf vertrauen, einen freien Tisch zu bekommen.
Wir hatten Glück. Die Bedienung war flott, das Essen ausgesprochen lecker und die Stimmung bestens.


Danach wollten die Wittenberger noch ein wenig um die Häuser ziehen. Katja, Christian, Martin und ich kehrten dagegen aufs Boot zurück. Dort spielten wir endlich mal wieder unser Wizard.
Nach 15 Runden stand der Sieger fest. Und diesmal war es tatsächlich nicht der Skipper.
Als wir fertig waren, kehrte der Rest der Crew gut gelaunt zurück. Doch Doreen hatte noch eine Rechnung offen. Am Vortag hatte sie sich bei Hornochsen die Ehre der Krönung eingehandelt und wollte noch Revanche.
Also wurden die Karten erneut gemischt und einige lustige Runden gespielt. Und tatsächlich: Doreen konnte die Krone weiterreichen. Der neue Hornochsenkönig hieß Matthias.
Das Gelächter war groß, die Schadenfreude hielt sich ,zumindest teilweise ,in Grenzen.
Dann gingen wir alle müde in die Kojen.