Mai

31

Endlich hatte es etwas abgekühlt. Ursel war ganz glücklich über den Temperaturrückgang . Die angekündigten Regenwolken ließen Martin allerdings keine Ruhe, und so hatte er bereits das nächste Projekt im Kopf. Das neue Sonnendach musste so befestigt werden, dass sich bei Regen kein Wasser darauf sammeln konnte. Gut, dass Joki noch an Bord ist , er ist mindestens genauso ein begeisterter Tüftler wie Martin. Gemeinsam konstruierten die beiden eine Stange, die das Gestänge in der Mitte anhebt und für den nötigen Wasserablauf sorgt. Außerdem brachten sie ihr Türprojekt erfolgreich zum Abschluss. Zwei fleißige Bienchen, die immer etwas zu werkeln finden.


Währenddessen spielten Ruth und ich eine Runde Boule. Der Himmel sah zwar stark nach Gewitter aus, weshalb wir vorsichtshalber im Boot frühstückten, doch letztendlich blieb es trocken.


Anschließend hieß es wieder: Leinen los und Kurs auf Gondrexange. Die Strecke dorthin ist herrlich entspannt, ganz ohne Schleusen. Ruth und Ursel machten es sich auf dem Sonnendeck in den Liegestühlen gemütlich und genossen die Fahrt. Die Landschaft unterwegs wird von einem riesigen Zementwerk geprägt – eine laute und ziemlich staubige Angelegenheit. Jokis Kommentar dazu: „Hier kann man bestimmt günstig Grundstücke kaufen.“


Unser Tagesziel war Gondrexange, eine kleine Gemeinde am Rhein-Marne-Kanal. Zur Gemeinde gehört fast der gesamte sieben Quadratkilometer große Gondrexange-Weiher. Ursprünglich wurde dieser bereits im 14. Jahrhundert zur Fischzucht angelegt. Mit dem Bau des Rhein-Marne-Kanals wurde er als Wasserreservoir erschlossen und vergrößert. Noch heute dient er auch der Speisung des Saarkanals, der hier vom Rhein-Marne-Kanal abzweigt. In den Jahren 1880 bis 1882 erhielt der Weiher durch die Erhöhung des Dammes sein heutiges Fassungsvermögen.
Kaum hatten wir festgemacht, wurden schon wieder Werkzeuge ausgepackt. An den Fahrrädern gab es noch etwas zu schrauben und zu basteln , natürlich kein Problem für unsere beiden Technikexperten. Und auch die Fender waren noch mal dran mit Sika abzudichten.


Ruth und ich nutzten die Zeit für einen Spaziergang durch die kleine Ortschaft, während Ursel auf dem Boot die Stellung hielt. Zurück an Bord gab es Kaffee und Kuchen auf dem Deck. Doch schon bald wurde es deutlich kühler, sodass wir uns nach drinnen verzogen und zwei Runden Wizard spielten. Die letzte Runde gewann Martin endlich wieder einmal – und zwar haushoch.
Für das Abendessen suchten wir zunächst nach einem Restaurant. Doch in Frankreich ist das sonntagabends oft schwierig, da viele Lokale geschlossen haben. Also improvisierten Ruth und ich kurzerhand in der Bordküche und zauberten leckere Spaghetti Carbonara sowie Spaghetti mit Lachs.


Der Abend war damit aber noch lange nicht vorbei. Nach interessanten Gesprächen über Gott, die Welt und allerlei andere Themen wurde die Küche aufgeräumt und anschließend noch einige lustige Runden Hitster gespielt. Ich muss unbedingt noch eine Schlager-Edition besorgen. Ruth und ich hielten bis zum Schluss durch und spielten, bis wirklich keine Karte mehr übrig war.
So ging ein weiterer schöner und abwechslungsreicher Tag auf dem Wasser zu Ende.

Mai

30

Der Tag begann ganz gemütlich mit einem leckeren Frühstück auf unserem Sonnendeck. Anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Xouaxange. Joki übernahm wieder das Steuer und brachte uns sicher voran. Für einen kleinen Schreckmoment sorgte ein plötzliches Überholmanöver eines anderen Boots , damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet.
Das Wetter zeigte sich von seiner extremen Seite. Es war unglaublich schwül. Kaum zu glauben, dass wir vor zwei Wochen noch gefroren haben.


Am frühen Nachmittag erreichten wir Xouaxange. Der alte, morsche Steg vom vergangenen Jahr war verschwunden . Stattdessen gibt es nun einen stabilen Steg mit neuen Puffern. Der gesamte Platz macht einen sehr gepflegten Eindruck. Neben großzügigen Liegeflächen stehen Grills und sogar ein Bouleplatz zur Verfügung.
Martin und Joki schnappten sich die E-Bikes und fuhren zurück nach Niderviller, um die Autos zu holen. Ruth und ich nutzten die Zeit und testeten schon einmal den Bouleplatz. Zwar ist die Fläche etwas uneben, aber das Spiel klappte trotzdem ganz gut. Wegen der großen Hitze beließen wir es bei einer kleinen Trainingseinheit für den Abend. Ruth gewann unsere Proberunde souverän.
Als die Männer zurückkehrten, wartete bereits Erdbeerkuchen mit Sahne auf sie,  genau das Richtige nach der Anstrengung.
Danach fuhren wir mit dem Auto nach Sarrebourg. Ursel wollte unbedingt das berühmte Chagall-Fenster „La Paix“ von Marc Chagall in der Chapelle des Cordeliers besichtigen, Ruth und Joki begleiteten sie. Das farbenfrohe, zwölf Meter hohe Kirchenfenster ist das größte Werk dieser Art, das Chagall entworfen hat, und beeindruckte uns sehr.


Lange hielten wir uns allerdings nicht in der Stadt auf. Für eine ausführlichere Besichtigung war es einfach noch zu heiß. So beschränkten wir uns auf einen kurzen Rundgang, bevor wir wieder zum Boot zurückkehrten.
Dort gönnten wir Mädels uns erst einmal eine entspannte Auszeit. Die Männer hingegen hatten andere Pläne. Stefan brachte Martin auf eine Idee, wie man die Türen am Boot verbessern könnte. Also wurde den restlichen Nachmittag getüftelt, gesägt, geflext und zwischendurch auch ein wenig geflucht. Am Ende hatte sich die Arbeit gelohnt: Die Türen lassen sich nun deutlich weiter öffnen und man kommt wesentlich besser hindurch.
Nach der Brotzeit machte es sich Ursel mit Blick auf das Boulefeld im Liegestuhl gemütlich. Währenddessen spielten Joki, Ruth, Martin und ich zwei spannende Boule-Runden. Die Männer konnten beide Partien knapp für sich entscheiden, bevor die Mücken uns schließlich als ihr Nachtmahl betrachteten.


Später ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Die Jungs diskutierten noch eine Weile über die Ereignisse des Tages, während Ruth und ich mehrere Runden Kniffel spielten. Meistens hatte sie das bessere Würfelglück, aber wir hatten jede Menge Spaß. Ursel und Martin wurden irgendwann müde und verabschiedeten sich in ihre Kojen. Joki ließ sich schließlich noch zu einer weiteren Runde Kniffel überreden, bevor auch dieser erlebnisreiche Tag zu Ende ging.

Mai

29

Maria und Stefan

Gästebucheinztrag zum Hausboot fahren Nancy-Niderviller im Mai 2026

Mai

29

Der Tag begann diesmal besonders früh. Noch bevor der große Andrang einsetzte, standen wir bereits am Schräglift von Arzviller. Im Morgenlicht wirkte das imposante Bauwerk noch beeindruckender.


Kaum hatten wir mit der Vlinder in der Wanne Platz genommen und sich das Tor hinter uns geschlossen, stieg die Spannung. Langsam setzte sich der Schräglift in Bewegung und beförderte uns die 45 Meter Höhenunterschied nach oben. Während der Fahrt bot sich ein wunderbarer Blick auf die grüne Landschaft der Umgebung .
Später schickte mir Tinka noch eine tolle Drohnenaufnahme, die Sandro von der Vlinder im Schräglift gemacht hatte. Vielen Dank euch beiden dafür!



Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Da wir auf unserem Rückweg zur Kuhnle Marina nach Niderviller unterwegs waren, passierten wir erneut die beiden Tunnel von Arzviller. Diesmal hatten wir besonderes Glück: Ohne jede Wartezeit konnten wir direkt durch beide Tunnel fahren. Der erste misst beeindruckende 2306 Meter, der zweite „nur“ 475 Meter. Für die Durchfahrt des langen Tunnels benötigt man bei der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 4 km/h mehr als eine halbe Stunde. Eine ungewöhnliche und faszinierende Erfahrung, die für Martin und mich schon Routine ist, aber für die Gäste halt ein besonders Erlebnis ist.


Nach den Tunneln führte uns die Strecke mit Joki am Steuer, er macht auch als CoKapitän eine gute Figur, weiter durch die idyllische Landschaft Lothringens. Viel Grün und die Ruhe im Kanal sorgten für eine entspannte Fahrt, bevor wir schließlich in der Kuhnle Marina in Niderviller festmachten.
Bei unserer Ankunft wirkte die Marina noch erstaunlich leer. Doch das sollte sich im Laufe des Nachmittags rasch ändern. Zunächst stand jedoch noch eine kleine Mission an: Alle, mit Ausnahme von Ursel und mir , schwangen sich auf ihre Fahrräder und fuhren entlang des alten Schleusenwegs zurück zu den Autos. Alle bestätigten, dass die Strecke , vor allem bei dem Traumwetter, richtig toll ist.


Nach dem Kaffee mit Kirschkäsekuchen
mussten wir uns leider von Maria und Stefan verabschieden. Sie wollten am Wochenende noch jemand besuchen.
Maria hat noch einen netten Eintrag ins Gästebuch geschrieben, danke dafür.


Martin, Ursel und ich sind danach zum Einkaufen gefahren, um noch Getränke und Grillsachen für den Abend einzukaufen. Ruth hat inzwischen leckere Salate auf dem Boot vorbereitet und Joki den Grill von der Marina geputzt.
So konnten wir einen entspannten Grillabend auf Deck der Vlinder mit Hafenkino genießen.

Nach und füllte sich die Marina mit dem einen oder anderen lustigen Anlegeversuch. Abends spielten wir eine Runde Wizard und kniffelten, bis es zu kühl wurde. Da Ruth ein großer Fan von Let’s Dance ist, haben wir uns den Schluss vom Finale angeschaut. So ging wieder ein abenteuerlicher Tag zu Ende.

Mai

28

Es gab’s nochmal eine Gelegenheit für frische Croissants vom Bäcker in Lutzelburg. Wieder konnten wir ein gemütliches , gemeinsames Frühstück auf dem Deck der Vlinder genießen.
Es ist einfach das savoir vivre in Frankreich. Das entschleunigte Reisegefühl auf einem Hausboot.
Nach dem Frühstück fuhren Maria, Ruth, Stefan und Joki und Martin mit Ursel im Auto auf die schöne Lutzelburg. Sie hatten einen wunderschönen Blick auf die Vlinder von oben. Martin rief mich an , ich soll mal aufs Deck gehen. Dann haben wir uns gegenseitig zugewunken und Fotos gemacht. Das war witzig.


Kurz vor Mittag hieß es Leinen los.
Die Schleusen haben heute mit den beiden CoMatrosen Stefan und Joki wieder hervorragend und völlig problemlos funktioniert. Alles lief ruhig und ohne Zwischenfälle – so darf es gerne bleiben. Nach dem Schleusenmarathon legten wir am Nachmittag direkt unterhalb des Schräglifts an. Dort herrschte reger Betrieb – der Lift war praktisch im Dauerbetrieb und ständig gab es etwas zu beobachten und immer wieder Hafenkino mit den Freizeitkapitänen. Inzwischen saßen wir mit Kaffee und frischem Rhabarberkuchen an Deck und grinsten heimlich. Das Schiffshebewerk ist ein Teil des Rhein Marne Kanals und seit dem 27. Januar 1969 in Betrieb.
Es ersetzt eine Reihe von 17 Schleusen, die sich 4 km lang aufeinanderfolgten, was damals einen ganzen Tag Schiffahrt erfordete.
Stefan und Joki machten sich mit den Rädern auf den Weg zum Schräglift, um sich die beeindruckende Technik im Maschinensaal einmal genauer anzuschauen. Später radelten Martin und Joki sogar noch zurück nach Lutzelburg, um die Autos zu holen.
Gegen 18 Uhr kam dann endlich Tinka und Sandro mit ihrer MS Cookie den Lift herunter. Nach unglaublichen drei Stunden Wartezeit waren sie sichtlich erleichtert. Souverän parkte Sandro mit einer Leichtigkeit seine Cookie hinter der Vlinder ein. Stefan war voll beeindruckt nach all den anderen Helden am Steuer vom Nachmittag. Für Tinka hatte ich extra ein Stück Rhabarberkuchen aufgehoben und zu einem Aperol sagte sie auch nicht nein.


Am Abend gab es ein leckeres Hühnchencurry und für Maria eine vegane Variante mit Tofu. Danach begann der gemütliche Teil des Tages: Eine Runde Wizard durfte natürlich nicht fehlen. Ursel und ich bildeten diesmal ein Team – und tatsächlich haben wir gewonnen .


Als es schließlich zu dunkel zum Kartenspielen wurde, holte Maria noch Hitster hervor. Es wurde viel gelacht, begleitet von unzähligen „Äääähh, das kenn ich doch!“ oder „Was ist das denn? Hab ich ja noch nie gehört!“ Einfach herrlich lustig. Dieses Mal hatten die Männer Glück und gewannen.
Später wurde es dann doch ziemlich frisch draußen. Also verschwanden wir nach und nach in den Kojen, denn der Kapitän möchte morgen früh zeitig los