Juni

9

Um kurz nach acht Uhr startete Martin den Motor und es hieß wieder „Leinen los“. Bye bye Nancy – vor uns lagen erneut knapp 30 Kilometer bis nach Einville-au-Jard sowie neun Schleusen – alle bergauf, die wir passieren müssen.
Für ein besonderes Highlight sorgte unser Einkaufsstopp unterwegs. Direkt am Supermarkt mit dem Hausboot anzulegen, erlebt man schließlich nicht alle Tage. Die Poller waren allerdings im kniehohen Gras kaum zu erkennen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als im richtigen Moment an Land zu springen. Manuela und Johannes kamen ebenfalls von Bord, um die Heckleinen festzumachen. Da die Poller recht weit auseinanderstanden, mussten wir sogar zwei Leinen an Bäumen befestigen.
Währenddessen machte sich Martin mit unseren Gästen auf den Weg zum Einkaufen. Wenig später kamen sie mit voll beladenen Einkaufswagen zurück zum Boot. Das sah schon ziemlich lustig aus – näher kann man mit dem Einkaufswagen bis vor die Haustür wohl kaum kommen. Bequemer geht es wirklich nicht.


Nachdem alle Vorräte verstaut waren, setzten wir unsere Fahrt fort. Zwischendurch übernahm Johannes das Steuer und tuckerte ganz entspannt über den Rhein-Marne-Kanal. In den Schleusen haben sich die Aufgaben inzwischen bestens eingespielt: Johannes und Manuela kümmern sich um die Heckleine, während Peter die Signalstange bedient.


Brigitte und Peter hatten es sich zuvor auf unserem neuen Lieblingsplatz gemütlich gemacht. Auf der Bank am Bug, die Martin im Frühjahr gebaut hat, genossen sie die herrliche Aussicht und das schöne Wetter.

Doch nach einigen Schleusen wurde Peter das Zuschauen zu langweilig. Er wollte selbst mit anpacken und die Bugleine übernehmen. Nach einer kurzen Einweisung klappte das einwandfrei. Und Johannes übernahm teilweise das Ruder.

Um kurz vor 17.00 Uhr kamen wir in Einville du Jard an. Wir mussten ein bisschen ausweichen, weil ein Sonntagsfahrer mittendrin an der Anlegestelle angelegt hat.
Egal, wir haben einen Platz gefunden und im Team festgemacht. Martin und Johannes fuhren nach Nancy zurück um Johannes‘ Auto zu holen und Manuela, Brigitte und Peter gingen ein Runde durchs Dorf. Dort haben sie bei einem Hähnchengriller unser Abendessen organisiert. Perfekt, so haben wir nach dem langen Tag nicht viel Arbeit.
Um kurz vor halb sieben kamen Martin und Johannes von Nancy zurück und Peter holte die Gockel. Wir konnten sogar an Deck Abendessen.


Die waren richtig lecker. Es gab noch Ofenkartoffeln und einen Salat dazu.
Nach dem Essen gingen Manuela und Brigitte noch laufen. Die Jungs waren ein bisschen ko, es war ja doch ein langer, aber aufregender Tag.

Juni

8

Ursel

Juni

8

Heute stand ein Crewwechsel auf dem Programm. Nach zwei erlebnisreichen Wochen an Bord hieß es Abschied nehmen von Ursel, Martins langjähriger Freundin. Gemeinsam haben wir viele Eindrücke vom Leben auf einem Hausboot gesammelt und zahlreiche unvergessliche Momente erlebt. Bevor sie ihre Heimreise antrat, hinterließ sie uns noch einen lieben Eintrag in unserem Gästebuch.Mittags brachte Martin sie zum Bahnhof. Von dort aus machte sie sich zunächst auf den Weg nach Frankfurt, wo sie einen Zwischenstopp einlegt, bevor es Ende der Woche zurück nach Berlin geht.

Währenddessen bereitete ich die Ankunft unserer neuen Gäste vor. Ein frisch gebackener Kuchen durfte natürlich nicht fehlen, und auch die Kabinen wurden für die nächsten Mitreisenden hergerichtet. Kurz nach drei Uhr klopfte es dann an die Tür des Steuerhauses: Johannes und Manuela aus Österreich, die bereits mit Martin auf der VAVA-U unterwegs waren, sowie Peter und Brigitte, ebenfalls aus Österreich, kamen an Bord der Vlinder.Nach einem herzlichen Wiedersehen mit Martin gab es zunächst Kaffee und Kuchen. Anschließend zeigte Martin den Gästen die Kabinen und erklärte alles Wichtige rund um das Leben an Bord. Nachdem das Gepäck verstaut war, blieb noch Zeit für ein kleines Aperölchen, bevor wir uns am Abend entschieden, gemeinsam in die Stadt zum Essen zu gehen.

Zum Abendessen spazierten wir über Platz Stanislav und ein paar Gassen der Altstadt.


Wie schon öfter zog es uns zur typisch französischen Küche, und so landeten wir im „Chez Gilles“. Dort erwartete uns ein schöner runder Tisch direkt am Fenster. Für einen Platz im Freien war es um diese Uhrzeit einfach schon zu frisch. Ein ausgesprochen freundlicher Kellner nahm unsere Bestellung auf, und sowohl die Getränke als auch das Essen wurden erstaunlich schnell serviert. Alles war hervorragend zubereitet und hat uns sehr gut geschmeckt.


Zurück an Bord ließen wir den Abend gemütlich in einer lustigen Runde im Steuerhaus ausklingen. Bei angeregten Gesprächen tauschten wir Geschichten und Erlebnisse aus, wobei sich vieles um das Segeln, das Bootfahren und die zahlreichen Abenteuer auf dem Wasser drehte.
Da morgen bereits um acht Uhr die Leinen losgemacht werden sollen, ging es für uns schließlich rechtzeitig in die Kojen.

Juni

7

Heute stand nach dem Frühstück eine Stadtbesichtigung von Nancy mit der kleinen Bahn auf dem Programm. Gemeinsam mit Ursel machten wir uns auf den Weg. Das Wetter spielte wunderbar mit: Die Sonne schien, nur der Wind war stellenweise noch etwas frisch.
Um 11 Uhr startete die Rundfahrt am Place Stanislas. In 45 Minuten bekamen wir einen schönen Eindruck von der Stadt.

Die Fahrt führte über den beeindruckenden Place Stanislas, durch den Place de la Carrière und durch die verwinkelte Altstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten. Besonders angenehm waren die Erklärungen über Kopfhörer auf Deutsch, die gut verständlich waren und viele interessante Informationen vermittelten.


Nach der Rundfahrt gönnten wir uns bei Amorino ein leckeres Eis. Ursel wollte anschließend noch die Basilika St. Epvre besichtigen, doch leider war die Kirche geschlossen, sodass wir nur einen Blick von außen darauf werfen konnten.
Martin und Ursel entschieden sich danach für die bequeme Rückfahrt mit dem Taxi zum Schiff. Ich nutzte dagegen das herrliche Wetter für einen Spaziergang zurück zur Vlinder. Unterwegs machte ich Halt in einer Patisserie und kaufte ein paar leckere Teilchen für den Nachmittagskaffee.


Kurz vor dem Hafen hörte ich plötzlich Musik. Am Port de Plaisance, dem offiziellen Hafen von Nancy, war richtig etwas los. Eine Gruppe von Jazzmusikern spielte mit Saxophon, Gitarre, Posaune und weiteren Instrumenten. Besonders schön waren die originalgetreuen Outfits der Musiker, die perfekt zur Atmosphäre passten. Gleichzeitig fand dort ein Flohmarkt statt, und viele Menschen genossen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen das bunte Treiben.
Nach dem Kaffee auf der Vlinder ging ich gemeinsam mit Martin noch einmal zurück zum Hafen, um die Musik und die lebhafte Stimmung weiter zu genießen.


Am Abend waren wir zusammen mit Ursel in einem typisches lothringisches Lokal. Das Essen war ausgezeichnet, die Atmosphäre sehr gemütlich und der Service ausgesprochen freundlich. Ein gelungener Abschluss für einen schönen Tag.
Später ließen Martin und ich den Abend noch bei einer Runde Backgammon ausklingen. So endete ein abwechslungsreicher Tag in Nancy mit vielen schönen Eindrücken, guter Musik und leckerem Essen.

Juni

6

Heute war frühes Aufstehen angesagt. Bereits um 7.00 Uhr legten wir ab, denn vor uns lagen knapp 30 Kilometer und gleich neun Schleusen. Da wollten wir keine Zeit verlieren.
Vor dem Ablegen habe ich es aber noch schnell zum Bäcker geschafft. So konnten wir frische Croissants zum Frühstück genießen.

Die Strecke zeigte sich heute von ihrer besonders abwechslungsreichen Seite. Zeitweise fuhren wir durch wunderschöne grüne und bewaldete Abschnitte, in denen man fast nur Vogelstimmen hörte.

Kurz darauf bot sich ein völlig anderes Bild: Große Industrieanlagen prägten die Landschaft, allen voran die riesigen Anlagen von Solvay bei Dombasle-sur-Meurthe. Gerade diese Gegensätze machen eine Fahrt auf dem Kanal immer wieder spannend.
Ursel konnte heute endlich wieder ihren Lieblingsplatz auf dem Vordeck einnehmen. Zwar versteckte sich die Sonne meist hinter den Wolken, doch die Temperaturen waren angenehm warm.

Nach neun Schleusen und guten acht Stunden erreichten wir endlich den Hafen von Nancy und fanden auch gleich einen freien Liegeplatz im Basin Sainte Catherine Gleich nach dem Festmachen bekam Martin Besuch im Steuerstand von zwei neugierigen kleinen französichen Jungs. Die kamen aufs Boot und bestaunten den Fahrstand mit dem großen Ruder und dem vielen Platz im Salon. Einfach „coool“

Kaffee haben wir wieder bei Sonnenschein auf dem Deck getrunken.
Danach machte Martin kurz Powernapping, Ursel las und ich ging in die Stadt und besorgte noch was fürs Abendessen.
Am Place de la Carriere hörte ich laute Musik und sah schon von weitem die Regenbogenfahnen. Plötzlich stand ich mitten im Getümmel vom CSD. War lustig, das kannte ich ja von meinem Job. Die Parade war aber gerade dabei, sich aufzulösen. Ich ging noch ein bisschen durch die gut besuchte Stadtmitte am Place de Stanislas und zurück aufs Schiff.

Nach dem Abendessen mit lauter leckeren elsässischen Spezialitäten gingen Martin und ich nochmal in die Stadt um ein Eis zu essen. Zurück schlenderten wir gemütlich durch den parc de la pepiniere.