Jan.

17

Auch heute hat es mit den Kanus nicht geklappt. Schade. Am Vormittag regnete es wieder mal, außerdem kam Götz kurz auf einen Kaffee vorbei. Wir besprachen noch das weitere Vorgehen für Sonntag, da der Vermieter von Katrin und Götz uns am Sonntag Obst und Gemüse von seiner Plantage direkt aufs Boot liefert. Nachmittags hatte Martin mit den Vorbereitungen zum Törn, wie Wetter und Windcheck für die ersten Tage zu tun und ich hab einen Kuchen für unser erstes gemeinsames Treffen auf dem Boot gebacken. Nachmittags kam sogar kurz die Sonne raus. Am Abend noch die Taschen für die Abreise zur Marina packen. Taxi hat uns unsere Vermieterin schon für 9.45 Uhr bestellt.

Jan.

16

Dauerregen die ganze Nacht und kaum hat es aufgehört morgens um vier, durchstreift die Gockel Mafia die Gegend und jeder will den anderen mit der Lautstärke übertrumpfen. Wenn ich dann die Terrassentür öffne, hab ich das Gefühl, die grinsen sich eins und machen gegenseitig high five wenn sie da so vor dem Tor patrouillieren.
Ich bleib ein bisschen auf der Terrasse sitzen und geh doch noch mal ins Bett zum Lesen. Um sieben steh ich dann auf, koch derweil Tee und bereite das Frühstück vor. Auch wenn Martin sich zu der Zeit noch zweimal umdreht.
Später nach dem Frühstück radelten wir zusammen mit den Rädern in die Stadt.

Martin fuhr weiter in die Marina und wollte sich das Boot anschauen und ich bummelte ein bisschen durch die Straßen. Vor der Markthalle haben sich lauter ältere Leute zum Singen und Musizieren getroffen . Ich bin ganz lange stehen geblieben, weil die Melodien so schön waren. Ich war gefühlt die einzige, die stehen blieb. Die Senioren hatten soviel Spaß und ich auch.

Dann hab ich mich noch ein bisschen umgeschaut, war in dem örtlichen kleinen Supermarkt. Da sind einige Sachen schon günstiger als im großen Carrefour. Bei den Mengen, die wir brauchen, macht das schon was aus. Martin kam von der Marina zurück und wir radelten gemütlich zu unserer Lodge. Unterwegs nahmen wir noch Ananas mit. Anlauf Nummer zwei , um mit den Kajaks zum Motu rüber zu paddeln, aber es kündigte sich schon wieder Regen an. Dann eben Siesta und vielleicht klappt es später.
Nach Kaffee, Kuchen und Ananas sah es immer noch nicht so aus, das wir zum Strand auf das MOTU paddeln können.


Einmal können wir noch verschieben, am Sonntag geht es endlich aufs Boot. Martin erledigte noch ein bisschen Bürokram und danach spielten wir noch ein paar Runden Backgammon und Kniffel, bevor wir abends zum Essen gingen. Wir entschieden, die zwei Kilometer zu Fuß zu gehen, denn die Räder hatten kein Licht und die Straße ist doch recht gut befahren. Das Lokal war eine einfache Halle mit Pizzaofen , ein bisschen Deko und ein paar Tische und Stühle. Es standen einige Autos davor, das waren aber alles Abholer. Wir waren innen die einzigen Gäste.

Das Essen kam recht schnell und war lecker. Immer wieder kamen Leute um ihre bestellten Gerichte abzuholen. Als wir bezahlt haben, hat ein Fahrer gerade eine größere Bestellung ins Auto verfrachtet. Martin nutze die Chance und fragte, ob er uns die 2km mitnehmen könnte. Erst zögerte er, dann meinte er, es ist nur ein Platz im Auto. Kurzerhand wurde Martin hinten zu der Pizzalieferung gesperrt und los ging es. So kamen wir sicher zuhause in unserer kleinen Lodge an.

Jan.

15

Unser erster Morgen auf Raiatea begann mit dem Gekrähe der Hähne und dem Gegackere ihrer Hühnergang. Und das schon ziemlich früh. Martin stört das ja überhaupt nicht und ich war eh schon wach.
Gestern Abend saßen viele von dem Geflügel gegenüber in einem Mangobaum und man glaub es kaum, die haben an den reifen Mangos gepickt.


Dicke Wolken hingen am Himmel und oben in den Bergen. Trotzdem fuhren wir nach dem Frühstück mit unseren Rädern Richtung Uturoa, der Hauptstadt der Insel. Hat nicht lange gedauert und ein Wolkenbruch platzte auf uns runter. Erst wollten wir in einer Telefonzelle Unterschlupf suchen, aber da hat die Hälfte an Scheiben gefehlt, aber gleich daneben war eine Bushaltestelle. Eigentlich war es eh egal, wir waren schon tropfnass. Nach ungefähr 10 Minuten konnten wir weiter radeln.

Zuerst suchten wir den Friseursalon von unseren Vermietern Tepairu und Jeff an der Hauptstraße. Der kleine Laden mit 3 Sitzplätzen war voll und die beiden begrüßten uns herzlich , während sie an den Kunden weiter rasierten und Haare schnitten. Wir regelten das Finanzielle, sie gaben uns ein paar Tipps und beantworteten noch offene Fragen und danach fuhren wir weiter in die Dream Yacht Charter Marina. Martin fragte nach Olivier, dem Chef, der letztes Jahr auch schon da war. Das Boot, das Martin für Sonntag gechartert hat, war nicht da, kommt erst am nächsten Tag in der Früh. Nach der Marina war noch ein Supermarkt, den wir uns anschauen wollten. Das war ein kleiner Proxy, die gibt es in Frankreich auch oft. Das Angebot hielt sich in Grenzen. Wir werden wahrscheinlich doch das Meiste von unserem Großeinkauf im neuen Carrefour machen, den gab es tatsächlich letztes Jahr noch nicht. In der großen Markthalle gibt es dazu das frische Obst und Gemüse.


Um die Mittagszeit machen alle Läden zu, deswegen haben wir in einem kleinen Café Pause gemacht. Für Martin gab’s einen Café au lait mit einer Apfeltarte und ich blieb bei einer Coke.
Dort verbrachten wir ne gute Stunde und beobachteten ein bisschen die Leute. Die Wassertaxis gegenüber hatten heute auch nicht viel zu tun.


Nach unserer Pause erkundeten wir den großen Carrefour. Der war riesig und leer. Fast keine Kundschaft drin. Wir schauten uns schon mal für den Großeinkauf um. Die Preise sind horrend, aber er ist halt gut sortiert. Am Samstag wollte ich einen Kuchen backen für den ersten Nachmittagskaffee an Bord, dafür nahmen wir ein paar Zutaten mit. Der Betrag an der Kasse war unglaublich🙈.
Zuhause wurden die paar Sachen in den Kühlschrank verstaut und wir gingen zu Fuß in den Supermarkt ums Eck, weil im Carrefour waren die Eier aus. Dann fing es so richtig an zu schütten, das würde nicht so schnell wieder aufhören.
Auf unserer Terrasse daheim gab es Kaffee und Kuchen und Martin bereitete schon mal das Angelzeug vor.

Es hat sich so richtig eingeregnet und wir konnten nicht mehr vor die Tür. Eigentlich wollten wir essen gehen, aber dann machten wir Brotzeit auf der Terrasse. Später entdeckte ich, dass man auf unserem Fernseher auch auf YouTube deutschen Tatort schauen konnte. Na wenn schon denn schon , dann die ulkigen Münsteraner. Somit war der Abend auch gerettet.

Jan.

14

Unser letzter Morgen auf Moorea. Gepäck haben wir am Vorabend schon gepackt, zum Frühstück gab es noch eine leckere Ananas von unserem Bündel und Tee für Martin. Um halb neun sollten wir an der Autovermietung sein, um unseren Inselflitzi zurückzugeben . Dort hat alles gepasst, und wir mussten nur über die Straße zur Fähre. Das Riesending sah man schon von weitem. Unser Gepäck brachten wir zu den Gepäckwägen auf die andere Seite und anschließend checkten wir ein. Das Wetter war nicht so besonders, deswegen nahmen wir innen drinnen Platz. Die Einheimischen stürmten gleich die Snackbar. Hier gab es eine Abteilung mit Tischen und weiter vorne saß man reihenweise wie im Kino mit großem Ausblick durch die Scheibe.


Die Aremiti 5 Fähre kann bis zu 697 Passagiere und 30 Autos mitnehmen . Die Überfahrt dauerte 30 Minuten. Bei der Ankunft wieder das gleiche Procedere mit dem Gepäck, dass wir vom Gepäckwagen holen mussten. Eigentlich hätten wir jetzt 5 Stunden Zeit für die Stadt, aber war das mit den großen Reisetaschen nicht möglich. Also auf zum Taxistand. Hier hatten wir leider unser erstes negatives Erlebnis in hier in French Polynesien. Wir informieren uns eigentlich immer vorher, was die Taxifahrten kosten oder fragen vorher nach dem Preis. Auf der ersten Fahrt haben wir genau die beschriebenen 2500 xfp bezahlt, wo überall in den Foren beschrieben ist. Zum Taxistand kam eine ältere Dame mit einem SUV geschmückt wie ein Faschingsumzugwagen. Martin hievte unser Gepäck selbst in das Auto. Erst war sie super nett, aber von hinten sah Martin, wie sie ihr Handy, das benützt sie als Taxameter, auf 2350 einstellte. Das war ja schon fast der Endpreis. Ich fragte sie, was die Fahrt kostet zum Flughafen. Dann sie, so ca 30 $ oder 3000 . Dann fragte Martin, warum? Der Tarif ist 2500 xfp. Das hat im Auto schon zu einer Diskussion geführt, sie müsse eine Karte kaufen, damit sie in den Flughafen reinfahren darf usw. Am Flughafen, nachdem Martin unser Gepäck ausgeladen hat, schaute er sich gleich die Tafel mit den offiziellen Tarifen an. Inzwischen bezahlte ich die Lady. Sie wollte 3800 xfp, also 38$ statt 25. Martin hat dann nochmal mit ihr eine Diskussion angefangenen schließlich zwei Polizeibeamte dazu geholt. Die Dame behauptete doch glatt, der Tarif hätte sich heute erhöht. Plötzlich, nach einigem hin und her, stieg sie aus dem Auto und sagte zu mir, gib mir mein Geld wieder. Wir tauschten, sie gab mir meinen großen Schein zurück und ich gab ihr das Rückgeld wieder. Sie wollte dann gar kein Geld mehr. Sie blaffte uns an, wir sollen schauen, dass wir aus dem Land verschwinden , weil solche Leute wie wir es sind , brauchts hier net. Die Polizisten hielten sich mehr oder weniger raus. Wir wollen nichts geschenkt, wir sind auch nicht geizig, nur wenn man vorsätzlich betrogen wird, ist es eine andere Sache. Wir legten dann unsere Münzen und kleinen Scheine zusammen und Martin reichte ihr 2500xfp durchs Fenster. Zuerst protestierte sie, nahm es aber dann doch.


Danach gab’s erstmal einen Kaffee und einen Muffin und wir setzten uns ins Flughafen Café. Wir hatten immer noch mehr als 4 Stunden Zeit. Ich ging ein bisschen durch die paar Geschäfte bummeln und Martin hat gelesen.
Endlich war Boarding und es ging los mit Air Tahiti Richtung Raiatea. Leider mussten wir Übergepäck zahlen, irgendwie hatten wir plötzlich einige Kilos zuviel. Es war bewölkt, deswegen war die schöne Sicht von oben auf die Lagunen nicht gut.

Unsere neue Unterkunft war auch schnuckelig, aber die Lage war nicht so schön, als auf Moorea. Hier patrouillieren gefühlt die ganzen Hähne der Insel mit ihrem Hühnervolk ums Haus, dementsprechend ist auch Geräuschpegel. Wir holten uns noch ein paar Lebensmittel vom Supermarkt um die Ecke, schauten noch ein bisschen die Umgebung an und gingen zeitig ins Bett.

Jan.

13

Heute Morgen war das Homeoffice geöffnet. Martin musste noch ein bisschen Bürokram erledigen, deswegen fuhren wir später zur Kanustation. Leider waren unsere Nachbarn schneller und das Kanu war weg. War auch nicht schlimm, Jeanro meinte, ab nachmittags ist das Kanu wieder zurück. Dann fuhren wir zum Belvedere Aussichtspunkt hoch. Ja, wir sind gefahren. Nachdem das mit dem Schnorcheln nicht geklappt hat, hatten wir noch Badekleidung und FlipFlops an, damit kann man einfach nicht wandern. Letztes Jahr sind wir zu Fuß hoch gegangen. Das ist schon ein etwas anspruchsvolleres Programm und ein toller Wanderweg. Oben waren viele Autos gestanden, aber fast keine Leute zu sehen.

Außerdem hatten wir keine so gute Sicht und es fing zu regnen an. Die Schauer dauern zwar oft nicht lange, trotzdem fuhren wir wieder die steilen Serpentinen hinunter und beschlossen, ins Tiki Village zu fahren. Das ist eine kulturelle Ausstellung und außerdem von berühmten Menschen , die in Französisch Polynesien gelebt und z.bsp. gemalt haben, wie Paul Gauguin.

Bevor der französische Maler Paul Gauguin seine erste Reise nach Tahiti antrat, hatte er einen Traum: Ein unbeachtetes Paradies in der Südsee wollte er finden, dessen glückliche Bewohner vom Leben nichts anderes kennen als seine Süße. Ich denke, er hat es dort gefunden.

Eine Touristengruppe lernte dort gerade die polynesische Flechtkunst. Im Tiki Village finden kulturelle Veranstaltungen, wie Folklore Abende statt. Dort gibt es auch ein Restaurant und einen Perlenshop.

Die Dekoration war noch sehr weihnachtlich mit Figuren aus Frozen, Anna und Sven, das Rentier , Arielle, die Meerjungfrau und einem beleuchteten Einhorn. Außen hingen überall noch Zuckerstangen. Vielleicht bleibt die Deko ja gleich hängen.

Auf dem Heimweg fuhren wir noch an einem Supermarkt vorbei. Martin wollte noch nach einem Kuchen schauen. Wird Zeit, dass wir aufs Boot kommen und endlich wieder selber backen können. Derweil hat Jeanro geschrieben, dass das Kanu zurück ist. Da es aber immer noch so dick bewölkt war und keine Aussicht auf Sonne, haben wir beschlossen, heute nicht Kayak zu fahren. Scnorchelzeug war schon gepackt, als wieder ein kräftiger Schauer im Anmarsch war. Ok, dann wurde Backgammon gespielt. Zuerst sah es nicht so gut für Martin aus, am Ende war es dann doch unentschieden. Beim Kniffeln hab ich ihn dann leider ausnahmsweise abgezockt, die letzten Male hat er immer haushoch gewonnen. Spät am Abend wollten wir noch zu einem kleinen Restaurant in der Nähe spazieren. Leider hat der Besitzer noch einen Schließtag auf seine Tafel gekritzelt und zwar Dienstag. Also , zu Fuß wieder 10 Minuten zurück. Da kamen wir an einer riesigen Figur vorbei. Das war kein Tiki, sondern ein Einheimischer. Vielleicht erfahren wir die Bedeutung noch. Im Dunkeln sah er echt bedrohlich aus. Martin beleuchtete ihn mit seiner Handylampe, damit wir wenigstens ein Foto machen konnten.

Immer noch hungrig stiegen wir ins Auto und fuhren Richtung Tipanier, wo wir schon mal gegessen hatten. Derweil suchte ich noch auf GoogleMaps nach anderen Gelegenheiten. Die Strandbuden hatten alle schon zu, aber ein italienisches Restaurant war noch auf dem Weg. Sah ganz gut aus. War ziemlich gut besucht, aber für zwei geht eigentlich immer. Sie hatten eine tolle Auswahl an Pizza und Pasta. Wir entschieden uns für Pizza. Das war echt die leckerste Pizza, die ich je gegessen habe. Martin hat danach noch ein Tiramisu gegessen. Das war auch total fluffig und saftig, wie man es eigentlich nur aus Italien kennt. Also rund um ein gelungener letzter Abend auf Moorea. Morgen früh geht’s zurück nach Papeete und mittags geht der Flieger nach Raiatea.