März

7

Wir haben lauter Frühaufsteher an Bord. Isabel und Hartmut schwimmen schon vor dem Frühstück ihre Bahnen ums Boot. Annemarie nimmt immer den ersten Kaffee und es gibt sehr zeitig in der Früh Frühstück.

Da wurde nochmal über die Wizardspiele von gestern Abend gesprochen. Hier grassiert echt das Wizardvirus. Annemarie und Leo machten klar Schiff in der Küche. Inzwischen kam das Müllboot. Hier rund um Bora Bora kosten die Moorings eine Gebühr, dafür wird der Abfall abgeholt und entsorgt. Jetzt hieß es Augen auf und auf die ersten TouriBoote warten. Da ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt, müssen wir nicht lange warten. Die ersten Boote kamen kurz nach neun. Dann muss es immer schnell gehen, sonst werden es mehr Boote und man hat nur noch Beine statt Fische und Rochen auf den Fotos. Also Flossen und Schnorchel ins Dinghi, Kameras gepackt und los ging’s zu den Haien und Rochen. Das ist trotzdem immer ein prickelndes Erlebnis, weil die Haie richtig nah um einen herum schwimmen.

Total begeistert kam die Crew zurück und schon wurden die Fotos und Videos gezeigt. Um halb zwölf hieß es Mooringleinen los Richtung Ariis Motu Grill, wo wir heute Abend vielleicht essen gehen. Vorbei an den tollen 4/5 Sterne Hotels, wo schon mal gegoogelt wurde, was da wohl eine Übernachtung kostet, erreichten wir um kurz nach eins unseren Mooringplatz. Da die Boje recht kurz war und sich nicht mit dem Bootshaken hochziehen ließ, sprang Ludwig kurzerhand ins türkise Wasser und erledigte das Leinendurchziehen vom Wasser aus. Das nennt man spontan.


Als alles fest war, paddelten Martin und ich zu Ari rüber, der uns erstaunlicherweise gleich wieder erkannt hat, und wollten reservieren für heute Abend. Leider war er schon voll, dafür hat er morgen ein Buffetessen im polynesischen Stil. Da könnten wir noch dabei sein. Also schnell die Crew angerufen und das abgeklärt, für den nächsten Tag reserviert und zurück gepaddelt.

Nach Kaffee und Blaubeercheesecake chillte die Crew erst ein bisschen, bevor es nochmal mit dem Dinghi und dem Skipper auf das Motu Piti Aau zu Ari und einem Sundownder Rumpunsch ging. Ich paddelte wieder mit dem SUP rüber und war sogar als erste drüben. An einem schattigen Plätzchen saßen wir schön unter Palmen im weißen Sand und Ari brachte den ersten Liter Rumpunsch. Die Crew war gut drauf, so wurde noch eine zweite Flasche bestellt. Ari kam und sagte uns, dass wir morgen ganz viel Hunger mitbringen sollen. Es gibt Hühnchen, Fisch und sogar ein Schwein aus dem traditionellen Erdofen. Das hört sich doch total super an.

Die Insel (eigentlich das Motu) wurde noch von ein paar erkundet, man kann queer durch zum Aussenriff laufen, bevor Isabel und ich mit dem SUP zurück aufs Boot paddelten.

Wir wollten uns heute um das Abendessen kümmern, eine köstliche Gemüsepfanne mit Kartoffelstampf. Inzwischen kam die Crew gutgelaunt zurück. Kurz darauf konnten wir essen und es wurde alles aufgegessen. Hartmut und das fleißige Bienchen Annemarie haben das ganze Geschirr gespült und in der Küche klar Schiff gemacht. Und wie soll es anders sein, wenn man infiziert ist? Die Wizardkarten wurden verteilt. Martin, Christine, Isabel, Annemarie (die in der zweiten Runde von Hartmut ersetzt wurde),Leo und ich spielten. Die erste Runde ging an mich und in der zweiten Runde teilten sich Leo und Christine den ersten Platz, bevor es in die Kojen ging.

März

6

Hartmut

Nach einem halbstündigen Fußmarsch vom Yacht Club in das Zentrum von Vaitape fand ich an der großen Kreuzung, (es gibt nur eine) in einer Einfahrt etwas zurückgesetzt im Albert Store auch den Albert Rental. Dort mietete ich mir ein Fahrrad, ein recht einfaches Gefährt mit nur einer schwergängigen Rücktrittbremse.


Mit einer Karte von Bora Bora ging es dann um 10.40 Uhr los, weiter nach Baie de Povai von der man einen wunderschönen Blick auf die Bucht, den Mont Bahia und den Mont Otemanu hat.

Sehr schöne Strände säumen die Halbinsel. Der Verkehr ist mittlerweile recht wenig geworden. Ich komme durch teilweise sehr schöne parkähnliche Wohnviertel.

An einer Linkskurve nach einer kräftigen Steigung zweigt rechts ein noch steilerer betonierter Weg auf die Halbinsel ab. Dort kann man die Reste einer amerikanischen Kanonenbastion sehen. Das Rad läßt man aber besser an der Straße zurück und geht zu Fuß, da die Strecke sehr uneben ist. Man hat von dort auch einen schönen Blick auf die Lagune und die Inseln am Außenriff mit den Hotelanlagen.

Weiter geht es am nördlichen Ufer entlang. Mittlerweile ist es heiß und ich reduziere mein Tempo etwas. Hier gibt es weniger zu sehen. Wohnhäuser liegen vereinzelt da und Fischerhütten mit den Booten. Schließlich schwenkt die Strecke wieder nach Süden, um eine Bucht herum. Am Fährhafen wird ein Schiff entladen. Der Verkehr nimmt wieder zu.

Am Yachtclub vorbei geht es wieder zueück nach Vaitape wo ich etwa um 14.20 eintreffe. Dort treffe ich Martin und Sylvie, wir feiern die Inselumrundung und Sylvies Perlenkäufe mit Virgin Pina Coladas im St. James Club.
Für die Tour um die Insel mit dem Rad ist es empfehlenswert etwas zu Essen und zu Trinken dabei zu haben, denn Einkaufs- und Einkehrmöglichkeoten gibt es nur in Vaitape.

März

6

Der Tag fing so an, wie der gestrige Abend aufgehört hat. Grau in grau und die ganze Nacht hat es wie aus Eimern gegossen. Jetzt zum Frühstück wird es ein bisschen heller. Die Crew plant einen Ausflug mit einem Auto um die Insel zu fahren. Christine rief nach dem Frühstück bei der Vermietstation an und das Auto wurde bis 10.00 Uhr an den Yachtclub gebracht. Um die Zeit zu überbrücken, spielten Annemarie, Isabel, Christine und Hartmut eine Trainingsrunde Wizard. Sie konnten das Spiel zwecks Zeitmangel leider nicht fertig spielen. Um kurz vor 10.00 Uhr brachte Martin die Crew zum Steg vom Yachtclub. Sie wollten sich das Auto teilen. Hartmut ging zu Fuß in die Stadt, die Anderen fuhren mit dem Auto. Nach kurzer Zeit kamen die ersten WhatsApp Nachrichten. Hartmut hatte sich ein Fahrrad gemietet.

Die Mädels machten schon um halb zwölf die erste Shopping Pause. Martin und ich gingen zu Fuß in den Hauptort Vaitape. Unser erster Stop war nach dem halbstündigen Fußmarsch das Arc and Ciel, wo es Cappuccino und Eis für den Skipper und eine frische Kokosnuss für mich gab.

Dann haben wir noch eine kleine Shoppingtour durch einige Geschäfte gemacht und wurden mit schönen Teilen fündig. Die Crew hatte auch Spaß bei ihrer Inselrundfahrt bei einem Stop am Matira Beach und schickte viele Fotos vom Schnorcheln.

Kugelfisch und Rochen

Auf dem Rückweg trafen wir Hartmut und gingen zusammen ins St. James auf einen Mocktail und eine kleine Tapasplatte. Dort ist es einfach schön zu sitzen.

Der Rückweg zog sich etwas in die Länge. Im Yachtclub saßen Ludwig und Leo. Sie haben schon auf die Happy Hour gewartet.

Am Boot machte ich den Cheesecake mit dem Blaubeertopping fertig und Martin probierte gleich ein Stück. Ich fing langsam mit den Vorbereitungen für die Brotzeit heut Abend an. Martin ließ sich noch auf einen Sundowner abholen. Als alle wieder zurück auf dem Boot waren, setzten wir um vom Yachtclub zur Mooring beim Motu Tuopua.

Danach gab’s eine Käseplatte, verschiedene Dips und Salate. Die Crew langte reichlich zu und erzählte von dem heutigen Tag. Hartmut und Leo erledigten den vielen Abwasch danach. Annemarie, Isabel, Christine und Hartmut beendeten ihr Trainingsspiel vom Wizard , das Christine gewann. In einer neuen Zusammensetzung spielten sie sogar noch zwei Runden. Martin und ich haben derweil mal wieder das Backgammon ausgepackt, da hat er seine Glückssträhne fortgesetzt und 3:2 gewonnen. Nach ein bisschen Sternegucken sind wir dann nach einem ereignisreichen Tag in die Kojen gegangen.

März

5

Heute Morgen war schon rege Betriebsamkeit auf dem Kat. Martin ist sogar mit aufgestanden um für Isabels runden Geburtstag den Tisch schön herzurichten. Wir haben Girlanden aufgehängt, den Kuchen mit Kerzen dekoriert, Geburtstagsservietten hingelegt, eine reichhaltige Obstplatte gemacht und jetzt fehlt nur noch das Geburtstagskind.

Als Martin dann Stevie Wonders „Happy Birthday“ auf volle Lautstärke spielte, kam Isabel aus der Kabine. Alle gratulierten, sangen das Ständchen mit, die Sonne schien, das Wasser war türkis….besser geht’s doch nicht für einen runden Geburtstag in der Südsee.

Der Sekt ist kaltgestellt, so kann der Tag weitergehen. Um 09. 00 Uhr nach dem leckeren Frühstück hieß es dann vom Skipper, Anker auf Richtung Bora Bora. Das ist leider eine kleine Planänderung, da das Wetterfenster für Maupiti nicht günstig war. Aber wir sind ja flexibel. Das Großsegel wurde hochgezogen und dann die Genua noch dazu. Zuerst mit Unterstützung vom Steuerbordmotor setzte sich Hartmut wieder ans Steuer. Wir tuckerten so langsam vor uns hin, immer mit Blick auf die Insel. Dann kam doch noch Wind auf und wir segelten mit durchschnittlich 5-6 Knoten und kamen sogar recht flott voran. Der Steuerstand auf der Flybridge ist immer ein beliebtes Plätzchen, man sieht was ,es geht meistens ein Lüftchen und ein Plausch ist auch immer drin.

Kurz vor Bora Bora ging dann wieder gar nichts mehr mit Wind, aber dunkle Wolken umhüllten den Mount Otemanu. Ab dem Aussenriff musste Martin dann die Motoren einschalten. Die Crew warf schon mal neugierige Blicke auf die 4/5 Sterne Wasserbungalows, da kommen wir die nächste Tage noch näher vorbei. Pünktlich um drei zum Kaffeetrinken legten wir vor dem Yachtclub an einer Boje an. Kaum war die Boje fest, kam auch schon der Kassierer und kassierte die Gebühr. So schnell war er noch nie da. Dann durfte Isabel nochmal die Kerzen von ihrem Geburtstagskuchen ausblasen und es gab Cappuccino und Kuchen.


Ab 16.00 Uhr war Happy Hour im Yachtclub, nur das Wetter machte mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Ein Wolkenbruch verzögerte den Start, aber um halb fünf konnte die Crew starten. Martin und ich blieben noch am Bord und Ludwig holte uns zur zweiten Cocktail Runde. Pina Colada, Tequila und Sunsets waren die Favoriten der Crew. Um 18.00 war die Happy Hour vorbei und wir fuhren mit dem Dinghi zurück aufs Boot.

Christine und Annemarie kümmerten sich heute ums Abendessen. Es gab leckeres Chicken Terriyaki und eine große Schüssel Coleslaw. Leo und Annemarie sorgten dafür, dass die Küche wieder sauber war. Die Crew sang nochmal ein Ständchen für Isabel zusammen mit Hartmut und seiner E Gitarre und dann noch per Videocall für Hartmuts Enkelin, die daheim ihren zweiten Geburtstag feiert. Das Wizardfieber grassiert an Bord, so haben sich wieder 6 Leute zum Spielen gemeldet. Christine, Isabel, Annemarie (die dann in der 2.ten Runde von Ludwig abgelöst wurde)Leo, ich und Martin. Ich hab heute beide Runden für mich entscheiden können. Während dem Spiel hat Hartmut wieder Oldies gespielt und gesungen.

März

4

Christine

Der Tag beginnt vor Anker in einer ruhigen Bucht auf der Westseite von Taha’a, unweit der grossen Schwesterinsel Raiatea. Gestern Abend lag noch warmes Licht über der Lagune, doch in der Nacht hatte es kräftig geregnet. Auch im Laufe des Tages zeigt sich, dass das Wetter heute eine eigene Rolle spielen wird.

Skipper Martin hat für die Crew eine Inseltour organisiert. Ziel ist ein Ausflug mit Noah von Vanilla Tours Tahaa (www.vanillatours.pf). Kurz nach neun bringt das Dinghy die Gruppe zum kleinen Steg auf Noahs Grundstück, wo der Gastgeber bereits wartet. Noah ist auf Taha’a geboren, Sohn eines französisch-schweizerischen Paares. Nach Studium und Arbeit in Frankreich lebt er seit rund zehn Jahren wieder auf der Insel und hat das Familiengeschäft übernommen. Der Rundgang beginnt im wunderbaren Garten. Zwischen üppig blühenden Pflanzen erklärt Noah die Bedeutung vieler Gewächse – manche dekorativ, andere medizinisch genutzt, viele tief verwurzelt in der polynesischen Kultur.

Danach wartet bereits der 4×4-Jeep. Im Wagen steht ein Gefäß mit Zitronenwasser, ausserdem hat Noah Trinkkokosnüsse und Obst aus seinem Garten dabei. Mit ein paar schnellen Schnitten seiner Machete zeigt er eine kleine Alltagstechnik: aus den Stielen von Papayablättern lassen sich erstaunlich gute, komplett natürliche Trinkhalme herstellen. Der erste Stopp führt zu einer kleinen Vanilleplantage. Noah erklärt, warum Vanille in Polynesien aufgrund der aufwändigen Produktion so teuer ist. In ihrer ursprünglichen Heimat Südamerika übernimmt eine spezielle Biene die Bestäubung der Blüten. Auf Taha’a fehlt dieses Insekt – deshalb wird jede einzelne Blüte von Hand bestäubt. Dies wird Vanilla Wedding genannt. Aus jeder Blüte wächst später genau eine Schote. Nach etwa sieben Monaten erfolgt die Ernte, gefolgt von einem monatelangen Prozess aus Trocknen, Fermentieren und wiederholtem Massieren der Schoten, bis die aromatische schwarze Vanille entsteht, für die die Insel bekannt ist.

Anschliessend geht es abenteuerlich weiter. Noah lässt Luft aus den Reifen – jetzt kommt der Jeep richtig zum Einsatz. Über schmale, matschige Trails arbeitet sich das Fahrzeug durch den dichten Dschungel nach oben. Vom Bergkamm eröffnet sich eine spektakuläre Aussicht über beide Seiten der Insel, über das satte Grün der Landschaft und die Lagune. In der Ferne zieht bereits eine dunkle Gewitterfront auf. Noah nutzt die Gelegenheit für einen kurzen Snack. Auf einer improvisierten Platte aus wilden Hibiskusblättern liegt frisch geschnittenes Obst aus seinem Garten. Dazu werden die Kokosnüsse geöffnet – getrunken wird natürlich mit den Papayastrohhalmen. Währenddessen grollt der Donner immer näher, bis die Wolken die Aussicht komplett verschlucken und der tropische Regen über den Bergen losbricht. Die Rückfahrt durch den nassen Dschungel hat fast etwas Magisches. Alles wirkt noch grüner, Wasser tropft von den Blättern, und der Wald duftet nach frischer Erde.

Der nächste Halt ist die kleine Pari Pari Rum Distillery. In der Produktionshalle gibt es eine kurze Erklärung zur Herstellung des Rums aus Zuckerrohr, gefolgt von einer sehr kleinen Verkostung. Geschmacklich kann der Rum nicht jeden überzeugen, doch der Einblick in die Destillation ist spannend.

Danach führt der Weg zurück zu Noahs Garten. Dort wird noch Vanille gekauft. Die Daheimgebliebenen dürfen sich bereits auf köstliche Speisen freuen.

Am Nachmittag bringt das Dinghy die Crew zurück an Bord. Inzwischen schüttet es wieder heftig. Auf Sylvias Fotos vom Anlegen wirkt die Szene fast wie ein Segeltörn auf der Nordsee im tiefsten Winter – vom Südsee-Postkartenmotiv ist in diesem Moment wenig übrig.

Kurz darauf verholt das Boot wieder zum Ankerplatz ausserhalb der Lagune, wo Generator und Wassermacher betrieben werden dürfen.

Der Abend beginnt entspannt mit einer Runde Wizard, dem Lieblingskartenspiel von Martin und Sylvia – eine Art Warm-up vor dem Essen. Danach gibt es Spaghetti mit Martins Spezialität, Bolognese. In kürzester Zeit sind alle Teller leer.

Beim Kartenspiel muss sich Skipper Martin mehrfach geschlagen geben – ein ungewohnter Zustand, der sofort zu scherzhaften Drohungen führt, die Crew am nächsten Morgen über Bord zu schicken. Natürlich bleibt es beim Scherz.

Währenddessen bereitet Sylvia noch einen Geburtstagskuchen für Isabel vor. Ein langer, abwechslungsreicher Inseltag auf Taha’a geht zu Ende – mit Vanille, Dschungel, Regen und vielen Geschichten, die bleiben.