Mai

19

Unser Sonnendachprojekt kann heute weitergehen. Wir fuhren gleich nach dem Frühstück die 10 km mit den Rädern nach Saverne, um passendes Garn zu kaufen. Ich hatte da am Samstag einen kleinen Laden mit wahnsinnig viel Nähmaschinenzubehör entdeckt. Dort wurden wir fündig. Die nette Verkäuferin bemühte sich sehr, Deutsch zu sprechen . Ich fragte noch nach Spulen und aus einer unteren Schublade zauberte sie auch diese hervor. Die erste Aufgabe in Saverne war erledigt. Dann gingen wir noch in den Carrefour in der Stadt für ein paar Kleinigkeiten und in einen Schreibwarenladen. Das haben wir vor der Mittagspause gerade noch so geschafft. Punkt zwölf sperren die Franzosen nämlich ihre Geschäfte zu. Pech für Martin. Er hatte sich noch ein Eis gewünscht, doch sogar die Eisdiele machte zu. Also spazierten wir stattdessen noch gemütlich durch die Stadt, besichtigten eine schöne Kirche und bewunderten die wunderschönen Fachwerkhäuser. Danach fuhren wir wieder zurück nach Dettwiller aufs Boot. Gerade angekommen, fing es wieder an zu regnen.


Am Nachmittag haben wir unser Projekt weitergeführt – meterweise Stoff wanderte durch die Nähmaschine. Teamwork zwischen Martin und mir: Ich habe die Verstärkungen genäht, während er alles sauber vorgefaltet hat. Stück für Stück nahm das Ganze Form an und um halb sechs waren wir schließlich mit dem ersten Teil fertig. Ein richtig gutes Gefühl.
Im Carrefour hatten wir in der Früh ein ganzes Hähnchen gekauft. Ich habe es vorbereitet, gefüllt und mariniert, bevor es später in den Ofen durfte. Und Martin hat wieder bewiesen, dass er nicht nur Fisch hervorragend zerlegen kann – auch mit dem Gockel machte er eine richtig gute Figur. Das Ergebnis war super lecker: saftiges Hähnchen, dazu frischer Salat und knuspriges Brot. Ein schöner Abschluss für einen produktiven Tag.

Mai

18

Wettertechnisch sollte es eigentlich besser werden, es ist aber immer noch ziemlich kühl in der Früh.
Passt für unser Sonnenschutzprojekt, das können wir gut im Steuerstand anfertigen. Martin rechnete wieder die Maße und die Abstände aus und zeichnete diese dann auf den Stoff. Leider hatte ich keinen Faden mehr in dieser Farbe. Also muss der Stoffberg noch einen Tag liegen, dann fahren wir gleich morgen früh mit den Rädern nach Saverne um ein passendes Garn zu kaufen.

Zum Zeitvertreib haben wir einen Spaziergang in das kleine Dorf Dettwiller gemacht, wo wir immer noch liegen. Ein typisches Dorf mit Kirche, Schule, Wirtshaus und einem modernen Tante Emma Laden. Sah ein bisschen trostlos aus, ziemlich grau alles, aber vielleicht lags einfach auch am Wetter.

Zurück auf dem Boot war es richtig kuschelig warm, da doch ab und zu die Sonne raus kam. Da schmeckte der Latte Macchiato und der Erdbeerkuchen gleich viel besser .
Danach haben wir noch eine Runde Backgammon gespielt — mittlerweile fast schon ein festes Ritual an Bord. Normalerweise gewinnt dabei immer der Skipper . Heute allerdings lief alles anders, überraschenderweise konnte ich gleich drei Partien hintereinander für mich entscheiden. Endstand: 3:0 Der Skipper hat es sportlich genommen …bis zum nächsten Mal, da geht’s wieder andersrum.

Mai

17

Heute Morgen hat der Tag schon mit strahlendem Sonnenschein begonnen. Die Wäsche hing kaum eine Stunde auf der Leine, da war sie schon trocken.
Am Ufer herrschte ebenfalls reges Leben. Auf den Tischen und Bänken am
Kanalufer saßen einige Wohnmobilfahrer gemütlich in der Sonne und frühstückten draußen. Für Kaffee in der Morgensonne war es uns doch noch ein bisschen zu frisch.
Nach unserem Frühstück habe ich in der Küche einen Erdbeerkuchen von den frischen Erdbeeren vom Markt gemacht.

Am Nachmittag stand dann unser nächstes Projekt an: der Sonnenschutz draußen an Deck. Damit es dort im Sommer etwas angenehmer wird, haben wir uns endlich daran gemacht, die nächsten Schritte umzusetzen. Martin hat alles sorgfältig ausgemessen, während ich an der Nähmaschine saß. So langsam nimmt das Ganze nun Form an .


Morgen wollen wir eventuell fertig werden, dann gibt es natürlich auch Fotos. Zwischendurch haben wir tatsächlich draußen Kaffee getrunken und den leckeren Erdbeerkuchen genossen. Von den vorbeifahrenden Radler gab’s deswegen ein paar neidische Blicke.
Am späten Nachmittag haben wir dann langsam Schluss gemacht. Nach dem ganzen Zuschneide-, Steck- und Nähtrubel tat eine kleine Pause richtig gut. Zum Abendessen gab es eine schnelle, herzhafte Hackfleischpfanne, bevor wir den Tag ganz gemütlich auf dem Sofa ausklingen ließen – natürlich mit einer Folge Tatort.

Mai

16

Nach einem leckeren französischen Frühstück haben wir Isabel zum Bahnhof gebracht. Nach zwei gemeinsamen Wochen reist sie heute weiter nach Pforzheim, bevor es für sie am Montag zurück nach Berlin geht.

Danach hab ich ein bisschen frische Sachen auf dem Markt eingekauft und Martin hat den Blog mit Fotos bestückt und online gestellt. Dann hab ich das neue Geländer gleich zum Wäsche aufhängen missbraucht, aber das ist sehr hilfreich, vor allem für die Bettwäsche.


Um halb drei hieß es wieder ganz entspannt Leinen los auf dem historischen Rhein Marne Kanal und kurz darauf ging es schon durch die erste Schleuse abwärts.
Vorher durfte ich Strippen ziehen, um das Signal auszulösen, was auf bestimmten Streckenabschnitten üblich ist. Hier sind die Schleusen auch automatisiert, das bedeutet, dass man meistens gut vorankommt.

Am Ufer sitzen immer wieder Angler und winken uns zu.
Von der felsigen und bergigen Gegend wird es zunehmend ländlicher und ruhiger . Es sind viele Radfahrer auf den schönen Radwegen, den früheren Treidelpfaden, am Kanal entlang unterwegs. Dadurch haben wir in den Schleusen oft Zuschauer und manchmal ergibt sich auch das eine oder andere nette Gespräch.


Hier im Elsaß oder überhaupt in Frankreich darf man an vielen Stellen frei anlegen, was wir auch nach ca 2 Stunden an dem schön gepflegten Liegeplatz Dettwiller gemacht haben. Ruhig gelegen am Kanal, umgeben von viel Grün, sogar feste Liegestühle stehen hier, lädt dieser Ort zum Entspannen ein. Besonders am Abend entsteht hier eine ganz besondere Stimmung, die wir vom Steuerstand aus genossen haben.


Heute blieb die Küche kalt, es gibt ein paar Snacks und Gemüse mit Dips, vielleicht später noch ein Eis für den Kapitän.

Mai

15

Der Tag begann besser als die letzten Tage davor, es war jedenfalls heller und ohne Regen. Nach dem Frühstück fuhren Martin und Isabel mit den Rädern nach Lutzelburg zurück und holten das Auto. Ich ging derweil ein bisschen in der Stadt spazieren. Kaum war die Sonne draußen, saßen schon ganz viele Leute in den schönen Café s. Eine Stunde später zog sich der Himmel wieder zu.

Gleichzeitig kamen wir zur Vlinder zurück und es begann wieder zu regnen, voll das typische Aprilwetter. Am späten Nachmittag nach dem Kaffee machten wir – Martin, Isabel und ich – einen Ausflug zum Château du Haut Barr, das „Auge des Elsass“, eine mittelalterliche Felsenburg aus dem 12. Jh.. Das Wetter meinte es gut mit uns, denn trotz des wechselhaften Tages schien sogar noch die Sonne und tauchte die alten Mauern der Burg in ein warmes Licht.

Viele Besucher hatten den Brückentag genutzt, sodass rund um die Burg einiges los war. Dennoch herrschte eine entspannte und fröhliche Stimmung, weil viele Kinder mit ihren Eltern auf der Burg waren. Besonders beeindruckend war der Blick über die Landschaft, der durch das klare Wetter noch schöner wirkte.

Wir spazierten durch die historische Anlage und schon fast auf dem Rückweg schauten wir noch in die Kapelle der Burg. Dort war eine schweizer Reisegruppe, die von einer älteren Reiseführerin einen beeindruckenden und spannenden Vortrag über die Geschichte der Burg und überhaupt über das Elsass bekam. Gespannt lauschten wir dem interessanten und sehr lebendigen Vortrag . Es hat richtig Spaß gemacht, der älteren Dame zuzuhören . Sie gab uns noch Tipps für das Museum und lud uns sogar für den nächsten Morgen zu einer Stadtführung ein.
Am Abend waren wir dann in dem urigen Zaverme Stüberl und genossen die leckere elsässische Küche.
Zurück an Bord spielten wir noch ein letztes Wizard, das Isabel haushoch gewann.