Sep.

23

Da Martin heute ziemlich früh los wollte, war das Frühstück bereits für halb acht angesetzt. Ich hatte schon sehr früh meinen ersten Besuch des Tages: die Hafenmieze.


Kaum hatte ich die Gangway heruntergelassen, stand sie auch schon mauzend davor. Ein Scheibchen Wurst können wir natürlich entbehren. Und da der Hafen heute ziemlich voll war, würde sie im Laufe des Tages sicherlich noch genügend Gelegenheit bekommen, weitere Bootsbesitzer anzubetteln.
Kurz nach sieben war dann endgültig Schluss mit der Nachtruhe. Eine riesige Fähre legte an und man hatte tatsächlich das Gefühl, dass das ganze Dorf mit seinen Autos auf dieses Schiff wollte. Unglaublich, wie viele Fahrzeuge da plötzlich auftauchten! Aber alles war perfekt organisiert und lief erstaunlich reibungslos ab.
Unsere komplette Crew stand an Deck und beobachtete das Spektakel.
Hafenkino mal anders.


Danach ging es ans Frühstück. Gesprächsthema Nummer eins war natürlich wieder der berühmte Ankersalat.


Und prompt fuhr ein Einrumpfboot aus.
Was dann passierte, war fast schon besser als Fernsehen. Nicht nur auf unserem Boot, sondern auch auf allen anderen Booten im Hafen herrschte plötzlich rege Betriebsamkeit. Jeder schaute gespannt auf das ausfahrende Boot. Und tatsächlich hatte der Skipper ordentlich zu kämpfen. Aber er schaffte es.


Wir waren das zweite Boot, das auslief. Zum Glück betraf uns das Ankerproblem nicht, denn Martin hatte unseren Anker etwas seitlicher geworfen.
Jeder wusste, was zu tun war, jeder hatte seine Aufgabe und so wurde das Ablegen bei uns zum Kinderspiel.
Ende gut, alles gut. Kurz nach halb neun verließen wir planmäßig den kleinen Hafen.
Wenig später wurde das Großsegel gesetzt und mit zunächst mäßigem Wind gings los, aber hinter dem Kap frischte es dann teilweise bis auf 30 Knoten auf und wir düsten auf der Kreuz durch die Ägäis. Weil es allerdings wieder ordentlich frisch war saßen Christiane und Torsten deshalb dick eingemummelt bei Martin oben auf der Flybridge, während sich der Rest der Crew lieber windgeschützt im Cockpit aufhielt.


Eine Stunde früher als geplant erreichten wir schließlich den Hafen von Koufonisi.
Wieder hieß es: alle Mann an die Leinen. Jeder packte mit an und schon kurze Zeit später lagen wir sicher mit dem Heck an der Hafenmauer.


Zur kleinen Stärkung gab es erst einmal einen griechischen Salat für alle.
Danach ging es an Land, um das schöne Dorf zu erkunden.
Koufonisi ist genau so, wie man sich ein kleines griechisches Dorf vorstellt: weiße Häuser mit blauen Türen und Fensterläden, dazwischen leuchtende Bougainvilleen und jede Menge kleine Läden.
Und was uns besonders gefallen hat: In den vielen Souvenirgeschäften gab es nicht den üblichen Kitsch, den man auf manchen Inseln findet. Stattdessen entdeckten wir wunderschöne und wirklich individuelle Keramiksachen, Schals, Magnete und viele andere kreative Dinge. Da konnte man schon mal länger stehen bleiben.
Überhaupt ist Koufonisi ein einziges großes Fotomotiv. Hinter jeder Ecke findet man wieder eine hübsche Tür, eine bunte Blume oder eine kleine Gasse, die unbedingt fotografiert werden möchte.
Nur der blaue Himmel fehlte noch für das perfekte Griechenland-Foto.


Um drei Uhr gab es dann wie üblich Kaffee und Kuchen an Bord. Martin hatte endlich seine Käsekuchensterne gefunden, nach denen er schon auf mehreren Inseln gesucht hatte! Da gab es dann für jeden einen.
Bis zum Abend war noch etwas Zeit zum Chillen.


Christiane nutzte die Gelegenheit und ging am wunderschönen Sandstrand schwimmen. Irene machte einen Spaziergang und der Rest der Crew schlenderte zu einer wunderschönen Cocktailbar direkt am Wasser.
Und plötzlich kam sogar die Sonne heraus.
War ja klar , wenn die Engel unterwegs sind!
Also orderten wir Cocktails . Mai Tai, Pink Sprizz, Campari Spritz und Piña Colada wurden bestellt. Und selbstverständlich mussten die Cocktails erst einmal für diverse Fotos herhalten, bevor sie getrunken werden durften.
Hier konnte man es wirklich gut aushalten.


Leider drängte die Zeit und wir sollten langsam wieder zurück zum Boot. Christiane, Irene und Michael waren ebenfalls gerade unterwegs. Am Horizont ging inzwischen die Sonne unter und natürlich wurde auch dieses Schauspiel noch schnell fotografisch festgehalten .
Dann machten wir uns auf den Weg zum Abendessen.
Martin hatte für halb acht einen Tisch im Melissa reserviert. „Melissa“ bedeutet auf griechisch übrigens Honigbiene.
Christiane hatte in ihrem Reiseführer gelesen, dass es sich um die älteste Taverne der Insel handeln soll. Und offenbar wussten das auch viele andere. Das Lokal war bereits gut besucht und draußen warteten schon Gäste auf einen freien Tisch.
Wie gut, dass wir reserviert hatten!

Martin hatte heute einen Vorschlag: Statt wie üblich verschiedene Vorspeisen zu bestellen, wollten wir einfach unterschiedliche Hauptgerichte nehmen und alles miteinander teilen.
Gesagt, getan.
Nach und nach kamen Souvlaki-Spieße, Oktopus, Lamm, Ziege, Schaf und Rind auf den Tisch. Die Teller wanderten einmal rundherum und jeder konnte von allem probieren.
Es war wirklich alles unglaublich lecker.
Ich blieb allerdings meinem griechischen Salat treu.


Während wir gemütlich aßen, wurde die Taverne noch voller. Draußen warteten inzwischen schon die nächsten Gäste. Also machten wir unseren Tisch frei und zogen weiter.
Auf dem Rückweg blieben wir noch bei zwei Straßenmusikern stehen und hörten ein bisschen zu.
Aber Martin und Heike hatten noch ein ganz anderes Ziel: die Eisdiele.
Sie lag praktischerweise direkt auf unserem Rückweg. Und als wir das Eis sahen, war eigentlich sofort klar, dass niemand widerstehen würde.
Also bestellte jeder von uns zwei Kugeln.
Man muss die Prioritäten im Urlaub schließlich richtig setzen.
Zurück auf der Georgina war der Tag aber noch lange nicht zu Ende.
Wir ließen noch eine kleine Party steigen , mit Rum, Musik und Diskolicht.


Ein richtig schöner Abschluss für einen ereignisreichen Tag auf Koufonisi.
Jetzt heißt es allerdings langsam ins Bett, denn morgen früh müssen wir wieder zeitig raus.

Sep.

22

Genauso farbenreich, wie sich der Himmel gestern Abend verabschiedet hatte, zeigte er sich am nächsten Morgen wieder. So nach und nach kamen alle aus ihren Kabinen. Stefan und Micha nahmen sogar schon vor dem Frühstück ein ausgiebiges Bad. Martin wollte zeitig los, deshalb frühstückten wir ein bisschen früher als sonst.


Aber mit den Abenteuergeschichten rund ums Segeln kommt man ja immer vom Hölzchen aufs Stöckchen. Es ist so gemütlich, man sitzt so schön zusammen, es schmeckt so lecker und überhaupt … Aber es hilft ja nichts, wir wollen ja weiter.
Nachdem die Küche wieder aufgeräumt war, hieß es Anker auf, Kurs Schinoussa. Die kleine Insel gehört zu den Kleinen Kykladen und liegt etwa sechs Kilometer südlich von Naxos. Die Nachbarinseln Iraklia und Kato Koufonisi sind jeweils nur rund drei Kilometer entfernt. Auch der Wind war uns günstig gesonnen, sodass das Großsegel gesetzt werden konnte. Jeder suchte sich wieder sein Plätzchen an Bord und genoss den Ritt durch Wind und Wellen.
Wir hatten heute in der Paros-Naxos-Strasse bis 30 Kn Wind anfangs aus NNE, dann N und später NNW, bis er vor Schoinousa fast ganz einschlief. Also segelten wir Anfangs mit Gr im 2.Reff und der halben Genua, die wir später ganz ausrollten und dann die letzten 3 Meilen von kanppen 20 motorten.

Kurz vor halb zwei fuhren wir in den kleinen Hafen von Schinoussa ein. Der freie Platz, den wir uns ausgesucht hatten, war zwar nicht gerade der einfachste, was beim Anlegen für reichlich Kommandos von allen Seiten sorgte, aber letztendlich waren wir fest. Gott sei Dank! Das Fischerboot, das noch quer an der Mole lag, fuhr ausgerechnet dann weg, als wir angelegt hatten. Da hätten wir uns einiges an Adrenalin sparen können. Aber jetzt liegen wir gut.


Kaum waren wir fest, begann das Hafenkino. Im Minutentakt kamen Einrumpfboote in die Bucht gefahren und legten nach und nach neben uns an. Die Tonstärke war fast noch lauter als bei uns. Hafenkino vom Feinsten! Jedenfalls gibt es morgen früh bestimmt Ankersalat. Martin hatte es später beim Schnorcheln schon gesehen.


Mitten in diesem ganzen Hafentetris setzte ich schnell einen Hefeteig an und bereitete die Zwetschgen für einen Zwetschgendatschi vor.
Micha entdeckte bei seinem Landgang eine große Schildkröte am Ufer. Irene und Christiane packten ihre Badesachen und machten sich auf den Weg zum kleinen Strand neben dem Hafen.
Kurz nach drei duftete es schon durchs ganze Boot. Der Zwetschgendatschi war fertig! Warm schmeckt er sowieso am besten, und mit frischer Sahne dazu war er einfach perfekt. Da konnte man es sich bei einer Tasse Kaffee richtig gutgehen lassen.


Nach dem Kaffeetrinken machten Martin und ich uns auf den Weg ins kleine Bergdorf. Scheinbar ist hier im Sommer doch einiges los, denn es gibt viele Tavernen und auch Zimmer zu vermieten. In einem kleinen Supermarkt fanden wir noch ein bisschen Obst

und reservierten anschließend einen Tisch im Octo Adelphia, einem kleinen Restaurant mit schönem Ausblick auf die Bucht.
Wieder unten an Bord waren nur Stefan und Micha. Die anderen hatten sich noch einmal zum kleinen Strand am Hafen aufgemacht. Und dann ging das Hafenkino in die nächste Runde.


Ein Katamaran, der nach uns gekommen war und an einem reservierten Platz angelegt hatte, musste wieder wegfahren. Sein Anker hatte sich am Grund in irgendeiner Bojenschlaufe verfangen. Von allen Booten schauten die Crews gespannt zu. Aber sie schafften es tatsächlich, den Anker zu lösen. Jubelgeschrei auf dem Boot, und dann düsten sie davon. Wir hatten jedenfalls wieder einmal beste Unterhaltung, ohne Eintritt bezahlen zu müssen.


Um sieben Uhr wollten wir zum Essen los. Die restliche Crew war schon aufgebrochen, um sich noch ein bisschen im Dorf umzuschauen. Als Martin und ich oben ankamen, warteten sie bereits vor dem Restaurant.
Martin bestellte wieder viele leckere Vorspeisen, die alle nach und nach auf den Tisch kamen. So konnte jeder von allem ein bisschen probieren. Und natürlich wollten dann auch alle noch Lamm probieren. Einmal geschmorte Lammkeule und Lammkoteletts kamen auf den Tisch. Das ist griechisches Feeling pur!


Die Crew fand, dass es sehr lecker geschmeckt hat. Und natürlich durfte auch der Wein nicht fehlen. Da wurde sogar noch einmal nachgeordert. Martin erzählte noch den Plan für den nächsten Tag, da wird es nach Koufonisi gehen und wir müssen wieder zeitig los. Deswegen fällt der Spieleabend an Bord aus und es gibt nur noch ein gemütliches Zusammen sitzen.
Ein rundum schöner Tag und ein wunderschöner Abend auf einer kleinen Kykladeninsel, mit gutem Essen in einer griechischen Tavernen und griechischem Wein, da hat man doch gleich einen Ohrwurm.

Sep.

21

Hurra, der Skipper hat Geburtstag.
Salon und Cockpit waren schon festlich geschmückt, als zuerst Stefan und dann Micha aus den Kojen hoch kamen . Kurz darauf folgten Torsten und Heike. Torsten blieb fast mit seinen stattlichen 1,97 Metern in der Girlande hängen.
Das Frühstück war vorbereitet, der Geburtstagskuchen über Nacht heimlich gezaubert und eigentlich fehlte jetzt nur noch einer: der Skipper persönlich.
Als dann lautstark Stevie Wonders „Happy Birthday“ aus der Musikbox klang,
ließ sich Martin endlich blicken!


Auch Christiane und Irene gesellten sich dazu und gratulierten dem Geburtstagskind. Die beiden hatten sogar eine Überraschung dabei: einen Fair-Trade-Seglerkaffee. Er ist schon gespannt, wie er schmeckt. Und von Stefan und Maria bekam er ein lustiges Loriot T-Shirt.
Noch bevor das Frühstück auf den Tisch kam, wurde es aber erst einmal fachlich. Martin nahm die Gäste mit auf die Schiffsbegehung über Deck und erklärte geduldig die wichtigsten Bordinstrumente und ihre Funktionen. Jede Menge Fragen wurden beantwortet, die Rettungswesten gezeigt und natürlich durfte auch ein Blick auf Martins persönliches Navigationssystem nicht fehlen. Schließlich soll die Crew ja wissen, wo sie sich befindet – und vor allem wichtig, wie das Funkgerät bei einem eventuellen Notfall funktioniert .
Danach war es aber höchste Zeit für Frühstück.
Doch was baumelte denn da noch im Cockpit?
Eigentlich sollte dort eine ganz besondere Flaschenpost für den Skipper hängen. Aber die Wellen schlugen heute so heftig gegen die Kaimauer, dass ich befürchtete, dass sie dort zerschellt.
Was in der Flaschenpost stand, verraten wir an dieser Stelle noch nicht. Wenn alles klappt, gibt es dazu später einen eigenen Blogeintrag aus Kreta.


Natürlich durfte auch das obligatorische Geburtstagsständchen nicht fehlen. Die Crew sang für Martin und damit war das Geburtstagsprogramm offiziell eröffnet.
Nach dem Frühstück brachte Martin noch die Wäsche in die Wäscherei. Dadurch hatten wir tatsächlich noch zwei Stunden Landgang, bevor die Wäsche fertig sein sollte.
Im Supermarkt traf ich kurz darauf dann prompt wieder auf Irene und Christiane. Die beiden waren auf der Suche nach Hackfleisch , schließlich stand für den Abend Chili con Carne auf dem Speiseplan.


Zurück an Bord gab es allerdings erst einmal eine kleine Planänderung.
Wir würden gleich ablegen, sobald alle wieder an Bord waren. Die Wäsche können wir einfach bei unserem nächsten Besuch hier abholen. Also hieß es: Leinen los und weiter!
Martin erklärte Stefan und Micha noch, wie das mit dem verlorenen Anker an der Leine zu händeln ist. Am Heck wurden die Leinen losgemacht und langsam setzte sich das Schiff in Bewegung.
Der Anker war gerade wieder in seiner vorgesehenen Spur, als Micha plötzlich rief:
“Da ist was am Anker!“
Dieser verflixte Anker!
Eine große Motoryacht hatte tatsächlich ihren Anker über unseren heruntergelassen. Martin musste erst einmal selbst nachsehen, was da eigentlich los war. Micha bekam den Auftrag, eine Leine irgendwo durch- und wieder umzufädeln. Wie genau das alles funktioniert hat, lassen wir lieber den Skipper erklären , jedenfalls war es eine dieser Aktionen, die man an Bord nicht unbedingt braucht.


Irgendwann war aber auch dieses kleine Ankerdrama gelöst und wir konnten endlich Kurs auf den Süden von Paros nehmen.
Wieder vorbei an den Kite-Surfern und entlang an der Küste.

Die karge Landschaft wurde immer wieder von kleinen, strahlend weißen Dörfern unterbrochen, die wie hingetupft an den Hängen lagen.
Dazwischen klingelte Martins Telefon immer wieder. Familie und Freunde wollten natürlich gratulieren und so bekam unser Geburtstagskind heute jede Menge Glückwünsche aus der Heimat.
Wir hatten uns für heute nur eine kurze Strecke vorgenommen. Martin hatte ursprünglich damit gerechnet, dass wir erst weit nach Mittag loskommen würden. Kurz nach zwei fiel deshalb bereits der Anker in der wunderschönen Parangess-Bucht.
Und damit war es Zeit für den Geburtstagskuchen und Kaffee!


Heute ausnahmsweise etwas früher , schließlich sollte für das Chili später auch noch Platz sein.
Martin durfte sein Geburtstagskerzchen ausblasen und anschließend den leckeren Kuchen verteilen.
Die Mutigen unter uns sprangen danach gleich ins Wasser .
Wobei, wenn man drin ist, geht’s .
Später saßen Heike und Torsten oben auf der Flybridge, während ich es mir unten mit meinem Buch gemütlich gemacht hatte.


Plötzlich rief Heike:
Ui – ein Delfin!“
Und tatsächlich!
Neben der Georgina schwamm ein großer Tümmler vorbei, drehte nach einer eleganten Kurve noch einmal ums Boot und verschwand anschließend wieder im tiefblauen Wasser.
Was für ein Geburtstagsgeschenk!
Und das gleich am ersten Tag mit der ersten Crew.


So langsam klapperten in der Küche auch die Töpfe.
Christiane, Irene und Heike machten sich ans Chili con Carne. Nach und nach zog ein herrlich würziger Duft durch das ganze Boot und ließ die Vorfreude auf das Abendessen ordentlich steigen.
Um sieben Uhr war es dann soweit. Christiane stellte einen großen Topf mit dampfendem Chili in die Mitte des Tisches und alle langten kräftig zu.
So kräftig, dass am Ende vom großen Topf kein Krümelchen Chili mehr übrig war.
Zum Nachtisch gab es noch griechischen Joghurt mit Honig.


Irene und Christiane machten anschließend noch klar Schiff und dann wurde der Tisch kurzerhand zur Spielearena umfunktioniert.
Acht Spieler, ein Hornochsenspiel und dazu eine traumhafte Kulisse mit wunderschönem Abendrot.
Wir hatten jede Menge Spaß und es wurde ordentlich gelacht.
Und die Krönung des Abends?
Ich hatte heute die wenigsten Punkte und damit gewonnen!
Stefan hingegen erwischte es ganz anders:
Er wurde Hornochsenkönig.


So ging Martins Geburtstagstag an Bord zu Ende: mit gutem Essen, viel Lachen, einem Delfin als Überraschungsgast, einem herrlichen Sonnenuntergang und einer netten Spielerunde.

Sep.

20


Und dann war es endgültig so weit: Die erste Crew war von Bord und die nächste stand schon in den Startlöchern.
Also hieß es: Abschiedsschmerz verstauen, Ärmel hochkrempeln und klar Schiff machen!
Kabinen putzen, Betten beziehen, Badezimmer auf Vordermann bringen und alles wieder so herrichten, dass die nächste Crew sich auch zumindest für eine kurze Zeit zu Hause fühlt.
Martin musste außerdem noch nach Naoussa zur Hafenpolizei, um die neue Crewliste abstempeln zu lassen. Wie umständlich! Aber er schnappte sich einen Scooter und war nach gut einer Stunde wieder zurück.
Zwischendurch kamen Christine und Johannes noch einmal kurz vorbei, um ein kleines Präsent zu übergeben. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und hab mich riesig darüber gefreut. Total lieb!
Pünktlich um zwei war die Georgina wieder klar zur Übernahme durch die neue Crew.


Martin schickte den Standort und kurze Zeit später standen Micha, den wir schon von anderen Törns kennen, Torsten und Heike am Boot. Christiane, die Martin schon seit 40 Jahren kennt und dieses Jahr sogar schon mit Irene auf der Vlinder war, kam wenig später ebenfalls mit Irene.
Schön ,damit war die Crew bis auf Stefan komplett. Der sollte erst am späten Nachmittag vom Flughafen eintrudeln.
Wie bei jedem Törn wurde zunächst einmal Kaffee getrunken.


Danach kam die wichtigste nautische Aufgabe des Tages: die Einkaufsliste.
Jeder bekam seinen Bereich zugeteilt. Micha und Torsten kümmerten sich um die Getränke, Christiane und Irene übernahmen Obst und Gemüse und Heike und ich machten uns über den Rest her. Martin kam zwischendurch immer mal wieder vorbei und hakte die Liste ab.
Währenddessen meldete sich Stefan vom Flughafen: Er war schon unterwegs.
Micha brachte schon einmal den ersten Einkaufswagen zum Schiff und danach folgten noch vier weitere, allesamt randvoll.
Leider hat keiner Fotos gemacht. Schade eigentlich! Denn gerade die Törnneulinge staunen jedes Mal aufs Neue über die Mengen, die man angeblich für acht Menschen braucht.
Und dann begann das traditionelle Einkaufs-Tetris auf der Georgina.
Kiste hier, Tasche da, Flaschen irgendwo dazwischen, Obst möglichst obenauf und bloß nichts zerquetschen. Es wurde gestapelt, geschoben, gedreht und neu sortiert.
Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wo wir was verstaut haben.


Um sieben Uhr waren wir dann soweit und machten uns auf den Weg zum Abendessen.
Heike, Torsten und Micha hatten am Vorabend in einem leckeren Restaurant gegessen, das ihnen so gut gefallen hatte, dass wir heute ebenfalls dort einkehren wollten.
Nach einem kurzen Fußmarsch an der Promenade entlang erreichten wir das Apostolis.


Zunächst waren wir fast die einzigen Gäste. Doch nach und nach füllte sich das Lokal ,vorwiegend mit griechischen Gästen. Und damit stieg auch der Stresspegel des Kellners beträchtlich.
Besonders amüsiert beobachteten wir, wie Besteck und Brot kurzerhand in einer Papiertüte serviert wurden. Praktisch, unkompliziert und irgendwie sehr griechisch.
Nach und nach trafen die bestellten Vorspeisen ein, die Martin für alle ausgesucht hatte.
Als schließlich der zweite Gang mit den Hauptspeisen kam, waren wir nämlich schon fast satt.
Aber wir hatten ja Zeit.


Nachdem auch die Hauptspeisen geschafft waren und wir uns eigentlich schon ziemlich zufrieden zurücklehnen konnten, kam der Kellner noch mit einer kleinen Schüssel voller Mini-Magnum-Eis.
Na, wenn das kein perfekter
Eis geht immer.
Und so endete unser erster Tag auch mit vielen neuen Eindrücken.

Sep.

20

12.- 20. September 2026

Törnzusammenfassung

Angelaufene Häfen/Buchten:

Athen Marina Kalithea
Kap Sounio – Poseidon Tempel
Kea-Vourkari
Kythnos-Ormos Kolona mit heißer Quelle
Serifos-Livadi mit Chora auf dem Berg
Sifnos- Ormos Faros
Antiparos- AP Insel Diplo
Paros-Parikia Marina

Gesegelte Strecke: 146sm
Max. Speed: 11 Kn, Durchschnitt 5-7 Kn
Max Wind: 30 Kn, Meltemi aus NNE
Bemerkungen: Anfangs ungewöhnlich bewölkt und frisch, später typisch Ägäis- blauer Himmel