Juli

5

Zuerst gabs ein gemütliches Frühstück und dann stand für Martin erst einmal ein frischer Haarschnitt auf dem Programm. Anschließend brachte er das Auto nach Saverne und erkundigte sich dort gleich nach dem reservierten Liegeplatz, an dem wir später mit dem Boot festmachen können. Mit dem Fahrrad ging es dann wieder zurück und schon konnten wir ablegen.Heute fuhren wir zum letzten Mal in dieser Saison die schöne Strecke nach Saverne.

Auf dem Weg warteten noch einige Schleusen bergauf auf uns, die wir inzwischen ganz routiniert angehen – doch vorher muss man an der Strippe ziehen.

Das Wetter zeigte sich heute von seiner launischen Seite. Dunkle Wolken zogen über uns hinweg und der Wind blies ordentlich. Zum Glück brachte er auch eine herrlich angenehme Abkühlung.


Perfektes Wetter also für Spaziergänger und Radfahrer entlang des Kanals. So hatten wir in den Schleusen immer wieder interessierte Zuschauer, die unser Schleusenmanöver verfolgten. Es macht einfach Spaß, wenn man dabei mit einem freundlichen Winken begrüßt wird.


In Saverne angekommen und sicher am reservierten Liegeplatz festgemacht, gönnten wir uns erst einmal Kaffee und Kuchen . Anschließend war Martin noch ein wenig am Werkeln und erledigte mit den mitgebrachten Sachen ein paar kleine Arbeiten am Boot.


Ich kümmerte mich währenddessen um die Kabinen, denn morgen freuen wir uns auf Besuch aus der Schweiz. Die Vorfreude ist groß, da Helene schon öfter mit Martin gesegelt ist. Ich habe sie im Januar kennen gelernt und freu mich deswegen riesig, sie wiederzusehen. Sie kommt mit Mama und Nichte und fährt ein paar Tage auf der Vlinder mit.

Juli

4

Nach einer wunderschönen Urlaubswoche zu Hause ging es heute wieder zurück nach Dettwiller auf die Vlinder. Das Auto war voll beladen . Martin hatte sich während meiner Abwesenheit mal wieder ausgiebig bei Amazon inspirieren lassen, sodass einiges mit an Bord musste.
Schon die Fahrt nach Frankreich war herrlich. Überall zeigte sich der Sommer von seiner schönsten Seite. Viele Felder waren bereits abgeerntet und mit riesigen Strohballen übersät – ein richtig schönes Sommerbild. In Frankreich haben inzwischen die Sommerferien begonnen, doch zum Glück rollte der Ferienverkehr überwiegend in die andere Richtung. So kam ich ganz entspannt und pünktlich zur Kaffeezeit bei strahlendem Sonnenschein auf der Vlinder an
Nach dem Ausladen gab es erst einmal eine gemütliche Kaffeepause mit frischem Johannisbeerkuchen, den ich von zu Hause mitgebracht hatte.


Anschließend zeigte mir Martin voller Stolz, was er in der vergangenen Woche alles geschafft hatte. Das Geländer wurde noch einmal gründlich abgeschliffen und neu lackiert , jetzt sieht es wieder richtig schick aus. In der Bugkabine hat er unter dem Schreibtisch praktische Türchen eingebaut, in der Küche den Boden weiter abgeschliffen und nebenbei noch viele kleinere Arbeiten erledigt. Zum Abschluss bekam die Vlinder auch gleich noch eine gründliche Dusche mit dem Wasserschlauch, dass wieder alles sauber und staubfrei war.


In den nächsten Wochen stehen noch einige weitere Verschönerungen an. In den vorderen Kabinen werden neue Lampen und Lichtleisten eingebaut, außerdem bekommt der eine oder andere Bereich noch einen frischen Anstrich. Lasst euch überraschen, wenn alles fertig ist, gibt es natürlich wieder Fotos.
Den Abend ließen wir schließlich ganz entspannt bei leckeren Rippchen mit Zucchinigemüse und Tomatensalat ausklingen. In der Ferne gab’s später noch ein schönes Feuerwerk.

Juni

25

Bevor die große Hitze kommt, haben wir gleich in der Früh das Auto nach Dettwiller vorausgefahren und sind mit den Rädern wieder zurück nach Hochfelden gefahren. Die Blogleser kennen den Platz kurz vor Saverne ja bereits. Dort haben wir unser Sonnendach genäht, Gäste eingesammelt und Martin bleibt die nächste Woche hier liegen, weil die Vlinder eine kleine Pause einlegt, bevor die nächsten Gäste aus der Schweiz kommen.


In Hochfelden auf dem Boot hieß es wieder Leinen los. Heute hatten wir unterwegs endlich einmal wieder das Glück, eine Entenfamilie zu entdecken. Letztes Jahr waren hier noch viele unterwegs, doch heuer haben wir bislang kaum welche gesehen. Auch die Schwäne, die sonst oft auf diesem Abschnitt anzutreffen sind, lassen sich bisher nicht blicken.

Es ist wenig los auf dem Wasser, daher war der Gegenverkehr eine Abwechslung , einmal auf dem Wasser und einmal an Land. Auf dem Kanal kam uns ein schwer beladener Kies- beziehungsweise Sandfrachter entgegen, während neben uns die Eisenbahn vorbeirauschte. Die Gleise verlaufen hier direkt am Kanal, und wenn ein Zug vorbeifährt, wird es ganz schön laut. Das zischt nur.


Auf den nur neun Kilometern bis zum Tagesziel passierten wir heute vier Schleusen bergauf . Dazu brannte die Sonne schon kräftig vom Himmel. Meine Blumen und Kräuter haben sich bisher prächtig entwickelt, und ich hoffe sehr, dass sie die kommenden heißen Tage noch gut überstehen. Zum Wochenende soll es endlich etwas abkühlen , das würde nicht nur den Blumen guttun.


Es war zwar nur eine kurze Etappe, aber bei diesen Temperaturen durchaus anstrengend. Nun freuen wir uns auf einen ruhigen Abend und auf ein wenig Abkühlung in den nächsten Tagen.

Juni

24

Der Tag begann mit dem Abschied von Richard und Andrea. Nach dem Frühstück machten sie sich auf den Heimweg, damit sie der größten Mittagshitze entgehen konnten. Schön war es wieder mit den beiden. Das nächste Mal sehen wir uns auf Zanzibar.

Anschließend schwangen wir uns auf die Fahrräder und fuhren nach Brumath. Die Stadt hat typisch elsässischen Charakter mit deutsch-französischer Geschichte und Kultur. Brumath ist einer der wenigen Orte im Elsass, in denen eine mehr als 6000 Jahre währende Siedlungsgeschichte nachgewiesen ist . Wer sich dafür interessiert, kann die nette kleine Stadt mal googeln. Dort schlenderten wir ein wenig durch die Altstadt. Die vielen hübschen Fachwerkhäuser verleihen dem Städtchen einen ganz besonderen Charme.


Zurück auf dem Schiff hieß es dann: Leinen los! Kaum waren wir unterwegs, kamen uns zahlreiche Radfahrer entgegen. Viele von ihnen winkten uns freundlich zu. Martin antwortete natürlich mit einem Hupen, was bei den Radlern immer für Freude sorgt.
An der ersten Schleuse saßen die bekannten älteren Herren unter den schattenspendenden Bäumen. Sie begrüßten uns wieder herzlich . Einer von ihnen war früher Frachtschiffer und ist sogar bis nach Rotterdam gefahren, wie er Martin bereits gestern erzählt hatte. Solche Begegnungen machen die Fahrt auf dem Kanal immer wieder besonders.
Unterwegs entdeckten wir dann einige Jungs, die von einer Brücke ins Wasser sprangen. Auch sie winkten und grüßten freundlich. Bei den Temperaturen kann man die Lust auf eine Abkühlung natürlich verstehen. Allerdings wäre das Kanalwasser nicht unbedingt meine erste Wahl für einen Sprung ins kühle Nass.


Vor uns lagen heute fünf Schleusen bergauf. Angesichts der anhaltenden Hitze denkt man unweigerlich an Wasserknappheit. Umso erstaunlicher ist es, wie viel Wasser hier durch die Schleusen fließt, teilweise scheint es, dass sie fast überlaufen. Die heutige Strecke führte uns durch eine idyllische Landschaft mit viel Grün, weiten Feldern und immer wieder hübschen kleinen Dörfern in der Ferne.


Unser Sonnendach hat sich übrigens als echtes Multitalent erwiesen. Nicht nur, dass es angenehmen Schatten spendet – als Wäschetrockner funktioniert es ebenfalls hervorragend. Bei diesen Temperaturen ist die frisch gewaschene Wäsche im Handumdrehen wieder trocken.


Angelegt haben wir wieder an dem Anliegeplatz in Hochfelden. Da es aber so heiß war , haben wir heute nicht mehr viel unternommen. Am späten Nachmittag hielt ein erschöpfter Radfahrer neben dem Boot und fragte , ob wir Wasser hätten, ob er seine beiden Flaschen auffüllen dürfe. Na klar, ich gab ihm eine große Flasche aus dem Kühlschrank. Da war er sehr dankbar. Er erzählte, dass er 200km am Tag fährt und am Samstag müsse er in Brügge sein. Schon ein bisschen wahnsinnig bei knapp 40 Grad.
Den Abend ließen wir ganz locker ausklingen und genossen die schöne Abendstimmung.

Juni

23

Heute Morgen wurde das Frühstück wieder außerhalb des Bootes genossen. Unter schattenspendenden Bäumen auf einer gemütlichen Bank ließen sich Andrea und Richard das herzhafte Frühstück schmecken.


Währenddessen rührte ich noch schnell einen Biskuitteig für einen Erdbeerkuchen an. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Brasserie Meteor, deren Besichtigung wir eigentlich schon am Vortag geplant hatten. Bereits der Empfang war ausgesprochen herzlich, und eine freundliche Mitarbeiterin erklärte uns sogar auf Deutsch die einzelnen Stationen der Führung.
Gleich zu Beginn wuchsen meterhohen Hopfenstauden. Auch der Biergarten ist wunderschön angelegt und liegt unter dem Schatten alter Bäume. Die verschiedenen Schritte des Brauprozesses wurden anschaulich erklärt – teilweise sogar mit Filmen und deutschen Untertiteln. Von der Hopfenblüte über das Brauen bis hin zur Flaschenabfüllung und Etikettierung konnten wir den gesamten Weg des Bieres verfolgen. Das war wirklich sehr interessant.


Das eigentliche Highlight wartete jedoch am Ende der Besichtigung: die Bierverkostung. Nicht weniger als elf verschiedene Biersorten konnten probiert werden – und das sogar ohne Mengenbegrenzung. Schade eigentlich, dass es noch Vormittag war, sonst hätten Martin, Richard und Andrea vielleicht etwas ausgiebiger getestet. Andererseits war es wahrscheinlich genau richtig so.


Zurück an Bord belegte ich den Erdbeerkuchen für den Nachmittag fertig und bereitete noch einige Snacks für unsere Gäste vor. So eine Bierprobe macht schließlich hungrig.
Dann hieß es wieder: Leinen los. Andrea und Richard genossen zuerst unser Sonnensegel vorne am Bug, bevor sie sich oben unter den Sonnenschutz gesetzt haben um wenigstens ein bisschen Fahrtwind zu erhaschen. Links und rechts vom Kanal wurde fleißig gedroschen. Gut für die vielen Störche die frische Futter fanden. Zudem sahen wir heute auch zum ersten Mal ein Hopfenfeld, vielleicht ist uns das vor dem Brauereibesuch auch noch nie so aufgefallen.


Kurz nach der Schleuse Nr. 44 machten wir einen kurzen Halt für die Kaffeepause mit dem leckeren Erdbeerkuchen mit Sahne, denn wir hatten noch ein Stück vor uns.
Nach dem Aufräumen ging es auch gleich weiter, bis wir kurz vor fünf in der Nähe von Brumath an einer schönen Waldanlegestellen festmachten für die Nacht. Richard und Martin fuhren mit den Rädern die 11 km am Kanal entlang zurück, um Richards Auto zu holen. Martin ließ sein Auto in Hochfelden stehen, weil wir morgen die Strecke wieder zurückfahren. Hier auf dem Platz kann Martin die Vlinder gut drehen.


Zum Abendessen gab’s nochmal Brotzeit, da niemand bei der Hitze richtig Hunger hatte. Danach kniffelten wir noch zwei Runden und genossen den schönen Abendhimmel, bevor wir in unsere Saunakabinen verschwanden.