Sep.

26

Sep.

25

Der Skipper wollte heute schon wieder um acht Uhr los. Nach dem Motto: „Der frühe Segler fängt den Wind!“
Also hieß es für uns alle wieder: raus aus der Koje!
Frühstück gab es zwischen sieben und halb acht. Wir brauchten allerdings noch frisches Brot , zum Glück war der Bäcker ja gleich ums Eck.


Unser heutiges Ziel war Levitha. Auf der kleinen Insel lebt mittlerweile in der achten Generation eine Familie, die versucht, ihr Leben möglichst ökologisch auszurichten. Traditionelle Lebens- und Anbaumethoden werden mit erneuerbaren Energien verbunden. Zur Selbstversorgung und zum Verkauf betreibt die Familie Landwirtschaft und hält sage und schreibe etwa 650 Ziegen. Eine Photovoltaikanlage sorgt für die Stromversorgung und mit der kleinen Taverne, in der die Crews der anlegenden Boote bewirtet werden, bessert die Familie ihr Einkommen auf.
Das klang alles sehr spannend und wir waren natürlich schon ziemlich neugierig auf diesen besonderen Ort.
Aber erst einmal mussten wir überhaupt dorthin kommen.
Unsere Crew ist inzwischen richtig gut eingespielt. Jeder weiß, wo er hinlangen muss, und so ging es flott aus dem Hafen. Dort legte am frühen Morgen gerade noch eine große Fähre an. Kaum waren wir um die Kurve, konnten die Segel gesetzt werden.
Und dann ging’s los!
Wir hatten ordentlich Wind 15-18 Kn aus N und 1m Wellen.
Am Anfang war es noch ziemlich schaukelig und die Georgina bewegte sich in alle Richtungen, die ein Schiff so einschlagen kann. Aber nach Umrundung von der Nordostecke Amorgos hatten wir mehr Wind von der Seite und unsere Georgina flog nur so über die Wellen.
Vorbei ging es an bizarren Felsformationen und ausgesprochen kargen Inseln wie Kinaros und Glaros. Dazu strahlend blauer Himmel , eigentlich Postkartenwetter.
Allerdings hatte dieser Postkartenhimmel einen kleinen Haken:
Es war echt kalt.
Der Wind pfiff uns ordentlich um die Ohren und deshalb waren alle dick eingepackt. Wenn ich mir die Fotos im Nachhinein anschaue, könnte man glatt meinen, wir wären nicht in der Ägäis, sondern irgendwo in der Nordsee unterwegs.
Nach gut sieben Stunden erreichten wir schließlich Levitha.


In wunderschönen Bucht gibt es Mooringbojen und dort lagen bereits acht Einrumpfboote und ein Katamaran. Martin entschied sich für die letzte Boje.


Unser Platz lag direkt an den Felsen und die Aussicht war einfach wunderschön. Das Wasser leuchtete in einem unglaublichen Türkis und war glasklar.
Nach unserem langen Ritt gab es erst einmal Kaffee und dazu Apfelküchle und Pfannkuchen. Mit Nutella, Marmelade oder Frischkäse , je nach persönlicher Vorliebe.


Am Abend wartete ja noch ein typisches griechisches Essen bei der Familie auf uns. Die Spannung stieg.
Bevor es soweit war, wurde erst einmal gebadet.
Das Wasser sah schließlich viel zu verlockend aus.
Die komplette Crew ging schwimmen.
Na ja … fast.
Martin und ich nicht, wir sind bekennende Warmduscher 🙂
Um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken, wurde noch das Hornochsenspiel ausgepackt. Und diesmal hatten Micha und ich das zweifelhafte Vergnügen, die Oberhornochsen zu sein.
Jedoch wie immer gilt: Es geht nicht ums Gewinnen.
Es geht ums Lachen.
Kurz vor sieben war es dann soweit.
Alle Mann ins Dinghi , allerdings ohne Motor.
Micha und Martin paddelten uns die kurze Strecke bis zum Steg.

Von dort ging es noch ein Stück über Stock und Stein bergauf, bis wir schließlich oben am Haus ankamen.
Und da bot sich uns ein wunderschöner Anblick.
Der Mond stand kurz vor dem Vollmond und tauchte die Bucht in ein ganz besonderes Licht.
Eine spektakuläre Szenerie.


Die Taverne selbst war ganz einfach gehalten. Ein paar Tische, die typisch griechischen Wackelstühle und eine herrlich unkomplizierte Atmosphäre. Einige Gäste von den Nachbarbooten waren schon da.
Die Besitzer begrüßten uns sehr freundlich.
Wir hatten heute sogar einen besonderen Grund zum Feiern,
Heike und Torsten hatten Hochzeitstag.
Natürlich mussten wir darauf erst einmal gemeinsam anstoßen.
Der Wirt brachte Wasser und Wein und dann begann das große Auffahren der Vorspeisen.
Es gab unter anderem Kava ( das war übrigens mit Abstand die beste Version die wir bisher auf diesem Törn hatten) –Saganaki, Horta, Bohnen, Zucchinibällchen und natürlich griechischen Salat.
Das war erst der Anfang.
Als Hauptspeisen gab es Ziege, Fisch und Bifteki.
Martin bestellte zweimal Ziege, einmal Fisch und einmal Bifteki.
Das sollte reichen, sogar sehr.
Alle waren anschließend pappsatt.
Bis der Wirt plötzlich vor uns stand und fragte:
Dessert? alle guckten sich an.
Diese Frage sollte man in Griechenland niemals mit „Nein“ beantworten.
Also gab es griechischen Joghurt mit Zitrone, Joghurt mit Feige und dazu die eingelegten Früchte
Süß geht immer!
Und lecker war es sowieso.


Es war ein wunderschöner, ganz besonderer griechischer Abend .
Später paddelten Martin und ich die Crew wieder sicher zurück zur Georgina.
Martin ging anschließend direkt in der Koje.
Der Rest der Mannschaft war offenbar noch nicht müde genug und stieß noch einmal mit Heike und Torsten auf ihren Hochzeitstag an.


Dabei ließen wir den schönen Tag noch einmal Revue passieren.

Sep.

24

Heute war wieder einmal frühes Ablegen nach Skipper-Art angesagt. Das bedeutete : Frühstück vorbereiten um halb sechs.
So nach und nach trudelten dann auch die ersten Frühaufsteher Stefan und Heike aus ihren Kabinen und wurden dafür gleich mit einem sensationellen Sonnenaufgang belohnt. Kaum war die Sonne zu sehen, begann auch schon ein Fotowettbewerb. Jeder bemühte sich, das schönste Sonnenaufgangsfoto zu ergattern.
Zwischen sieben und halb acht gab es Frühstück , heute einmal mit Rührei statt gekochten Eiern. Da wurde ordentlich zugelangt.
Draußen in der Ägäis erwartete uns wieder reichlich Wind. Dafür war unser heutiges Ziel nicht allzu weit entfernt: Amorgos. Dort stand ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm: das berühmte Kloster Panagia Hozoviotissa.


Das weiß leuchtende Kloster klebt spektakulär an einer steilen Felswand rund 300 Meter über dem Meer. Gegründet wurde es bereits im 9. Jahrhundert, etwa um 812, und im 11. Jahrhundert erneuert. Das Gebäude ist nur wenige Meter breit, dafür fast 40 Meter hoch und erstreckt sich über acht Etagen in die Felswand hinein. Es ist eines der ältesten Klöster Griechenlands und gleichzeitig das Wahrzeichen von Amorgos.

Schon die Kleiderordnung versprach ein kleines Abenteuer: Männer brauchen lange Hosen, Frauen lange Röcke und bedeckte Schultern. Das wird alles bei Bedarf am Eingang zur Verfügung gestellt.
Wir ließen uns einfach überraschen. Von unserer Crew war jedenfalls noch keiner dort gewesen – außer Martin natürlich.
Um halb neun hieß es dann: Leinen los Richtung Amorgos. Das Ziel lag geradewegs voraus. Und tatsächlich konnten wir bereits kurz vor elf mit dem Heck am Hafen anlegen.


Mittlerweile weiß die Crew genau, was zu tun ist. Jeder Handgriff sitzt, und auch vom Hafenmeister kam Unterstützung. Unter Martins gewohnt präzisen Anweisungen lief das Anlegemanöver zügig und völlig unspektakulär ab.


Danach gab es erst einmal eine Besprechung im Cockpit. Martin hatte den Vorschlag, mit einem Taxi zum Kloster hinaufzufahren. Gesagt, getan.
Wir marschierten zum Taxistand und hatten tatsächlich Glück: Ein Großraumtaxi stand bereit. Also alle acht husch ins Taxi, denn das Kloster schließt bereits um ein Uhr.
Unser Taxifahrer hieß Vangelis und fuhr uns tatsächlich direkt Kloster hinauf. Schon während der Fahrt waren die Ausblicke gigantisch. Aber was uns dort oben erwartete, war noch einmal eine ganz andere Hausnummer.


Etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel und rund 300 Stufen führten auf einem steilen Weg hinauf zum Kloster.
Und dann begann die Kleiderordnung.
Die Männer hatten natürlich alle kurze Hosen an. Also hieß es: umziehen. Lange Hosen wurden übergezogen.
Heike, Christiane und Irene hatten zwar lange Hosen an ,aber auch das war nicht erwünscht. So wurden Tücher um die Hüften gewickelt, bis es aussah wie ein Rock.
Ich hatte meinen eigenen langen Wickelrock dabei.
Dann ging es die steilen Stufen hinauf ins Kloster.


Ein junger Mann erzählte uns einiges über die Geschichte des Klosters und erklärte, dass dort inzwischen nur noch zwei Mönche und er selbst leben. Vielleicht wird auch er eines Tages ein Mönch werden.
Von der Terrasse des Klosters aus bot sich ein atemberaubender Blick über die Ägäis. In der Ferne waren verschiedene Inseln zu erkennen, und bei diesem strahlend blauen Himmel konnte man sich wirklich kaum sattsehen.
Im Inneren wurden wir anschließend in einen Raum geführt, der eher wie ein kleines, gemütliches Wohnzimmer wirkte. Dort bekamen wir ein Glas Wasser und den traditionellen Psimeni Raki serviert, einen warmen Likör, der dem Rakomelo ähnelt. Er wird mit lokalem Honig, Zucker und Gewürzen wie Zimt und Nelken zubereitet und zusammen mit einem kleinen Loukoumi Würfel gereicht , als stärkende Begrüßung für die Pilger nach dem doch recht sportlichen Treppenaufstieg.
Unsere Gruppe verweilte noch ein bisschen in diesem gemütlichen Raum, bevor wir das Kloster wieder verließen.


Draußen erwartete uns weiterhin ein strahlend blauer Himmel. Mega Wetter also, um noch zur Chora, dem wunderschönen Bergdorf von Amorgos, zu laufen oder den Bus zu nehmen.
Oben an einem Bushäuschen fragte ich einen jungen Mann, ob er auf den Bus warte und wann dieser denn käme.
Er meinte; in In zehn Minuten.“
Perfektes Timing
Also fuhren wir mit dem Bus hinauf zur Chora und wollten von dort nach einer kleinen Stärkung wieder zu Fuß Richtung Hafen hinunter.


Und dann standen wir plötzlich mitten in einem Bilderbuchdorf.
Weiße Häuser, kleine Gassen, bunte Türen und Fenster, Bougainvilleas, blauer Himmel und Windmühlen , eine einzige große Fotoszenerie.
Leider war mein Handy-Akku inzwischen leer, sonst hätte ich vermutlich noch hunderte weitere Fotos gemacht.
Im Dorf trennten wir uns zunächst. Christiane, Irene und Micha wollten in einer anderen Taverne noch eine Kleinigkeit essen. Wir setzten uns dagegen in ein kleines Café und genossen bei einem Snack und Sonnenschein den Blick auf die Windmühlen.


Als wir uns schließlich auf den Rückweg machten, trafen wir wieder auf den Rest der Crew.
Und nun stand die nächste Entscheidung an:
Bus fahren oder zu Fuß den Berg hinunter?
Natürlich entschied sich alle für den Fußweg.
Der schmale, steinige Weg war ziemlich spektakulär. Er schlängelte sich in Serpentinen den Berg hinunter, vorbei an Ziegen, verlassenen Häusern und trockenen Brunnen.
Martin, Micha und ich bildeten die Vorhut. Der Rest der Crew kam etwas langsamer hinterher.
Auf dem Schild waren für den Weg 55 Minuten angegeben.
Das war schon eine ziemlich sportliche Ansage , aber wir schafften es.


Bis zum Boot waren es anschließend noch einmal etwa zehn Minuten. Dort setzte ich gleich das Kaffeewasser auf.
Dazu gab es heute einen fertigen Schokoladenkuchen , dafür aber mit ordentlich Sahne. Man muss schließlich Prioritäten setzen.
Danach war erst einmal Chillen angesagt.
Alle waren noch völlig geflasht von diesem tollen Tag und den vielen Eindrücken.
Für das Abendessen erklärte sich Irene bereit zu kochen. Wir entschieden uns für Schinkennudeln .
Heike und Torsten gingen noch schwimmen, Christiane zog es ebenfalls an den Strand und einige machten noch einen Spaziergang durchs Dorf.


Ich schaute mir den kleinen botanischen Garten an. Allerdings war der Wind inzwischen so kalt, dass ich aufs Schiff zurück ging.
Auf der Georgina wurde währenddessen schon fleißig in der Küche gewerkelt. Heike und Micha waren als Schnippelhilfen im Einsatz und auch Christiane packte mit an.
Irene zauberte einen großen Topf Schinkennudeln.
Der Tisch wurde schön gedeckt und dann hieß es endlich:
Essen ist fertig.


Und wie schon beim Frühstück wurde wieder kräftig zugelangt.
Als Überraschungsnachtisch von Irene gab es anschließend noch Baklava.
Am Tisch wurde noch gemütlich geklönt und der ereignisreiche Tag Revue passieren gelassen. Aber da wir morgen bereits um acht Uhr wieder loswollen, zog es die Crew doch relativ bald in die Kojen.
Ein Tag voller Wind, Sonne, 300 Stufen, Klosterröcke, Bergwege, Ziegen, Windmühlen und jede Menge schöner Eindrücke geht zu Ende.
Und ich glaube, heute waren sich alle einig:
Amorgos war die Anstrengung mehr als wert.

Sep.

23

Da Martin heute ziemlich früh los wollte, war das Frühstück bereits für halb acht angesetzt. Ich hatte schon sehr früh meinen ersten Besuch des Tages: die Hafenmieze.


Kaum hatte ich die Gangway heruntergelassen, stand sie auch schon mauzend davor. Ein Scheibchen Wurst können wir natürlich entbehren. Und da der Hafen heute ziemlich voll war, würde sie im Laufe des Tages sicherlich noch genügend Gelegenheit bekommen, weitere Bootsbesitzer anzubetteln.
Kurz nach sieben war dann endgültig Schluss mit der Nachtruhe. Eine riesige Fähre legte an und man hatte tatsächlich das Gefühl, dass das ganze Dorf mit seinen Autos auf dieses Schiff wollte. Unglaublich, wie viele Fahrzeuge da plötzlich auftauchten! Aber alles war perfekt organisiert und lief erstaunlich reibungslos ab.
Unsere komplette Crew stand an Deck und beobachtete das Spektakel.
Hafenkino mal anders.


Danach ging es ans Frühstück. Gesprächsthema Nummer eins war natürlich wieder der berühmte Ankersalat.


Und prompt fuhr ein Einrumpfboot aus.
Was dann passierte, war fast schon besser als Fernsehen. Nicht nur auf unserem Boot, sondern auch auf allen anderen Booten im Hafen herrschte plötzlich rege Betriebsamkeit. Jeder schaute gespannt auf das ausfahrende Boot. Und tatsächlich hatte der Skipper ordentlich zu kämpfen. Aber er schaffte es.


Wir waren das zweite Boot, das auslief. Zum Glück betraf uns das Ankerproblem nicht, denn Martin hatte unseren Anker etwas seitlicher geworfen.
Jeder wusste, was zu tun war, jeder hatte seine Aufgabe und so wurde das Ablegen bei uns zum Kinderspiel.
Ende gut, alles gut. Kurz nach halb neun verließen wir planmäßig den kleinen Hafen.
Wenig später wurde das Großsegel gesetzt und mit zunächst mäßigem Wind gings los, aber hinter dem Kap frischte es dann teilweise bis auf 30 Knoten auf und wir düsten auf der Kreuz durch die Ägäis. Weil es allerdings wieder ordentlich frisch war saßen Christiane und Torsten deshalb dick eingemummelt bei Martin oben auf der Flybridge, während sich der Rest der Crew lieber windgeschützt im Cockpit aufhielt.


Eine Stunde früher als geplant erreichten wir schließlich den Hafen von Koufonisi.
Wieder hieß es: alle Mann an die Leinen. Jeder packte mit an und schon kurze Zeit später lagen wir sicher mit dem Heck an der Hafenmauer.


Zur kleinen Stärkung gab es erst einmal einen griechischen Salat für alle.
Danach ging es an Land, um das schöne Dorf zu erkunden.
Koufonisi ist genau so, wie man sich ein kleines griechisches Dorf vorstellt: weiße Häuser mit blauen Türen und Fensterläden, dazwischen leuchtende Bougainvilleen und jede Menge kleine Läden.
Und was uns besonders gefallen hat: In den vielen Souvenirgeschäften gab es nicht den üblichen Kitsch, den man auf manchen Inseln findet. Stattdessen entdeckten wir wunderschöne und wirklich individuelle Keramiksachen, Schals, Magnete und viele andere kreative Dinge. Da konnte man schon mal länger stehen bleiben.
Überhaupt ist Koufonisi ein einziges großes Fotomotiv. Hinter jeder Ecke findet man wieder eine hübsche Tür, eine bunte Blume oder eine kleine Gasse, die unbedingt fotografiert werden möchte.
Nur der blaue Himmel fehlte noch für das perfekte Griechenland-Foto.


Um drei Uhr gab es dann wie üblich Kaffee und Kuchen an Bord. Martin hatte endlich seine Käsekuchensterne gefunden, nach denen er schon auf mehreren Inseln gesucht hatte! Da gab es dann für jeden einen.
Bis zum Abend war noch etwas Zeit zum Chillen.


Christiane nutzte die Gelegenheit und ging am wunderschönen Sandstrand schwimmen. Irene machte einen Spaziergang und der Rest der Crew schlenderte zu einer wunderschönen Cocktailbar direkt am Wasser.
Und plötzlich kam sogar die Sonne heraus.
War ja klar , wenn die Engel unterwegs sind!
Also orderten wir Cocktails . Mai Tai, Pink Sprizz, Campari Spritz und Piña Colada wurden bestellt. Und selbstverständlich mussten die Cocktails erst einmal für diverse Fotos herhalten, bevor sie getrunken werden durften.
Hier konnte man es wirklich gut aushalten.


Leider drängte die Zeit und wir sollten langsam wieder zurück zum Boot. Christiane, Irene und Michael waren ebenfalls gerade unterwegs. Am Horizont ging inzwischen die Sonne unter und natürlich wurde auch dieses Schauspiel noch schnell fotografisch festgehalten .
Dann machten wir uns auf den Weg zum Abendessen.
Martin hatte für halb acht einen Tisch im Melissa reserviert. „Melissa“ bedeutet auf griechisch übrigens Honigbiene.
Christiane hatte in ihrem Reiseführer gelesen, dass es sich um die älteste Taverne der Insel handeln soll. Und offenbar wussten das auch viele andere. Das Lokal war bereits gut besucht und draußen warteten schon Gäste auf einen freien Tisch.
Wie gut, dass wir reserviert hatten!

Martin hatte heute einen Vorschlag: Statt wie üblich verschiedene Vorspeisen zu bestellen, wollten wir einfach unterschiedliche Hauptgerichte nehmen und alles miteinander teilen.
Gesagt, getan.
Nach und nach kamen Souvlaki-Spieße, Oktopus, Lamm, Ziege, Schaf und Rind auf den Tisch. Die Teller wanderten einmal rundherum und jeder konnte von allem probieren.
Es war wirklich alles unglaublich lecker.
Ich blieb allerdings meinem griechischen Salat treu.


Während wir gemütlich aßen, wurde die Taverne noch voller. Draußen warteten inzwischen schon die nächsten Gäste. Also machten wir unseren Tisch frei und zogen weiter.
Auf dem Rückweg blieben wir noch bei zwei Straßenmusikern stehen und hörten ein bisschen zu.
Aber Martin und Heike hatten noch ein ganz anderes Ziel: die Eisdiele.
Sie lag praktischerweise direkt auf unserem Rückweg. Und als wir das Eis sahen, war eigentlich sofort klar, dass niemand widerstehen würde.
Also bestellte jeder von uns zwei Kugeln.
Man muss die Prioritäten im Urlaub schließlich richtig setzen.
Zurück auf der Georgina war der Tag aber noch lange nicht zu Ende.
Wir ließen noch eine kleine Party steigen , mit Rum, Musik und Diskolicht.


Ein richtig schöner Abschluss für einen ereignisreichen Tag auf Koufonisi.
Jetzt heißt es allerdings langsam ins Bett, denn morgen früh müssen wir wieder zeitig raus.

Sep.

22

Genauso farbenreich, wie sich der Himmel gestern Abend verabschiedet hatte, zeigte er sich am nächsten Morgen wieder. So nach und nach kamen alle aus ihren Kabinen. Stefan und Micha nahmen sogar schon vor dem Frühstück ein ausgiebiges Bad. Martin wollte zeitig los, deshalb frühstückten wir ein bisschen früher als sonst.


Aber mit den Abenteuergeschichten rund ums Segeln kommt man ja immer vom Hölzchen aufs Stöckchen. Es ist so gemütlich, man sitzt so schön zusammen, es schmeckt so lecker und überhaupt … Aber es hilft ja nichts, wir wollen ja weiter.
Nachdem die Küche wieder aufgeräumt war, hieß es Anker auf, Kurs Schinoussa. Die kleine Insel gehört zu den Kleinen Kykladen und liegt etwa sechs Kilometer südlich von Naxos. Die Nachbarinseln Iraklia und Kato Koufonisi sind jeweils nur rund drei Kilometer entfernt. Auch der Wind war uns günstig gesonnen, sodass das Großsegel gesetzt werden konnte. Jeder suchte sich wieder sein Plätzchen an Bord und genoss den Ritt durch Wind und Wellen.
Wir hatten heute in der Paros-Naxos-Strasse bis 30 Kn Wind anfangs aus NNE, dann N und später NNW, bis er vor Schoinousa fast ganz einschlief. Also segelten wir Anfangs mit Gr im 2.Reff und der halben Genua, die wir später ganz ausrollten und dann die letzten 3 Meilen von kanppen 20 motorten.

Kurz vor halb zwei fuhren wir in den kleinen Hafen von Schinoussa ein. Der freie Platz, den wir uns ausgesucht hatten, war zwar nicht gerade der einfachste, was beim Anlegen für reichlich Kommandos von allen Seiten sorgte, aber letztendlich waren wir fest. Gott sei Dank! Das Fischerboot, das noch quer an der Mole lag, fuhr ausgerechnet dann weg, als wir angelegt hatten. Da hätten wir uns einiges an Adrenalin sparen können. Aber jetzt liegen wir gut.


Kaum waren wir fest, begann das Hafenkino. Im Minutentakt kamen Einrumpfboote in die Bucht gefahren und legten nach und nach neben uns an. Die Tonstärke war fast noch lauter als bei uns. Hafenkino vom Feinsten! Jedenfalls gibt es morgen früh bestimmt Ankersalat. Martin hatte es später beim Schnorcheln schon gesehen.


Mitten in diesem ganzen Hafentetris setzte ich schnell einen Hefeteig an und bereitete die Zwetschgen für einen Zwetschgendatschi vor.
Micha entdeckte bei seinem Landgang eine große Schildkröte am Ufer. Irene und Christiane packten ihre Badesachen und machten sich auf den Weg zum kleinen Strand neben dem Hafen.
Kurz nach drei duftete es schon durchs ganze Boot. Der Zwetschgendatschi war fertig! Warm schmeckt er sowieso am besten, und mit frischer Sahne dazu war er einfach perfekt. Da konnte man es sich bei einer Tasse Kaffee richtig gutgehen lassen.


Nach dem Kaffeetrinken machten Martin und ich uns auf den Weg ins kleine Bergdorf. Scheinbar ist hier im Sommer doch einiges los, denn es gibt viele Tavernen und auch Zimmer zu vermieten. In einem kleinen Supermarkt fanden wir noch ein bisschen Obst

und reservierten anschließend einen Tisch im Octo Adelphia, einem kleinen Restaurant mit schönem Ausblick auf die Bucht.
Wieder unten an Bord waren nur Stefan und Micha. Die anderen hatten sich noch einmal zum kleinen Strand am Hafen aufgemacht. Und dann ging das Hafenkino in die nächste Runde.


Ein Katamaran, der nach uns gekommen war und an einem reservierten Platz angelegt hatte, musste wieder wegfahren. Sein Anker hatte sich am Grund in irgendeiner Bojenschlaufe verfangen. Von allen Booten schauten die Crews gespannt zu. Aber sie schafften es tatsächlich, den Anker zu lösen. Jubelgeschrei auf dem Boot, und dann düsten sie davon. Wir hatten jedenfalls wieder einmal beste Unterhaltung, ohne Eintritt bezahlen zu müssen.


Um sieben Uhr wollten wir zum Essen los. Die restliche Crew war schon aufgebrochen, um sich noch ein bisschen im Dorf umzuschauen. Als Martin und ich oben ankamen, warteten sie bereits vor dem Restaurant.
Martin bestellte wieder viele leckere Vorspeisen, die alle nach und nach auf den Tisch kamen. So konnte jeder von allem ein bisschen probieren. Und natürlich wollten dann auch alle noch Lamm probieren. Einmal geschmorte Lammkeule und Lammkoteletts kamen auf den Tisch. Das ist griechisches Feeling pur!


Die Crew fand, dass es sehr lecker geschmeckt hat. Und natürlich durfte auch der Wein nicht fehlen. Da wurde sogar noch einmal nachgeordert. Martin erzählte noch den Plan für den nächsten Tag, da wird es nach Koufonisi gehen und wir müssen wieder zeitig los. Deswegen fällt der Spieleabend an Bord aus und es gibt nur noch ein gemütliches Zusammen sitzen.
Ein rundum schöner Tag und ein wunderschöner Abend auf einer kleinen Kykladeninsel, mit gutem Essen in einer griechischen Tavernen und griechischem Wein, da hat man doch gleich einen Ohrwurm.