Mai

30

Der Tag begann ganz gemütlich mit einem leckeren Frühstück auf unserem Sonnendeck. Anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Xouaxange. Joki übernahm wieder das Steuer und brachte uns sicher voran. Für einen kleinen Schreckmoment sorgte ein plötzliches Überholmanöver eines anderen Boots , damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet.
Das Wetter zeigte sich von seiner extremen Seite. Es war unglaublich schwül. Kaum zu glauben, dass wir vor zwei Wochen noch gefroren haben.


Am frühen Nachmittag erreichten wir Xouaxange. Der alte, morsche Steg vom vergangenen Jahr war verschwunden . Stattdessen gibt es nun einen stabilen Steg mit neuen Puffern. Der gesamte Platz macht einen sehr gepflegten Eindruck. Neben großzügigen Liegeflächen stehen Grills und sogar ein Bouleplatz zur Verfügung.
Martin und Joki schnappten sich die E-Bikes und fuhren zurück nach Niderviller, um die Autos zu holen. Ruth und ich nutzten die Zeit und testeten schon einmal den Bouleplatz. Zwar ist die Fläche etwas uneben, aber das Spiel klappte trotzdem ganz gut. Wegen der großen Hitze beließen wir es bei einer kleinen Trainingseinheit für den Abend. Ruth gewann unsere Proberunde souverän.
Als die Männer zurückkehrten, wartete bereits Erdbeerkuchen mit Sahne auf sie,  genau das Richtige nach der Anstrengung.
Danach fuhren wir mit dem Auto nach Sarrebourg. Ursel wollte unbedingt das berühmte Chagall-Fenster „La Paix“ von Marc Chagall in der Chapelle des Cordeliers besichtigen, Ruth und Joki begleiteten sie. Das farbenfrohe, zwölf Meter hohe Kirchenfenster ist das größte Werk dieser Art, das Chagall entworfen hat, und beeindruckte uns sehr.


Lange hielten wir uns allerdings nicht in der Stadt auf. Für eine ausführlichere Besichtigung war es einfach noch zu heiß. So beschränkten wir uns auf einen kurzen Rundgang, bevor wir wieder zum Boot zurückkehrten.
Dort gönnten wir Mädels uns erst einmal eine entspannte Auszeit. Die Männer hingegen hatten andere Pläne. Stefan brachte Martin auf eine Idee, wie man die Türen am Boot verbessern könnte. Also wurde den restlichen Nachmittag getüftelt, gesägt, geflext und zwischendurch auch ein wenig geflucht. Am Ende hatte sich die Arbeit gelohnt: Die Türen lassen sich nun deutlich weiter öffnen und man kommt wesentlich besser hindurch.
Nach der Brotzeit machte es sich Ursel mit Blick auf das Boulefeld im Liegestuhl gemütlich. Währenddessen spielten Joki, Ruth, Martin und ich zwei spannende Boule-Runden. Die Männer konnten beide Partien knapp für sich entscheiden, bevor die Mücken uns schließlich als ihr Nachtmahl betrachteten.


Später ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Die Jungs diskutierten noch eine Weile über die Ereignisse des Tages, während Ruth und ich mehrere Runden Kniffel spielten. Meistens hatte sie das bessere Würfelglück, aber wir hatten jede Menge Spaß. Ursel und Martin wurden irgendwann müde und verabschiedeten sich in ihre Kojen. Joki ließ sich schließlich noch zu einer weiteren Runde Kniffel überreden, bevor auch dieser erlebnisreiche Tag zu Ende ging.

Mai

28

Der Tag begann diesmal besonders früh. Noch bevor der große Andrang einsetzte, standen wir bereits am Schräglift von Arzviller. Im Morgenlicht wirkte das imposante Bauwerk noch beeindruckender.


Kaum hatten wir mit der Vlinder in der Wanne Platz genommen und sich das Tor hinter uns geschlossen, stieg die Spannung. Langsam setzte sich der Schräglift in Bewegung und beförderte uns die 45 Meter Höhenunterschied nach oben. Während der Fahrt bot sich ein wunderbarer Blick auf die grüne Landschaft der Umgebung .
Später schickte mir Tinka noch eine tolle Drohnenaufnahme, die Sandro von der Vlinder im Schräglift gemacht hatte. Vielen Dank euch beiden dafür!

FILM KOMMT NOCH

Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Da wir auf unserem Rückweg zur Kuhnle Marina nach Niderviller unterwegs waren, passierten wir erneut die beiden Tunnel von Arzviller. Diesmal hatten wir besonderes Glück: Ohne jede Wartezeit konnten wir direkt durch beide Tunnel fahren. Der erste misst beeindruckende 2306 Meter, der zweite „nur“ 475 Meter. Für die Durchfahrt des langen Tunnels benötigt man bei der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 4 km/h mehr als eine halbe Stunde. Eine ungewöhnliche und faszinierende Erfahrung, die für Martin und mich schon Routine ist, aber für die Gäste halt ein besonders Erlebnis ist.


Nach den Tunneln führte uns die Strecke mit Joki am Steuer, er macht auch als CoKapitän eine gute Figur, weiter durch die idyllische Landschaft Lothringens. Viel Grün und die Ruhe im Kanal sorgten für eine entspannte Fahrt, bevor wir schließlich in der Kuhnle Marina in Niderviller festmachten.
Bei unserer Ankunft wirkte die Marina noch erstaunlich leer. Doch das sollte sich im Laufe des Nachmittags rasch ändern. Zunächst stand jedoch noch eine kleine Mission an: Alle, mit Ausnahme von Ursel und mir , schwangen sich auf ihre Fahrräder und fuhren entlang des alten Schleusenwegs zurück zu den Autos. Alle bestätigten, dass die Strecke , vor allem bei dem Traumwetter, richtig toll ist.


Nach dem Kaffee mit Kirschkäsekuchen
mussten wir uns leider von Maria und Stefan verabschieden. Sie wollten am Wochenende noch jemand besuchen.
Maria hat noch einen netten Eintrag ins Gästebuch geschrieben, danke dafür.


Martin, Ursel und ich sind danach zum Einkaufen gefahren, um noch Getränke und Grillsachen für den Abend einzukaufen. Ruth hat inzwischen leckere Salate auf dem Boot vorbereitet und Joki den Grill von der Marina geputzt.
So konnten wir einen entspannten Grillabend auf Deck der Vlinder mit Hafenkino genießen.

Nach und füllte sich die Marina mit dem einen oder anderen lustigen Anlegeversuch. Abends spielten wir eine Runde Wizard und kniffelten, bis es zu kühl wurde. Da Ruth ein großer Fan von Let’s Dance ist, haben wir uns den Schluss vom Finale angeschaut. So ging wieder ein abenteuerlicher Tag zu Ende.

Mai

28

Es gab’s nochmal eine Gelegenheit für frische Croissants vom Bäcker in Lutzelburg. Wieder konnten wir ein gemütliches , gemeinsames Frühstück auf dem Deck der Vlinder genießen.
Es ist einfach das savoir vivre in Frankreich. Das entschleunigte Reisegefühl auf einem Hausboot.
Nach dem Frühstück fuhren Maria, Ruth, Stefan und Joki und Martin mit Ursel im Auto auf die schöne Lutzelburg. Sie hatten einen wunderschönen Blick auf die Vlinder von oben. Martin rief mich an , ich soll mal aufs Deck gehen. Dann haben wir uns gegenseitig zugewunken und Fotos gemacht. Das war witzig.


Kurz vor Mittag hieß es Leinen los.
Die Schleusen haben heute mit den beiden CoMatrosen Stefan und Joki wieder hervorragend und völlig problemlos funktioniert. Alles lief ruhig und ohne Zwischenfälle – so darf es gerne bleiben. Nach dem Schleusenmarathon legten wir am Nachmittag direkt unterhalb des Schräglifts an. Dort herrschte reger Betrieb – der Lift war praktisch im Dauerbetrieb und ständig gab es etwas zu beobachten und immer wieder Hafenkino mit den Freizeitkapitänen. Inzwischen saßen wir mit Kaffee und frischem Rhabarberkuchen an Deck und grinsten heimlich. Das Schiffshebewerk ist ein Teil des Rhein Marne Kanals und seit dem 27. Januar 1969 in Betrieb.
Es ersetzt eine Reihe von 17 Schleusen, die sich 4 km lang aufeinanderfolgten, was damals einen ganzen Tag Schiffahrt erfordete.
Stefan und Joki machten sich mit den Rädern auf den Weg zum Schräglift, um sich die beeindruckende Technik im Maschinensaal einmal genauer anzuschauen. Später radelten Martin und Joki sogar noch zurück nach Lutzelburg, um die Autos zu holen.
Gegen 18 Uhr kam dann endlich Tinka und Sandro mit ihrer MS Cookie den Lift herunter. Nach unglaublichen drei Stunden Wartezeit waren sie sichtlich erleichtert. Souverän parkte Sandro mit einer Leichtigkeit seine Cookie hinter der Vlinder ein. Stefan war voll beeindruckt nach all den anderen Helden am Steuer vom Nachmittag. Für Tinka hatte ich extra ein Stück Rhabarberkuchen aufgehoben und zu einem Aperol sagte sie auch nicht nein.


Am Abend gab es ein leckeres Hühnchencurry und für Maria eine vegane Variante mit Tofu. Danach begann der gemütliche Teil des Tages: Eine Runde Wizard durfte natürlich nicht fehlen. Ursel und ich bildeten diesmal ein Team – und tatsächlich haben wir gewonnen .


Als es schließlich zu dunkel zum Kartenspielen wurde, holte Maria noch Hitster hervor. Es wurde viel gelacht, begleitet von unzähligen „Äääähh, das kenn ich doch!“ oder „Was ist das denn? Hab ich ja noch nie gehört!“ Einfach herrlich lustig. Dieses Mal hatten die Männer Glück und gewannen.
Später wurde es dann doch ziemlich frisch draußen. Also verschwanden wir nach und nach in den Kojen, denn der Kapitän möchte morgen früh zeitig los

Mai

27

Heute morgen gab’s zu den frischen Croissants und dem leckeren Frühstück noch Hafenkino dazu. Wir lagen kurz vor einer Brücke und es kam ein Mietboot mit zwei aufgespannten Sonnenschirmen. Die passten leider nicht unter der Brücke durch. Der Freizeitkapitän war so erschrocken und ließ einfach das Steuer los. Das bekam dem vor uns liegenden Boot überhaupt nicht. Er hat es ganz schön geschrammt. Wenigstens hat er angehalten und wir dachten, dass er an Capitanerie Bescheid sagt, weil die Bootseigner nicht an Bord waren. So war es aber nicht. Martin hatte nämlich gefragt, aber er hat den schon erheblichen Schrammer nicht gemeldet. Naja Maria, Joki und Ruth waren Zeugen von dem Vorfall. Kaum hatte sich die Situation entspannt, kam schon das nächste Mietboot mit aufgespannten Schirmen.
Jokis lauter Pfiff verhinderte die Fastkollision. Nichtmal ein Dankeschön kam dafür zurück.


Um kurz vor elf hieß es Leinen los und ausparken von unserem Anleger, damit wir 200 m weiter gleich wieder vor der Stadtschleuse festmachen mussten, da noch ein großes Mietboot vor uns dran war.
Als wir dann endlich in der Schleuse drin waren, konnte unsere eigentliche Etappe nach Lutzelburg beginnen.
Hinter Saverne verändert sich die Landschaft spürbar. Es wird wieder bergiger, die Wälder dichter und grüner. Gleichzeitig verabschieden wir uns langsam vom Elsass und starten in Lothringen, dem neuen Abschnitt unserer Reise.


Heute übernahmen unsere CoMatrosen Joki und Stefan in den Schleusen das Festmachen. Mit viel Einsatz und guter Teamarbeit klappte das bereits richtig gut. Schleuse für Schleuse wurden die Handgriffe sicherer und routinierter.


Doch in der letzten Schleuse wartete noch einmal ein aufregender Moment auf uns. Kaum begann die Schleusung, schoss das Wasser mit voller Kraft in die Kammer. Joki legte sich richtig ins Zeug, als plötzlich ein lauter Knall zu hören war: Die Leine riss!
Zum Glück reagierten alle sofort. Schnell wurde umgehängt und Martin steuerte mit dem Motor dagegen, bis das Boot wieder sicher lag. Ein kurzer Schreckmoment – aber das war gutes Teamwork und danch ein Enspannungs-Drink.


Langweilig wird es auf unserer Reise jedenfalls nicht.
Abends haben wir gemütlich Brotzeit an Deck gemacht und danach nochmal Marias Hitster gespielt.
Das war wieder eine Musikzeitreise in die 60er70er und 80er, voll lustig und spannend. Die Jungs haben sich wacker geschlagen und zuletzt hieß es 1:1.

Mai

26

Die erste Nacht für Ruth und Joki auf dem Hausboot. Sie haben gut geschlafen trotz der Wärme. Aber die haben wir ja extra für die Gäste bestellt. Für das Frühstück holte ich noch frische Sachen vom Bäcker. Kurz vor neun kamen Maria und Stefan zum gemeinsamen Frühstück auf dem Vlinderdeck . Es gab frische Croissants und Brot, Kaffee, Obst, Marmeladen, Käse und alles, was zu einem gemütlichen Start in den Tag dazugehört. Zusammen wurde erzählt, gelacht und geplant, bevor es schließlich zum Besuch auf das Chateau Haut Barr losging. Alle waren sehr begeistert vom Auge des Elsass, wie die Burg aus dem 12. Jhd. auch genannt wird.
Hoch oben zwischen den Felsen bot sich wieder dieser beeindruckende 360 Grad Rundumblick über die Vogesenlandschaft und über die Elsässische Weinstraße. Bei schönem Wetter und guter Sicht kann man sogar die Spitze des Straßburgers Münster sehen. Die alten Mauern, die Brücken zwischen den Felsen und die besondere Atmosphäre fanden die Gäste sehr beeindruckend.

In der Nähe von Haut-Barr befinden sich auf demselben Bergrücken im Westen die beeindruckenden Überreste der Burgruinen (Großes und Kleines) Geroldseck. Die wurde noch auf dem Rückweg besichtigt.


Zurück auf der Vlinder bereitete ich noch eine kleine, leichte, herrlich erdbeerige Erfrischung zu – genau passend für die heißen Temperaturen . Lange blieb allerdings keine Ruhe, denn die Gäste wollten unbedingt noch eine Runde Wizard spielen, bevor Martin nach Straßburg aufbrechen musste. Dort holt er seine langjährige Freundin Ursel ab, die extra aus Berlin anreist.
Maria, Ruth, Stefan und Joki schauten sich derweil das romantische Städtchen Saverne an.
Als alle wieder zurück an Bord waren, kam auch Martin mit Ursel an. Es blieb nur kurz Zeit für ein Hallo, da wir heute unser Abendessen beim
Libanesen genießen wollen.
Die Portionen waren reichlich und einfach mal geschmacklich was ganz anderes.


Wieder auf der Vlinder angekommen, probierten wir ein neues Spiel von Maria aus. Außer Ursel , die war von der langen Anreise doch ein wenig erschöpft, setzten wir uns noch an Deck. Das Spiel hieß Hitster….da muss man Songs, die Interpreten und die Jahreszahl, wann der Song veröffentlicht wurde, erraten. Wenn etwas falsch war, bekamen die anderen einen Punkt. Das war echt lustig, weil wir alle viel geraten haben.


Gegen halb zwölf musste sich die Männergruppe zum zweiten Mal von uns geschlagen geben.
Danach ging es müde in die Kabinen und für Stefan und Maria ins Womo namens Gustav, zurück.