Juli

21

Da heute über 30 Kilometer vor uns lagen, machten wir uns schon früh am Morgen auf den Weg. Martin konnte bei dem Autobahnlärm eh nicht mehr schlafen, also ging es zeitig los. So idyllisch wie auf den französischen Kanälen ist die Strecke inzwischen nicht mehr. Die Fahrt durch Saarbrücken mit der schönen Uferpromenade und den vielen Geschäften hat zwar ihren Reiz, trotzdem waren wir froh, als wir die Stadt hinter uns lassen konnten.

Vor der ersten Schleuse mussten wir zunächst festmachen. Die Schleusenkammer ist mit ihren 190 Metern Länge wirklich beeindruckend. Hier sind schließlich auch die großen Binnenfrachter der Berufsschifffahrt unterwegs. Praktisch ist, dass die Schleuse für kleinere Schiffe und Freizeitboote geteilt werden kann. So muss nicht jedes Mal die gesamte Kammer gefüllt werden, was eine Menge Wasser spart.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Ein frischer Wind sorgte für angenehme Temperaturen , eine willkommene Abwechslung nach der Hitze der vergangenen Wochen.Auf unserem Weg nach Dillingen kamen wir auch an Völklingen vorbei. Das UNESCO-Weltkulturerbe haben wir bereits im letzten Jahr besichtigt und fanden es sehr beeindruckend.

Auf dem Rückweg werden wir hier noch einmal vorbeikommen. Unterwegs begegneten uns die ersten großen Frachter, einige Sport- und Hausboote und sogar Stand-up-Paddler. Die Saar ist halt doch stärker befahren ist als die ruhigen Kanäle in Frankreich.

An einer langen Spundwand machten wir schließlich fest. Kurz darauf legte die Dymel , ein 100 Meter langer , französischer Frachter, direkt hinter uns an. Besonders spannend war es zu beobachten, wie die Besatzung mit dem bordeigenen Kran ihr Auto vom Schiff hob. Das sieht man schließlich auch nicht alle Tage. Doch lange konnten wir nicht zuschauen, denn unsere nächste Etappe wartete bereits.

Mit den Fahrrädern machten wir uns auf den Weg , schließlich mussten wir die 30 Kilometer wieder mit den Rädern zurück zum Auto. Wir fuhren die Strecke entlang des Kanals Richtung Saarbrücken. Dabei passierten wir riesige Fernwärmerohre, und die gewaltigen Stahlwerke waren fast durchgehend in Sicht.

Nach etwa eineinhalb Stunden erreichten wir Saarbrücken. Dort gönnten wir uns an der Promenade erst einmal einen leckeren Eisbecher, bevor wir mit dem Auto zurück zu unserer Anlegestelle fuhren. Heute haben wir den Tag ganz geruhsam ausklingen lassen .

Juli

20

Es war ein tolles, wenn auch viel zu kurzes, Wochenende auf dem Bergfest in Aspach mit vielen lieben Freunden bin ich gestern Abend wieder nach Sarreguemines auf die Vlinder zurückgekehrt.

Derweil gaben sich die Reiher ein Stelldichein am Kanal.


Am Morgen machten wir uns dann auf den Weg Richtung Saarbrücken. Martin war bereits am Samstag mit dem Fahrrad dort gewesen und hatte sich nach einem geeigneten Liegeplatz umgesehen. Im kleinen Hafen war leider kein Platz, aber am Stadtpark war noch alles frei.
Vom Saarkohlekanal fuhren wir direkt auf die Saar. Kurz vor der deutsch-französischen Grenze passierten wir das stillgelegte Kohlekraftwerk Großbliederstroff. Der riesige, markante Schornstein ist schon von Weitem zu sehen und erinnert an die industrielle Vergangenheit der Region. Nach der dritten Schleuse waren wir wieder in Deutschland. Hier begegneten uns auch deutlich mehr Freizeitboote.


Je näher wir Saarbrücken kamen, desto mehr wich die ländliche Idylle den ersten urbanen Ausläufern. Auffällig waren vor allem die unzähligen Graffitis. Graffiti gehört zu den sichtbarsten und sicher auch meistdiskutierten Ausdrucksformen der Jugendkultur. Während es in vielen Städten vor allem als Sachbeschädigung gilt, stellt Saarbrücken bewusst legale Flächen für diese Kunstform zur Verfügung. Besonders bekannt ist die 4560 Graffiti Hall of Fame, eine riesige Mauer gegenüber dem Stadtpark Staden, auf der Künstler beeindruckende Werke gestalten. Natürlich werden illegale Graffitis dennoch konsequent geahndet.


Martins Zeitplan ging wieder einmal perfekt auf: Pünktlich zum Nachmittagskaffee mit leckerem Zwetschgenkuchen legten wir bei strahlendem Sonnenschein am Stadtpark an. Der Liegeplatz ist zwar schön gelegen, allerdings verläuft direkt gegenüber die Stadtautobahn , entsprechend laut ist es dort.


Kurz nach dem Festmachen schwangen wir uns wieder auf die Fahrräder und fuhren zurück nach Sarreguemines, um das Auto zu holen. Bei dem herrlichen Wetter waren die Wege entlang des Wassers voller Spaziergänger, Radfahrer und Menschen, die den Sommertag genossen. Als wir später wieder aufs Boot zurückkamen, saßen noch immer viele Besucher im Park genossen den Feierabend.
Unser Abendessen hatten wir nicht auf Deck, der Verkehrslärm war einfach zu laut. Den Tag ließen wir schließlich ganz gemütlich mit einer französischen Komödie ausklingen.

Juli

16

Vlinder liegt in der kleinen Marina „Port du Casino“ mit dem Club Nautique in Sarreguemines an einem Schwimmsteg
und macht bis zum Montag, den 20. Juli eine kleine Pause.

Dann gehts weiter auf der Saar, vorbei an Saarbrücken, Völklingen und der Saarschleife zunächst bis Trier
und von dort weiter bis zur Marina Schwebsange in Luxemburg.

Fortsetzungen folgen….

Juli

15

Der Regen gestern Abend im Saartal tat richtig gut, doch am Morgen war die Schwüle bereits zurück. Nach einem kleinen Frühstück brachten wir zunächst das Auto nach Sarreguemines. Am Yachtclub war allerdings noch niemand anzutreffen – dort sollte erst am Nachmittag Betrieb sein. Martin schaute sich den Schwimmsteg an und stellte fest, dass eigentlich nur ein einziger Liegeplatz zur Verfügung stand. Auf dem Rückweg mit dem Fahrrad entdeckte er jedoch noch zwei weitere Stellen, an denen wir eventuell anlegen können.
Anschließend radelten wir zurück zur Vlinder. Unterwegs knackte auch ich mit meinem E-Bike die Marke von 3000 Kilometern . Währenddessen beobachtete Martin noch einen Lastkahn in der Schleuse, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.


Gegen halb zwölf machten wir uns schließlich ganz gemütlich auf den Weg Richtung Sarreguemines. Nur vier Schleusen bergab lagen vor uns. Vorbei ging es an eher trostlosen Wohnsiedlungen direkt am Wasser, in denen einige Häuser zum Verkauf standen. Auch direkt vor der letzten Schleuse stand ein halb verfallener Gebäudekomplex, das war früher eine Mühle, die Mühle Bloch.


Nach rund drei Stunden erreichten wir den Stadthafen von Sarreguemines und legten dort an. Die Anlage wirkte allerdings etwas vernachlässigt. Ein netter, wenn auch ziemlich verpeilter Anlieger gab uns immerhin den Code für das Tor, damit wir später wieder auf den Schwimmsteg und zurück zum Boot gelangen konnten.
Und hier liegt auch immer noch das „Kreuzfahrtschiff“ Princess of the Sea.


Im Bürgeramt wollte Martin anschließend den Liegeplatz bezahlen, doch dort erklärte ihm die freundliche Mitarbeiterin, dass dieser Platz bereits belegt sei. Das dazugehörige Boot lag allerdings im Yachthafen – alles etwas verwirrend und kompliziert. Also fuhren wir weiter zur Capitainerie, wo der Hafenmeister schließlich meinte, wir sollten besser noch einmal umparken.Inzwischen wurde der Himmel immer dunkler und lautes Donnergrollen war zu hören. Ausgerechnet während dieser halben Stunde, in der wir den Liegeplatz wechselten, öffnete der Himmel seine Schleusen. Martin konnte zeitweise kaum noch etwas sehen. Doch wir schafften es gut bis in den Hafen, und kaum waren wir festgemacht, war das Unwetter auch schon vorbei. Plötzlich strahlte die Sonne wieder vom blauen Himmel, als wäre nichts gewesen.


Am Abend machten wir uns noch auf den Weg zum Leclerc. Dort konnten wir wieder einmal bei „Too Good To Go“ zuschlagen und brachten schließlich drei prall gefüllte Tüten mit zurück an Bord , das Abendessen war gesichert.

Juli

14

Um halb sechs morgens prasselten Regentropfen aufs Boot . Endlich Regen für die Natur! Leider blieb es nur bei einem kurzen Gewitter, und schon nach einer halben Stunde war der Spuk wieder vorbei. Vielleicht kennt ja jemand von euch eine gute Anleitung für einen wirkungsvollen Regentanz? Das wäre hier in der ganzen Region sehr notwendig.
Etwas später machten wir uns mit dem Auto auf den Weg Richtung Sarreguemines, wohin unsere nächste Etappe führen soll. Die Dörfer entlang der Strecke könnten unterschiedlicher kaum sein: Einige sind liebevoll gepflegt und wunderschön herausgeputzt, andere wirken dagegen eher schmucklos und verlassen und dann kam uns fast noch ein Güterzug entgegen.

In Zettingen an der Schleuse hat Martin das Auto abgestellt.
Zurück ging es anschließend mit den Fahrrädern am Wasser entlang. Auch der Kanal zeigt sich hier wieder von einer ganz anderen Seite. Viel Schilf säumt die Ufer, und auch hier sind die Folgen des Wassermangels deutlich sichtbar. Viele Radfahrer waren unterwegs – schließlich ist heute Feiertag in Frankreich.


Um elf Uhr , zurück auf dem Boot ,hieß es dann wieder: Leinen los! Erneut waren wir ganz allein auf dem Kanal unterwegs. Links und rechts leuchteten die frisch abgeernteten Felder in der Sonne, übersät mit riesigen Strohballen.

Aber auch Spuren der Geschichte begegnen einem hier immer wieder. Kleine Bunker mit Schießöffnungen rundherum erinnern an die Zeit zwischen 1932 und 1935, als sie zur Verteidigung des Herbitzheimer Staudamms errichtet wurden.


Kurz vor unserem Tagesziel lag am Ufer noch ein „Rasenmäher“ für den Kanal.

In Zettingen, kurz vor Sarreguemines, legten wir schließlich kurz nach drei an. Die Luft war drückend schwül und die Hitze kaum auszuhalten. Martin gönnte sich deshalb erst einmal eine Siesta auf dem Deck.
Am Abend machten wir noch einen Spaziergang durch das kleine Dorf Zetting, das allerdings nicht viel zu bieten hatte – mit einer Ausnahme: der Kirche mit ihrem ungewöhnlichen runden Glockenturm, wie man ihn nur im Saarland oder in Irland findet.


Kaum waren wir wieder zurück auf dem Boot, begann es erneut zu regnen. Doch auch dieses Gewitter war nur von kurzer Dauer und brachte leider nicht die erhoffte Abkühlung. Also blieb uns nichts anderes übrig, als den Ventilator laufen zu lassen.
Den Abend ließen wir wieder gemütlich ausklingen.