Juli

27

Der Tag begann heute mit einem kleinen Schauspiel im Hafen. Kurz vor acht Uhr kam die Rheinprinzessin angefahren. Wir lagen mit unserem Hausboot ganz ordnungsgemäß im erlaubten 25-Meter-Bereich. Vor uns hatte jedoch ein holländisches Boot festgemacht, dessen Skipper offenbar das Hinweisschild übersehen hatte: Ab sieben Uhr ist die lange Anlegestelle ausschließlich für das 110 Meter lange Flusskreuzfahrtschiff reserviert. Nach einer kurzen Diskussion musste der Holländer schließlich Platz machen. Schon beeindruckend, wenn so ein riesiges Schiff direkt vor uns fest macht.

Um neun Uhr hieß es dann auch für uns: Leinen los! Die Fahrt führte uns vorbei an den berühmten Weinbergen der Mosel. Kein Wunder, dass diese Landschaft weltweit für ihren Wein bekannt ist. Die Mosel zählt zu den ältesten Weinanbaugebieten Europas – bereits die Römer bauten hier vor rund 2.000 Jahren Wein an. Außerdem gilt sie als das älteste Anbaugebiet für den Riesling. Neun verschiedene Rebsorten werden in Luxemburg angebaut: Riesling, Pinot noir , Pinot blanc , Pinot gris , Gewürztraminer, Auxerrois, Rivaner, Elbling und Chardonnay. Darüber hinaus werden Schaumweine und Crémants hergestellt.


Mit der Talfahrt war heute Schluss. Stattdessen standen zwei Schleusen auf dem Programm, die uns jeweils rund sechs Meter bergauf brachten. Die Einfahrt in die 170 Meter langen Schleusenkammern ist schon besonders und die die Wahnsinns Technik, die bei jeder Schleusung in Gang gesetzt wird, ist jedes Mal beeindruckend. Etwa 15 Minuten dauert der ganze Prozess . Gegen halb zwei erreichten wir unser Tagesziel Bech-Kleinmacher.

Nach dem Festmachen machten wir uns wie gewohnt mit den Rädern auf den Rückweg mitten durch die Weinberge entlang an der Mosel . Dort gibt es viele Campingplätze entlang des Ufers. Manche wirken, als wären sie im Laufe der Jahre zu einem Sammelplatz für alte Wohnwagen geworden, andere hingegen sind mit viel Liebe gestaltet und echte kleine Wohlfühloasen.

Nach eineinhalb Stunden erreichten wir schließlich unser Auto und fuhren zurück zum Schiff. Dort wartete endlich die wohlverdiente Belohnung für Martin….Kaffee und Kuchen , zwar mit eineinhalb Stunden Verspätung, aber dafür schmeckte beides umso besser.

Juli

26

Der Tag begann mit strahlend blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein , besser hätten die Voraussetzungen für unsere Weiterfahrt kaum sein können. Bevor wir die Leinen loswarfen, verabschiedeten wir uns von unseren netten Nachbarn. Natürlich wurden noch Telefonnummern ausgetauscht und ein paar Erinnerungsfotos gemacht, bevor es für uns hieß: Kurs Luxemburg.


Schon kurz nach dem Ablegen wurden wir von drei Kanus überholt. Einer der Paddler fragte im Vorbeifahren, ob wir ebenfalls zur Schleuse wollten. Ich zeigte ihm nur einen Daumen nach oben . Dass die Kanuten tatsächlich mit uns gemeinsam geschleust werden würden, hatten wir allerdings nicht erwartet.


Kurz vor der Schleuse Kanzem funkte Martin den Schleusenmeister an. Die Antwort kam prompt: Die Kanuten seien bereits in der Schleuse und er würde noch auf uns warten. Martin entlockte das ein kleiner Fluch, denn er legt lieber an Steuerbord an. Dort hatten sich allerdings schon zwei Kanus festgemacht. Ich glaube, die Kanuten bekamen auch kurz Panik, denn wir mussten ziemlich dicht an das Kanu auf der Backbordseite heran. Bei einer Fallhöhe von 11,75 Metern ist das schließlich kein alltägliches Manöver. Aber wie so oft lief alles reibungslos und nachdem die Kanus die Schleuse verlassen hatten, konnten auch wir unsere Fahrt fortsetzen.


Der restliche Abschnitt verlief angenehm ruhig. In Konz verabschiedeten wir uns von der Saar und wechselten auf die Mosel. Eigentlich wollten wir in Wasserbillig festmachen, doch der von Martin ausgesuchte Liegeplatz war bereits belegt. Also ging es weiter nach Grevenmacher.
Dort gibt es eine lange Pier, die überwiegend für Hotelboote reserviert ist. Ein etwa 25 Meter langer Abschnitt ist jedoch für Motorboote vorgesehen – genau dort fanden wir schließlich einen Platz. Die „Rheinprinzessin“ wurde erst für Montagmorgen um sieben Uhr erwartet, sodass wir den Liegeplatz problemlos nutzen konnten.

Nach dem Anlegen folgte das inzwischen gewohnte Ritual. Fahrräder klarmachen und die rund 25 Kilometer zurück zum Auto radeln.

Die „Vivante“ hatte inzwischen ebenfalls abgelegt und war auf dem Weg nach Mettlach.
Den Tag ließen wir schließlich ganz entspannt bei einem leckeren Abendessen in einem Restaurant ausklingen.

Juli

25

Der Tag begann ganz entspannt. Martin erledigte am Morgen noch ein bisschen Büroarbeit und ich nutzte die Zeit, um einen Kuchen zu backen. Gerade als ich fertig war, klopfte es an der Tür. Amy vom Nachbarboot schaute vorbei, um Hallo zu sagen. Ganz spontan fragte ich sie, ob sie und ihr Mann Rob mit uns frühstücken möchten. Sie nahmen die Einladung gerne an.
Also wurde schnell der Tisch an Deck gedeckt und schon saßen wir gemeinsam bei einem leckeren Frühstück in der Morgensonne. Unsere amerikanischen Nachbarn sind , genau wie Martin , begeisterte Segler, sodass der Gesprächsstoff natürlich nie ausging. Und noch bevor das Frühstück zu Ende war, hatten wir bereits eine Gegeneinladung zum Abendessen. Außerdem erwarteten Amy und Rob noch Besuch: Bruce aus Australien, dessen Boot in Südfrankreich liegt.


Nach dem gemütlichen Frühstück arbeitete Martin weiter im „Office“, während ich mir einen richtig entspannten Nachmittag gönnte und mein spannendes Buch zu Ende las.
Am frühen Abend bereitete ich noch ein paar Antipasti vor, bevor wir zur Vivante hinübergingen. Auch sie ist ein wunderschönes Boot mit einer etwas anderen Innenaufteilung. Rob hatte den Grill bereits angeheizt und Amy einige leckere Appetizer vorbereitet.
Dabei erzählte sie noch einmal von ihrem nächtlichen Abenteuer: Um halb drei wurden sie von einem großen Hotelboot geweckt und mussten ihren Liegeplatz räumen. Zum Glück konnten sie längsseits an dem riesigen 110 Meter langen Hotelschiff festmachen.

Trotzdem war es fast halb vier, bis endlich wieder Ruhe einkehrte und sie schlafen konnten. In der Nacht sicher ein echter Albtraum , heute können sie zum Glück schon mit einem Schmunzeln davon erzählen.
Nach gegrillten Würstchen mit Kartoffelsalat und einer leckeren italienischen Panzanella gab es als Dessert noch meinen Mohn-Käsekuchen.
Zu unserer Freude kannten alle drei unser Lieblingskartenspiel Wizard. Martin die Runde mit großem Vorsprung … wer auch sonst? Anschließend zeigte uns Amy noch ein französisches Kartenspiel, das ebenfalls richtig viel Spaß machte.
Kurz vor elf verabschiedeten wir uns schließlich. Es war ein wunderschöner Abend mit vielen interessanten Gesprächen, gutem Essen und neuen Freunden. Jetzt hoffen wir natürlich, dass sich unsere Wege auf dem Rückweg noch einmal kreuzen.

Juli

24

Kurz nach acht Uhr morgens legten wir ab und machten uns auf den Weg nach Saarburg. Über der Saar lag noch ein leichter Nebelschleier, der dem Fluss eine fast schon herbstliche Stimmung verlieh. Die Luft war frisch, der Himmel strahlend blau ,ein wunderschöner Start in den Tag.
Ganz gemütlich fuhren wir durch die Saarschleife. Der Blick hinauf zum Baumwipfelpfad war bei diesem klaren Wetter besonders beeindruckend.


Die heutige Etappe war knapp 30 Kilometer lang und führte uns durch zwei große Schleusen. Zuerst passierten wir die Staustufe Mettlach mit ihrer imposanten Fallhöhe von 11 Metern. Sie ist ein bedeutendes Bauwerk der Saarschifffahrt und verfügt über eine Großschleuse für die Berufsschifffahrt sowie eine kleinere Schleuse für Sportboote.

Wenig später erreichten wir die Staustufe Serrig, Deutschlands größte Flussstaustufe mit 14,5 m Fallhöhe, an einem natürlichen Flusslauf. Als wir rausfuhren, warteten bereits sieben Boote auf die Schleusung , vermutlich alle auf Wochenendausflug.


Gegen 13 Uhr liefen wir schließlich in Saarburg ein. Unser tägliches Fahrradprogramm durfte natürlich auch heute nicht fehlen. Da wir das Auto bereits nach Mettlach gebracht hatten, radelten wir zunächst rund 25 Kilometer am Fluss entlang zurück, holten das Auto und fuhren anschließend wieder nach Saarburg zum Boot. Unterwegs erledigten wir noch einen Einkauf.


Als wir zurückkamen, hatte hinter der VLINDER ein weiteres Boot festgemacht. Sein Aufbau ähnelte unserem erstaunlich. Wenig später kamen die Besitzer vorbei. Sie stammen aus Kalifornien und wir kamen sofort ins Gespräch. Wie schön, dass man auf dem Wasser so unkompliziert Menschen aus aller Welt kennenlernt.


Am Abend radelten Martin und ich noch in die Altstadt. Direkt am Wasserfall kehrten wir in die Zunftstube ein und gönnten uns einen leckeren Flammkuchen. Eine klare Empfehlung von uns: gutes Essen, schneller Service und eine ausgesprochen freundliche Bedienung. Zum Abschluss durfte natürlich noch ein Eis für Martin nicht fehlen.


Doch das eigentliche Highlight des Tages wartete erst auf dem Rückweg. Direkt hinter unserem Boot kämpfte ein Angler mit einem großen Fisch. Nach einiger Zeit tauchte der Grund auf: ein Wels von etwa 1,20 Metern Länge! Gemeinsam mit Martin gelang es ihm schließlich, den Fisch aus dem Wasser zu holen. Da der Angler eigentlich lieber einen Zander mit nach Hause nehmen wollte, entfernte er vorsichtig den Haken und setzte den beeindruckenden Wels (verbotenerweise)wieder in die Saar zurück.


Was für ein Tag! Traumhaftes Wetter, eindrucksvolle Schleusen, nette Begegnungen und zum Abschluss noch ein großer Fisch. Langweilig wird es eigentlich nie.

Juli

23

Manchmal ist die beste Idee, einfach einmal nichts zu tun. Martin hatte heute genau so einen Einfall, ein Ruhetag im Thermalbad Merzig.
Nach dem Frühstück schwangen wir uns auf die Räder. Die sechs Kilometer bis zum Bad wären eigentlich schnell geschafft gewesen , wenn Martin nicht wieder eine seiner „Abkürzungen“ gefunden hätte. Also ging es über Stock und Stein, quer durch die Prärie. Zum Glück war alles trocken.


Eine gute halbe Stunde später erreichten wir das Thermalbad Merzig. Klein, aber fein, liebevoll angelegt und mit angenehm warmem Wasser , genau das Richtige, um die Seele baumeln zu lassen.
So verbrachten wir einen entspannten Tag, ließen die Wärme auf uns wirken und genossen einfach die kleine Auszeit vom Alltag auf dem Wasser.


Gegen 17 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Diesmal ganz entspannt auf dem direkten Weg entlang des Wassers , ein schöner Abschluss für einen rundum gelungenen Wohlfühltag.

Und dann haben wir noch ein kleines Meisennest direkt am Anleger zwischen den Festmacherpollern an den Dalben entdeckt.