März

5

Heute Morgen war schon rege Betriebsamkeit auf dem Kat. Martin ist sogar mit aufgestanden um für Isabels runden Geburtstag den Tisch schön herzurichten. Wir haben Girlanden aufgehängt, den Kuchen mit Kerzen dekoriert, Geburtstagsservietten hingelegt, eine reichhaltige Obstplatte gemacht und jetzt fehlt nur noch das Geburtstagskind.

Als Martin dann Stevie Wonders „Happy Birthday“ auf volle Lautstärke spielte, kam Isabel aus der Kabine. Alle gratulierten, sangen das Ständchen mit, die Sonne schien, das Wasser war türkis….besser geht’s doch nicht für einen runden Geburtstag in der Südsee.

Der Sekt ist kaltgestellt, so kann der Tag weitergehen. Um 09. 00 Uhr nach dem leckeren Frühstück hieß es dann vom Skipper, Anker auf Richtung Bora Bora. Das ist leider eine kleine Planänderung, da das Wetterfenster für Maupiti nicht günstig war. Aber wir sind ja flexibel. Das Großsegel wurde hochgezogen und dann die Genua noch dazu. Zuerst mit Unterstützung vom Steuerbordmotor setzte sich Hartmut wieder ans Steuer. Wir tuckerten so langsam vor uns hin, immer mit Blick auf die Insel. Dann kam doch noch Wind auf und wir segelten mit durchschnittlich 5-6 Knoten und kamen sogar recht flott voran. Der Steuerstand auf der Flybridge ist immer ein beliebtes Plätzchen, man sieht was ,es geht meistens ein Lüftchen und ein Plausch ist auch immer drin.

Kurz vor Bora Bora ging dann wieder gar nichts mehr mit Wind, aber dunkle Wolken umhüllten den Mount Otemanu. Ab dem Aussenriff musste Martin dann die Motoren einschalten. Die Crew warf schon mal neugierige Blicke auf die 4/5 Sterne Wasserbungalows, da kommen wir die nächste Tage noch näher vorbei. Pünktlich um drei zum Kaffeetrinken legten wir vor dem Yachtclub an einer Boje an. Kaum war die Boje fest, kam auch schon der Kassierer und kassierte die Gebühr. So schnell war er noch nie da. Dann durfte Isabel nochmal die Kerzen von ihrem Geburtstagskuchen ausblasen und es gab Cappuccino und Kuchen.


Ab 16.00 Uhr war Happy Hour im Yachtclub, nur das Wetter machte mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Ein Wolkenbruch verzögerte den Start, aber um halb fünf konnte die Crew starten. Martin und ich blieben noch am Bord und Ludwig holte uns zur zweiten Cocktail Runde. Pina Colada, Tequila und Sunsets waren die Favoriten der Crew. Um 18.00 war die Happy Hour vorbei und wir fuhren mit dem Dinghi zurück aufs Boot.

Christine und Annemarie kümmerten sich heute ums Abendessen. Es gab leckeres Chicken Terriyaki und eine große Schüssel Coleslaw. Leo und Annemarie sorgten dafür, dass die Küche wieder sauber war. Die Crew sang nochmal ein Ständchen für Isabel zusammen mit Hartmut und seiner E Gitarre und dann noch per Videocall für Hartmuts Enkelin, die daheim ihren zweiten Geburtstag feiert. Das Wizardfieber grassiert an Bord, so haben sich wieder 6 Leute zum Spielen gemeldet. Christine, Isabel, Annemarie (die dann in der 2.ten Runde von Ludwig abgelöst wurde)Leo, ich und Martin. Ich hab heute beide Runden für mich entscheiden können. Während dem Spiel hat Hartmut wieder Oldies gespielt und gesungen.

März

4

Christine

Der Tag beginnt vor Anker in einer ruhigen Bucht auf der Westseite von Taha’a, unweit der grossen Schwesterinsel Raiatea. Gestern Abend lag noch warmes Licht über der Lagune, doch in der Nacht hatte es kräftig geregnet. Auch im Laufe des Tages zeigt sich, dass das Wetter heute eine eigene Rolle spielen wird.

Skipper Martin hat für die Crew eine Inseltour organisiert. Ziel ist ein Ausflug mit Noah von Vanilla Tours Tahaa (www.vanillatours.pf). Kurz nach neun bringt das Dinghy die Gruppe zum kleinen Steg auf Noahs Grundstück, wo der Gastgeber bereits wartet. Noah ist auf Taha’a geboren, Sohn eines französisch-schweizerischen Paares. Nach Studium und Arbeit in Frankreich lebt er seit rund zehn Jahren wieder auf der Insel und hat das Familiengeschäft übernommen. Der Rundgang beginnt im wunderbaren Garten. Zwischen üppig blühenden Pflanzen erklärt Noah die Bedeutung vieler Gewächse – manche dekorativ, andere medizinisch genutzt, viele tief verwurzelt in der polynesischen Kultur.

Danach wartet bereits der 4×4-Jeep. Im Wagen steht ein Gefäß mit Zitronenwasser, ausserdem hat Noah Trinkkokosnüsse und Obst aus seinem Garten dabei. Mit ein paar schnellen Schnitten seiner Machete zeigt er eine kleine Alltagstechnik: aus den Stielen von Papayablättern lassen sich erstaunlich gute, komplett natürliche Trinkhalme herstellen. Der erste Stopp führt zu einer kleinen Vanilleplantage. Noah erklärt, warum Vanille in Polynesien aufgrund der aufwändigen Produktion so teuer ist. In ihrer ursprünglichen Heimat Südamerika übernimmt eine spezielle Biene die Bestäubung der Blüten. Auf Taha’a fehlt dieses Insekt – deshalb wird jede einzelne Blüte von Hand bestäubt. Dies wird Vanilla Wedding genannt. Aus jeder Blüte wächst später genau eine Schote. Nach etwa sieben Monaten erfolgt die Ernte, gefolgt von einem monatelangen Prozess aus Trocknen, Fermentieren und wiederholtem Massieren der Schoten, bis die aromatische schwarze Vanille entsteht, für die die Insel bekannt ist.

Anschliessend geht es abenteuerlich weiter. Noah lässt Luft aus den Reifen – jetzt kommt der Jeep richtig zum Einsatz. Über schmale, matschige Trails arbeitet sich das Fahrzeug durch den dichten Dschungel nach oben. Vom Bergkamm eröffnet sich eine spektakuläre Aussicht über beide Seiten der Insel, über das satte Grün der Landschaft und die Lagune. In der Ferne zieht bereits eine dunkle Gewitterfront auf. Noah nutzt die Gelegenheit für einen kurzen Snack. Auf einer improvisierten Platte aus wilden Hibiskusblättern liegt frisch geschnittenes Obst aus seinem Garten. Dazu werden die Kokosnüsse geöffnet – getrunken wird natürlich mit den Papayastrohhalmen. Währenddessen grollt der Donner immer näher, bis die Wolken die Aussicht komplett verschlucken und der tropische Regen über den Bergen losbricht. Die Rückfahrt durch den nassen Dschungel hat fast etwas Magisches. Alles wirkt noch grüner, Wasser tropft von den Blättern, und der Wald duftet nach frischer Erde.

Der nächste Halt ist die kleine Pari Pari Rum Distillery. In der Produktionshalle gibt es eine kurze Erklärung zur Herstellung des Rums aus Zuckerrohr, gefolgt von einer sehr kleinen Verkostung. Geschmacklich kann der Rum nicht jeden überzeugen, doch der Einblick in die Destillation ist spannend.

Danach führt der Weg zurück zu Noahs Garten. Dort wird noch Vanille gekauft. Die Daheimgebliebenen dürfen sich bereits auf köstliche Speisen freuen.

Am Nachmittag bringt das Dinghy die Crew zurück an Bord. Inzwischen schüttet es wieder heftig. Auf Sylvias Fotos vom Anlegen wirkt die Szene fast wie ein Segeltörn auf der Nordsee im tiefsten Winter – vom Südsee-Postkartenmotiv ist in diesem Moment wenig übrig.

Kurz darauf verholt das Boot wieder zum Ankerplatz ausserhalb der Lagune, wo Generator und Wassermacher betrieben werden dürfen.

Der Abend beginnt entspannt mit einer Runde Wizard, dem Lieblingskartenspiel von Martin und Sylvia – eine Art Warm-up vor dem Essen. Danach gibt es Spaghetti mit Martins Spezialität, Bolognese. In kürzester Zeit sind alle Teller leer.

Beim Kartenspiel muss sich Skipper Martin mehrfach geschlagen geben – ein ungewohnter Zustand, der sofort zu scherzhaften Drohungen führt, die Crew am nächsten Morgen über Bord zu schicken. Natürlich bleibt es beim Scherz.

Währenddessen bereitet Sylvia noch einen Geburtstagskuchen für Isabel vor. Ein langer, abwechslungsreicher Inseltag auf Taha’a geht zu Ende – mit Vanille, Dschungel, Regen und vielen Geschichten, die bleiben.

März

3

Nach einer unruhigen Nacht, viel Wind und Regen, war das Wetter am Morgen richtig schön. Einige schwammen ihre Runden ums Boot, bevor es ein leckeres Frühstück gab.

Danach hat Isabel einen Apfelkuchen gebacken und die Crew machte sich langsam fertig, um André auf der Farm und gegenüber den über 3 ha großen botanischen Garten zu besuchen. Scheinbar liegt ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Raiatea, weil drei volle Auslegertouriboote zum Fa’aroa Fluss gefahren sind.

André hat wieder seinen riesigen Garten vorgeführt, Kokosnüsse zum Trinken geknackt und er hatte noch ein bisschen frisches Obst, unter anderem auch Bananen. Der Crew hat es gefallen.

Dann ging es noch in den botanischen Garten, der sich in voller Blütenpracht zeigte. Alle kamen sehr gut gelaunt und fröhlich wieder zurück aufs Boot.

Das Ankerteam Christine und Hartmut holten den Anker auf und los ging es zum Badestop. Als wir aus der Bucht rausfuhren, zeichnete sich schon eine Regenfront ab, die uns dann auch voll erwischt hat. Plötzlich sah man gar nichts mehr.

Durch die Regenwand konnte man die Holland America Linie, ein großes Kreuzfahrtschiff, das vor dem Hafen von Raiatea vor Anker lag, gerade so erkennen und ein kleineres, die Seven Seas, lag davor. Noch 30 Minuten bis zum Ankerplatz, der Skipper war total durchnässt, hielt aber mit Ludwig tapfer die Stellung am Steuerstand. Als wir am Ankerplatz angekommen sind, hat die Sonne wieder geschienen und das Wasser war türkis und schön klar. Zum Kaffee ließen wir uns Isabels Apfelkuchen mit Rumsahne und Cappuccino schmecken.

Danach sprangen alle nochmal ins Wasser und Ludwig und Hartmut probierten die SUPs aus, bevor es weiter ging in die Hurepiti Bay an Noahs Boje.

Das rocking Allroundtalent Hartmut fischte sich die Boje und Ludwig und Christine erledigten den Rest. So lagen wir in der schönen Bucht, von wo aus die Crew morgen mit Noah von Vanilla Tours ihren Tagesausflug über die Insel startet. Derweil fingen Isabel und ich an , das Abendessen vorzubereiten. Es gab ein leckeres Hühnchencurry, mit Broccoli und Kartoffeln. Annemarie und Leo machten klar Schiff in der Küche.


Danach gab’s ein Bootskonzert mit Hartmut und seiner E-Gitarre. Viele alte Klassiker und Oldies wie Amazing Grace, Sailing und auch Reinhard Meys „Über den Wolken“ hallten bei Kerzenlicht in die Vollmondnacht und bei einigen stimmten wir alle mit ein. Zwischendurch bereitete Martin noch einen Nachtisch zu…wie könnte es anders sein….flambierte Bananen…mhhh lecker, da griff die Crew gerne nochmal zu. So ging ein abwechslungsreicher Tag zu Ende.

März

2

Heute Nacht hat es ordentlich geschüttet und die Aussenschläfer mussten wieder umziehen. So richtig schlafen konnte niemand mehr, dass alle ziemlich früh wach waren.
Die ersten schwammen eine Runde im klaren Wasser ums Boot. Nach dem Frühstück fuhr ein Teil von der Crew, Ludwig, Leo, Isabel und Christine nochmal an Land um den Müll zu entsorgen und um noch ein paar Sachen im SuperU einzukaufen.

Punkt zehn holte das Ankerteam den Anker ein und los ging es unter Motor mangels Wind Richtung Raiatea zurück. Martin versuchte sein Glück wieder mit der Schleppangel, aber wir waren von der Geschwindigkeit einfach zu langsam.


Eineinhalb Stunden später konnten die Motoren ausgeschaltet werden und Hartmut übernahm unter Genua das Steuer. So schaukelten wir bei zwischen 3 und 4 Knoten die ganze Strecke. Die Crew nahm wieder Liegepositionen im Schatten ein und döste bei leichtem Wellengang vor sich hin. Trotz Wolken und Fahrtwind ist die Sonne immer noch recht trügerisch.

Kurz vor unserem Ziel, der Fa‘aroa Bay, kreuzte unseren Weg eine kleine Delfinschule, die vorwitzig vorm Bug her schwamm. Da waren alle schnell hellwach und zückten die Kameras. Schon das zweite Mal auf diesem Törn, dass wir die Glücksbringer gesehen haben.

Wettertechnisch brachten sie uns leider kein Glück. Direkt beim Ankern schüttete es wie aus Eimern. Ludwig trotzte dem Regen und ließ den Anker runter. Der Schauer war gleich wieder vorbei und zum Kaffeetrinken lagen wir in der schönen,ruhigen, grünen Fa‘aroa Bay.
Die Crew nutzte die Gelegenheit zum Schwimmen im erfrischendem Wasser.
Annemarie bereitete heute mit Christine leckere Tacos mit Hackfleisch, Zwiebeln, Tomaten, Guacamole und mehr Zutaten zum selber mischen. Isabel machte noch einen frischen gemischten Salat dazu. Leo und Ludwig machten danach klar Schiff. Heute war Bordkino angesagt. Martin schlug einige Filme aus seinem Archiv vor und die Crew entschied sich für den Film Jacques Cousteau- Entdecker der Ozeane . Jacques Yves Cousteau(1910–1997) war ein französischer Meeresforscher und Filmemacher.
Er entwickelte das moderne Tauchgerät mit und machte mit seinen Filmen die Unterwasserwelt weltweit bekannt. Cousteau setzte sich zudem früh für den Schutz der Meere und der Umwelt ein und trug wesentlich dazu bei, das öffentliche Bewusstsein für den Erhalt der Ozeane zu stärken.
Danach waren alle müde und zogen sich in die Kojen zurück.

März

1

Normalerweise ist Sonntag Früh immer chillig und gemütlich, aber heute mussten Christine und Leo in den Hauptort Fare, um die Mietautos zu tanken und am Vormittag im Hotel zurückzugeben . Annemarie und Hartmut begleiteten die beiden. Sie wollten nochmal in den SuperU und in verschiedenen Geschäften schauen. Der schöne Perlenshop hatte leider heute auch zu. Aber ein Pareoshop lag auf dem Rückweg und da wurden sie fündig. Es wurden sogar Pareos extra für Leo gemalt und ab 15.00 Uhr konnte er sie dort fertig abholen.


Auf dem Boot hatten wir eine Riesenschüssel reife Bananen. Die hab ich zu einem fruchtigen Bananenkuchen und zu Muffins verarbeitet. Und heute Abend gibt’s dann mit Rum flambierte Bananen .Die Crew genoss kühle Drinks im Le Mahana und stattete dem Tamanu Schorsch ( Bezeichnung der letzten Crew für Secret of Vahine) einen Besuch ab. Martin und Isabel fuhren mit dem Dinghi an Land, um Leo, Christine, Annemarie und Hartmut abzuholen und auch schnell in dem Tamanuladen noch die besagten Öle zu kaufen.


Anschließend schnorchelten fast alle zu dem schönen Coral Garden am Hotel, wo es die schönen Seeanemonen zu sehen gibt. Bis zum Kaffee wurden wieder die begehrten Schattenplätze belegt und sich an diesen unfassbar intensiven Farben von Himmelblau über Sattgrün von den Bäumen und Palmen und verschiedenen Türkistönen vom Wasser sattgesehen.

Zum Kaffee gab es heute.,,was auch sonst…„Bananenkuchen“. Der wurde ratzeputz verzehrt und die Muffins, die eigentlich zum Einfrieren gedacht waren, gleich mit. Leo, Ludwig und Annemarie machten sich nach dem Kaffee mit dem Dinghi auf den Weg zu der Pareokünstlerin, wo der in der Früh gemalte Pareo jetzt fertig getrocknet war.
Kurze Zeit später kamen sie zurück und sie führten ihre gekauften Schätze vor. Jeder personalisiert mit Namen als Mitbringsel für liebe Freunde daheim.


Um kurz vor fünf lösten Ludwig und Hartmut die Leinen von der Boje und dieses Mal hieß es auch für Martin und mich Abschied nehmen von der Avea Bay bei dem schönen Le Mahana Hotel, wo wir mit allen drei Crews wunderschöne Sonnenuntergänge und leckere Sundowner genossen haben. Wir tuckerten unter Motor bei fast Windstille, das Meer war so glatt wie ein See, in Richtung Fare, den Hauptort der Insel.


Nach einer Stunde erreichten wir unseren Ankerplatz und Leo und Ludwig ließen den Anker runter.
Martin hatte im Yachtclub einen Tisch fürs Abendessen reserviert. Um sieben machte sich die Crew schick rausgeputzt mit dem Dinghi auf den Weg. Aus allen anderen Kats neben uns fuhren die Dinghis ebenfalls in Richtung Yachtclub. Ich passte derweil aufs Boot auf.
Die Crew schickte gut gelaunt Fotos.


Wieder zurück auf dem Boot bereitete Martin seine versprochenen mit Rum flambierten Bananen. Die waren so lecker, das alle noch eine zweite Portion beim Skipper bestellten. Martin erklärte danach den Törnverlauf für die nächsten Tage und nachdem wir alle mit dem Wizardfieber infiziert haben, spielten wir in einer ganz neuen Konstellation eine Runde. Annemarie konnte dieses Spiel für sich entscheiden. Dann verabschiedeten sich alle müde in die Kojen.