Juli

11

Da heute gute 30 Kilometer vor uns lagen, hieß es bereits kurz vor acht Uhr: „Leinen los!“
Unser Ziel war Mittersheim am Saarkohlekanal, eine kleine französische Gemeinde mitten im Grünen. Da Wochenende war, herrschte bereits am Vormittag reger Gegenverkehr auf dem Wasser. Auch auf den Radwegen entlang des Kanals waren zahlreiche Rennradfahrer und gemütliche Freizeitradler unterwegs.Einige Boote hatten sich schöne Plätze im Schatten gesucht und einfach mitten in der Natur festgemacht. Das ist einer der großen Vorteile der französischen Kanäle: Man darf und kann fast überall anlegen.

Unterwegs entdeckten wir kleine Häuschen mit liebevoll angelegten Gärten, aber auch die eine oder andere Bootsleiche, die halb auf Grund lag und langsam vor sich hin gammelte. Was wohl die Geschichten hinter diesen verlassenen Booten sind?


Inzwischen fahren wir durch das „Pays des Étangs“, das Land der Seen. Durch die anhaltende Hitze fehlt dem Kanal bereits etwas Wasser, die zahlreichen Seen der Region sind jedoch noch gut gefüllt. Die Uferböschungen dagegen waren schon ganz schön braun und trocken. Ab Mittag war bei den hohen Temperaturen kaum noch jemand unterwegs , als hätte jemand plötzlich den Schalter umgelegt.

Die Wege waren leer, die Kanäle ruhig und die Sonne heizte die Temperaturen auf.Außerdem stand heute ein kleiner Schleusenmarathon auf dem Programm: 13 Schleusen bergab mussten bewältigt werden.Kurz nach halb fünf erreichten wir schließlich die Marina in Mittersheim.

Nach einer wohlverdienten Kaffeepause schwangen wir uns direkt auf die Fahrräder und fuhren die 31 Kilometer entlang des Kanals zurück, um Martins Auto zu holen. Die Strecke schafften wir in anderthalb Stunden.Zurück auf dem Boot genossen wir unser Abendessen an Deck und ließen den langen und ereignisreichen Tag anschließend ganz entspannt ausklingen.

Juli

12

Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen , sofern die Winde wehen😃frei nach Gittes Lied von 1974. Und tatsächlich: Der Wind war da, der Badesee nicht weit entfernt. Doch als Martin die kleinen Kats inspizierte, stellte er ernüchtert fest: „Da müsste man aus drei einen machen.“ So desolat war ihr Zustand.


Auf Nachfrage erfuhren er, dass die kleinen Boote schon länger dort stehen und nicht mehr vermietet werden. Martin versuchte sein Glück noch an anderer Stelle, doch dort handelte es sich um den Segelclub Saarbrücken – und der vermietet seine Boote nicht. Wirklich schade, denn Martin hatte sich schon darauf gefreut, bei diesem Wind über den See zu rauschen.


Also machten wir einfach das Beste daraus. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen im Schatten und ich ging sogar ins Wasser , eine herrlich erfrischende Abkühlung bei den sommerlichen Temperaturen.
Gegen vier Uhr kehrten wir zurück aufs Boot. Dort gab es erst einmal Kaffee und Kuchen, eine Abkühlung per Schlauch und anschließend eine entspannte Siesta an Deck. Es war einfach herrlich , der Wind machte die Hitze viel angenehmer und sorgte für eine wunderbare Atmosphäre.


Am Abend begnügte sich Martin dann mit einem leckeren Eis mit frischen Früchten. Bei diesen Temperaturen genau das Richtige und der perfekte Abschluss für einen schönen Sommertag.

Juli

13

Heutewird es wieder eine lange Etappe von 21 Kilometern, daher wollten wir bereits um 8.00 Uhr morgens ablegen. Die Betonung liegt allerdings auf „wollten“.
Schon an der ersten Schleuse direkt hinter der Marina erwartete uns eine Überraschung: Die Ampel war ausgeschaltet. Martin rief kurzerhand bei VNF an und erfuhr, dass die Schleusen offiziell erst ab neun Uhr geöffnet werden. Also hieß es zunächst warten. Die Zeit vertrieben wir uns mit einer netten Unterhaltung mit einem Schweizer Bootsfahrer, der sich ebenfalls über die dunkle Ampel wunderte.
Doch VNF zeigte sich einmal mehr von seiner freundlichen und hilfsbereiten Seite und öffnete die Schleuse bereits um halb neun. Das war dann die erste von insgesamt sieben Schleusen, die uns auf dem Weg bergab Richtung Sarralbe erwarteten.


Der Schiffsverkehr war praktisch nicht vorhanden , lediglich zwei Mietboote begegneten uns auf der gesamten Strecke. Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzen der Landschaft inzwischen deutlich zu. Wiesen und Felder färben sich langsam braun, und nur vereinzelt sieht man Störche im ausgedörrten Gras nach Nahrung suchen. Ein kleines Hindernis gab es dennoch: Mitten im Kanal lag ein Baumstamm quer über dem Wasserweg.


Kurz nach drei Uhr machten wir an der langen Kaimauer in Sarralbe fest. Nach einer gemütlichen Kaffeepause schwangen wir uns auf die Fahrräder und machten uns auf den Rückweg nach Mittersheim, wo Martins Auto stand.


Unterwegs wollten wir unbedingt noch einen Abstecher nach Harskirchen zur Moulin Roeser machen. Vor einiger Zeit hatten wir einen Fernsehbericht über die Mühle gesehen. Bereits im vergangenen Jahr waren wir hier gewesen, damals allerdings ohne Erfolg , die Mühle war geschlossen und eine Besichtigung nicht möglich.
Heute hatten wir mehr Glück: Der 71-jährige Besitzer persönlich führte uns durch die gesamte Mühle , bis hinauf unters Dach in den vierten Stock. Martins Augen leuchteten, denn die Maschinen dort sind allesamt über 100 Jahre alt. Herr Roeser erklärte uns geduldig die einzelnen Arbeitsabläufe und Maschinen. Man spürt sofort, wie viel Arbeit, Leidenschaft und Herzblut in diesem Familienbetrieb steckt. Rund 350 Tonnen Weizen werden hier jedes Jahr zu Mehl verarbeitet.


Ich erzählte ihm schließlich, dass Martins Boot ebenfalls über 100 Jahre alt ist und immerhin 100 Tonnen wiegt. Das konnte er kaum glauben. Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen, bei unserer Rückfahrt gerne noch einmal vorbeizukommen – am besten an einem Freitag, denn dann soll es dort die besten Flammkuchen der ganzen Region geben.


In den kleinen Dörfern entlang unseres Weges liefen bereits die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am nächsten Tag. Die Hauptattraktionen sind traditionell die Feuerwerke am Vorabend. Fast jedes Dorf veranstaltet sein eigenes großes Feuerwerk.
Auch auf den Radwegen entlang des Kanals waren wir beinahe allein unterwegs.


Als wir schließlich wieder in Mittersheim ankamen, lag auf unserem Platz von den letzten beiden Tagen die „Tradition“, ebenfalls ein ehemaliges Frachtschiff, das zu einem Wohnschiff umgebaut wurde und über das bereits im Fernsehen berichtet worden war. Der Besitzer schaute aus dem Fenster, Martin kam mit ihm ins Gespräch und schon fachsimpelten die beiden über alte Schiffe und vergangene Zeiten.


Vielleicht treffen wir ihn ja noch einmal wieder.
Am späten Abend machten wir uns auf den Weg in die Stadt zum Festplatz. Dort herrschte eine ausgelassene Stimmung. Musik, Essen und Getränke sowie zahlreiche Stände und Attraktionen für Kinder sorgten dafür, dass scheinbar die ganze Stadt auf den Beinen war. Kurz vor elf Uhr kehrten wir aufs Boot zurück und hatten dort einen echten Logenplatz. Das Feuerwerk wurde direkt vor uns in den Himmel geschossen und spiegelte sich im Wasser wieder. Ein wunderschöner Abschluss für einen erlebnisreichen Tag.

Juli

14

Um halb sechs morgens prasselten Regentropfen aufs Boot . Endlich Regen für die Natur! Leider blieb es nur bei einem kurzen Gewitter, und schon nach einer halben Stunde war der Spuk wieder vorbei. Vielleicht kennt ja jemand von euch eine gute Anleitung für einen wirkungsvollen Regentanz? Das wäre hier in der ganzen Region sehr notwendig.
Etwas später machten wir uns mit dem Auto auf den Weg Richtung Sarreguemines, wohin unsere nächste Etappe führen soll. Die Dörfer entlang der Strecke könnten unterschiedlicher kaum sein: Einige sind liebevoll gepflegt und wunderschön herausgeputzt, andere wirken dagegen eher schmucklos und verlassen und dann kam uns fast noch ein Güterzug entgegen.

In Zettingen an der Schleuse hat Martin das Auto abgestellt.
Zurück ging es anschließend mit den Fahrrädern am Wasser entlang. Auch der Kanal zeigt sich hier wieder von einer ganz anderen Seite. Viel Schilf säumt die Ufer, und auch hier sind die Folgen des Wassermangels deutlich sichtbar. Viele Radfahrer waren unterwegs – schließlich ist heute Feiertag in Frankreich.


Um elf Uhr , zurück auf dem Boot ,hieß es dann wieder: Leinen los! Erneut waren wir ganz allein auf dem Kanal unterwegs. Links und rechts leuchteten die frisch abgeernteten Felder in der Sonne, übersät mit riesigen Strohballen.

Aber auch Spuren der Geschichte begegnen einem hier immer wieder. Kleine Bunker mit Schießöffnungen rundherum erinnern an die Zeit zwischen 1932 und 1935, als sie zur Verteidigung des Herbitzheimer Staudamms errichtet wurden.


Kurz vor unserem Tagesziel lag am Ufer noch ein „Rasenmäher“ für den Kanal.

In Zettingen, kurz vor Sarreguemines, legten wir schließlich kurz nach drei an. Die Luft war drückend schwül und die Hitze kaum auszuhalten. Martin gönnte sich deshalb erst einmal eine Siesta auf dem Deck.
Am Abend machten wir noch einen Spaziergang durch das kleine Dorf Zetting, das allerdings nicht viel zu bieten hatte – mit einer Ausnahme: der Kirche mit ihrem ungewöhnlichen runden Glockenturm, wie man ihn nur im Saarland oder in Irland findet.


Kaum waren wir wieder zurück auf dem Boot, begann es erneut zu regnen. Doch auch dieses Gewitter war nur von kurzer Dauer und brachte leider nicht die erhoffte Abkühlung. Also blieb uns nichts anderes übrig, als den Ventilator laufen zu lassen.
Den Abend ließen wir wieder gemütlich ausklingen.

Juli

15

Der Regen gestern Abend im Saartal tat richtig gut, doch am Morgen war die Schwüle bereits zurück. Nach einem kleinen Frühstück brachten wir zunächst das Auto nach Sarreguemines. Am Yachtclub war allerdings noch niemand anzutreffen – dort sollte erst am Nachmittag Betrieb sein. Martin schaute sich den Schwimmsteg an und stellte fest, dass eigentlich nur ein einziger Liegeplatz zur Verfügung stand. Auf dem Rückweg mit dem Fahrrad entdeckte er jedoch noch zwei weitere Stellen, an denen wir eventuell anlegen können.
Anschließend radelten wir zurück zur Vlinder. Unterwegs knackte auch ich mit meinem E-Bike die Marke von 3000 Kilometern . Währenddessen beobachtete Martin noch einen Lastkahn in der Schleuse, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten.


Gegen halb zwölf machten wir uns schließlich ganz gemütlich auf den Weg Richtung Sarreguemines. Nur vier Schleusen bergab lagen vor uns. Vorbei ging es an eher trostlosen Wohnsiedlungen direkt am Wasser, in denen einige Häuser zum Verkauf standen. Auch direkt vor der letzten Schleuse stand ein halb verfallener Gebäudekomplex, das war früher eine Mühle, die Mühle Bloch.


Nach rund drei Stunden erreichten wir den Stadthafen von Sarreguemines und legten dort an. Die Anlage wirkte allerdings etwas vernachlässigt. Ein netter, wenn auch ziemlich verpeilter Anlieger gab uns immerhin den Code für das Tor, damit wir später wieder auf den Schwimmsteg und zurück zum Boot gelangen konnten.
Und hier liegt auch immer noch das „Kreuzfahrtschiff“ Princess of the Sea.


Im Bürgeramt wollte Martin anschließend den Liegeplatz bezahlen, doch dort erklärte ihm die freundliche Mitarbeiterin, dass dieser Platz bereits belegt sei. Das dazugehörige Boot lag allerdings im Yachthafen – alles etwas verwirrend und kompliziert. Also fuhren wir weiter zur Capitainerie, wo der Hafenmeister schließlich meinte, wir sollten besser noch einmal umparken.Inzwischen wurde der Himmel immer dunkler und lautes Donnergrollen war zu hören. Ausgerechnet während dieser halben Stunde, in der wir den Liegeplatz wechselten, öffnete der Himmel seine Schleusen. Martin konnte zeitweise kaum noch etwas sehen. Doch wir schafften es gut bis in den Hafen, und kaum waren wir festgemacht, war das Unwetter auch schon vorbei. Plötzlich strahlte die Sonne wieder vom blauen Himmel, als wäre nichts gewesen.


Am Abend machten wir uns noch auf den Weg zum Leclerc. Dort konnten wir wieder einmal bei „Too Good To Go“ zuschlagen und brachten schließlich drei prall gefüllte Tüten mit zurück an Bord , das Abendessen war gesichert.

Juli

16

Vlinder liegt in der kleinen Marina „Port du Casino“ mit dem Club Nautique in Sarreguemines an einem Schwimmsteg
und macht bis zum Montag, den 20. Juli eine kleine Pause.

Dann gehts weiter auf der Saar, vorbei an Saarbrücken, Völklingen und der Saarschleife zunächst bis Trier
und von dort weiter bis zur Marina Schwebsange in Luxemburg.

Fortsetzungen folgen….

Juli

20

Nach einem tollen, wenn auch viel zu kurzen Wochenende auf dem Bergfest in Aspach mit vielen lieben Freunden bin ich gestern Abend wieder nach Sarreguemines auf die Vlinder zurückgekehrt.

Derweil gaben sich die Reiher ein Stelldichein am Kanal.


Am Morgen machten wir uns dann auf den Weg Richtung Saarbrücken. Martin war bereits am Samstag mit dem Fahrrad dort gewesen und hatte sich nach einem geeigneten Liegeplatz umgesehen. Im kleinen Hafen war leider kein Platz, aber am Stadtpark war noch alles frei.
Vom Saarkohlekanal fuhren wir direkt auf die Saar. Kurz vor der deutsch-französischen Grenze passierten wir das stillgelegte Kohlekraftwerk Großbliederstroff. Der riesige, markante Schornstein ist schon von Weitem zu sehen und erinnert an die industrielle Vergangenheit der Region. Nach der dritten Schleuse waren wir wieder in Deutschland. Hier begegneten uns auch deutlich mehr Freizeitboote.


Je näher wir Saarbrücken kamen, desto mehr wich die ländliche Idylle den ersten urbanen Ausläufern. Auffällig waren vor allem die unzähligen Graffitis. Graffiti gehört zu den sichtbarsten und sicher auch meistdiskutierten Ausdrucksformen der Jugendkultur. Während es in vielen Städten vor allem als Sachbeschädigung gilt, stellt Saarbrücken bewusst legale Flächen für diese Kunstform zur Verfügung. Besonders bekannt ist die 4560 Graffiti Hall of Fame, eine riesige Mauer gegenüber dem Stadtpark Staden, auf der Künstler beeindruckende Werke gestalten. Natürlich werden illegale Graffitis dennoch konsequent geahndet.


Martins Zeitplan ging wieder einmal perfekt auf: Pünktlich zum Nachmittagskaffee mit leckerem Zwetschgenkuchen legten wir bei strahlendem Sonnenschein am Stadtpark an. Der Liegeplatz ist zwar schön gelegen, allerdings verläuft direkt gegenüber die Stadtautobahn , entsprechend laut ist es dort.


Kurz nach dem Festmachen schwangen wir uns wieder auf die Fahrräder und fuhren zurück nach Sarreguemines, um das Auto zu holen. Bei dem herrlichen Wetter waren die Wege entlang des Wassers voller Spaziergänger, Radfahrer und Menschen, die den Sommertag genossen. Als wir später wieder aufs Boot zurückkamen, saßen noch immer viele Besucher im Park genossen den Feierabend.
Unser Abendessen hatten wir nicht auf Deck, der Verkehrslärm war einfach zu laut. Den Tag ließen wir schließlich ganz gemütlich mit einer französischen Komödie ausklingen.

Juli

21

Da heute über 30 Kilometer vor uns lagen, machten wir uns schon früh am Morgen auf den Weg. Martin konnte bei dem Autobahnlärm eh nicht mehr schlafen, also ging es zeitig los. So idyllisch wie auf den französischen Kanälen ist die Strecke inzwischen nicht mehr. Die Fahrt durch Saarbrücken mit der schönen Uferpromenade und den vielen Geschäften hat zwar ihren Reiz, trotzdem waren wir froh, als wir die Stadt hinter uns lassen konnten.

Vor der ersten Schleuse mussten wir zunächst festmachen. Die Schleusenkammer ist mit ihren 190 Metern Länge wirklich beeindruckend. Hier sind schließlich auch die großen Binnenfrachter der Berufsschifffahrt unterwegs. Praktisch ist, dass die Schleuse für kleinere Schiffe und Freizeitboote geteilt werden kann. So muss nicht jedes Mal die gesamte Kammer gefüllt werden, was eine Menge Wasser spart.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Ein frischer Wind sorgte für angenehme Temperaturen , eine willkommene Abwechslung nach der Hitze der vergangenen Wochen.Auf unserem Weg nach Dillingen kamen wir auch an Völklingen vorbei. Das UNESCO-Weltkulturerbe haben wir bereits im letzten Jahr besichtigt und fanden es sehr beeindruckend.

Auf dem Rückweg werden wir hier noch einmal vorbeikommen. Unterwegs begegneten uns die ersten großen Frachter, einige Sport- und Hausboote und sogar Stand-up-Paddler. Die Saar ist halt doch stärker befahren ist als die ruhigen Kanäle in Frankreich.

An einer langen Spundwand machten wir schließlich fest. Kurz darauf legte die Dymel , ein 100 Meter langer , französischer Frachter, direkt hinter uns an. Besonders spannend war es zu beobachten, wie die Besatzung mit dem bordeigenen Kran ihr Auto vom Schiff hob. Das sieht man schließlich auch nicht alle Tage. Doch lange konnten wir nicht zuschauen, denn unsere nächste Etappe wartete bereits.

Mit den Fahrrädern machten wir uns auf den Weg , schließlich mussten wir die 30 Kilometer wieder mit den Rädern zurück zum Auto. Wir fuhren die Strecke entlang des Kanals Richtung Saarbrücken. Dabei passierten wir riesige Fernwärmerohre, und die gewaltigen Stahlwerke waren fast durchgehend in Sicht.

Nach etwa eineinhalb Stunden erreichten wir Saarbrücken. Dort gönnten wir uns an der Promenade erst einmal einen leckeren Eisbecher, bevor wir mit dem Auto zurück zu unserer Anlegestelle fuhren. Heute haben wir den Tag ganz geruhsam ausklingen lassen .

Juli

22

Der Tag begann wieder einigermaßen früh, für die nächsten 20 Kilometer bis Besseringen hieß es erneut zeitig: Leinen los!


Das Frühstück gab’s ganz entspannt während der Fahrt, und unterwegs hab ich noch einen frischen Johannisbeerkuchen gebacken.
Die einzige Schleuse auf unserer heutigen Etappe hatte zwei nebeneinanderliegende Kammern. Gerade als wir einfuhren, kam aus der großen Kammer ein beeindruckender, 170 Meter langer Frachter. Daneben wirkte die Vlinder fast wie ein kleines Spielzeugboot, wobei sie im Vergleich zu den kleinen Fischerbooten hier wiederum richtig groß aussieht. Perspektive ist eben alles.


Die Landschaft war ziemlich grün. Dichte Wälder säumten das Ufer. In Besseringen machten wir schließlich wieder an einer langen Spundwand fest , direkt hinter einem kleinen Anglerboot.


Von dort aus schwangen wir uns auf unsere Fahrräder und radelten zurück zum Auto. Der Weg führte vorbei an Merzig, kleinen Bootsverleihern und immer entlang des SaarRadwegs. Bei herrlichem Sommerwetter waren unzählige Radfahrer unterwegs.

Das Auto brachten wir gleich weiter nach Mettlach. Die Stadt ist vor allem für ihre vielen Outlets bekannt , allen voran Villeroy & Boch. Zum Bummeln blieb diesmal allerdings keine Zeit, denn der Skipper wollte zurück aufs Boot und Kaffee trinken.
Also ging es gemütlich mit dem Fahrrad rund um die Saarschleife zurück zur Vlinder. Morgen werden wir das dann vom Wasser aus erleben.
An Bord wartete schließlich der frisch gebackene Johannisbeerkuchen auf uns, den wir ganz entspannt an Deck genossen. Während Martin anschließend noch etwas Büroarbeit erledigte, machte ich es mir draußen mit einem Buch gemütlich. Währenddessen legte hinter uns die Dymel an, der große Frachter, der schon gestern in Dillingen hinter uns gelegen ist.

Juli

23

Manchmal ist die beste Idee, einfach einmal nichts zu tun. Martin hatte heute genau so einen Einfall, ein Ruhetag im Thermalbad Merzig.
Nach dem Frühstück schwangen wir uns auf die Räder. Die sechs Kilometer bis zum Bad wären eigentlich schnell geschafft gewesen , wenn Martin nicht wieder eine seiner „Abkürzungen“ gefunden hätte. Also ging es über Stock und Stein, quer durch die Prärie. Zum Glück war alles trocken.


Eine gute halbe Stunde später erreichten wir das Thermalbad Merzig. Klein, aber fein, liebevoll angelegt und mit angenehm warmem Wasser , genau das Richtige, um die Seele baumeln zu lassen.
So verbrachten wir einen entspannten Tag, ließen die Wärme auf uns wirken und genossen einfach die kleine Auszeit vom Alltag auf dem Wasser.


Gegen 17 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Diesmal ganz entspannt auf dem direkten Weg entlang des Wassers , ein schöner Abschluss für einen rundum gelungenen Wohlfühltag.

Und dann haben wir noch ein kleines Meisennest direkt am Anleger zwischen den Festmacherpollern an den Dalben entdeckt.

Juli

24

Kurz nach acht Uhr morgens legten wir ab und machten uns auf den Weg nach Saarburg. Über der Saar lag noch ein leichter Nebelschleier, der dem Fluss eine fast schon herbstliche Stimmung verlieh. Die Luft war frisch, der Himmel strahlend blau ,ein wunderschöner Start in den Tag.
Ganz gemütlich fuhren wir durch die Saarschleife. Der Blick hinauf zum Baumwipfelpfad war bei diesem klaren Wetter besonders beeindruckend.


Die heutige Etappe war knapp 30 Kilometer lang und führte uns durch zwei große Schleusen. Zuerst passierten wir die Staustufe Mettlach mit ihrer imposanten Fallhöhe von 11 Metern. Sie ist ein bedeutendes Bauwerk der Saarschifffahrt und verfügt über eine Großschleuse für die Berufsschifffahrt sowie eine kleinere Schleuse für Sportboote.

Wenig später erreichten wir die Staustufe Serrig, Deutschlands größte Flussstaustufe mit 14,5 m Fallhöhe, an einem natürlichen Flusslauf. Als wir rausfuhren, warteten bereits sieben Boote auf die Schleusung , vermutlich alle auf Wochenendausflug.


Gegen 13 Uhr liefen wir schließlich in Saarburg ein. Unser tägliches Fahrradprogramm durfte natürlich auch heute nicht fehlen. Da wir das Auto bereits nach Mettlach gebracht hatten, radelten wir zunächst rund 25 Kilometer am Fluss entlang zurück, holten das Auto und fuhren anschließend wieder nach Saarburg zum Boot. Unterwegs erledigten wir noch einen Einkauf.


Als wir zurückkamen, hatte hinter der VLINDER ein weiteres Boot festgemacht. Sein Aufbau ähnelte unserem erstaunlich. Wenig später kamen die Besitzer vorbei. Sie stammen aus Kalifornien und wir kamen sofort ins Gespräch. Wie schön, dass man auf dem Wasser so unkompliziert Menschen aus aller Welt kennenlernt.


Am Abend radelten Martin und ich noch in die Altstadt. Direkt am Wasserfall kehrten wir in die Zunftstube ein und gönnten uns einen leckeren Flammkuchen. Eine klare Empfehlung von uns: gutes Essen, schneller Service und eine ausgesprochen freundliche Bedienung. Zum Abschluss durfte natürlich noch ein Eis für Martin nicht fehlen.


Doch das eigentliche Highlight des Tages wartete erst auf dem Rückweg. Direkt hinter unserem Boot kämpfte ein Angler mit einem großen Fisch. Nach einiger Zeit tauchte der Grund auf: ein Wels von etwa 1,20 Metern Länge! Gemeinsam mit Martin gelang es ihm schließlich, den Fisch aus dem Wasser zu holen. Da der Angler eigentlich lieber einen Zander mit nach Hause nehmen wollte, entfernte er vorsichtig den Haken und setzte den beeindruckenden Wels (verbotenerweise)wieder in die Saar zurück.


Was für ein Tag! Traumhaftes Wetter, eindrucksvolle Schleusen, nette Begegnungen und zum Abschluss noch ein großer Fisch. Langweilig wird es eigentlich nie.

Juli

25

Der Tag begann ganz entspannt. Martin erledigte am Morgen noch ein bisschen Büroarbeit und ich nutzte die Zeit, um einen Kuchen zu backen. Gerade als ich fertig war, klopfte es an der Tür. Amy vom Nachbarboot schaute vorbei, um Hallo zu sagen. Ganz spontan fragte ich sie, ob sie und ihr Mann Rob mit uns frühstücken möchten. Sie nahmen die Einladung gerne an.
Also wurde schnell der Tisch an Deck gedeckt und schon saßen wir gemeinsam bei einem leckeren Frühstück in der Morgensonne. Unsere amerikanischen Nachbarn sind , genau wie Martin , begeisterte Segler, sodass der Gesprächsstoff natürlich nie ausging. Und noch bevor das Frühstück zu Ende war, hatten wir bereits eine Gegeneinladung zum Abendessen. Außerdem erwarteten Amy und Rob noch Besuch: Bruce aus Australien, dessen Boot in Südfrankreich liegt.


Nach dem gemütlichen Frühstück arbeitete Martin weiter im „Office“, während ich mir einen richtig entspannten Nachmittag gönnte und mein spannendes Buch zu Ende las.
Am frühen Abend bereitete ich noch ein paar Antipasti vor, bevor wir zur Vivante hinübergingen. Auch sie ist ein wunderschönes Boot mit einer etwas anderen Innenaufteilung. Rob hatte den Grill bereits angeheizt und Amy einige leckere Appetizer vorbereitet.
Dabei erzählte sie noch einmal von ihrem nächtlichen Abenteuer: Um halb drei wurden sie von einem großen Hotelboot geweckt und mussten ihren Liegeplatz räumen. Zum Glück konnten sie längsseits an dem riesigen 110 Meter langen Hotelschiff festmachen.

Trotzdem war es fast halb vier, bis endlich wieder Ruhe einkehrte und sie schlafen konnten. In der Nacht sicher ein echter Albtraum , heute können sie zum Glück schon mit einem Schmunzeln davon erzählen.
Nach gegrillten Würstchen mit Kartoffelsalat und einer leckeren italienischen Panzanella gab es als Dessert noch meinen Mohn-Käsekuchen.
Zu unserer Freude kannten alle drei unser Lieblingskartenspiel Wizard. Martin die Runde mit großem Vorsprung … wer auch sonst? Anschließend zeigte uns Amy noch ein französisches Kartenspiel, das ebenfalls richtig viel Spaß machte.
Kurz vor elf verabschiedeten wir uns schließlich. Es war ein wunderschöner Abend mit vielen interessanten Gesprächen, gutem Essen und neuen Freunden. Jetzt hoffen wir natürlich, dass sich unsere Wege auf dem Rückweg noch einmal kreuzen.

Juli

26

Der Tag begann mit strahlend blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein , besser hätten die Voraussetzungen für unsere Weiterfahrt kaum sein können. Bevor wir die Leinen loswarfen, verabschiedeten wir uns von unseren netten Nachbarn. Natürlich wurden noch Telefonnummern ausgetauscht und ein paar Erinnerungsfotos gemacht, bevor es für uns hieß: Kurs Luxemburg.


Schon kurz nach dem Ablegen wurden wir von drei Kanus überholt. Einer der Paddler fragte im Vorbeifahren, ob wir ebenfalls zur Schleuse wollten. Ich zeigte ihm nur einen Daumen nach oben . Dass die Kanuten tatsächlich mit uns gemeinsam geschleust werden würden, hatten wir allerdings nicht erwartet.


Kurz vor der Schleuse Kanzem funkte Martin den Schleusenmeister an. Die Antwort kam prompt: Die Kanuten seien bereits in der Schleuse und er würde noch auf uns warten. Martin entlockte das ein kleiner Fluch, denn er legt lieber an Steuerbord an. Dort hatten sich allerdings schon zwei Kanus festgemacht. Ich glaube, die Kanuten bekamen auch kurz Panik, denn wir mussten ziemlich dicht an das Kanu auf der Backbordseite heran. Bei einer Fallhöhe von 11,75 Metern ist das schließlich kein alltägliches Manöver. Aber wie so oft lief alles reibungslos und nachdem die Kanus die Schleuse verlassen hatten, konnten auch wir unsere Fahrt fortsetzen.


Der restliche Abschnitt verlief angenehm ruhig. In Konz verabschiedeten wir uns von der Saar und wechselten auf die Mosel. Eigentlich wollten wir in Wasserbillig festmachen, doch der von Martin ausgesuchte Liegeplatz war bereits belegt. Also ging es weiter nach Grevenmacher.
Dort gibt es eine lange Pier, die überwiegend für Hotelboote reserviert ist. Ein etwa 25 Meter langer Abschnitt ist jedoch für Motorboote vorgesehen – genau dort fanden wir schließlich einen Platz. Die „Rheinprinzessin“ wurde erst für Montagmorgen um sieben Uhr erwartet, sodass wir den Liegeplatz problemlos nutzen konnten.

Nach dem Anlegen folgte das inzwischen gewohnte Ritual. Fahrräder klarmachen und die rund 25 Kilometer zurück zum Auto radeln.

Die „Vivante“ hatte inzwischen ebenfalls abgelegt und war auf dem Weg nach Mettlach.
Den Tag ließen wir schließlich ganz entspannt bei einem leckeren Abendessen in einem Restaurant ausklingen.

Aug.

2

Der Sonntag begann perfekt mit einem üppigen Frühstück an Deck bei strahlend blauem Himmel. Während wir gemütlich unseren Kaffee genossen, zog die Avalon, ein beeindruckendes Kreuzfahrtschiff aus der Schweiz, an uns vorbei. Sofort entstand eine angeregte Diskussion. Norwin, Martina und ich waren überzeugt, dass sie größer war als die Leonardo da Vinci, die mit ihren 105 Metern direkt vor uns lag. Martin war da ganz anderer Meinung: „Niemals!“ Zum Glück gibt es Google. Und siehe da – die Avalon ist tatsächlich fünf Meter länger. Damit war klar: Wir hatten Recht! Das sorgte natürlich für einige Lacher am Frühstückstisch.
Nach einem herzlichen Abschied von unseren netten Nachbarn von der MS Steilvol legten wir ab. Martin drehte die Vlinder, und wir machten uns auf den Weg Richtung Saarburg. Zunächst übernahm Martina das Steuer, bevor sie später wieder an Norwin übergab.


Kurz darauf verließen wir die Mosel und bogen in die Saar ein. Sofort veränderte sich die Landschaft. Die endlosen Weinberge wichen dichten Wäldern links und rechts vom Ufer. Auf dem Saar-Radweg herrschte reger Betrieb mit vielen Radlern.
Natürlich durfte auch der Wechsel der Gastlandflagge nicht fehlen. Die luxemburgische Flagge verschwand wieder ordentlich in der Schublade, während die deutsche Gastlandflagge ihren Platz auf der Steuerbordseite einnahm.


Vor der Schleuse Kanzem holte uns die Diogene wieder ein. Leider war die Schleuse nicht groß genug für beide Schiffe, sodass die Diogene auf ihre Einfahrt warten musste. Ganze zwölf Meter ging es für uns nach oben. Martina war am Bug im Einsatz und hängte die Leinen immer wieder um, während Norwin Martin am Heck unterstützte.

Kurz vor zwei Uhr erreichten wir den noch völlig leeren Anleger in Saarburg. Für Martin und Norwin war der Tag allerdings noch nicht vorbei. Sie schwangen sich direkt auf ihre Fahrräder und radelten die 21 Kilometer zurück nach Grevenmacher, um die beiden Autos zu holen. Martina und ich machten es uns derweil an Bord gemütlich, genossen die Ruhe und beobachteten den wenigen Bootsverkehr.


Gegen halb vier kehrten die beiden Radfahrer zurück – genau rechtzeitig zum Nachmittagskaffee, nachdem sie bei Wasserbillig die Mosel per Fähre überquert hatten.

Dazu gab es einen frisch gebackenen Apfelschmandkuchen, den ich morgens nach dem Ablegen vorbereitet hatte.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir entspannt unter dem Sonnendach an Deck. Ein leichter Wind machte die hochsommerlichen Temperaturen angenehm erträglich. Am Abend wollten wir noch gemütlich in Saarburg essen gehen.
Doch kurz vor 18 Uhr wurde es am bislang leeren Anleger noch einmal spannend. Ein 110 Meter langer Frachter schob sich langsam auf unseren Liegeplatz zu. Martina sagte noch zu Norwin: „Überleg dir schon mal, wo du dich festhalten willst.“ Je näher das Schiff kam, desto größer wirkte es. Erst kurz vor unserem Heck kam der Frachter schließlich zum Stehen. Das war schon ein beeindruckendes und zugegeben auch ein wenig aufregendes Manöver. Zum Glück ging alles gut.


Wir waren gerade fertig um in die Stadt zu gehen, da kam plötzlich die Leonardo da Vinci angefahren. Die wollten bestimmt auch hier anlegen, das war aber jetzt zu knapp. Sie drehte punktgenau mit ihren 105 Metern um und fuhr direkt rückwärts 1,5 km an die Mauer vor der Stadt. Wir sind noch ein Stück mit den Rädern neben her gefahren.

Als wir unsere Räder abgestellt haben, spazierten wir durch die Stadt, bevor wir ein nettes Lokal gefunden hatten. Essen war gut, Service sehr freundlich, aber die Gelüste auf Eis danach waren größer.

In der ersten Eisdiele gab’s nur noch Eis zum Mitnehmen, das wollten wir nicht. In der zweiten Eisdiele konnten Martina, Martin und Norwin doch noch einen Eisbecher genießen. Bevor wir aufs Boot zurück radelten, kamen uns noch viele Menschen entgegen, die vom Kreuzfahrtschiff aus an einer abendlichen Stadtführung teilnahmen. Martin und ich spielten an Bord noch einige Runden Backgammon, während Martina und Norwin es sich mit einem guten Buch gemütlich machten.

Aug.

3

Ausnahmsweise begann der Tag heute deutlich früher als geplant. Punkt sechs Uhr wurden wir , zumindest alle außer Martin ,von einem tiefen Rauschen und lauten Motorengeräuschen geweckt. Der große Frachter, der gestern Abend mit viel Getöse hinter uns festgemacht hat legte genauso spektakulär , wie er kam, wieder ab.
Nach einem gemütlichen Frühstück machten sich Martina und Norwin mit den Fahrrädern auf den Weg nach
Saarburg. Ihr Ziel war das Glockengießermuseum. Das Museum Glockengießerei Mabilon in Saarburg ist ein einzigartiges, original erhaltenes Industriedenkmal. Gegründet im Jahr 1770 von Urbanus Mabilon, wurde die Gießstätte nach der Schließung Ende 2002 in ein lebendiges Museum und soziokulturelles Zentrum umgewandelt. Besucher können hier den gesamten Entstehungsprozess einer Glocke in den authentischen Werkstätten nachvollziehen. Martin und ich blieben an Bord und kümmerten uns um die Dinge, die eben auch dazugehören. Martin arbeitete am Computer, während ich drinnen und draußen haushaltstechnisch unterwegs war.


Kurz vor zwölf kamen die beiden gut gelaunt zurück. Sie erzählten begeistert von ihrem Museumsbesuch und waren beeindruckt von der interessanten Geschichte des Glockengusses. Außerdem hatten sie noch frisches Brot vom Bäcker mitgebracht
Sobald die Fahrräder wieder verstaut waren, legten wir ab. Langsam fuhren wir an Saarburg vorbei und konnten die wunderschöne Stadt noch einmal vom Wasser aus bewundern.
Bis zur Schleuse Serrig übernahm Norwin erneut das Steuer, während Martina es sich draußen unter dem Sonnendach gemütlich machte und die herrlich grüne Landschaft bewunderte.


An der Schleuse Serrig hieß es dann erst einmal warten. Ein großer Frachter und ein Schubverband sollten gemeinsam mit uns, oder besser gesagt, wir mit ihnen, geschleust werden. Zunächst war geplant, dass wir mit in die große Kammer fahren, doch am Ende reichte der Platz nicht aus. Also bereitete der Schleusenmeister für uns die kleine Kammer vor ,was natürlich wieder etwas Zeit in Anspruch nahm.
Auch in dieser Schleuse waren Martina und Norwin wieder eine große Hilfe. Durch den Höhenunterschied von rund 14 Metern mussten die Leinen mehrfach umgehängt werden. Nach über einer Stunde konnten wir endlich die Schleuse verlassen und unsere Fahrt Richtung Mettlach fortsetzen.


Etwa zwei Stunden später tauchte am Horizont schon der markante Schlot der Keramikmanufaktur auf – das Wahrzeichen der Villeroy-&-Boch-Stadt Mettlach. Zu unserer Freude war der Anleger mitten im Ort frei. Das Anlegen war dort zwar etwas knifflig, klappte aber schließlich problemlos.
Kaum waren wir fest, machten sich Martin und Norwin mit den Fahrrädern wieder auf den Weg. Wie jeden Tag fuhren sie zurück , heute 21 km, nach Saarburg, um die Autos nachzuholen. Martina und ich blieben an Bord. Es war inzwischen drückend heiß und unglaublich schwül. An einen Stadtbummel war gar nicht zu denken, deshalb verschoben wir unser geplantes Shopping auf den nächsten Morgen.


Schon den ganzen Nachmittag hörten wir es immer wieder in der Ferne donnern. Zunächst sah es so aus, als würde das Gewitter an uns vorbeiziehen, doch plötzlich öffnete der Himmel doch noch seine Schleusen. Wir blieben unter dem Sonnendach sitzen und genossen den Regen und die endlich etwas kühlere Luft. In einer trockenen Pause kamen auch Martin und Norwin wieder zurück. Schnell wurden die Fahrräder verstaut, bevor sich jeder mit einem Buch oder einfach dem Blick auf den Regen eine kleine Auszeit gönnte. Leider war der Schauer schnell wieder vorbei, aber zumindest brachte er eine kleine Abkühlung.
Währenddessen bereitete ich das Abendessen vor. Die Bolognese hatte ich bereits mittags gekocht, damit sie schön durchziehen konnte. Der Salat war schnell fertig, die Nudeln ebenso, und Norwin kümmerte sich noch um den Parmesan. Gemeinsam schmeckte das Essen gleich doppelt so gut.


Danach war wieder Spieleabend angesagt. Zuerst spielten wir eine Runde Wizard – diesmal durfte ich mich über den Sieg freuen. Anschließend weihten wir das neue Spiel ein, das Martina und Norwin mitgebracht hatten: Codenames. Wir hatten jede Menge zu lachen. Gegen elf Uhr verabschiedete sich Martina schließlich in ihre Kabine, während Norwin den Abend noch mit einem Buch draußen an der inzwischen angenehm frischen Luft ausklingen ließ.

Aug.

4

Das Shoppingfieber ist ausgebrochen. Schließlich lag die Outletmetropole Mettlach direkt vor unserer Haustür. Unser erster Stopp war das Villeroy & Boch Outlet. Während Martin und Norwin sich Eintrittskarten für die Erlebniswelt – eine Kombination aus Geschichte, Ausstellung und Verkauf – kauften, blieben Martina und ich im riesigen Outlet zurück. Zwischen wunderschön gedeckten Tischen, edlem Porzellan und den liebevoll gestalteten Oster- und Weihnachtstellern gab es jede Menge zu entdecken. Martina fand ein kleines Mitbringsel, bevor wir gemeinsam weiter durch die Stadt schlenderten.


Mettlach ist ein wahres Paradies für Shoppingfreunde. Neben Villeroy & Boch gibt es zahlreiche weitere Outlets, unter anderem von WMF, MAC, Trigema, Vossen und Bassetti. Doch trotz der großen Auswahl blieb unser Geldbeutel heute weitgehend verschont. Für den Haushalt brauchen wir nichts und unsere Schränke sind ohnehin gut gefüllt. Lediglich Martina konnte bei Trigema einem schönen Shirt nicht widerstehen, sowie Martin einer Eisdiele, an der wir vorbei kamen. So kehrten wir ganz entspannt und ohne große Einkaufstaschen zum Boot zurück.


Dort wartete schon das nächste kleine Abenteuer. Martin funkte die Schleuse an und fragte, ob wir passieren könnten. Die Antwort lautete: „Fahren Sie schon einmal vor, machen Sie an der Mauer fest – es könnte etwas dauern.“ Also Leinen los und in fünf Minuten hatten wir umgeparkt.
Gerade als wir festgemacht hatten, verließ das Ausflugsschiff Saarstern die kleine Schleusenkammer. Martin dachte natürlich, jetzt könnten wir direkt hineinfahren. Also funkte er noch einmal nach. Doch erneut kam die Antwort: „Bitte an der Mauer warten.“ Besonders begeistert war Martin darüber nicht, weil sich nichts tat.
Ich marschierte schließlich zur Schleuse hinauf, winkte freundlich in die Kamera an der Sprechanlage und fragte höflich, mit welcher Wartezeit wir ungefähr rechnen müssten. Die Antwort war ebenso freundlich wie wenig aussagekräftig: „Ich bin zeitnah so weit.“ Was auch immer „zeitnah“ genau bedeutet.
Kaum war ich wieder zurück auf dem Boot, klingelte auch schon das Funkgerät: Die Schleuse war bereit und wir konnten einfahren. Die grüne Ampel war von unserem Liegeplatz aus schlicht nicht zu sehen. Also hinein in die Kammer! Die zehn Höhenmeter meisterten wir inzwischen schon fast routiniert: Martina und ich kümmerten uns um die Leinen am Bug, Martin und Norwin arbeiteten am Heck – und alles klappte wie am Schnürchen.


Oben angekommen befanden wir uns bereits fast an der berühmten Saarschleife. Für viele Besucher des Saarlandes gehört dieser Ausblick zu den schönsten Erinnerungen überhaupt. Vom Aussichtspunkt Cloef oder vom Baumwipfelpfad aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf die große Flussschleife. Aber auch vom Wasser aus zeigt sich dieses Naturwunder von seiner schönsten Seite. Morgen wollen Martina und Norwin den Aussichtspunkt besuchen – schließlich gehört der Blick von oben einfach dazu.
Unser Tagesziel war der lange Kai in Besseringen, wo wir pünktlich zur Kaffeezeit festmachten. Am Morgen hatte ich noch schnell einen Käsekuchen mit Himbeeren und Blaubeeren in den Ofen geschoben, der nun genau zur richtigen Zeit fertig war. So ließen wir uns den Kuchen bei einer Tasse Kaffee schmecken.


Anschließend machten sich Martin und Norwin noch einmal mit den Rädern auf den Weg zurück nach Mettlach, um das Auto zu holen und direkt nach Merzig zu fahren. Martina und ich genossen derweil einen herrlich ruhigen Nachmittag an Deck. Abends gab’s Steaks, Kartoffelsalat und Antipasti, danach wieder ein lustiges Wizard Spiel mit den typischen Äußerungen
„….hätte ich doch….“

im Dunkeln haben wir dann noch die gemischte Palette an Musik vom Hitster geraten. Da hatten wir alle Defizite bei den Künstlern, obwohl die Musik immer im Radio läuft . Heute war ein gelungener Mix aus Shopping, Schleusenabenteuer , Saar-Idylle und Spaß am Abend.

Aug.

5

Wieder begrüßte uns ein strahlender Morgen an der Saar bei Besseringen. Ganz früh lag ein Nebelschleier über dem Fluss . In der Nacht kühlt es zum Glück immer angenehm ab, sodass wir unser leckeres Frühstück ganz entspannt an Deck genießen konnten.
Nach dem Frühstück hieß es vom Skipper: Leinen los. Unser Ziel war heute Merzig. Die Etappe war bewusst kurz gewählt, damit Martina und Norwin genügend Zeit für ihren geplanten Ausflug zur Saarschleife hatten. Bereits nach etwa einer Stunde legten wir in Merzig an. Beim Festmachen ist Norwin inzwischen schon richtig eingespielt ,jeder Handgriff sitzt.
Nachdem wir angelegt hatten, machten sich Martina und Norwin auf den Weg zu ihrem Auto, das Norwin bereits am Vortag vorausgefahren hatte. Martin und ich nutzten die Zeit an Bord, erledigten ein paar Arbeiten und ließen gleich noch eine Maschine Wäsche laufen.
Schon bald erreichten uns die ersten Fotos von ihrem Ausflug. Von der Aussichtsplattform Cloef und dem Baumwipfelpfad bot sich ihnen ein wunderschöner Blick auf die Saarschleife. Beide waren begeistert. Anschließend fuhren sie weiter zur Römischen Villa Nennig.


Berühmt ist die Villa vor allem wegen ihres prachtvollen Mosaikbodens, der zu den spektakulärsten seiner Art nördlich der Alpen zählt. Damit gehört sie zu den bedeutendsten römischen Baudenkmälern des Saarlandes. Die Motive des außergewöhnlich gut erhaltenen Mosaiks sind weltweit bekannt und zeigen in acht symmetrisch angeordneten Bildfeldern den Ablauf eines Spektakels im Amphitheater .
Am späten Nachmittag kamen die beiden voller Begeisterung zurück an Bord und erzählten von dem faszinierenden Mosaik und dem herrlichen Ausblick über die Saarschleife. Danach gönnten wir uns alle noch eine kleine Pause, bevor wir uns gegen 19 Uhr zu Fuß auf den Weg in die Merziger Altstadt machten.
Martina hatte ein gemütliches, typisch saarländisches Lokal ausgesucht, das auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann. Der Jugendstilbau entstand um die Jahrhundertwende und beherbergte über drei Jahrzehnte eines der bekanntesten Warenhäuser der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Gebäude lange leer, wurde später von verschiedenen Eigentümern genutzt und diente zwischenzeitlich sogar als Autohaus. In den vergangenen Jahrzehnten zog schließlich die Gastronomie ein – und das war für uns ein Glücksfall. Das Essen war ausgesprochen lecker und mehr als reichlich.
Auch der Rückweg durch die Stadt war sehr schön. Die vielen gut erhaltenen Barockbauten verleihen Merzig einen ganz besonderen Charme.


Zurück an Bord durfte natürlich unsere inzwischen traditionelle Runde Wizard nicht fehlen. Diesmal spielten wir im Dunkeln bei Lampenlicht. Wir haben so viel gelacht, dass man unsere Kommentare eigentlich hätte aufnehmen müssen. Martin sicherte sich den Sieg, Norwin belegte den zweiten Platz.
Gegen 23 Uhr wurde es draußen spürbar frisch. Müde verschwanden wir nach einem rundum gelungenen Tag in unsere Kabinen. Nur Norwin blieb noch eine Weile an Deck, genoss die klare Nachtluft und die wohltuende Ruhe auf der Saar.

Aug.

6

Wie schnell doch eine Woche vergeht – das wurde uns heute wieder bewusst. Leider hieß es schon Abschied nehmen von unseren Gästen Martina und Norwin. Nach einem gemütlichen Frühstück wurden die Koffer gepackt und wir begleiteten die beiden noch zu ihrem Auto. Bevor sie die Heimreise antreten, wollten sie noch den Archäologiepark Römische Villa Borg besuchen. Ein schöner Abschluss ihrer Reise. Besonders gefreut haben wir uns über den lieben Eintrag von Norwin in unserem Gästebuch. Herzlichen Dank dafür.


Zurück an Bord hieß es für uns wieder: Leinen los! Unser heutiges Ziel war Saarlouis. Unterwegs stand noch eine Schleuse auf dem Programm. Beide Schleusentore standen bereits offen und Martin meldete sich per Funk an. Die Antwort kam jedoch prompt: Aus Gründen des Wassersparens wollte man uns nicht alleine schleusen. Also machten wir am Wartesteg fest und warteten geduldig auf weitere Boote. Offenbar macht man sich inzwischen auch auf der Saar Gedanken über den Wasserstand. Noch ist hier alles gut befahrbar, doch viele Kanäle sind schon wegen Wassermangel gesperrt
Nach gut einer halben Stunde sprang die Ampel endlich auf Grün und wir durften einfahren. Sechs Meter ging es anschließend nach oben.


Ein kleines Highlight wartete wenig später auf uns an einem kleinen Ladehafen: Dort wurde ein Boot von außen mit einem Dampfstrahler gereinigt. Das Kuriose daran: Eine Frau saß dabei in einem Arbeitskorb und fuhr Stück für Stück an der Bordwand entlang. Fast schon das Spannendste, was wir heute unterwegs gesehen haben.


Gegen halb drei erreichten wir Saarlouis. Zu unserer Freude war der Anlegeponton tatsächlich noch frei. Martin hatte gestern Nachmittag vorsorglich ein Reserviert-Schild angebracht. Tja, manchmal gilt eben doch: Frechheit siegt.


Anschließend schwangen wir uns auf unsere Fahrräder und fuhren zurück nach Merzig, um das Auto zu holen. Unterwegs erledigten wir noch den Einkauf, denn morgen dürfen wir bereits die nächsten Gäste an Bord begrüßen.
Den Abend ließen wir schließlich ganz entspannt ausklingen .

Aug.

7

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Großreinemachens. Nachdem uns an den letzten Anlegestellen der Wind jede Menge Blätter und Staub an Bord geweht hatte, rückte Martin draußen mit dem Wasserschlauch an. Das gesamte Deck wurde gründlich gereinigt und die Vlinder glänzte danach wieder wie neu.
Währenddessen war ich unter Deck beschäftigt und bereitete die Kabinen für unsere neuen Gäste Christiane, Irene und Ursula aus Freiburg vor. Heute brauchte ich nicht backen, denn Irene hatte sich angeboten, einen Kuchen mitzubringen.


Pünktlich zur Kaffeezeit trafen die drei mit einem großen Hallo ein. Christiane kennt Martin schon seit vielen Jahren, entsprechend herzlich war die Begrüßung. Schnell schlug ich noch frische Sahne zu dem leckeren Apfelkuchen auf, und gemeinsam ließen wir uns den Kaffee und den köstlichen Kuchen gemütlich an Deck schmecken.

Anschließend führte Martin unsere Gäste über die Vlinder, zeigte ihnen das Schiff und ihre Kabinen. Danach fuhren die drei noch zum Einkaufen . Martin und ich konnten derweil beim Rudertraining einer Mädchenmannschaft zuschauen. Da herrscht ein rauher Ton, aber die Mädels waren super.


Als unsere Gäste wieder zurück an Bord kamen, machte Martin mit Christiane und Irene noch eine Stadtbesichtigung in Saarlouis. Saarlouis im Saarland ist bekannt als die „französischste Stadt Deutschlands“. Sie wurde im Jahr 1680 vom französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. als Festungsstadt gegründet und nach ihm benannt. Die Stadt besticht durch ihren historischen Stadtkern, durch die lebendige Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und durch ein französisches Lebensgefühl mit vielen Bistros und Cafés.


Ich blieb mit Ursula zurück an Bord. Wir wollten uns dann um acht Uhr beim Griechen ums Eck zum Abendessen treffen.
Wir hatten einen tollen Platz auf der Terrasse mit Blick auf die Saar und mit musikalischer Unterhaltung. Im Bistro nebenan war heute eine Schlager und Mollorca Party. Das Essen war lecker und der junge Mann vom Service sehr nett. Zurück an Bord haben wir „Sechs mit“ von Christiane und Irene gespielt. Das gleiche Spiel spielten wir vor zwei Wochen auch bei Amy auf der Vivante . Ursula kannte das Spiel nicht, aber sie hat am Ende gewonnen. So ging dieser Tag recht lustig zu Ende. Als Irene, Christiane und Ursula recht müde von dem langen Tag in die Kabinen gingen, bin ich noch auf die Schlagerparty in den Biergarten gegangen.

Wann hat man schon mal sowas nebenan. Schön war’s , endlich mal wieder zappeln, obwohl ich später im Bett noch über den „Delfin in der Bauchtasche“ sinniert habe🤷‍♀️.

Aug.

8

Christiane

9 Uhr gab es wie angekündigt ein fulminantes Frühstück an Deck mit Obstsalat, Wurst- und Käseplatte sogar Wachteleiern: köstlich!

Dann legten wir ab mit Ziel Völklingen ca. 15 km. Sylvia und Martin sind ein perfekt eingespieltes Team und managen das Ablegemanöver routiniert. Irene und ich probierten uns als Steuerfrauen. Tolles Gefühl ein 100 Tonnen Schiff zu manövrieren.

Die Saarufer sind grüner wie gedacht und 5 kmh ist ein angenehmes Tempo. Wir 3 Gäste können dabei herrlich entschleunigen. Eine Schleuse mit 3,80 m Hub nach oben ist zu bewältigen, dank Schwimmpollern und dem Skipperteam ganz easy!

Bei herrlichem Sonnenschein erreichen wir 3 Stunden später Völklingen und machen an einer großen Fahrgastschiff Anlegestelle fest, die nicht mehr genutzt wird. Schnell sind 3 Fahrräder startklar und mit Martin fahren Irene und ich nach Saarlouis zurück, um die Autos zu holen. Wieder an Bord gibt es Silvias herrlichen frisch gebackenen Blaubeerkuchen.

Da Sylvia und Martin das Völklinger Weltkulturerbe schon kennen, machen wir 3 uns auf den Weg das Industriedenkmal zu besichtigen und sind begeistert: Es hat sich gelohnt!
Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Zum Abendessen an Deck hat Sylvia uns Kartoffelsalat und grünen Salat gezaubert! Mit Bratwürsten und Merguez ein perfektes Mahl.

Dann lernen wir das Spiel Wizzard. Ursula gelingt es am Besten von uns 3. Hitster folgte d.h. raten von Jahreszahl, Interpret und Titel eines Hits, der über QR Code kurz angehört wird. Auch darin zeigten sich Ursula und Sylvia als Spitze!

So schön ein Sommerabend bei angenehmen Temperaturen an Deck der Vlinder. Dankbar für den wunderbaren Tag sinken wir in unsere gemütlichen Kojen.

Aug.

9

Christiane

Heute gab es wegen uns 3 Schlafmützen ein späteres Frühstück, wahrscheinlich lag es an dem zu leckeren Wein 🍷 den wir am Vorabend genießen durften.

Dann legten wir in Völklingen ab mit dem Ziel Landeshauptstadt Saarbrücken.
Unterwegs trafen wir dann noch die VIVANTE, auch eine alte Barge mit Eignern aus den USA.

Es war ein sehr heißer Sommersonntag ohne Wind und wir glitten mit Schrittempo die 13 km dahin. In der einzigen Schleuse unterwegs hob uns dieses Mal das Wasser von unten schnell die 5,80m nach oben. Wie gestern managten das An- und Ablegen in der Schleuse Sylvia und Martin souverän.

Angekommen in Saarbrücken drehte Martin die Vlinder auf der Saar, um mit Steuerbord gegenüber dem Landtag festzumachen. Leider verläuft die Autobahn direkt an der Saar und stört die Idylle!

Schnell ging es mit den Rädern zurück nach Völklingen die Autos zu holen. Empfangen an Bord wurden wir mit Johannisbeerkuchen. Hmmm!!! Sylvia ging für eine Nacht von Bord um daheim in Schopfloch nach dem Rechten zu sehen. Wir 3 Gäste spazierten an der Saar entlang und holten Martin gegen 19 Uhr an der Vlinder ab auf der Suche nach einem Restaurant.

Vom Liegeplatz erreichten wir zu Fuß in 10 Minuten die belebte Altstadt und entschieden uns für Café Especial, ein mexikanisches Lokal. Dort wurden wir gut bedient und das Essen hat gemundet.
Auf dem Weg zu den Toiletten hang ein gelungener Wegweiser, den wir
Frauen sehr begrüßen!

Zurück an Bord spielten wir Kniffel und wer hat wieder gewonnen: Ursula!

Aug.

10

Nach der 3. Nacht auf der Vlinder und einem üppigen Frühstück hieß es Abschied nehmen.
Martin schleppte sogar noch unser Gepäck zum Auto.

Rundum erholt und bereichert machten wir uns auf den Heimweg.

Herzlichen Dank Sylvia und Martin! Wir kommen wieder!

Aug.

11

Vlinder ist zum Bild des Tages geworden.
Veröffentlicht am 8. August 2026 in der Saarbrückener Zeitung.

Am 4. August lag Vlinder auf dem Bild an der Saarschleife beim Anleger Schwemmlingen.

Aug.

13

Die letzten drei Tage waren eine bunte Mischung aus Arbeit, kleinen Abenteuern und ganz viel sommerlichem Saarland.
Am Dienstag stand zunächst das an, was zwischen dem Gästewechsel eben auch erledigt werden muss: Wäsche waschen, Kabinen putzen und alles wieder schön für die nächsten Gäste herrichten. Während ich mich um die üblichen Dinge an Bord kümmerte, hatte Martin eine andere wichtige Mission: Er wollte herausfinden, wo man noch diese begehrten Sofi-Brillen bekommt.
In ganz Saarbrücken waren sie ,wie offenbar überall , ausverkauft. Man weiß ja auch erst seit heute, dass Sofi ist. Aber ChatGPT war schlauer. In Sulzbach, rund 20 Kilometer von Saarbrücken entfernt, sollte es angeblich noch welche geben. Also hieß es: zum Auto laufen, nach Sulzbach fahren und schauen, was passiert.
Vor dem Geschäft angekommen, wartete allerdings eine riesige Schlange. Ich ging derweil einkaufen und Martin ging über die Straße zu dem Optiker. Natürlich hatte er wieder einmal Glück. Die Brillen gab es nur im Fünferpack für 30 Euro. Gerade als Martin sich hinten anstellte, kam jemand aus dem Geschäft und meinte, er brauche eigentlich nur zwei. Ob ihm jemand die restlichen drei abkaufen wolle?


Martin musste nicht lange überlegen. Er nahm die drei und verkaufte gleich eine davon weiter. So trafen wir uns tatsächlich fast gleichzeitig wieder am Auto. Ich hatte schon befürchtet, ewig in der Hitze warten zu müssen.
Zurück in Saarbrücken stellten wir das Auto etwas außerhalb der Innenstadt ab und liefen zu Fuß zurück. Erst gönnten wir uns ein Eis, anschließend bummelten wir gemütlich durch die Fußgängerzone und den Park zurück zur Vlinder. Viel zu tun gab es für den Rest des Nachmittags nicht mehr. Also hieß es: einfach das schöne Wetter genießen.

Gegen sechs Uhr packte ich schnell ein kleines Picknick und eine Decke in meinen Rucksack und dann ging es mit den E-Bikes rund zehn Kilometer hinaus aus der Stadt auf einen Berg. Von dort wollten wir die Sonnenfinsternis beobachten.
Natürlich waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. Der halbe Berg war bereits bevölkert . Familien mit Kindern, Filmer, Fotografen und einfach jede Menge Menschen, die sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen wollten.
Da der Mond die Sonne nur zu etwa 90 Prozent bedeckte, blieb es zwar hell, aber das Licht veränderte sich spürbar. Die Stimmung war irgendwie ganz besonders. Weil wir mit den Rädern unterwegs waren, machten wir uns allerdings etwas früher auf den Rückweg. Wenn anschließend alle Autos gleichzeitig über den Feldweg wieder auf die Straße wollten, fühlten wir uns dann doch etwas sicherer.


Die Strecke zurück war wunderschön. Das Wetter und die angenehme Abendstimmung lockten noch viele Menschen auf die Rad- und Spazierwege. Kurz nach neun waren wir wieder auf der Vlinder. Es war noch so angenehm draußen, dass ich mich mit meinem Buch aufs Deck setzte, während Martin es sich vor dem Fernseher gemütlich machte.
Sternschnuppen gibt es im Saarland wahrscheinlich keine – jedenfalls habe ich keine einzige gesehen. 💫
Übrigens liegt die Diogene seit gestern hinter uns. Der Skipper kam rüber und begrüßte uns, das war total schön.
Am Donnerstagmorgen hatte Martin dann wieder etwas zu tun. Im Steuerstand baute er die neuen Ventilatoren ein. Bei diesen Temperaturen wirklich dringend nötig.
Ich nutzte die Zeit für einen kleinen Stadtbummel durch die Saarbrücker Fußgängerzone. Und ich muss sagen: Die Stadt hat wirklich noch einige schöne, kleine und individuelle Geschäfte zu bieten. Es sind eben nicht nur die großen Ketten, die das Stadtbild prägen.
Als ich wieder auf die Vlinder kam, war mein fleißiges Bienchen immer noch am Werkeln. Die Ventilatoren waren inzwischen montiert und danach zauberte Martin auch noch Raffrollos für die „Windschutzscheibe“ im Steuerstand hin.
Als er endlich fertig war, hatte er sich erst einmal Kaffee und Kuchen verdient.


Der Park, vor dem die Vlinder liegt, wird wegen der Hitze erst am späten Nachmittag und Abend richtig lebendig. Und mehrmals am Nachmittag fährt ein kleiner Eiswagen durch den Park. Er macht dabei mit einer ganz originellen Glocke auf sich aufmerksam.


Gegen halb fünf fuhren wir mit den Rädern zum Auto und brachten es schon einmal nach Sarreguemines, unser morgiges Ziel nach der Pause, voraus. Natürlich musste auf der Autobahn noch schnell ein Schnappschuss von der Vlinder gemacht werden.


In der Marina von Sarreguemines meldeten wir uns in der Capitainerie schon einmal für einen Platz am nächsten Tag an. Kein Problem , da viele Boote übers Wochenende unterwegs sind, können wir dort zwei Tage bleiben.
Danach hieß es wieder aufs Fahrrad und am Ufer entlang zurück nach Saarbrücken.
Die Strecke ist wirklich idyllisch. Allerdings hat sich das frische Grün längst in trockenes Braun verwandelt. Der fehlende Regen macht sich überall bemerkbar. Besonders die Sonnenblumenfelder und der Mais sehen leider ziemlich trostlos aus.


Trotzdem waren viele Menschen unterwegs. Die Biergärten und Cafés am Wasser waren gut besucht und auch wir legten noch einen kleinen Zwischenstopp bei der „Wilden Ente“ ein. Das Lokal kannten wir noch vom letzten Jahr.


Nach einer kurzen Erfrischung ging es zurück zur Vlinder. Martin bekam noch einen leckeren Eiskaffee und dann haben wir seit Langem mal wieder ein paar spannende Runden Backgammon und Kniffel gespielt.


Das Ergebnis verrate ich hier lieber nicht😬, nur soviel, dafür hab ich letztes Mal verloren.
Am Abend drehten wir noch eine gemütliche Runde durch die Saarbrücker Innenstadt. Die Lokale waren fast überall gut gefüllt – kein Wunder, schließlich nutzen bei diesen Temperaturen alle die kühleren Abendstunden.

Aug.

14

Endlich hat der Autobahnlärm ein Ende. Gegen Mittag legten wir ab Richtung Sarreguemines. Martin drehte die Vlinder und los ging es. Bye bye Saarbrücken. Die Stadt ist ja echt schnuckelig und der Liegeplatz wäre perfekt, wenn die Autobahn nicht daneben laufen würde. Wir fuhren vorbei an den kleinen Partybötchen, die noch ruhig im Wasser lagen und auf Besucher warten.

Dann ging es zur 4560 , das ist die so genannte Graffiti Hall of Fame in Saarbrücken. Da hab ich beim letzten Mal schon darüber geschrieben . An dieser Graffitiwand erlaubt die Stadt, Graffiti zu sprayen, und will auf diese Weise die Kreativität der Jugendkultur fördern. Die Wand erstreckt sich über 450 Meter und besitzt 1800 Quadratmeter Fläche.


Nach einer Stunde kam die erste Schleuse. Nach den riesigen Schleusen auf der Mosel und auf der Saar war die kleine Schleuse mit der üblichen Kammergröße 38×5 m für Kanäle eine Wohltat . Das war die letzte deutsche Schleuse, bei der nächsten sind wir zurück in Frankreich. Deswegen muss auch der Flaggenwechsel wieder vollzogen werden. Nach der zweiten Schleuse kamen wir an einem Kanuverleih vorbei. Da waren einige unterwegs und nachdem Martin hupte, reihten sich alle am Ufer auf und machten uns Platz. Kaum waren wir vorbei, verteilten sie sich wieder und paddelten hinter uns her.


4 Schleusen hatten wir insgesamt bis Sarreguemines. Ab Frankreich haben wir wieder eine Fernbedienung bekommen um die Schleusen per Funk zu aktivieren. Das funktioniert hier super.

Dann gin es noch vorbei am alten Schiffs-Schrottplatz, wo diverse alte Peniche auf ihr Ende warten.

Ankunft im Hafen war kurz nach halb vier. Unser Platz, den wir gestern reserviert hatten, war durch die Amarok belegt. Den haben wir schön öfter getroffen und er hat eigentlich weiter oben einen Jahresliegeplatz. Warum er hier immer Plätze blockiert, muss man nicht verstehen. Egal, weiter vorne war auch noch Platz und Martin hat Millimeter genau eingeparkt. Da war kein ganzer Meter mehr Platz, das kann er halt. In der Capitanerie erledigte er gleich die Bezahlung der Liegegebühr und dann kauften wir noch schnell ein paar Sachen für den Feiertag morgen ein.

Zurück auf der Vlinder forderte Martin eine Revanche ein für die verlorenen Backgammon Spiele von gestern. Auf Deck war es einigermaßen erträglich, hat aber nichts genützt. Wir spielten 2:2 unentschieden. Ich hatte ja einen guten Lehrmeister. Ich genoss noch die schöne abendliche Stimmung an Deck und hab mein Buch weitergelesen, während Martin unten im Salon eine Hausbootreportage über die Lahn angeschaut hat.