Mai

25

Heute Früh habe ich die Kabinen für unsere Gäste hergerichtet und ging noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Auf dem Rückweg sagte ich Deborah aus der WOB Gruppe, auf ihrem Boot Peary, kurz Hallo. Sie wollen später weiterfahren Richtung Nancy. Vielleicht treffen wir sie ja nochmal. Am frühen Nachmittag erwarteten wir Ruth und Joki. Doch schon um elf Uhr rief jemand ein fröhliches „Hallo“ von der Brücke – Ruth und Joki waren etwas früher angekommen.


Zuerst machten wir ein paar kleine Snacks. Ruth hatte frisches Brot gebacken, zwei Kuchen mitgebracht und gefühlt ihren halben Kühlschrank von zuhause eingepackt. Kaum war alles auf dem Boot verstaut, vertieften sich die Männer sofort in Gespräche über Technik, Motoren und alles, was mit Booten zu tun hat.

Ruth und ich nutzten die Gelegenheit und machten einen Spaziergang durch die Stadt. Das Wetter war herrlich, überall waren Menschen unterwegs und die Cafés bis auf den letzten Platz gefüllt.
Als wir zurück auf die Vlinder kamen, traf Stefan ein. Nach der herzlichen Begrüßung gab es erst einmal einen kleinen Aperol, den Maria mitgebracht hatte, dazu Ruths Kuchen. Natürlich saßen wir draußen unter unserem neuen Sonnenschutz und genossen den Nachmittag mit Kaffee und guter Stimmung.


Mittlerweile waren drei Technikfans beieinander und damit gab es endgültig kein anderes Gesprächsthema mehr als Bootstechnik, Motoren und alles drumherum. Also verzogen wir Mädels uns kurzerhand in den Salon und hielten dort unseren eigenen Plausch. Später frischte der Wind ein wenig auf und wir gingen wieder nach oben an den Tisch.
Immer wieder blieben Spaziergänger stehen und schauten zu uns herüber. Unsere entspannte Stimmung schien richtig ansteckend zu sein. Die Gesprächsthemen gingen uns jedenfalls den ganzen Tag nicht aus.
Am Abend gab es dann noch eine leckere Brotzeit mit Ruths selbstgebackenem Brot – und vielen anderen Leckereien .


Und endlich hatten wir wieder Mitspieler für Wizard an Bord. Maria und Stefan kannten das Spiel schon. Während Martin den anderen beiden, Ruth und Joki, den Spielablauf erklärte, machte ich noch schnell klar Schiff in der kleinen Bordküche.
Zu sechst dauern die Spiele nicht lange, nur 10 Runden. Die erste ging an mich und die zweite an unseren Wizardneuling Joki. Wir hatten viel Spaß und einen schönen Ausklang für den schönen Tag.

Mai

26

Die erste Nacht für Ruth und Joki auf dem Hausboot. Sie haben gut geschlafen trotz der Wärme. Aber die haben wir ja extra für die Gäste bestellt. Für das Frühstück holte ich noch frische Sachen vom Bäcker. Kurz vor neun kamen Maria und Stefan zum gemeinsamen Frühstück auf dem Vlinderdeck . Es gab frische Croissants und Brot, Kaffee, Obst, Marmeladen, Käse und alles, was zu einem gemütlichen Start in den Tag dazugehört. Zusammen wurde erzählt, gelacht und geplant, bevor es schließlich zum Besuch auf das Chateau Haut Barr losging. Alle waren sehr begeistert vom Auge des Elsass, wie die Burg aus dem 12. Jhd. auch genannt wird.
Hoch oben zwischen den Felsen bot sich wieder dieser beeindruckende 360 Grad Rundumblick über die Vogesenlandschaft und über die Elsässische Weinstraße. Bei schönem Wetter und guter Sicht kann man sogar die Spitze des Straßburgers Münster sehen. Die alten Mauern, die Brücken zwischen den Felsen und die besondere Atmosphäre fanden die Gäste sehr beeindruckend.

In der Nähe von Haut-Barr befinden sich auf demselben Bergrücken im Westen die beeindruckenden Überreste der Burgruinen (Großes und Kleines) Geroldseck. Die wurde noch auf dem Rückweg besichtigt.


Zurück auf der Vlinder bereitete ich noch eine kleine, leichte, herrlich erdbeerige Erfrischung zu – genau passend für die heißen Temperaturen . Lange blieb allerdings keine Ruhe, denn die Gäste wollten unbedingt noch eine Runde Wizard spielen, bevor Martin nach Straßburg aufbrechen musste. Dort holt er seine langjährige Freundin Ursel ab, die extra aus Berlin anreist.
Maria, Ruth, Stefan und Joki schauten sich derweil das romantische Städtchen Saverne an.
Als alle wieder zurück an Bord waren, kam auch Martin mit Ursel an. Es blieb nur kurz Zeit für ein Hallo, da wir heute unser Abendessen beim
Libanesen genießen wollen.
Die Portionen waren reichlich und einfach mal geschmacklich was ganz anderes.


Wieder auf der Vlinder angekommen, probierten wir ein neues Spiel von Maria aus. Außer Ursel , die war von der langen Anreise doch ein wenig erschöpft, setzten wir uns noch an Deck. Das Spiel hieß Hitster….da muss man Songs, die Interpreten und die Jahreszahl, wann der Song veröffentlicht wurde, erraten. Wenn etwas falsch war, bekamen die anderen einen Punkt. Das war echt lustig, weil wir alle viel geraten haben.


Gegen halb zwölf musste sich die Männergruppe zum zweiten Mal von uns geschlagen geben.
Danach ging es müde in die Kabinen und für Stefan ins Womo namens Gustav, zurück.

Mai

27

Heute morgen gab’s zu den frischen Croissants und dem leckeren Frühstück noch Hafenkino dazu. Wir lagen kurz vor einer Brücke und es kam ein Mietboot mit zwei aufgespannten Sonnenschirmen. Die passten leider nicht unter der Brücke durch. Der Freizeitkapitän war so erschrocken und ließ einfach das Steuer los. Das bekam dem vor uns liegenden Boot überhaupt nicht. Er hat es ganz schön geschrammt. Wenigstens hat er angehalten und wir dachten, dass er an Capitanerie Bescheid sagt, weil die Bootseigner nicht an Bord waren. So war es aber nicht. Martin hatte nämlich gefragt, aber er hat den schon erheblichen Schrammer nicht gemeldet. Naja Joki und Ruth waren Zeugen von dem Vorfall. Kaum hatte sich die Situation entspannt, kam schon das nächste Mietboot mit aufgespannten Schirmen.
Jokis lauter Pfiff verhinderte die Fastkollision. Nichtmal ein Dankeschön kam dafür zurück.


Um kurz vor elf hieß es Leinen los und ausparken von unserem Anleger, damit wir 200 m weiter gleich wieder vor der Stadtschleuse festmachen mussten, da noch ein großes Mietboot vor uns dran war.
Als wir dann endlich in der Schleuse drin waren, konnte unsere eigentliche Etappe nach Lutzelburg beginnen.
Hinter Saverne verändert sich die Landschaft spürbar. Es wird wieder bergiger, die Wälder dichter und grüner. Gleichzeitig verabschieden wir uns langsam vom Elsass und starten in Lothringen, dem neuen Abschnitt unserer Reise.


Heute übernahmen unsere CoMatrosen Joki und Stefan in den Schleusen das Festmachen. Mit viel Einsatz und guter Teamarbeit klappte das bereits richtig gut. Schleuse für Schleuse wurden die Handgriffe sicherer und routinierter.


Doch in der letzten Schleuse wartete noch einmal ein aufregender Moment auf uns. Kaum begann die Schleusung, schoss das Wasser mit voller Kraft in die Kammer. Joki legte sich richtig ins Zeug, als plötzlich ein lauter Knall zu hören war: Die Leine riss!
Zum Glück reagierten alle sofort. Schnell wurde umgehängt und Martin steuerte mit dem Motor dagegen, bis das Boot wieder sicher lag. Ein kurzer Schreckmoment – aber das war gutes Teamwork und danch ein Enspannungs-Drink.


Langweilig wird es auf unserer Reise jedenfalls nicht.
Abends haben wir gemütlich Brotzeit an Deck gemacht und danach nochmal Marias Hitster gespielt.
Das war wieder eine Musikzeitreise in die 60er70er und 80er, voll lustig und spannend. Die Jungs haben sich wacker geschlagen und zuletzt hieß es 1:1.

Mai

28

Es gab’s nochmal eine Gelegenheit für frische Croissants vom Bäcker in Lutzelburg. Wieder konnten wir ein gemütliches , gemeinsames Frühstück auf dem Deck der Vlinder genießen.
Es ist einfach das savoir vivre in Frankreich. Das entschleunigte Reisegefühl auf einem Hausboot.
Nach dem Frühstück fuhren Ruth, Stefan und Joki und Martin mit Ursel im Auto auf die schöne Lutzelburg. Sie hatten einen wunderschönen Blick auf die Vlinder von oben. Martin rief mich an , ich soll mal aufs Deck gehen. Dann haben wir uns gegenseitig zugewunken und Fotos gemacht. Das war witzig.


Kurz vor Mittag hieß es Leinen los.
Die Schleusen haben heute mit den beiden CoMatrosen Stefan und Joki wieder hervorragend und völlig problemlos funktioniert. Alles lief ruhig und ohne Zwischenfälle – so darf es gerne bleiben. Nach dem Schleusenmarathon legten wir am Nachmittag direkt unterhalb des Schräglifts an. Dort herrschte reger Betrieb – der Lift war praktisch im Dauerbetrieb und ständig gab es etwas zu beobachten und immer wieder Hafenkino mit den Freizeitkapitänen. Inzwischen saßen wir mit Kaffee und frischem Rhabarberkuchen an Deck und grinsten heimlich. Das Schiffshebewerk ist ein Teil des Rhein Marne Kanals und seit dem 27. Januar 1969 in Betrieb.
Es ersetzt eine Reihe von 17 Schleusen, die sich 4 km lang aufeinanderfolgten, was damals einen ganzen Tag Schiffahrt erfordete.
Stefan und Joki machten sich mit den Rädern auf den Weg zum Schräglift, um sich die beeindruckende Technik im Maschinensaal einmal genauer anzuschauen. Später radelten Martin und Joki sogar noch zurück nach Lutzelburg, um die Autos zu holen.
Gegen 18 Uhr kam dann endlich Tinka und Sandro mit ihrer MS Cookie den Lift herunter. Nach unglaublichen drei Stunden Wartezeit waren sie sichtlich erleichtert. Souverän parkte Sandro mit einer Leichtigkeit seine Cookie hinter der Vlinder ein. Stefan war voll beeindruckt nach all den anderen Helden am Steuer vom Nachmittag. Für Tinka hatte ich extra ein Stück Rhabarberkuchen aufgehoben und zu einem Aperol sagte sie auch nicht nein.


Am Abend gab es ein leckeres Hühnchencurry und für Maria eine vegane Variante mit Tofu. Danach begann der gemütliche Teil des Tages: Eine Runde Wizard durfte natürlich nicht fehlen. Ursel und ich bildeten diesmal ein Team – und tatsächlich haben wir gewonnen .


Als es schließlich zu dunkel zum Kartenspielen wurde, holte Maria noch Hitster hervor. Es wurde viel gelacht, begleitet von unzähligen „Äääähh, das kenn ich doch!“ oder „Was ist das denn? Hab ich ja noch nie gehört!“ Einfach herrlich lustig. Dieses Mal hatten die Männer Glück und gewannen.
Später wurde es dann doch ziemlich frisch draußen. Also verschwanden wir nach und nach in den Kojen, denn der Kapitän möchte morgen früh zeitig los

Mai

29

Der Tag begann diesmal besonders früh. Noch bevor der große Andrang einsetzte, standen wir bereits am Schräglift von Arzviller. Im Morgenlicht wirkte das imposante Bauwerk noch beeindruckender.


Kaum hatten wir mit der Vlinder in der Wanne Platz genommen und sich das Tor hinter uns geschlossen, stieg die Spannung. Langsam setzte sich der Schräglift in Bewegung und beförderte uns die 45 Meter Höhenunterschied nach oben. Während der Fahrt bot sich ein wunderbarer Blick auf die grüne Landschaft der Umgebung .
Später schickte mir Tinka noch eine tolle Drohnenaufnahme, die Sandro von der Vlinder im Schräglift gemacht hatte. Vielen Dank euch beiden dafür!



Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Da wir auf unserem Rückweg zur Kuhnle Marina nach Niderviller unterwegs waren, passierten wir erneut die beiden Tunnel von Arzviller. Diesmal hatten wir besonderes Glück: Ohne jede Wartezeit konnten wir direkt durch beide Tunnel fahren. Der erste misst beeindruckende 2306 Meter, der zweite „nur“ 475 Meter. Für die Durchfahrt des langen Tunnels benötigt man bei der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 4 km/h mehr als eine halbe Stunde. Eine ungewöhnliche und faszinierende Erfahrung, die für Martin und mich schon Routine ist, aber für die Gäste halt ein besonders Erlebnis ist.


Nach den Tunneln führte uns die Strecke mit Joki am Steuer, er macht auch als CoKapitän eine gute Figur, weiter durch die idyllische Landschaft Lothringens. Viel Grün und die Ruhe im Kanal sorgten für eine entspannte Fahrt, bevor wir schließlich in der Kuhnle Marina in Niderviller festmachten.
Bei unserer Ankunft wirkte die Marina noch erstaunlich leer. Doch das sollte sich im Laufe des Nachmittags rasch ändern. Zunächst stand jedoch noch eine kleine Mission an: Alle, mit Ausnahme von Ursel und mir , schwangen sich auf ihre Fahrräder und fuhren entlang des alten Schleusenwegs zurück zu den Autos. Alle bestätigten, dass die Strecke , vor allem bei dem Traumwetter, richtig toll ist.


Nach dem Kaffee mit Kirschkäsekuchen
mussten wir uns leider von Maria und Stefan verabschieden. Sie wollten am Wochenende noch jemand besuchen.
Stefan hat noch einen netten Eintrag ins Gästebuch geschrieben, danke dafür.


Martin, Ursel und ich sind danach zum Einkaufen gefahren, um noch Getränke und Grillsachen für den Abend einzukaufen. Ruth hat inzwischen leckere Salate auf dem Boot vorbereitet und Joki den Grill von der Marina geputzt.
So konnten wir einen entspannten Grillabend auf Deck der Vlinder mit Hafenkino genießen.

Nach und füllte sich die Marina mit dem einen oder anderen lustigen Anlegeversuch. Abends spielten wir eine Runde Wizard und kniffelten, bis es zu kühl wurde. Da Ruth ein großer Fan von Let’s Dance ist, haben wir uns den Schluss vom Finale angeschaut. So ging wieder ein abenteuerlicher Tag zu Ende.

Mai

30

Der Tag begann ganz gemütlich mit einem leckeren Frühstück auf unserem Sonnendeck. Anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Xouaxange. Joki übernahm wieder das Steuer und brachte uns sicher voran. Für einen kleinen Schreckmoment sorgte ein plötzliches Überholmanöver eines anderen Boots , damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet.
Das Wetter zeigte sich von seiner extremen Seite. Es war unglaublich schwül. Kaum zu glauben, dass wir vor zwei Wochen noch gefroren haben.


Am frühen Nachmittag erreichten wir Xouaxange. Der alte, morsche Steg vom vergangenen Jahr war verschwunden . Stattdessen gibt es nun einen stabilen Steg mit neuen Puffern. Der gesamte Platz macht einen sehr gepflegten Eindruck. Neben großzügigen Liegeflächen stehen Grills und sogar ein Bouleplatz zur Verfügung.
Martin und Joki schnappten sich die E-Bikes und fuhren zurück nach Niderviller, um die Autos zu holen. Ruth und ich nutzten die Zeit und testeten schon einmal den Bouleplatz. Zwar ist die Fläche etwas uneben, aber das Spiel klappte trotzdem ganz gut. Wegen der großen Hitze beließen wir es bei einer kleinen Trainingseinheit für den Abend. Ruth gewann unsere Proberunde souverän.
Als die Männer zurückkehrten, wartete bereits Erdbeerkuchen mit Sahne auf sie,  genau das Richtige nach der Anstrengung.
Danach fuhren wir mit dem Auto nach Sarrebourg. Ursel wollte unbedingt das berühmte Chagall-Fenster „La Paix“ von Marc Chagall in der Chapelle des Cordeliers besichtigen, Ruth und Joki begleiteten sie. Das farbenfrohe, zwölf Meter hohe Kirchenfenster ist das größte Werk dieser Art, das Chagall entworfen hat, und beeindruckte uns sehr.


Lange hielten wir uns allerdings nicht in der Stadt auf. Für eine ausführlichere Besichtigung war es einfach noch zu heiß. So beschränkten wir uns auf einen kurzen Rundgang, bevor wir wieder zum Boot zurückkehrten.
Dort gönnten wir Mädels uns erst einmal eine entspannte Auszeit. Die Männer hingegen hatten andere Pläne. Stefan brachte Martin auf eine Idee, wie man die Türen am Boot verbessern könnte. Also wurde den restlichen Nachmittag getüftelt, gesägt, geflext und zwischendurch auch ein wenig geflucht. Am Ende hatte sich die Arbeit gelohnt: Die Türen lassen sich nun deutlich weiter öffnen und man kommt wesentlich besser hindurch.
Nach der Brotzeit machte es sich Ursel mit Blick auf das Boulefeld im Liegestuhl gemütlich. Währenddessen spielten Joki, Ruth, Martin und ich zwei spannende Boule-Runden. Die Männer konnten beide Partien knapp für sich entscheiden, bevor die Mücken uns schließlich als ihr Nachtmahl betrachteten.


Später ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Die Jungs diskutierten noch eine Weile über die Ereignisse des Tages, während Ruth und ich mehrere Runden Kniffel spielten. Meistens hatte sie das bessere Würfelglück, aber wir hatten jede Menge Spaß. Ursel und Martin wurden irgendwann müde und verabschiedeten sich in ihre Kojen. Joki ließ sich schließlich noch zu einer weiteren Runde Kniffel überreden, bevor auch dieser erlebnisreiche Tag zu Ende ging.

Mai

31

Endlich hatte es etwas abgekühlt. Ursel war ganz glücklich über den Temperaturrückgang . Die angekündigten Regenwolken ließen Martin allerdings keine Ruhe, und so hatte er bereits das nächste Projekt im Kopf. Das neue Sonnendach musste so befestigt werden, dass sich bei Regen kein Wasser darauf sammeln konnte. Gut, dass Joki noch an Bord ist , er ist mindestens genauso ein begeisterter Tüftler wie Martin. Gemeinsam konstruierten die beiden eine Stange, die das Gestänge in der Mitte anhebt und für den nötigen Wasserablauf sorgt. Außerdem brachten sie ihr Türprojekt erfolgreich zum Abschluss. Zwei fleißige Bienchen, die immer etwas zu werkeln finden.


Währenddessen spielten Ruth und ich eine Runde Boule. Der Himmel sah zwar stark nach Gewitter aus, weshalb wir vorsichtshalber im Boot frühstückten, doch letztendlich blieb es trocken.


Anschließend hieß es wieder: Leinen los und Kurs auf Gondrexange. Die Strecke dorthin ist herrlich entspannt, ganz ohne Schleusen. Ruth und Ursel machten es sich auf dem Sonnendeck in den Liegestühlen gemütlich und genossen die Fahrt. Die Landschaft unterwegs wird von einem riesigen Zementwerk geprägt – eine laute und ziemlich staubige Angelegenheit. Jokis Kommentar dazu: „Hier kann man bestimmt günstig Grundstücke kaufen.“


Unser Tagesziel war Gondrexange, eine kleine Gemeinde am Rhein-Marne-Kanal. Zur Gemeinde gehört fast der gesamte sieben Quadratkilometer große Gondrexange-Weiher. Ursprünglich wurde dieser bereits im 14. Jahrhundert zur Fischzucht angelegt. Mit dem Bau des Rhein-Marne-Kanals wurde er als Wasserreservoir erschlossen und vergrößert. Noch heute dient er auch der Speisung des Saarkanals, der hier vom Rhein-Marne-Kanal abzweigt. In den Jahren 1880 bis 1882 erhielt der Weiher durch die Erhöhung des Dammes sein heutiges Fassungsvermögen.
Kaum hatten wir festgemacht, wurden schon wieder Werkzeuge ausgepackt. An den Fahrrädern gab es noch etwas zu schrauben und zu basteln , natürlich kein Problem für unsere beiden Technikexperten. Und auch die Fender waren noch mal dran mit Sika abzudichten.


Ruth und ich nutzten die Zeit für einen Spaziergang durch die kleine Ortschaft, während Ursel auf dem Boot die Stellung hielt.

Zurück an Bord gab es Kaffee und Kuchen auf dem Deck. Doch schon bald wurde es deutlich kühler, sodass wir uns nach drinnen verzogen und zwei Runden Wizard spielten. Die letzte Runde gewann Martin endlich wieder einmal – und zwar haushoch.
Für das Abendessen suchten wir zunächst nach einem Restaurant. Doch in Frankreich ist das sonntagabends oft schwierig, da viele Lokale geschlossen haben. Also improvisierten Ruth und ich kurzerhand in der Bordküche und zauberten leckere Spaghetti Carbonara sowie Spaghetti mit Lachs.


Der Abend war damit aber noch lange nicht vorbei. Nach interessanten Gesprächen über Gott, die Welt und allerlei andere Themen wurde die Küche aufgeräumt und anschließend noch einige lustige Runden Hitster gespielt. Ich muss unbedingt noch eine Schlager-Edition besorgen. Ruth und ich hielten bis zum Schluss durch und spielten, bis wirklich keine Karte mehr übrig war.
So ging ein weiterer schöner und abwechslungsreicher Tag auf dem Wasser zu Ende.

Juni

1

Der Morgen begann recht frisch, trotzdem genossen wir unser Frühstück an Deck. Einige Boote waren bereits unterwegs, meist Richtung Schräglift oder zur Le Boat Marina in Hesse.Nach dem Frühstück hieß es „Leinen los“. Joki übernahm schon kurz nach dem Ablegen routiniert das Steuer. Die rund 12 Kilometer lange Strecke führte uns durch einen schmalen Kanal, der sich malerisch durch grüne Auen und Wälder schlängelt. Mit der stärker werdenden Sonne machten es sich Ruth und Ursel auf den Liegestühlen gemütlich und genossen die entspannte Fahrt. Auf der Strecke passierten wir eine Schleuse  abwärts . Im Saar-Kanal fuhren wir über den Étang du Stock, einen der größten Seen Lothringens. Ursprünglich im Mittelalter angelegt, wurde er Anfang des 20. Jahrhunderts als Wasserreservoir für den Kanal stark erweitert. Heute ist er ein beliebtes Freizeitgebiet für Wassersportler. 

Martin und Joki machten sich sofort mit den Fahrrädern auf den Weg, um die Autos zu holen, nachdem wir angelegt hatten. Wir Mädels genossen derweil die Sonne an Deck. Ruth packte bereits ihre Koffer, denn für sie und Joki stand am späten Nachmittag die Heimreise an. Nach gut einer Stunde kehrten die Männer zurück, und Kaffee und  Kuchen warteten schon auf sie.Ein besonderer Höhepunkt war die feierliche Ernennung von Joki zum Co-Matrosen. Die Übergabe der Urkunde sorgte für ein Schmunzeln und einen gelungenen Abschied.

Ruth hinterließ außerdem einige liebe Worte in Martins Gästebuch.

Danke dafür . Den Abend ließen wir gemeinsam mit Ursel in einem kleinen Bistro in Sarrebourg ausklingen. Bei Flammkuchen, Rippchen und guten Gesprächen ging ein schöner Tag zu Ende.

Juni

1

Ruth und Joki

Juni

2

Heute Morgen war schon Frühsport angesagt. Ich hab das Auto an die große Schleuse nach Rechicourt gefahren und bin mit dem kleinen Klapprad im Regen wieder zurück gefahren. Nach ca 1 1/2 Stunden war ich wieder zurück an Bord , danach haben wir auch gleich abgelegt.


Es hat den ganzen Tag geregnet und wir haben von draußen den ganzen Tag nicht viel gesehen. Es waren auch kaum andere Boote unterwegs. Wir sind dann Saarkanal in den Rhein Marne Kanal abgebogen und Martin steuerte die höchste Schleuse Frankreichs an. Die Schleuse in Réchicourt-le-Château ist ein wares Kunstwerk,  welches in 1965 auf dem Rhein Marne Kanal gebaut wurde.Die Schleuse hat eine Fallhöhe von 15,45 und 16,10 m, abhängig vom Wasserstand im Kanal und ersetzt 6 Schleusen. Auf diese Weise kann ein Boot in dreißig Minuten den Höhenunterschied durchfahren anstatt sechs Stunde zuvor. Die Schleusenkammer hat eine Mindesttiefe von 2,6 m, eine Breite von 6 m und eine Länge von 40 m bei einem Volumen von ca. 3796 m3. Stromabwärts wird die Schleusenkammer mit einer Hubtür geschlossen und Stromaufwärts sorgen zwei 20 m hohe Bogentüren für den Verschluss. Alle Komponenten (Türen und Ventile) werden von Hydraulikzylindern und von einer Betriebskabine aus gesteuert. In der Schleuse müssen Schwimmwesten getragen werden und beim Wasser rauslassen hat die Schleuse an allen Ecken geächzt und gequietscht.


Wir haben gleich nach der Schleuse Steuerbord angelegt. Auf der stromabwärts gelegenen Betonfront befindet sich eine 600 m² große monumentale Freske des französischen Künstlers Adec. Das Werk zeigt einen riesigen Reiher (Héron) als Wächter des Kanals, in dessen Körper zahlreiche Figuren und kleine Szenen verborgen sind. Die Freske thematisiert die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Wasserlandschaft.
Den Abend ließen wir bei einer Spinat Quiche mit Salat ausklingen.

Juni

3

Unser Sonnendach wurde heute auf eine echte Bewährungsprobe gestellt. Sturm und kräftiger Regen zogen über uns hinweg und stellten die Konstruktion auf die Probe. Es hat sich erstaunlich gut geschlagen, auch wenn ich zunächst immer wieder an Deck musste, um das angesammelte Wasser vom Dach zu schubsen. Die perfekte Lösung hatte dann Martin: Mit einer heißen Nadel bohrte er drei kleine Löcher in die entsprechenden Stellen. Danach lief das Wasser sauber ab .
Am Morgen fuhren wir von der großen Schleuse Rechicourt in Richtung Lagarde, unserem nächsten Ziel mit neun Schleusen bergab. Das Auto hatte ich bereits frühmorgens vorgefahren. Anschließend ging es mit dem kleinen Klapprad zurück zum Boot. Vorher wollte ich allerdings noch eine Bäckerei finden, um frische Pain au Chocolat und Croissants für das Frühstück mitzubringen. Aus den geplanten 13 Kilometern wurden dadurch schnell 19 Kilometer , aber das Frühstück war die zusätzliche Strecke wert.


In Lagarde angekommen, mussten wir feststellen, dass alle Liegeplätze bereits belegt waren. Hinter dem Hotelschiff „Jeanine“ fanden wir noch einen freien Platz und konnten festmachen. Kaum lagen wir sicher am Steg, wurde natürlich erst einmal die Kaffeemaschine angeworfen.
Kurz darauf klopfte der freundliche Kapitän des Hotelschiffes in seiner schmucken Uniform bei uns an. Er erklärte uns, dass später noch die „Horizon II“, ein weiteres großes Hotelschiff, erwartet werde und wir deshalb leider nicht bleiben könnten.
Also gut: Martin trank in aller Ruhe noch seinen Kaffee und gönnte sich ein Stück Blaubeerkuchen, während Ursel heute mal etwas Deftigeres bevorzugte. Danach legten wir wieder ab.


Noch zwei Schleusen lagen vor uns, die wir wie gewohnt per Fernbedinung für uns anmeldeten, bevor wir die Ortschaft Xures erreichten. Dort fanden wir einen kleinen Hafen mit einem stabilen Steg und einer freien Anlegestelle.


Ursel und ich machten anschließend noch einen Spaziergang durch das Dorf. Unser Ziel war die Kirche, die wir uns gerne von innen angesehen hätten. Leider war sie verschlossen, sodass wir uns mit einem Blick von außen begnügen mussten.
Nach dem Abendessen spielten wir zu dritt eine lustige Runde Wizard, die Martin, trotz Ursels düsterer Voraussagen gewann.

Juni

4

Von Xures aus waren es heute Morgen nur drei Kilometer mit dem Fahrrad zurück nach Lagarde.
Unterwegs kam mir die „Horizon II“ entgegen – genau das Hotelboot, wegen dem wir gestern noch weiterfahren mussten.
Nach etwa 15 Minuten erreichte ich das Auto, verstaute das kleine Klapprad im Kofferraum und fuhr voraus nach Parroy. Von dort ging es noch einmal fünf Kilometer mit dem Fahrrad am Kanal zurück zum Boot.

Kurz nach 10 Uhr legten wir bei grauem Himmel ab. Wir befinden uns immer noch im Pays du Etangs- im Land der Seen. Ursel bedauerte sehr, dass das Wetter ihr einen Platz draußen an Deck vermieste. Vor uns lagen zunächst zwei Schleusen bergab, bevor wir nach rund anderthalb Stunden Fahrt in Parroy festmachten.

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, das wunderschöne Barockschloss in Lunéville zu besichtigen. Doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Immer wieder setzte kräftiger Regen ein, und zwar nicht nur für ein paar Minuten. So vertrieben wir uns die Zeit an Bord mit einer Partie Backgammon, während Ursel gelesen hat.
Das Schloss fiel damit buchstäblich ins Wasser. Martin und ich fuhren dennoch nach Lunéville, allerdings nur zum Einkaufen. Ursel hielt währenddessen an Bord die Stellung.

Zum Abendessen gab es eine leckere Shrimpspfanne mit Reis und Salat. Kaum waren wir fertig, öffnete der Himmel erneut seine Schleusen. Ein Gewitter zog auf und plötzlich leuchtete der Himmel in den unterschiedlichsten Farben.
Damit stand die nächste Bewährungsprobe für unser selbst genähtes Sonnendach an. Mit etwas Sorge blickten wir immer wieder aus dem Fenster auf das Deck: Würde das Dach dem aufkommenden Sturm und den Wassermassen standhalten? Aber alles hielt perfekt. Danach wurden wir noch mit einem Regenbogen belohnt.


Später spielten wir noch eine halbe Runde Wizard, bevor Ursels Augen eine Pause verlangten. Den Abend ließen wir mit einem kurzweiligen Film auf Ursels Empfehlung mit Hape Kerkeling ausklingen .

Juni

5

Nach den Wetterkapriolen gestern Abend und in der vergangenen Nacht zeigte sich heute Morgen zumindest wieder die Sonne. Zwar war der Himmel deutlich freundlicher, doch der Wind war noch ziemlich frisch.

Am Morgen traf ich Rudi von der Capitainerie. Rudi und Doriane hatten im vergangenen Jahr unser kleines Findelkind „Bruno“ aufgenommen , das Katzenbaby, das uns damals völlig unverhofft auf das Boot gesprungen war . Natürlich musste ich nachfragen, wie es ihm inzwischen geht.
Rudi lachte sofort und antwortete mit einem breiten Grinsen….the cat is sooooo big now…..Dabei machte er eine ausladende Handbewegung, die keine Zweifel daran ließ, dass aus dem kleinen Bruno ein stattlicher Kater geworden ist.

Währenddessen füllte Martin noch einmal unseren Wassertank auf. Anschließend gönnten wir uns ein gemütliches Frühstück mit frischen Croissants und selbstgemachtem Erdbeerfruchtaufstrich .
Dann hieß es wieder: Leinen los! Vor uns lagen etwa zehn Kilometer Kanal sowie zwei Schleusen bergab.
Unser Ziel war Einville-au-Jard, der letzte Halt vor Nancy.

Nach dem Kaffeetrinken machten wir mit Ursel einen kleinen Spaziergang durch das Dorf. Außer ein paar schön angelegte Gärten war aber nichts Besonderes zu sehen.
Gleich gegenüber von unserem Anlegeplatz war ein kleines französisches Lokal.
Dort waren wir zum Abendessen.

Zurück an Bord schauten wir noch eine Reportage über die Kykladen, das Ziel für unsere Segelcharterreise für den Herbst.

Juni

6

Heute war frühes Aufstehen angesagt. Bereits um 7.00 Uhr legten wir ab, denn vor uns lagen knapp 30 Kilometer und gleich neun Schleusen. Da wollten wir keine Zeit verlieren.
Vor dem Ablegen habe ich es aber noch schnell zum Bäcker geschafft. So konnten wir frische Croissants zum Frühstück genießen.

Die Strecke zeigte sich heute von ihrer besonders abwechslungsreichen Seite. Zeitweise fuhren wir durch wunderschöne grüne und bewaldete Abschnitte, in denen man fast nur Vogelstimmen hörte.

Kurz darauf bot sich ein völlig anderes Bild: Große Industrieanlagen prägten die Landschaft, allen voran die riesigen Anlagen von Solvay bei Dombasle-sur-Meurthe. Gerade diese Gegensätze machen eine Fahrt auf dem Kanal immer wieder spannend.
Ursel konnte heute endlich wieder ihren Lieblingsplatz auf dem Vordeck einnehmen. Zwar versteckte sich die Sonne meist hinter den Wolken, doch die Temperaturen waren angenehm warm.

Nach neun Schleusen und guten acht Stunden erreichten wir endlich den Hafen von Nancy und fanden auch gleich einen freien Liegeplatz im Basin Sainte Catherine Gleich nach dem Festmachen bekam Martin Besuch im Steuerstand von zwei neugierigen kleinen französichen Jungs. Die kamen aufs Boot und bestaunten den Fahrstand mit dem großen Ruder und dem vielen Platz im Salon. Einfach „coool“

Kaffee haben wir wieder bei Sonnenschein auf dem Deck getrunken.
Danach machte Martin kurz Powernapping, Ursel las und ich ging in die Stadt und besorgte noch was fürs Abendessen.
Am Place de la Carriere hörte ich laute Musik und sah schon von weitem die Regenbogenfahnen. Plötzlich stand ich mitten im Getümmel vom CSD. War lustig, das kannte ich ja von meinem Job. Die Parade war aber gerade dabei, sich aufzulösen. Ich ging noch ein bisschen durch die gut besuchte Stadtmitte am Place de Stanislas und zurück aufs Schiff.

Nach dem Abendessen mit lauter leckeren elsässischen Spezialitäten gingen Martin und ich nochmal in die Stadt um ein Eis zu essen. Zurück schlenderten wir gemütlich durch den parc de la pepiniere.

Juni

7

Heute stand nach dem Frühstück eine Stadtbesichtigung von Nancy mit der kleinen Bahn auf dem Programm. Gemeinsam mit Ursel machten wir uns auf den Weg. Das Wetter spielte wunderbar mit: Die Sonne schien, nur der Wind war stellenweise noch etwas frisch.
Um 11 Uhr startete die Rundfahrt am Place Stanislas. In 45 Minuten bekamen wir einen schönen Eindruck von der Stadt.

Die Fahrt führte über den beeindruckenden Place Stanislas, durch den Place de la Carrière und durch die verwinkelte Altstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten. Besonders angenehm waren die Erklärungen über Kopfhörer auf Deutsch, die gut verständlich waren und viele interessante Informationen vermittelten.


Nach der Rundfahrt gönnten wir uns bei Amorino ein leckeres Eis. Ursel wollte anschließend noch die Basilika St. Epvre besichtigen, doch leider war die Kirche geschlossen, sodass wir nur einen Blick von außen darauf werfen konnten.
Martin und Ursel entschieden sich danach für die bequeme Rückfahrt mit dem Taxi zum Schiff. Ich nutzte dagegen das herrliche Wetter für einen Spaziergang zurück zur Vlinder. Unterwegs machte ich Halt in einer Patisserie und kaufte ein paar leckere Teilchen für den Nachmittagskaffee.


Kurz vor dem Hafen hörte ich plötzlich Musik. Am Port de Plaisance, dem offiziellen Hafen von Nancy, war richtig etwas los. Eine Gruppe von Jazzmusikern spielte mit Saxophon, Gitarre, Posaune und weiteren Instrumenten. Besonders schön waren die originalgetreuen Outfits der Musiker, die perfekt zur Atmosphäre passten. Gleichzeitig fand dort ein Flohmarkt statt, und viele Menschen genossen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen das bunte Treiben.
Nach dem Kaffee auf der Vlinder ging ich gemeinsam mit Martin noch einmal zurück zum Hafen, um die Musik und die lebhafte Stimmung weiter zu genießen.


Am Abend waren wir zusammen mit Ursel in einem typisches lothringisches Lokal. Das Essen war ausgezeichnet, die Atmosphäre sehr gemütlich und der Service ausgesprochen freundlich. Ein gelungener Abschluss für einen schönen Tag.
Später ließen Martin und ich den Abend noch bei einer Runde Backgammon ausklingen. So endete ein abwechslungsreicher Tag in Nancy mit vielen schönen Eindrücken, guter Musik und leckerem Essen.

Juni

8

Heute stand ein Crewwechsel auf dem Programm. Nach zwei erlebnisreichen Wochen an Bord hieß es Abschied nehmen von Ursel, Martins langjähriger Freundin. Gemeinsam haben wir viele Eindrücke vom Leben auf einem Hausboot gesammelt und zahlreiche unvergessliche Momente erlebt. Bevor sie ihre Heimreise antrat, hinterließ sie uns noch einen lieben Eintrag in unserem Gästebuch.Mittags brachte Martin sie zum Bahnhof. Von dort aus machte sie sich zunächst auf den Weg nach Frankfurt, wo sie einen Zwischenstopp einlegt, bevor es Ende der Woche zurück nach Berlin geht.

Währenddessen bereitete ich die Ankunft unserer neuen Gäste vor. Ein frisch gebackener Kuchen durfte natürlich nicht fehlen, und auch die Kabinen wurden für die nächsten Mitreisenden hergerichtet. Kurz nach drei Uhr klopfte es dann an die Tür des Steuerhauses: Johannes und Manuela aus Österreich, die bereits mit Martin auf der VAVA-U unterwegs waren, sowie Peter und Brigitte, ebenfalls aus Österreich, kamen an Bord der Vlinder.Nach einem herzlichen Wiedersehen mit Martin gab es zunächst Kaffee und Kuchen. Anschließend zeigte Martin den Gästen die Kabinen und erklärte alles Wichtige rund um das Leben an Bord. Nachdem das Gepäck verstaut war, blieb noch Zeit für ein kleines Aperölchen, bevor wir uns am Abend entschieden, gemeinsam in die Stadt zum Essen zu gehen.

Zum Abendessen spazierten wir über Platz Stanislav und ein paar Gassen der Altstadt.


Wie schon öfter zog es uns zur typisch französischen Küche, und so landeten wir im „Chez Gilles“. Dort erwartete uns ein schöner runder Tisch direkt am Fenster. Für einen Platz im Freien war es um diese Uhrzeit einfach schon zu frisch. Ein ausgesprochen freundlicher Kellner nahm unsere Bestellung auf, und sowohl die Getränke als auch das Essen wurden erstaunlich schnell serviert. Alles war hervorragend zubereitet und hat uns sehr gut geschmeckt.


Zurück an Bord ließen wir den Abend gemütlich in einer lustigen Runde im Steuerhaus ausklingen. Bei angeregten Gesprächen tauschten wir Geschichten und Erlebnisse aus, wobei sich vieles um das Segeln, das Bootfahren und die zahlreichen Abenteuer auf dem Wasser drehte.
Da morgen bereits um acht Uhr die Leinen losgemacht werden sollen, ging es für uns schließlich rechtzeitig in die Kojen.

Juni

8

Ursel