Juli

10

Der Morgen begann heute mit einem ungewöhnlichen Anblick, der sich eigentlich schon am Vorabend anbahnte. Die gesamte Kuhnle Marina war plötzlich grün gefärbt. Wahrscheinlich hatten sich über Nacht unzählige Wasserlinsen auf der Oberfläche ausgebreitet und den Hafen in einen grünen Teppich verwandelt. Dazu schien die Sonne, ein leichter Wind wehte – was will man mehr? Vielleicht noch ein leckeres Frühstück an Deck?
Gerade diese gemeinsamen Frühstücke gehören zu den schönsten Momenten an Bord. Mit netten Gästen bei herrlichem Wetter ein reichhaltiges Frühstück auf dem Deck zu genießen, hat einfach etwas Besonderes.


Bevor es weiterging, füllte Martin in der Marina noch einmal frisches Wasser auf. Dann hieß es wieder: Leinen los und Kurs auf … China? Nein, natürlich nicht. Unser Ziel war lediglich der exotische, fast genauso schwer auszusprechende Ort Xouaxange. Dieses Mal übernahm Helene souverän das Steuer und navigierte die Vlinder sicher durch die wunderschöne grüne Landschaft.
Gemächlich glitten wir durch die idyllische Kulisse. Unterwegs ging es auch über eine Brücke , beziehungsweise genauer gesagt fuhr der Kanal über die Straße. Schon verrückt, wenn man plötzlich mit dem Hausboot über den Autos unterwegs ist. Eine beeindruckende Ingenieursleistung ist das auf jeden Fall.

Langsam beginnen nun auch die riesigen Sonnenblumenfelder entlang der Strecke zu blühen. Die leuchtend gelben Blüten vor dem satten Grün der Landschaft bieten jedes Mal wieder einen herrlichen Anblick. Währenddessen genossen Ramona und Silvia die Fahrt ganz entspannt an Deck im Liegestuhl.


Heute stand nur eine kurze Etappe auf dem Programm. Schleusen gab es keine, denn wir befinden uns derzeit auf dem höchsten Punkt der Strecke. Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichten wir den noch leeren Steg von Xouaxange.


Nach dem Anlegen machten sich Helene und Martin auf den Weg zurück nach Niderviller, um das Auto von Helene zu holen. In der Zwischenzeit verewigten sich Silvia und Ramona mit einem schönen Eintrag in unserem Gästebuch. Helene hatte einen netten Eintrag bereits am Vormittag geschrieben.
Dann kam leider der Moment, den man am liebsten überspringen würde: der Abschied von unseren Gästen aus der Schweiz. Die gemeinsame Zeit vergeht an Bord einfach immer viel zu schnell. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja irgendwann wieder – auf der Vlinder oder vielleicht sogar auf einem Katamaran irgendwo auf den Weltmeeren.


Den Rest des Tages verbrachten wir bei der großen Hitze ganz entspannt an Bord. Währenddessen legte die Madeleine an ihrem reservierten Platz an und ihre Gäste wurden bereits von einem Bus erwartet. Vermutlich ging es für sie weiter nach Sarrebourg, um das berühmte Chagall-Fenster zu besichtigen.
Ich ließ gleich die Waschmaschine laufen, bei den Temperaturen war die Wäsche im Nu trocken.
Den Abend ließen wir bei ein paar Snacks gemütlich ausklingen.