Juni

13

Der Tag begann heute deutlich früher als sonst. Weil uns das Wetter gestern einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, beschlossen Manuela und ich, die Gelegenheit am Morgen zu nutzen. Während an Bord noch alle schliefen, machten wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg.


Zunächst radelten wir die 13 Kilometer zurück nach Lagarde schön am Kanal entlang , um die Autos bereits zu unserem nächsten Liegeplatz zu bringen. Von dort ging es anschließend weitere 15 Kilometer wieder am Rhein Marne Kanal zurück zur Schleuse von Réchicourt. Insgesamt waren wir fast zwei Stunden unterwegs und hatten damit unser Sportprogramm für den Tag schon vor dem Frühstück erledigt.
Am Anfang zeigte sich das Wetter noch wenig einladend. Der Himmel war stark bewölkt und ein kräftiger Wind begleitete uns auf unserem Weg. Doch nach und nach rissen die Wolken auf, immer mehr Blau wurde sichtbar und plötzlich war sie wieder da , die lange vermisste Sonne. Mit jedem Kilometer wurde der Himmel blauer.
Zurück an Bord hieß es zunächst, dass wir gleich ablegen würden. Allerdings drängelten sich noch zwei Boote vor uns in die Schleuse. Nun ja, manchmal braucht man auf dem Wasser eben etwas Geduld. Schließlich waren wir an der Reihe.


Die Einfahrt in die Schleuse war wieder ein besonderes Erlebnis. Zunächst sah man nur ein schwarzes Loch vor sich, fast wie den Eingang zu einer Gruft. Tief unten, etwa 16 Meter, wirkte alles dunkel und beeindruckend zugleich.

Nachdem sich das gewaltige Tor hinter uns geschlossen hatte, begann langsam der Aufstieg. Mit jedem Meter, den das Wasser stieg, wurde es heller bis wir schließlich wieder im Tageslicht standen.
Nun befinden wir uns auf dem höchsten Punkt des Kanals. Das bedeutet für unsere heutige Etappe vor allem eines, keine Schleusen mehr.


Peter übernahm lässig das Steuer, während Manuela, Brigitte und Johannes es sich auf den Liegestühlen an Deck bequem machten. Bei einem Aperol genossen sie die Sonne und die ruhige Fahrt durch die grüne Landschaft.


Beim Anlegen in Xouaxange hatten wir gleich doppeltes Glück. Mitten an unserem vorgesehenen Liegeplatz lag ein Mietboot. Doch dessen Skipper reagierte sofort freundlich und zog sein Boot ein Stück zurück, sodass Martin vorne noch ausreichend Platz zum Anlegen hatte.
Kaum festgemacht, zeigte sich, warum das besonders praktisch war: Die beiden Mietboote hinter uns hatten nämlich denselben Steg ins Auge gefasst. Aber Martin war schneller und sicherte den begehrten Platz.
Nach dem Anlegen stand erst einmal die tägliche Lagebesprechung an. Martin stellte verschiedene Ideen für die nächsten Tage vor und schnell wurde klar, dass es auch weiterhin nicht langweilig werden würde.


Nach einer gemütlichen Kaffeerunde machten sich Manuela, Brigitte, Johannes und ich auf den Weg nach Sarrebourg. Dort wollten wir ein wenig Stadtluft schnuppern und einige Sehenswürdigkeiten erkunden. Besonders beeindruckend war das berühmte Chagall-Fenster in der Chapelle des Cordeliers. Zusammen mit dem kleinen Museum bot es einen interessanten Einblick in das Werk des Künstlers.


Anschließend schlenderten wir durch die Fußgängerzone und entdeckten dabei im Bürgersaal eine Ausstellung von Autoren historischer und fantastischer Literatur. Deswegen liefen in der Stadt einige verkleidete Menschen rum. Morgen findet in der ganzen Stadt ein großes Fantasy- und Geschichtsevent statt – mit Cosplay, mittelalterlicher Atmosphäre und vielen weiteren Attraktionen. Schade, dass wir nicht noch einen Tag länger bleiben können.


Natürlich durfte auch der Einkauf für die nächsten Tage nicht fehlen. Mit reichlich Vorräten im Kofferraum machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg nach Xouaxange.
Während wir unterwegs waren, hatten Martin und Peter ihre ganz eigene Freizeitgestaltung gefunden. Die beiden nutzten die Zeit für einige Runden Boule und arbeiteten offensichtlich bereits an ihrer Form für das abendliche Turnier😃.
Zurück am Boot wurde schnell alles verstaut. Danach machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Peter hatte das kleine Restaurant „Auberge du Mesnil“ entdeckt, und dort genossen wir ein leckeres Abendessen.


Direkt neben dem Anleger befindet sich ein Bouleplatz, den wir natürlich noch nutzen mussten. Also spielten wir eine Partie Boule, bevor der Tag zu Ende ging. Diesmal hatten allerdings die Männer die Nase vorn und gewannen mit 2:1. Während unseres Spiels gesellten sich unsere Bootsnachbarn mit ihren beiden Hunden zu uns. Sie schauten eine Weile interessiert zu und sorgten für nette Gesellschaft am Spielfeldrand.

Nach der Partie plauderten wir noch ein wenig, bevor wir uns schließlich voneinander verabschiedeten. An Bord probierten wir noch ein neues KartenSpiel von den Österreichern…..Hosn owe…war sehr auch lustig. Aber nach zwei Runden fingen alle an zu gähnen, dann ließen wir den langen Tag langsam ausklingen