Endlich hatte es etwas abgekühlt. Ursel war ganz glücklich über den Temperaturrückgang . Die angekündigten Regenwolken ließen Martin allerdings keine Ruhe, und so hatte er bereits das nächste Projekt im Kopf. Das neue Sonnendach musste so befestigt werden, dass sich bei Regen kein Wasser darauf sammeln konnte. Gut, dass Joki noch an Bord ist , er ist mindestens genauso ein begeisterter Tüftler wie Martin. Gemeinsam konstruierten die beiden eine Stange, die das Gestänge in der Mitte anhebt und für den nötigen Wasserablauf sorgt. Außerdem brachten sie ihr Türprojekt erfolgreich zum Abschluss. Zwei fleißige Bienchen, die immer etwas zu werkeln finden.



Währenddessen spielten Ruth und ich eine Runde Boule. Der Himmel sah zwar stark nach Gewitter aus, weshalb wir vorsichtshalber im Boot frühstückten, doch letztendlich blieb es trocken.


Anschließend hieß es wieder: Leinen los und Kurs auf Gondrexange. Die Strecke dorthin ist herrlich entspannt, ganz ohne Schleusen. Ruth und Ursel machten es sich auf dem Sonnendeck in den Liegestühlen gemütlich und genossen die Fahrt. Die Landschaft unterwegs wird von einem riesigen Zementwerk geprägt – eine laute und ziemlich staubige Angelegenheit. Jokis Kommentar dazu: „Hier kann man bestimmt günstig Grundstücke kaufen.“
Unser Tagesziel war Gondrexange, eine kleine Gemeinde am Rhein-Marne-Kanal. Zur Gemeinde gehört fast der gesamte sieben Quadratkilometer große Gondrexange-Weiher. Ursprünglich wurde dieser bereits im 14. Jahrhundert zur Fischzucht angelegt. Mit dem Bau des Rhein-Marne-Kanals wurde er als Wasserreservoir erschlossen und vergrößert. Noch heute dient er auch der Speisung des Saarkanals, der hier vom Rhein-Marne-Kanal abzweigt. In den Jahren 1880 bis 1882 erhielt der Weiher durch die Erhöhung des Dammes sein heutiges Fassungsvermögen.
Kaum hatten wir festgemacht, wurden schon wieder Werkzeuge ausgepackt. An den Fahrrädern gab es noch etwas zu schrauben und zu basteln , natürlich kein Problem für unsere beiden Technikexperten. Und auch die Fender waren noch mal dran mit Sika abzudichten.


Ruth und ich nutzten die Zeit für einen Spaziergang durch die kleine Ortschaft, während Ursel auf dem Boot die Stellung hielt. Zurück an Bord gab es Kaffee und Kuchen auf dem Deck. Doch schon bald wurde es deutlich kühler, sodass wir uns nach drinnen verzogen und zwei Runden Wizard spielten. Die letzte Runde gewann Martin endlich wieder einmal – und zwar haushoch.
Für das Abendessen suchten wir zunächst nach einem Restaurant. Doch in Frankreich ist das sonntagabends oft schwierig, da viele Lokale geschlossen haben. Also improvisierten Ruth und ich kurzerhand in der Bordküche und zauberten leckere Spaghetti Carbonara sowie Spaghetti mit Lachs.
Der Abend war damit aber noch lange nicht vorbei. Nach interessanten Gesprächen über Gott, die Welt und allerlei andere Themen wurde die Küche aufgeräumt und anschließend noch einige lustige Runden Hitster gespielt. Ich muss unbedingt noch eine Schlager-Edition besorgen. Ruth und ich hielten bis zum Schluss durch und spielten, bis wirklich keine Karte mehr übrig war.
So ging ein weiterer schöner und abwechslungsreicher Tag auf dem Wasser zu Ende.

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