Ich liebe diese ganz besondere Morgenstimmung an Bord, wenn noch alles ruhig ist. Das Meer liegt friedlich da, die ersten Sonnenstrahlen blinzeln um die Ecke und auf dem Schiff noch nicht viel zu hören. Bis sich nach und nach in den Kabinen etwas rührt der frische Kaffeeduft durch den Salon zieht, spätestens dann findet auch der letzte Langschläfer den Weg ins Cockpit.
Am Frühstückstisch geht es meistens schon recht lustig zu und es wird viel gelacht. Martin erklärt uns auch immer, was für den heutigen Tag geplant ist.
Direkt neben uns machte sich die „Aquazoe“ zum Ablegen bereit, eine Yacht der Pershing-Baureihe mit 3.100 PS. Der Dieselverbrauch liegt bei rund 440 Litern pro Stunde.
Da bekommt der Begriff „Spritkosten“ plötzlich eine ganz neue Dimension. Während wir mit unseren Segeln versuchen, möglichst wenig Diesel zu verbrauchen, dürfte bei der Aquazoe wohl eher die Tankstelle zum festen Crewmitglied gehören.
Nach dem Frühstück hieß es dann auch für uns: Leinen los!




Werner und Stefan kümmerten sich um die Heckleinen, während Lorenz und Johannes den Anker einholten. Und dann ging es los zu einem weiteren Ritt mit der Georgina durch die Ägäis – unser heutiges Ziel: Kythnos. Kythnos zählt zu den westlichen Kykladen
Der Wind hatte offenbar beschlossen, ordentlich mitzumischen. Zeitweise hatten wir bis zu 30 Knoten und die Georgina kämpfte sich tapfer durch Wind und Wellen.





Susi war heute vorsorglich mit Vomex gedopt und siehe da: Es ging ihr richtig gut. Sie, Christine und Stefan saßen oben bei Martin und genossen den Ritt, während der Rest der Männer schon bald flach im Cockpit lag.
Auch unter Deck ging es ordentlich zur Sache. In den Fächern und Schränken rumpelte es teilweise ganz schön heftig. Man konnte nur hoffen, dass alles seinen Platz behielt. Zum Glück überlebte alles:

Während die Georgina durch die Wellen pflügte, nutzte ich die etwas ruhigeren Momente und rührte einen Rührteig zusammen. Obst war leider keines an Bord, also musste improvisiert werden. Kurzerhand landeten ein paar Kleckse Marmelade und Nutella im Teig. Mal schauen, wie das ankommt.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich eine kleine Bucht vor Kythnos. Das Ankerteam machte einen hervorragenden Job und schon bald lag die Georgina sicher vor Anker.
Beim gemütlichen Kaffeetrinken erzählte Martin dann, dass es auf der Insel eine kleine heiße Quelle gibt. Ob die allerdings nach all den Jahren noch existiert, wusste er nicht so genau.
Das konnten wir natürlich nicht einfach so stehen lassen.
Lorenz und ich schnappten uns ein SUP und machten uns auf die Suche nach der geheimnisvollen Quelle. Stefan folgte kurze Zeit später mit dem zweiten SUP.


Und tatsächlich: Die Quelle gab es noch!
Also schnell den Rest der Crew informiert, dass sie mit dem Dinghi nachkommen können. Wenig später saßen wir tatsächlich alle gemeinsam in dem angenehm warmen Wasser – wie in einem natürlichen Whirlpool mitten in der Bucht.
Irgendwann musste Martin allerdings die Idylle verlassen. Der Generator musste ausgeschaltet werden . Susi fuhr gleich mit dem Dinghi zurück.



Lorenz, Stefan und ich paddelten gemütlich mit den SUPs zurück zur Georgina, während Christine und Johannes kurzerhand die sportliche Variante wählten und die Strecke schwammen.
Und Am Abend hieß es dann: warm einpacken! Denn obwohl der Tag noch herrlich sonnig gewesen war, wurde es nach Sonnenuntergang doch empfindlich frisch. Mit ordentlich Kleidungsschichten ging es mit dem Dinghi zum Kolona Restaurant.



Martin staunte nicht schlecht. Als er vor mindestens zehn Jahren schon einmal hier gewesen war, handelte es sich noch um ein kleines, nettes Restaurant. Heute gehört das Kolona bereits zur gehobeneren Kategorie. Die Zeiten ändern sich halt.
Trotzdem war es ein wunderschöner Abend. Tolles Ambiente, leckeres Essen und eine fantastische Stimmung. Ein perfekter Abschluss für einen ziemlich bewegten Segeltag.








Zurück auf der Georgina wurde dann endlich wieder einmal eine Runde Wizard gespielt. Stefan konnte die Runde für sich entscheiden.


Danach verschwanden nach und nach alle in ihren Kojen.
Denn morgen heißt es: früh aufstehen und zeitig los.
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