Sep.

30

Heute gab es eigentlich gar nicht so viel zu berichten und trotzdem war es ein ereignisreicher Tag.
Mit etwas Wehmut verabschiedeten wir uns von unserer zweiten Crew. Eine schöne lustige Woche ging zu Ende, und wieder einmal wurde uns bewusst, wie schnell einem die Menschen an Bord ans Herz wachsen. Man verbringt ja auch eine längere Zeit auf engem Raum zusammen.
Danach hieß es: Kabinen für die neuen Gäste vorbereiten .Diesmal ist die Crew sehr besonders, denn alle sind alte Segelfreunde von Martin. Schön, dass sie ihn immer wieder über die Jahre hinweg begleiten.
Am Nachmittag meldeten sich Christian und seine Frau Katja als Erste an. Die Wittenberger sollten erst gegen Abend eintreffen. Nach einem Begrüßungskaffee bummelten Christian und Katja noch durch das Städtchen, während Martin und ich eine typische griechische Taverne für unseren ersten gemeinsamen Abend suchten.


Unsere Wahl fiel auf die kleine Taverne Esperides. Da dort keine Reservierungen angenommen werden, machten Christian, Katja und ich kurzerhand die Vorhut.
Gerade als wir kurz vor sieben aufbrechen wollten, hörten wir Koffer über den Steg rollen. Die Wittenberger waren angekommen! Matthias, Sabine, Jürgen und Doreen standen vor dem Boot. Nach einem herzlichen Hallo gingen wir schon einmal voraus, damit die vier in Ruhe an Bord ankommen konnten.
Die Koffer waren schnell verstaut, Martin zeigte noch die Kabinen ,dann kamen die vier zu uns in die Taverne.
Das Esperides ist ein kleines griechisches Kleinod. Man sitzt dort wunderschön unter Orangen- und Granatapfelbäumen. Der Wirt spricht sehr gut Deutsch, da er einige Zeit in Deutschland gelebt hat, und auch die Speisekarte gehört zu den wenigen hier, die ausführlich auf Deutsch angeboten werden.
Für den ersten Abend bestellten wir verschiedene Vorspeisen, griechische Salate sowie etwas Fisch und Fleisch – sodass jeder von allem probieren konnte.

Das Essen kam erstaunlich schnell, der Service war ausgesprochen freundlich, und so verbrachten wir einen rundum schönen ersten Abend zusammen. Natürlich wurden auch alte Geschichten erzählt, denn Matthias und Martin kennen sich schon ewig, genau wie Jürgen und Christian.
Zurück auf der Georgina gingen wir noch gemeinsam die Einkaufsliste durch. Jeder durfte seine Wünsche äußern , schließlich soll in den nächsten Tagen auch kulinarisch niemand zu kurz kommen.


Während Christian und Katja sich nach dem langen Tag in ihre Kojen zurückzogen und auch Martin bald schlafen ging, waren Matthias, Sabine, Jürgen und Doreen noch längst nicht müde. Sie wollten Samos nicht nur vom Wasser aus kennenlernen und machten sich auf, das Nachtleben der Insel zu erkunden.


Ich blieb an Bord und erledigte noch, was inzwischen fast zum festen Tagesabschluss gehört: den Blog fertig schreiben.
Ein Crewwechsel ist immer wieder spannend. Auch wenn man einige Menschen bereits kennt, beginnt mit jeder neuen Crew eine ganz eigene kleine Reise.
Und morgen wird es definitiv nicht langweilig: Dann steht erst einmal der große Einkauf auf dem Programm.

Sep.

30

By Martin

20.- 30. September 2026

Törnzusammenfassung

Angelaufene Häfen/Buchten:

Paros-Paroikia Marina und Paranges Bucht
Schoinousa, Koufonisi, Amorgos-Katapola
Levitha, Patmos, Agathonisi,
Samos-Poseidon Bucht und Stadthafen Pythagoreio

Gesegelte Strecke: 195 sm
Max. Speed: 11 Kn, Durchschnitt 6-7 Kn
Max Wind: 30 Kn, Meltemi aus NNE
Bemerkungen: Zwischendurch bewölkt und frisch, mit kurzem Regen auf Patmos, sonst typisch Ägäis- blauer Himmel

Sep.

30

Aufbruchstimmung ist immer etwas sentimental, das sieht man auch am Sonnenaufgang über dem Hafen.


Aber trotzdem ließen wir uns das wie üblich leckere und reichhaltige Früstück bei Sonne im Cockpit schmecken.

Danach hieß es leider nicht Anker auf zu neunen Zielen, sondern Koffer packen und auf zum Landgang in die Unterkünfte an Land, denn alle bleiben noch ein paar Tage auf Samos um die Insel zu erkunden.

Schön wars wie immer, wir waren eine tolle Crew und sehen uns hoffentlich bald mal wieder.

Euer Skipper und Bordfee Sylvia.

Sep.

29

Der vorletzte Morgen an Bord begann ganz gemütlich. Beim Frühstück ließ sich jeder Zeit, und nach und nach trudelten die ersten aus ihren Kojen am bereits gedeckten Tisch ein. Trotzdem war es ungewohnt still.
Das ist vielleicht die Wehmut“, meinte Torsten. Und wahrscheinlich hatte er damit gar nicht so Unrecht.


Immerhin hatte der kalte Wind, der uns seit den frühen Morgenstunden begleitet hatte, inzwischen nachgelassen. Stattdessen strahlten die Sonne und der wunderbar blaue Himmel über der Bucht.
Gegenüber unserem Liegeplatz lag das Mykale-Gebirge an der türkischen Ägäisküste, dessen höchster Punkt etwa 1.237 Meter hoch ist.
Zwischen Poseidonio und der türkischen Küste liegt die Mykale-Straße, die an ihrer schmalsten Stelle gerade einmal etwa 1,2 bis 1,6 Kilometer breit ist. Deshalb wirkte die türkische Küste von unserem Ankerplatz aus tatsächlich fast zum Greifen nah.
Nach Stefan wagten sich auch Christiane und Heike ins Wasser.

Ich gehöre ja bekanntlich zur Warmduscherfraktion und bekam allein schon beim Zuschauen einen Kälteschock. Aber nachdem alle anderen schwimmen waren, konnte es eigentlich gar nicht so schlimm sein. Währenddessen kümmerten sich Martin und Stefan um die Technik und telefonierten mit dem Eigner. Die übrige Crew vertrieb sich die Zeit auf ihre ganz eigene Weise: Einige lasen im Reiseführer, andere träumten ein wenig vor sich hin oder genossen einfach die letzten Stunden an Bord. Die gesamte Crew bleibt noch ein paar Tage in unterschiedlichen Unterkünften auf Samos .
Gegen ein Uhr wurde es dann langsam ernst. Für das Ankerteam hieß es: Auf die Posten!
Der Anker wurde gelichtet und wir nahmen Kurs auf den Hafen von Samos-Pythagoreio.


Torsten beschäftigte sich inzwischen mit dem Palstek und versuchte sich an einer Leine. Martin kam nach vorne und zeigte ihm den Knoten erneut. Wenn er fleißig weiterübt, geht’s irgendwann wie von selbst. . Bei Heike hatte es schließlich schon beim ersten Versuch geklappt.
Torsten grübelte allerdings nach 30 Minuten immer noch über den Knoten. Viel Zeit blieb ihm dafür jedoch nicht, denn schon bald endet unsere letzte Fahrt mit dieser Crew.


Bei moderatem Wind und herrlichem Sonnenschein konnten heute wenigstens alle vorne sitzen, ohne dicke Jacken tragen zu müssen. Sogar der Skipper hatte sich wieder in kurze Hosen gewagt. Während wir langsam auf Pythagorio zuhielten, wurde die Küste zunehmend grüner und war mit hübschen weißen Dörfern gesprenkelt. Schon bald konnten wir den Hafen erkennen.
Damit begann allerdings der aufregendste Teil unserer Ankunft und wir wurden unfreiwillig selbst zum Hafenkino.
Martin wollte rückwärts in einen Liegeplatz fahren. Doch plötzlich rief ein ziemlich unentspannter Hafenmeister, dass er doch woanders einparken solle.
Der Hafenmeister und sein Helfer hüpften inzwischen herum wie zwei Rumpelstilzchen. Sie wurden immer lauter und riefen zunehmend cholerischer irgendwelche Kommandos an die Crew. Nach und nach blieben immer mehr Menschen stehen, um sich das Spektakel anzusehen.
Martin blieb wie immer ganz ruhig, obwohl er stark mit dem Wind zu kämpfen hatte.
Wir anderen waren allerdings ziemlich erleichtert, als der Motor endlich abgestellt wurde und das Manöver nach 20 Minuten vorbei war. Und plötzlich waren auch der Hafenmeister und sein Helfer wie ausgewechselt: Ganz zahm und entspannt standen sie da, als wäre nie etwas gewesen.
Da konnte die Crew erst einmal tief durchatmen.


Zur Belohnung gab es an Bord Kaffee und Kuchen mit ordentlich Schlagsahne . Nervennahrung musste schließlich sein. Micha schenkte sich, Torsten, Heike und Stefan außerdem erst einmal einen Rum ein, und auch das Anlegerbier durfte natürlich nicht fehlen.
Danach hatten alle Freizeit, um das nette Städtchen zu erkunden. Irene und Christiane machten sich auf die Suche nach einem passenden Restaurant für unser Abschlussessen. Martin und ich schlenderten, wie Heike und Torsten,auch noch etwas durch den Ort.


Kurz nach sieben machten wir uns schließlich auf den Weg ins Faros.
Am Abend herrschte im Hafen eine besonders schöne Stimmung. Überall saßen Menschen in den Restaurants, die Lokale waren gut besucht, und jedes hatte seinen eigenen Charme. Auch das Faros gefiel uns auf Anhieb.
Martin bestellte wieder verschiedene Vorspeisen zum Teilen. Auch die Hauptgerichte wurden gemeinsam auf den Tisch gestellt. Es gab leckere Fleischspieße und allerlei andere Köstlichkeiten, sodass jeder von allem probieren konnte. Der Service war super.


Nach diesem gelungenen Abschlussessen ging es zurück an Bord. Dort stand zunächst noch die Abrechnung über die Splid-App auf dem Programm. Doch während die letzten Beträge eingetragen wurden, machte sich allmählich die Aufbruchstimmung breit.Die ersten Koffer wurden gepackt, und allen wurde bewusst, dass die gemeinsamen 10 Tage nun tatsächlich zu Ende ging.
Ganz vorbei war der Abend allerdings noch nicht. Bevor endgültig Schluss war, mussten natürlich noch drei Runden Hornochsenspiel sein.
Und dieses Mal hatte es mich erwischt!
Nach gerade einmal drei Runden hatte ich bereits eine dreistellige Zahl auf meinem Konto.


Wie immer wurde viel gelacht und ordentlich kommentiert. So entstand genau die richtige Mischung aus Abschiedsstimmung, ein bisschen Wehmut und trotzdem viel guter Laune.
Auf diese Weise genossen wir unseren letzten Abend an Bord noch einmal gemeinsam mit dem Gefühl, dass diese Woche viel zu schnell vergangen war.
Und irgendwann hieß es dann wirklich: Gute Nacht, Crew.

Sep.

28

Die Sonne wusste heute Morgen noch nicht so richtig, was sie eigentlich wollte. In der Bucht von Agathonisi wäre es jedenfalls noch ziemlich duster und bewölkt gewesen, wenn nicht das Licht des Vollmondes gewesen wäre.
Ich machte mich wie jeden Morgen ans Frühstück und schob nebenbei noch einen Kuchen in den Ofen. Stefan leistete mir dabei Gesellschaft , ebenfalls wie jeden Morgen. Er war irgendwie immer der Erste von der Crew, der morgens auftauchte.
Heute hatten wir es wieder einmal überhaupt nicht eilig.

Nach dem Frühstück machten sich deshalb alle noch zu einem kleinen Landgang auf. Die Abfahrt war schließlich erst für zehn Uhr geplant. Micha wollte sogar noch in der Nachbarbucht schwimmen gehen und auch Christiane, Irene, Heike und Torsten machten sich zu Fuß auf den Weg dorthin.
Ganz langsam schob sich währenddessen die Sonne über die Berge. Und schon fühlte es sich gleich ein bisschen wärmer an.
Neben uns machte sich auch der schrullige Fischer auf den Weg. Der hatte gestern noch ausgiebig seine Angelleinen präpariert und fuhr nun hinaus aufs Meer. Ich wünschte ihm auf Griechisch „viel Glück“ – natürlich erst nach vorheriger Beratung durch Google. Er grinste jedenfalls freundlich zurück. Ich hoffe einfach mal, dass ich es auch richtig ausgesprochen habe!
Kurz vor zehn trudelte die komplette Crew wieder ein. Und dann kündigte sich von Weitem die große Fähre an, von der George gestern erzählt hatte. Ihr lautes Hupen war jedenfalls nicht zu überhören.


Auf den Nachbarbooten gingen sofort alle in Habachtstellung. Schließlich war uns ein ziemlich heftiger Schwell angekündigt worden. So schlimm wie befürchtet wurde es dann aber zum Glück doch nicht. Die Fähre fuhr gar nicht ganz in die Bucht hinein und war fast genauso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen war.
Martin fragte noch einmal kurz: „Sind alle an Bord?“
Dann konnte es losgehen.
Das Ablegen funktioniert bei uns mittlerweile genauso schnell wie das Anlegen. Und so verließen wir gegen halb elf bei strahlendem Sonnenschein den kleinen Hafen von Agathonisi. Unser Ziel war Samos , allerdings noch nicht der Hafen. Wir wollten zunächst in die wunderschöne Badebucht Poseidonio.


Kaum waren wir aus der geschützten Bucht heraus, wurde es wieder ein wilder Ritt. Unter Großsegel und Genua tanzte die Georgina über die Wellen. Ganz nach dem Wiesn-Motto: Auf und Nieder , immer wieder“. Dabei zog sie dicke Schaumkronen hinter sich her.
Der Wind war immer noch frisch, aber bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein fühlte es sich längst nicht mehr so kalt an wie gestern.
Trotzdem saß auf der Flybridge eine ziemlich vermummte Gesellschaft. Nur Heike streikte heute gegen die Kälte und saß tatsächlich im T-Shirt und in kurzer Hose in der Sonne. Irene hatte es sich gut eingepackt im Cockpit mit ihrem Buch gemütlich gemacht.
Das Geschirr schepperte wieder ordentlich in den Schränken und manchmal hatte man das Gefühl, unser Schiff würde gleich auseinanderbrechen. Aber die Stimmung an Bord war bestens. Es ist schon erstaunlich, was ein bisschen Sonne mit der Laune macht.
Eine dicke Fähre kreuzte unseren Weg. Stefan, Torsten und Heike gönnten sich dazu ein Wellenbier , das gehört inzwischen zum Bordprogramm.
Gegen 14 Uhr erreichten wir die Küste von Samos. Von Weitem zeigte sich wieder diese karge, felsige Landschaft. Mal sehen, ob Samos wohl genauso viel Charme verspricht wie die kleinen Inselchen, die wir in der vergangenen Woche angelaufen haben.
Bis zur Bucht von Poseidonio lagen noch mindestens zwei Stunden vor uns. Aber es wurde gefühlt stetig wärmer. Rechter Hand konnten wir bereits die türkische Küste sehen.Und dann war es endlich soweit: Wir liefen in die Bucht von Poseidonio ein. Der Wind hatte wunderbar nachgelassen und die Wärme der Sonne tat einfach nur soooo gut.


Das Ankerteam machte wieder einen super Job. Anker sitzt, Motor aus und Feierabend für heute!
Dafür war der Käsekuchen fertig und der Kaffee stand auch schon bereit. Und was soll ich sagen: Es blieb nicht ein einziges Krümelchen übrig.
Da es mittlerweile schon später geworden war, waren wir uns einig: Abendessen gibt es heute nicht vor acht.
Irene und Christiane hatten sich für heute Abend etwas Leckeres vorgenommen: Ratatouille. Das Gemüse dafür hatten sie bereits am Vortag eingekauft.
Bis dahin war Zeit zum Schwimmen, Schnorcheln oder einfach nur zum Chillen. So wie ich es gerade mache. Jeder suchte sich irgendwo an Bord sein persönliches Eckchen und genoss die Ruhe.
Ab halb sieben klapperten dann die Töpfe in der Pantry. Micha, Heike und Christiane waren die fleißigen Schnippelhilfen von Irene. Zwiebeln, Knoblauch, Karotten, Zucchini, Auberginen und natürlich die guten griechischen Tomaten wurden geschnippelt und zu einem herrlich duftenden Ratatouille verarbeitet.
Währenddessen wurde im Cockpit der Tisch schön gedeckt.


Und dann bekamen wir noch ein ganz besonderes Abendprogramm geschenkt: einen fulminanten Sonnenuntergang und kurz darauf folgte gleich der Mondaufgang. Nach dem Vollmond in der vergangenen Nacht passte das natürlich perfekt.
Dann kam Irene mit dem riesigen Topf Ratatouille aus der Pantry. Es schmeckte wirklich lecker und auch hier blieb am Ende kein Rest übrig. Nachdem wieder alles aufgeräumt war, kam unser mittlerweile fast schon traditioneller Spieleabend.
Das Hornochsenspiel hat auf diesem Törn das gute alte Wizard ziemlich abgelöst. Der entscheidende Vorteil: Hornochsen kann man auch mit acht Leuten spielen.
Und wie immer wurde viel gelacht.
Auf dem heutigen Hornochsen-Treppchen standen schließlich Christiane, ich und Heike.
Egal – Hauptsache, es hat Spaß gemacht. Und das hat es definitiv!
So ging ein wunderschöner Segeltag zu Ende.

Sep.

27

Heute Früh hat es ausnahmsweise mal nicht pressiert. Und das war auch gut so, denn über uns hingen dicke, graue Wolken. Also machte ich mich ganz entspannt auf den Weg in die Altstadt zu einer kleinen, netten Bäckerei, um frisches Brot zu holen.
Doch kaum war ich wieder zurück, kam von Stefan :„Das Brot reicht bestimmt nicht!“
Schließlich gäbe es heute Abend/bzw. morgen früh keine Einkaufsmöglichkeit. Also ging ich kurzerhand noch einmal los. Mittlerweile hatte die Bäckerei auch süße Teilchen, da habe ich einfach zugeschlagen , weil für den Nachmittagskaffee musste schließlich auch vorgesorgt werden.
Als ich wieder an Bord kam, saßen Heike, Torsten und Stefan bereits oben auf der Flybridge. Torsten übte fleißig einige Knoten.
Nach und nach trudelte auch der Rest der Crew zum Frühstück ein. Die Stimmung war allerdings ungefähr so grau wie der Himmel. Da musste der gute-Laune-Sonntags-Motivationssong her!


Heike stimmte sofort fröhlich mit ein und tatsächlich: Zumindest ein kleines Lächeln ließ sich damit in einige Gesichter zaubern.
Gegen zehn Uhr hieß es dann: Leinen los Richtung Agathonisi!
Leider nieselte es immer noch. Also wurde der gute-Laune-Song kurzerhand noch einmal angestimmt. Dieses Mal machten sogar Micha, Heike und Christiane mit.
Vielleicht kann man den Wettergott ja musikalisch ein bisschen beeinflussen?
Heike hatte sich schon wetterfest eingepackt, denn sie wollte unbedingt vorne sitzen. Zusammen mit Christiane zog sie dann aber doch die Flybridge bei Martin und Micha vor ,natürlich dick eingemummelt und dem Wetter tapfer trotzend.
Der Rest der Crew machte es sich lieber im Salon gemütlich und begann, ordentlich Seemannsgarn zu spinnen.
Nach und nach kamen allerdings auch die hartgesottenen Flybridge-Sitzer immer wieder nach drinnen. Draußen war es einfach ungemütlich. Nur Christiane hielt oben tapfer bei Martin aus.


Und dann ging es richtig los.
Die Gischt spritzte über den gesamten Bug, das Schiff düste durch die Wellen und in den Schränken begann das Geschirr zu scheppern.
Was für ein Ritt!
Bei allen herrschte irgendwann nur noch ein Gedanke:
Wann sind wir denn endlich da?


Martin musste kreuzen und dadurch wurde aus der geplanten Strecke beinahe die doppelte Distanz. Irgendwann erbarmte sich der Wettergott wenigstens kurz und schickte tatsächlich ein bisschen Sonne vorbei.
Um kurz nach vier war es dann endlich soweit:
Agathonisi in Sicht!


Die Segler vom Nachbarboot halfen uns beim Anlegen und so waren wir im Handumdrehen sicher fest.
Der Kaffee war bereits fertig und die Bougiatsa warm gemacht. Nach der langen und wilden Überfahrt war das genau das Richtige.
Auch das Wetter hatte sich etwas beruhigt. Warm war es allerdings noch nicht wirklich.


Dafür gab es etwas anderes zu bestaunen: das glasklare Wasser.
Man hatte tatsächlich das Gefühl, in ein riesiges Aquarium zu schauen.
Auf dem Nachbarboot machte sich der Fischer inzwischen daran, seine Angelleinen herzurichten , in der Hoffnung auf einen guten Fang. Nebenbei fütterte er von seinem Boot aus die Fische.
Und so konnte ich eine ganze Weile die unterschiedlichsten Fische beobachten – kleine, große und alles dazwischen.


Nach dem Kaffee machten sich fast alle noch zu einem kleinen Spaziergang auf.
Fast alle.
Denn Christiane hatte offenbar beschlossen, dass das Wetter zwar frisch, das Wasser aber trotzdem absolut badetauglich sei.
Also: Badeanzug an und ab in die Fluten! Micha lief am Wasser entlang und kam in eine andere Bucht. Dort entdeckte er tatsächlich einen Oktopus zwischen den Steinen.
Martin und ich liefen derweil hinauf ins Dorf. Für Martin war das ein ganz besonderer Spaziergang, denn er war vor 40 Jahren zum ersten Mal hier.
Damals gab es auf Agathonisi noch keinen Strom. Generatoren und Gaslampen sorgten für Licht und auch die Straßen sahen noch ganz anders aus. Oben im Dorf hatten wir ein schönen Blick auf die Bucht. Dann liefen wir gemütlich zurück aufs Boot.


Kurz nach sieben Uhr wollten wir in Georges Taverne zu Abendessen. Martin war vorher schon dort und reservierte für den Abend.
George ist Grieche, seine Frau Deutsche und nach zehn Jahren , als er das letzte Mal mit der Vava U hier war, erkannten sie ihn tatsächlich wieder . Also hat er ordentlich Eindruck hinterlassen.
Wir wurden sehr nett vom Sohn begrüßt. Dann kam die Frage:
„Wollt ihr Fisch?“
Kurz darauf kam der Wirt persönlich und öffnete seine Kühltruhe, damit sich die Crew einen Fisch aussuchen konnte.
Sie hatten schnell entschieden:
Ein Red Snapper sollte es sein und zwar kein kleiner. 2,2 Kilo wog das Prachtexemplar.
Der Fisch wurde direkt vor der Taverne entschuppt und für die Pfanne vorbereitet.


Dazu gab es natürlich wieder jede Menge Vorspeisen: Fava, Bohnen, Tzatziki, Oktopussalat und griechischen Salat.
Dann kam der Red Snapper. Perfekt gebraten und bereits fachmännisch filetiert lag er auf einer großen Platte.
Alle langten kräftig zu.


Es dauerte wirklich nicht lange, bis von den 2,2 Kilo Fisch nur noch Gräten und Kopf übrig waren. Er war sehr lecker.
Torsten hatte sich zusätzlich Ziegenfleisch bestellt, das ebenfalls wunderbar zart war.


Und heute gab es noch eine kleine Premiere:
Zum ersten Mal auf diesem Törn bekamen wir tatsächlich einen Ouzo nach dem Essen serviert.
Na bitte, geht doch. Danke dafür.


Zurück an Bord war der Abend natürlich noch lange nicht vorbei.
Das Hornochsenspiel musste schließlich noch sein.
Christiane wollte eigentlich schon ins Bett.
Nur ein Spiel, dann gehe ich!“ Aber eins ist keins und überhaupt hat sie die Rechnung leider ohne uns gemacht.
Aus dem einen Spiel wurden sieben lustige Runden.
Und diesmal erwischte es leider sie selbst:
Die Hornochsenkrone ging an Christiane!


Wir hatten jede Menge Spaß und lachten ordentlich.
Aber irgendwann forderte der lange Segeltag dann doch seinen Tribut.
Um Mitternacht war plötzlich Schluss mit lustig und alle verschwanden ziemlich schnurstracks in ihren Kojen.

Sep.

26

Die Stimmung am frühen Morgen in der Bucht von Levitha war einfach mystisch. Der Mond verabschiedete sich langsam am Horizont, während gleichzeitig die Sonne aufging. Ein wunderschönes Schauspiel und definitiv ein Moment, für den sich das frühe Aufstehen gelohnt hat.

Obwohl die Crew wieder so früh aus den Kojen musste, herrschte beim Frühstück gute Laune. Es gab wie immer frisches Obst, Joghurt, Wurst, Käse, etwas Knabber-Gemüse und natürlich Rührei. Nur einer ließ sich das morgendliche Bad nicht nehmen: Stefan sprang tatsächlich ins Wasser. Der kalte Wind hatte inzwischen nachgelassen. Für uns an Bord angenehm , fürs Segeln allerdings eher kontraproduktiv. Richtung Patmos sah es deshalb ziemlich schnell danach aus, als müssten die Motoren die Arbeit übernehmen.Und genau so kam es auch. Dafür war der Seegang heute ausgesprochen ruhig. Ein echter Glücksfall für Christiane, die die komplette Fahrt ganz entspannt vorne sitzen konnte.


Micha hatte es sich oben auf der Flybridge gemütlich gemacht und hielt dort die Stellung. Plötzlich ertönte sein Ruf: Delfine!!!! Und schon waren alle wie elektrisiert. Innerhalb von Sekunden waren die Köpfe nach vorne gerichtet und verfolgten die beiden Tümmler, die vor uns in der Bugwelle herumtollten und offensichtlich mindestens genauso viel Spaß hatten wie wir. Was für ein tolles Schauspiel kurz vor Patmos!


Als wir in den Hafen von Patmos einfuhren, konnten wir schon von Weitem das berühmte Johanneskloster oben auf dem Berg sehen. Ungewöhnlich in einem grauen, steinernen Ton thront es über der Chora und sieht von unten fast mehr nach einer mächtigen Festung als nach einem Kloster aus.

Beim Anlegen hatte Martin heute allerdings irgendwie einen kleinen Distanzfehler. Viermal musste er Anlauf nehmen.Immer war die Ankerkette zu kurz.Irgendwann fiel dann sogar das berühmte F-Wort und Martin monierte anschließend: „Das kommt aber nicht in den Blog!“ Tja, lieber Martin … kleiner Hinweis: Den Blog schreibe ich. Nicht du. Aber Ende gut, alles gut. Als die Kette endlich lang genug war, ging das eigentliche Anlegen wie immer ruckzuck.
(Anm. der Redaktion:
Die Ankerkette ist einfach mit 80m zu kurz – auf der VAVA-U hatte ich 135m 😉 ).
Die Festmacher-Mannschaft hier ist wirklich unglaublich schnell. Und zur Belohnung wartete bereits ein warmer Zwetschgendatschi mit Sahne und Vanilleeis. Da war der kleine Anlege-Krimi sofort vergessen.


Unsere fleißigen Helferlein Christiane und Heike machten anschließend auch gleich wieder klar Schiff in der Küche, sodass jeder noch ein bisschen Freizeit hatte
Um 15.15 Uhr machten wir uns fast im Gänsemarsch auf den Weg zur Bushaltestelle. Der Bus brachte uns gemeinsam mit einigen anderen Touristen hinauf bis kurz vor das berühmte Kloster.

Das Johanneskloster wurde im Jahr 1088 von dem byzantinischen Mönch Christodoulos Latrinos gegründet. Nach einem letzten kleinen, aber steilen Aufstieg standen wir schließlich davor. Und es hat uns wirklich beeindruckt. Ein unglaublich verwinkelter Komplex mit hübschen Innenhöfen, kleinen Kapellen, Mönchszellen und der Hauptkirche. Überall gibt es etwas zu entdecken. Man steht dort oben tatsächlich mitten in einer Geschichte, die über viele Jahrhunderte zurückreicht.

Und dann dieser Ausblick. Von hier oben konnten wir über die gesamte Bucht schauen. Bei klarer Sicht reicht der Blick sogar bis zur türkischen Küste. Gegenüber liegt Ikaria. Ein Kreuzfahrtschiff hatte sich gerade in die Bucht gelegt. Eigentlich passt so ein riesiger Klotz nicht unbedingt perfekt in diese ansonsten wunderschöne Kulisse.

Auf dem Rückweg wollten wir natürlich auch noch die berühmte Höhle der Apokalypse besuchen. Doch vorher schlenderten wir noch ein wenig durch die Chora.

Der Überlieferung nach soll der Apostel Johannes hier im Jahr 95 n. Chr. seine göttlichen Visionen empfangen haben, aus denen später die Offenbarung entstand. Und wir können nur sagen:Wir haben die Apokalypse live erlebt. Während wir oben im Kloster noch gemütlich das Museum anschauten, hatte das Kreuzfahrtschiff inzwischen seine Tenderboote losgeschickt. Und mit ihnen kamen die Menschenmassen. Als wir bei der Höhle ankamen, standen dort bereits Touristen aus aller Welt Schlange. Aber nun waren wir schon einmal da , also Augen zu und durch. Langsam wurden wir gemeinsam mit gefühlt halb Europa durch die Höhle geschoben. Und als wir endlich wieder draußen waren, riss die Schlange immer noch nicht ab. Wir beschlossen deshalb, über kleine Schleichwege langsam wieder Richtung Stadt zurückzukehren.

Christiane, Irene und Stefan blieben gleich in der netten Altstadt und machten sich auf die Suche nach einer netten Taverne für das Abendessen. Ich blieb heute mal an Bord und ging nicht mit zum Essen und genoss einfach in Ruhe zu lesen.

Sie fanden eine kleine, vormals typische Ouzeri, die mittlerweile etwas geachsen ist und vornehmlich von Einheimischen besucht wird. Daher mussten wir auch etwas warten bis ein großer Tisch für uns frei wurde Aber entsorechend gut war das Essen mit verschiedenen Vorspeisen, Kalamari und Dorade.

Sep.

25

Der Skipper wollte heute schon wieder um acht Uhr los. Nach dem Motto: „Der frühe Segler fängt den Wind!“
Also hieß es für uns alle wieder: raus aus der Koje!
Frühstück gab es zwischen sieben und halb acht. Wir brauchten allerdings noch frisches Brot , zum Glück war der Bäcker ja gleich ums Eck.


Unser heutiges Ziel war Levitha. Auf der kleinen Insel lebt mittlerweile in der achten Generation eine Familie, die versucht, ihr Leben möglichst ökologisch auszurichten. Traditionelle Lebens- und Anbaumethoden werden mit erneuerbaren Energien verbunden. Zur Selbstversorgung und zum Verkauf betreibt die Familie Landwirtschaft und hält sage und schreibe etwa 650 Ziegen. Eine Photovoltaikanlage sorgt für die Stromversorgung und mit der kleinen Taverne, in der die Crews der anlegenden Boote bewirtet werden, bessert die Familie ihr Einkommen auf.
Das klang alles sehr spannend und wir waren natürlich schon ziemlich neugierig auf diesen besonderen Ort.
Aber erst einmal mussten wir überhaupt dorthin kommen.
Unsere Crew ist inzwischen richtig gut eingespielt. Jeder weiß, wo er hinlangen muss, und so ging es flott aus dem Hafen. Dort legte am frühen Morgen gerade noch eine große Fähre an. Kaum waren wir um die Kurve, konnten die Segel gesetzt werden.
Und dann ging’s los!
Wir hatten ordentlich Wind 15-18 Kn aus N und 1m Wellen.
Am Anfang war es noch ziemlich schaukelig und die Georgina bewegte sich in alle Richtungen, die ein Schiff so einschlagen kann. Aber nach Umrundung von der Nordostecke Amorgos hatten wir mehr Wind von der Seite und unsere Georgina flog nur so über die Wellen.
Vorbei ging es an bizarren Felsformationen und ausgesprochen kargen Inseln wie Kinaros und Glaros. Dazu strahlend blauer Himmel , eigentlich Postkartenwetter.
Allerdings hatte dieser Postkartenhimmel einen kleinen Haken:
Es war echt kalt.
Der Wind pfiff uns ordentlich um die Ohren und deshalb waren alle dick eingepackt. Wenn ich mir die Fotos im Nachhinein anschaue, könnte man glatt meinen, wir wären nicht in der Ägäis, sondern irgendwo in der Nordsee unterwegs.
Nach gut sieben Stunden erreichten wir schließlich Levitha.


In wunderschönen Bucht gibt es Mooringbojen und dort lagen bereits acht Einrumpfboote und ein Katamaran. Martin entschied sich für die letzte Boje.


Unser Platz lag direkt an den Felsen und die Aussicht war einfach wunderschön. Das Wasser leuchtete in einem unglaublichen Türkis und war glasklar.
Nach unserem langen Ritt gab es erst einmal Kaffee und dazu Apfelküchle und Pfannkuchen. Mit Nutella, Marmelade oder Frischkäse , je nach persönlicher Vorliebe.


Am Abend wartete ja noch ein typisches griechisches Essen bei der Familie auf uns. Die Spannung stieg.
Bevor es soweit war, wurde erst einmal gebadet.
Das Wasser sah schließlich viel zu verlockend aus.
Die komplette Crew ging schwimmen.
Na ja … fast.
Martin und ich nicht, wir sind bekennende Warmduscher 🙂
Um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken, wurde noch das Hornochsenspiel ausgepackt. Und diesmal hatten Micha und ich das zweifelhafte Vergnügen, die Oberhornochsen zu sein.
Jedoch wie immer gilt: Es geht nicht ums Gewinnen.
Es geht ums Lachen.
Kurz vor sieben war es dann soweit.
Alle Mann ins Dinghi , allerdings ohne Motor.
Micha und Martin paddelten uns die kurze Strecke bis zum Steg.

Von dort ging es noch ein Stück über Stock und Stein bergauf, bis wir schließlich oben am Haus ankamen.
Und da bot sich uns ein wunderschöner Anblick.
Der Mond stand kurz vor dem Vollmond und tauchte die Bucht in ein ganz besonderes Licht.
Eine spektakuläre Szenerie.


Die Taverne selbst war ganz einfach gehalten. Ein paar Tische, die typisch griechischen Wackelstühle und eine herrlich unkomplizierte Atmosphäre. Einige Gäste von den Nachbarbooten waren schon da.
Die Besitzer begrüßten uns sehr freundlich.
Wir hatten heute sogar einen besonderen Grund zum Feiern,
Heike und Torsten hatten Hochzeitstag.
Natürlich mussten wir darauf erst einmal gemeinsam anstoßen.
Der Wirt brachte Wasser und Wein und dann begann das große Auffahren der Vorspeisen.
Es gab unter anderem Kava ( das war übrigens mit Abstand die beste Version die wir bisher auf diesem Törn hatten) –Saganaki, Horta, Bohnen, Zucchinibällchen und natürlich griechischen Salat.
Das war erst der Anfang.
Als Hauptspeisen gab es Ziege, Fisch und Bifteki.
Martin bestellte zweimal Ziege, einmal Fisch und einmal Bifteki.
Das sollte reichen, sogar sehr.
Alle waren anschließend pappsatt.
Bis der Wirt plötzlich vor uns stand und fragte:
Dessert? alle guckten sich an.
Diese Frage sollte man in Griechenland niemals mit „Nein“ beantworten.
Also gab es griechischen Joghurt mit Zitrone, Joghurt mit Feige und dazu die eingelegten Früchte
Süß geht immer!
Und lecker war es sowieso.


Es war ein wunderschöner, ganz besonderer griechischer Abend .
Später paddelten Martin und ich die Crew wieder sicher zurück zur Georgina.
Martin ging anschließend direkt in der Koje.
Der Rest der Mannschaft war offenbar noch nicht müde genug und stieß noch einmal mit Heike und Torsten auf ihren Hochzeitstag an.


Dabei ließen wir den schönen Tag noch einmal Revue passieren.

Sep.

24

Heute war wieder einmal frühes Ablegen nach Skipper-Art angesagt. Das bedeutete : Frühstück vorbereiten um halb sechs.
So nach und nach trudelten dann auch die ersten Frühaufsteher Stefan und Heike aus ihren Kabinen und wurden dafür gleich mit einem sensationellen Sonnenaufgang belohnt. Kaum war die Sonne zu sehen, begann auch schon ein Fotowettbewerb. Jeder bemühte sich, das schönste Sonnenaufgangsfoto zu ergattern.
Zwischen sieben und halb acht gab es Frühstück , heute einmal mit Rührei statt gekochten Eiern. Da wurde ordentlich zugelangt.
Draußen in der Ägäis erwartete uns wieder reichlich Wind. Dafür war unser heutiges Ziel nicht allzu weit entfernt: Amorgos. Dort stand ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm: das berühmte Kloster Panagia Hozoviotissa.


Das weiß leuchtende Kloster klebt spektakulär an einer steilen Felswand rund 300 Meter über dem Meer. Gegründet wurde es bereits im 9. Jahrhundert, etwa um 812, und im 11. Jahrhundert erneuert. Das Gebäude ist nur wenige Meter breit, dafür fast 40 Meter hoch und erstreckt sich über acht Etagen in die Felswand hinein. Es ist eines der ältesten Klöster Griechenlands und gleichzeitig das Wahrzeichen von Amorgos.

Schon die Kleiderordnung versprach ein kleines Abenteuer: Männer brauchen lange Hosen, Frauen lange Röcke und bedeckte Schultern. Das wird alles bei Bedarf am Eingang zur Verfügung gestellt.
Wir ließen uns einfach überraschen. Von unserer Crew war jedenfalls noch keiner dort gewesen – außer Martin natürlich.
Um halb neun hieß es dann: Leinen los Richtung Amorgos. Das Ziel lag geradewegs voraus. Und tatsächlich konnten wir bereits kurz vor elf mit dem Heck am Hafen anlegen.


Mittlerweile weiß die Crew genau, was zu tun ist. Jeder Handgriff sitzt, und auch vom Hafenmeister kam Unterstützung. Unter Martins gewohnt präzisen Anweisungen lief das Anlegemanöver zügig und völlig unspektakulär ab.


Danach gab es erst einmal eine Besprechung im Cockpit. Martin hatte den Vorschlag, mit einem Taxi zum Kloster hinaufzufahren. Gesagt, getan.
Wir marschierten zum Taxistand und hatten tatsächlich Glück: Ein Großraumtaxi stand bereit. Also alle acht husch ins Taxi, denn das Kloster schließt bereits um ein Uhr.
Unser Taxifahrer hieß Vangelis und fuhr uns tatsächlich direkt Kloster hinauf. Schon während der Fahrt waren die Ausblicke gigantisch. Aber was uns dort oben erwartete, war noch einmal eine ganz andere Hausnummer.


Etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel und rund 300 Stufen führten auf einem steilen Weg hinauf zum Kloster.
Und dann begann die Kleiderordnung.
Die Männer hatten natürlich alle kurze Hosen an. Also hieß es: umziehen. Lange Hosen wurden übergezogen.
Heike, Christiane und Irene hatten zwar lange Hosen an ,aber auch das war nicht erwünscht. So wurden Tücher um die Hüften gewickelt, bis es aussah wie ein Rock.
Ich hatte meinen eigenen langen Wickelrock dabei.
Dann ging es die steilen Stufen hinauf ins Kloster.


Ein junger Mann erzählte uns einiges über die Geschichte des Klosters und erklärte, dass dort inzwischen nur noch zwei Mönche und er selbst leben. Vielleicht wird auch er eines Tages ein Mönch werden.
Von der Terrasse des Klosters aus bot sich ein atemberaubender Blick über die Ägäis. In der Ferne waren verschiedene Inseln zu erkennen, und bei diesem strahlend blauen Himmel konnte man sich wirklich kaum sattsehen.
Im Inneren wurden wir anschließend in einen Raum geführt, der eher wie ein kleines, gemütliches Wohnzimmer wirkte. Dort bekamen wir ein Glas Wasser und den traditionellen Psimeni Raki serviert, einen warmen Likör, der dem Rakomelo ähnelt. Er wird mit lokalem Honig, Zucker und Gewürzen wie Zimt und Nelken zubereitet und zusammen mit einem kleinen Loukoumi Würfel gereicht , als stärkende Begrüßung für die Pilger nach dem doch recht sportlichen Treppenaufstieg.
Unsere Gruppe verweilte noch ein bisschen in diesem gemütlichen Raum, bevor wir das Kloster wieder verließen.


Draußen erwartete uns weiterhin ein strahlend blauer Himmel. Mega Wetter also, um noch zur Chora, dem wunderschönen Bergdorf von Amorgos, zu laufen oder den Bus zu nehmen.
Oben an einem Bushäuschen fragte ich einen jungen Mann, ob er auf den Bus warte und wann dieser denn käme.
Er meinte; in In zehn Minuten.“
Perfektes Timing
Also fuhren wir mit dem Bus hinauf zur Chora und wollten von dort nach einer kleinen Stärkung wieder zu Fuß Richtung Hafen hinunter.


Und dann standen wir plötzlich mitten in einem Bilderbuchdorf.
Weiße Häuser, kleine Gassen, bunte Türen und Fenster, Bougainvilleas, blauer Himmel und Windmühlen , eine einzige große Fotoszenerie.
Leider war mein Handy-Akku inzwischen leer, sonst hätte ich vermutlich noch hunderte weitere Fotos gemacht.
Im Dorf trennten wir uns zunächst. Christiane, Irene und Micha wollten in einer anderen Taverne noch eine Kleinigkeit essen. Wir setzten uns dagegen in ein kleines Café und genossen bei einem Snack und Sonnenschein den Blick auf die Windmühlen.


Als wir uns schließlich auf den Rückweg machten, trafen wir wieder auf den Rest der Crew.
Und nun stand die nächste Entscheidung an:
Bus fahren oder zu Fuß den Berg hinunter?
Natürlich entschied sich alle für den Fußweg.
Der schmale, steinige Weg war ziemlich spektakulär. Er schlängelte sich in Serpentinen den Berg hinunter, vorbei an Ziegen, verlassenen Häusern und trockenen Brunnen.
Martin, Micha und ich bildeten die Vorhut. Der Rest der Crew kam etwas langsamer hinterher.
Auf dem Schild waren für den Weg 55 Minuten angegeben.
Das war schon eine ziemlich sportliche Ansage , aber wir schafften es.


Bis zum Boot waren es anschließend noch einmal etwa zehn Minuten. Dort setzte ich gleich das Kaffeewasser auf.
Dazu gab es heute einen fertigen Schokoladenkuchen , dafür aber mit ordentlich Sahne. Man muss schließlich Prioritäten setzen.
Danach war erst einmal Chillen angesagt.
Alle waren noch völlig geflasht von diesem tollen Tag und den vielen Eindrücken.
Für das Abendessen erklärte sich Irene bereit zu kochen. Wir entschieden uns für Schinkennudeln .
Heike und Torsten gingen noch schwimmen, Christiane zog es ebenfalls an den Strand und einige machten noch einen Spaziergang durchs Dorf.


Ich schaute mir den kleinen botanischen Garten an. Allerdings war der Wind inzwischen so kalt, dass ich aufs Schiff zurück ging.
Auf der Georgina wurde währenddessen schon fleißig in der Küche gewerkelt. Heike und Micha waren als Schnippelhilfen im Einsatz und auch Christiane packte mit an.
Irene zauberte einen großen Topf Schinkennudeln.
Der Tisch wurde schön gedeckt und dann hieß es endlich:
Essen ist fertig.


Und wie schon beim Frühstück wurde wieder kräftig zugelangt.
Als Überraschungsnachtisch von Irene gab es anschließend noch Baklava.
Am Tisch wurde noch gemütlich geklönt und der ereignisreiche Tag Revue passieren gelassen. Aber da wir morgen bereits um acht Uhr wieder loswollen, zog es die Crew doch relativ bald in die Kojen.
Ein Tag voller Wind, Sonne, 300 Stufen, Klosterröcke, Bergwege, Ziegen, Windmühlen und jede Menge schöner Eindrücke geht zu Ende.
Und ich glaube, heute waren sich alle einig:
Amorgos war die Anstrengung mehr als wert.

Sep.

23

Da Martin heute ziemlich früh los wollte, war das Frühstück bereits für halb acht angesetzt. Ich hatte schon sehr früh meinen ersten Besuch des Tages: die Hafenmieze.


Kaum hatte ich die Gangway heruntergelassen, stand sie auch schon mauzend davor. Ein Scheibchen Wurst können wir natürlich entbehren. Und da der Hafen heute ziemlich voll war, würde sie im Laufe des Tages sicherlich noch genügend Gelegenheit bekommen, weitere Bootsbesitzer anzubetteln.
Kurz nach sieben war dann endgültig Schluss mit der Nachtruhe. Eine riesige Fähre legte an und man hatte tatsächlich das Gefühl, dass das ganze Dorf mit seinen Autos auf dieses Schiff wollte. Unglaublich, wie viele Fahrzeuge da plötzlich auftauchten! Aber alles war perfekt organisiert und lief erstaunlich reibungslos ab.
Unsere komplette Crew stand an Deck und beobachtete das Spektakel.
Hafenkino mal anders.


Danach ging es ans Frühstück. Gesprächsthema Nummer eins war natürlich wieder der berühmte Ankersalat.


Und prompt fuhr ein Einrumpfboot aus.
Was dann passierte, war fast schon besser als Fernsehen. Nicht nur auf unserem Boot, sondern auch auf allen anderen Booten im Hafen herrschte plötzlich rege Betriebsamkeit. Jeder schaute gespannt auf das ausfahrende Boot. Und tatsächlich hatte der Skipper ordentlich zu kämpfen. Aber er schaffte es.


Wir waren das zweite Boot, das auslief. Zum Glück betraf uns das Ankerproblem nicht, denn Martin hatte unseren Anker etwas seitlicher geworfen.
Jeder wusste, was zu tun war, jeder hatte seine Aufgabe und so wurde das Ablegen bei uns zum Kinderspiel.
Ende gut, alles gut. Kurz nach halb neun verließen wir planmäßig den kleinen Hafen.
Wenig später wurde das Großsegel gesetzt und mit zunächst mäßigem Wind gings los, aber hinter dem Kap frischte es dann teilweise bis auf 30 Knoten auf und wir düsten auf der Kreuz durch die Ägäis. Weil es allerdings wieder ordentlich frisch war saßen Christiane und Torsten deshalb dick eingemummelt bei Martin oben auf der Flybridge, während sich der Rest der Crew lieber windgeschützt im Cockpit aufhielt.


Eine Stunde früher als geplant erreichten wir schließlich den Hafen von Koufonisi.
Wieder hieß es: alle Mann an die Leinen. Jeder packte mit an und schon kurze Zeit später lagen wir sicher mit dem Heck an der Hafenmauer.


Zur kleinen Stärkung gab es erst einmal einen griechischen Salat für alle.
Danach ging es an Land, um das schöne Dorf zu erkunden.
Koufonisi ist genau so, wie man sich ein kleines griechisches Dorf vorstellt: weiße Häuser mit blauen Türen und Fensterläden, dazwischen leuchtende Bougainvilleen und jede Menge kleine Läden.
Und was uns besonders gefallen hat: In den vielen Souvenirgeschäften gab es nicht den üblichen Kitsch, den man auf manchen Inseln findet. Stattdessen entdeckten wir wunderschöne und wirklich individuelle Keramiksachen, Schals, Magnete und viele andere kreative Dinge. Da konnte man schon mal länger stehen bleiben.
Überhaupt ist Koufonisi ein einziges großes Fotomotiv. Hinter jeder Ecke findet man wieder eine hübsche Tür, eine bunte Blume oder eine kleine Gasse, die unbedingt fotografiert werden möchte.
Nur der blaue Himmel fehlte noch für das perfekte Griechenland-Foto.


Um drei Uhr gab es dann wie üblich Kaffee und Kuchen an Bord. Martin hatte endlich seine Käsekuchensterne gefunden, nach denen er schon auf mehreren Inseln gesucht hatte! Da gab es dann für jeden einen.
Bis zum Abend war noch etwas Zeit zum Chillen.


Christiane nutzte die Gelegenheit und ging am wunderschönen Sandstrand schwimmen. Irene machte einen Spaziergang und der Rest der Crew schlenderte zu einer wunderschönen Cocktailbar direkt am Wasser.
Und plötzlich kam sogar die Sonne heraus.
War ja klar , wenn die Engel unterwegs sind!
Also orderten wir Cocktails . Mai Tai, Pink Sprizz, Campari Spritz und Piña Colada wurden bestellt. Und selbstverständlich mussten die Cocktails erst einmal für diverse Fotos herhalten, bevor sie getrunken werden durften.
Hier konnte man es wirklich gut aushalten.


Leider drängte die Zeit und wir sollten langsam wieder zurück zum Boot. Christiane, Irene und Michael waren ebenfalls gerade unterwegs. Am Horizont ging inzwischen die Sonne unter und natürlich wurde auch dieses Schauspiel noch schnell fotografisch festgehalten .
Dann machten wir uns auf den Weg zum Abendessen.
Martin hatte für halb acht einen Tisch im Melissa reserviert. „Melissa“ bedeutet auf griechisch übrigens Honigbiene.
Christiane hatte in ihrem Reiseführer gelesen, dass es sich um die älteste Taverne der Insel handeln soll. Und offenbar wussten das auch viele andere. Das Lokal war bereits gut besucht und draußen warteten schon Gäste auf einen freien Tisch.
Wie gut, dass wir reserviert hatten!

Martin hatte heute einen Vorschlag: Statt wie üblich verschiedene Vorspeisen zu bestellen, wollten wir einfach unterschiedliche Hauptgerichte nehmen und alles miteinander teilen.
Gesagt, getan.
Nach und nach kamen Souvlaki-Spieße, Oktopus, Lamm, Ziege, Schaf und Rind auf den Tisch. Die Teller wanderten einmal rundherum und jeder konnte von allem probieren.
Es war wirklich alles unglaublich lecker.
Ich blieb allerdings meinem griechischen Salat treu.


Während wir gemütlich aßen, wurde die Taverne noch voller. Draußen warteten inzwischen schon die nächsten Gäste. Also machten wir unseren Tisch frei und zogen weiter.
Auf dem Rückweg blieben wir noch bei zwei Straßenmusikern stehen und hörten ein bisschen zu.
Aber Martin und Heike hatten noch ein ganz anderes Ziel: die Eisdiele.
Sie lag praktischerweise direkt auf unserem Rückweg. Und als wir das Eis sahen, war eigentlich sofort klar, dass niemand widerstehen würde.
Also bestellte jeder von uns zwei Kugeln.
Man muss die Prioritäten im Urlaub schließlich richtig setzen.
Zurück auf der Georgina war der Tag aber noch lange nicht zu Ende.
Wir ließen noch eine kleine Party steigen , mit Rum, Musik und Diskolicht.


Ein richtig schöner Abschluss für einen ereignisreichen Tag auf Koufonisi.
Jetzt heißt es allerdings langsam ins Bett, denn morgen früh müssen wir wieder zeitig raus.

Sep.

22

Genauso farbenreich, wie sich der Himmel gestern Abend verabschiedet hatte, zeigte er sich am nächsten Morgen wieder. So nach und nach kamen alle aus ihren Kabinen. Stefan und Micha nahmen sogar schon vor dem Frühstück ein ausgiebiges Bad. Martin wollte zeitig los, deshalb frühstückten wir ein bisschen früher als sonst.


Aber mit den Abenteuergeschichten rund ums Segeln kommt man ja immer vom Hölzchen aufs Stöckchen. Es ist so gemütlich, man sitzt so schön zusammen, es schmeckt so lecker und überhaupt … Aber es hilft ja nichts, wir wollen ja weiter.
Nachdem die Küche wieder aufgeräumt war, hieß es Anker auf, Kurs Schinoussa. Die kleine Insel gehört zu den Kleinen Kykladen und liegt etwa sechs Kilometer südlich von Naxos. Die Nachbarinseln Iraklia und Kato Koufonisi sind jeweils nur rund drei Kilometer entfernt. Auch der Wind war uns günstig gesonnen, sodass das Großsegel gesetzt werden konnte. Jeder suchte sich wieder sein Plätzchen an Bord und genoss den Ritt durch Wind und Wellen.
Wir hatten heute in der Paros-Naxos-Strasse bis 30 Kn Wind anfangs aus NNE, dann N und später NNW, bis er vor Schoinousa fast ganz einschlief. Also segelten wir Anfangs mit Gr im 2.Reff und der halben Genua, die wir später ganz ausrollten und dann die letzten 3 Meilen von kanppen 20 motorten.

Kurz vor halb zwei fuhren wir in den kleinen Hafen von Schinoussa ein. Der freie Platz, den wir uns ausgesucht hatten, war zwar nicht gerade der einfachste, was beim Anlegen für reichlich Kommandos von allen Seiten sorgte, aber letztendlich waren wir fest. Gott sei Dank! Das Fischerboot, das noch quer an der Mole lag, fuhr ausgerechnet dann weg, als wir angelegt hatten. Da hätten wir uns einiges an Adrenalin sparen können. Aber jetzt liegen wir gut.


Kaum waren wir fest, begann das Hafenkino. Im Minutentakt kamen Einrumpfboote in die Bucht gefahren und legten nach und nach neben uns an. Die Tonstärke war fast noch lauter als bei uns. Hafenkino vom Feinsten! Jedenfalls gibt es morgen früh bestimmt Ankersalat. Martin hatte es später beim Schnorcheln schon gesehen.


Mitten in diesem ganzen Hafentetris setzte ich schnell einen Hefeteig an und bereitete die Zwetschgen für einen Zwetschgendatschi vor.
Micha entdeckte bei seinem Landgang eine große Schildkröte am Ufer. Irene und Christiane packten ihre Badesachen und machten sich auf den Weg zum kleinen Strand neben dem Hafen.
Kurz nach drei duftete es schon durchs ganze Boot. Der Zwetschgendatschi war fertig! Warm schmeckt er sowieso am besten, und mit frischer Sahne dazu war er einfach perfekt. Da konnte man es sich bei einer Tasse Kaffee richtig gutgehen lassen.


Nach dem Kaffeetrinken machten Martin und ich uns auf den Weg ins kleine Bergdorf. Scheinbar ist hier im Sommer doch einiges los, denn es gibt viele Tavernen und auch Zimmer zu vermieten. In einem kleinen Supermarkt fanden wir noch ein bisschen Obst

und reservierten anschließend einen Tisch im Octo Adelphia, einem kleinen Restaurant mit schönem Ausblick auf die Bucht.
Wieder unten an Bord waren nur Stefan und Micha. Die anderen hatten sich noch einmal zum kleinen Strand am Hafen aufgemacht. Und dann ging das Hafenkino in die nächste Runde.


Ein Katamaran, der nach uns gekommen war und an einem reservierten Platz angelegt hatte, musste wieder wegfahren. Sein Anker hatte sich am Grund in irgendeiner Bojenschlaufe verfangen. Von allen Booten schauten die Crews gespannt zu. Aber sie schafften es tatsächlich, den Anker zu lösen. Jubelgeschrei auf dem Boot, und dann düsten sie davon. Wir hatten jedenfalls wieder einmal beste Unterhaltung, ohne Eintritt bezahlen zu müssen.


Um sieben Uhr wollten wir zum Essen los. Die restliche Crew war schon aufgebrochen, um sich noch ein bisschen im Dorf umzuschauen. Als Martin und ich oben ankamen, warteten sie bereits vor dem Restaurant.
Martin bestellte wieder viele leckere Vorspeisen, die alle nach und nach auf den Tisch kamen. So konnte jeder von allem ein bisschen probieren. Und natürlich wollten dann auch alle noch Lamm probieren. Einmal geschmorte Lammkeule und Lammkoteletts kamen auf den Tisch. Das ist griechisches Feeling pur!


Die Crew fand, dass es sehr lecker geschmeckt hat. Und natürlich durfte auch der Wein nicht fehlen. Da wurde sogar noch einmal nachgeordert. Martin erzählte noch den Plan für den nächsten Tag, da wird es nach Koufonisi gehen und wir müssen wieder zeitig los. Deswegen fällt der Spieleabend an Bord aus und es gibt nur noch ein gemütliches Zusammen sitzen.
Ein rundum schöner Tag und ein wunderschöner Abend auf einer kleinen Kykladeninsel, mit gutem Essen in einer griechischen Tavernen und griechischem Wein, da hat man doch gleich einen Ohrwurm.

Sep.

21

Hurra, der Skipper hat Geburtstag.
Salon und Cockpit waren schon festlich geschmückt, als zuerst Stefan und dann Micha aus den Kojen hoch kamen . Kurz darauf folgten Torsten und Heike. Torsten blieb fast mit seinen stattlichen 1,97 Metern in der Girlande hängen.
Das Frühstück war vorbereitet, der Geburtstagskuchen über Nacht heimlich gezaubert und eigentlich fehlte jetzt nur noch einer: der Skipper persönlich.
Als dann lautstark Stevie Wonders „Happy Birthday“ aus der Musikbox klang,
ließ sich Martin endlich blicken!


Auch Christiane und Irene gesellten sich dazu und gratulierten dem Geburtstagskind. Die beiden hatten sogar eine Überraschung dabei: einen Fair-Trade-Seglerkaffee. Er ist schon gespannt, wie er schmeckt. Und von Stefan und Maria bekam er ein lustiges Loriot T-Shirt.
Noch bevor das Frühstück auf den Tisch kam, wurde es aber erst einmal fachlich. Martin nahm die Gäste mit auf die Schiffsbegehung über Deck und erklärte geduldig die wichtigsten Bordinstrumente und ihre Funktionen. Jede Menge Fragen wurden beantwortet, die Rettungswesten gezeigt und natürlich durfte auch ein Blick auf Martins persönliches Navigationssystem nicht fehlen. Schließlich soll die Crew ja wissen, wo sie sich befindet – und vor allem wichtig, wie das Funkgerät bei einem eventuellen Notfall funktioniert .
Danach war es aber höchste Zeit für Frühstück.
Doch was baumelte denn da noch im Cockpit?
Eigentlich sollte dort eine ganz besondere Flaschenpost für den Skipper hängen. Aber die Wellen schlugen heute so heftig gegen die Kaimauer, dass ich befürchtete, dass sie dort zerschellt.
Was in der Flaschenpost stand, verraten wir an dieser Stelle noch nicht. Wenn alles klappt, gibt es dazu später einen eigenen Blogeintrag aus Kreta.


Natürlich durfte auch das obligatorische Geburtstagsständchen nicht fehlen. Die Crew sang für Martin und damit war das Geburtstagsprogramm offiziell eröffnet.
Nach dem Frühstück brachte Martin noch die Wäsche in die Wäscherei. Dadurch hatten wir tatsächlich noch zwei Stunden Landgang, bevor die Wäsche fertig sein sollte.
Im Supermarkt traf ich kurz darauf dann prompt wieder auf Irene und Christiane. Die beiden waren auf der Suche nach Hackfleisch , schließlich stand für den Abend Chili con Carne auf dem Speiseplan.


Zurück an Bord gab es allerdings erst einmal eine kleine Planänderung.
Wir würden gleich ablegen, sobald alle wieder an Bord waren. Die Wäsche können wir einfach bei unserem nächsten Besuch hier abholen. Also hieß es: Leinen los und weiter!
Martin erklärte Stefan und Micha noch, wie das mit dem verlorenen Anker an der Leine zu händeln ist. Am Heck wurden die Leinen losgemacht und langsam setzte sich das Schiff in Bewegung.
Der Anker war gerade wieder in seiner vorgesehenen Spur, als Micha plötzlich rief:
“Da ist was am Anker!“
Dieser verflixte Anker!
Eine große Motoryacht hatte tatsächlich ihren Anker über unseren heruntergelassen. Martin musste erst einmal selbst nachsehen, was da eigentlich los war. Micha bekam den Auftrag, eine Leine irgendwo durch- und wieder umzufädeln. Wie genau das alles funktioniert hat, lassen wir lieber den Skipper erklären , jedenfalls war es eine dieser Aktionen, die man an Bord nicht unbedingt braucht.


Irgendwann war aber auch dieses kleine Ankerdrama gelöst und wir konnten endlich Kurs auf den Süden von Paros nehmen.
Wieder vorbei an den Kite-Surfern und entlang an der Küste.

Die karge Landschaft wurde immer wieder von kleinen, strahlend weißen Dörfern unterbrochen, die wie hingetupft an den Hängen lagen.
Dazwischen klingelte Martins Telefon immer wieder. Familie und Freunde wollten natürlich gratulieren und so bekam unser Geburtstagskind heute jede Menge Glückwünsche aus der Heimat.
Wir hatten uns für heute nur eine kurze Strecke vorgenommen. Martin hatte ursprünglich damit gerechnet, dass wir erst weit nach Mittag loskommen würden. Kurz nach zwei fiel deshalb bereits der Anker in der wunderschönen Parangess-Bucht.
Und damit war es Zeit für den Geburtstagskuchen und Kaffee!


Heute ausnahmsweise etwas früher , schließlich sollte für das Chili später auch noch Platz sein.
Martin durfte sein Geburtstagskerzchen ausblasen und anschließend den leckeren Kuchen verteilen.
Die Mutigen unter uns sprangen danach gleich ins Wasser .
Wobei, wenn man drin ist, geht’s .
Später saßen Heike und Torsten oben auf der Flybridge, während ich es mir unten mit meinem Buch gemütlich gemacht hatte.


Plötzlich rief Heike:
Ui – ein Delfin!“
Und tatsächlich!
Neben der Georgina schwamm ein großer Tümmler vorbei, drehte nach einer eleganten Kurve noch einmal ums Boot und verschwand anschließend wieder im tiefblauen Wasser.
Was für ein Geburtstagsgeschenk!
Und das gleich am ersten Tag mit der ersten Crew.


So langsam klapperten in der Küche auch die Töpfe.
Christiane, Irene und Heike machten sich ans Chili con Carne. Nach und nach zog ein herrlich würziger Duft durch das ganze Boot und ließ die Vorfreude auf das Abendessen ordentlich steigen.
Um sieben Uhr war es dann soweit. Christiane stellte einen großen Topf mit dampfendem Chili in die Mitte des Tisches und alle langten kräftig zu.
So kräftig, dass am Ende vom großen Topf kein Krümelchen Chili mehr übrig war.
Zum Nachtisch gab es noch griechischen Joghurt mit Honig.


Irene und Christiane machten anschließend noch klar Schiff und dann wurde der Tisch kurzerhand zur Spielearena umfunktioniert.
Acht Spieler, ein Hornochsenspiel und dazu eine traumhafte Kulisse mit wunderschönem Abendrot.
Wir hatten jede Menge Spaß und es wurde ordentlich gelacht.
Und die Krönung des Abends?
Ich hatte heute die wenigsten Punkte und damit gewonnen!
Stefan hingegen erwischte es ganz anders:
Er wurde Hornochsenkönig.


So ging Martins Geburtstagstag an Bord zu Ende: mit gutem Essen, viel Lachen, einem Delfin als Überraschungsgast, einem herrlichen Sonnenuntergang und einer netten Spielerunde.

Sep.

20


Und dann war es endgültig so weit: Die erste Crew war von Bord und die nächste stand schon in den Startlöchern.
Also hieß es: Abschiedsschmerz verstauen, Ärmel hochkrempeln und klar Schiff machen!
Kabinen putzen, Betten beziehen, Badezimmer auf Vordermann bringen und alles wieder so herrichten, dass die nächste Crew sich auch zumindest für eine kurze Zeit zu Hause fühlt.
Martin musste außerdem noch nach Naoussa zur Hafenpolizei, um die neue Crewliste abstempeln zu lassen. Wie umständlich! Aber er schnappte sich einen Scooter und war nach gut einer Stunde wieder zurück.
Zwischendurch kamen Christine und Johannes noch einmal kurz vorbei, um ein kleines Präsent zu übergeben. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und hab mich riesig darüber gefreut. Total lieb!
Pünktlich um zwei war die Georgina wieder klar zur Übernahme durch die neue Crew.


Martin schickte den Standort und kurze Zeit später standen Micha, den wir schon von anderen Törns kennen, Torsten und Heike am Boot. Christiane, die Martin schon seit 40 Jahren kennt und dieses Jahr sogar schon mit Irene auf der Vlinder war, kam wenig später ebenfalls mit Irene.
Schön ,damit war die Crew bis auf Stefan komplett. Der sollte erst am späten Nachmittag vom Flughafen eintrudeln.
Wie bei jedem Törn wurde zunächst einmal Kaffee getrunken.


Danach kam die wichtigste nautische Aufgabe des Tages: die Einkaufsliste.
Jeder bekam seinen Bereich zugeteilt. Micha und Torsten kümmerten sich um die Getränke, Christiane und Irene übernahmen Obst und Gemüse und Heike und ich machten uns über den Rest her. Martin kam zwischendurch immer mal wieder vorbei und hakte die Liste ab.
Währenddessen meldete sich Stefan vom Flughafen: Er war schon unterwegs.
Micha brachte schon einmal den ersten Einkaufswagen zum Schiff und danach folgten noch vier weitere, allesamt randvoll.
Leider hat keiner Fotos gemacht. Schade eigentlich! Denn gerade die Törnneulinge staunen jedes Mal aufs Neue über die Mengen, die man angeblich für acht Menschen braucht.
Und dann begann das traditionelle Einkaufs-Tetris auf der Georgina.
Kiste hier, Tasche da, Flaschen irgendwo dazwischen, Obst möglichst obenauf und bloß nichts zerquetschen. Es wurde gestapelt, geschoben, gedreht und neu sortiert.
Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wo wir was verstaut haben.


Um sieben Uhr waren wir dann soweit und machten uns auf den Weg zum Abendessen.
Heike, Torsten und Micha hatten am Vorabend in einem leckeren Restaurant gegessen, das ihnen so gut gefallen hatte, dass wir heute ebenfalls dort einkehren wollten.
Nach einem kurzen Fußmarsch an der Promenade entlang erreichten wir das Apostolis.


Zunächst waren wir fast die einzigen Gäste. Doch nach und nach füllte sich das Lokal ,vorwiegend mit griechischen Gästen. Und damit stieg auch der Stresspegel des Kellners beträchtlich.
Besonders amüsiert beobachteten wir, wie Besteck und Brot kurzerhand in einer Papiertüte serviert wurden. Praktisch, unkompliziert und irgendwie sehr griechisch.
Nach und nach trafen die bestellten Vorspeisen ein, die Martin für alle ausgesucht hatte.
Als schließlich der zweite Gang mit den Hauptspeisen kam, waren wir nämlich schon fast satt.
Aber wir hatten ja Zeit.


Nachdem auch die Hauptspeisen geschafft waren und wir uns eigentlich schon ziemlich zufrieden zurücklehnen konnten, kam der Kellner noch mit einer kleinen Schüssel voller Mini-Magnum-Eis.
Na, wenn das kein perfekter
Eis geht immer.
Und so endete unser erster Tag auch mit vielen neuen Eindrücken.

Sep.

20

12.- 20. September 2026

Törnzusammenfassung

Angelaufene Häfen/Buchten:

Athen Marina Kalithea
Kap Sounio – Poseidon Tempel
Kea-Vourkari
Kythnos-Ormos Kolona mit heißer Quelle
Serifos-Livadi mit Chora auf dem Berg
Sifnos- Ormos Faros
Antiparos- AP Insel Diplo
Paros-Parikia Marina

Gesegelte Strecke: 146sm
Max. Speed: 11 Kn, Durchschnitt 5-7 Kn
Max Wind: 30 Kn, Meltemi aus NNE
Bemerkungen: Anfangs ungewöhnlich bewölkt und frisch, später typisch Ägäis- blauer Himmel

Sep.

20

Leider war heute schon der letzte Tag unseres ersten Törns gekommen.
Werner musste als Erster zum Flughafen. Noch bevor die Sonne richtig in den Tag gestartet war, standen wir alle auf, um uns von ihm zu verabschieden. Die ganze Crew ließ es sich nicht nehmen, persönlich „Gute Reise“ zu sagen. Es war ein sehr herzlicher Abschied und natürlich auch ein bisschen wehmütig.
Beim anschließenden Frühstück war die Stimmung entsprechend. Aber wir wissen ja: Ein Törn geht zu Ende, aber das heißt nicht, dass man sich für immer verabschiedet.


Susi hatte für jeden von uns noch eine kleine Erinnerung vorbereitet: einen Küchenmagneten von Serifos. Eine wunderschöne Idee, damit ein kleines Stück Törn auch zu Hause noch am Kühlschrank weitersegelt.

Ich kümmerte mich derweil um die Gruppenfotos und druckte sie für die kleinen Törnbüchlein aus. Schließlich sollen die gemeinsamen Erlebnisse nicht einfach mit dem Ablegen von Bord gehen.
Als Nächster ging Stefan von Bord. Er hatte sich einen Scooter gemietet und bleibt noch ein paar Tage auf Paros.
Dann ging plötzlich alles ratzfatz: Lorenz und seine tapfere Susi mussten zur Fähre und verließen ebenfalls das Schiff. Die beiden bleiben noch eine Nacht in Athen. Es war sooo schön mit ihnen! Aber zum Glück ist der Abschied nur von kurzer Dauer ,ich sehe die beiden schon bald wieder, wenn ich nach Hause komme.
Christine und Johannes waren die Letzten, die sich verabschiedeten. Christine kennt Martin inzwischen schon über zehn Jahre und möchte unbedingt im nächsten Jahr wiederkommen. Ein schöneres Kompliment kann man einem Törn eigentlich kaum machen. Auch die beiden bleiben noch ein paar Tage auf Paros.

Sep.

19

Die Sonne lachte heute Morgen schon so kräftig vom Himmel, dass es einige Crewmitglieder gar nicht erst bis zum Frühstück aushielten. Noch bevor der erste Kaffee eingeschenkt war, ging es für fast alle zum Schwimmen. So erfrischt schmeckte das anschließende Frühstück natürlich gleich doppelt so gut.
Für die musikalische Untermalung sorgte Werner wieder höchstpersönlich und unterhielt uns mit einem kleinen Ständchen. So kann ein letzter Törntag beginnen.


Nachdem alles aufgeräumt und verstaut war, kam unser bewährtes Ankerteam wieder zum Einsatz: Lorenz und Johannes standen bereit.
Anker auf „Kurs Paros!“
Und schon ging es los.


Susi und ich saßen gemütlich unten im Cockpit, als sie plötzlich etwas durch die Luft fliegen sah. Eine kräftige Windböe hatte Lorenz’ Cappi erwischt und schwupps, landete es im Wasser.
Martin reagierte sofort, drehte kurzerhand um und Johannes nahm mit dem Bootshaken die Verfolgung auf. Mit vollem Körpereinsatz gelang es ihm tatsächlich, das Cappi wieder aus dem Wasser zu fischen.
Susi war gedanklich derweil schon einen Schritt weiter und wollte gerade im Geschäft anrufen, ob es diesen Hut vielleicht noch einmal gibt.
Aber alles paletti.
Action schon am frühen Morgen – und natürlich mit Happy End.


Nach kurzer Fahrt erreichten wir den Hafen von Paros. Leider war zunächst kein Platz für uns zu finden. Martin und Johannes machten sich deshalb mit dem Dinghi auf den Weg zum ersten Steg und fragten beim Hafenmeister nach.
Da Samstag war und gerade bei vielen Charterbooten Crewwechsel anstand, bestand zumindest Hoffnung, dass am späten Nachmittag noch ein Platz frei werden würde.
Martin und Johannes brachten noch Stefan, Susi und Lorenz an den Steg, zogen anschließend das Dinghi hoch und der Rest der Crew holte schon einmal die Fender aus der Luke und legte sie griffbereit ins Trampolin.
Dann hieß es warten.


Bis kurz vor fünf plötzlich der erlösende Funkspruch vom Hafenmeister kam:
Die Georgina darf am Kai anlegen.
Martin ließ den Anker runter und manövrierte die Georgina souverän rückwärts in die ziemlich enge Parklücke. Von der Marina kam jemand zu Hilfe und nahm unsere Leinen entgegen.
Alles sah perfekt aus.


Was wir allerdings hinten am Heck nicht mitbekommen hatten:
Vorne hatte Martin die Ankerkette verloren.
Offenbar war sie nicht richtig befestigt gewesen. Was für ein Schreck!
Der Hafenmeister hatte auch gleich einen Vorschlag: Flossen und Maske anziehen und die Ankerkette suchen.
Also verschwand Martin kurzerhand in Badehose, Flossen und Maske.
Ich begleitete ihn mit dem SUP nach vorne, damit er sich notfalls wenigstens daran hätte abstützen können. Allerdings war ich kaum hinter ihm angekommen, da hatte er die Ankerkette schon gefunden.
Also noch einmal kurz zurück zum Boot, Leine mit Schäkel geholt – und wieder abgetaucht.
Keine Minute später war alles erledigt.
Wasser ist einfach Martins Element.


Zurück an Bord wurde die Leine mit der Ankerkette befestigt und am Heck noch einmal ordentlich nachgezogen.
Jetzt war wirklich alles perfekt.
Währenddessen kamen Susi, Lorenz und Stefan von ihrem Bummel zurück. Susi und Lorenz hatten inzwischen ihre Fähre gebucht und Stefan seinen Scooter für morgen organisiert. Er bleibt noch ein paar Tage auf Paros.
Doch damit war der Hafentag noch nicht ganz geschafft.
Martin schloss den Landstrom an – und es kam kein Strom auf der Georgina an. Erst wurden Stecker getauscht, gerüttelt und herumprobiert. Schließlich kam vom Hafenmeister die entscheidende Information: Hier funktioniert der Strom über eine App.
Eine App!


Was folgte, war eine kleine technische Geduldsprobe. Die Bedienung war alles andere als selbsterklärend und entsprechend nervig. Aber natürlich hat Martin auch diese Herausforderung gemeistert.
Damit war nun wirklich alles erledigt.
Vom Nachbarboot erklärte sich noch jemand bereit, ein Gruppenfoto von uns zu machen. Und dann hatten wir uns unser Abendessen redlich verdient.
Wir machten uns auf die Suche nach einer passenden Taverne und kamen dabei an einem griechischen Abend vorbei, bei dem gerade traditionelle griechische Tänze aufgeführt wurden.
Schließlich fanden wir eine wunderschöne Taverne in einem Hinterhof, unter einer riesigen Platane. Die Kellner rückten kurzerhand einen Tisch für uns acht zusammen.
Und dann wurde es richtig gemütlich.
Moussaka, Lammsteaks, Salat, Nudeln und allerlei andere Leckereien wanderten auf unseren Tisch. Alles war ausgesprochen lecker und die Stimmung bestens. Natürlich durfte auch hier ein gemeinsames Foto nicht fehlen , der Kellner übernahm die Aufgabe gleich selbst.


Danach ging es zurück Richtung Marina.
Dort trafen wir noch Micha, Heike und Torsten, die ab morgen bei unserem neuen Törn mit an Bord sein werden. Sie wollten nach dem Abendessen ebenfalls noch ein wenig durch Paros spazieren.
Zurück auf der Georgina stand noch ein letzter Punkt auf dem Programm: die Bordkassenabrechnung. Danach bekam jeder noch sein ausgedrucktes Gruppenfoto als Erinnerung an diesen Törn.
Und dann saßen wir an unserem letzten Abend noch einmal alle zusammen.


Wir plauderten über die vergangenen Tage, ließen die schönsten Erlebnisse Revue passieren und redeten ,wie so oft an Bord , über Gott und die Welt.
Bis Werner ein Gute Nacht Liedchen gesungen hat und die halbe Crew eingeschläfert hat. So nach und nach gingen alle in die Kojen.

Morgen heißt es dann wieder: neue Crew, neue Geschichten, neue Abenteuer.

Sep.

18

Normalerweise ist es am Morgen der Kaffeeduft, der nach und nach alle aus ihren Kabinen lockt. Heute allerdings lag noch ein ganz anderer Duft in der Luft: Knoblauch und Zwiebeln. Der Skipper persönlich stand am Herd und bereitete seine berühmte Bolo vor. Das ganze Boot roch inzwischen wie eine italienische Trattoria.


Gut, dass Kaffee und Tee bereits fertig waren. Das Frühstück war zwar noch in Vorbereitung, aber Obstsalat und Avocado standen schon bereit.
Beim Frühstück machte Martin den Vorschlag, gleich weiter nach Antiparos zu fahren. Susi hatte gestern Abend schließlich angemerkt, dass die ursprünglich geplante Bucht vielleicht etwas langweilig werden könnte, wenn dort nun ja gar nichts ist. Dem Vorschlag stimmten alle zu. Schließlich konnten wir in Antiparos nicht nur ankern, sondern auch die Stadt besuchen.
Nach dem Frühstück hieß es für das Ankerteam: „Anker auf!“ und los ging’s Richtung Antiparos. Auch in der Küche wurde alles ordentlich gesichert. Jeder nahm wieder seine gewohnte Position ein , ob liegend oder sitzend. Denn die Wellen waren heute durchaus nicht ohne und so mancher bevorzugte die etwas horizontalere Variante.
Bald kam die Küste von Paros in Sicht , unser Ziel für Samstag und leider auch schon unsere Endstation für den ersten Törn. Aber bis dahin haben wir ja noch zwei Tage.


Entlang der Küste waren zahlreiche Kitesurfer unterwegs, die den kräftigen Wind ordentlich ausnutzten. Das sah fast ein bisschen aus wie am Gardasee , nur mit deutlich mehr Griechenland drumherum.


Schließlich erreichten wir eine wunderschöne Bucht mit glasklarem, smaragdfarbenem Wasser. Einige Crewmitglieder ließen sich nicht lange bitten und sprangen sofort ins erfrischende Nass. Das Wasser selbst war erstaunlich angenehm , der kalte Wind danach eher weniger.


Nachdem alle wieder trocken waren, machten sich Christine, Lorenz, Susi, Martin und ich mit dem Dinghi auf den Weg an Land. Unser Ziel: die Altstadt von Antiparos. Ein bisschen bummeln, Beine vertreten und natürlich schauen, was es dort so zu entdecken gibt.
Zunächst mussten wir uns allerdings durch trockenes Gestrüpp kämpfen, bevor wir endlich auf einen richtigen Weg kamen. Aber die kleine Mühe wurde sofort belohnt: Schon am Hafen reihten sich schnuckelige kleine Tavernen aneinander.


Und genau so ging es weiter. Ein kleines Lädchen neben dem anderen – Souvenirs, Keramik, Kleidung und allerlei Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie unbedingt braucht. Dazwischen leuchteten riesige Bougainvilleas in kräftigen Farben vor den typisch weißen Häusern. Einfach wunderschön.
Susi sorgte außerdem für den kulinarischen Höhepunkt des Nachmittags: Sie hatte hier die teuerste Kugel Eis ihres Lebens gegessen – für stolze 3,50 Euro. Wir übrigens auch.
Wir machten einen Zeitpunkt aus, zu dem wir uns alle wieder treffen wollten, und dann konnte jeder noch ein bisschen auf eigene Faust bummeln.


Martin und ich schlenderten gemütlich durch die wunderschönen kleinen Gassen . Dann entdeckte er einen Barbershop. Da grad niemand im Laden war ließ er sich rasieren und rund herum noch aufhübschen. Der Shop war etwas skurril , aber ein total netter Friseur oder sagt man tatsächlich „ Barber“ ? Dann kauften wir noch etwas frisches Obst. Um kurz nach sechs trafen wir Lorenz, Susi und Christine wieder in einer kleinen Taverne am Hafen.


Danach ging es zurück zum Dinghi und von dort wieder aufs Boot. Stefan, Werner und Johannes warteten bereits gespannt auf unsere Rückkehr und lauschten neugierig unseren Erzählungen.


Währenddessen war der Skipper schon wieder fleißig: Martin bereitete seine Bolo zu und schmeckte sie noch ein letztes Mal ab. Dazu gab es einen riesigen Topf Spaghetti und den leckeren griechischen Salat von Christine.
Was will man mehr?


Alle langten kräftig zu – und als wäre das Essen allein noch nicht genug, bekamen wir dazu ein perfektes Abendrot serviert. Der Himmel färbte sich in allen Tönen. Einfach ein perfekter Abend.
Die Stimmung an Bord ist jedenfalls großartig. Und das ist schon etwas Besonderes, wenn die Altersspanne von 23 bis 84 Jahren reicht. Es passt einfach.
Nach dem Aufräumen wurde es dann noch gemütlicher. Bei einem Glas Rotwein entwickelten sich tiefgründige Gespräche, die bis tief in die Nacht gingen.

Und so ging wieder ein erlebnisreicher, wunderschöner Tag zu Ende.

Sep.

17

Heute haben wir ein Geburtstagskind an Bord!
Noch bevor das Frühstück vorbereitet wurde, habe ich erst einmal das Cockpit ein bisschen dekoriert und auf dem Geburtstagskuchen natürlich eine „Happy Birthday“-Kerze platziert. Danach ging ich noch schnell zum Bäcker, um frische Croissants zu holen.
Als Stefan dann aus seiner Kabine nach oben kam, hat er erst einmal ziemlich gestaunt. Und damit auch wirklich jeder an Bord wusste, dass heute Geburtstag gefeiert wird, durfte Stevie Wonder sein „Happy Birthday“ gleich in voller Lautstärke zum Besten geben. So kann ein Geburtstagstag auf einem Segelboot beginnen!


Nach einem kleinen Geschenk gab es erst einmal Frühstück für alle. Doch lange konnten wir es uns nicht gemütlich machen. Nach dem Aufräumen hieß es wieder: Leinen los, Anker auf und Adios, du wunderschönes Serifos!
Allerdings war heute nicht gerade der Tag für eine gemütliche Kaffeefahrt. Der Wind hatte ordentlich zugelegt und wir mussten erst einmal alles an Bord sturmsicher verstauen. Die Wellen wurden immer höher und in den Schränken begann es kräftig zu scheppern. Teller und Gläser machten sich akustisch bemerkbar und auch das Boot ächzte sich durch die teilweise sehr hohen Wellen.
Wind kam wieder aus NNE mit bis zu 28 Kn und recht hoher Segang mit Wellen bis zu 2.5m. Aber unter der Genua zu 70% läuft Georgina super.


Da war man ganz froh, wenn alles an seinem Platz blieb und man selbst ebenfalls halbwegs dort blieb, wo man hingehörte.
Irgendwann hatten wir es geschafft und erreichten unsere nächste Bucht. Dort lagen erfreulicherweise nur wenige Boote. Das Wasser sah einfach zu verlockend aus – und so nutzten Johannes und Stefan die Gelegenheit natürlich sofort für eine Runde Schwimmen.


Beim anschließenden Kaffeetrinken wurde dann endlich der Geburtstagskuchen angeschnitten. Stefan durfte natürlich höchstpersönlich die Kerze ausblasen.
Danach fuhr Martin Johannes und mich mit dem Dinghi an Land. Der Rest der Crew entschied sich für das Relaxprogramm an Bord. Ich dagegen hatte noch etwas vor und machte mich zu Fuß auf den Weg zum Kloster Chrysopigi.
Der schön angelegte Weg führte über zahlreiche Stufen mal bergauf, mal bergab, aber immer wunderschön am Wasser entlang. Schon unterwegs gab es immer wieder herrliche Ausblicke auf das tiefblaue Meer.
Vor Chrysopigi liegt die malerische Bucht Apokoftos, deren kristallklares, türkisfarbenes Wasser sofort ins Auge fällt. Gleich danach erreichte ich Panagia Chrysopigi, ein ehemaliges Kloster, das auf einem heiligen Felsen an der Südostküste von Sifnos erbaut wurde.
In früherer Zeit befand sich hier ein Teil des Vrysis-Klosters. Die ältesten Erwähnungen von Chrysopigi stammen aus dem 17. Jahrhundert. Mit dem Kloster sind außerdem zahlreiche Legenden und Geschichten der Insel verbunden ,wie es sich für einen so besonderen Ort natürlich gehört.

Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher zu einer kleinen Kapelle. Danach ging es wieder hinunter ins Dorf, wo mich Johannes kurzerhand mit dem SUP abholte und sich Martin mit dran hing.


Inzwischen war schon fast wieder Aufbruchstimmung angesagt – diesmal allerdings nicht zum nächsten Segelmanöver, sondern zum Abendessen.
Also wurden die dicken Pullis herausgeholt, denn sobald die Sonne verschwindet, wird es hier doch erstaunlich frisch. Mit dem Dinghi fuhren wir hinüber in den kleinen Ort und liefen erst einmal die wenigen Tavernen ab. Einige davon waren allerdings preislich eher in einer etwas höheren Kategorie dabei. Das vermutet man in dem kleinen Dörfchen nicht.
Schließlich entschieden wir uns für eine kleine Taverne direkt am Wasser. Die Besitzerin sprach sogar ausgesprochen gut Deutsch – und Werner hatte sich für heute ganz ausdrücklich Moussaka gewünscht. Auch dieser Wunsch konnte erfüllt werden. Die Portion war ordentlich und alle bestellten Gerichte waren wirklich sehr lecker.
Nur auf eines warten wir inzwischen schon die ganze Woche vergeblich: den obligatorischen Ouzo nach dem Essen!
Irgendwie gehört das für uns in Deutschland doch einfach dazu.


Satt und zufrieden ging es mit dem Dinghi zurück zum Boot. Einige Crewmitglieder verschwanden bald in Richtung Koje, während der harte Kern noch zusammensaß und den Tag und die vergangene Woche Revue passieren ließ.

Sep.

16

Heute Morgen herrschte schon früh reges Gewusel in der Pantry. Martin wollte zeitig los, deshalb stand bereits um halb acht das Frühstück auf dem Tisch. Werner sorgte gleich für gute Stimmung und trällerte uns ein lustiges Ständchen vor , so dass wir Gleichnis der Früh gut gelaunt waren.
Nachdem alles wieder verstaut und aufgeräumt war, hieß es für unser Ankerteam Lorenz und Johannes: Anker auf und los Richtung Serifos.
Die Insel ist eng mit dem griechischen Mythos um Perseus verbunden und hat ihren ganz eigenen, ursprünglichen kykladischen Charme. Wir waren gespannt, was uns dort erwarten würde. Zunächst mussten wir allerdings erst einmal hinkommen und das sollte durchaus sportlich werden.


Der Wind legte ordentlich zu. Zeitweise kämpften wir mit bis zu 30 Knoten aus Nord-Nordost. Wir hatten lediglich die Genua gesetzt und rauschten mit Geschwindigkeiten zwischen sechs und acht Knoten über das Wasser. Rundherum waren noch einige andere Segler unterwegs, die ebenfalls mit den Bedingungen zu kämpfen hatten.
Nach einiger Zeit ließ der Wind glücklicherweise etwas nach. Die meisten an Bord nutzten die ruhigere Phase, um sich hinzulegen. Alle bis auf Stefan. Der hielt tapfer die Stellung.
Dann endlich: Serifos in Sicht!

Schon von weitem leuchteten die weißen Häuser der Insel in der Sonne. Wir mussten nur noch um die nächste Kurve und da lag er vor uns: der kleine Hafen, in dem wir anlegen wollten.
Auf den ersten Blick sah alles ziemlich gut aus. Sogar ein Platz an der Pier war frei.
Und dann begann das Hafenkino, leider ohne Popcorn.
Martin setzte den Anker, wir gingen mit dem Heck an die Pier – und plötzlich kam der entscheidende Ruf:
„Der Anker hält nicht! Wir müssen noch einmal Leinen los!“
Also wieder alles zurück auf Anfang.
Währenddessen versuchte ein anderes Motorboot bereits zum dritten Mal, an der Pier festzumachen. Der Skipper fuhr dabei kreuz und quer durch den Hafen und schaffte es mehrmals, uns und auch andere Boote nur knapp zu verfehlen. Martin wich lieber großzügig aus , aber irgendwann war auch seine Geduld am Ende.
Es folgte eine kurze, deutliche Ansage in Richtung des anderen Bootes. Danach konnten wir unser eigenes Anlegemanöver fortsetzen.
Beim zweiten Versuch hielt der Anker. Und diesmal waren wir nach wenigen Minuten sicher fest.
Im Gegensatz zu einigen anderen.


Rund um uns herum wurde das Geschehen offensichtlich mit großem Interesse verfolgt. Hier und da sah man ein Grinsen und hörte leises Lachen. Hafenkino eben , kostenlos und direkt vor der ersten Reihe.
Bei uns an Bord wurde anschließend erst einmal Kaffee gekocht, Kuchen gegessen.
Später wollten einige von uns hinauf zur Chora, der traditionellen Bergstadt von Serifos.
Christine, Susi, Lorenz, Martin und ich machten uns zu Fuß auf den Weg. Fünf Kilometer und rund 230 ziemlich steile Höhenmeter lagen vor uns. Google versprach eine Gehzeit von etwa 50 Minuten.
Google hatte offenbar nicht berücksichtigt, dass wir eine ausgesprochen fotogene Gruppe sind.


Denn kaum hatten wir die ersten schönen Gassen erreicht, wurde fotografiert. Und wieder fotografiert. Und noch einmal fotografiert.
Die kleinen, weiß getünchten Häuser mit ihren blauen Türen, die liebevoll geschmückten Gassen, farbenfrohe Details und immer wieder diese unglaublichen Ausblicke – da konnte man einfach nicht vorbeilaufen.
Also brauchten wir vermutlich ein kleines bisschen länger als die von Google angekündigten 50 Minuten.
Aber die Mühe hat sich definitiv gelohnt.
Oben angekommen, standen wir bei der Kapelle und hatten einen Ausblick, der eigentlich unbezahlbar war. Das tiefblaue Meer, die weißen Häuser und die typisch kykladische Landschaft – einfach wunderschön.


Nur eine Frage blieb offen:
Wo waren eigentlich die Cafés, von denen Martin gesprochen hatte?
Da oben war nämlich weit und breit erst einmal nichts zu sehen.
Aber Martin führte uns schließlich zu einem wunderschönen Platz, der mit seinen vielen Farben und liebevollen Details einfach zauberhaft war.
Wir fanden ein kleines Café mit türkisfarbiger Einrichtung und setzten uns hin.
Und plötzlich fühlte es sich tatsächlich ein bisschen so an, als wären wir mitten in „Mamma Mia“ gelandet.
Also blieben wir einfach sitzen, schauten, staunten und genossen den Moment.


Irgendwann tauchte plötzlich Stefan um die Ecke auf. Er war ganz bequem mit dem Bus nach oben gekommen. Susi und er beschlossen später ebenfalls, den Bus zurück zum Hafen zu nehmen.
Der Rest von uns machte sich irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit, die natürlich trotzdem viel zu kurz war , wieder zu Fuß auf den Rückweg.
Christine und ich nutzten die Gelegenheit noch für eine kleine Shoppingtour. Wobei „Shopping“ vielleicht etwas übertrieben ist , wir schauten hauptsächlich, aber wir gönnten uns noch eine Kugel leckeres Haselnusseis.
Gegen 19.30 Uhr schlenderten wir anschließend durch den Hafen und schauten uns die Restaurants an. Werner hatte sich eigentlich schon für Moussaka entschieden. Allerdings saßen in dem entsprechenden Restaurant kaum Gäste.
Zwei Lokale weiter wurden wir dann von einer äußerst geschäftstüchtigen Griechin freundlich, aber bestimmt in ihr Restaurant gelotst.
Und plötzlich war ein Tisch für sieben Personen frei.
Stefan blieb heute lieber an Bord.
Martin übernahm die Bestellung und entschied sich für eine ganze Reihe kleiner griechischer Vorspeisen – fast wie Tapas. Die Teller kamen einer nach dem anderen auf den Tisch.
Es war alles richtig lecker.
Wir probierten uns durch die verschiedenen Gerichte, reichten die Teller herum und am Ende waren tatsächlich alle satt.
Ein richtig schöner, typisch griechischer Abend.


Zurück an Bord hatte ich noch eine kleine Überraschung vorzubereiten: Für Stefan, der morgen Geburtstag hat, backte ich noch einen Pfirsichkuchen.
Oben in der Pantry und im Cockpit wurde außerdem ein bisschen dekoriert.
Danach verschwanden alle etwas früher als sonst in ihren Kojen.
Hinter uns lag ein langer, windiger, lustiger und wunderschöner Tag.
Serifos hat uns definitiv beeindruckt mit ordentlich Wind, etwas Hafenkino, steilen Wegen, traumhaften Fotomotiven, einem Hauch „Mamma Mia“ und einem Abend, wie man ihn sich in Griechenland nur wünschen kann. Nur einen Hauch wärmer könnte es sein.

Sep.

15

Ich liebe diese ganz besondere Morgenstimmung an Bord, wenn noch alles ruhig ist. Das Meer liegt friedlich da, die ersten Sonnenstrahlen blinzeln um die Ecke und auf dem Schiff noch nicht viel zu hören. Bis sich nach und nach in den Kabinen etwas rührt der frische Kaffeeduft durch den Salon zieht, spätestens dann findet auch der letzte Langschläfer den Weg ins Cockpit.
Am Frühstückstisch geht es meistens schon recht lustig zu und es wird viel gelacht. Martin erklärt uns auch immer, was für den heutigen Tag geplant ist.


Direkt neben uns machte sich die „Aquazoe“ zum Ablegen bereit, eine Yacht der Pershing-Baureihe mit 3.100 PS. Der Dieselverbrauch liegt bei rund 440 Litern pro Stunde.
Da bekommt der Begriff „Spritkosten“ plötzlich eine ganz neue Dimension. Während wir mit unseren Segeln versuchen, möglichst wenig Diesel zu verbrauchen, dürfte bei der Aquazoe wohl eher die Tankstelle zum festen Crewmitglied gehören.
Nach dem Frühstück hieß es dann auch für uns: Leinen los!


Werner und Stefan kümmerten sich um die Heckleinen, während Lorenz und Johannes den Anker einholten. Und dann ging es los zu einem weiteren Ritt mit der Georgina durch die Ägäis – unser heutiges Ziel: Kythnos. Kythnos zählt zu den westlichen Kykladen
Der Wind hatte offenbar beschlossen, ordentlich mitzumischen. Zeitweise hatten wir bis zu 30 Knoten und die Georgina kämpfte sich tapfer durch Wind und Wellen.

Susi war heute vorsorglich mit Vomex gedopt und siehe da: Es ging ihr richtig gut. Sie, Christine und Stefan saßen oben bei Martin und genossen den Ritt, während der Rest der Männer schon bald flach im Cockpit lag.
Auch unter Deck ging es ordentlich zur Sache. In den Fächern und Schränken rumpelte es teilweise ganz schön heftig. Man konnte nur hoffen, dass alles seinen Platz behielt. Zum Glück überlebte alles:


Während die Georgina durch die Wellen pflügte, nutzte ich die etwas ruhigeren Momente und rührte einen Rührteig zusammen. Obst war leider keines an Bord, also musste improvisiert werden. Kurzerhand landeten ein paar Kleckse Marmelade und Nutella im Teig. Mal schauen, wie das ankommt.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich eine kleine Bucht vor Kythnos. Das Ankerteam machte einen hervorragenden Job und schon bald lag die Georgina sicher vor Anker.
Beim gemütlichen Kaffeetrinken erzählte Martin dann, dass es auf der Insel eine kleine heiße Quelle gibt. Ob die allerdings nach all den Jahren noch existiert, wusste er nicht so genau.
Das konnten wir natürlich nicht einfach so stehen lassen.
Lorenz und ich schnappten uns ein SUP und machten uns auf die Suche nach der geheimnisvollen Quelle. Stefan folgte kurze Zeit später mit dem zweiten SUP.


Und tatsächlich: Die Quelle gab es noch!
Also schnell den Rest der Crew informiert, dass sie mit dem Dinghi nachkommen können. Wenig später saßen wir tatsächlich alle gemeinsam in dem angenehm warmen Wasser – wie in einem natürlichen Whirlpool mitten in der Bucht.
Irgendwann musste Martin allerdings die Idylle verlassen. Der Generator musste ausgeschaltet werden . Susi fuhr gleich mit dem Dinghi zurück.


Lorenz, Stefan und ich paddelten gemütlich mit den SUPs zurück zur Georgina, während Christine und Johannes kurzerhand die sportliche Variante wählten und die Strecke schwammen.
Und Am Abend hieß es dann: warm einpacken! Denn obwohl der Tag noch herrlich sonnig gewesen war, wurde es nach Sonnenuntergang doch empfindlich frisch. Mit ordentlich Kleidungsschichten ging es mit dem Dinghi zum Kolona Restaurant.


Martin staunte nicht schlecht. Als er vor mindestens zehn Jahren schon einmal hier gewesen war, handelte es sich noch um ein kleines, nettes Restaurant. Heute gehört das Kolona bereits zur gehobeneren Kategorie. Die Zeiten ändern sich halt.
Trotzdem war es ein wunderschöner Abend. Tolles Ambiente, leckeres Essen und eine fantastische Stimmung. Ein perfekter Abschluss für einen ziemlich bewegten Segeltag.


Zurück auf der Georgina wurde dann endlich wieder einmal eine Runde Wizard gespielt. Stefan konnte die Runde für sich entscheiden.


Danach verschwanden nach und nach alle in ihren Kojen.
Denn morgen heißt es: früh aufstehen und zeitig los.

Sep.

14

Spätestens um halb neun krochen heute auch die letzten Crewmitglieder aus den Kojen. Das Frühstück war schon bereit mit Blich auf den Poseidon Tempel . Stefan war sogar schon vor dem Frühstück im Wasser und kam begeistert wieder zurück. Die vielen Fische hatten es ihm angetan.


Und dann war da noch der Wind. Der hatte gestern offensichtlich seinen freien Tag genommen, war heute aber wieder voller Tatendrang. Mit aktuell 25 Knoten aus 20 Grad Nord-Nordwest zeigte er uns ziemlich deutlich: Heute wird gesegelt!
Endlich! Sagte die Crew.
Nach dem Frühstück wurde alles ordentlich segelfest verstaut und dann hieß es: Anker auf Richtung Kea!
Großsegel im ersten Reff, Genua raus – und schon rauschten wir mit ordentlich Schub durch die Ägäis. Später musste Martin sogar noch das Großsegel ins zweite Reff setzen. Bei 25 Knoten Wind war das dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Trotzdem machten wir flotte sechs bis acht Knoten Fahrt durch die Wellen.


Für unsere Neuseglerin Susi war die Vorbereitung gestern noch völlig problemlos gewesen. Heute allerdings zeigte die Ägäis, dass sie durchaus ihren eigenen Kopf hat. Der Wellengang und das ständige Auf und Ab des Bootes taten ihr Übriges – Susi wurde zum ersten Opfer der Seekrankheit.
Sie lag da wie ein Häufchen Elend, den Eimer fest im Arm und sagte kein Wort mehr.
Lorenz brachte es irgendwann trocken auf den Punkt:
Das ist ein schlechtes Zeichen.“


Irgendwie musste ich helfen. Also holte ich die Musikbox heraus, drehte die Schlager ordentlich auf und wartete gespannt auf die Wirkung.
Und tatsächlich: Keine Sekunde später stand Susi im Cockpit, sang und tanzte!
Gut, der Eimer kam zwischendurch noch gelegentlich zum Einsatz, aber immerhin war das Lachen wieder da. Stefan kommentierte die musikalische Therapie allerdings ganz lapidar:
Kein Wunder, bei der Musik kann’s einem doch nur schlecht werden!“
Damit war zumindest für allgemeine Erheiterung gesorgt.
So nach und nach verschwanden dann allerdings immer mehr Crewmitglieder in den Kabinen. Leicht gelblich bis grünlich im Gesicht, wurde sich hingelegt und gehofft, dass das Meer sich irgendwann wieder beruhigen würde.
Aber an den Wellengang muss man sich eben auch erst gewöhnen.


Gegen halb drei erreichten wir schließlich die kleine, windgeschützte Bucht von Kea. Stefan, Christine und ich platzierten auf Martins Anweisung noch schnell die Fender, dann parkte unser Skipper souverän rückwärts an der Pier ein.
Mit Unterstützung von Stefan und Johannes war das Boot kurz darauf sicher festgemacht.


Und plötzlich waren sie wieder alle wach.
Normalerweise wäre jetzt Kaffee- und Kuchenzeit gewesen. Aber nach den Strapazen des Vormittags hatte die Crew eindeutig andere Bedürfnisse: etwas Herzhaftes musste her!


Alle – außer dem Skipper.
Der verdrückte nämlich kurzerhand noch den Rest vom Käsekuchen. Jeder hat eben seine eigene Strategie zur Regeneration.
Christine zauberte eine riesige Schüssel griechischen Salat auf den Tisch. Die war allerdings schneller leer, als man „Kali Orexi“ sagen konnte. Kein Wunder, seit dem Frühstück hatte schließlich niemand mehr etwas gegessen.
Da wir direkt an der Pier lagen, konnte nun jeder machen, wonach ihm gerade war.
Christine und Johannes machten sich auf den Weg zum nächsten Strand. Susi, Lorenz und Stefan schlenderten durch das kleine Dörfchen. Werner machte es sich mit seinem Buch gemütlich und der Skipper gönnte sich erst einmal einen wohlverdienten Schönheitsschlaf.


Ich dagegen machte mich zu Fuß auf den Weg zum Supermarkt. Rund zwei Kilometer entfernt sollte es dort alles geben, was wir noch an Kleinigkeiten brauchten.
Der Weg führte wunderschön direkt am Wasser entlang. In einer kleinen Siedlung legten gerade zwei große Fähren an – die Triton und die Hellas Ferry.
Im Dorf bog ich dann allerdings ab und machte mich hinein in die Berge. Immerhin: Im Supermarkt bekam ich tatsächlich alles, was auf meiner Einkaufsliste stand.
Mein Plan war eigentlich, für den Rückweg ein Taxi zu nehmen.
Theoretisch.
Denn die wenigen Taxis, die es dort gab, waren natürlich gerade mit den Fährgästen unterwegs. Also blieb mir nichts anderes übrig, als meine Einkäufe zu schnappen und den gesamten Weg wieder zu Fuß zurückzulaufen.
Zwei Kilometer hin, zwei Kilometer zurück – man könnte auch sagen: Ich habe heute nicht nur gesegelt, sondern gleich noch etwas für die Fitness getan.
Zurück an Bord wurden erst einmal die Kühlsachen verstaut. Danach machten wir uns gemeinsam auf, um noch ein bisschen an der Promenade entlangzubummeln.

Stefan hatte inzwischen auch schon ein Restaurant für den Abend ausgesucht.
Um acht Uhr marschierten wir fast im Gänsemarsch in Richtung Manoli Grill.
Der Wirt war ausgesprochen freundlich und nahm unsere komplette Bestellung auf – ohne einen Zettel, ohne Handy, ohne irgendetwas aufzuschreiben.
Wir sahen uns etwas skeptisch an.
Ob das wohl gut geht?
Nicht nur gut – er brachte tatsächlich alles exakt so, wie wir es bestellt hatten. Chapeau!
Und dann kamen die Portionen.
Riesig wäre noch untertrieben. So riesig, dass wir am Ende sogar eine komplette Portion mit nach Hause nehmen konnten.
Nach diesem Tag hätte vermutlich ohnehin niemand mehr etwas dagegen gehabt, am nächsten Morgen gleich wieder davon zu essen.


Einen Spieleabend gab es heute nicht. Dafür waren wir alle einfach zu platt von diesem anstrengenden, aber wunderschönen Segeltag.
Martin und ich spielten immerhin noch drei Runden Backgammon. Das Ergebnis? Sag ich nicht 😉
2:1 für Martin
Ich verbuche das einfach mal unter „Skipperbonus“.
Irgendwie ergab es sich dann, dass Christine und ich schließlich die letzten am Tisch waren. Und wie das manchmal so ist, wenn man eigentlich nur noch kurz zusammensitzen möchte, wurde aus „kurz“ plötzlich ziemlich lang.
Wir plauderten über Gott und die Welt – und merkten irgendwann, dass es fast halb zwei war.
Nach diesem ereignisreichen Tag ging es dann aber wirklich schnurstracks in die Koje.

Sep.

13

Nach einem etwas späteren leckereren Frühstück war es endlich so weit:

Schiffsbegehung für die Crew mit Martin.
Martin erklärte geduldig die wichtigsten Bordinstrumente, zeigte, wo die Schwimmwesten verstaut sind, erklärte die Funktionen an Deck und natürlich noch ungefähr hundert andere Dinge, die man auf einem Segelboot unbedingt wissen sollte.
Danach hieß es für unseren ersten Törn: Leinen los!


Unser Kurs führte uns in Richtung Kap Sounion, zum berühmten Poseidon-Tempel.
Alle waren hochmotiviert und bereit, endlich die Segel zu setzen. Wirklich alle? Nöööö,
Einer spielte nicht mit: der Wind.
Und so blieb Martin nichts anderes übrig, als die gesamte Strecke zu motoren. Für Susi war das allerdings gar nicht so schlecht. Sie meinte trocken, das sei doch eigentlich der perfekte Einstieg für absolute Segelanfänger. Erst einmal ganz entspannt schauen, wie das alles funktioniert – und das mit dem Segeln kommt dann später. Wo sie Recht hat, hat sie Recht.
Während wir an der Küste entlangfuhren, konnten wir die Landschaft genießen. Die Gegend wirkte sehr karg und trocken, eher braun als grün. Dazwischen tauchten immer wieder kleine, weiße Dörfer auf , typisch Griechenland und ein wunderschöner Kontrast zur Landschaft.


Am Nachmittag erreichten wir schließlich das Kap Sounion.
Bevor wir unseren Ankerplatz einnehmen konnten, war allerdings noch ein bisschen Aufmerksamkeit gefragt. Johannes und Christine beobachteten genau den Meeresgrund, damit der Anker nicht ausgerechnet zwischen den Felsen landete. Sie gaben Martin schließlich das entscheidende „Okay“.
Kurz zuvor hatte es noch eine kleine Schrecksekunde gegeben: Eine beinahe Kollision sorgte für etwas Aufregung an Bord, aber Martin reagierte geistesgegenwärtig und wich dem anderen Boot geschickt aus.Der erste Tag und schon voll die Action.
Zwischen den vielen anderen Segelbooten fanden wir schließlich unseren Platz – direkt unterhalb des Poseidon-Tempels. Was für eine Kulisse!
Und dann kam Lorenz zu seinem großen Moment: Er setzte zum ersten Mal den Anker.
Kaum lag das Boot sicher, wurde die Badeleiter ins Wasser gelassen und es dauerte nicht lange, bis die ersten Crewmitglieder im herrlich klaren Wasser verschwanden.
Johannes und ich schnappten uns währenddessen das SUP und paddelten an Land. Schließlich mussten wir noch einen Tisch in einer der Tavernen für den Abend reservieren.

Diejenigen, die an Bord geblieben waren, durften sich derweil über frischen Käsekuchen zum Kaffee freuen, den ich am Morgen noch gebacken hatte. Man muss schließlich auch auf die kulinarische Versorgung der Crew achten.


Nach und nach waren fast alle im Wasser, anschließend wurde an Bord ausgiebig gechillt. Die letzte Nacht war schließlich für einige doch etwas länger gewesen.
Am Abend ging es dann mit dem Dinghi an Land. Von dort führte ein Aufstieg hinauf zum Poseidon-Tempel.
Mut uns pilgerten gefühlt Tausende Menschen denselben Weg hinauf. Das Ziel war bei den meisten eindeutig: das perfekte Sonnenuntergangsfoto.


Für den stolzen Eintrittspreis von 20 Euro pro Person durften wir schließlich das Tempelgelände betreten.
Aber zugegeben: Die Atmosphäre dort oben war schon beeindruckend.
Der Poseidon-Tempel thront hoch über dem Meer, und die Aussicht ist einfach grandios. Überall Menschen, die vor den alten Säulen posierten, sich gegenseitig fotografierten und versuchten, den perfekten Moment einzufangen.
Wir natürlich auch.
Mit verschiedenen Posen entstanden dabei tatsächlich richtig tolle Fotos.


Und nachdem wir morgens schon so viel Glück mit dem fehlenden Wind hatten, hatten wir auch beim Sonnenuntergang Glück – allerdings auf eine etwas andere Art.
Der Himmel war tatsächlich bewölkt. Wahrscheinlich war das seit Wochen das erste Mal, meinte Johannes.
Aber egal, es war ein wunderschönes Erlebnis. Die Stimmung, der Tempel, das Meer und die Menschenmenge.
Um 19:40 Uhr kam dann die Durchsage, dass das Gelände nun verlassen werden müsse. Verstärkt wurde diese Aufforderung durch Trillerpfeifen.


Nach dem Abstieg ging es zurück in die Taverne, in der Johannes und ich vorher den Tisch reserviert hatten. Werner saß schon da und wartete auf uns.
Das griechische Essen war wirklich lecker! Bei gutem Essen, Wein und netten Gesprächen ließen wir den Tag langsam ausklingen.
Den Ouzo gab es dann allerdings erst wieder auf dem Boot.


Zurück an Bord verabschiedeten sich einige ziemlich schnell in ihre Koje. Die anderen blieben noch sitzen und aus den lustigen Gesprächen wurden irgendwann sogar richtig tiefsinnige.
So wurde es wieder später als geplant.
Der erste Törn hatte begonnen, der Poseidon-Tempel war erobert, der erste Anker erfolgreich gesetzt, die ersten Schwimmzüge waren gemacht – und die Crew hatte bereits bewiesen, dass sie nicht nur segeln, sondern auch gemeinsam lachen, essen und bis spät in die Nacht philosophieren kann.
Nur einer muss noch überzeugt werden:
DER WIND

Sep.

12

Als wir heute Morgen aufwachten, lachte die griechische Sonne vom Himmel.
Google empfahl uns ein kleines griechisches Café ganz in der Nähe unseres Apartments. Einige Einheimische hatten das Frühstücksangebot bereits für gut befunden und so setzten wir uns einfach dazu. Kaffee, ein kleines Frühstück , besser konnte der erste Morgen kaum beginnen.

Währenddessen schrieb uns Kostas, der Eigner unseres Schiffes, dass er bereits an Bord der GEORGINA sei. Wir überlegten kurz, ob wir zu Fuß zur Marina gehen sollten, entschieden uns dann aber doch für ein Taxi. Schließlich wollten wir frisch und munter am Schiff ankommen und nicht schon vor dem ersten Segeltag völlig durchgeschwitzt sein.

Kostas empfing uns herzlich und machte mit Martin gleich eine ausführliche Bootsbegehung. Und da konnte man schon nach wenigen Minuten erkennen: Die beiden alten Seebären waren sofort auf einer Wellenlänge. Es wurde gefachsimpelt, geschaut und erklärt. Männer und Boote , manchmal braucht es eben nicht viele Worte.
Während Martin sich mit Kostas und der Technik beschäftigte, machte ich mich über die Kabinen her und hübschte die noch ein bisschen auf und inspirierte die Küche. Schließlich will man ja wissen, womit man es in den nächsten Tagen zu tun bekommt.

Die Georgina, übrigens nach der Tochter von Kostas benannt, erwies sich als richtig gut ausgestattetes Schiff.
Ich bereitete derweil schon einmal Kaffee und Tee vor. Stefan aus Leipzig wollte sich um Kuchen und Milch kümmern.
Kurz nach zwei Uhr hörte ich plötzlich vertraute Stimmen. Susi und Lorenz, meine besten Freunde, waren angekommen und hatten gleich Stefan mitgebracht. Oder war es umgekehrt? So genau ließ sich das im allgemeinen Ankunftstrubel nicht mehr nachvollziehen.

Kurz darauf staunten wir nicht schlecht, als ein Auto mit Münchner Kennzeichen vor dem Boot hielt. Christine und ihr Sohn Johannes stiegen aus. Ihr Mann hatte die beiden gebracht, machte sich danach aber wieder auf den Weg, denn gemeinsam mit dem anderen Sohn Benedikt hatte er noch eine tolle Autotour durch den Balkan vor sich zurück nach München.
Unsere Crew war damit fast komplett. Werner aus der Schweiz sollte erst gegen Abend eintreffen.

Bei Kaffee und Kuchen ,Christine hatte zusätzlich noch eine herrlich leckere Melone mitgebracht, begann erst mal das große gegenseitige Kennenlernen.
Währenddessen hatte Martin bereits die Einkaufsliste in Angriff genommen. Und perfekt, wie er ist. wird nicht einfach planlos eingekauft, sondern akribisch geplant.
Nach etwa einer Stunde schwärmten wir aus. Martin wollte sich lieber weiter mit dem Boot vertraut machen. Wir anderen sechs machten uns auf den Weg, um den Wocheneinkauf für acht Personen zu organisieren.
Klingt einfach. War es aber nicht.

Zunächst fragten wir ein Taxi. Der Fahrer sah uns kurz an, überlegte es sich anders und fuhr einfach davon. So schrecklich sahen wir doch gar nicht aus. Ein Uber-Van wollte die kurze Strecke ebenfalls nicht fahren.
Also gut. Dann eben zu Fuß.
Eine halbe Stunde später standen wir vor einem riesigen Supermarkt.
Christine hatte die Einkaufsliste inzwischen in unsere WhatsApp-Gruppe gestellt und jeder übernahm einen Teil. Um 18 Uhr wollten wir uns wieder treffen. Was dann folgte, war eine Art Schnitzeljagd für Erwachsene – nur mit Einkaufswagen.
Nach und nach konnte ich viele Dinge von der Liste abhaken. Doch kaum war ein Punkt erledigt, stellte sich heraus, dass irgendetwas anderes fehlte. Also musste wieder jemand zurück durch die endlosen Gänge des Supermarktes.
Das brauchen wir noch!“
Wo ist denn das?“
Hat jemand Oliven?“
Wir brauchen noch Milch!“
Und irgendwo dazwischen versuchte wahrscheinlich jeder, den Überblick zu behalten.
Endlich hatten wir tatsächlich alles beisammen. Acht voll beladene Einkaufswagen rollten Richtung Kasse. Da wurde uns dann langsam bewusst, was wir eigentlich angerichtet hatten.

Nach dem Bezahlen stellte sich nämlich die nächste Herausforderung: Wie bekommen wir das alles zurück zur Marina? Der Supermarkt liefert am Samstag Nachmittag nicht mehr.
Ein Taxi zu bekommen, erwies sich erneut als kleine Herausforderung. Stefan nahm die Sache schließlich selbst in die Hand und hielt einfach ein Taxi auf der Straße an.
Der Fahrer staunte nicht schlecht, als er unsere Berge von Kisten und Tüten sah. Alles passte natürlich nicht hinein.
Also brauchten wir noch ein zweites Taxi.
Lorenz, Susi und Stefan fuhren mit dem ersten Wagen schon einmal Richtung Marina, während Christine, Johannes und ich auf das zweite Taxi warteten.
Als es endlich da war, wurde eingeladen, umgeladen und irgendwie alles verstaut. Dann ging es Richtung Marina.
An der Hafenschranke wollte uns der Security-Mitarbeiter zunächst nicht durchlassen. Gerade war ein Tageskreuzfahrtschiff zurückgekommen und eine riesige Menschenmenge spazierte durch den Hafen.
Es folgten Diskussionen, Erklärungen, Ausladen, wieder Einladen und noch einmal Erklärungen.
Nach längerem Hin und Her durften wir dann tatsächlich bis zum Schiff weiterfahren.

Mittlerweile war auch Werner aus der Schweiz angekommen und damit war unsere Crew nun vollständig.
Das Verräumen der Einkäufe dauerte allerdings deutlich länger als gedacht. Schließlich mussten Lebensmittel, Getränke und all die anderen wichtigen Dinge ihren Platz finden.
Inzwischen war es schon ziemlich spät geworden. Einige hatten keine Lust mehr, noch in die Stadt zum Essen zu gehen.
Also wurde kurzerhand improvisiert.
Ich zauberte eine typisch einfache griechische Brotzeit auf den Tisch: Tomatensalat, die Tomaten schmecken hier einfach mega, und ein bisschen Salami, Oliven und allerlei Kleinigkeiten.
Martin, Christine und Johannes hielten dagegen am ursprünglichen Plan fest und machten sich noch auf den Weg in die Stadt zum Essen.
Wir anderen blieben auf der Georgina.

Und das sollte sich als ausgesprochen gute Entscheidung herausstellen.
Gegenüber wurde nämlich gerade der 40. Geburtstag einer gewissen Helma gefeiert. Die Musik war dermaßen laut, dass wir auf unserem Schiff praktisch mittendrin statt nur dabei waren.
Also wurde kurzerhand auf dem Boot mitgetanzt.
Dann sorgte auch noch eine beeindruckende Drohnenshow über dem Hafen für staunende Gesichter. Wir saßen zusammen, sinnierten über Gott und die Welt, erzählten Geschichten, lachten und genossen einfach den ersten Abend.
Und natürlich durfte nach diesem durchaus sportlichen Einkaufstag auch eine kleine Belohnung nicht fehlen.
Die erste Flasche Ouzo wurde geköpft.
Schließlich hatten wir uns das nach acht vollen Einkaufswagen, zwei Taxis und diversen Diskussionen an der Hafenschranke redlich verdient.
Wir vergaßen dabei völlig die Zeit.

Als Martin, Christine und Johannes gegen 23 Uhr vom Restaurant zurückkamen, staunten sie nicht schlecht über die ausgelassene Stimmung an Bord.
Der erste Tag war damit eigentlich schon perfekt für sich gewesen: Sonne, ein neues Schiff, eine bunt zusammengewürfelte Crew, ein Großeinkauf als logistisches Abenteuer, zwei Taxis, eine Hafensperre, Ouzo, Musik und eine Drohnenshow.
Und dabei sollte unser eigentlicher Segeltörn erst morgen beginnen.
Wenn das ein Vorgeschmack auf die nächsten Tage war, konnte es eigentlich nur gut werden.
und sind gespannt, wohin uns Wind und Wetter am nächsten Tag führen werden.

Sep.

11

Nach einigen Tagen voller Vorbereitungen für die Crew und Martins technische Bastelei, um sein gesamtes Equipment wieder auf den neuesten Stand zu bringen, war es heute endlich soweit: Wir machen uns auf den Weg nach Griechenland.

Heute Mittag ging es zunächst nach München zum Flughafen. Ab morgen startet der erste von insgesamt vier Törns durch die herrlichen Kykladen – eine traumhafte Inselwelt mitten in der Ägäis, die uns in den nächsten Wochen hoffentlich mit viel Sonne, Wind und ganz viel griechischem Lebensgefühl verwöhnen wird.

Unser Flug mit Aegean Airlines hatte zwar etwas Verspätung, aber am Flughafen findet sich ja bekanntlich immer etwas, womit man die Zeit totschlagen kann. Der Flug selbst verlief dann erstaunlich entspannt.
Kaum in Athen angekommen, begann allerdings der weniger entspannte Teil des Abends …
Unser vorab gebuchtes Taxi hatte aufgrund unserer Verspätung kurzerhand storniert. Also hieß es: Koffer schnappen, Menschenmassen durchqueren und möglichst irgendwo ein neues Uber-Taxi auftreiben. Zwischen unzähligen Menschen, Koffern und gefühlt tausend Autos war die Suche nach unserem Fahrer fast schon die erste Hürde .
Aber irgendwann war auch diese Herausforderung gemeistert.

Kurz vor ein Uhr nachts erreichten wir schließlich unser kleines Apartment.
Jetzt heißt es erst einmal schlafen – denn morgen geht es richtig los!
Die Kykladen warten auf uns.
Der erste Törn kann beginnen.

Sep.

8

Bevor wir am Freitag für die nächsten fünf Wochen in der Ägäis mit einer Lagoon 440 unterwegs sind,
ist das neue Video über die VLINDER fertig geworden.
Götz Filenius war bei uns auf der VLINDER mit unterwegs und hat schöne Momente und Eindrücke in diesem Video zusammengestellt – vielen Dank an Götz!

Lasst Euch inspirieren. Wir freunen uns auf die Saison ab Mai 2027.
Den Törnplan der VLINDER dazu wird es bis zum Jahresende dann geben.