Okt.

16

In der Nacht hat es uns noch einmal ganz schön durchgeschüttelt. Am Morgen wurde es zwar zunehmend ruhiger, doch draußen war es immer noch empfindlich kühl und der Himmel zeigte sich in einem ziemlich tristen Grau. Aber irgendwo am Horizont war eine kleine blaue Lücke zu erkennen. Unser Ziel war klar: Da wollen wir hin.
Das Frühstück verlegten wir kurzerhand wieder nach drinnen.

Während wir noch gemütlich zusammensaßen, wurde es draußen langsam heller und es kam Bewegung auf. Schon in den frühen Morgenstunden machten sich zahlreiche Segler auf den Weg. Martin kommentierte das Ganze mit einem Grinsen, „Die Flucht aus Poros“
Nachdem bei uns alles klar Schiff war, wurde auch das Dinghi aufgeräumt. Es fehlten nur noch die Schwimmleinen, die wir an den Felsen festgemacht hatten. Klaus erklärte sich freiwillig bereit, sie zu lösen. Martin wies ihn und die Crew noch kurz ein, dann ging alles recht flott. Klaus war wieder an Bord und endlich konnten auch wir nach unserem unfreiwilligen Zwischenstopp die Leinen losmachen.


Mit uns fuhren unzählige andere Segelboote auch Richtung Athen. Was sich da auf dem Wasser abspielte, sah richtig toll aus, fast wie bei einer Segelregatta!
Da noch ordentlich Wind wehte, setzten wir das Großsegel, natürlich gerefft, und rollten die Genua aus. So rauschte die Georgina mit Windgeschwindigkeiten zwischen 15 und 32 Knoten in Richtung Epidaurus. Den Kaffee gab es heute ausnahmsweise unterwegs, sonst wäre es zu spät geworden.


Nach rund sechs Stunden erreichten wir den alten Hafen von Epidaurus. Leider hatten viele andere Segler offenbar dieselbe Idee gehabt und waren vermutlich ein wenig früher gestartet. Für uns war kein Platz mehr zu finden. Also drehten wir um und steuerten den neuen Hafen an. Doch auch dort war alles belegt. Schließlich blieb uns nichts anderes übrig, als draußen zu ankern.


Um 18 Uhr setzte Martin Waltraud, Norbert und mich schon einmal mit dem Dinghi an Land. So blieb uns noch etwas Zeit, das nette Städtchen zu erkunden.Und was soll ich sagen? Hier fühlt man sich auf Anhieb wohl! Die Häuser mit ihren warmen Farben und der charmanten Architektur erinnern irgendwie an die Toskana. Überall waren Orangen und Granatapfelbäume.
An Bord hatten wir uns bereits auf ein Restaurant geeinigt. Ich reservierte für 19 Uhr einen Tisch im Regalo. Der Wirt war ausgesprochen nett und freute sich offenbar über unseren Besuch.


Bevor wir uns zum Essen trafen, schaute ich mir noch die Kirche Agios Nikolaos an. Sie wirkte mit ihrer imposanten Erscheinung beinahe wie ein kleiner Palast. Dank der vielen Segler, die inzwischen im Hafen und vor der Küste lagen, hatten auch noch zahlreiche Geschäfte geöffnet. Es herrschte eine richtig schöne Abendstimmung im Ort.
Norbert und Waltraud hatten es sich inzwischen schon in einem Restaurant am Hafen gemütlich gemacht und warteten dort auf den Rest der Crew. Als wir schließlich alle beisammen waren, ging es gemeinsam ins Regalo.
Der Wirt war aufmerksam, flott und ausgesprochen herzlich. Die Vorspeisen standen im Nu auf dem Tisch und schmeckten hervorragend. Auch bei den Hauptgerichten gab es nichts zu beanstanden. Die guten Google-Bewertungen waren offenbar mehr als verdient.Zum Nachtisch wurde uns noch ein Kuchen serviert, der in Orangensirup getränkt war. Köstlich, aber auch unglaublich süß!

Eigentlich hatten wir danach noch Lust auf ein Eis, doch weil wir so satt waren, beschlossen wir, darauf lieber zu verzichten.Martin übernahm anschließend wieder den Fährdienst mit dem Dinghi und brachte uns in zwei Touren zurück zur Georgina.


Zurück an Bord ließen wir es gemütlich angehen. Nach dem turbulenten Wetter, dem aufregenden Ablegen und der langen Segelstrecke hatten wir uns keine Lust mehr auf ein Spiel. Bei einer Flasche Wein ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren.

Okt.

14

Die Nacht hatte es in sich: Es regnete ordentlich, und dazu war es empfindlich frisch. Nur der angekündigte Wind ließ sich zunächst noch etwas Zeit. Dafür war es an Deck bereits so zugig, dass wir heute zum ersten Mal unseren Frühstückstisch nach drinnen verlegten. Leo zauberte Rühreier und im Salon war es am großen Tisch richtig schön kuschelig. Draußen konnte das Wetter machen, was es wollte , wir hatten es auf jeden Fall gemütlich.
Gegen neun Uhr nahm der Wind dann zunehmend Fahrt auf. Der Himmel war dunkelgrau und komplett zugezogen. Bei unseren Nachbarbooten herrschte reges Treiben. Überall waren die Crews an Land unterwegs, um ihre Landleinen zu kontrollieren. Martin nahm unsere Leinen sicherheitshalber mit dem Fernglas unter die Lupe. Alles bestens. Ludwig und Klaus hatten bei der Vorbereitung ganze Arbeit geleistet.


Mit dem stärker werdenden Sturm zog es nach und nach fast alle zurück in die Kojen. Nur Leo hielt tapfer die Stellung und vertiefte sich in sein Buch. Der Wind wurde immer heftiger, und die Georgina schaukelte ordentlich in der Bucht. Leo, Ludwig und Norbert machten es sich im Salon gemütlich und harrten der Dinge.

Der Rest der Crew tauchte zwischendurch immer wieder auf, um sich einen kleinen Snack zu gönnen, bevor es zurück in die Kojen ging.Ein richtiger Sturmstop in der Bucht eben , nicht unbedingt eingeplant, war aber wegen dem Wetter notwendig. Am Nachmittag kam endlich unser Lieblingskartenspiel wieder auf den Tisch „Wizard“ . In den letzten Wochen hatten wir viel zu selten gespielt, also wurde es höchste Zeit. Zwischen den Kartenrunden wurde natürlich auch ausgiebig über die verschiedenen Wetterprognosen gefachsimpelt, auch wenn das Wetter gelegentlich seine ganz eigenen Pläne verfolgt.Gegen den späten Nachmittag ließ der Wind ein wenig nach. Dick eingepackt konnte man sich nun auch wieder nach draußen wagen. Und als hätte das Wetter ein Einsehen mit uns, lugte tatsächlich die Sonne zwischen den Wolken hervor. Sie zauberte ein wunderschönes Licht über die Bucht und ließ den stürmischen Tag für einen Moment gleich viel freundlicher erscheinen.Doch nicht nur wir und die Georgina hatten mit dem Sturm zu kämpfen. Auch ein kleiner, ziemlich erschöpfter Besucher suchte offenbar Schutz bei uns. Eine Taube mit einer ganz besonderen Färbung landete am Bug der Georgina. Dort ruhte sie sich eine Weile aus, bevor sie sich frech und munter übers Trampolin hüpfte.

Alex und Klaus, die es sich oben auf der Flybridge „gemütlich“ oder besser gesagt windtauglich gemacht hatten, berichteten sogar, dass die kleine Federkugel schon länger auf dem Boot war. Offenbar hatte sie die Georgina kurzerhand zu ihrem persönlichen Sturmquartier erklärt. Irgendwann machte sie sich wieder davon , hoffentlich mit etwas mehr Kraft für den Weiterflug.

Am Abend übernahm Waltraud das Kommando in der Kombüse. Es gab Nudeln mit Tomatensoße und Salat. Klaus kümmerte sich um den Tisch, und schon bald saßen wir wieder alle gemütlich beisammen. Das Essen schmeckte, alle wurden satt, und draußen tobte der Wind weiter.

Drinnen war es warm, gemütlich und einfach schön.Ludwig und Leo machten anschließend noch klar Schiff, bevor uns die nächste Herausforderung erwartete: die Hornochsen! Acht lustige Runden lang wurde gezockt, geblufft, mitgefiebert und natürlich jede Menge gelacht. Am Ende des Abends stand unser Youngster Ludwig als Hornochse mit den meisten Punkten fest.


Nach so einem langen, wetterbedingt eher zähen Tag in unserer Ankerbucht waren schließlich alle froh, in die Kojen zu verschwinden. Draußen fegte immer noch der Sturm über die Bucht und alle hofften auf eine ruhige Nacht.

Okt.

13

Schon in den frühen Morgenstunden herrschte an Bord rege Betriebsamkeit. Unser heutiges Ziel hieß Poros, die grüne Perle im saronischen Golf und bis dorthin lagen rund 45 Seemeilen vor uns. Martin wollte spätestens um acht Uhr ablegen. Bei mäßigem bis gar keinem Wind rechnete er mit etwa zehn Stunden Fahrt. Klaus und ich machten uns noch schnell auf den Weg zum Bäcker, um frisches Brot und ein paar süße Teilchen für unseren langen Schlag zu besorgen. Gefrühstückt wurde heute ganz nach individuellem Bedarf , schließlich wollten wir keine Zeit verlieren. Einige andere Boote waren sogar schon kurz nach sechs Uhr gestartet. Vermutlich wollten auch sie das für morgen vorhergesagte, ungünstige Wetterfenster mit kräftigem Wind umgehen. Pünktlich um acht hieß es dann wie jeden Tag: Anker auf und Leinen los! Für die Verpflegung unterwegs war ebenfalls gesorgt. Waltraud und Norbert zauberten einen leckeren Thunfischdip für später.


Anfangs kamen wir allerdings nur schleppend voran. Es herrschte nahezu Windstille, und so tuckerten wir gemütlich mit dem Motor dahin. Die Flaute wurde kurzerhand zur Gelegenheit für eine kleine Knotenkunde auf der Flybridge. Klaus übte fleißig und Norbert gesellte sich dazu . Alex machte es sich vorne gemütlich, um in Ruhe zu lesen. Auch einige andere Segelboote waren unterwegs. Schließlich passierten wir Agios Georgios, die Insel mit den zahlreichen Windrädern, die schon von Weitem gut zu erkennen waren.
Gegen halb eins war es Zeit für eine kleine Stärkung. Auf den Tisch kamen der selbst gemachte Thunfischdip, Eier, Tomaten und Gurken. Für den süßen Genuss zwischendurch teilte ich die Bougatsa, die wir am Morgen beim Bäcker gekauft hatten. Das griechische Blätterteiggebäck schmeckt wunderbar als kleines süßes Häppchen , genau das Richtige für unterwegs.
Und dann, gegen ein Uhr frischte tatsächlich der Wind plötzlich auf! Die Genua wurde ausgerollt, der Motor ausgeschaltet , was für eine Wohltat! Endlich konnten wir richtig segeln und düsten bei etwa zehn Knoten über das Wasser. Poros war bereits in Sichtweite, und die Stimmung an Bord wurde gleich noch ein bisschen besser.


Um halb vier erreichten wir schließlich den Hafen von Poros-Stadt. Poros verzaubert mit pastellfarbenen Häusern, kleinen Tavernen und einem malerischen Hafen, über dem der weiße Uhrturm thront. Anders als viele griechische Inseln ist Poros wunderbar grün: Pinienwälder reichen bis ans türkisfarbene Meer. Für Segler sind die geschützten Buchten und das lebendige Hafenstädtchen besonders reizvoll. Doch die Freude auf einen gemütlichen Liegeplatz wurde schnell gedämpft. Der Hafen war proppenvoll! Langsam fuhren wir an der Promenade entlang, vorbei an Segelbooten, die dicht an dicht lagen. Manche lagen sogar schon im sogenannten Päckchen, also mehrere Boote nebeneinander. Martin drehte noch eine zweite Runde, doch auch diesmal war weit und breit kein freier Platz zu entdecken.
Da auch außerhalb des Hafens bereits zahlreiche Segler ankerten, entschied Martin, die Stadt hinter uns zu lassen und einen Ankerplatz etwas außerhalb anzusteuern.
An der Russian Bay lagen bereits einige Segelboote, deren Crews ihre Boote mit Leinen an den Felsen gesichert hatten. Nun sollten auch unsere Schwimmleinen zum ersten Mal zum Einsatz kommen. Ludwig und Klaus sprangen ins Wasser und schwammen zu den Felsen hinüber, um die Leinen dort zu befestigen. Was für eine Aktion. Aber beide erledigten ihre Aufgabe super. Anschließend hangelte sich Klaus an der Leine zurück zum Boot, während Martin danach mit dem Dinghi noch einmal alles kontrollierte. Am Ende saß alles, und wir lagen sicher vor Anker.


Dann machten wir uns fertig für den Landgang. Bis nach Poros-Stadt mussten wir knapp eine Stunde laufen. Martin hielt unterwegs kurzerhand ein Auto an, mit dem Waltraud und Norbert schon einmal vorausfahren konnten. Die beiden wollten sich nach einem passenden Restaurant für den Abend umsehen.


In Poros vereinbarten wir einen Treffpunkt für 19 Uhr. Bis dahin konnte jeder die Stadt auf eigene Faust erkunden, ein wenig bummeln oder einfach das griechische Flair genießen. Martin, Ludwig und ich stiegen , nachdem wir uns ein Eis gegönnt haben, viele Treppen hoch zum Glockenturm. Die Aussicht war toll von da oben


Zum gemeinsamen Abendessen trafen wir uns alle zusammen im Poseidon Restaurant. Es war gut besucht, doch die Kellner waren ausgesprochen flink und freundlich. Das Essen schmeckte hervorragend, und auch die Portionen konnten sich wirklich sehen lassen! Nach dem langen Tag auf dem Wasser und dem langen Fußmarsch waren wir allerdings alle ziemlich geschafft. So langsam machte sich die Müdigkeit breit.

Gegen neun Uhr bestellten wir ein Taxi zurück zur Russian Bay. Von dort ging es mit dem Dinghi die letzten Meter hinaus zu unserem Boot.
Wieder an Bord, stand noch ein wichtiger Punkt auf dem Programm: der Wettercheck. Es waren Gewitter, Starkregen und kräftiger Wind angekündigt. Das klang nicht gerade gemütlich. Zum Glück liegen wir in unserer Bucht gut geschützt und hoffen, dass wir die Nacht ruhig überstehen.
Nach diesem langen, ereignisreichen Tag zog sich einer nach dem anderen in die Kojen zurück. Jetzt hoffen wir nur noch auf eine ruhige Nacht und darauf, dass das angekündigte Wetter nicht ganz so ungemütlich wird wie befürchtet.

Okt.

12

Die Nacht war eigentlich ganz ruhig ,wenn da nicht das Gequietsche einer Festmacherleine gewesen wäre. Norbert hielt es morgens um vier Uhr schließlich nicht mehr aus und kümmerte sich darum. Danach war wieder Ruhe an Bord.
Am Morgen zeigte sich die Chora von ihrer schönsten Seite, als die aufgehende Sonne die weißen Häuser in einem tollen Licht anstrahlte.. Ein herrlicher Anblick.

Nach unserem wie immer reichhaltigen Frühstück rief Martin die ganze Mannschaft zusammen. Da das Anlegemanöver am Vortag noch etwas holprig verlaufen war, gab es kurzerhand eine kleine Nachhilfestunde. Martin zeigte noch einmal, wie man die Leinen richtig auf den Klampen belegt und wie man sie beim Anlegen geschickt wirft.


Danach hieß es wieder: Leinen los und Anker auf.


Etwa fünf Stunden lagen vor uns. Leider spielte der Wind zunächst nicht mit, sodass wir die Strecke unter Motor zurücklegen mussten. Dafür verwöhnte uns die Sonne, und wir konnten es uns an Deck gemütlich machen. Gegen Mittag kam dann tatsächlich etwas Wind auf ,allerdings genau aus der Richtung, in die wir wollten. Und als wäre das nicht genug, frischte er auch noch ordentlich auf.


Waltraud hatte Martin inzwischen nach einem Badestopp gefragt. Seine Antwort war natürlich: Klar, kein Problem. Um 15 Uhr erreichten wir die wunderschöne Bucht von Kolona. Hier hatten wir beim ersten Törn auf der anderen Seite geankert, ganz in der Nähe der heißen Quelle.
Nach Kaffee und Kuchen hielt es Alex und Klaus nicht mehr an Bord. Sie schnappten sich gleich ein SUP und sprangen ins Wasser. Von dort aus schwammen sie sogar bis hinüber zur Sandbank. Und Waltraud wagte auch den Sprung ins kühle Nass. Die übrige Mannschaft beobachtete das Ganze lieber gemütlich vom Boot aus.


Als alle Schwimmer wieder wohlbehalten an Bord waren, lichteten wir den Anker und machten uns auf den Weg nach Merihas.
Und siehe da: Das Anlegemanöver klappte heute schon deutlich besser! Nach gerade einmal zehn Minuten war alles erledigt. Prima.


Anschließend machte sich die gesamte Crew auf den Weg an Land, um den kleinen Hafenort ein wenig zu erkunden. Martin und ich bummelten ebenfalls durch die Straßen. Zunächst ging es über gefühlt unzählige Treppen nach oben, vorbei an vielen leer stehenden Apartments, die offenbar bereits für die Winterpause vorbereitet waren. Von oben hatten wir dafür einen schönen Blick hinunter auf die Marina.


Mitten im Dorf sprach uns dann ein Wirt an. Wir standen gerade vor seiner Taverne, und er erzählte uns begeistert von den griechischen Gerichten, die seine Mama alle selbst zubereitet. Ob wir nicht am Abend zum Essen kommen wollten? Er drückte Martin noch seine Visitenkarte in die Hand.
Das klang doch richtig gut! Wir wollten die Idee erst einmal mit der Crew besprechen und versprachen, uns zu melden.
Als wir zum Boot zurückkamen, stellte sich heraus, dass der gute Mann offenbar sehr fleißig gewesen war: Jeder hatte mittlerweile seine Visitenkarte bekommen. Er hatte einfach alle Gäste aus unserer Mannschaft angesprochen und das mit einem so angenehmen Charme, dass man ihm kaum widerstehen konnte.
Also machten wir uns um halb sieben gemeinsam auf den Weg zu Kostas’ Taverne.
Die anderen Lokale waren nahezu leer, bei Kostas dagegen war es gerammelt voll. Na, wenn das kein gutes Zeichen war! Irgendetwas musste er schließlich richtig machen.


Wir bestellten verschiedene Vorspeisen zum Teilen und dazu eine bunte Auswahl griechischer Spezialitäten: Babyziege, Souvlaki, Moussaka und Lammkoteletts. Da war für jeden etwas dabei, und schon während des Essens herrschte eine richtig gute Stimmung.
Zurück an Bord ging der gemütliche Abend nahtlos weiter. Heute gab es ausnahmsweise einmal kein Spiel. Stattdessen saßen wir einfach zusammen, plauderten über Gott und die Welt, lachten viel und die Crew gönnte sich das eine oder andere Glas Wein.
Kein großes Programm, keine besonderen Aktivitäten , einfach ein schöner, entspannter Abend.

Okt.

11

Der erste Morgen mit unserer neuen Crew an Bord der Georgina. Natürlich durfte da ein ordentliches Frühstück nicht fehlen. Kaffee, Tee, frisches Obst, Joghurt fürs Müsli, Wurst und Käse standen bereit. Alle hatten mehr oder weniger gut geschlafen, und Klaus war der Erste, der sich im Salon blicken ließ.
Ich wollte noch schnell zum Bäcker, um frisches Brot zu holen. Allerdings hatte der erste Bäcker bereits Winterpause. Beim zweiten hatte ich dann Glück! Inzwischen saßen alle schon am Frühstückstisch und warteten auf das Brot. Als alle satt waren, hieß es für unsere neue Crew zum ersten Mal: Leinen los und Anker auf.
Die Aufgaben wurden verteilt, die Fender in der Vorschiffkabine verstaut und die Leinen ordentlich aufgeschossen und aufgeräumt. Das ist halt der übliche Ablauf.


Unser heutiges Ziel war Serifos, das wir bereits mit der ersten Crew angelaufen hatten. Rund 30 Seemeilen lagen vor uns. Anfangs war der Wind noch recht mäßig, doch im Laufe des Tages frischte er auf. Das Großsegel wurde gesetzt und die Genua aufgerollt. Es wurde gekreuzt, der Wind nahm weiter zu und die Segel mussten gerefft werden. So hatten wir doch noch einen schönen Segeltag, bei dem unsere neue Crew gleich ein bisschen Segelpraxis sammeln konnte.

Gegen 16 Uhr erreichten wir Serifos. Im Hafen hieß es dann wieder: Fender raus, Leinen vorbereiten und das Anlegemanöver angehen. Das klappte eigentlich ganz gut, auch wenn Martin mit dem Wind zu kämpfen hatte. Anschließend mussten wir die Leinen noch einmal umsetzen, weil der Hafenmeister die Pollerbelegung anders haben wollte.

Aber auch das war schnell erledigt, und wir konnten uns erst einmal einen wohlverdienten Kaffee gönnen.Danach lockte uns die Chora, das hoch oben am Hang gelegene Hauptdorf von Serifos. Leo, Klaus, Ludwig, Martin und ich machten uns zu Fuß auf den Weg über den Wanderweg hinauf. Norbert, Waltraud und Alexandra teilten sich derweil mit unseren Bootsnachbarn ein Taxi und fuhren bequem nach oben.
Ludwig und ich waren unserer Wandergruppe ein Stück voraus. Allerdings bogen wir offenbar irgendwann falsch ab. Martin war deshalb als Erster an der Platia und schickte mir kurzerhand seinen Standort. Navigation per Handy , auch beim Wandern manchmal ganz hilfreich.

Unterwegs trafen wir in den verwinkelten Gassen wieder auf Leo und Klaus. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum höchsten Punkt, hinauf zur kleinen Kapelle. Dort wurden wir mit einem grandiosen Ausblick über die Bucht und den Hafen belohnt.


Von oben entdeckten wir auch den Rest unserer Gruppe, der sich durch die Gassen bewegte. Waltraud, Norbert und Alexandra waren ebenfalls zu Fuß unterwegs. Irgendwann trafen wir uns alle in dem einzigen Café, das noch geöffnet hatte. Leider mussten wir feststellen, dass die Platia bereits im Winterschlaf lag. Die meisten Lokale und Geschäfte hatten geschlossen. Wie anders war es doch noch vor vier Wochen gewesen. Damals hatten wir Serifos voller Leben erlebt, mit geöffneten Tavernen und Menschen in den Gassen. Gottseidank habe ich diese lebendige Seite der Insel noch kennenlernen dürfen. Jetzt kündigt sich langsam das Ende der Saison an.

Also machten wir uns wieder an den Abstieg nach unten. Martin, Ludwig, Norbert, Waltraud und ich ließen es beim Abstieg etwas gemütlicher angehen. Leo, Klaus und Alexandra bildeten die Vorhut und suchten schon einmal nach einem passenden Restaurant fürs Abendessen. Ihre Wahl fiel auf das Mpapakaki . Das Restaurant liegt direkt am Wasser, und die Tische stehen mitten im Sand. Genau die richtige Kulisse für einen entspannten Abend auf einer griechischen Insel.
Als wir unten ankamen, setzten wir uns zu den anderen. Das Essen kam erfreulich schnell und war lecker, denn nach der Wanderung hatten wir alle ordentlich Hunger.


Auch hier war der Unterschied zu den vergangenen vier Wochen deutlich zu spüren. Zwar waren noch einige Touristen unterwegs, aber von dem Trubel, den wir vor einem Monat erlebt hatten, war nicht mehr viel übrig. Bald wird auch auf Serifos endgültig die Winterruhe einkehren. Zurück auf der Georgina war der Abend noch lange nicht vorbei. Schließlich standen noch drei Spiele unserer beliebten Hornochsen-Runde aus. Also: Karten auf den Tisch und los ging’s.
Leider setzte Norbert seine beeindruckende Punktesammlung fort und sicherte sich am Ende des Abends den Titel unseres Hornochsenkönigs. Herzlichen Glückwunsch.
Martin und ich spielten anschließend noch eine Runde Backgammon im Salon. Er hat nicht gewonnen.
Draußen im Cockpit saß der Rest der Crew noch gemütlich zusammen. Es wurden Geschichten rund ums Segeln erzählt, Erinnerungen ausgetauscht und natürlich auch ordentlich Seemannsgarn gesponnen. So verging die Zeit wie im Flug.
Damit ging der erste Tag unserer neuen Crew zu Ende: mit einem schönen Segeltag, einer Wanderung durch die verwinkelten Gassen von Serifos, gutem Essen direkt am Meer und einem geselligen Abend an Bord.

Okt.

10

Wie immer beim Crewwechsel gab es jede Menge zu tun. Schließlich sollten sich unsere neuen Gäste an Bord der Georgina von Anfang an wohlfühlen. Also hieß es für mich, Ärmel hochkrempeln und loslegen. Zuerst wurde ein Begrüßungskuchen gebacken, danach waren die Kabinen an der Reihe. Putzen, Betten machen und alles für die neuen Mitsegler vorbereiten .Bis zum Mittag hatte ich aber das meiste geschafft.
Zur Belohnung gönnten Martin und ich uns anschließend ein Eis in der Altstadt von Parikia. Eine kleine Pause musste schließlich sein, bevor unsere neuen Gäste eintrafen.
Kurz vor drei Uhr war es dann so weit. Waltraud und Norbert aus Berlin kamen an Bord. Die beiden hatten bereits eine knappe Woche in Naoussa auf Paros verbracht. Gleich danach trafen auch Alexandra und Klaus aus Österreich ein, die sich ebenfalls schon eine Woche in Parikia und der Umgebung umgesehen hatten.
Nach einem herzlichen Hallo zeigte Martin den beiden Paaren ihre Kabinen. Anschließend gab es erst einmal Kaffee, Kuchen und frisches Obst.
Danach kam wie immer unsere bewährte Einkaufsliste zum Einsatz. Darauf halten wir die Essens- und Getränkewünsche unserer Gäste fest, damit beim anschließenden Einkauf auch möglichst alles dabei ist, was gebraucht wird. Da dies unser letzter Törn für dieses Jahr ist, fiel der Einkauf diesmal etwas überschaubarer aus. Die größten Posten waren Kühlwaren, Getränke und Obst, dazu ein bisschen Gemüse.


Den Einkauf hatten wir inzwischen routiniert verstaut. Mittlerweile sind wir darin ja schon richtig geübt.
Da ertönte plötzlich eine vertraute Stimme von draußen: „Hallo, jemand zu Hause?“
Leo und Ludwig aus München waren angekommen! Die Wiedersehensfreude war groß, und es war richtig schön, die beiden nun ebenfalls an Bord begrüßen zu können. Auch sie machten sich erst einmal daran, ihre Sachen auszupacken.
Für unsere übrigen Gäste hieß es inzwischen: in Ruhe ankommen, sich an Bord umschauen und sich ein wenig akklimatisieren. Schließlich ist so ein Schiff doch etwas anderes als ein Hotelzimmer.
Kurz vor dem Abendessen versammelte Martin die gesamte Crew zur Bootsbegehung. Dabei erklärte er die wichtigsten Dinge an Bord: die Instrumente, die Rettungswesten, seine Navigation und natürlich auch die Funktionsweise des Funkgeräts. Schließlich sollen alle wissen, wo was zu finden ist und wie man sich im Fall der Fälle verhält. Ein bisschen Sicherheit gehört schließlich dazu, bevor es morgen losgeht.

Alexandra und Klaus hatten eine Restaurantempfehlung für uns, die wir gerne aufgriffen. Also machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Almira.
Das Timing hätte kaum besser sein können. Während wir durch die Straßen spazierten, verabschiedete sich die Sonne gerade am Horizont. Was für ein Anblick! Natürlich wurden sofort die Handys gezückt, um diesen Moment.


Im Restaurant angekommen, wurden extra zwei Tische für uns zusammengestellt. Der Wirt vom Almira war ausgesprochen freundlich und wusste zugleich, wie man seine Gäste bewirtet. Das Essen kam flott, sah richtig appetitlich aus und schmeckte auch noch hervorragend. Was will man mehr?


Gut gestärkt und zufrieden machten wir uns später auf den Rückweg.


Zurück an Bord wollten wir eigentlich unsere Wizard-Karten auspacken. Doch bevor es dazu kam, beschlossen wir, unseren neuen Gästen erst einmal in das Kartenspiel Hornochsen einzuweihen . Leo und Ludwig kannten das Spiel natürlich schon.
Es wurde erklärt, gelacht und gespielt. Allerdings waren die ersten Zeichen der Müdigkeit bald nicht mehr zu übersehen. Kein Wunder nach einem Tag voller Anreise, Kabinenbezug, Erklärungen und neuer Eindrücke. Deshalb brachen wir die Runde ab, bevor das Spiel ganz zu Ende war.
Eine erste Tendenz, wer sich zum Hornochsen-König entwickeln könnte, zeichnet sich allerdings bereits ab.
Aber wer es tatsächlich wird, verrate ich erst morgen!

Okt.

10

30. September bis 10. Oktober 2026

Törnzusammenfassung

Angelaufene Häfen/Buchten:

Samos- Pythagorei, Samos- Marathokampo
Fourni- Fährhafen, Arki- Porto Augusta
Patmos- Hafenmole; Amorgos- Katapola
Iraklia- Hafenmole, Naoussa- StadtMarina
Paros- Parikia HafenMole

Gesegelte Strecke: 188 sm
Max. Speed: 9 Kn, Durchschnitt 6-7 Kn
Max Wind: 32 Kn, Meltemi aus NNE
Bemerkungen: Zwischendurch bewölkt und frisch, sonst typisch Ägäis- blauer Himmel und die letzten 3 Tage ziemlich Windstill

Okt.

10

Ziemlich früh mit Sonnenaufgang machten sich die vier Wittenberger auf den Weg nach Hause.


Zunächst mit Taxi zum Flughafen Paros. Von dort nach Athen, wo sie noch einen Tag Zwischenaufenthalt haben um ein wenig
Sightseeing zu machen. Und dann gehts mit dem Flieger nach Athen.

Christina und Katja hatten ja auch noch eine Nacht in Athen und sollten jetzt schon auf dem Heimflug sein, nachdem sie noch einen netten Haloween-Abend in der Athener Altstadt hatten.

Also alles in allem wieder ein wunderschöner Törn von Samos nach Paros.
Wir sehen uns ja dann alle bald wieder auf Sansibar im Januar.

Alles Gute Euer Skipper Martin und die liebe gute Fee Sylvia

Okt.

10

Mit Ausschlafen war heute wieder einmal nichts. Martin wollte möglichst früh los, damit wir in Parikia auf Paros noch einen Platz an der Hafenmole bekommen. Also hieß es nach dem Frühstück wie jeden Tag: Leinen los und Anker auf. Die Mannschaft stand bereit und schon bald lag unser Ankerplatz hinter uns.
Die rund zwei Stunden Fahrt nach Parikia mussten wir mangels Wind leider wieder unter Motor zurücklegen. Dafür konnten wir die Sonne an Deck in vollen Zügen genießen.


Als wir im Hafen von Parikia ankamen, staunten wir nicht schlecht: jede Menge freie Plätze. Wir freuten uns schon auf einen entspannten Nachmittag und darauf, alles ganz gemütlich angehen zu lassen.
Doch kaum hatten wir angelegt, tauchte unser persönliches Hafen-„Rumpelstilzchen“ auf. Mit den freundlichen Worten: „Georgina, you have one hour, then you must leave!“ machte er uns unmissverständlich klar, dass wir hier offenbar nicht erwünscht waren.
Wir schauten uns alle verdutzt an. Wie bitte? Wir sollten nach einer Stunde wieder verschwinden?
Martin machte sich auf den Weg zum Hafenmeister und zeigte ihm unsere Reservierung. Die Erklärung folgte prompt: Am Freitag habe er keinen Platz für uns, weil dann die ganzen Charterboote zurückkämen. Nun ja, bis dahin war der Hafen noch ziemlich leer, und freie Plätze gab es reichlich.


Wir versuchten alle, die Angelegenheit in Ruhe und mit freundlichen Worten zu klären. Leider stießen wir dabei auf wenig Verständnis. Unser Hafenmeister blieb stur , aber da hatte er die Rechnung ohne unseren Skipper gemacht. Martin kann nämlich ebenfalls ziemlich hartnäckig sein, wenn er von etwas überzeugt ist.
Also blieben wir erst einmal liegen. Schließlich hatten wir eine Reservierung. Währenddessen verabschiedeten sich Christian und Katja von Bord. Für die beiden ging es heute schon wieder nach Hause. Schade, dass ihr uns verlassen musstet. Wir wünschen euch eine gute Heimreise. Am Nachmittag wurde es im Hafen dann tatsächlich lebendig. Ein Katamaran nach dem anderen lief ein, dazu jede Menge weitere Segelboote. Plötzlich war ordentlich Betrieb, und die Hektik nahm spürbar zu. Weil die Plätze knapp zu werden schienen, wurde kurzerhand auch noch der Schwimmsteg belegt.
Martin und ich saßen oben auf der Flybridge und beobachteten das bunte Treiben. Es war durchaus spannend anzusehen, wie sich der Hafen nach und nach füllte. Und trotz aller Aufregung waren immer noch Plätze für die ankommenden Katamarane vorhanden.
Unser Rumpelstilzchen ließ sich davon allerdings nicht beruhigen. Auch gegen Abend gab er keine Ruhe und beschimpfte uns schließlich tatsächlich. Was genau dabei gesagt wurde, möchte ich an dieser Stelle lieber für mich behalten. Man muss ja nicht alles aufschreiben, was einem so im Hafen passiert.
Wir bleiben nun erst einmal bis Sonntagmittag hier und hoffen sehr, dass sich die Gemüter wieder beruhigen. Schließlich sind wir im Urlaub und nicht auf einer Krisensitzung.Nach diesem turbulenten Tag hatten wir uns einen gemütlichen Abend an Bord redlich verdient. Es gab griechischen Salat, Hähnchen und Melone ,einfach, lecker und vor allem gemütlich . Wir saßen zusammen, genossen den Abend und konnten endlich die Anspannung fallen lassen.
Zum Abschluss durfte natürlich auch eine Runde Hornochsenspiel nicht fehlen. Dabei wurde wieder ordentlich gelacht. Manchmal braucht es eben nur gutes Essen, nette Menschen und ein lustiges Kartenspiel.
Da Sabine, Doreen, Matze und Jürgen morgen bereits um sieben Uhr von Bord müssen, ging es anschließend für alle in die Kojen.
Fotos gibt es heute übrigens kaum. Bei all der Aufregung hatten wir schlicht andere Dinge im Kopf, als ständig die Kamera zu zücken.

Okt.

8

Noch im Dunkeln kam ich aus der Koje und entdeckte im Salon bereits einen Schlafgast. Also versuchte ich, mich möglichst leise Kaffee und Tee zuzubereiten, ohne gleich die ganze Crew aus dem Schlaf zu reißen. Draußen kämpfte sich langsam das Morgenrot durch, während die Hafenmiezen schon deutlich wacher waren als die Crew und lautstark ihre morgendliche Ration einforderten. Frühstücksservice mal anders.


Nach und nach trudelte die Crew ein, während Matthias sich kurzerhand wieder in seine Koje zurückzog. Jürgen absolvierte wie jeden Morgen erst einmal seine Schwimmrunde um den Katamaran. Doch irgendetwas war heute anders. Richtig, kein Wind, keine Wellen und jede Menge Sonne.
Nach den vergangenen Wochen mit ordentlich Wind und Seegang fühlte sich das echt gut an. Man konnte endlich wieder draußen an Deck sitzen, ohne sich dick eingepackt hinter der Sprayhood ( das ist der Windschutz aus Plastik auf der Flybridge) auf der Flybridge zu verschanzen. Für Segler natürlich eine kleine Katastrophe, der Rest der Crew dagegen freute sich.
Nach einem ausgiebigen Frühstück hieß es: Anker auf und Leinen los! Unser heutiges Ziel war die Marina von Naoussa auf Paros. Rund 25 Seemeilen lagen vor uns.

Bei spiegelglattem Wasser tuckerten wir gemütlich unter Motor dahin. Endlich konnten wir die Umgebung wieder richtig genießen, statt uns auf Wind , Wellen und Kälte zu konzentrieren. Ausflugsboote von Naxos kreuzten unseren Weg, Fähren zogen vorbei und ringsum gab es jede Menge Inseln zu bestaunen. Steuerbord lag Naxos, backbord Ios und dazwischen noch so manche weitere Insel.


Kurz vor eins liefen wir in Naoussa ein. Das Anlegemanöver klappte wie am Schnürchen, und keine zehn Minuten später lagen wir sicher fest. Der Skipper war zufrieden und verkündete spaßig : „Freigang“


Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Jürgen, Matze, Sabine und Doreen machten sich stadtfein und zogen los. Christian und Katja waren ebenfalls unterwegs. Die Gassen von Naoussa sind allerdings so schmal und verwinkelt, dass man sich ständig wieder über den Weg lief. Man konnte sich also kaum verlaufen, ohne wenigstens einem Crewmitglied zu begegnen.
Wir gönnten uns zunächst eine Pause in einer kleinen Taverne und suchten anschließend noch ein gemütliches Café.

Irgendwann zog es uns zurück aufs Boot .Nach einer Runde Chillen, Lesen und Smalltalk waren schließlich alle wieder an Bord. Doch Martin hatte noch einen Programmpunkt: Er wollte unbedingt zu einer Eisdiele, in der er bereits 2015 gewesen war.
Und tatsächlich , es gab sie noch.
Natürlich kauften wir ein Eis und ließen uns in möglichst derselben Pose wie damals vom Eisverkäufer fotografieren. Dem erzählte er, dass er vor elf Jahren schon mal hier war, aber zu der Zeit war der Eisverkäufer erst 11 Jahre alt.


Anschließend bummelten wir noch durch die hübschen Gässchen von Naoussa. Schon mittags hatten wir ein gut besuchtes Lokal entdeckt, das wir für den Abend ins Auge gefasst hatten. Also schnell umziehen und los , bei acht Personen sollte man schließlich nicht darauf vertrauen, einen freien Tisch zu bekommen.
Wir hatten Glück. Die Bedienung war flott, das Essen ausgesprochen lecker und die Stimmung bestens.


Danach wollten die Wittenberger noch ein wenig um die Häuser ziehen. Katja, Christian, Martin und ich kehrten dagegen aufs Boot zurück. Dort spielten wir endlich mal wieder unser Wizard.
Nach 15 Runden stand der Sieger fest. Und diesmal war es tatsächlich nicht der Skipper.
Als wir fertig waren, kehrte der Rest der Crew gut gelaunt zurück. Doch Doreen hatte noch eine Rechnung offen. Am Vortag hatte sie sich bei Hornochsen die Ehre der Krönung eingehandelt und wollte noch Revanche.
Also wurden die Karten erneut gemischt und einige lustige Runden gespielt. Und tatsächlich: Doreen konnte die Krone weiterreichen. Der neue Hornochsenkönig hieß Matthias.
Das Gelächter war groß, die Schadenfreude hielt sich ,zumindest teilweise ,in Grenzen.
Dann gingen wir alle müde in die Kojen.

Okt.

7

Heute Morgen konnten wir es ganz entspannt angehen. Nach unserem zehnstündigen Schlag vom Vortag waren doch noch einige von uns ein bisschen „malad“. Ausschlafen, gemütlich frühstücken und einfach mal keinen Zeitdruck , auch das gehört im Urlaub dazu.


Vier aus der Crew ,Jürgen, Doreen, Sabine und Katja – wollten gleich früh mit dem Taxi zum Felsenkloster hinauffahren. Nach einem gemütlichen Frühstück packten sie ihre Sachen und machten sich auf den Weg zum Taxistand.
Dabei war eine wichtige Erkenntnis vom letzten Besuch noch bestens im Gedächtnis: Frauen keine Hosen und Männer keine Röcke.


Christian und ich machten inzwischen erst einmal klar Schiff. Danach ging ich mit Martin los, um Amorgos zu erkunden.
Das ist wirklich ein kleines, verschlafenes Inselchen mit dem Kloster als Highlight. Weiße Häuser mit hübschen blauen Türen und Fensterläden, dazwischen Bougainvilleas, die wieder überall in voller Blüte standen. Uns lockte schließlich eine kleine Kapelle direkt am Wasser am Ende des Dorfes.
Dort standen noch ein paar Häuser, fast alle mit Zimmervermietung. Da fragt man sich allerdings, wie es hier wohl in der Hochsaison aussieht. Denn jetzt wirkte alles eher so, als hätte die Insel bereits den Winterschlaf beantragt.
Auf dem Rückweg begegneten wir dann auch schon wieder unseren Klosterbesuchern. Die Taxifahrerin hatte offenbar nicht vor, stundenlang auf die Crew zu warten. Also ging es nach der Besichtigung mit dem Taxi wieder den Berg hinunter , den wir beim letzten Mal tapfer zu Fuß bewältigt hatten.
Das Felsenkloster selbst hatte aber alle beeindruckt.
Während Doreen und Jürgen noch einmal loszogen, um das Dorf anzuschauen, ließ Matze erst einmal Wasser über das Deck laufen und befreite es vom Straßenschmutz.
Ich kümmerte mich derweil um die Kaffeerunde und zauberte ein paar Apfelküchle. Aus dem restlichen Teig wurden noch Pfannkuchen oder Eierkuchen, wie unsere Gäste sagen, gemacht.
Um halb zwölf hieß es dann wie fast jeden Tag: Leinen los und Anker auf.
Alle packten mit an und mittlerweile klappt das Zusammenspiel wirklich wie am Schnürchen. Zuerst hatten wir richtig guten Wind mit etwa 10 bis 15 Knoten. Das komplette Großsegel wurde gesetzt, die Genua ausgerollt und schon ging es unter Segeln mit rund sieben Knoten dahin.Das macht Spaß.

Natürlich hatte der Wind irgendwann wieder andere Pläne und verabschiedete sich. Also dümpelten wir zunächst gemütlich vor uns hin, bevor Martin schließlich die Motoren startete.
Aber die Sonne meinte es gut mit uns. Sie war angenehm warm und so machten es sich Doreen, Sabine und Jürgen sogar vorne im Trampolin bequem. Eigentlich war die ganze Crew draußen an Deck , jeder genoss einfach diesen herrlich entspannten Segeltag.

Kurz vor halb fünf erreichten wir Iraklia.
Ein großes„Welcome“-Schild am Hafen hieß uns schon mal willkommen.


Das Anlegemanöver dauerte keine zehn Minuten und schon lagen wir fest. Nach Kaffee und einer kleinen Brotzeit gingen Sabine, Doreen und Jürgen noch schwimmen, während Christian sich wieder sein SUP schnappte.


Martin und ich machten uns auf, das kleine Dorf zu erkunden.
Ganz ruhig und fast ein bisschen verschlafen liegt es am Hang. Den Hauptweg ging es hinauf, vorbei an weißen Häusern, blauen Türen und natürlich wieder jeder Menge Bougainvillea. Vieles war bereits winterfest gemacht. Nur zwei Tavernen und eine Bar hatten noch geöffnet – und auch dort war die Speisekarte schon etwas kleiner geworden. In den nächsten Tagen sollte auch hier die Saison endgültig zu Ende gehen.
Mitten im Dorf stand eine wunderschöne Kirche mit einer großen blauen Kuppel.
Wer braucht schon Mykonos.


Martin reservierte in einer der Tavernen einen Tisch und wir machten uns wieder auf den Weg zum Boot.
Dort wartete die Crew bereits auf uns., sie hatten alle Hunger. Wir berichteten von unserer Entdeckung und dann liefen wir alle los Richtung Taverne.


Der Wirt begrüßte uns freundlich und erklärte, was er an diesem Abend noch anbieten konnte. Er war ganz allein und machte tatsächlich alles selbst. Nach und nach kamen die verschiedenen Gerichte auf den Tisch – reichlich, lecker und genau das Richtige nach so einem Tag.
Am Ende waren alle satt und zufrieden.


Zurück auf dem Boot wurde es dann noch einmal richtig lustig. Heute spielten wir alle gemeinsam unser Hornochsenspiel. Es wurde gelacht, gezockt und natürlich ordentlich kommentiert.
Leider ging das Hornochsen-Krönchen dieses Mal an Doreen.
Aber keine Sorge, Doreen – eine Revanche gibt es bestimmt noch!
Und so ging wieder ein wunderschöner, sonniger Tag zu Ende.

Okt.

6

Punkt sieben Uhr rasselte die Ankerkette in den Ankerkasten zurück. Alle waren schon früh auf und hatten zumindest eine Kleinigkeit gefrühstückt, da es ja gestern vom Skipper hieß, um sieben ist Abfahrt. Ich hatte beim Bäcker noch ein paar kleine Teilchen besorgt, denn heute stand uns ein echter Ritt bevor: knapp zehn Stunden bis Amorgos.


Also suchte sich jeder an Bord sein persönliches Lieblingsplätzchen. Hauptsache bequem , denn dort würde man die nächsten Stunden vermutlich ziemlich viel Zeit verbringen.
Zunächst meinte es der Wind richtig gut mit uns. Während die Sonne langsam aufging, zeigte sich am Horizont sogar ein Viermaster, und draußen vor dem Hafen lag ein Kreuzfahrtschiff. Amorgos war ebenfalls schon zu sehen – allerdings noch sehr klein und gefühlt eine halbe Ewigkeit entfernt.

Gegen Mittag war dann plötzlich Schluss mit Wind. Einfach weg. Dafür wurde es in der Sonne richtig schön warm und wir mussten etwa zwei Stunden unter Motor weiter. Die Wellen kamen gleichmäßig von der Seite und so schaukelten wir mehr oder weniger gemütlich unserem Ziel entgegen.
Doch irgendwann frischte der Wind wieder auf, die Genua wurde ausgezogen und jetzt ging es richtig zur Sache. Er wurde stärker, die Wellen höher und die Georgina flog mit bis zu acht Knoten übers Wasser. Im Salon schepperte das Geschirr in den Schränken. Kurz nach vier Uhr war dann endlich der Hafen von Amorgos deutlich vor uns zu sehen.

Um halb fünf fiel der Anker und Martin peilte rückwärts die Hafenmauer an. Ein Helfer stand bereits bereit, nahm unsere Leinen entgegen und warf sie wieder zurück. Backbord klappte alles wunderbar. Nur an Steuerbord gab es einen kleinen Moment, in dem nicht ganz aufgepasst wurde und schon hatte sich eine Leine im Propeller verfangen.Na wunderbar.
Das Anlegen war trotzdem geschafft. Allerdings bedeutete das für unseren Skipper: Abtauchen!
Und so bekamen wir in Amorgos noch unser ganz persönliches Hafenkino geboten. Martin verschwand mit Taucherbrille und Flossen im glasklaren Hafenwasser. Einige Leute blieben neugierig stehen und beobachteten das Schauspiel. Aber da alles völlig unspektakulär und professionell ablief, löste sich die kleine Zuschauergruppe auch schnell wieder auf.
Martin hatte die Leine zum Glück bald aus dem Propeller befreit. Problem gelöst.Nach fast zehn Stunden auf See hatten wir jetzt vor allem eines: Hunger.


Also gab es erstmal eine ordentliche Brotzeit. Matthias machte sich zusätzlich noch eine heiße Suppe.
Der Wind war inzwischen wieder ordentlich frisch. Martin und ich machten noch einen kleinen Spaziergang in den gegenüberliegenden Hafen. Dort war es etwas windstiller, allerdings sorgten die Wellen für Bewegung an den Booten. Wir stellten zufrieden fest: Alles richtig gemacht , wir liegen gut da, wo wir sind.
In einer kleinen Bar gönnten wir uns noch einen Aperol und genossen den wunderschönen Sonnenuntergang.
Auch Christian und Katja waren unterwegs, und dem Rest der Crew begegneten wir nach und nach ebenfalls. Offenbar hatten nach zehn Stunden auf dem Boot alle dasselbe Bedürfnis: einfach mal die Beine vertreten.


Zurück an Bord gab es noch eine Runde Backgammon. Heute konnte ich mich tatsächlich mit 2:1 gegen Martin durchsetzen. Beim Kniffel hatte er dafür die Nase vorn. Man muss ja schließlich für einen gerechten Ausgleich sorgen.
Nach und nach verschwanden alle Crewmitglieder in ihren Kojen.
Kein Wunder , zehn Stunden auf See machen müde.
Und morgen wartet schon das nächste Abenteuer , das Felsenkloster von Amorgos.

Okt.

5

Um vier Uhr krähte irgendwo ein Hahn. Ein einziges Mal. Aber immerhin laut genug, um kurz daran zu erinnern, dass auf einer griechischen Insel offenbar auch nachts der Wecker so funktioniert.
Ansonsten: Windstille. Seit langem wieder mal.
Christian schlief draußen in der Hängematte und auf dem Boot rührte sich noch nichts. Um halb sechs schaute ich vorsichtig nach oben , immer noch alles ruhig. Also konnte ich ganz entspannt Kaffee und Tee vorbereiten und noch schnell einen kleinen Obstsalat schnippeln.
Jürgen war der Erste, der auftauchte und schwamm tatsächlich erst einmal eine Runde ums Boot. Allen Respekt.
Er und Doreen machten sich eine Kleinigkeit zum Frühstück und so nach und nach trudelte auch der Rest der Crew ein. Sogar unser Skipper war schon wach. Ein guter Anfang für den Tag.Nach einem kleinen Snack, den sich jeder selbst zubereitete, hieß es wieder: Leinen los und Anker auf.


Die Fender wurden nur schnell über die Reling geholt, die brauchen wir schließlich schon in zwei Stunden wieder.
Bye bye Arki, du kleines süßes Kleinod!
Hoffentlich bleibst du noch lange so ursprünglich, ruhig und bezaubernd, wie wir dich kennengelernt haben.
Schon aus der Ferne konnten wir Patmos erkennen und natürlich das berühmte Johanneskloster, das heute auf dem Besichtigungsprogramm der Crew stand.
Ganz gemütlich, leider ohne ein einziges Segel, motorte die Georgina über die kleinen Wellen. Es war immer noch windstill. Für manche an Bord durchaus erholsam , für die Segler allerdings eher bescheiden.
Kurz vor halb zehn erreichten wir den Hafen von Patmos. Heute bei strahlend blauem Himmel. Das Anlegen ging wie immer ziemlich fix und die Hafenmeisterin war auch sofort zur Stelle, um Strom und Wasser freizuschalten.


Christian und Katja machten sich zu Fuß auf den Weg hinauf zum Kloster. Sabine, Doreen, Jürgen und Matthias liefen schon einmal Richtung Skala und nahmen sich ein Taxi.
Martin und ich spazierten ebenfalls in die Stadt. Bei unserem letzten Besuch hatte die Klosterbesichtigung so viel Zeit verschlungen, dass für einen ausgiebigen Stadtbummel nicht mehr viel übrig geblieben war.


Und was soll ich sagen: Es war ordentlich was los. Zwei Kreuzfahrtschiffe , ein großes und ein kleines , lagen im beziehungsweise außerhalb des Hafens. Entsprechend voll war es in den Gassen. Und auch die Preise hatten sich offensichtlich dem Kreuzfahrtpublikum angepasst.
Wir fanden trotzdem ein süßes kleines Café und machten erst einmal Pause. Martin bekam sein Eis und einen großen Cappuccino , damit war die Welt in Ordnung. Danach schlenderten wir noch durch ein paar nette kleine Läden mit Kunst und allerlei schönen Dingen.


Man muss eben nur kreativ sein , dann findet sich aus fast allem ein kleines Kunstwerk.
Auf dem Rückweg trafen wir wieder auf Christian und Katja. Später trudelte auch der Rest der Crew zurück aufs Schiff. Alle waren begeistert vom Kloster. Danach war erst einmal kollektives Chillen angesagt.


Jeder suchte sich sein Plätzchen zum Lesen, Dösen oder für ein kleines Mittagsschläfchen. Wir waren schließlich heute Morgen auch schon ziemlich früh aufgestanden. Zwischendurch gab es noch Kaffee und Kuchen .
Und dann war es plötzlich vorbei mit der himmlischen Windstille.
Am späten Nachmittag kam er zurück: der Meltemi, mit voller Kraft .
Wir beschlossen deshalb, heute etwas früher zum Essen zu gehen und marschierten gemeinsam wieder Richtung Innenstadt.
Jürgen, Matze, Sabine und Doreen waren mittags bereits essen gewesen und hatten das Restaurant für gut befunden. Also dachten wir uns: Was mittags funktioniert, kann abends ja nicht schlechter sein.
Tja, kann es. Das Essen war diesmal eher so mittelprächtig. Die Fleischbällchen, die Matze und Martin serviert bekamen, hatten offensichtlich schon ein bewegtes Vorleben hinter sich. Nach unserem Eindruck waren sie mindestens zweimal gestorben, bevor sie schließlich auf den Tellern landeten.


Ein Hund und vier Katzen warteten schon erwartungsvoll auf die Reste. Der Hund war jedenfalls sehr von sich überzeugt , dass wir ihn regelrecht austricksen mussten, damit die Katzen auch noch etwas abbekamen.
So wurde aus einem normalen Restaurantbesuch kurzerhand eine kleine Tierschutzmission.


Nach dem Bezahlen machten wir uns zügig auf den Rückweg zum Hafen. Der Meltemi pfiff inzwischen richtig kalt zwischen den Booten hindurch.
Zurück auf der Georgina wurde noch einmal der Tag besprochen , die Klosterbesichtigung, die Stadt und das Essen.
Und dann kam Martins Ankündigung:
Morgen fahren wir um sieben Uhr los.“Kurze Blicke.Leichtes Entsetzen.
Und plötzlich herrschte eine erstaunliche Aufbruchstimmung in Richtung Kojen.
Denn morgen um sieben heißt es wieder:Leinen los.

Okt.

4

Was für eine Nacht.
Deshalb waren heute Morgen auch alle erstaunlich früh wach. Die einhellige Meinung: Nur weg von hier.
Das ständige Ruckeln der Leinen, das Quietschen der Fender und dieses unaufhörliche Auf und Ab im Schwell hatten irgendwann zwar fast etwas Beruhigendes , aber eben nur fast. .An diese Geräuschkulisse möchten wir uns dann doch lieber nicht gewöhnen.
Nach dem Frühstück wollte Martin jedenfalls keine Zeit verlieren. Christian und Doreen machten noch schnell klar Schiff und dann ging jeder auf seinen Posten.
Leinen los, Fender rein und ab.


Nur eine kleine Herausforderung wartete noch auf uns: Wir mussten wieder durch die berühmte Engstelle. Heute wussten wir allerdings, was uns erwartet. Und siehe da ,es war tatsächlich gar nicht mehr so schlimm. Ein bisschen Rumpeln gab es natürlich wieder, aber wir waren vorbereitet und so ging auch diese Passage ohne größere Schäden über die Bühne. Als wir da durch waren, konnte ich einen Käsekuchen in den Ofen schieben .
Unser Ziel heute: Arki.
Und schon die Anfahrt fühlt sich ein bisschen an wie eine Reise in eine andere Welt.
Wir schaukelten mit gesetzter Genua und nur wenig Wind langsam auf die kleine Insel zu. Je näher wir kamen, desto mehr schien die Zeit langsamer zu werden.

Keine großen Hotels.
Kein Trubel.
Keine langen Straßen.
Dafür karge Hügel, ein paar weiße Häuser, Ziegen und dieses unglaublich tiefblaue Meer.
Arki ist winzig. Gerade einmal knapp sieben Quadratkilometer groß und keine 50 Bewohner. Und trotzdem hat die Insel etwas ganz Besonderes. Vielleicht gerade deshalb.
Wir liefen in die kleine, geschützte Bucht von Porto Augusta ein. Ein paar Segelboote lagen bereits vor Anker, dazwischen kleine Fischerboote.
Viel mehr als ein paar Tavernen, kleine Häuser und jede Menge Ziegen gibt es hier eigentlich nicht.
Und genau das macht den Charme von Arki aus.


Das Anlegen war heute wie immer unkompliziert und ging mit Hilfe unserer netten Nachbarn blitzschnell. Kaum war das Boot fest, machten Martin und ich uns zu Fuß auf den Weg zu der kleinen Kapelle am höchsten Punkt der Insel.
Der Weg war voll durch die Prärie über Stock und Stein, die Landschaft sehr karg. Erst später haben wir gesehen, dass eine Straße hoch führt. Dazwischen dufteten Kräuter und immer wieder öffnete sich dieser fantastische Blick über das Meer und die kleinen Inseln ringsum.


Und apropos Meer:
Von oben konnten wir Christian entdecken, der unten in der Bucht mit dem SUP herum paddelte.


Nach unserer kleinen Wanderung ging es zurück zum Boot. Es war schließlich Kaffee und Kuchen Zeit.
Sabine, Doreen und Jürgen machten sich zu dritt mit dem SUP auf den Weg zu einer kleinen Badebucht. Katja blieb mit ihrem Rätselheft auf der Georgina und Christian hatte es sich mit seinem Buch ebenfalls gemütlich gemacht.
Martin und ich gingen derweil in die kleine gemütliche Taverne . Dort haben wir Aperol bestellt, Backgammonbrett auf den Tisch und los ging’s.
Das Ergebnis? 2 : 1 für den Chef.


Der Wirt war ein richtig uriger, herzlicher Typ und passte perfekt zu diesem kleinen Ort.
Am Abend ging es dann mit der gesamten Crew noch einmal in die kleine, typisch griechische Taverne mit den bunten Stühlen. Es wurde richtig schön.
Auf dem Tisch landete alles, was zu einem griechischen Abend dazugehört: Lamm, Souvlaki, Ziege, griechische Salate und natürlich Käse. Dazu gute Stimmung.


Irgendwann gab Martin dann noch die Ansage für den nächsten Tag.
Morgen geht es nach Patmos.
Und wenn die Crew dort unbedingt das Johanneskloster und die Grotte besuchen möchte, heißt es früh aufstehen. Spätestens um 8.00 Uhr müssen wir los, denn montags hat das Kloster nur bis 13:30 Uhr geöffnet.
Nach dieser Ansage war plötzlich erstaunlich schnell Ruhe an Bord und alle schlüpften in die Kabinen. Außer Christian, der schlief in seiner Hängematte bei endlich mal windstiller Nacht.

Okt.

3

Unser Draußenschläfer Christian hatte sich mitten in der Nacht dann doch irgendwann in seine Koje zurückgezogen. Es war einfach zu windig und vor allem ziemlich laut. Irgendwo schepperte immer irgendetwas ,auf einem Schiff gibt es ja erstaunlich viele Dinge, die bei Wind plötzlich ein Eigenleben entwickeln.
Nur Jürgen hielt tapfer durch. Er lag tatsächlich noch immer in seinem Schlafsack im einigermaßen windgeschützten Cockpit, als ich in der Früh hochkam.
Draußen war inzwischen auch schon die Hafenmieze unterwegs. Lautstark miaute sie und machte unmissverständlich klar, dass sie jetzt doch bitte gerne eine Kleinigkeit zum Frühstück hätte.


Der Ort lag noch dick unter Wolken, und es war richtig frisch. Aber kaum hatten wir gefrühstückt, lugte tatsächlich die Sonne zwischen den Wolken hervor. Das machte doch gleich bessere Laune.
Um halb zehn hieß es dann: Leinen los und Anker auf. Die Fender wurden noch ordentlich verräumt, dann rollten wir die Genua aus und segelten ganz gemütlich unserem Ziel entgegen. Unser Ziel heute waren die Fourni-Inseln oder, wie sie früher genannt wurden, die Inseln der Piraten.

Der heutige Name Fourni ist übrigens noch gar nicht so alt. Ursprünglich wurden die Inseln „Korseai“, später „Dimos Korseon“ genannt. Weil der Name ähnlich klang wie das griechische Wort für Pirat, „Koursáros“, behaupteten die Bewohner der Nachbarinseln kurzerhand, die Fournioten seien allesamt Seeräuber.
So kam es schließlich zum Namen Fourni Korseon.
Heute geht es hier allerdings deutlich friedlicher zu. Der charmante Ort ist bekannt für seine traditionellen weißen Häuser, die von schattigen Maulbeerbäumen gesäumte Hauptstraße und vor allem für seine große Fischerflotte ,eine der bedeutendsten der Ägäis.
Eigentlich wollten wir zunächst in einer anderen Bucht ankern. Dort lag allerdings bereits ein Fischerboot, ein Dinghi war im Weg und der Wind hatte inzwischen ordentlich zugelegt. Martin meinte deshalb, dass wir im Nachbarhafen, gleich ums Eck, bestimmt noch einen guten Platz bekommen würden.
Also: Auf geht’s!
Mit dem, was dann kam, hatte allerdings niemand gerechnet.
Wir mussten durch eine Meerenge, in der sich die Wellen ordentlich aufschaukelten. Es ging hoch und dann krachte das Boot wieder aufs Wasser. Und das mehrmals.
Gut, dass vorher wirklich alles gut verstaut und gesichert worden war.
Doreen hatte gerade angefangen, einen Rote-Bete-Salat vorzubereiten und die Rote Bete in der Pfanne angebraten. Die wanderte nun kurzerhand mitsamt Pfanne in die Spüle. Sicherheitshalber wurde noch einmal alles kontrolliert und festgezurrt.
Dann konnten wir eigentlich nur noch nach draußen schauen und diesem Schauspiel zusehen.
Zum Glück war die wilde Passage nur ein kurzes Stück. Als wir endlich durch waren, haben wohl alle an Bord einmal kräftig aufgeatmet.


Im Hafen angekommen, legten wir schließlich Backbord längsseits an. So richtig ruhig war es allerdings auch hier nicht. Die Schaukelei war ordentlich, weshalb auf dieser Seite sämtliche Fender befestigt werden mussten.
Martin brachte zusätzlich noch weitere Leinen aus. Zwischendurch hatte man durchaus das Gefühl, dass gleich irgendwo eine Leine reißen würde.
Aber: Wird schon gutgehen.
Nach dem Kaffee und Doreens Rote Bete Salat gingen fast alle von Bord. Nur Matthias und Sabine blieben auf dem Schiff und erholten sich erst einmal von der etwas abenteuerlichen Segelei.


Martin und ich machten uns zu Fuß auf den Weg. Unser Ziel war eine kleine Kapelle oberhalb des Ortes. Über einen schön angelegten Weg ging es hinauf und schließlich auf der anderen Seite wieder hinunter in die nächste Bucht.
Mittlerweile waren dort die Boote, die vorher gelegen hatten, weitergefahren. Und siehe da: Jetzt wäre dort richtig schön Platz gewesen. Vor allem hätte es dort vermutlich deutlich weniger geschaukelt.
Martin schaute sich den möglichen Liegeplatz noch einmal genauer an, und wir machten uns wieder auf den Rückweg.
Gefühlt waren es dabei 154.897 Treppen.
Das gibt Muckis!
Oben entdeckten wir außerdem noch alte Windmühlen. Eine davon war wunderschön restauriert und ausgebaut, die andere dagegen völlig dem Verfall überlassen. Ein spannender Kontrast und irgendwie gehören solche alten Relikte einfach zu den Inseln dazu.


Wieder unten schlenderten wir noch durch das verschlafene Dörfchen.
Auf der Platia stehen eine Kirche, ein Denkmal und sogar ein antiker Sarkophag. Rund um den Platz findet man einige Tavernen und natürlich einen Bäcker.
Tagsüber geht es hier ausgesprochen ruhig zu. Erst am Abend füllen sich die Lokale langsam.
Am schönsten fanden wir aber die Hauptgasse , die vom Hafen hinauf zur Platia führt.
Eigentlich ist es gar keine typische Gasse, sondern eher eine kleine Allee ,gesäumt von Bäumen und Häusern und mit genau diesem besonderen griechischen Charme, den man auf solchen Inseln einfach liebt.
Ein richtig schnuckeliges kleines Fleckchen.


Zurück auf der Georgina hatten Matthias, Jürgen, Sabine und Doreen offenbar schon Hunger und wollten gleich essen gehen.
Uns anderen war 18 Uhr allerdings noch eindeutig zu früh für das Abendessen. Also beschlossen wir kurzerhand, selbst etwas zu zaubern.
Es gab griechischen Salat, was sonst.
Katja bereitete dazu ein leckeres Tzatziki zu und Matthias kam sogar noch mit frischem Brot vorbei.
Damit war unser Abendessen perfekt.
Nach dem Essen weihten wir Katja und Christian noch in unser inzwischen schon fast legendäres Hornochsen-Spiel ein.
Irgendwann kamen auch die vier Wittenberger wieder zurück.
Jürgen und Doreen machten noch einen kleinen Spaziergang, Matthias und Sabine zogen sich direkt in ihre Kabine zurück und wir schlossen uns wenig später ebenfalls an.
Nach diesem aufregenden Tag war dann doch langsam Feierabend.
Jetzt sind wir gespannt, wie die Nacht wird.
Denn bei dieser ganzen Schaukelei und Ruckelei ist noch lange nicht gesagt, dass heute Nacht alle ruhig in ihren Kojen liegen werden …

Okt.

2

Heute ging es schon beim Frühstück lustig zu. Das große Thema war die KI und natürlich wurde fleißig diskutiert. Was die Zukunft wohl noch so alles bringt? Wir werden sehen.
Um halb zehn hieß es dann: Anker auf! Unser Ziel war die Südseite von Samos, genauer gesagt Marathokambou.
Im Moment waren allerdings noch alle ziemlich warm eingekuschelt, denn der Wind war ordentlich frisch. Wir hofften darauf, dass sich die Sonne noch etwas besser durchsetzen würde. Der Wind blieb zwar kräftig, aber zum Glück wurde es nicht mehr ganz so eisig. Trotzdem suchte sich jeder an Bord schnell sein ganz persönliches, möglichst windgeschütztes Plätzchen.
Unter der Genua segelten wir an der Südküste von Samos entlang. Dabei kamen wir wieder an Pythagorio vorbei , jenem Ort, der nach dem berühmten Mathematiker und Philosophen Pythagoras benannt ist.
Kurz nach eins erreichten wir den Hafen von Marathokambou. Das Anlegemanöver ging diesmal relativ flott. Jeder wusste, was zu tun war, und sogar ein Deutscher vom Nachbarboot packte kurzerhand mit an.


Kaum war das Boot fest, hatten Matze, Jürgen, Sabine und Doreen schon einen Plan: Tavernen gucken.Auch Christian und Katja machten sich auf zum Bummeln.
Ich konnte allerdings noch nicht mit. Bei mir wartete nämlich noch etwas ganz anderes: ein Pflaumenkuchen im Ofen.


Nach dem Kaffee spazierten Martin und ich durch das kleine Örtchen. Dummerweise hatte ich mein Handy vergessen und konnte deshalb zunächst gar keine Fotos machen. Und natürlich war genau heute überall ein Motiv schöner als das nächste. Also musste ich später einfach noch einmal los.
Wir kamen an der schönen Kirche vorbei und trafen immer wieder auf deutsche Touristen. Damit hatten wir gar nicht gerechnet , hier in diesem kleinen verschlafenen Fischerdörfchen war tatsächlich noch erstaunlich viel los.

Als ich später alleine noch einmal durch die Gassen schlenderte um Fotos zu machen, traf ich doch tatsächlich wieder drei unserer Mitsegler vom zweiten Törn. Was für ein Zufall. Langsam stellt sich mir allerdings die Frage: Wer verfolgt hier eigentlich wen?
Zurück an Bord wurde es dann festlich. Alle machten sich schick für unseren griechischen Abend mit Musik. Für halb sieben hatte die Crew einen Tisch im The Local reserviert, einem kleinen, zauberhaften Restaurant direkt am Hafen. Freitags gibt es dort immer Live-Musik , also genau das Richtige für unseren Abend.
Der Service war unglaublich schnell und dazu noch ausgesprochen freundlich. Martin übernahm wieder die Bestellung für alle und suchte die Gerichte nach Wunsch der Gäste aus.
Die Vorspeisen waren etwas moderner interpretiert und nicht ganz so typisch griechisch, wie wir es sonst kennen – aber dafür richtig lecker. Die Hauptspeisen ließen auch nicht lange auf sich warten. Es gab unter anderem Schwertfisch mit Rote-Bete-Salat und Gyros.


Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Gruß aus der Küche: Joghurt oder Ouzo. Die Auswahl war also durchaus eindeutig.
Später wurde es draußen doch ziemlich frisch. Deshalb machten sich Martin, Christian, Katja und ich schon einmal auf den Rückweg zum Boot. Der Rest der Crew blieb noch ein bisschen sitzen.
Christian verabschiedete sich an Bord direkt in seine Hängematte draußen an Deck unterm Großsegel, während Katja es sich schon in der Koje gemütlich machte.
Als schließlich auch Matthias, Jürgen, Sabine und Doreen wieder auf dem Schiff eintrudelten, war an Schlaf allerdings noch lange nicht zu denken.
Die Discokugel wurde ausgepackt.


Und dann wurde im Cockpit getanzt. Es war einfach mega lustig und sogar Matze schwang kurz das Tanzbein. Allerdings wirklich nur sehr kurz. Die Musik war ihm dann doch etwas zu schnulzig, und Schlager ließen sich mit seiner Wacken-Jacke offenbar nicht so richtig vereinbaren.
So nach und nach wurden aber auch die letzten Tänzer müde. Einer nach dem anderen verschwand in der Koje.
Und irgendwann war dann auch auf der Georgina wieder Ruhe eingekehrt – zumindest bis zum nächsten Morgen.

Okt.

1

Wie gewohnt war ich auch heute Morgen die Erste oben in der Pantry und machte mich daran, das Frühstück vorzubereiten. Als ich zwischendurch den Müll nach draußen brachte, entdeckte ich Jürgen schlafend im Cockpit. Lange sollte sein Nickerchen allerdings nicht mehr dauern – wahrscheinlich hatte ihn das Licht inzwischen geweckt.


So nach und nach trudelten alle am Frühstückstisch ein. Nur Matthias ließ noch auf sich warten. Er hat sich in dieser Crew eindeutig den Titel „Langschläfer“ verdient. Aber schließlich ist Urlaub, und da darf er gerne länger liegen bleiben.
Nachdem wir alle gemütlich zusammengesessen hatten, erklärte sich Jürgen freiwillig bereit, den Abwasch zu übernehmen.
Danach machten wir uns fast alle auf den Weg zum etwa 2,5 Kilometer entfernten Supermarkt Sklavenitis. Martin und Matze blieben an Bord. Der Supermarkt liegt in einem neueren Ortsteil von Pythagorio.
Der Weg führte an der Straße entlang, war aber überraschend schön. Viele Olivenhaine, im Hintergrund die Berge und immer wieder Zeugnisse der langen Geschichte dieser Insel. Vorbei kamen wir an antiken Stätten, an denen noch Säulenreste zu sehen waren. Auch eine Grabstätte und ein Stück einer römischen Mauer lagen direkt an unserem Weg. So wurde der Einkaufsmarsch ganz nebenbei noch zu einem kleinen Spaziergang durch die Geschichte.

Im Supermarkt angekommen, handelten wir vorsichtshalber gleich einen Lieferservice zum Boot aus. Danach teilten wir uns auf: Christian und Jürgen kümmerten sich um die Getränke, Sabine, Katja und Doreen übernahmen Obst und Gemüse und ich den Rest.
Der Sklavenitis ist wirklich super ausgestattet , eigentlich gab es dort alles, was das Herz begehrt. Nur an der Kasse herrschte kurz etwas Chaos, weil die Kassiererin nicht so recht verstand, dass wir zwar auf mehrere Einkaufswagen verteilt waren, aber alle zusammengehörten. Irgendwie haben wir es dann aber doch geschafft. Jürgen setzte seinen ganzen Charme ein und dann klappte es.


Anschließend ging es zu Fuß wieder zurück zum Boot. Das war doch schon mal Frühsport. Christian, Katja und ich waren bereits an Bord, als der Lieferservice eintraf. Mit vereinten Kräften ging alles ganz schnell: Eine Kette wurde gebildet, die Einkäufe wanderten von Hand zu Hand und kurze Zeit später war alles an Bord und ordentlich verstaut.
Sabine, Doreen und Jürgen wollten noch ein bisschen durch die Stadt bummeln. Als schließlich auch die letzten Landgänger zurück waren, stand der nächste Programmpunkt an: die obligatorische Schiffseinweisung durch Martin.


Schließlich muss jeder wissen, wo die Schwimmwesten hängen, wie der Steuerstand funktioniert, wo die Rettungsinsel verstaut ist und wo sich die Computerecke befindet. Martin erklärte geduldig alle wichtigen Dinge und beantwortete die letzten Fragen.
Dann hieß es endlich: Leinen los!
Jürgen, Matze und Christian bildeten heute das neue Ankerteam. Die Fender wurden eingeholt und wieder vorne in der Vorschiffkabine verstaut. Dann hieß es: Anker auf!
Fünf Seemeilen ging es unter Motor durch die Samosstraße Richtung Osten. Unser Ziel: die Poseidonio-Bucht – und vor allem ein erstes Bad im Meer.


Dort lagen bereits einige Boote vor Anker. Kaum waren wir angekommen, sprangen Doreen und Sabine ins Wasser, ebenso Christian und Jürgen. Die Wassertemperatur wurde kurz diskutiert.


Wenn man erst mal drin ist, geht’s!“ – so lautete schließlich das allgemeine Urteil.
Während die ersten schon im Wasser planschten, war auch der Kaffee fertig. Dazu gab es den gekauften Kuchen.
Christian beschäftigte sich derweil mit Seemannsknoten, insbesondere mit dem Stopperstek. Den brauchte er , um seine Hightech-Hängematte draußen am Boot zu befestigen.
Mit großem Interesse beobachteten wir, wie er dieses coole Teil auseinanderfaltete und anschließend die dazugehörige Luftmatratze aufblies. Schließlich war alles aufgebaut und festgemacht. Christian machte das erste Probeliegen und Sabine und Doreen schauten neugierig zu.
Ob die Hängematte den Praxistest in der Nacht bestehen würde? Sie schien jedenfalls gemütlich genug zu sein.


Währenddessen nahm auch das Abendessen langsam Gestalt an.
Doreen hatte sich bereit erklärt, gemeinsam mit ihren Schippelhilfen Sabine und Jürgen das Chili con Carne vorzubereiten. Christian kümmerte sich um den Reis und Katja zauberte dazu einen knackigen griechischen Salat.
Perfekt für unseren ersten richtigen Törntag!
Schon bald zog ein herrlicher Duft durch das ganze Boot. Ein riesiger Topf Chili wanderte auf den Esstisch und jeder bediente sich ordentlich.
Das Ergebnis sprach für sich: Es blieb fast nichts übrig.


Nach dem Essen wurde noch gemeinsam „klar Schiff“ gemacht, bevor unser Lieblingskartenspiel auf den Tisch kam: Wizard.
Martin musste diesmal überhaupt nichts erklären. Alle kannten das Spiel und die Regeln ,beste Voraussetzungen also für einen lustigen Abend.
Und tatsächlich wurde wieder viel gelacht.
Am Ende setzte sich ,wie könnte es anders sein ,unser Skipper durch und gewann die Runde.
Aber keine Sorge, Martin: Die Revanche kommt bestimmt!


Nach diesem ereignisreichen ersten Törntag wurde es schließlich ruhig an Bord. Alle verschwanden zeitig in ihren Kojen oder Nachtquartiere draußen, die aber nicht lange besetzt waren. Sogar Christian baute seine Hängematte ab und schlief lieber in der Koje.