Um vier Uhr krähte irgendwo ein Hahn. Ein einziges Mal. Aber immerhin laut genug, um kurz daran zu erinnern, dass auf einer griechischen Insel offenbar auch nachts der Wecker so funktioniert.
Ansonsten: Windstille. Seit langem wieder mal.
Christian schlief draußen in der Hängematte und auf dem Boot rührte sich noch nichts. Um halb sechs schaute ich vorsichtig nach oben , immer noch alles ruhig. Also konnte ich ganz entspannt Kaffee und Tee vorbereiten und noch schnell einen kleinen Obstsalat schnippeln.
Jürgen war der Erste, der auftauchte und schwamm tatsächlich erst einmal eine Runde ums Boot. Allen Respekt.
Er und Doreen machten sich eine Kleinigkeit zum Frühstück und so nach und nach trudelte auch der Rest der Crew ein. Sogar unser Skipper war schon wach. Ein guter Anfang für den Tag.Nach einem kleinen Snack, den sich jeder selbst zubereitete, hieß es wieder: Leinen los und Anker auf.







Die Fender wurden nur schnell über die Reling geholt, die brauchen wir schließlich schon in zwei Stunden wieder.
Bye bye Arki, du kleines süßes Kleinod!
Hoffentlich bleibst du noch lange so ursprünglich, ruhig und bezaubernd, wie wir dich kennengelernt haben.
Schon aus der Ferne konnten wir Patmos erkennen und natürlich das berühmte Johanneskloster, das heute auf dem Besichtigungsprogramm der Crew stand.
Ganz gemütlich, leider ohne ein einziges Segel, motorte die Georgina über die kleinen Wellen. Es war immer noch windstill. Für manche an Bord durchaus erholsam , für die Segler allerdings eher bescheiden.
Kurz vor halb zehn erreichten wir den Hafen von Patmos. Heute bei strahlend blauem Himmel. Das Anlegen ging wie immer ziemlich fix und die Hafenmeisterin war auch sofort zur Stelle, um Strom und Wasser freizuschalten.
Christian und Katja machten sich zu Fuß auf den Weg hinauf zum Kloster. Sabine, Doreen, Jürgen und Matthias liefen schon einmal Richtung Skala und nahmen sich ein Taxi.
Martin und ich spazierten ebenfalls in die Stadt. Bei unserem letzten Besuch hatte die Klosterbesichtigung so viel Zeit verschlungen, dass für einen ausgiebigen Stadtbummel nicht mehr viel übrig geblieben war.










Und was soll ich sagen: Es war ordentlich was los. Zwei Kreuzfahrtschiffe , ein großes und ein kleines , lagen im beziehungsweise außerhalb des Hafens. Entsprechend voll war es in den Gassen. Und auch die Preise hatten sich offensichtlich dem Kreuzfahrtpublikum angepasst.
Wir fanden trotzdem ein süßes kleines Café und machten erst einmal Pause. Martin bekam sein Eis und einen großen Cappuccino , damit war die Welt in Ordnung. Danach schlenderten wir noch durch ein paar nette kleine Läden mit Kunst und allerlei schönen Dingen.







Man muss eben nur kreativ sein , dann findet sich aus fast allem ein kleines Kunstwerk.
Auf dem Rückweg trafen wir wieder auf Christian und Katja. Später trudelte auch der Rest der Crew zurück aufs Schiff. Alle waren begeistert vom Kloster. Danach war erst einmal kollektives Chillen angesagt.









Jeder suchte sich sein Plätzchen zum Lesen, Dösen oder für ein kleines Mittagsschläfchen. Wir waren schließlich heute Morgen auch schon ziemlich früh aufgestanden. Zwischendurch gab es noch Kaffee und Kuchen .
Und dann war es plötzlich vorbei mit der himmlischen Windstille.
Am späten Nachmittag kam er zurück: der Meltemi, mit voller Kraft .
Wir beschlossen deshalb, heute etwas früher zum Essen zu gehen und marschierten gemeinsam wieder Richtung Innenstadt.
Jürgen, Matze, Sabine und Doreen waren mittags bereits essen gewesen und hatten das Restaurant für gut befunden. Also dachten wir uns: Was mittags funktioniert, kann abends ja nicht schlechter sein.
Tja, kann es. Das Essen war diesmal eher so mittelprächtig. Die Fleischbällchen, die Matze und Martin serviert bekamen, hatten offensichtlich schon ein bewegtes Vorleben hinter sich. Nach unserem Eindruck waren sie mindestens zweimal gestorben, bevor sie schließlich auf den Tellern landeten.



Ein Hund und vier Katzen warteten schon erwartungsvoll auf die Reste. Der Hund war jedenfalls sehr von sich überzeugt , dass wir ihn regelrecht austricksen mussten, damit die Katzen auch noch etwas abbekamen.
So wurde aus einem normalen Restaurantbesuch kurzerhand eine kleine Tierschutzmission.

Nach dem Bezahlen machten wir uns zügig auf den Rückweg zum Hafen. Der Meltemi pfiff inzwischen richtig kalt zwischen den Booten hindurch.
Zurück auf der Georgina wurde noch einmal der Tag besprochen , die Klosterbesichtigung, die Stadt und das Essen.
Und dann kam Martins Ankündigung:
Morgen fahren wir um sieben Uhr los.“Kurze Blicke.Leichtes Entsetzen.
Und plötzlich herrschte eine erstaunliche Aufbruchstimmung in Richtung Kojen.
Denn morgen um sieben heißt es wieder:Leinen los.
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