Es wird morgens immer später hell, und frisch ist es auch wieder.

Also verlegen wir das Frühstück in den Salon. Eine schöne Früchteplatte und Avocado sind schnell gezaubert. Kaffee und Tee auf den Tisch, dazu Butter, Wurst, Käse, Joghurt , Müsli und schon ist das Frühstück fertig. Wir haben recht gut gewirtschaftet, sodass am Ende gar nicht mehr so viel übrig bleiben dürfte. Mal sehen, ob unsere Vorratsplanung tatsächlich aufgeht. Kurz vor neun wollte Martin los zum Amphitheater. Zwei Dinghi Fahrten später stehen auch schon zwei Taxis bereit, und unser Ausflug kann beginnen. Nach etwa 20 Minuten Fahrt erreichen wir das Amphitheater von Epidaurus.
Mittlerweile werden hier stolze 20 Euro Eintritt verlangt. Aber wir sind ja vier Rentner, und Leo hat einen Presseausweis dabei. Das drückt den Eintrittspreis dann doch ganz ordentlich.




Nun stehen wir vor diesem gewaltigen Monument. Das Theater von Epidaurus entstand vor rund 2.350 Jahren und gehört zu den beeindruckendsten Bauwerken der Antike. Es wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. errichtet und war Teil eines bedeutenden Heiligtums, das dem Heilgott Asklepios gewidmet war. Menschen aus vielen Teilen der griechischen Welt kamen hierher, um Heilung zu suchen.
Wie lange die Bauarbeiten tatsächlich dauerten, weiß man heute nicht mehr genau. Sicher ist, dass das Theater später noch erweitert wurde. Harmonisch in die Landschaft eingebettet, begeistert es bis heute Besucher aus aller Welt. Besonders faszinierend ist seine außergewöhnliche Akustik, die noch immer als Meisterleistung antiker Baukunst gilt.
Ein paar Schüler tragen ein Gedicht vor, und einige Besucher klatschen in die Hände. Ein schöner Moment, der uns die besondere Atmosphäre dieses Ortes noch einmal ganz unmittelbar erleben lässt. Anschließend spazieren wir über das weitläufige Gelände und besichtigen die Überreste der einstigen Heilanstalt.







Zum Abschluss schauen wir noch im Museum vorbei. Um elf Uhr stand unser Taxi schon wieder bereit.





Zurück am Boot bringt Martin uns in zwei Dinghi-Fahrten an Bord. Dann heißt es für diesen Törn und auch für uns zum letzten Mal : Anker auf.


Für die Rückfahrt nach Athen hat Martin etwa fünf bis sechs Stunden eingeplant. Zunächst weht nur ein mäßiger Wind, sodass die Motoren trotz gesetztem Großsegel mitlaufen. Auf halber Strecke frischt der Wind endlich auf und wir können richtig segeln.
Allerdings ist es ganz schön frisch geworden. Ein Teil der Crew zieht sich deshalb lieber in die warmen Kabinen zurück, statt draußen den Wind zu genießen. Unterwegs kreuzen einige Fähren und Frachter unseren Weg. Auch zahlreiche Segelboote sind auf dem Rückweg nach Athen. Bei vielen steht ebenfalls der Crewwechsel oder die Rückgabe des Charterschiffes an. Wir sind also nicht die Einzigen, für die sich der Törn langsam dem Ende zuneigt.




halb sechs erreichen wir die Alimos Marina, die größte Marina Athens.

Hier ist bereits ordentlich Betrieb. Unzählige Charterschiffe sind von ihren Törns zurückgekehrt, und überall wird rangiert, festgemacht und gewerkelt. Der Eigner der Georgina hat für uns einen Liegeplatz reserviert. Allerdings geht es ziemlich eng zu. Mit der Unterstützung der Crew gelingt es Martin aber, das Boot sicher und souverän einzuparken.





Die Taschen werden durch die Luke an Deck geholt, und die ersten beginnen bereits mit dem Packen. Das Ende unseres Segeltörns ist nun endgültig angekommen.
Gegen halb sieben machen wir uns auf die Suche nach einem schönen Restaurant. Das erste Lokal ist leider bis auf den letzten Platz belegt. Also müssen wir umdisponieren und entdecken ein anderes Restaurant, das uns gefällt , allerdings ist dort kein einziger Gast zu sehen. Na ja, probieren wir es einfach aus. Die Kellner sind nett, wenn auch ein wenig unbeholfen. Die Speisekarte ist italienisch und nicht ganz einfach zu durchschauen. Klaus bestellt eine Mini-Calzone als Vorspeise und bekommt stattdessen ein wahres Monsterteil serviert. Von wegen mini!
Dann kommen Martins Spareribs. Die Crew kann sich natürlich die passenden Kommentare nicht verkneifen: Obelix hat sein Wildschwein erlegt! Die Portion ist tatsächlich riesig, und auch die Calzone hätte locker als Hauptgericht durchgehen können.
Nach und nach trudeln die übrigen Gerichte ein. Bei Norbert fehlen zunächst die Beilagen, aber dafür darf er Klaus mit dessen Pizza helfen. Waltrauds Portion fällt im Vergleich dazu eher übersichtlich aus. Am Ende werden aber doch alle satt und wir haben einiges zu lachen.








Zurück an Bord kümmern wir uns noch um die Abrechnung über die Splid-App und die Nebenkosten. Schließlich soll am Ende alles seine Ordnung haben.
Dann kommt Leo mit einer Frage um die Ecke: Ob wir nicht noch einmal die Hornochsen herausfordern wollen?

Natürlich wollen wir. Sechs Runden lang wird gespielt, gelacht und geflucht und wir haben wieder jede Menge Spaß. Draußen beginnt es inzwischen ordentlich zu regnen, während wir uns an Bord bestens unterhalten.
Am Ende gewinnt Alex, denn sie hat die wenigsten Punkte gesammelt, ansonsten sind wir alle Sieger.
Mit mulmigem Gefühl verschwinden wir alle in den Kojen, weil morgen ist der Törn zu Ende.


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