Heute haben wir ein Geburtstagskind an Bord!
Noch bevor das Frühstück vorbereitet wurde, habe ich erst einmal das Cockpit ein bisschen dekoriert und auf dem Geburtstagskuchen natürlich eine „Happy Birthday“-Kerze platziert. Danach ging ich noch schnell zum Bäcker, um frische Croissants zu holen.
Als Stefan dann aus seiner Kabine nach oben kam, hat er erst einmal ziemlich gestaunt. Und damit auch wirklich jeder an Bord wusste, dass heute Geburtstag gefeiert wird, durfte Stevie Wonder sein „Happy Birthday“ gleich in voller Lautstärke zum Besten geben. So kann ein Geburtstagstag auf einem Segelboot beginnen!






Nach einem kleinen Geschenk gab es erst einmal Frühstück für alle. Doch lange konnten wir es uns nicht gemütlich machen. Nach dem Aufräumen hieß es wieder: Leinen los, Anker auf und Adios, du wunderschönes Serifos!
Allerdings war heute nicht gerade der Tag für eine gemütliche Kaffeefahrt. Der Wind hatte ordentlich zugelegt und wir mussten erst einmal alles an Bord sturmsicher verstauen. Die Wellen wurden immer höher und in den Schränken begann es kräftig zu scheppern. Teller und Gläser machten sich akustisch bemerkbar und auch das Boot ächzte sich durch die teilweise sehr hohen Wellen.
Wind kam wieder aus NNE mit bis zu 28 Kn und recht hoher Segang mit Wellen bis zu 2.5m. Aber unter der Genua zu 70% läuft Georgina super.






Da war man ganz froh, wenn alles an seinem Platz blieb und man selbst ebenfalls halbwegs dort blieb, wo man hingehörte.
Irgendwann hatten wir es geschafft und erreichten unsere nächste Bucht. Dort lagen erfreulicherweise nur wenige Boote. Das Wasser sah einfach zu verlockend aus – und so nutzten Johannes und Stefan die Gelegenheit natürlich sofort für eine Runde Schwimmen.




Beim anschließenden Kaffeetrinken wurde dann endlich der Geburtstagskuchen angeschnitten. Stefan durfte natürlich höchstpersönlich die Kerze ausblasen.
Danach fuhr Martin Johannes und mich mit dem Dinghi an Land. Der Rest der Crew entschied sich für das Relaxprogramm an Bord. Ich dagegen hatte noch etwas vor und machte mich zu Fuß auf den Weg zum Kloster Chrysopigi.
Der schön angelegte Weg führte über zahlreiche Stufen mal bergauf, mal bergab, aber immer wunderschön am Wasser entlang. Schon unterwegs gab es immer wieder herrliche Ausblicke auf das tiefblaue Meer.
Vor Chrysopigi liegt die malerische Bucht Apokoftos, deren kristallklares, türkisfarbenes Wasser sofort ins Auge fällt. Gleich danach erreichte ich Panagia Chrysopigi, ein ehemaliges Kloster, das auf einem heiligen Felsen an der Südostküste von Sifnos erbaut wurde.
In früherer Zeit befand sich hier ein Teil des Vrysis-Klosters. Die ältesten Erwähnungen von Chrysopigi stammen aus dem 17. Jahrhundert. Mit dem Kloster sind außerdem zahlreiche Legenden und Geschichten der Insel verbunden ,wie es sich für einen so besonderen Ort natürlich gehört.












Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher zu einer kleinen Kapelle. Danach ging es wieder hinunter ins Dorf, wo mich Johannes kurzerhand mit dem SUP abholte und sich Martin mit dran hing.

Inzwischen war schon fast wieder Aufbruchstimmung angesagt – diesmal allerdings nicht zum nächsten Segelmanöver, sondern zum Abendessen.
Also wurden die dicken Pullis herausgeholt, denn sobald die Sonne verschwindet, wird es hier doch erstaunlich frisch. Mit dem Dinghi fuhren wir hinüber in den kleinen Ort und liefen erst einmal die wenigen Tavernen ab. Einige davon waren allerdings preislich eher in einer etwas höheren Kategorie dabei. Das vermutet man in dem kleinen Dörfchen nicht.
Schließlich entschieden wir uns für eine kleine Taverne direkt am Wasser. Die Besitzerin sprach sogar ausgesprochen gut Deutsch – und Werner hatte sich für heute ganz ausdrücklich Moussaka gewünscht. Auch dieser Wunsch konnte erfüllt werden. Die Portion war ordentlich und alle bestellten Gerichte waren wirklich sehr lecker.
Nur auf eines warten wir inzwischen schon die ganze Woche vergeblich: den obligatorischen Ouzo nach dem Essen!
Irgendwie gehört das für uns in Deutschland doch einfach dazu.


Satt und zufrieden ging es mit dem Dinghi zurück zum Boot. Einige Crewmitglieder verschwanden bald in Richtung Koje, während der harte Kern noch zusammensaß und den Tag und die vergangene Woche Revue passieren ließ.

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