Sep.

20


Und dann war es endgültig so weit: Die erste Crew war von Bord und die nächste stand schon in den Startlöchern.
Also hieß es: Abschiedsschmerz verstauen, Ärmel hochkrempeln und klar Schiff machen!
Kabinen putzen, Betten beziehen, Badezimmer auf Vordermann bringen und alles wieder so herrichten, dass die nächste Crew sich auch zumindest für eine kurze Zeit zu Hause fühlt.
Martin musste außerdem noch nach Naoussa zur Hafenpolizei, um die neue Crewliste abstempeln zu lassen. Wie umständlich! Aber er schnappte sich einen Scooter und war nach gut einer Stunde wieder zurück.
Zwischendurch kamen Christine und Johannes noch einmal kurz vorbei, um ein kleines Präsent zu übergeben. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und hab mich riesig darüber gefreut. Total lieb!
Pünktlich um zwei war die Georgina wieder klar zur Übernahme durch die neue Crew.


Martin schickte den Standort und kurze Zeit später standen Micha, den wir schon von anderen Törns kennen, Torsten und Heike am Boot. Christiane, die Martin schon seit 40 Jahren kennt und dieses Jahr sogar schon mit Irene auf der Vlinder war, kam wenig später ebenfalls mit Irene.
Schön ,damit war die Crew bis auf Stefan komplett. Der sollte erst am späten Nachmittag vom Flughafen eintrudeln.
Wie bei jedem Törn wurde zunächst einmal Kaffee getrunken.


Danach kam die wichtigste nautische Aufgabe des Tages: die Einkaufsliste.
Jeder bekam seinen Bereich zugeteilt. Micha und Torsten kümmerten sich um die Getränke, Christiane und Irene übernahmen Obst und Gemüse und Heike und ich machten uns über den Rest her. Martin kam zwischendurch immer mal wieder vorbei und hakte die Liste ab.
Währenddessen meldete sich Stefan vom Flughafen: Er war schon unterwegs.
Micha brachte schon einmal den ersten Einkaufswagen zum Schiff und danach folgten noch vier weitere, allesamt randvoll.
Leider hat keiner Fotos gemacht. Schade eigentlich! Denn gerade die Törnneulinge staunen jedes Mal aufs Neue über die Mengen, die man angeblich für acht Menschen braucht.
Und dann begann das traditionelle Einkaufs-Tetris auf der Georgina.
Kiste hier, Tasche da, Flaschen irgendwo dazwischen, Obst möglichst obenauf und bloß nichts zerquetschen. Es wurde gestapelt, geschoben, gedreht und neu sortiert.
Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wo wir was verstaut haben.


Um sieben Uhr waren wir dann soweit und machten uns auf den Weg zum Abendessen.
Heike, Torsten und Micha hatten am Vorabend in einem leckeren Restaurant gegessen, das ihnen so gut gefallen hatte, dass wir heute ebenfalls dort einkehren wollten.
Nach einem kurzen Fußmarsch an der Promenade entlang erreichten wir das Apostolis.


Zunächst waren wir fast die einzigen Gäste. Doch nach und nach füllte sich das Lokal ,vorwiegend mit griechischen Gästen. Und damit stieg auch der Stresspegel des Kellners beträchtlich.
Besonders amüsiert beobachteten wir, wie Besteck und Brot kurzerhand in einer Papiertüte serviert wurden. Praktisch, unkompliziert und irgendwie sehr griechisch.
Nach und nach trafen die bestellten Vorspeisen ein, die Martin für alle ausgesucht hatte.
Als schließlich der zweite Gang mit den Hauptspeisen kam, waren wir nämlich schon fast satt.
Aber wir hatten ja Zeit.


Nachdem auch die Hauptspeisen geschafft waren und wir uns eigentlich schon ziemlich zufrieden zurücklehnen konnten, kam der Kellner noch mit einer kleinen Schüssel voller Mini-Magnum-Eis.
Na, wenn das kein perfekter
Eis geht immer.
Und so endete unser erster Tag auch mit vielen neuen Eindrücken.