Aug.

4

Das Shoppingfieber ist ausgebrochen. Schließlich lag die Outletmetropole Mettlach direkt vor unserer Haustür. Unser erster Stopp war das Villeroy & Boch Outlet. Während Martin und Norwin sich Eintrittskarten für die Erlebniswelt – eine Kombination aus Geschichte, Ausstellung und Verkauf – kauften, blieben Martina und ich im riesigen Outlet zurück. Zwischen wunderschön gedeckten Tischen, edlem Porzellan und den liebevoll gestalteten Oster- und Weihnachtstellern gab es jede Menge zu entdecken. Martina fand ein kleines Mitbringsel, bevor wir gemeinsam weiter durch die Stadt schlenderten.


Mettlach ist ein wahres Paradies für Shoppingfreunde. Neben Villeroy & Boch gibt es zahlreiche weitere Outlets, unter anderem von WMF, MAC, Trigema, Vossen und Bassetti. Doch trotz der großen Auswahl blieb unser Geldbeutel heute weitgehend verschont. Für den Haushalt brauchen wir nichts und unsere Schränke sind ohnehin gut gefüllt. Lediglich Martina konnte bei Trigema einem schönen Shirt nicht widerstehen, sowie Martin einer Eisdiele, an der wir vorbei kamen. So kehrten wir ganz entspannt und ohne große Einkaufstaschen zum Boot zurück.


Dort wartete schon das nächste kleine Abenteuer. Martin funkte die Schleuse an und fragte, ob wir passieren könnten. Die Antwort lautete: „Fahren Sie schon einmal vor, machen Sie an der Mauer fest – es könnte etwas dauern.“ Also Leinen los und in fünf Minuten hatten wir umgeparkt.
Gerade als wir festgemacht hatten, verließ das Ausflugsschiff Saarstern die kleine Schleusenkammer. Martin dachte natürlich, jetzt könnten wir direkt hineinfahren. Also funkte er noch einmal nach. Doch erneut kam die Antwort: „Bitte an der Mauer warten.“ Besonders begeistert war Martin darüber nicht, weil sich nichts tat.
Ich marschierte schließlich zur Schleuse hinauf, winkte freundlich in die Kamera an der Sprechanlage und fragte höflich, mit welcher Wartezeit wir ungefähr rechnen müssten. Die Antwort war ebenso freundlich wie wenig aussagekräftig: „Ich bin zeitnah so weit.“ Was auch immer „zeitnah“ genau bedeutet.
Kaum war ich wieder zurück auf dem Boot, klingelte auch schon das Funkgerät: Die Schleuse war bereit und wir konnten einfahren. Die grüne Ampel war von unserem Liegeplatz aus schlicht nicht zu sehen. Also hinein in die Kammer! Die zehn Höhenmeter meisterten wir inzwischen schon fast routiniert: Martina und ich kümmerten uns um die Leinen am Bug, Martin und Norwin arbeiteten am Heck – und alles klappte wie am Schnürchen.


Oben angekommen befanden wir uns bereits fast an der berühmten Saarschleife. Für viele Besucher des Saarlandes gehört dieser Ausblick zu den schönsten Erinnerungen überhaupt. Vom Aussichtspunkt Cloef oder vom Baumwipfelpfad aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf die große Flussschleife. Aber auch vom Wasser aus zeigt sich dieses Naturwunder von seiner schönsten Seite. Morgen wollen Martina und Norwin den Aussichtspunkt besuchen – schließlich gehört der Blick von oben einfach dazu.
Unser Tagesziel war der lange Kai in Besseringen, wo wir pünktlich zur Kaffeezeit festmachten. Am Morgen hatte ich noch schnell einen Käsekuchen mit Himbeeren und Blaubeeren in den Ofen geschoben, der nun genau zur richtigen Zeit fertig war. So ließen wir uns den Kuchen bei einer Tasse Kaffee schmecken.


Anschließend machten sich Martin und Norwin noch einmal mit den Rädern auf den Weg zurück nach Mettlach, um das Auto zu holen und direkt nach Merzig zu fahren. Martina und ich genossen derweil einen herrlich ruhigen Nachmittag an Deck. Abends gab’s Steaks, Kartoffelsalat und Antipasti, danach wieder ein lustiges Wizard Spiel mit den typischen Äußerungen
„….hätte ich doch….“

im Dunkeln haben wir dann noch die gemischte Palette an Musik vom Hitster geraten. Da hatten wir alle Defizite bei den Künstlern, obwohl die Musik immer im Radio läuft . Heute war ein gelungener Mix aus Shopping, Schleusenabenteuer , Saar-Idylle und Spaß am Abend.

Aug.

5

Wieder begrüßte uns ein strahlender Morgen an der Saar bei Besseringen. Ganz früh lag ein Nebelschleier über dem Fluss . In der Nacht kühlt es zum Glück immer angenehm ab, sodass wir unser leckeres Frühstück ganz entspannt an Deck genießen konnten.
Nach dem Frühstück hieß es vom Skipper: Leinen los. Unser Ziel war heute Merzig. Die Etappe war bewusst kurz gewählt, damit Martina und Norwin genügend Zeit für ihren geplanten Ausflug zur Saarschleife hatten. Bereits nach etwa einer Stunde legten wir in Merzig an. Beim Festmachen ist Norwin inzwischen schon richtig eingespielt ,jeder Handgriff sitzt.
Nachdem wir angelegt hatten, machten sich Martina und Norwin auf den Weg zu ihrem Auto, das Norwin bereits am Vortag vorausgefahren hatte. Martin und ich nutzten die Zeit an Bord, erledigten ein paar Arbeiten und ließen gleich noch eine Maschine Wäsche laufen.
Schon bald erreichten uns die ersten Fotos von ihrem Ausflug. Von der Aussichtsplattform Cloef und dem Baumwipfelpfad bot sich ihnen ein wunderschöner Blick auf die Saarschleife. Beide waren begeistert. Anschließend fuhren sie weiter zur Römischen Villa Nennig.


Berühmt ist die Villa vor allem wegen ihres prachtvollen Mosaikbodens, der zu den spektakulärsten seiner Art nördlich der Alpen zählt. Damit gehört sie zu den bedeutendsten römischen Baudenkmälern des Saarlandes. Die Motive des außergewöhnlich gut erhaltenen Mosaiks sind weltweit bekannt und zeigen in acht symmetrisch angeordneten Bildfeldern den Ablauf eines Spektakels im Amphitheater .
Am späten Nachmittag kamen die beiden voller Begeisterung zurück an Bord und erzählten von dem faszinierenden Mosaik und dem herrlichen Ausblick über die Saarschleife. Danach gönnten wir uns alle noch eine kleine Pause, bevor wir uns gegen 19 Uhr zu Fuß auf den Weg in die Merziger Altstadt machten.
Martina hatte ein gemütliches, typisch saarländisches Lokal ausgesucht, das auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann. Der Jugendstilbau entstand um die Jahrhundertwende und beherbergte über drei Jahrzehnte eines der bekanntesten Warenhäuser der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Gebäude lange leer, wurde später von verschiedenen Eigentümern genutzt und diente zwischenzeitlich sogar als Autohaus. In den vergangenen Jahrzehnten zog schließlich die Gastronomie ein – und das war für uns ein Glücksfall. Das Essen war ausgesprochen lecker und mehr als reichlich.
Auch der Rückweg durch die Stadt war sehr schön. Die vielen gut erhaltenen Barockbauten verleihen Merzig einen ganz besonderen Charme.


Zurück an Bord durfte natürlich unsere inzwischen traditionelle Runde Wizard nicht fehlen. Diesmal spielten wir im Dunkeln bei Lampenlicht. Wir haben so viel gelacht, dass man unsere Kommentare eigentlich hätte aufnehmen müssen. Martin sicherte sich den Sieg, Norwin belegte den zweiten Platz.
Gegen 23 Uhr wurde es draußen spürbar frisch. Müde verschwanden wir nach einem rundum gelungenen Tag in unsere Kabinen. Nur Norwin blieb noch eine Weile an Deck, genoss die klare Nachtluft und die wohltuende Ruhe auf der Saar.

Aug.

6

Wie schnell doch eine Woche vergeht – das wurde uns heute wieder bewusst. Leider hieß es schon Abschied nehmen von unseren Gästen Martina und Norwin. Nach einem gemütlichen Frühstück wurden die Koffer gepackt und wir begleiteten die beiden noch zu ihrem Auto. Bevor sie die Heimreise antreten, wollten sie noch den Archäologiepark Römische Villa Borg besuchen. Ein schöner Abschluss ihrer Reise. Besonders gefreut haben wir uns über den lieben Eintrag von Norwin in unserem Gästebuch. Herzlichen Dank dafür.


Zurück an Bord hieß es für uns wieder: Leinen los! Unser heutiges Ziel war Saarlouis. Unterwegs stand noch eine Schleuse auf dem Programm. Beide Schleusentore standen bereits offen und Martin meldete sich per Funk an. Die Antwort kam jedoch prompt: Aus Gründen des Wassersparens wollte man uns nicht alleine schleusen. Also machten wir am Wartesteg fest und warteten geduldig auf weitere Boote. Offenbar macht man sich inzwischen auch auf der Saar Gedanken über den Wasserstand. Noch ist hier alles gut befahrbar, doch viele Kanäle sind schon wegen Wassermangel gesperrt
Nach gut einer halben Stunde sprang die Ampel endlich auf Grün und wir durften einfahren. Sechs Meter ging es anschließend nach oben.


Ein kleines Highlight wartete wenig später auf uns an einem kleinen Ladehafen: Dort wurde ein Boot von außen mit einem Dampfstrahler gereinigt. Das Kuriose daran: Eine Frau saß dabei in einem Arbeitskorb und fuhr Stück für Stück an der Bordwand entlang. Fast schon das Spannendste, was wir heute unterwegs gesehen haben.


Gegen halb drei erreichten wir Saarlouis. Zu unserer Freude war der Anlegeponton tatsächlich noch frei. Martin hatte gestern Nachmittag vorsorglich ein Reserviert-Schild angebracht. Tja, manchmal gilt eben doch: Frechheit siegt.


Anschließend schwangen wir uns auf unsere Fahrräder und fuhren zurück nach Merzig, um das Auto zu holen. Unterwegs erledigten wir noch den Einkauf, denn morgen dürfen wir bereits die nächsten Gäste an Bord begrüßen.
Den Abend ließen wir schließlich ganz entspannt ausklingen .

Aug.

7

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Großreinemachens. Nachdem uns an den letzten Anlegestellen der Wind jede Menge Blätter und Staub an Bord geweht hatte, rückte Martin draußen mit dem Wasserschlauch an. Das gesamte Deck wurde gründlich gereinigt und die Vlinder glänzte danach wieder wie neu.
Währenddessen war ich unter Deck beschäftigt und bereitete die Kabinen für unsere neuen Gäste Christiane, Irene und Ursula aus Freiburg vor. Heute brauchte ich nicht backen, denn Irene hatte sich angeboten, einen Kuchen mitzubringen.


Pünktlich zur Kaffeezeit trafen die drei mit einem großen Hallo ein. Christiane kennt Martin schon seit vielen Jahren, entsprechend herzlich war die Begrüßung. Schnell schlug ich noch frische Sahne zu dem leckeren Apfelkuchen auf, und gemeinsam ließen wir uns den Kaffee und den köstlichen Kuchen gemütlich an Deck schmecken.

Anschließend führte Martin unsere Gäste über die Vlinder, zeigte ihnen das Schiff und ihre Kabinen. Danach fuhren die drei noch zum Einkaufen . Martin und ich konnten derweil beim Rudertraining einer Mädchenmannschaft zuschauen. Da herrscht ein rauher Ton, aber die Mädels waren super.


Als unsere Gäste wieder zurück an Bord kamen, machte Martin mit Christiane und Irene noch eine Stadtbesichtigung in Saarlouis. Saarlouis im Saarland ist bekannt als die „französischste Stadt Deutschlands“. Sie wurde im Jahr 1680 vom französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. als Festungsstadt gegründet und nach ihm benannt. Die Stadt besticht durch ihren historischen Stadtkern, durch die lebendige Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und durch ein französisches Lebensgefühl mit vielen Bistros und Cafés.


Ich blieb mit Ursula zurück an Bord. Wir wollten uns dann um acht Uhr beim Griechen ums Eck zum Abendessen treffen.
Wir hatten einen tollen Platz auf der Terrasse mit Blick auf die Saar und mit musikalischer Unterhaltung. Im Bistro nebenan war heute eine Schlager und Mollorca Party. Das Essen war lecker und der junge Mann vom Service sehr nett. Zurück an Bord haben wir „Sechs mit“ von Christiane und Irene gespielt. Das gleiche Spiel spielten wir vor zwei Wochen auch bei Amy auf der Vivante . Ursula kannte das Spiel nicht, aber sie hat am Ende gewonnen. So ging dieser Tag recht lustig zu Ende. Als Irene, Christiane und Ursula recht müde von dem langen Tag in die Kabinen gingen, bin ich noch auf die Schlagerparty in den Biergarten gegangen.

Wann hat man schon mal sowas nebenan. Schön war’s , endlich mal wieder zappeln, obwohl ich später im Bett noch über den „Delfin in der Bauchtasche“ sinniert habe🤷‍♀️.

Aug.

8

Christiane

9 Uhr gab es wie angekündigt ein fulminantes Frühstück an Deck mit Obstsalat, Wurst- und Käseplatte sogar Wachteleiern: köstlich!

Dann legten wir ab mit Ziel Völklingen ca. 15 km. Sylvia und Martin sind ein perfekt eingespieltes Team und managen das Ablegemanöver routiniert. Irene und ich probierten uns als Steuerfrauen. Tolles Gefühl ein 100 Tonnen Schiff zu manövrieren.

Die Saarufer sind grüner wie gedacht und 5 kmh ist ein angenehmes Tempo. Wir 3 Gäste können dabei herrlich entschleunigen. Eine Schleuse mit 3,80 m Hub nach oben ist zu bewältigen, dank Schwimmpollern und dem Skipperteam ganz easy!

Bei herrlichem Sonnenschein erreichen wir 3 Stunden später Völklingen und machen an einer großen Fahrgastschiff Anlegestelle fest, die nicht mehr genutzt wird. Schnell sind 3 Fahrräder startklar und mit Martin fahren Irene und ich nach Saarlouis zurück, um die Autos zu holen. Wieder an Bord gibt es Silvias herrlichen frisch gebackenen Blaubeerkuchen.

Da Sylvia und Martin das Völklinger Weltkulturerbe schon kennen, machen wir 3 uns auf den Weg das Industriedenkmal zu besichtigen und sind begeistert: Es hat sich gelohnt!
Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Zum Abendessen an Deck hat Sylvia uns Kartoffelsalat und grünen Salat gezaubert! Mit Bratwürsten und Merguez ein perfektes Mahl.

Dann lernen wir das Spiel Wizzard. Ursula gelingt es am Besten von uns 3. Hitster folgte d.h. raten von Jahreszahl, Interpret und Titel eines Hits, der über QR Code kurz angehört wird. Auch darin zeigten sich Ursula und Sylvia als Spitze!

So schön ein Sommerabend bei angenehmen Temperaturen an Deck der Vlinder. Dankbar für den wunderbaren Tag sinken wir in unsere gemütlichen Kojen.

Aug.

9

Christiane

Heute gab es wegen uns 3 Schlafmützen ein späteres Frühstück, wahrscheinlich lag es an dem zu leckeren Wein 🍷 den wir am Vorabend genießen durften.

Dann legten wir in Völklingen ab mit dem Ziel Landeshauptstadt Saarbrücken.
Unterwegs trafen wir dann noch die VIVANTE, auch eine alte Barge mit Eignern aus den USA.

Es war ein sehr heißer Sommersonntag ohne Wind und wir glitten mit Schrittempo die 13 km dahin. In der einzigen Schleuse unterwegs hob uns dieses Mal das Wasser von unten schnell die 5,80m nach oben. Wie gestern managten das An- und Ablegen in der Schleuse Sylvia und Martin souverän.

Angekommen in Saarbrücken drehte Martin die Vlinder auf der Saar, um mit Steuerbord gegenüber dem Landtag festzumachen. Leider verläuft die Autobahn direkt an der Saar und stört die Idylle!

Schnell ging es mit den Rädern zurück nach Völklingen die Autos zu holen. Empfangen an Bord wurden wir mit Johannisbeerkuchen. Hmmm!!! Sylvia ging für eine Nacht von Bord um daheim in Schopfloch nach dem Rechten zu sehen. Wir 3 Gäste spazierten an der Saar entlang und holten Martin gegen 19 Uhr an der Vlinder ab auf der Suche nach einem Restaurant.

Vom Liegeplatz erreichten wir zu Fuß in 10 Minuten die belebte Altstadt und entschieden uns für Café Especial, ein mexikanisches Lokal. Dort wurden wir gut bedient und das Essen hat gemundet.
Auf dem Weg zu den Toiletten hang ein gelungener Wegweiser, den wir
Frauen sehr begrüßen!

Zurück an Bord spielten wir Kniffel und wer hat wieder gewonnen: Ursula!

Aug.

10

Nach der 3. Nacht auf der Vlinder und einem üppigen Frühstück hieß es Abschied nehmen.
Martin schleppte sogar noch unser Gepäck zum Auto.

Rundum erholt und bereichert machten wir uns auf den Heimweg.

Herzlichen Dank Sylvia und Martin! Wir kommen wieder!

Aug.

11

Vlinder ist zum Bild des Tages geworden.
Veröffentlicht am 8. August 2026 in der Saarbrückener Zeitung.

Am 4. August lag Vlinder auf dem Bild an der Saarschleife beim Anleger Schwemmlingen.

Aug.

13

Die letzten drei Tage waren eine bunte Mischung aus Arbeit, kleinen Abenteuern und ganz viel sommerlichem Saarland.
Am Dienstag stand zunächst das an, was zwischen dem Gästewechsel eben auch erledigt werden muss: Wäsche waschen, Kabinen putzen und alles wieder schön für die nächsten Gäste herrichten. Während ich mich um die üblichen Dinge an Bord kümmerte, hatte Martin eine andere wichtige Mission: Er wollte herausfinden, wo man noch diese begehrten Sofi-Brillen bekommt.
In ganz Saarbrücken waren sie ,wie offenbar überall , ausverkauft. Man weiß ja auch erst seit heute, dass Sofi ist. Aber ChatGPT war schlauer. In Sulzbach, rund 20 Kilometer von Saarbrücken entfernt, sollte es angeblich noch welche geben. Also hieß es: zum Auto laufen, nach Sulzbach fahren und schauen, was passiert.
Vor dem Geschäft angekommen, wartete allerdings eine riesige Schlange. Ich ging derweil einkaufen und Martin ging über die Straße zu dem Optiker. Natürlich hatte er wieder einmal Glück. Die Brillen gab es nur im Fünferpack für 30 Euro. Gerade als Martin sich hinten anstellte, kam jemand aus dem Geschäft und meinte, er brauche eigentlich nur zwei. Ob ihm jemand die restlichen drei abkaufen wolle?


Martin musste nicht lange überlegen. Er nahm die drei und verkaufte gleich eine davon weiter. So trafen wir uns tatsächlich fast gleichzeitig wieder am Auto. Ich hatte schon befürchtet, ewig in der Hitze warten zu müssen.
Zurück in Saarbrücken stellten wir das Auto etwas außerhalb der Innenstadt ab und liefen zu Fuß zurück. Erst gönnten wir uns ein Eis, anschließend bummelten wir gemütlich durch die Fußgängerzone und den Park zurück zur Vlinder. Viel zu tun gab es für den Rest des Nachmittags nicht mehr. Also hieß es: einfach das schöne Wetter genießen.

Gegen sechs Uhr packte ich schnell ein kleines Picknick und eine Decke in meinen Rucksack und dann ging es mit den E-Bikes rund zehn Kilometer hinaus aus der Stadt auf einen Berg. Von dort wollten wir die Sonnenfinsternis beobachten.
Natürlich waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee. Der halbe Berg war bereits bevölkert . Familien mit Kindern, Filmer, Fotografen und einfach jede Menge Menschen, die sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen wollten.
Da der Mond die Sonne nur zu etwa 90 Prozent bedeckte, blieb es zwar hell, aber das Licht veränderte sich spürbar. Die Stimmung war irgendwie ganz besonders. Weil wir mit den Rädern unterwegs waren, machten wir uns allerdings etwas früher auf den Rückweg. Wenn anschließend alle Autos gleichzeitig über den Feldweg wieder auf die Straße wollten, fühlten wir uns dann doch etwas sicherer.


Die Strecke zurück war wunderschön. Das Wetter und die angenehme Abendstimmung lockten noch viele Menschen auf die Rad- und Spazierwege. Kurz nach neun waren wir wieder auf der Vlinder. Es war noch so angenehm draußen, dass ich mich mit meinem Buch aufs Deck setzte, während Martin es sich vor dem Fernseher gemütlich machte.
Sternschnuppen gibt es im Saarland wahrscheinlich keine – jedenfalls habe ich keine einzige gesehen. 💫
Übrigens liegt die Diogene seit gestern hinter uns. Der Skipper kam rüber und begrüßte uns, das war total schön.
Am Donnerstagmorgen hatte Martin dann wieder etwas zu tun. Im Steuerstand baute er die neuen Ventilatoren ein. Bei diesen Temperaturen wirklich dringend nötig.
Ich nutzte die Zeit für einen kleinen Stadtbummel durch die Saarbrücker Fußgängerzone. Und ich muss sagen: Die Stadt hat wirklich noch einige schöne, kleine und individuelle Geschäfte zu bieten. Es sind eben nicht nur die großen Ketten, die das Stadtbild prägen.
Als ich wieder auf die Vlinder kam, war mein fleißiges Bienchen immer noch am Werkeln. Die Ventilatoren waren inzwischen montiert und danach zauberte Martin auch noch Raffrollos für die „Windschutzscheibe“ im Steuerstand hin.
Als er endlich fertig war, hatte er sich erst einmal Kaffee und Kuchen verdient.


Der Park, vor dem die Vlinder liegt, wird wegen der Hitze erst am späten Nachmittag und Abend richtig lebendig. Und mehrmals am Nachmittag fährt ein kleiner Eiswagen durch den Park. Er macht dabei mit einer ganz originellen Glocke auf sich aufmerksam.


Gegen halb fünf fuhren wir mit den Rädern zum Auto und brachten es schon einmal nach Sarreguemines, unser morgiges Ziel nach der Pause, voraus. Natürlich musste auf der Autobahn noch schnell ein Schnappschuss von der Vlinder gemacht werden.


In der Marina von Sarreguemines meldeten wir uns in der Capitainerie schon einmal für einen Platz am nächsten Tag an. Kein Problem , da viele Boote übers Wochenende unterwegs sind, können wir dort zwei Tage bleiben.
Danach hieß es wieder aufs Fahrrad und am Ufer entlang zurück nach Saarbrücken.
Die Strecke ist wirklich idyllisch. Allerdings hat sich das frische Grün längst in trockenes Braun verwandelt. Der fehlende Regen macht sich überall bemerkbar. Besonders die Sonnenblumenfelder und der Mais sehen leider ziemlich trostlos aus.


Trotzdem waren viele Menschen unterwegs. Die Biergärten und Cafés am Wasser waren gut besucht und auch wir legten noch einen kleinen Zwischenstopp bei der „Wilden Ente“ ein. Das Lokal kannten wir noch vom letzten Jahr.


Nach einer kurzen Erfrischung ging es zurück zur Vlinder. Martin bekam noch einen leckeren Eiskaffee und dann haben wir seit Langem mal wieder ein paar spannende Runden Backgammon und Kniffel gespielt.


Das Ergebnis verrate ich hier lieber nicht😬, nur soviel, dafür hab ich letztes Mal verloren.
Am Abend drehten wir noch eine gemütliche Runde durch die Saarbrücker Innenstadt. Die Lokale waren fast überall gut gefüllt – kein Wunder, schließlich nutzen bei diesen Temperaturen alle die kühleren Abendstunden.

Aug.

14

Endlich hat der Autobahnlärm ein Ende. Gegen Mittag legten wir ab Richtung Sarreguemines. Martin drehte die Vlinder und los ging es. Bye bye Saarbrücken. Die Stadt ist ja echt schnuckelig und der Liegeplatz wäre perfekt, wenn die Autobahn nicht daneben laufen würde. Wir fuhren vorbei an den kleinen Partybötchen, die noch ruhig im Wasser lagen und auf Besucher warten.

Dann ging es zur 4560 , das ist die so genannte Graffiti Hall of Fame in Saarbrücken. Da hab ich beim letzten Mal schon darüber geschrieben . An dieser Graffitiwand erlaubt die Stadt, Graffiti zu sprayen, und will auf diese Weise die Kreativität der Jugendkultur fördern. Die Wand erstreckt sich über 450 Meter und besitzt 1800 Quadratmeter Fläche.


Nach einer Stunde kam die erste Schleuse. Nach den riesigen Schleusen auf der Mosel und auf der Saar war die kleine Schleuse mit der üblichen Kammergröße 38×5 m für Kanäle eine Wohltat . Das war die letzte deutsche Schleuse, bei der nächsten sind wir zurück in Frankreich. Deswegen muss auch der Flaggenwechsel wieder vollzogen werden. Nach der zweiten Schleuse kamen wir an einem Kanuverleih vorbei. Da waren einige unterwegs und nachdem Martin hupte, reihten sich alle am Ufer auf und machten uns Platz. Kaum waren wir vorbei, verteilten sie sich wieder und paddelten hinter uns her.


4 Schleusen hatten wir insgesamt bis Sarreguemines. Ab Frankreich haben wir wieder eine Fernbedienung bekommen um die Schleusen per Funk zu aktivieren. Das funktioniert hier super.

Dann gin es noch vorbei am alten Schiffs-Schrottplatz, wo diverse alte Peniche auf ihr Ende warten.

Ankunft im Hafen war kurz nach halb vier. Unser Platz, den wir gestern reserviert hatten, war durch die Amarok belegt. Den haben wir schön öfter getroffen und er hat eigentlich weiter oben einen Jahresliegeplatz. Warum er hier immer Plätze blockiert, muss man nicht verstehen. Egal, weiter vorne war auch noch Platz und Martin hat Millimeter genau eingeparkt. Da war kein ganzer Meter mehr Platz, das kann er halt. In der Capitanerie erledigte er gleich die Bezahlung der Liegegebühr und dann kauften wir noch schnell ein paar Sachen für den Feiertag morgen ein.

Zurück auf der Vlinder forderte Martin eine Revanche ein für die verlorenen Backgammon Spiele von gestern. Auf Deck war es einigermaßen erträglich, hat aber nichts genützt. Wir spielten 2:2 unentschieden. Ich hatte ja einen guten Lehrmeister. Ich genoss noch die schöne abendliche Stimmung an Deck und hab mein Buch weitergelesen, während Martin unten im Salon eine Hausbootreportage über die Lahn angeschaut hat.

Aug.

15

Am Morgen bekamen wir Besuch am Schwimmsteg: Ein Reiher stolzierte ganz selbstbewusst über den Steg und spekulierte offensichtlich auf einen kleinen Frühstücksfisch. Wir selbst frühstückten heute eher nebenbei.


Martin nutzte den ruhigen Vormittag, um noch einmal die kommenden Stationen unserer Route für die nächsten Tage auszuarbeiten, während ich die Betten frisch bezog. So verging der Tag ganz entspannt und ohne große Ereignisse.
Am späten Nachmittag machte sich Martin auf den Weg nach Saarbrücken, um unseren neuen Gast Götz vom Bahnhof abzuholen. Götz und seine Frau Katrin waren bereits im Januar mit uns in Französisch-Polynesien dabei. Leider konnte Katrin dieses Mal aus privaten Gründen nicht mitkommen , was wir sehr schade finden. Das Warten auf den Zug veersüßte sich Martin mit Eis und Kaffee.


Nach der langen Bahnfahrt von Berlin war für Götz an Bord erst einmal Erholung angesagt. Zur Erfrischung gab es einen schönen Eiskaffee, bevor wir später gemeinsam an Deck zu Abend gegessen haben.


Dabei erzählte Götz spannende Geschichten aus seinem Alltag als Filmemacher und Regisseur. Bis in die Nacht wurde dann noch übers Bootfahren und Segeln gefachsimpelt.

Aug.

16

Heute gab es mal wieder echte französische Croissants zum Frühstück .
Götz war schon früh wach und hatte sich auf die Suche nach schönen Motiven im Morgenlicht gemacht. Er wird einen kleinen Werbefilm über die Vlinder und das Leben an Bord drehen.


Vor uns lagen heute nur knapp 11 Kilometer bis Zettring, allerdings mit fünf Schleusen bergauf. Martin und Götz besprachen beim Frühstück noch den Ablauf für die Dreharbeiten, dann legten wir ab.
Kurz nach dem Start kamen wir an der Majesty of the sea vorbei. Leider wird der Verfall des einst so schönen Schiffes inzwischen immer deutlicher sichtbar. Es ist wirklich schade, ein solches Schiff so vor sich hin verfallen zu sehen.

Schon bald erreichten wir die erste Schleuse . Wegen des niedrigen Wasserstands musste Martin heute sogar noch langsamer fahren als ohnehin schon. Gemütlich ist es ja sowieso unser Motto ,aber im Moment ist wirklich Geduld gefragt.
An der vierten Schleuse stieg Götz aus, schnappte sich das kleines Klapprad und fuhr ein Stück voraus. Von außen konnte er die Vlinder bei der Schleuseneinfahrt und später auch bei der Ausfahrt filmen. Das Wetter passte dafür noch perfekt. Und dann kam uns tatsächlich noch eine kleine Motoryacht entgegen.


Am späten Nachmittag machten sich Martin und Götz mit den Rädern auf den Weg zurück nach Sarreguemines, um das Auto zu holen. Ich begleitete die beiden noch ein Stück, denn ich hatte in Sarreinsming eine alte Mühle entdeckt, die ich mir unbedingt anschauen möchte.
Die Moulin de Sarreinsming ist ein historisches Bauwerk aus dem Jahr 1727 und hat sogar noch ein gut sichtbares Wasserschaufelrad. Da wollte ich ein paar Fotos machen.

Martin und Götz fuhren weiter nach Sarreguemines. Sie machten sogar direkt bei der Majesty of the sea Halt und konnten durch ein zerbrochenes Fenster in den einen Innenraum schauen. Bevor es dann mit dem Auto retour ging radelten sie noch mal lurz durch die Stadt.


Es war inzwischen ziemlich drückend geworden und in der Ferne grollte bereits der Donner. Das Gewitter zog aber glücklicherweise ganz schnell in eine andere Richtung und verschonte uns. Zur Belohnung wartete schon Kaffee und Kuchen.


Zum Abendessen gab es eine bunte, gemischte Brotzeit. Danach saßen wir wieder zusammen und lauschten den spannenden Erlebnissen von Götz. So verging der Abend wie im Flug , bis es schließlich richtig frisch wurde und wir uns in die Kojen zurückzogen.

Aug.

17

Temperatursturz! Ich will ja nicht sagen „endlich“, aber es tut schon mal richtig gut, nicht bereits am frühen Morgen zu schwitzen. Beim Frühstück fing es sogar an zu regnen. So genossen wir die frische Luft und konnten dank unseres Sonnendaches trotzdem draußen sitzen bleiben .
Martin erklärte uns noch kurz die Route und kurz vor Mittag hieß es dann: Leinen los. Unser heutiges Ziel war Wittring.


Bei angenehmen Temperaturen tuckerten wir, inzwischen wieder bei Sonnenschein, ganz gemütlich durch die ursprüngliche Landschaft des Saarkohlekanals. Götz war mit seiner Filmkamera überall präsent. So langsam bemerken wir ihn schon gar nicht mehr , genau das ist wahrscheinlich die beste Voraussetzung für natürliche Aufnahmen.


Langsam näherten wir uns unserem Ziel, dem Port de Plaisance von Wittring. Martin, locker wie immer: „Da ist Platz.“
Als er langsam um die Kurve fuhr, stellte sich allerdings heraus, dass genau dort, wo er hinwollte, ein kleineres Boot mit einigen Arbeitern lag. Also hieß das Kommando zunächst: an dem alten Kahn „Rhone“ festmachen.
Martin fuhr ganz langsam heran, die Vorspring konnte ich noch hinüberwerfen und festmachen. Für die Vorleine musste ich allerdings auf die alte „Rhone“ klettern. Also vorne festgemacht und schnell wieder nach hinten zur Heckleine. Alles sitzt, alles hält.
Martin ging über die „Rhone“ , wie witzig,an Land und sprach mit den Arbeitern auf dem kleineren Boot. Die rückten ein Stück nach vorne und damit war klar: umparken und alles beginnt von vorne.
Martin lenkte die Vlinder anschließend millimetergenau in die entstandene Lücke. Perfekt! Jetzt lag sie gut festgemacht und wir konnten erst einmal aufatmen.

Wie inzwischen fast jeden Tag hieß es danach: Fahrräder runter und zurück zum Auto. Diesmal fuhr ich ebenfalls mit dem kleinen Klapprad mit, denn Martin hatte für den Nachmittag einen ganz besonderen Termin vereinbart.
Um 15 Uhr erwartete uns Herr Weißkircher, ein Kunsthistoriker, zu einer Führung durch die außergewöhnliche Kirche von Zettring. Wir waren echt total begeistert. Er erzählte mit so viel Begeisterung, dass die Atmosphäre der Kirche, die wunderschönen Buntglasfenster und all die kleinen Details plötzlich noch viel lebendiger wirkten.
Die Kirche entstand in mehreren Bauphasen. Zuerst gab es den runden Wachturm aus dem 12. Jahrhundert, der heute als Glockenturm dient. Später kam das romanische Kirchenschiff hinzu und schließlich der gotische Chor aus dem Jahr 1434.
Während Herr Weißkircher erzählte, setzte sich plötzlich ein kleiner Schmetterling auf den Altar. Er nahm ihn vorsichtig auf und setzte ihn mir auf die Hand und ich brachte ihn anschließend nach draußen.
Für alle, die es vielleicht noch nicht wissen: Vlinder ist holländisch und bedeutet Schmetterling. Was für ein schöner, kleiner Zufall .
Nach etwa einer halben Stunde verabschiedete sich Herr Weißkircher wieder und machte sich zurück auf den Weg ins Rathaus. Götz nutzte die Gelegenheit noch für einige schöne Luftaufnahmen und ließ seine Drohne , natürlich mit Genehmigung,über der Kirche aufsteigen.


Anschließend fuhren Martin und Götz mit dem Auto zurück zur Vlinder, während ich gemütlich mit einem der E-Bikes unterwegs war.
Am frühen Abend erwarten wir dann Martins Schwester Isabel aus Berlin. Martin wird sie am Bahnhof in Sarreguemines abholen. Und da der berühmte Wallfahrtsort Lourdes nicht allzu weit entfernt liegt, haben wir beschlossen, nach ihrer Ankunft gemeinsam noch einen Abstecher dorthin zu machen. Als wir alle im Auto saßen, fragte ich vorsichtshalber noch mal Google wegen Lourdes. Das war leider nicht der bekannte Wallfahrtsort mit der Marienerscheinung, der liegt in Südwestfrankreich. Hier in der Gegend gibt es 180 Lourdes Grotten in 252 Gemeinden. Ok, nachdem wir Isabel abgeholt haben, fuhren wir trotzdem zu der kleinen Grotte. Ganz unspektakulär, aber ganz nett gemacht.


Daheim an Bord gab es SpinatSpaghetti und Salat und da danach noch einen Affogato für die Gäste. Um 22.00 haben wir dann doch noch die Erleuchtung bekommen. Um 22.00 Uhr fing die kleine Kapelle am Berg an zu leuchten, das sah wunderschön aus.

Aug.

18

Obwohl es am Morgen noch ziemlich frisch war, konnten wir tatsächlich an Deck frühstücken. Zum Frühstück war Götz schon zu ersten Späßen aufgelegt – die Eierschalen mussten dran glauben.
Vorher hatte er bereits ein paar Filmsequenzen gedreht und die Drohne in Richtung Marienkapelle geschickt. Gut gelaunt hieß es dann gegen 10 Uhr Leinen los.
Bevor wir starteten, verkabelte uns Götz noch kurzerhand. Er wollte unsere Kommunikation während der Fahrt einmal mitschneiden. Martin gab die Kommandos und so kamen wir wieder einmal perfekt aus unserer maßgeschneiderten Parklücke heraus.


Gleich danach erwarteten uns eine Schleuse und ein Trockendock. Götz lief voraus, um uns von außen zu filmen. Das Schleusen klappte wie immer prima.


Der anschließende Kanalabschnitt war zwar wunderschön idyllisch und wunderbar authentisch, aber der enorme Wassermangel machte sich hier ganz besonders bemerkbar. Es fehlt mindestens ein halber Meter Wasser! Martin konnte deshalb nur mit maximal drei Stundenkilometern fahren. Man sah sogar deutlich die Schlammrinne , die hinter dem Ruder aufgewirbelt wurde und viele Bäume links und rechts am Ufer sahen schon fast wie im Spätherbst aus. Nur das Schilf wucherte.


An der zweiten Schleuse stieg Götz wieder aus. Mit dem Klappradl begleitete er uns auf dem Radweg um weitere Aufnahmen von außen und mit der Drohne zu machen. Isabel und ich hatten derweil einen wichtigen Job: Wir saßen brav vorne am Bug und gaben die perfekten Statisten.


Auch unsere Ankunft und das Anlegen im Port de Plaisance von Saaralbe wurden von Götz und seiner Drohne festgehalten. Alles lief wieder einmal wie am Schnürchen.
Und während wir noch richtig beim Anlegen waren, lief an Bord bereits die Kaffeemaschine. Die Sahne für den Zwetschgendatschi war ebenfalls schon fertig.


Nach dem Kaffeetrinken schwangen sich Martin und Götz wieder auf die Fahrräder. Sie fuhren zurück zum Auto nach Wittring, während Isabel und ich uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt machten.


Schon von weitem ist die Kirche Saint Martin zu sehen. Sie ist etwas ganz Besonderes. Vor Ort wird sie sogar gerne als Kathedrale der Saar bezeichnet.
Die Kirche wurde zwischen 1904 und 1907 erbaut , in einer Zeit, als Sarralbe zum Deutschen Reich gehörte. Entworfen wurde sie nach den Plänen des Bonner Architekten Johann Adam Rüppel. Besonders beeindruckend sind die beiden Türme, die fast 70 Meter in den Himmel ragen.
Direkt neben der Kirche steht mit dem Porte d‘ Albe, ein echtes Stück Mittelalter. Der alte Stadttorturm stammt bereits aus dem 12. Jahrhundert und ist damit mehrere hundert Jahre älter als die imposante Kirche.


Anschließend schauten wir uns noch die alte Mühle von Sarralbe zumindest von außen an. Sie liegt direkt an der Saar, am Zusammenfluss mit der Albe. Die Ursprünge der Mühle reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Seit sechs Generationen wird sie als Familienbetrieb geführt und verbindet traditionelles Müllerhandwerk mit moderner Mühlentechnik.
Im 14. Jahrhundert gehörte die Mühle einst den Bischöfen von Metz.


Damit hatten wir Sarralbe auch schon ziemlich gut erkundet. Viel mehr hat die kleine Stadt leider nicht zu bieten. Also machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Boot.
Martin und Götz waren inzwischen mit dem Auto schon zum nächsten Anlegeplatz vorausgefahren und kamen gegen 18 Uhr wieder zurück.
Und dann hatten sie Glück im Unglück: Kaum waren sie wieder da, fing es an zu regnen. Allerdings war der Spuk nach einer guten Stunde auch schon wieder vorbei.
Heute beschlossen wir, in eine Pizzeria essen zu gehen, leider hatten die französischen Restaurants alle zu. Aber es war sehr lecker und der Besitzer total freundlich. So ging wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Aug.

19

Heute Morgen hat Götz eine wunderbare Nachricht erhalten. Ein Dokumentarfilm von seiner Frau Katrin und ihm wurde in Los Angeles mit einem Award ausgezeichnet. Da hat er sich ganz arg gefreut und wir haben ihm alle gratuliert. Isabel hat sich den Teaser des Films von „Als ich aufwachte, war ich tot“ auf Götz’s Tablet angeschaut. Sehr interessant , spannend und unglaublich zugleich.


Zum Frühstück gab’s wieder frische Croissants und wir konnten uns raus setzen, aber es war schon ganz schön frisch, wenn man noch an die Temperaturen von letzter Woche denkt.

Isabel hat seit heute Schleusendienst, weil ich schon nach Hause fahre. Dann ist für mich die Hausboot Saison für dieses Jahr beendet, aber in drei Wochen geht es ja in Griechenland weiter. Da freue ich mich schon , den einen oder anderen auf den Törns wiederzusehen. Heute war die Fahrerei nicht ganz so zäh, weil auf dem Abschnitt ein bisschen mehr Wasser ist. Wir konnten sogar ohne Mühe einem kleinen Hausboot , dass uns entgegen kam, ausweichen und fuhren über die Kanalbrücke.

Nach dem Anlegen in Bissert fuhren wir in die Mühle Roeser, da waren Martin und ich vor ein paar Wochen schon mal. Götz wollte das mit in seinen Film einbinden. Herr Roeser erwartete uns schon und erklärte uns die ganzen Abläufe , die Maschinen und er führte uns bis in den vierten Stock hinauf. Die Mühle ist vom 15. Jahrhundert, mit funktionierendem Mühlrad , und der Müller, Herr Roeser, hat das 1975 von seinem Großvater übernommen. Mittlerweile ist er 71 und sucht einen Nachfolger. Das wird schwer, denn da muss man noch richtig körperlich arbeiten. Nach der interessanten Führung lud er uns sogar noch auf eine Erfrischung ein.

Für das Flammkuchenessen jeden Freitag hätte er keinen Platz mehr, weil man muss 3 Wochen im voraus reservieren. Das soll der beste im Umkreis sein und jetzt dürfen wir doch noch dazu kommen. Da freu ich mich schon sehr.

Auf dem Rückweg erledigten wir noch einen Einkauf und auf dem Boot gab es verspätet Kaffee und Kuchen. Danach war chillen angesagt, bevor Martin und Götz das Auto wieder zur nächsten Anlegestelle voraus gefahren haben und schön am Radweg vom Saarkohlekanal mit den Rädern zurück aufs Boot gekommen sind. Ich hab derweil die Fleischpflanzerl vorbereitet und Isabel hat die Kartoffeln geschält. Um acht gab es oben an Deck das Abendessen , Fleischpflanzerl mit Kartoffeln und einer Gemüsepfanne. Danach lauschten wir wieder den spannenden Geschichten von Götz

Aug.

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Diesmal fuhren wir nur knappe sieben Km mit einer Schleuse zum nächsten Liegeplatz. Der war mitten im Grünen, noch kurz vor der Schleuse 16, zusammen diesmal mit der Diogene, die wir schon seit Luxemburg kennen.

Hier stand ja schon das Auto, weil wir es gestern schon vorgefahren hatten. So konnten wir die Zeit nutzen um nach Mittersheim zu radeln. Das sind nur sieben Km oneway – also easy immer ma Kanal lang.

In Mittersheim soll VLINDER dann ab morgen bis Montag Pause machen. Dort ist dann auch für Samtag ein Kulturprogramm geplant für das der Hafen gesperrt wird. Also nutzte ich die Gelegenheit und habe direkt bei VNF nachgefragt, ob das Liegen erlaubt ist. In der Schleusenzentrale für den Saarkanal ist die gesamte Überwachung aller Schleusen untergebracht und der freundliche Schleusenwärter gab mir für VLINDER und das Liegen in Ittersheim grünes Licht.

Zurück auf VLINDER nach unserem Ausflug gab es wie eigentlich immer am Nachmittag: Kaffee und Kuchen.

Dann haben wir noch diverse Brombeeren gepflückt, die hier zu hauf wachsen.Leider waren schon recht viele vertrocknet. Aber die, die es in unsere Schüsseln geschaft haben wurden später zu Marmelade verarbeitet – super Lecker!

Und dann gab es heute noch einen Programmpunkt:
Das Interview via Götz mit Kamera, Micro und Licht von Sylvia und Martin für die filmische Reportage.

Aug.

21

Ein bisschen frisch war es heute morgen, daher gabs das Frühstück im Steuerhaus.

Dann fuhren wir die heutigen acht Kilometer mit drei Schluesen nach Mittersheim und fanden dort wieder „unseren“ alten Platz längsseits. VLINDER wird ja hier bis Montag eine kleine Pause einlegen, weil Sylvia und ich zum Geburtstag an den Chiemsee eingeladen sind.

Da morgen hier außerdem noch ein Fest im Hafen satttfinden soll und daher ab Nachmittag gesperrt ist, hatte ich schon gestern in Erfahrung gebracht, dass das Liegenbleiben trotzdem erlaubt ist.

Mit Götz hatte ich dann wieder das Auto geholt und Sylvia fuhr mit Isabel noch was zum einkaufen fürs Wochenende.

Um 17:30 sind wir dann los zum Müller nach Harskirchen. 14 Km durch den Wald immer kleine Hügel hoch und runter.
Beim Müller gibt es nämlich jeden Freitag Flammkuchen. Das ist eine Spezialität hier, vorallem weil der Müller dazu sein eigenes Mehl benutzt. Wir hatten ja schon Mittwoch bei der Besiochtigung der Mühle für heute reserviert.
Allerdings mussten wir draussen sitzen, weil innen schon alles voll war. Machte aber gar nix, weil es super lecker und Lustig war.

Zurück auf der VLINDER gabs noch ne Runde Wizzard und dann ab in die Kojen.
Morgen ist es mit knappen 550Km recht weit und lang bis zum Chiemsee.

Aug.

23

Sylvia und ich, wir waren ja Samtag und Sonntag beim Andi in Bernau zu dessem 60. Geburtstag.

VLINDER lag aber nicht allein die beiden Tage sonder wurde von Isabel und Götz bewacht.

Sie hatten aber auch Ihren Spaß, weil am Samtag gabe es eine Kulturveranstaltung im Hafen, besser gesagt sogar auf dem Wasser.
Chanson mit Klavierbegleitung, Lichteffektem und einem „Froschmann“, der die Wasserbühne durchs Hafenbecken drehte.
Eine coole Nummer, wie die Beiden berichteten.

Und dann waren sie noch mit den Radeln unterwegs. Erst in einem alten Dorf zum Sightseeing.


In Mittersheim haben sie noch den „Tankwart“ in Mittersheim besucht, der in seiner Garage alte Autos herrichtet und so ziemlich alles was es sonst noch gibt an exotisch-technischen Gegeänständen. Alles nur aus Spaß und für sich selber in seiner großen Garage.

Aug.

23

Vor uns liegen heute 13 Schleusen auf 10 Kanalkilometern und dann nochmal 12 Km bis zum Anlegeplatz in Gondrexange.
Das heißt mal wieder relativ früh los. Aber vorher gemütlich Frühstücken und Wasser nachtanken.

Dann gings los, pünktlich zum Dienstbeginn der Schlausen um 09:00.
Angekommen sind wir dann um kurz vor 17:00.
Mit der neunen „Schleusentechnik“ sprich: es fällt das Bedienen der blauen Stange aus, weil das jetzt auch mit der FErnbedinung geht. Daker legt die VLINDER jetzt immer an STB-Seite an, was leichter ist wegen dem Radeffekt.
Hat alles prima geklappt.

Wie fast immer gings dann noch mit den Radeln zurück zum Auto nach Mittersheim – immer am Kanal lang, also 22Km.
Mit dem Auto zurück waren es 32Km weil wir um die großen Seen herummfahren mussten und noch einen kleinen Einkaufsabstecher gemacht haben.

Isabel hat währenddessen sich das kleine Dorf angesehen. Leider war die Kirche abgesperrt.
Am Boot hatte Isabel schon einiges zum Abendessen hergerichtet., was ziemlich lecker war.

Bis zum Schlafengehen haben wir noch ein paar Bilder geschaut und den Blog aktualisiert.
Morge gehts dann nach „CHINA“ – also nach Xouaxange ;-))

Aug.

25

Nachdem es schon am morgen anfing zu regnen habennwir uns nach dem Frühstück kurz entschlossen eine Planänderung für den heutigen Tag zu machen.

Wir lassen Xouaxange an STB passieren und fahren gleich nach Niderviller. Dann können wir das Auto am Abend holen wenn es aufhören soll zu regnen und den morgigen Tag nutzen wir dann hoffentlich bei Sonnenschein für Ausflüge mit dem Auto in die Umgebung.

Fast pünktlich zum Kaffee und frisch gebackenem Käsekuchen mit Brom- und Himbeeren hatten wir um kurz nach drei in Niderviller festgemacht. Freundlicherweise hatten die Stegnachbarn sich enger zusammen gelegt, so dass die VLINDEr gut Platz hat.

Aug.

26

Heute haben wir einen Ausflug via Auto nach Saarebourg gemacht.

Dort gibt es das bekannte Chagall Kirchenfenster, welches wir auch schon bei früheren Fahrten besucht hatten.
Trotzdem ist es immer wieder schön es anzusehen.

Mit der Kombieintrittskarte ist dann auch noch der Besuch im Museum enthalten, wo es weitere Werke von Chagall zu sehen gibt.
Unteranderem einen 10x6m großen Wandteppich.

Danach waren wir noch ein wenig in der Stadt unterwegs. Hier fließt ja auch die Saar durch, ist aber hier nicht schiffbar.

Da es noch genug Zeit hatte fuhren wir auch noch nach Abreschviller, wo die Dampflocks Ausflugsfahrten auf einer alten Holzfällertrasse machen. Heute war jedoch nur die alte Diesellock unterwegs.

Bilder hierzu gibt es bei früheren Blogberichten zu sehen hier klicken

Aug.

27

Nachdem der Schräglift bei Arzviller leider auch dieses Jahr eine technische Panne hat und schon seit drei Tagen außer Betrieb ist,
haben wir kurzerhand entschlossen unsere diesjährige Reise mit VLINDER wieder hier in Niderviller zu beenden.

Wir waren zwar heute auch nochmal mit dem Auto beim Schräglift und haben uns alles angesehen. Aber nach Auskunft der Techniker wird das Problem wohl nicht so schnell lösbar sein.

So ganz schlimm ist das nicht, wir wollten ohnehinn nur noch nach dem Schräglift bis Lützelbourg fahren und dort VLINDER für zwei Manate parken.

Nun bleibt sie geschrieben doch schon in Niderviller und wird auch den Winter bis zur nächsten Saison 2027 dort verbringen.

Wir bereiten uns grad auf unsere Törns in Griechenland vor.
Die starten am 12. September in Athen. Der letzte Törn ist dann am 17. Oktober auch wieder in Athen zu Ende.
wir schreiben natürlich Blog und somit könnt Ihr uns alle wie gewohnt verfolgen.

Bis Später Euer Hausbootskipper MArtin und die fleißßige Blogschreiberin und gute Fee der VLINDER Sylvia.

Sep.

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