Aug.

17

Gegen 6 Uhr morgens weckt mich das Geräusch einer ankommenden Fähre. Neugierig auf unseren Liegeplatz gehe ich an Deck. Es ist noch dämmrig. Vom Kai grüßt das Hotel Lemnos mit meterhoher Leuchtreklame. Ansonsten wirkt die Wasserfront von Mirina verschlafen und erinnert an das Griechenland vor 20 Jahren. Der weiträumige Hafen ist umgeben von Hügeln die, ganz im Gegensatz zu den üppig bewaldeten grünen Hängen der Chalkidiki, nur spärlich mit Gras und niederen Sträuchern bewachsen sind, die im Laufe des Sommers den Ockerton des Bodens angenommen haben. Langsam geht die Sonne hinter einem alten Wehrturm auf, ich gehe unter Deck und hole noch zwei Stunden Schlaf nach …
Stunden später entdecken wir bei einem Spaziergang ein ganz anderes Städtchen. Die verwinkelten, basarähnlichen Gässchen lassen die Nähe zur Türkei spüren. Alles ist sehr lebendig, andere Sprachen als Griechisch sind allerdings kaum zu hören.

Limnos 1

Limnos 1

Limnos

Limnos

Gegen Abend werden die Temperaturen erträglicher. Carola, Martin und Simmerl brechen auf zu einer kleinen Bergtour zu dem über der nördlichen Hafeneinfahrt gelegenen Kastell. Anschließend geht es zur abendlichen Volta. Vom Kleinkind bis zum Greis ist jetzt alles unterwegs. Wir suchen uns einen Platz in einer Taverne am alten Fischerhafen und schauen bei ein paar Mezedés dem Treiben zu.

Burg

Burg

Mond 2

Mond 2


POS am Abend:  39°52.360’N, 025°03.566’E, Ankern in Hafen Mirina auf Limnos, 5m WT
Etappe:  72 sm; davon unter Segel: 12 sm unter Motor: 60sm

Aug.

16

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem längeren Morgenbad verlassen wir unsere Lagune und brechen auf nach Limnos. Ein Teil der 72 sm langen Strecke führt entlang der Westküste der Mönchsrepublik Athos. Wie Perlen aufgereiht liegen hier die eindrucksvollen Klöster in unmittelbarer Ufernähe. Sightseeing pur, auch für Mädels. Auf halber Strecke überholt uns ein Schlauchboot, stoppt auf und einer der zwei uniformierten Insassen weist höflich, aber bestimmt darauf hin, dass zur Küste ein Mindestabstand von 500 Meter einzuhalten ist – wussten wir doch …. Nach nochmaliger Schiffsumrundung drehen sie ab.

Athos 1

Athos 1

Athos 2

Athos 2

Am Südkap kommt etwas Wind auf, Blisterwind. Die Freude währt jedoch nicht lange. Später versuchen wir es mit Fock und Groß, die wir nach Winddrehern von 180° gegen ein Uhr morgens bergen. Den Rest der Strecke fahren wir, wie bisher, unter Motor.

Blistersegeln

Blistersegeln

unter Segel

unter Segel

Simmerl und ich teilen uns die erste Wache. Ich bin völlig nervös, obwohl Martin alles Wissenswerte ausführlich erklärt und bei eventuellen Problemen jederzeit zu wecken ist. Anfangs bin ich permanent unterwegs zwischen Luv- und Leeschwimmer, das Fernglas vor Augen, um plötzlich aus dem Nichts auftauchende Hindernisse rechtzeitig zu erkennen. Checke ständig die elektronische Seekarte, auf der per AIS-Signal die großen Pötte angezeigt werden – erleichtert, dass sich keine gefährlichen Schiffe in unserer Nähe befinden und potentielle Kollisionen erst Stunden später stattfinden. Langsam stellt sich das Gefühl ein, alles im Griff zu haben und jetzt kann ich auch den wunderbaren Sternenhimmel genießen, dem Mond zusehen, wie er langsam im Wasser versinkt und Sternschnuppen zählen.
Gegen zwei Uhr begleitet uns eine Gruppe von Delphinen für eine längere Strecke, wir locken sie mit der Taschenlampe und bilden uns ein, dass sie dem Licht nachschwimmen.
Obwohl ich meine, noch stundenlang Wache gehen zu können, schlafe ich sofort nach der Ablösung ein und werde erst wieder vom fallenden Anker geweckt. Angekommen auf Limnos …

POS am Abend:  auf See mit Kurs Mirina auf Lesbos

Aug.

15

Wir liegen noch immer in Ormos Mesopanagia, einer Mikro-Inselwelt südlich von Vouvourou. Das Wasser schimmert in allen Schattierungen von dunkelblau über cyan bis türkis. Den Tag verbringen wir im griechischen Rhythmus, alles siga siga – die Hitze trägt das ihre dazu bei. Nach dem morgendlichen Bad starten wir mit dem Beiboot in das 5 sm entfernte Agia Panagia, um unseren Proviant aufzubessern. Einkaufen ist in Griechenland auch am Sonntag kein Problem.

Einkauf

Einkauf

Anschließend genießen wir ein verspätetes Minifrühstück im Cafe am Dorfplatz (Bougatsa mit Frapè), ratschen, schmieden Pläne und können uns kaum trennen vom Schatten der Platanen. Am Nachmittag führt uns Martin seinen Whirlpool vor. Er lässt beide Bugstrahlmotoren gegeneinander laufen, das ergibt eine fantastische Gegenstromanlage. Wir lassen uns massieren und zwischen den Rümpfen von blu:kat durchspülen.
Abendessen gibt es an Bord. Martin hat am Morgen bei einem vorbeifahrenden Fischer vier Fische erstanden, zubereitet im Backrohr auf einem Bett aus Gemüse sind sie ein Gedicht. Einhellige Meinung nachdem die Teller leer sind, „uns geht es richtig gut“.

Fisch-1

Fisch-1

Abendessen-Fisch

Abendessen-Fisch

POS am Abend:  40 °12.266’N, 023°46.872’E, immer noch Ankern  in Ormos Mesopanagia
Etappe:  0 sm

Aug.

14

Fruehstueck

Fruehstueck

Nach einem morgendlichen Bad legen wir ab Richtung Vouvourou. Die Strecke von 12 sm legen wir unter Motor zurück, der Wind ist nach einem kurzen Gastspiel wieder eingeschlafen. Es ist heiß, Außentemperatur 42 °C. Wir verbringen den Tag am, auf und unter Wasser mit Baden, schnorcheln und Wasserski. Am Abend übernehmen Carola und Martin die Küche, es gibt „Gemüsepfanne an Tsatsiki“ – köstlich.

Wasserski_2

Wasserski_2

Wasserski 3

Wasserski 3

Karibik_Feeling

Karibik_Feeling

POS am Abend:  40°12.266’N, 023°46.872’E, Ankern in Vouvourou in Ormos Mesopanagia
Etappe:  12 sm; unter Motor

Aug.

13

Nach einer ruhigen Nacht verlassen wir unser kleines Paradies gegen Mittag mit Ziel Sikia. Unter Fock und Groß starten wir, nach 12 sm wird der Wind weniger, alte Dünung lässt die Segel schlagen. Also wieder Motoren. Wir lesen, schlafen, versuchen, der Hitze zu entfliehen. Plötzlich kommt Bewegung auf – Delphine an steuerbord, dann am Bug, rundum Delphine. Wir liegen auf dem Trampolin, etwas mehr als einen Meter entfernt von den Tieren. Sie schwimmen, tauchen ab, lassen sich zurückfallen, holen wieder auf und drehen sich zu uns, fast als wollten sie sagen „schneller, jetzt kommt mal …“.

Delphin

Delphin

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Sikia. Wir machen an der Mole fest, Buganker und Heckleine. Schnell bildet sich ein kleiner Menschenauflauf, nicht ungewöhnlich, wenn man mit blu:kat unterwegs ist. Grund für die Ansammlung ist jedoch, wie wir rasch feststellen, nicht die Bewunderung für den Kat sondern Sorge um die schlecht betonierte rissige Mole. Aber rasch beruhigen sich die Gemüter und wir beschließen den Abend in einer Taverne, in der ich letztmals vor 25 Jahren war. Ebenfalls mit Martin und seinem damaligen Schiff „Jenny“. Wir verlieren uns in alten Geschichten die anfangen mit „weisst du noch“ … „hier haben wir damals fast die Schiffsschraube verloren“ …. nun, das kann uns mit den Azipropp-Motoren nicht passieren.

Taverne_Sikia

Taverne_Sikia

POS am Abend:  40°02.161’N, 023°59.828’E, fest in Sikia mit Anker und HL
Etappe:  44 sm; davon 12sm Segel, 32 Motor