Aug.

4

Kalimera. Heute früh ging es gemütlich los, Aufstehen um 6:30 (also 5:30 in Deutschland), Sonnenaufgang am Meer angucken (ich schlafe ja seit Montag auf dem Kat, jetzt auch als Wache), Semmeln (vulgo: psomi megalla = grosses Weissbrot) holen und ein entspanntes Frühstück um 7 Uhr auf Martins Balkon einnehmen. Zum Glück kam gleich nach dem ersten Bissen Georgo, der Kranfahrer und hat seinen Kran angeschmissen. Es war eh kurz davor, dass uns die Gesprächsthemen ausgehen. Und zu leise war es auch. Nachdem der Kran-Laster-Motor dann mal zehn Minuten gelaufen war hat Martin mit seinem Plasma-Schneider die Räder von den Resten  der defekten Achse abgetrennt. Georgo nam die Räder an seinen Kranhaken und  prompt kam noch ein zweiter Laster mit Kran, auf den dann die Räder geladen wurden.
Aus den Rädern und einer noch nachts organisierten neuen Laster-Achse wird heute ein Ersatz-Radsatz gebaut. Nicht nur die Deutsche Bahn hat da Probleme, sondern auch wir hier. Wenigstens sind wir nicht alleine damit.
Stefan nutzt inzwischen die Gunst der Stunde und hat den Steuerbord-Elektro-Motor nochmal abgebaut. Der hatte ja ein wenig Öl verloren und bekommt jetzt neue Dichtungen verpasst. Da das 30kW Motörchen doch einiges auf die Waage bringt, assistieren ihm dabei einige Leute. Der Motor befindet sich später im Wasser direkt vor dem Ruderblatt, an jedem Rumpf ein Motor.
Zum Frühstück schauen wir Laster-TV

Zum Frühstück schauen wir Laster-TV

Kalimera. Heute früh ging es gemütlich los, Aufstehen um 6:30 (also 5:30 in Deutschland), Sonnenaufgang am Meer angucken (ich schlafe ja seit Montag auf dem Kat, jetzt auch als Wache), Semmeln (vulgo: psomi megalla = grosses Weissbrot) holen und ein entspanntes Frühstück um 7 Uhr auf Martins Balkon einnehmen. Zum Glück kam gleich nach dem ersten Bissen Georgo, der Kranfahrer und hat seinen Kran angeschmissen. Es war eh kurz davor, dass uns die Gesprächsthemen ausgehen. Und zu leise war es auch. Nachdem der Kran-Laster-Motor dann mal zehn Minuten gelaufen war hat Martin mit seinem Plasma-Schneider die Räder von den Resten  der defekten Achse abgetrennt. Georgo nam die Räder an seinen Kranhaken und  prompt kam noch ein zweiter Laster mit Kran, auf den dann die Räder geladen wurden.

Aus den Rädern und einer noch nachts organisierten neuen Laster-Achse wird heute ein Ersatz-Radsatz gebaut. Nicht nur die Deutsche Bahn hat da Probleme, sondern auch wir hier. Wenigstens sind wir nicht alleine damit.

Stefan nutzt inzwischen die Gunst der Stunde und hat den Steuerbord-Elektro-Motor nochmal abgebaut. Der hatte ja ein wenig Öl verloren und bekommt jetzt neue Dichtungen verpasst. Da das 30kW Motörchen doch einiges auf die Waage bringt, assistieren ihm dabei einige Leute. Der Motor befindet sich später im Wasser direkt vor dem Ruderblatt, an jedem Rumpf ein Motor.

Inzwischen haben wir auch unser Offline-Problem in den Griff bekommen, bzw. der Techniker von der OTE und jetzt wird die Ersatzachse montiert.

Die neue Achse wird in Position gebracht.

Die neue Achse wird in Position gebracht.

Aug.

4

DSC_1122DSC_1122Die Nacht bricht herein über den Strand von Rethymnon. Letzte Strandspaziergänger verlassen die ungemütlich kühl gewordene Zone am Meer und ziehen sich in die hell erleuchtete Stadt, ihre Wohnungen oder Tavernen zurück. Auch die Fischer, die vereinzelt noch am Ufer stehen, immer hoffend, dass doch wenigstens heute ein grosser Fisch anbeissen möge, eine Goldbrasse vielleicht, eine die man auf dem Markt oder in einer Fischtaverne für einen guten Preis feilbieten könnte, auch die Fischer packen ihre Angeln ein und gehen unverrichteter Dinge nach Hause oder in eine Ouzeria, wo sie Freunden wieder und wieder von einem grossen Fang berichten, der schon Jahre zurückliegt. So lange zurück, dass der Fisch immer grösser wird in der Erzählung und es auch nicht mehr nachprüfbar ist, ob jemals ein Fisch angebissen hat. Der letzte Fischer tritt seinen Rückweg an und sucht seinen kleinen Uferweg, auf dem er frühmorgens zum Meer kam, doch er findet ihn nicht. Eine breite, hellsandige Strasse ist dort, wo sein Weg sein sollte, als hätten Ausserirdischen mit irgendeiner hohen Energie dort eine breite Schneise auf die Erde gebrannt. Unwirklich sieht das alles im Mondschein aus. Vollmond noch dazu. Der Fischer wird das Gesehene berichten, bei einem Raki, noch einem Raki und wenn die Flasche leer ist wird niemand ihm glauben und es als die Spinnerei eines Trunkenboldes abtun. Er wird auch berichten, dass er ein riesiges dunkles Schiff am Ufer liegen gesehen hat, gestrandet, ein Geisterschiff, ohne Segel, aber mit einem Mast, der bis in den Himmel reicht. Unter dem Schiff waren Dämonen, einer von Ihnen, ein ganz Dunkler mit silbernen Haaren hat Funken aus seinem Gesicht versprüht. Um ihn herum standen andere und haben ihr höllisches Fest gefeiert. Ein Wesen mit funkelnden Augen und einer riesigen Pranke, gross wie eine Schaufel, hat ein Opfertier durch den Sand gezerrt und oben auf dem Schiff sass in der Dunkelheit einer, der in einer fremden Sprache Geisterbeschwörungen zum Vollmond gesprochen hat.
Der Fischer wird das berichten, immer und immer wieder und diesen Abschnitt des Strandes für alle Zeiten meiden.

Die Nacht bricht herein über den Strand von Rethymnon. Letzte Strandspaziergänger verlassen die ungemütlich kühl gewordene Zone am Meer und ziehen sich in die hell erleuchtete Stadt, ihre Wohnungen oder Tavernen zurück. Auch die Fischer, die vereinzelt noch am Ufer stehen, immer hoffend, dass doch wenigstens heute ein grosser Fisch anbeissen möge, eine Goldbrasse vielleicht, eine die man auf dem Markt oder in einer Fischtaverne für einen guten Preis feilbieten könnte, auch die Fischer packen ihre Angeln ein und gehen unverrichteter Dinge nach Hause oder in eine Ouzeria, wo sie Freunden wieder und wieder von einem grossen Fang berichten, der schon Jahre zurückliegt. So lange zurück, dass der Fisch immer grösser wird in der Erzählung und es auch nicht mehr nachprüfbar ist, ob jemals ein Fisch angebissen hat. Der letzte Fischer tritt seinen Rückweg an und sucht seinen kleinen Uferweg, auf dem er frühmorgens zum Meer kam, doch er findet ihn nicht. Eine breite, hellsandige Strasse ist dort, wo sein Weg sein sollte, als hätten Ausserirdischen mit irgendeiner hohen Energie dort eine breite Schneise auf die Erde gebrannt. Unwirklich sieht das alles im Mondschein aus. Vollmond noch dazu. Der Fischer wird das Gesehene berichten, bei einem Raki, noch einem Raki und wenn die Flasche leer ist wird niemand ihm glauben und es als die Spinnerei eines Trunkenboldes abtun. DSC_1111Er wird auch berichten, dass er ein riesiges dunkles Schiff am Ufer liegen gesehen hat, gestrandet, ein Geisterschiff, ohne Segel, aber mit einem Mast, der bis in den Himmel reicht. Unter dem Schiff waren Dämonen, einer von Ihnen, ein ganz Dunkler mit silbernen Haaren hat Funken aus seinem Gesicht versprüht. Um ihn herum standen andere und haben ihr höllisches Fest gefeiert. Ein Wesen mit funkelnden Augen und einer riesigen Pranke, gross wie eine Schaufel, hat ein Opfertier durch den Sand gezerrt und oben auf dem Schiff sass in der Dunkelheit einer, der in einer fremden Sprache Geisterbeschwörungen zum Vollmond gesprochen hat.

Der Fischer wird das berichten – immer und immer wieder – und diesen Abschnitt des Strandes für alle Zeiten meiden.DSC_1122

DSC_1116DSC_1120

Aug.

4

Ja, das war’s erstmal.

Morgen geht’s weiter in alter Frische auch wenn jetzt noch „Kleinigkeiten“ gemacht werden.

Sonnenuntergang hinter der Halbinsel von Akrotiri an Bord von blu:kat

Sonnenuntergang hinter der Halbinsel von Akrotiri an Bord von blu:kat

Aufgang des Vollmondes über dem Psiloritis

Aufgang des Vollmondes über dem Psiloritis

Aug.

4

DSC_0957Die LKW-Achsen sind nicht fest mit dem Katamaran verbunden, sondern blu:kat steht lediglich darauf und das Ganze ist fixiert mit – richtig! – Gurtbändern. Das hat jetzt beim Rangieren zur Folge, dass sich die Achsen sich gelegentlich minimal verschieben, was wiederum einen netten Geräuscheffekt im Schiff hat. Gerade hat sich auch die eine der Achsen leicht seitlich verschoben, was zuerst einmal zu ziemlicher Aufregung führte, aber inzwischen schon wieder vergessen ist.

Apropos vergessen: Michi fragte eben: Wieso rollen wir rückwärts? Der Radlader muss nicht sonderlich viel Kraft zum Ziehen aufwenden und macht das mehr oder weniger mit Standgas, daher merkt man manchmal gar nicht, wer da zieht und warum man sich bewegt.

Aug.

4

Mittlerweile sind Michi und ich an Bord des blu:kat und fahren zum Meer. Leider dauert das ganz schön lange, weil wir im Moment wieder am Rangieren sind. Das ist notwendig, damit wir dann rückwärts den Strandweg entlangkommen. Und weil der Winkel noch nicht ganz passt sitzen wir hier auf dem 22 Tonnen Schiff noch auf dem trockenen. Und das in jeder Beziehung, denn die tollen neuen Kühlschränke hier im Cockpit sind noch leer.

Gerade im Moment fahren wir wieder rückwärts auf die Bauruine zu.

DSC_0952-2

An der Strasse sammeln sich auch immer wieder Zuschauer, von denen nach einiger Zeit die meisten doch wieder abziehen. Denn erstens hat es draussen in der Sonne 50 Grad Celsius, im Schatten 33° und zum anderen ist es halt grad doch nicht so aufregend. Aber Moment: es sind erstaunlich viele Männer, die da stehen und unseren Jungs neidisch beim Bagger spielen zuschauen. Und die Mädels schauen sich die sonnengebräunten Körper der arbeitenden Männer an. Also ist doch wieder für jeden was dabei.