Okt.

16

In der Nacht hat es uns noch einmal ganz schön durchgeschüttelt. Am Morgen wurde es zwar zunehmend ruhiger, doch draußen war es immer noch empfindlich kühl und der Himmel zeigte sich in einem ziemlich tristen Grau. Aber irgendwo am Horizont war eine kleine blaue Lücke zu erkennen. Unser Ziel war klar: Da wollen wir hin.
Das Frühstück verlegten wir kurzerhand wieder nach drinnen.

Während wir noch gemütlich zusammensaßen, wurde es draußen langsam heller und es kam Bewegung auf. Schon in den frühen Morgenstunden machten sich zahlreiche Segler auf den Weg. Martin kommentierte das Ganze mit einem Grinsen, „Die Flucht aus Poros“
Nachdem bei uns alles klar Schiff war, wurde auch das Dinghi aufgeräumt. Es fehlten nur noch die Schwimmleinen, die wir an den Felsen festgemacht hatten. Klaus erklärte sich freiwillig bereit, sie zu lösen. Martin wies ihn und die Crew noch kurz ein, dann ging alles recht flott. Klaus war wieder an Bord und endlich konnten auch wir nach unserem unfreiwilligen Zwischenstopp die Leinen losmachen.


Mit uns fuhren unzählige andere Segelboote auch Richtung Athen. Was sich da auf dem Wasser abspielte, sah richtig toll aus, fast wie bei einer Segelregatta!
Da noch ordentlich Wind wehte, setzten wir das Großsegel, natürlich gerefft, und rollten die Genua aus. So rauschte die Georgina mit Windgeschwindigkeiten zwischen 15 und 32 Knoten in Richtung Epidaurus. Den Kaffee gab es heute ausnahmsweise unterwegs, sonst wäre es zu spät geworden.


Nach rund sechs Stunden erreichten wir den alten Hafen von Epidaurus. Leider hatten viele andere Segler offenbar dieselbe Idee gehabt und waren vermutlich ein wenig früher gestartet. Für uns war kein Platz mehr zu finden. Also drehten wir um und steuerten den neuen Hafen an. Doch auch dort war alles belegt. Schließlich blieb uns nichts anderes übrig, als draußen zu ankern.


Um 18 Uhr setzte Martin Waltraud, Norbert und mich schon einmal mit dem Dinghi an Land. So blieb uns noch etwas Zeit, das nette Städtchen zu erkunden.Und was soll ich sagen? Hier fühlt man sich auf Anhieb wohl! Die Häuser mit ihren warmen Farben und der charmanten Architektur erinnern irgendwie an die Toskana. Überall waren Orangen und Granatapfelbäume.
An Bord hatten wir uns bereits auf ein Restaurant geeinigt. Ich reservierte für 19 Uhr einen Tisch im Regalo. Der Wirt war ausgesprochen nett und freute sich offenbar über unseren Besuch.


Bevor wir uns zum Essen trafen, schaute ich mir noch die Kirche Agios Nikolaos an. Sie wirkte mit ihrer imposanten Erscheinung beinahe wie ein kleiner Palast. Dank der vielen Segler, die inzwischen im Hafen und vor der Küste lagen, hatten auch noch zahlreiche Geschäfte geöffnet. Es herrschte eine richtig schöne Abendstimmung im Ort.
Norbert und Waltraud hatten es sich inzwischen schon in einem Restaurant am Hafen gemütlich gemacht und warteten dort auf den Rest der Crew. Als wir schließlich alle beisammen waren, ging es gemeinsam ins Regalo.
Der Wirt war aufmerksam, flott und ausgesprochen herzlich. Die Vorspeisen standen im Nu auf dem Tisch und schmeckten hervorragend. Auch bei den Hauptgerichten gab es nichts zu beanstanden. Die guten Google-Bewertungen waren offenbar mehr als verdient.Zum Nachtisch wurde uns noch ein Kuchen serviert, der in Orangensirup getränkt war. Köstlich, aber auch unglaublich süß!

Eigentlich hatten wir danach noch Lust auf ein Eis, doch weil wir so satt waren, beschlossen wir, darauf lieber zu verzichten.Martin übernahm anschließend wieder den Fährdienst mit dem Dinghi und brachte uns in zwei Touren zurück zur Georgina.


Zurück an Bord ließen wir es gemütlich angehen. Nach dem turbulenten Wetter, dem aufregenden Ablegen und der langen Segelstrecke hatten wir uns keine Lust mehr auf ein Spiel. Bei einer Flasche Wein ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren.