Wie gewohnt war ich auch heute Morgen die Erste oben in der Pantry und machte mich daran, das Frühstück vorzubereiten. Als ich zwischendurch den Müll nach draußen brachte, entdeckte ich Jürgen schlafend im Cockpit. Lange sollte sein Nickerchen allerdings nicht mehr dauern – wahrscheinlich hatte ihn das Licht inzwischen geweckt.

So nach und nach trudelten alle am Frühstückstisch ein. Nur Matthias ließ noch auf sich warten. Er hat sich in dieser Crew eindeutig den Titel „Langschläfer“ verdient. Aber schließlich ist Urlaub, und da darf er gerne länger liegen bleiben.
Nachdem wir alle gemütlich zusammengesessen hatten, erklärte sich Jürgen freiwillig bereit, den Abwasch zu übernehmen.
Danach machten wir uns fast alle auf den Weg zum etwa 2,5 Kilometer entfernten Supermarkt Sklavenitis. Martin und Matze blieben an Bord. Der Supermarkt liegt in einem neueren Ortsteil von Pythagorio.
Der Weg führte an der Straße entlang, war aber überraschend schön. Viele Olivenhaine, im Hintergrund die Berge und immer wieder Zeugnisse der langen Geschichte dieser Insel. Vorbei kamen wir an antiken Stätten, an denen noch Säulenreste zu sehen waren. Auch eine Grabstätte und ein Stück einer römischen Mauer lagen direkt an unserem Weg. So wurde der Einkaufsmarsch ganz nebenbei noch zu einem kleinen Spaziergang durch die Geschichte.










Im Supermarkt angekommen, handelten wir vorsichtshalber gleich einen Lieferservice zum Boot aus. Danach teilten wir uns auf: Christian und Jürgen kümmerten sich um die Getränke, Sabine, Katja und Doreen übernahmen Obst und Gemüse und ich den Rest.
Der Sklavenitis ist wirklich super ausgestattet , eigentlich gab es dort alles, was das Herz begehrt. Nur an der Kasse herrschte kurz etwas Chaos, weil die Kassiererin nicht so recht verstand, dass wir zwar auf mehrere Einkaufswagen verteilt waren, aber alle zusammengehörten. Irgendwie haben wir es dann aber doch geschafft. Jürgen setzte seinen ganzen Charme ein und dann klappte es.




Anschließend ging es zu Fuß wieder zurück zum Boot. Das war doch schon mal Frühsport. Christian, Katja und ich waren bereits an Bord, als der Lieferservice eintraf. Mit vereinten Kräften ging alles ganz schnell: Eine Kette wurde gebildet, die Einkäufe wanderten von Hand zu Hand und kurze Zeit später war alles an Bord und ordentlich verstaut.
Sabine, Doreen und Jürgen wollten noch ein bisschen durch die Stadt bummeln. Als schließlich auch die letzten Landgänger zurück waren, stand der nächste Programmpunkt an: die obligatorische Schiffseinweisung durch Martin.










Schließlich muss jeder wissen, wo die Schwimmwesten hängen, wie der Steuerstand funktioniert, wo die Rettungsinsel verstaut ist und wo sich die Computerecke befindet. Martin erklärte geduldig alle wichtigen Dinge und beantwortete die letzten Fragen.
Dann hieß es endlich: Leinen los!
Jürgen, Matze und Christian bildeten heute das neue Ankerteam. Die Fender wurden eingeholt und wieder vorne in der Vorschiffkabine verstaut. Dann hieß es: Anker auf!
Fünf Seemeilen ging es unter Motor durch die Samosstraße Richtung Osten. Unser Ziel: die Poseidonio-Bucht – und vor allem ein erstes Bad im Meer.
Dort lagen bereits einige Boote vor Anker. Kaum waren wir angekommen, sprangen Doreen und Sabine ins Wasser, ebenso Christian und Jürgen. Die Wassertemperatur wurde kurz diskutiert.






Wenn man erst mal drin ist, geht’s!“ – so lautete schließlich das allgemeine Urteil.
Während die ersten schon im Wasser planschten, war auch der Kaffee fertig. Dazu gab es den gekauften Kuchen.
Christian beschäftigte sich derweil mit Seemannsknoten, insbesondere mit dem Stopperstek. Den brauchte er , um seine Hightech-Hängematte draußen am Boot zu befestigen.
Mit großem Interesse beobachteten wir, wie er dieses coole Teil auseinanderfaltete und anschließend die dazugehörige Luftmatratze aufblies. Schließlich war alles aufgebaut und festgemacht. Christian machte das erste Probeliegen und Sabine und Doreen schauten neugierig zu.
Ob die Hängematte den Praxistest in der Nacht bestehen würde? Sie schien jedenfalls gemütlich genug zu sein.





Währenddessen nahm auch das Abendessen langsam Gestalt an.
Doreen hatte sich bereit erklärt, gemeinsam mit ihren Schippelhilfen Sabine und Jürgen das Chili con Carne vorzubereiten. Christian kümmerte sich um den Reis und Katja zauberte dazu einen knackigen griechischen Salat.
Perfekt für unseren ersten richtigen Törntag!
Schon bald zog ein herrlicher Duft durch das ganze Boot. Ein riesiger Topf Chili wanderte auf den Esstisch und jeder bediente sich ordentlich.
Das Ergebnis sprach für sich: Es blieb fast nichts übrig.



Nach dem Essen wurde noch gemeinsam „klar Schiff“ gemacht, bevor unser Lieblingskartenspiel auf den Tisch kam: Wizard.
Martin musste diesmal überhaupt nichts erklären. Alle kannten das Spiel und die Regeln ,beste Voraussetzungen also für einen lustigen Abend.
Und tatsächlich wurde wieder viel gelacht.
Am Ende setzte sich ,wie könnte es anders sein ,unser Skipper durch und gewann die Runde.
Aber keine Sorge, Martin: Die Revanche kommt bestimmt!


Nach diesem ereignisreichen ersten Törntag wurde es schließlich ruhig an Bord. Alle verschwanden zeitig in ihren Kojen oder Nachtquartiere draußen, die aber nicht lange besetzt waren. Sogar Christian baute seine Hängematte ab und schlief lieber in der Koje.



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