Da Martin heute ziemlich früh los wollte, war das Frühstück bereits für halb acht angesetzt. Ich hatte schon sehr früh meinen ersten Besuch des Tages: die Hafenmieze.

Kaum hatte ich die Gangway heruntergelassen, stand sie auch schon mauzend davor. Ein Scheibchen Wurst können wir natürlich entbehren. Und da der Hafen heute ziemlich voll war, würde sie im Laufe des Tages sicherlich noch genügend Gelegenheit bekommen, weitere Bootsbesitzer anzubetteln.
Kurz nach sieben war dann endgültig Schluss mit der Nachtruhe. Eine riesige Fähre legte an und man hatte tatsächlich das Gefühl, dass das ganze Dorf mit seinen Autos auf dieses Schiff wollte. Unglaublich, wie viele Fahrzeuge da plötzlich auftauchten! Aber alles war perfekt organisiert und lief erstaunlich reibungslos ab.
Unsere komplette Crew stand an Deck und beobachtete das Spektakel.
Hafenkino mal anders.




Danach ging es ans Frühstück. Gesprächsthema Nummer eins war natürlich wieder der berühmte Ankersalat.


Und prompt fuhr ein Einrumpfboot aus.
Was dann passierte, war fast schon besser als Fernsehen. Nicht nur auf unserem Boot, sondern auch auf allen anderen Booten im Hafen herrschte plötzlich rege Betriebsamkeit. Jeder schaute gespannt auf das ausfahrende Boot. Und tatsächlich hatte der Skipper ordentlich zu kämpfen. Aber er schaffte es.




Wir waren das zweite Boot, das auslief. Zum Glück betraf uns das Ankerproblem nicht, denn Martin hatte unseren Anker etwas seitlicher geworfen.
Jeder wusste, was zu tun war, jeder hatte seine Aufgabe und so wurde das Ablegen bei uns zum Kinderspiel.
Ende gut, alles gut. Kurz nach halb neun verließen wir planmäßig den kleinen Hafen.
Wenig später wurde das Großsegel gesetzt und mit zunächst mäßigem Wind gings los, aber hinter dem Kap frischte es dann teilweise bis auf 30 Knoten auf und wir düsten auf der Kreuz durch die Ägäis. Weil es allerdings wieder ordentlich frisch war saßen Christiane und Torsten deshalb dick eingemummelt bei Martin oben auf der Flybridge, während sich der Rest der Crew lieber windgeschützt im Cockpit aufhielt.









Eine Stunde früher als geplant erreichten wir schließlich den Hafen von Koufonisi.
Wieder hieß es: alle Mann an die Leinen. Jeder packte mit an und schon kurze Zeit später lagen wir sicher mit dem Heck an der Hafenmauer.





Zur kleinen Stärkung gab es erst einmal einen griechischen Salat für alle.
Danach ging es an Land, um das schöne Dorf zu erkunden.
Koufonisi ist genau so, wie man sich ein kleines griechisches Dorf vorstellt: weiße Häuser mit blauen Türen und Fensterläden, dazwischen leuchtende Bougainvilleen und jede Menge kleine Läden.
Und was uns besonders gefallen hat: In den vielen Souvenirgeschäften gab es nicht den üblichen Kitsch, den man auf manchen Inseln findet. Stattdessen entdeckten wir wunderschöne und wirklich individuelle Keramiksachen, Schals, Magnete und viele andere kreative Dinge. Da konnte man schon mal länger stehen bleiben.
Überhaupt ist Koufonisi ein einziges großes Fotomotiv. Hinter jeder Ecke findet man wieder eine hübsche Tür, eine bunte Blume oder eine kleine Gasse, die unbedingt fotografiert werden möchte.
Nur der blaue Himmel fehlte noch für das perfekte Griechenland-Foto.






Um drei Uhr gab es dann wie üblich Kaffee und Kuchen an Bord. Martin hatte endlich seine Käsekuchensterne gefunden, nach denen er schon auf mehreren Inseln gesucht hatte! Da gab es dann für jeden einen.
Bis zum Abend war noch etwas Zeit zum Chillen.


Christiane nutzte die Gelegenheit und ging am wunderschönen Sandstrand schwimmen. Irene machte einen Spaziergang und der Rest der Crew schlenderte zu einer wunderschönen Cocktailbar direkt am Wasser.
Und plötzlich kam sogar die Sonne heraus.
War ja klar , wenn die Engel unterwegs sind!
Also orderten wir Cocktails . Mai Tai, Pink Sprizz, Campari Spritz und Piña Colada wurden bestellt. Und selbstverständlich mussten die Cocktails erst einmal für diverse Fotos herhalten, bevor sie getrunken werden durften.
Hier konnte man es wirklich gut aushalten.



Leider drängte die Zeit und wir sollten langsam wieder zurück zum Boot. Christiane, Irene und Michael waren ebenfalls gerade unterwegs. Am Horizont ging inzwischen die Sonne unter und natürlich wurde auch dieses Schauspiel noch schnell fotografisch festgehalten .
Dann machten wir uns auf den Weg zum Abendessen.
Martin hatte für halb acht einen Tisch im Melissa reserviert. „Melissa“ bedeutet auf griechisch übrigens Honigbiene.
Christiane hatte in ihrem Reiseführer gelesen, dass es sich um die älteste Taverne der Insel handeln soll. Und offenbar wussten das auch viele andere. Das Lokal war bereits gut besucht und draußen warteten schon Gäste auf einen freien Tisch.
Wie gut, dass wir reserviert hatten!
Martin hatte heute einen Vorschlag: Statt wie üblich verschiedene Vorspeisen zu bestellen, wollten wir einfach unterschiedliche Hauptgerichte nehmen und alles miteinander teilen.
Gesagt, getan.
Nach und nach kamen Souvlaki-Spieße, Oktopus, Lamm, Ziege, Schaf und Rind auf den Tisch. Die Teller wanderten einmal rundherum und jeder konnte von allem probieren.
Es war wirklich alles unglaublich lecker.
Ich blieb allerdings meinem griechischen Salat treu.





Während wir gemütlich aßen, wurde die Taverne noch voller. Draußen warteten inzwischen schon die nächsten Gäste. Also machten wir unseren Tisch frei und zogen weiter.
Auf dem Rückweg blieben wir noch bei zwei Straßenmusikern stehen und hörten ein bisschen zu.
Aber Martin und Heike hatten noch ein ganz anderes Ziel: die Eisdiele.
Sie lag praktischerweise direkt auf unserem Rückweg. Und als wir das Eis sahen, war eigentlich sofort klar, dass niemand widerstehen würde.
Also bestellte jeder von uns zwei Kugeln.
Man muss die Prioritäten im Urlaub schließlich richtig setzen.
Zurück auf der Georgina war der Tag aber noch lange nicht zu Ende.
Wir ließen noch eine kleine Party steigen , mit Rum, Musik und Diskolicht.


Ein richtig schöner Abschluss für einen ereignisreichen Tag auf Koufonisi.
Jetzt heißt es allerdings langsam ins Bett, denn morgen früh müssen wir wieder zeitig raus.
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