Genauso farbenreich, wie sich der Himmel gestern Abend verabschiedet hatte, zeigte er sich am nächsten Morgen wieder. So nach und nach kamen alle aus ihren Kabinen. Stefan und Micha nahmen sogar schon vor dem Frühstück ein ausgiebiges Bad. Martin wollte zeitig los, deshalb frühstückten wir ein bisschen früher als sonst.


Aber mit den Abenteuergeschichten rund ums Segeln kommt man ja immer vom Hölzchen aufs Stöckchen. Es ist so gemütlich, man sitzt so schön zusammen, es schmeckt so lecker und überhaupt … Aber es hilft ja nichts, wir wollen ja weiter.
Nachdem die Küche wieder aufgeräumt war, hieß es Anker auf, Kurs Schinoussa. Die kleine Insel gehört zu den Kleinen Kykladen und liegt etwa sechs Kilometer südlich von Naxos. Die Nachbarinseln Iraklia und Kato Koufonisi sind jeweils nur rund drei Kilometer entfernt. Auch der Wind war uns günstig gesonnen, sodass das Großsegel gesetzt werden konnte. Jeder suchte sich wieder sein Plätzchen an Bord und genoss den Ritt durch Wind und Wellen.
Wir hatten heute in der Paros-Naxos-Strasse bis 30 Kn Wind anfangs aus NNE, dann N und später NNW, bis er vor Schoinousa fast ganz einschlief. Also segelten wir Anfangs mit Gr im 2.Reff und der halben Genua, die wir später ganz ausrollten und dann die letzten 3 Meilen von kanppen 20 motorten.







Kurz vor halb zwei fuhren wir in den kleinen Hafen von Schinoussa ein. Der freie Platz, den wir uns ausgesucht hatten, war zwar nicht gerade der einfachste, was beim Anlegen für reichlich Kommandos von allen Seiten sorgte, aber letztendlich waren wir fest. Gott sei Dank! Das Fischerboot, das noch quer an der Mole lag, fuhr ausgerechnet dann weg, als wir angelegt hatten. Da hätten wir uns einiges an Adrenalin sparen können. Aber jetzt liegen wir gut.


Kaum waren wir fest, begann das Hafenkino. Im Minutentakt kamen Einrumpfboote in die Bucht gefahren und legten nach und nach neben uns an. Die Tonstärke war fast noch lauter als bei uns. Hafenkino vom Feinsten! Jedenfalls gibt es morgen früh bestimmt Ankersalat. Martin hatte es später beim Schnorcheln schon gesehen.




Mitten in diesem ganzen Hafentetris setzte ich schnell einen Hefeteig an und bereitete die Zwetschgen für einen Zwetschgendatschi vor.
Micha entdeckte bei seinem Landgang eine große Schildkröte am Ufer. Irene und Christiane packten ihre Badesachen und machten sich auf den Weg zum kleinen Strand neben dem Hafen.
Kurz nach drei duftete es schon durchs ganze Boot. Der Zwetschgendatschi war fertig! Warm schmeckt er sowieso am besten, und mit frischer Sahne dazu war er einfach perfekt. Da konnte man es sich bei einer Tasse Kaffee richtig gutgehen lassen.


Nach dem Kaffeetrinken machten Martin und ich uns auf den Weg ins kleine Bergdorf. Scheinbar ist hier im Sommer doch einiges los, denn es gibt viele Tavernen und auch Zimmer zu vermieten. In einem kleinen Supermarkt fanden wir noch ein bisschen Obst



und reservierten anschließend einen Tisch im Octo Adelphia, einem kleinen Restaurant mit schönem Ausblick auf die Bucht.
Wieder unten an Bord waren nur Stefan und Micha. Die anderen hatten sich noch einmal zum kleinen Strand am Hafen aufgemacht. Und dann ging das Hafenkino in die nächste Runde.




Ein Katamaran, der nach uns gekommen war und an einem reservierten Platz angelegt hatte, musste wieder wegfahren. Sein Anker hatte sich am Grund in irgendeiner Bojenschlaufe verfangen. Von allen Booten schauten die Crews gespannt zu. Aber sie schafften es tatsächlich, den Anker zu lösen. Jubelgeschrei auf dem Boot, und dann düsten sie davon. Wir hatten jedenfalls wieder einmal beste Unterhaltung, ohne Eintritt bezahlen zu müssen.




Um sieben Uhr wollten wir zum Essen los. Die restliche Crew war schon aufgebrochen, um sich noch ein bisschen im Dorf umzuschauen. Als Martin und ich oben ankamen, warteten sie bereits vor dem Restaurant.
Martin bestellte wieder viele leckere Vorspeisen, die alle nach und nach auf den Tisch kamen. So konnte jeder von allem ein bisschen probieren. Und natürlich wollten dann auch alle noch Lamm probieren. Einmal geschmorte Lammkeule und Lammkoteletts kamen auf den Tisch. Das ist griechisches Feeling pur!


Die Crew fand, dass es sehr lecker geschmeckt hat. Und natürlich durfte auch der Wein nicht fehlen. Da wurde sogar noch einmal nachgeordert. Martin erzählte noch den Plan für den nächsten Tag, da wird es nach Koufonisi gehen und wir müssen wieder zeitig los. Deswegen fällt der Spieleabend an Bord aus und es gibt nur noch ein gemütliches Zusammen sitzen.
Ein rundum schöner Tag und ein wunderschöner Abend auf einer kleinen Kykladeninsel, mit gutem Essen in einer griechischen Tavernen und griechischem Wein, da hat man doch gleich einen Ohrwurm.
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