Feb.

7

Irene

Die Sonnenaufgänge hier sind wunderschön, als praktisch erweisen sich in diesem Zusammenhang die vorderen Kajüten:
Man erhebt sich zur Hälfte aus dem Bett, schnappt sich die Kamera, krabbelt zur Luke, schaut kurz, macht ein Bild, legt sich hin und schläft wieder weiter.

Irgendwann sind wir aber alle zum Frühstück versammelt, es gibt Obstsalat aus Papaya, Ananas und Minibananen, getoastetes Brot und das übliche Sortiment.

Gleich danach heißt es Leinen los und wir machen uns auf den Weg nach Cayo Blanco.
Die Fahrt dauert rund zwei Stunden, die wir entweder dösend oder vorne auf dem Trapez verbringen – dort wird man nämlich schön regelmäßig nassgespritzt, es schaukelt, ist angenehm frisch und man hat einen Heidenspaß. Unser Grandseigneur Markus sitzt vorne im Bugkorb und hält nach Delfinen, unserem Ziel und anderen Wasserfahrzeugen Ausschau.

Das Inselchen ist hübsch, hat einen Sandstrand, eine Bar, Palmen, einen Leuchtturm und gleichzeitig mit uns Besuch von einem Hotelausflugsboot.
Macht nichts, wir erkunden zu dritt erst einmal die Insel und kaum sind wir zurück, sind die Ausflügler auch schon wieder weg. Am Strand krabbeln hunderte Einsiedlerkrbse in allen Größen entlang, ganz emsig sind sie unterwegs.

Wir bewegen uns erst einmal nicht mehr, sondern genießen im Schatten ein kühles Bier. Unser Skipper kommt mit dem Dinghi dazu, Wladi und Pet nehmen Sup und Kajak zum Transport. Gemächlich geht es zurück, man kann sogar sehr gut zur VAVA-U zurückschwimmen.
Wir schauen uns die Reste des auf halber Strecke gesunkenen Bootes an und entdecken viele Fische und sogar noch die Teller der ehemaligen Pantry im Sand.
Helmut war nicht mit auf der Insel, stattdessen umkreist er, eher liegend als tatsächlich schwimmend, mehr als zwei Stunden die VAVA-U. Sauber ist er danach!

Zum Abendessen gibt es Pasta Bolognese, allerdings mit Kürbis anstelle von Mohrrüben, da letztere nicht zu bekommen waren.
Schmeckt trotzdem hervorragend, Isabel könnte problemlos als Sterneköchin anheuern.

Hinterher spielen wir eine Runde Karten WONG heisst das neue Spiel, dazu gibt es einen Mojito von Wladi.
Danach geht es in die Kojen, wir wollen um 2 Uhr früh ablegen!

Feb.

6

IRENE

Das Boot erwacht nach Sonnenaufgang ganz langsam, eine kühle Dusche und Kaffee sind die sichersten Wachmacher.
Auch stadtfein machen steht auf dem Programm.

Nach einem gemütlichen Frühstück schwingen wir uns ins Dinghi und setzen zur Marina über.
Plan heute: Papiere klarmachen und dann mit zwei Taxen – schließlich sind wir acht Personen – die sieben Kilometer nach Trinidad.
Die Sache mit den Papieren hat sich schnell erledigt, der zuständige Officer war nicht da. Sein Arbeitstag ist von 8 – 17 Uhr, 10 Uhr war offensichtlich außerhalb dieses Zeitfensters…

Trinidad begrüßt uns mit der Mischung aus Hitze, Staub und Lärmkulisse und fühlt sich wunderbar lebendig an. Wir tauschen noch schnell Euros, machen ein Foto vom Treffpunkt zum Wiederfinden und teilen uns dann auf. In verschiedenen Grüppchen erkunden wir die Stadt und gehen auf Mitbringseljagd, beim Treffpunkt wird die „Beute“ von allen begutachtet. Wladi hat seine Tour nicht wie geplant absolviert, dafür aber Gemüse ergattert. Summa summarum: Wir waren sehr erfolgreich!

Über holperige Straßen, die im Grunde aus glattgeschliffenen großen Steinen bestehen und entlang von buntgestrichenen Häusern machen wir uns auf an den oberen Rand von Trinidad. Immer wieder erhaschen wir einen Blick in die Hinterhöfe – das Zimmer zur Straße hinaus wird von fast allen für irgendeine Art Geschäft genutzt, dahinter beginnt dann die eigentliche Wohnung. Die Hinterhöfe sind begrünt und sehen kühl und einladend aus. Immer wieder spielen kleine Bands an einer Ecke. Buena Vista lässt grüßen!

Es ist ziemlich warm geworden, wir sind froh, als wie über etliche enge Treppen endlich die Dachterrasse unseres Restaurants erreichen. Die Aussicht ist wunderbar, im Hintergrund sehen wir die Berge, vorne glitzert das Meer und Trinidad liegt uns zu Füßen. Eine Band spielt auch für uns, natürlich mit Verstärker, sollen doch auch alle in der näheren Umgebung noch was davon haben ??

Gestärkt und guten Mutes machen wir uns auf den Rückweg, wie immer in solchen Orten werden wir von Taxifahrern angesprochen, vereinbaren einen Preis und treten die Rückfahrt an. Vielleicht hätten wir vorher die Fahrzeuge in Augenschein nehmen sollen… vier Passagiere, die alle nicht unterernährt sind, in einem Peugeot 206 aus dem letzten Jahrtausend ist ziemlich kuschelig. Immerhin funktioniert das Gaspedal, die erlaubten 80 km/h überbieten wir locker mit 30.

In der Marina warten wir dann auch nur eine knappe Stunde, um endlich unsere begehrten Papiere wiederzubekommen. Unserer Abreise morgen steht nichts mehr im Wege!

Niemand ist so richtig hungrig, unser Skipper und Markus machen aus dem Reis von gestern trotzdem einen leckeren Salat.
Wie immer, wenn niemand hungrig ist, bleibt nichts übrig ??

Unsere Pläne für morgen haben wir geändert- wir legen am frühen Vormittag ab und segeln nur rund zwei Stundenin zur 10 sm südlich gelegenen Cayo Blanco.
Dort soll es einen schönen Sandstrand geben und ein Riff zum Schnorcheln.
Badetag, ist die Devise!

Feb.

5

Irene

Der Tag beginnt standesgemäß mit einem Bad im Meer, bevor wir die VAVA-U an der Reling entlang mit unseren Badetüchern „dekorieren“ -schließlich soll alles vor dem Ablegen trocken werden.
Unser Pelikan beobachtet das Treiben interessiert vom Wasser aus, da wir aber nichts Vernünftiges zu Fressen haben, belässt er es dabei.
Wir frühstücken, dann macht sich ein kleiner Trupp auf an den Strand, die anderen faulenzen auf dem Boot.

Danach geht es los, wir machen uns auf den Weg nach Casilda.
Der Wind ist uns nicht wirklich gewogen, wir brauchen ein bisschen Motorunterstützung. Nach rund vier Stunden erreichen wir unseren Ankerplatz, eine weitläufige Bucht zwischen Mangroven mit einem all-inclusive-Hotelpalast in Sichtweite.

Mit dem Dinghi setzen wir über, um uns in der Marina anzumelden.
Wir brauchen an sich nur die Stempel, bekommen aber die Papiere erst am Abreisetag zurück. Da wir morgen nach Trinidad und am Folgetag ganz früh los zu unserem nächsten Ziel wollen, der junge Mann in Uniform dann aber noch schläft, einigen wir uns nach viel hin und her auf die Dokumentenübergabe heute. Mal schauen, ob das klappt!

 

Wir schauen noch im Hotel vorbei und holen ein paar Ausflugstipps ab, Wladi ist fest entschlossen, denn Trail im Naturschutzgebiet zu den Wasserfällen zu machen.
Der Rest entscheidet sich, Trinidad mehr Zeit einzuräumen, schließlich gehört es zum Weltkulturerbe!

Auf den Rückweg kämpfen wir mit den Moskitos und es riecht schnell nach allem, was die Industrie an Abwehrmitteln gegen diese Blutsauger herzugeben hat.
Helmut hat das Hähnchen schon im Ofen und, kaum zu glauben nach Isabels Apfelkuchen heute zur Kaffeepause, wir sind alle schon wieder hungrig.
Es gibt zwei verschiedene Reissorten dazu und die Teller sind schnell leergeputzt.

Hatten wir schon erwähnt, dass Seeluft müde macht?
Es ist kaum 21 Uhr, da sind die ersten schon auf dem Weg in die Koje.
Der Rest probiert den Rum und schaut in die Sterne.

Feb.

4

Irene

Die erste Nacht an Bord ist wunderbar erholsam, wir haben alle das sanfte Schaukeln vermisst.
Nach dem Frühstück geht ein Trupp nochmal „Hamstern“ und kommt mit ein paar Kartoffeln, Tomaten und Gurken zurück.
Wladi ist ein bisschen später dran, hat aber Minze für den Mojito ergattert.

Kurz nach Mittag legen wir endlich ab – kaum sind wir aus der Bucht von Cienfuegos raus, haben wir Wind.
Wir müssen kreuzen, kommen aber rechtzeitig für unser abendliches Bad (das Erste!) in einer schönen Bucht, in Guajimico an.
Sogar einen Nachmittagssnack gab es, Wladi macht Bruschette.

Sehr schnell haben wir einen Gast an Bord – ein neugieriger Pelikan, der sich auf der Reling niederlässt. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, Fisch haben wir nicht, also bieten wir ihm ein paar Stückchen Schinken an. Diese werden verschmäht, offensichtlich ist er satt und will nur Aufmerksamkeit und hören, was für ein schöner Vogel er sei. Er fliegt zwischendrin ein paar Runden, kommt aber immer mal wieder. Die VAVA-U scheint ihm zu gefallen!

Mehr und mehr von uns treiben sich in Richtung Küche herum, ein sicheres Anzeichen, dass die Bande hungrig ist.
Es gibt feines Kartoffelgratin mit Salat, Helmut ist der Chefkoch.
Wladi schlachtet in der Zwischenzeit zwei Kokosnüsse, wir trinken Kokoswasser und kubanischen Rotwein, der nach Sherry schmeckt.

 

Lange dauert es nicht, dann sind alle in ihren Betten – Seeluft macht müde!

 

Feb.

3

Irene

Am nächsten Tag – Abschiedsfrühstück mit noch mehr Früchten – geht es pünktlich um 8 Uhr los nach Cienfuegos.
Unser Fahrer versteht kein Englisch, aber das Gaspedal ist sein bester Freund. Er scheint jedes Schlagloch auf der Autobahn nach Cienfuegos zu kennen – und davon gibt es wirklich viele…
Außer von Autos wird die Autobahn auch von Eselskarren und Pferdegespannen benutzt und auf der Gegenfahrbahn sehen wir ein Profirennradteam in kubanischen Trikots, begleitet von einem Motorrad mit Trainer.

Es dauert trotz Kaffeepause keine drei Stunden, bis wir in der Marina in Cienfuegos ankommen.

Sofort wird nach der VAVA-U Ausschau gehalten, die vor Anker liegt – wir trinken noch etwas und lassen Martin werkeln, bis er uns dann mit dem Dinghi abholen kommt.
Der Uniformträger vom Zoll an der Marina ist ein bisschen zickig, er kontrolliert alle Taschen. Glaubt er denn, dass wir etwas einschleppen können, was nicht schon dreimal am Flughafen aufgefallen wäre? Wie auch immer, irgendwann ist auch das abgehakt und endlich dürfen wir an Bord.
Wir lernen unsere anderen beiden Mitsegler kennen, Wladi und Pet, dann geht es auf zum Einkaufen.
Wir müssen schnell sein, es sind etliche Deutsche vor Ort, die ihre Charterboote beziehen und natürlich auch Verpflegung wollen. Die Versorgungslage ist, man glaubt es kaum in so einem grünen Land, ziemlich bescheiden.
Grundnahrungsmittel und Wasser sind kein Problem, aber schon bei Butter wird man im Supermarkt nicht fündig, Gemüse oder gar Obst gibt es erst recht nicht. Ein paar von uns gehen gleich noch nach Cienfuegos, um dort auf dem Markt etwas zu bekommen. Schnittlauch und Petersilie, vier Stauden Salat (echt Bio mit Erde dran) und sechs kleine Ananas sind die gesamte Ausbeute.
Die Pantry ist zum Glück noch von den Einkäufen aus den USA proppenvoll, wir werden sicher nicht hungern.
Irgendwann sind alle in den Kojen eingerichtet, die Einkäufe verstaut und wir machen Lagebesprechung.
Ziemlich schnell ist klar, dass wir unsere Reisepläne ändern und Jamaika daraus streichen. Die Sicherheitslage ist dort miserabel und die Kriminalität sehr hoch – es soll jede Woche Tote geben.
So wollen wir uns unseren Urlaub nicht vorstellen, also segeln wir stattdessen von Kuba aus auf die Caymaninseln.
Blöd nur, dass keiner von uns sein Sparschwein dabei hat!