Okt.

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Mein Fazit dieser Segelreise in den griechischen Kykladen

Wenn ich diese Reise mit einem Satz zusammenfassen müsste, dann wäre es wohl:

Wir hatten alles. Wirklich alles.
Wir hatten keinen Wind, ein bisschen Wind, viel Wind und richtig viel Wind und sogar eine Sturmpause. Der Meltemi hat uns dabei zuverlässig daran erinnert, wer hier eigentlich das Sagen hat und oft war er dazu noch kalt bis eisig.

Und wenn er dann mal nicht da war, kam die Sonne heraus und hat uns so schön gewärmt.

Und eines muss ich über diese Segeltörns sagen:
Ich habe Inseln gesehen, deren Namen ich vorher noch nie gehört hatte, und war immer wieder überrascht, wie unterschiedlich und wunderschön sie sind. Wir sind durch kleine, typisch griechische Dörfer geschlendert, haben die weißen Häuser mit ihren blauen Fensterläden bewundert, die blauen Kirchenkuppeln bestaunt und uns an den Bougainvilleas in allen Farben kaum sattsehen können. Wir haben das Felsenkloster auf Amorgos besucht und auf Patmos das Johannes Kloster , die Höhle der Apokalypse und das Amphitheater in Epidaurus, um nur ein paar Highlights zu nennen. Poros und Epidaurus wiederum schienen total anders, das hätte auch in Italien sein können.


Und natürlich wurde auch ordentlich gegessen. Von der kleinen, urigen typisch griechischen Taverne bis zum feineren griechischen Restaurant war alles dabei. Wir haben viele Vorspeisen und viele typisch griechische Hauptgerichte am Tisch geteilt.
Wir sind gewandert. Über Stock und über Stein, wie die Bergziegen. Über Treppen, sehr viele Treppen und noch mehr Treppen, weil es meistens nach oben ging.


Und dann war da noch unser ganz persönliches Hafenkino und davon gab es reichlich.
Natürlich blieb auch Martin als Skipper davon nicht verschont. Wenn man ein Boot durch ordentlich Wind, enge Häfen und manchmal etwas widerspenstige Ankersituationen manövriert, bleibt das eine oder andere Abenteuer eben nicht aus.
Da war zum Beispiel die Ankerkette, die wir verloren haben, weil am Ende nicht festgemacht. Während wir noch überlegten, wo sie wohl liegt, hat Martin sich auf die Suche gemacht und sie tatsächlich wiedergefunden. Problem gelöst. Andere gehen im Urlaub schnorcheln, Martin taucht eben nach Ankerketten.


Dann die Leine im Propeller, auch so ein Moment, bei dem der Puls kurz etwas höher schlägt. Und natürlich gab es die zahlreichen Anlegemanöver: Mal war die Ankerkette zu kurz, mal kam der Wind genau aus der Richtung, aus der man ihn beim besten Willen nicht gebrauchen konnte. Mal hatten wir cholerische Hafen Rumpelstilzchen, mal super nette Hafenmeister und auch eine hübsche Hafenmeisterin, die mit ihrer Trillerpfeife den Skippern Paroli bot. Und da konnte man Martin in seinem Element erleben: ruhig bleiben, überlegen, ausprobieren, neu ansetzen und irgendwann lag das Boot dann doch dort, wo es hin sollte.
Gerade bei starkem Wind waren manche Manöver schon eine kleine Meisterleistung. Und auch wenn es manchmal mehrere Versuche brauchte, bis alles passte, hat Martin uns immer wieder sicher durch diese Situationen gebracht.
Dafür gab es zwischendurch natürlich auch jede Menge Hafenkino für die Zuschauer. Manchmal standen wir selbst am Steg und beobachteten andere Crews beim Anlegen.


Aber genau diese Momente gehören zu einem Segeltörn dazu. Denn am Ende sind es nicht nur die perfekten Segeltage, die man in Erinnerung behält, sondern vor allem die Situationen, bei denen hinterher alle sagen: „Weißt du noch damals …?“
Wir haben unglaublich viel gelacht und Abschiedstränen geweint . Wir haben gespielt, wir haben Hornochsen gekrönt, diskutiert und über Gott und die Welt philosophiert . Manchmal sehr tiefgründig und manchmal vermutlich nur noch dank des einen oder anderen Getränks.


Und ja, manchmal brauchte man den Spuckeimer. Auch das gehört dazu. Wer behauptet, ein Segeltörn besteht nur aus Sonnenuntergängen, türkisblauem Wasser und entspanntem Dahingleiten, war wahrscheinlich noch nie bei ordentlich Seegang unterwegs.
Es gab kleine Katastrophen, große Abenteuer und ganz viele wunderschöne Momente dazwischen.
Aber vor allem gab es vier tolle Crews.
Menschen, die ich schon kannte und wiedergesehen habe. Menschen, die ich neu kennenlernen durfte. Gemeinsame Mahlzeiten, lange Abende, albernes Lachen, gute Gespräche und sogar getanzt wurde im Cockpit . Das sind diese ganz besonderen Bordmomente.
Da merkt man erst, was so ein gemeinsamer Törn eigentlich bedeutet.


Es war nicht immer perfekt. Manchmal war es chaotisch, manchmal anstrengend und manchmal ziemlich aufregend. Aber genau daraus sind die besten Bloggeschichten entstanden und woraus man am Ende noch viel Seemannsgarn spinnen kann. Alles geht mal zu Ende, so wie diese vier Törns.

Wie es für uns weitergeht?
Martin und ich fliegen erst einmal nach Kreta. Ein bisschen Urlaub machen, die Seele baumeln lassen und die gemeinsame Zeit genießen. Martin möchte mir die Insel zeigen, die für viele Sommer seine Heimat war.


Ob es von dort auch den einen oder anderen Blogeintrag geben wird, weiß ich noch nicht. Schaut einfach ab und zu mal vorbei, vielleicht gibt es ja etwas zu erzählen. Nach unserer Rückkehr steht für Martin daheim die Planung für die nächste Saison mit dem Hausboot Vlinder auf dem Programm.
Was euch dort erwartet, erfahrt ihr wie immer dann bald in Martins Newsletter.

Und nicht vergessen: im Januar bis März sind wir in Sansibar zum Segeln.