Aug.

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Wieder begrüßte uns ein strahlender Morgen an der Saar bei Besseringen. Ganz früh lag ein Nebelschleier über dem Fluss . In der Nacht kühlt es zum Glück immer angenehm ab, sodass wir unser leckeres Frühstück ganz entspannt an Deck genießen konnten.
Nach dem Frühstück hieß es vom Skipper: Leinen los. Unser Ziel war heute Merzig. Die Etappe war bewusst kurz gewählt, damit Martina und Norwin genügend Zeit für ihren geplanten Ausflug zur Saarschleife hatten. Bereits nach etwa einer Stunde legten wir in Merzig an. Beim Festmachen ist Norwin inzwischen schon richtig eingespielt ,jeder Handgriff sitzt.
Nachdem wir angelegt hatten, machten sich Martina und Norwin auf den Weg zu ihrem Auto, das Norwin bereits am Vortag vorausgefahren hatte. Martin und ich nutzten die Zeit an Bord, erledigten ein paar Arbeiten und ließen gleich noch eine Maschine Wäsche laufen.
Schon bald erreichten uns die ersten Fotos von ihrem Ausflug. Von der Aussichtsplattform Cloef und dem Baumwipfelpfad bot sich ihnen ein wunderschöner Blick auf die Saarschleife. Beide waren begeistert. Anschließend fuhren sie weiter zur Römischen Villa Nennig.


Berühmt ist die Villa vor allem wegen ihres prachtvollen Mosaikbodens, der zu den spektakulärsten seiner Art nördlich der Alpen zählt. Damit gehört sie zu den bedeutendsten römischen Baudenkmälern des Saarlandes. Die Motive des außergewöhnlich gut erhaltenen Mosaiks sind weltweit bekannt und zeigen in acht symmetrisch angeordneten Bildfeldern den Ablauf eines Spektakels im Amphitheater .
Am späten Nachmittag kamen die beiden voller Begeisterung zurück an Bord und erzählten von dem faszinierenden Mosaik und dem herrlichen Ausblick über die Saarschleife. Danach gönnten wir uns alle noch eine kleine Pause, bevor wir uns gegen 19 Uhr zu Fuß auf den Weg in die Merziger Altstadt machten.
Martina hatte ein gemütliches, typisch saarländisches Lokal ausgesucht, das auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann. Der Jugendstilbau entstand um die Jahrhundertwende und beherbergte über drei Jahrzehnte eines der bekanntesten Warenhäuser der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Gebäude lange leer, wurde später von verschiedenen Eigentümern genutzt und diente zwischenzeitlich sogar als Autohaus. In den vergangenen Jahrzehnten zog schließlich die Gastronomie ein – und das war für uns ein Glücksfall. Das Essen war ausgesprochen lecker und mehr als reichlich.
Auch der Rückweg durch die Stadt war sehr schön. Die vielen gut erhaltenen Barockbauten verleihen Merzig einen ganz besonderen Charme.


Zurück an Bord durfte natürlich unsere inzwischen traditionelle Runde Wizard nicht fehlen. Diesmal spielten wir im Dunkeln bei Lampenlicht. Wir haben so viel gelacht, dass man unsere Kommentare eigentlich hätte aufnehmen müssen. Martin sicherte sich den Sieg, Norwin belegte den zweiten Platz.
Gegen 23 Uhr wurde es draußen spürbar frisch. Müde verschwanden wir nach einem rundum gelungenen Tag in unsere Kabinen. Nur Norwin blieb noch eine Weile an Deck, genoss die klare Nachtluft und die wohltuende Ruhe auf der Saar.