Okt.

13

Die Nacht war eigentlich ganz ruhig ,wenn da nicht das Gequietsche einer Festmacherleine gewesen wäre. Norbert hielt es morgens um vier Uhr schließlich nicht mehr aus und kümmerte sich darum. Danach war wieder Ruhe an Bord.
Am Morgen zeigte sich die Chora von ihrer schönsten Seite, als die aufgehende Sonne die weißen Häuser in einem tollen Licht anstrahlte.. Ein herrlicher Anblick.

Nach unserem wie immer reichhaltigen Frühstück rief Martin die ganze Mannschaft zusammen. Da das Anlegemanöver am Vortag noch etwas holprig verlaufen war, gab es kurzerhand eine kleine Nachhilfestunde. Martin zeigte noch einmal, wie man die Leinen richtig auf den Klampen belegt und wie man sie beim Anlegen geschickt wirft.


Danach hieß es wieder: Leinen los und Anker auf.


Etwa fünf Stunden lagen vor uns. Leider spielte der Wind zunächst nicht mit, sodass wir die Strecke unter Motor zurücklegen mussten. Dafür verwöhnte uns die Sonne, und wir konnten es uns an Deck gemütlich machen. Gegen Mittag kam dann tatsächlich etwas Wind auf ,allerdings genau aus der Richtung, in die wir wollten. Und als wäre das nicht genug, frischte er auch noch ordentlich auf.


Waltraud hatte Martin inzwischen nach einem Badestopp gefragt. Seine Antwort war natürlich: Klar, kein Problem. Um 15 Uhr erreichten wir die wunderschöne Bucht von Kolona. Hier hatten wir beim ersten Törn auf der anderen Seite geankert, ganz in der Nähe der heißen Quelle.
Nach Kaffee und Kuchen hielt es Alex und Klaus nicht mehr an Bord. Sie schnappten sich gleich ein SUP und sprangen ins Wasser. Von dort aus schwammen sie sogar bis hinüber zur Sandbank. Und Waltraud wagte auch den Sprung ins kühle Nass. Die übrige Mannschaft beobachtete das Ganze lieber gemütlich vom Boot aus.


Als alle Schwimmer wieder wohlbehalten an Bord waren, lichteten wir den Anker und machten uns auf den Weg nach Merihas.
Und siehe da: Das Anlegemanöver klappte heute schon deutlich besser! Nach gerade einmal zehn Minuten war alles erledigt. Prima.


Anschließend machte sich die gesamte Crew auf den Weg an Land, um den kleinen Hafenort ein wenig zu erkunden. Martin und ich bummelten ebenfalls durch die Straßen. Zunächst ging es über gefühlt unzählige Treppen nach oben, vorbei an vielen leer stehenden Apartments, die offenbar bereits für die Winterpause vorbereitet waren. Von oben hatten wir dafür einen schönen Blick hinunter auf die Marina.


Mitten im Dorf sprach uns dann ein Wirt an. Wir standen gerade vor seiner Taverne, und er erzählte uns begeistert von den griechischen Gerichten, die seine Mama alle selbst zubereitet. Ob wir nicht am Abend zum Essen kommen wollten? Er drückte Martin noch seine Visitenkarte in die Hand.
Das klang doch richtig gut! Wir wollten die Idee erst einmal mit der Crew besprechen und versprachen, uns zu melden.
Als wir zum Boot zurückkamen, stellte sich heraus, dass der gute Mann offenbar sehr fleißig gewesen war: Jeder hatte mittlerweile seine Visitenkarte bekommen. Er hatte einfach alle Gäste aus unserer Mannschaft angesprochen und das mit einem so angenehmen Charme, dass man ihm kaum widerstehen konnte.
Also machten wir uns um halb sieben gemeinsam auf den Weg zu Kostas’ Taverne.
Die anderen Lokale waren nahezu leer, bei Kostas dagegen war es gerammelt voll. Na, wenn das kein gutes Zeichen war! Irgendetwas musste er schließlich richtig machen.


Wir bestellten verschiedene Vorspeisen zum Teilen und dazu eine bunte Auswahl griechischer Spezialitäten: Babyziege, Souvlaki, Moussaka und Lammkoteletts. Da war für jeden etwas dabei, und schon während des Essens herrschte eine richtig gute Stimmung.
Zurück an Bord ging der gemütliche Abend nahtlos weiter. Heute gab es ausnahmsweise einmal kein Spiel. Stattdessen saßen wir einfach zusammen, plauderten über Gott und die Welt, lachten viel und die Crew gönnte sich das eine oder andere Glas Wein.
Kein großes Programm, keine besonderen Aktivitäten , einfach ein schöner, entspannter Abend.