Nach einem etwas späteren leckereren Frühstück war es endlich so weit:


Schiffsbegehung für die Crew mit Martin.
Martin erklärte geduldig die wichtigsten Bordinstrumente, zeigte, wo die Schwimmwesten verstaut sind, erklärte die Funktionen an Deck und natürlich noch ungefähr hundert andere Dinge, die man auf einem Segelboot unbedingt wissen sollte.
Danach hieß es für unseren ersten Törn: Leinen los!

Unser Kurs führte uns in Richtung Kap Sounion, zum berühmten Poseidon-Tempel.
Alle waren hochmotiviert und bereit, endlich die Segel zu setzen. Wirklich alle? Nöööö,
Einer spielte nicht mit: der Wind.
Und so blieb Martin nichts anderes übrig, als die gesamte Strecke zu motoren. Für Susi war das allerdings gar nicht so schlecht. Sie meinte trocken, das sei doch eigentlich der perfekte Einstieg für absolute Segelanfänger. Erst einmal ganz entspannt schauen, wie das alles funktioniert – und das mit dem Segeln kommt dann später. Wo sie Recht hat, hat sie Recht.
Während wir an der Küste entlangfuhren, konnten wir die Landschaft genießen. Die Gegend wirkte sehr karg und trocken, eher braun als grün. Dazwischen tauchten immer wieder kleine, weiße Dörfer auf , typisch Griechenland und ein wunderschöner Kontrast zur Landschaft.







Am Nachmittag erreichten wir schließlich das Kap Sounion.
Bevor wir unseren Ankerplatz einnehmen konnten, war allerdings noch ein bisschen Aufmerksamkeit gefragt. Johannes und Christine beobachteten genau den Meeresgrund, damit der Anker nicht ausgerechnet zwischen den Felsen landete. Sie gaben Martin schließlich das entscheidende „Okay“.
Kurz zuvor hatte es noch eine kleine Schrecksekunde gegeben: Eine beinahe Kollision sorgte für etwas Aufregung an Bord, aber Martin reagierte geistesgegenwärtig und wich dem anderen Boot geschickt aus.Der erste Tag und schon voll die Action.
Zwischen den vielen anderen Segelbooten fanden wir schließlich unseren Platz – direkt unterhalb des Poseidon-Tempels. Was für eine Kulisse!
Und dann kam Lorenz zu seinem großen Moment: Er setzte zum ersten Mal den Anker.
Kaum lag das Boot sicher, wurde die Badeleiter ins Wasser gelassen und es dauerte nicht lange, bis die ersten Crewmitglieder im herrlich klaren Wasser verschwanden.
Johannes und ich schnappten uns währenddessen das SUP und paddelten an Land. Schließlich mussten wir noch einen Tisch in einer der Tavernen für den Abend reservieren.
Diejenigen, die an Bord geblieben waren, durften sich derweil über frischen Käsekuchen zum Kaffee freuen, den ich am Morgen noch gebacken hatte. Man muss schließlich auch auf die kulinarische Versorgung der Crew achten.

Nach und nach waren fast alle im Wasser, anschließend wurde an Bord ausgiebig gechillt. Die letzte Nacht war schließlich für einige doch etwas länger gewesen.
Am Abend ging es dann mit dem Dinghi an Land. Von dort führte ein Aufstieg hinauf zum Poseidon-Tempel.
Mut uns pilgerten gefühlt Tausende Menschen denselben Weg hinauf. Das Ziel war bei den meisten eindeutig: das perfekte Sonnenuntergangsfoto.


Für den stolzen Eintrittspreis von 20 Euro pro Person durften wir schließlich das Tempelgelände betreten.
Aber zugegeben: Die Atmosphäre dort oben war schon beeindruckend.
Der Poseidon-Tempel thront hoch über dem Meer, und die Aussicht ist einfach grandios. Überall Menschen, die vor den alten Säulen posierten, sich gegenseitig fotografierten und versuchten, den perfekten Moment einzufangen.
Wir natürlich auch.
Mit verschiedenen Posen entstanden dabei tatsächlich richtig tolle Fotos.


Und nachdem wir morgens schon so viel Glück mit dem fehlenden Wind hatten, hatten wir auch beim Sonnenuntergang Glück – allerdings auf eine etwas andere Art.
Der Himmel war tatsächlich bewölkt. Wahrscheinlich war das seit Wochen das erste Mal, meinte Johannes.
Aber egal, es war ein wunderschönes Erlebnis. Die Stimmung, der Tempel, das Meer und die Menschenmenge.
Um 19:40 Uhr kam dann die Durchsage, dass das Gelände nun verlassen werden müsse. Verstärkt wurde diese Aufforderung durch Trillerpfeifen.





Nach dem Abstieg ging es zurück in die Taverne, in der Johannes und ich vorher den Tisch reserviert hatten. Werner saß schon da und wartete auf uns.
Das griechische Essen war wirklich lecker! Bei gutem Essen, Wein und netten Gesprächen ließen wir den Tag langsam ausklingen.
Den Ouzo gab es dann allerdings erst wieder auf dem Boot.


Zurück an Bord verabschiedeten sich einige ziemlich schnell in ihre Koje. Die anderen blieben noch sitzen und aus den lustigen Gesprächen wurden irgendwann sogar richtig tiefsinnige.
So wurde es wieder später als geplant.
Der erste Törn hatte begonnen, der Poseidon-Tempel war erobert, der erste Anker erfolgreich gesetzt, die ersten Schwimmzüge waren gemacht – und die Crew hatte bereits bewiesen, dass sie nicht nur segeln, sondern auch gemeinsam lachen, essen und bis spät in die Nacht philosophieren kann.
Nur einer muss noch überzeugt werden:
DER WIND
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