Aug.

18

Obwohl es am Morgen noch ziemlich frisch war, konnten wir tatsächlich an Deck frühstücken. Zum Frühstück war Götz schon zu ersten Späßen aufgelegt – die Eierschalen mussten dran glauben.
Vorher hatte er bereits ein paar Filmsequenzen gedreht und die Drohne in Richtung Marienkapelle geschickt. Gut gelaunt hieß es dann gegen 10 Uhr Leinen los.
Bevor wir starteten, verkabelte uns Götz noch kurzerhand. Er wollte unsere Kommunikation während der Fahrt einmal mitschneiden. Martin gab die Kommandos und so kamen wir wieder einmal perfekt aus unserer maßgeschneiderten Parklücke heraus.


Gleich danach erwarteten uns eine Schleuse und ein Trockendock. Götz lief voraus, um uns von außen zu filmen. Das Schleusen klappte wie immer prima.


Der anschließende Kanalabschnitt war zwar wunderschön idyllisch und wunderbar authentisch, aber der enorme Wassermangel machte sich hier ganz besonders bemerkbar. Es fehlt mindestens ein halber Meter Wasser! Martin konnte deshalb nur mit maximal drei Stundenkilometern fahren. Man sah sogar deutlich die Schlammrinne , die hinter dem Ruder aufgewirbelt wurde und viele Bäume links und rechts am Ufer sahen schon fast wie im Spätherbst aus. Nur das Schilf wucherte.


An der zweiten Schleuse stieg Götz wieder aus. Mit dem Klappradl begleitete er uns auf dem Radweg um weitere Aufnahmen von außen und mit der Drohne zu machen. Isabel und ich hatten derweil einen wichtigen Job: Wir saßen brav vorne am Bug und gaben die perfekten Statisten.


Auch unsere Ankunft und das Anlegen im Port de Plaisance von Saaralbe wurden von Götz und seiner Drohne festgehalten. Alles lief wieder einmal wie am Schnürchen.
Und während wir noch richtig beim Anlegen waren, lief an Bord bereits die Kaffeemaschine. Die Sahne für den Zwetschgendatschi war ebenfalls schon fertig.


Nach dem Kaffeetrinken schwangen sich Martin und Götz wieder auf die Fahrräder. Sie fuhren zurück zum Auto nach Wittring, während Isabel und ich uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt machten.


Schon von weitem ist die Kirche Saint Martin zu sehen. Sie ist etwas ganz Besonderes. Vor Ort wird sie sogar gerne als Kathedrale der Saar bezeichnet.
Die Kirche wurde zwischen 1904 und 1907 erbaut , in einer Zeit, als Sarralbe zum Deutschen Reich gehörte. Entworfen wurde sie nach den Plänen des Bonner Architekten Johann Adam Rüppel. Besonders beeindruckend sind die beiden Türme, die fast 70 Meter in den Himmel ragen.
Direkt neben der Kirche steht mit dem Porte d‘ Albe, ein echtes Stück Mittelalter. Der alte Stadttorturm stammt bereits aus dem 12. Jahrhundert und ist damit mehrere hundert Jahre älter als die imposante Kirche.


Anschließend schauten wir uns noch die alte Mühle von Sarralbe zumindest von außen an. Sie liegt direkt an der Saar, am Zusammenfluss mit der Albe. Die Ursprünge der Mühle reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Seit sechs Generationen wird sie als Familienbetrieb geführt und verbindet traditionelles Müllerhandwerk mit moderner Mühlentechnik.
Im 14. Jahrhundert gehörte die Mühle einst den Bischöfen von Metz.


Damit hatten wir Sarralbe auch schon ziemlich gut erkundet. Viel mehr hat die kleine Stadt leider nicht zu bieten. Also machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Boot.
Martin und Götz waren inzwischen mit dem Auto schon zum nächsten Anlegeplatz vorausgefahren und kamen gegen 18 Uhr wieder zurück.
Und dann hatten sie Glück im Unglück: Kaum waren sie wieder da, fing es an zu regnen. Allerdings war der Spuk nach einer guten Stunde auch schon wieder vorbei.
Heute beschlossen wir, in eine Pizzeria essen zu gehen, leider hatten die französischen Restaurants alle zu. Aber es war sehr lecker und der Besitzer total freundlich. So ging wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende.