Heute Morgen war es noch ziemlich frisch, und Martin wollte zeitig zur Schengen Marina nach Schwebsange fahren, um nach unserem reservierten Liegeplatz zu schauen und gleich die Gelegenheit zu nutzen, die Vlinder zum Tanken anzumelden.
Da es nur ein paar Kilometer waren, fuhren wir mit dem Auto voraus. In der Capitanerie gaben wir Bescheid und radelten anschließend gemütlich zurück zum Boot. Dann hieß es auch schon: Leinen los!
Kurz vor elf Uhr erreichten wir die Marina und erfuhren dort, dass wir uns noch etwas gedulden mussten. Die Tankstelle wartete auf eine Lieferung Benzin und Diesel, doch der Tanklaster steckte irgendwo fest. Vor eins würde das wohl nichts werden.
In der Zwischenzeit füllte sich die Tankstelle immer mehr mit Booten. Wir waren eigentlich Nummer zwei in der Reihe, allerdings hatte sich zwischenzeitlich noch jemand vorgedrängelt. Aber wir ließen uns die Wartezeit nicht verderben und genossen erstmal ein ausgiebiges, spätes Frühstück an Bord.

Dann kam endlich der erlösende Moment: Der Tanklaster traf ein und die Arbeit konnte beginnen. Gegen halb drei waren wir schließlich an der Reihe. Martin meinte nur: „Gott sei Dank waren wir so früh da.“





Denn einfach war das Manöver nicht. Zuerst musste er in den Hafen hineinfahren und anschließend die 25 Meter lange Vlinder rückwärts an die Tankstelle bringen. Kein leichtes Unterfangen aber Martin blieb wie immer ganz ruhig und souverän und manövrierte sein Schiff perfekt an den Platz.
Dann begann das Tanken – allerdings in Zeitlupe. Der Diesel lief mit ungefähr 4 Minuten pro 100 Liter in die Tanks. Bei knapp 1200 Litern Bedarf bedeutete das: Warten, warten, warten. So verbrachten wir tatsächlich bis 16 Uhr unsere Zeit direkt an der Tankstelle.
Danach stand noch ein weiteres anspruchsvolles Manöver an: Rückwärts aus der Marina heraus, drehen und anschließend wieder rückwärts hinein, damit wir an unserem Liegeplatz an der Mauer anlegen konnten. Martin macht das wirklich super, aber auch für ihn sind solche Situationen jedes Mal ein Moment voller Konzentration und Spannung.


Als wir endlich festgemacht haben, gab es für den Kapitän ziemlich verspätet seinen Kaffee mit einem Stück Kuchen.
Am Abend machten wir uns auf den Weg zu einem richtig schönen Lokal direkt am Hafen. Mit Blick auf die Mosel ließen wir den ereignisreichen Tag bei einem Aperol und einem leckeren Essen gemütlich ausklingen.



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