Jan.

19

Der erste Morgen auf dem Boot war ganz chillig. Ich ging früh in die Stadt um Baguette und Croissants zu holen und als ich zurück aufs Boot kam , sind so nach und nach alle aus den Kojen gekommen. Während dem Frühstück besprachen wir dann den Einkauf, wer für was zuständig ist. Mit vielen leeren Taschen gingen wir los. Nur Norbert lag leider mit Fieber flach und blieb noch in der Koje und Martin hatte noch einige Mängel entdeckt, die die Mannschaft von der Marina vor dem Start ausbessern musste. Jeder hatte seinen Part von der Einkaufsliste abfotografiert und so schoben wir die Einkaufswägen, die sich langsam füllten durch die Gänge. Waltraud ging gleich in die Getränkeabteilung. Das war der größte Teil von der Liste. Götz und Katrin kümmerten sich um die Küchenutensilien und Matthias schaute nach Konserven und half noch der Waltraud. Ute fand man in der Knabberabteilung, sie suchte nach Nüssen usw. Ich schwebte durch die Kühlregale und schlug beim Obst und Gemüse zu. Nach und nach konnte ich in der Liste fast alle Haken setzen. An der Kasse halfen die netten Mitarbeiter beim Einpacken. Vor dem Laden wurden alle Lebensmittel deponiert und es wurde aufs Taxi gewartet. Ich machte mich zu Fuß auf den Weg und war sogar noch vor dem Taxi in der Marina. Gemeinsam luden wir alles aus. Nun war unser Skipper, das Verstaugenie gefragt. Nach einer Stunde war alles an einem geeigneten Platz untergebracht.

Ich musste nochmal in die Stadt, weil ich den Sekundenkleber vergessen hatte. Zurück auf dem Boot machten sich so langsam alle für das Ablegen fertig und ich schob noch schnell einen Birnenkuchen in den Ofen, damit zum Kaffee der Kuchen fertig‘ ist. Die Crew von Dream Yacht Charter hat den Katamaran langsam aus der Marina gefahren und übergab dann Martin das Steuer. Jeder suchte sich sein Plätzchen , wo man die Brise und die tollen Farben des Wassers genießen konnte. Wir fuhren unter Motor ca 6,5 Meilen Richtung Norden. Pünktlich zum Kaffee fiel der Anker. Der Birnenkuchen war noch warm , aber ein bisschen dunkel. Ein kleiner Hai und ein größerer Fischschwarm kreisten ums Boot, was ein bisschen Panik auslöste. Aber es gingen dann doch alle ins Wasser. Martin kontrollierte das Boot unten vom Wasser aus und entdeckte dort ebenfalls noch Mängel.


Zurück auf dem Boot genossen alle die Sonne und Martin checkte am Kartentisch das Wetter und die Route für den nächsten Tag.
Langsam machte sich Hunger bemerkbar und ich fing an, die Soße für den Thuna vorzubereiten. Waltraud bot sich an, den grünen Salat zuzubereiten. Der Reis kochte langsam vor sich hin und Martin machte sich an dem Thunfisch. Am Tisch haben schon alle Platz genommen und warteten auf den Fisch. Der hat allen sehr gut geschmeckt. Ums Boot kreisten wieder einige Haie in freudiger Erwartung auf Reste vom Abendessen. Leider blieben nur zwei Löffel Reis übrig.


Da es ein aufregender Tag war , bekamen einige doch ziemlich bald eine Bettschwere und verabschiedeten sich bald in die Koje

Jan.

18

Heute war es endlich soweit. Pünktlich um 9.45 Uhr holte uns das Taxi ab in die Marina. Wir konnten gleich aufs Boot. Die stellvertretende Leiterin kam und für Martin begann auch sofort die Einweisung.

Eigentlich wollten wir noch ein bisschen was einkaufen, weil sonntags haben die Läden nur bis mittags offen. Damit wir wenigstens ein paar Getränke und Lebensmittel für das Frühstück an Bord haben und wir dann gemütlich am Montag alle gemeinsam einkaufen können. Ich schaute auf die Uhr und beschloss, dass ich alleine zum Supermarkt gehe. Mit dem langen Einkaufszettel füllte ich einen Einkaufswagen um den anderen. Ich hatte ja nur noch 45 Minuten Zeit. Die vollen Wägen stellte ich an die Kasse und die netten Verkäufer packten mir schon mal alles in Taschen. Pünktlich um halb zwölf stand ich mit meinem Einkauf vor dem Supermarkt und die Rollos gingen runter. Die Ladies haben gesagt, Taxi kommt gleich. Martin hat mir geschrieben, dass die ersten Gäste schon an Bord sind. Katrin und Götz wollten um eins kommen. Tja, und nun stand ich da mutterseelenallein auf der Hauptstraße und wartete aufs Taxi, aber es kam keins. Wie in dem bekannten Schlagersong….jetzt hab ich wieder einer Ohrwurm…30 min später hielt ein kleiner Bus und fragte, ob ich ein Taxi brauche. Dankbar belud ich mit dem freundlichen älteren Herrn ohne Zähne das Fahrzeug. Er unterhielt sich mit seiner Schwester und machte sich glaub ich , über den großen Einkauf lustig.


In der Marina mussten wir alles wieder ausladen, da kamen aber schon die netten Helferlein von der Crew und halfen fleissig mit. Jetzt muss erst mal nach Stauraum und Platz gesucht werden. Wir kriegten gut alles unter. Mittlerweile kamen auch die beiden Berliner an Bord. Jeder brauchte jetzt ein bisschen Zeit um sich zu orientieren und seine Sachen zu verstauen. Um drei gab es Kaffee und Kuchen und jeder erzählte so ein bisschen. Martin zeigte dann der Crew das Schiff und machte auch gleich die Sicherheitseinweisung.

Die Zeit verging und plötzlich war es schon kurz nach sechs. Martin reservierte im Snack Tonoi. Das hatte ich noch vom letzten Jahr in Erinnerung mit kleinen Portionen und das Essen war nicht wirklich gut. Es war leider das einzige Restaurant, dass am Sonntag Abend geöffnet hat. Matthias und ich gingen zu Fuß und der Rest der Crew kam mit dem Taxi. Unterwegs wurden wir von zwei recht aggressiven Hunden attackiert. Die hatten uns schon fast an der Wade, aber wir gingen mutig weiter und ließen uns von den Kläffern nicht beeindrucken. , Im Restaurant sassen wunderschön am Wasser. Und wir wurden echt positiv überrascht. Die Portionen waren üppig und das Essen war super lecker.


Mit dem Taxi ging es zurück aufs Boot und Matthias und Norbert holten das Ankerbier nach. Wir saßen noch ein bisschen zusammen, aber nach dem aufregenden Tag gingen alle zeitig in die Koje.

Jan.

17

Auch heute hat es mit den Kanus nicht geklappt. Schade. Am Vormittag regnete es wieder mal, außerdem kam Götz kurz auf einen Kaffee vorbei. Wir besprachen noch das weitere Vorgehen für Sonntag, da der Vermieter von Katrin und Götz uns am Sonntag Obst und Gemüse von seiner Plantage direkt aufs Boot liefert. Nachmittags hatte Martin mit den Vorbereitungen zum Törn, wie Wetter und Windcheck für die ersten Tage zu tun und ich hab einen Kuchen für unser erstes gemeinsames Treffen auf dem Boot gebacken. Nachmittags kam sogar kurz die Sonne raus. Am Abend noch die Taschen für die Abreise zur Marina packen. Taxi hat uns unsere Vermieterin schon für 9.45 Uhr bestellt.

Jan.

16

Dauerregen die ganze Nacht und kaum hat es aufgehört morgens um vier, durchstreift die Gockel Mafia die Gegend und jeder will den anderen mit der Lautstärke übertrumpfen. Wenn ich dann die Terrassentür öffne, hab ich das Gefühl, die grinsen sich eins und machen gegenseitig high five wenn sie da so vor dem Tor patrouillieren.
Ich bleib ein bisschen auf der Terrasse sitzen und geh doch noch mal ins Bett zum Lesen. Um sieben steh ich dann auf, koch derweil Tee und bereite das Frühstück vor. Auch wenn Martin sich zu der Zeit noch zweimal umdreht.
Später nach dem Frühstück radelten wir zusammen mit den Rädern in die Stadt.

Martin fuhr weiter in die Marina und wollte sich das Boot anschauen und ich bummelte ein bisschen durch die Straßen. Vor der Markthalle haben sich lauter ältere Leute zum Singen und Musizieren getroffen . Ich bin ganz lange stehen geblieben, weil die Melodien so schön waren. Ich war gefühlt die einzige, die stehen blieb. Die Senioren hatten soviel Spaß und ich auch.

Dann hab ich mich noch ein bisschen umgeschaut, war in dem örtlichen kleinen Supermarkt. Da sind einige Sachen schon günstiger als im großen Carrefour. Bei den Mengen, die wir brauchen, macht das schon was aus. Martin kam von der Marina zurück und wir radelten gemütlich zu unserer Lodge. Unterwegs nahmen wir noch Ananas mit. Anlauf Nummer zwei , um mit den Kajaks zum Motu rüber zu paddeln, aber es kündigte sich schon wieder Regen an. Dann eben Siesta und vielleicht klappt es später.
Nach Kaffee, Kuchen und Ananas sah es immer noch nicht so aus, das wir zum Strand auf das MOTU paddeln können.


Einmal können wir noch verschieben, am Sonntag geht es endlich aufs Boot. Martin erledigte noch ein bisschen Bürokram und danach spielten wir noch ein paar Runden Backgammon und Kniffel, bevor wir abends zum Essen gingen. Wir entschieden, die zwei Kilometer zu Fuß zu gehen, denn die Räder hatten kein Licht und die Straße ist doch recht gut befahren. Das Lokal war eine einfache Halle mit Pizzaofen , ein bisschen Deko und ein paar Tische und Stühle. Es standen einige Autos davor, das waren aber alles Abholer. Wir waren innen die einzigen Gäste.

Das Essen kam recht schnell und war lecker. Immer wieder kamen Leute um ihre bestellten Gerichte abzuholen. Als wir bezahlt haben, hat ein Fahrer gerade eine größere Bestellung ins Auto verfrachtet. Martin nutze die Chance und fragte, ob er uns die 2km mitnehmen könnte. Erst zögerte er, dann meinte er, es ist nur ein Platz im Auto. Kurzerhand wurde Martin hinten zu der Pizzalieferung gesperrt und los ging es. So kamen wir sicher zuhause in unserer kleinen Lodge an.

Jan.

15

Unser erster Morgen auf Raiatea begann mit dem Gekrähe der Hähne und dem Gegackere ihrer Hühnergang. Und das schon ziemlich früh. Martin stört das ja überhaupt nicht und ich war eh schon wach.
Gestern Abend saßen viele von dem Geflügel gegenüber in einem Mangobaum und man glaub es kaum, die haben an den reifen Mangos gepickt.


Dicke Wolken hingen am Himmel und oben in den Bergen. Trotzdem fuhren wir nach dem Frühstück mit unseren Rädern Richtung Uturoa, der Hauptstadt der Insel. Hat nicht lange gedauert und ein Wolkenbruch platzte auf uns runter. Erst wollten wir in einer Telefonzelle Unterschlupf suchen, aber da hat die Hälfte an Scheiben gefehlt, aber gleich daneben war eine Bushaltestelle. Eigentlich war es eh egal, wir waren schon tropfnass. Nach ungefähr 10 Minuten konnten wir weiter radeln.

Zuerst suchten wir den Friseursalon von unseren Vermietern Tepairu und Jeff an der Hauptstraße. Der kleine Laden mit 3 Sitzplätzen war voll und die beiden begrüßten uns herzlich , während sie an den Kunden weiter rasierten und Haare schnitten. Wir regelten das Finanzielle, sie gaben uns ein paar Tipps und beantworteten noch offene Fragen und danach fuhren wir weiter in die Dream Yacht Charter Marina. Martin fragte nach Olivier, dem Chef, der letztes Jahr auch schon da war. Das Boot, das Martin für Sonntag gechartert hat, war nicht da, kommt erst am nächsten Tag in der Früh. Nach der Marina war noch ein Supermarkt, den wir uns anschauen wollten. Das war ein kleiner Proxy, die gibt es in Frankreich auch oft. Das Angebot hielt sich in Grenzen. Wir werden wahrscheinlich doch das Meiste von unserem Großeinkauf im neuen Carrefour machen, den gab es tatsächlich letztes Jahr noch nicht. In der großen Markthalle gibt es dazu das frische Obst und Gemüse.


Um die Mittagszeit machen alle Läden zu, deswegen haben wir in einem kleinen Café Pause gemacht. Für Martin gab’s einen Café au lait mit einer Apfeltarte und ich blieb bei einer Coke.
Dort verbrachten wir ne gute Stunde und beobachteten ein bisschen die Leute. Die Wassertaxis gegenüber hatten heute auch nicht viel zu tun.


Nach unserer Pause erkundeten wir den großen Carrefour. Der war riesig und leer. Fast keine Kundschaft drin. Wir schauten uns schon mal für den Großeinkauf um. Die Preise sind horrend, aber er ist halt gut sortiert. Am Samstag wollte ich einen Kuchen backen für den ersten Nachmittagskaffee an Bord, dafür nahmen wir ein paar Zutaten mit. Der Betrag an der Kasse war unglaublich🙈.
Zuhause wurden die paar Sachen in den Kühlschrank verstaut und wir gingen zu Fuß in den Supermarkt ums Eck, weil im Carrefour waren die Eier aus. Dann fing es so richtig an zu schütten, das würde nicht so schnell wieder aufhören.
Auf unserer Terrasse daheim gab es Kaffee und Kuchen und Martin bereitete schon mal das Angelzeug vor.

Es hat sich so richtig eingeregnet und wir konnten nicht mehr vor die Tür. Eigentlich wollten wir essen gehen, aber dann machten wir Brotzeit auf der Terrasse. Später entdeckte ich, dass man auf unserem Fernseher auch auf YouTube deutschen Tatort schauen konnte. Na wenn schon denn schon , dann die ulkigen Münsteraner. Somit war der Abend auch gerettet.