Juni

22

Nach einem leckeren Frühstück unter den schattigen Bäumen legten wir wieder ab und nahmen Kurs auf Straßburg. Auf dem Weg mussten wir drei Schleusen bergab passieren. Für eine kleine Pause steuerte Martin den Rastplatz mit dem kuriosen Namen „Le Fleischwurst“ an. Natürlich habe ich gleich versucht herauszufinden, woher dieser Name stammt. Nach einer ausgiebigen Recherche musste ich allerdings feststellen: Das Geheimnis bleibt vorerst ungelüftet .Stattdessen wurde empfohlen, sich an den Heimatverein oder das Ortsarchiv zu wenden.


Derweil machten sich Martin und Richard mit den Fahrrädern auf den Weg zurück nach Dettwiller, um die Autos bereits nach Hochfelden zu bringen. Dort wollten wir nach dem Anlegen die Brauerei Meteor besichtigen. Andrea und ich blieben im Schatten am Rastplatz zurück.


Die Brasserie Meteor in Hochfelden ist eine echte Institution der französischen Bierkultur. Sie gilt als die älteste Brauerei Frankreichs, die noch immer an ihrem ursprünglichen Standort produziert. Gegründet wurde sie bereits im Jahr 1640 und befindet sich bis heute in Familienbesitz – inzwischen in der achten Generation der Familie Haag.
Leider stellte sich vor Ort heraus, dass die Brauerei montags geschlossen ist , ganz anders, als es im Internet angegeben war. Also wurde kurzerhand umgeplant: Statt Brauereibesichtigung gab es Kaffee und Rhabarberkuchen an Bord.
Unser Liegeplatz bot erneut Sitzmöglichkeiten im Schatten großer Bäume. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 36 Grad war das genau das Richtige . Dort genossen wir später auch unser Abendessen und wurden dabei immer wieder freundlich von vorbeikommenden Spaziergängern und Radfahrern gegrüßt, die trotz der Hitze unterwegs waren.
Am Abend versuchte Martin noch, das Boot mit Wasser etwas herunterzukühlen. Wirklich viel brachte das allerdings nicht, weil sich das Wasser vom Kanal natürlich auch erwärmt hat. . So blieben wir an Deck, spielten eine Runde Kniffel und Wizard und genossen die laue Sommernacht, bis wir nichts mehr gesehen haben.

Juni

21

Bei hochsommerlichen 35 Grad Außentemperatur und gefühlt mindestens genauso viel im Inneren der Vlinder stand gestern vor allem eines auf dem Programm, alles langsam machen und entschleunigen.
Die Kabinen und das Bad habe ich noch für unsere neuen Gäste vorbereitet, doch danach war an Arbeiten nicht mehr zu denken. Bei diesen Saunatemperaturen zog es uns direkt an Deck unter unser Sonnendach , wo wir es uns gemütlich machten und die Ruhe genossen.
Am Abend schauten Martin und ich das WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste , das hat sich ja in der zweiten Halbzeit noch gedreht und Deutschland ging als Sieger in dieser Partie hervor.


Der Sonntag begann für mich mit einem Einkauf. Praktisch, dass manche Supermärkte in Frankreich auch sonntags bis Mittag geöffnet haben. Gegen 11 Uhr erwarteten wir Andrea und Richard aus der Pfalz.
Unser erstes gemeinsames Frühstück genossen wir entspannt unter den schattigen Bäumen neben dem Boot. Andrea und Richard kennen das Leben an Bord bereits bestens. Gemeinsam mit Martin waren sie schon in der Südsee segeln und auch im vergangenen Jahr haben sie die sommerliche Hitze hier auf der Vlinder miterlebt.
Den Nachmittag verbrachten wir ebenfalls im Schatten. Die Liegestühle wanderten unter die Bäume, und auch der Kaffee schmeckte dort gleich besser. Vor allem wehte hin und wieder ein kleines Lüftchen , was bei diesen Temperaturen ein wahrer Luxus ist.


Für den Abend war Grillen geplant. Dafür habe ich noch einen Kartoffelsalat, einen grünen Salat und eine frische Kräuterbutter vorbereitet. Während Andrea und Richard ihr schattiges Plätzchen genossen, erzählten sie begeistert von ihrer Weltreise auf dem Kreuzfahrtschiff Amera, die sie Ende letzten Jahres begonnen und im April beendet hatten. Dabei gab es viele spannende und lustige Anekdoten, die sie erzählten.
Martin kümmerte sich derweil um den Grill und heizte ihn an. Den Tisch deckten wir mit einer schönen Tischdecke festlich ein, und schon bald duftete es nach Steaks und Würstchen.


Grillen geht einfach immer , besonders an einem lauen Sommerabend neben dem Hausboot.
Mit Geschichten vom Segeln, fernen Ländern und vielen Abenteuern ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und gingen in die Kojen.

Juni

18

Brigitte und Peter sowie Michaela und Johannes

Juni

18

Heute hieß es Abschied nehmen: Nach zehn ereignisreichen Tagen verließen uns unsere vier Gäste aus Österreich. Nach einem ausgiebigen und herzhaften Frühstück packten Manuela, Brigitte, Johannes und Peter ihre Koffer und bereiteten sich auf die Heimreise vor. Sie haben auch ganz herzliche Einträge im Gästebuch hinterlassen.


Die liebe Manuela von genussstelierschatz.at hat uns während ihres Aufenthalts mit allerlei leckeren , teils typisch österreichischen Spezialitäten verwöhnt. Alle waren eine tolle Unterstützung an Bord , ob in den Schleusen, beim Anlegen oder als engagierte Co-Kapitäne. Vor allem aber haben wir in den vergangenen Tagen viel gelacht , viel Wizard gespielt und eine schöne Zeit miteinander verbracht.

Auch das Wetter zeigte in den letzten zehn Tagen wirklich alle Facetten: Von Regen, Wind und kühlen Temperaturen bis hin zu strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen 30 Grad war alles dabei.
Unsere Gäste brachen schon früh auf, denn auf dem Heimweg stand noch ein Besuch des beeindruckenden Château Haut Barr auf ihrem Programm.


An Bord nutzten wir das herrliche Sommerwetter direkt aus und ließen gleich vier Maschinen Wäsche laufen. Bei den hohen Temperaturen war alles im Handumdrehen getrocknet.
Am Nachmittag spazierten Martín und ich in die Stadt auf ein Eis , bei dieser Hitze gibt es schließlich kaum etwas Besseres.
Am Abend fand in der Marina ein Musikabend statt. Wir entschieden uns jedoch für einen entspannten und ruhigen Abend an Deck. Ganz ohne die Rockmusik mussten wir trotzdem nicht auskommen , die Klänge waren auch von unserem Liegeplatz aus noch gut zu hören.
So geht ein weiterer schöner Tag an Bord zu Ende.

Juni

17

Heute Morgen gab es endlich wieder frische Croissants aus der tollen Boulangerie in Lutzelburg. Die Männer blieben allerdings ihrer herzhaften Frühstücksvariante mit Spiegeleiern und Schinken treu. Nach einem gemütlichen Frühstück an Deck mit Blick auf die Lutzelburg legten wir kurz nach 10 Uhr ab.


Vorher haben Manuela und ich noch einen Käsekuchen mit Kirschen gebacken. Sie hatte sich diesen Kuchen für heute gewünscht, und dann haben wir ihn gemeinsam zubereitet.
Auf dieser Etappe übernahm Johannes wieder das Steuer. Vor uns lagen auf dem Weg nach Saverne neun Schleusen. Außerdem verabschiedeten wir uns von Lothringen und erreichten das Elsass. Irgendwie wirken die Ortschaften hier gleich noch ein bisschen gemütlicher , allein schon wegen der vielen urigen Fachwerkhäuser.


Es war eine schöne entspannte Fahrt durch eine herrlich grüne Landschaft mit viel Wald. An den Schleusen bergab mussten wir heute kaum warten. Ein besonderes Highlight war die große Schleuse mit ihren fünf Metern Höhenunterschied hinunter zur Marina von Saverne. Hier hatten wir wieder viele Zuschauer, denn durch das schöne Wetter waren viele Leute unterwegs.
In der Marina wurden wir bereits erwartet und bekamen direkt unseren Liegeplatz zugewiesen. Anders als beim letzten Mal lagen wir heute nicht im Seitenkanal, sondern durften ganz am Ende der Marina festmachen.
Kaum waren wir fertig, stand Peter Herden vor uns , der ehemalige Besitzer von Martins Hausboot. Das war eine Überraschung. Er liegt mit seinem neuen, kleineren Boot im Seitenkanal. Nach einem kurzen Plausch ging er wieder zurück auf sein Boot. Bei uns lief inzwischen die Kaffeemaschine, und unser Käsekuchen mit Kirschen stand schon auf dem Tisch an Deck. Langsam haben wir den Dreh mit dem neuen Ofen raus , der Kuchen war perfekt gelungen.


Anschließend machten sich Manuela, Johannes, Brigitte und Peter auf den Weg, um Saverne zu erkunden und vielleicht noch das eine oder andere Souvenir zu ergattern. Ich blieb an Bord und las entspannt an Deck. Später kamen Ellen und Peter Herden noch kurz vorbei – wir werden uns in den nächsten zwei Tagen sicher noch öfter über den Weg laufen.


Währenddessen kam auch schon eine WhatsApp-Nachricht mit dem Treffpunkt für das Abendessen: Die anderen hatten eine Pizzeria in der Altstadt ausgesucht.
Die Gerichte waren ok und reichlich.


Zurück auf dem Boot spielten wir an Deck eine letzte Runde Wizard, bevor es in den Salon zur nächsten Fussballpartie England gegen Kroatien ging. Manuela und ich saßen oben und lasen in unseren Büchern. Den Kommentaren zufolge, die aus dem Salon nach oben drangen, muss die Partie äußerst spannend gewesen sein.