Jan.

26

Nach dem Frühstück hieß es Anker auf Richtung Norden. Da wollten wir vor dem Hauptort der Insel , Fare, ankern. Es regnete wiedermal. Norbert und Götz sahen in ihren Regenjacken aus, als segelten sie in der Nordsee, aber nicht wie in der Südsee. Wenigstens war es warm. Doch je weiter wir unserem Ziel näher kamen, je mehr klarte der Himmel auf. Das Ankern mit dem eingespielten Team klappt reibungslos.

Der Skipper fuhr die Crew in zwei Etappen an Land. Waltraud, Norbert und Matthias und die anderen drei, Katrin, Götz und Ute wollten sich jeweils ein Auto für eine Inselrundfahrt mieten. Hier gibt es echt viel Natur, einige Museen, eine Perlenfarm und die heiligen blaue Aale zu sehen. Die Rumdestillerie hatte geschlossen.

Martin und ich spazierten derweil gemütlich durch den Ort und machten noch einen Einkauf. Im Yachtclub tranken wir schnell einen Cappuccino und spähten nach einer Möglichkeit, unseren Müll loszuwerden.

Zurück an Bord machte ich kleine Bananenmuffins, da alle Bananen auf einmal reif geworden sind. Martin ließ derweil den Wassermacher und den Generator laufen. Auf dem Rückweg vom Yachtclub zum Boot mit dem Dinghi sah Martin eine Boje, die viel näher zum Land war. Falls die später noch frei ist, gehört sie uns.

Zwischendurch kam noch die große Katfähre aus Papeete vorbei und blockierte mit ihren Festmachern unser kleines Dinghy.

Als wir das zweite Mal rüber fuhren, saßen schon alle gutgelaunt bei Bier, Kaffee und Cocktails im Yachtclub. Die Crew wollte gleich sitzen bleiben bis zum Abendessen. Götz fuhr mit aufs Boot zurück zum Umsetzen und um an die Boje zu fahren. Die war sehr kurz angeleint, deswegen hat Götz das vom
Dinghi aus gemanagt. Das klappte super und unser Weg an Land war nur noch halb so weit. Martin fuhr Götz wieder an Land und brachte Ute mit zurück. Um kurz vor sieben fuhren wir dann das letzte Mal zurück an den Steg vom Yachtclub zum Abendessen .

Die Stimmung war schon super. Alle erzählten von ihren Erlebnissen der Inselrundfahrt und Fotos wurden in die Gruppe gestellt. Die Bedienung war sehr nett aber irgendwie etwas verpeilt. Es dauerte, bis alle das richtige oder auch falsche Essen hatten.

War aber alles sehr lecker. Kurz bevor wir zum Dinghi gingen, fing es wieder an zu schütten. Egal, solange es nur Nachts regnet, passt es doch. Nach dem langen Tag verabschiedeten sich alle müde in ihre Kojen.

Jan.

25

Nachts hat es mal kurz und heftig geregnet, aber zumindest in der Früh lugte die Sonne ein bisschen raus. Da sieht die ganze Umgebung doch gleich anders aus. Nach dem Frühstück ließ sich die Crew von Martin mit dem Dinghi an Land fahren. Das schöne Mahana Hotel hatte leider noch geschlossen, aber sie besuchten Secrets of Vahine, den Mann mit den Tamanoölen und anderen Tinkturen. Die Dame mit den Seidentüchern war leider nicht da, aber im Chez Tara, einem kleinen Bistro am Strand, haben alle noch eine Erfrischung genossen. Derweil hat Martin an Bord frisches Brot gebacken. In diesen großen Alutöpfen wird das echt super.


Am frühen Nachmittag holte der Skipper die Crew wieder ab. Zurück an Bord war chillen , baden und schnorcheln angesagt. Kurz vor dem Hotelsteg sind wunderschöne Seeanemonen zu sehen, Martin erspähte auch ein Seepferdchen Pärchen. Die Schildkröte hat niemand entdeckt.
Zum Abendessen machten wir Brotzeit. Waltraud bereitete einen leckeren Thunfischdip und eine Guacamole. Dazu hatten wir Oliven, Schinken und Gurken und selbst gebackenes Skipperbrot. Natürlich gab es auch viele lustige Anekdoten und Erlebnisse zu erzählen.
Am späteren Abend spielte der harte Kern von der Crew wieder Wizzard. Dabei wurde wieder viel gelacht und viele Theorien durchgespielt nach dem Motto hätte hätte. Ziemlich zufrieden gingen alle in die Kojen.

Jan.

24

Heute hieß es gleich nach dem Frühstück Anker auf Richtung Huahine. Der Sturm hat Gottseidank etwas nachgelassen und die Sonne ließ sich auch öfter blicken. Trotzdem mussten wir alles gut Wetter und Wellenfest verstauen. Die letzten drei Tage war die Crew ja schon sturmerprobt. Kaum raus aus der Bucht wurde das Großsegel und die Fock gesetzt.

Uns erwartete ein richtiger Wellenritt. Martin gab den Kurs an und Waltraud, Norbert, Götz und Matthias wechselten sich am Steuer ab.


Mit Wind aus NE zwischen 15 und 25 Kn segelten wir im 2 Reff und 50%-iger Genua bei 2-3m Wellen ziemlich hoch am Wind.

Na klar hatten wir versucht zu Angeln, aber außer einem Biss ohne Fisch war nix. Zumindest haben wir den Köder nicht verloren.

Den Pass konnten wir nicht genau anliegen, so dass wir am Ende nochmal zwei Wenden gemacht haben um dann unter Segeln durch den Pass Avapehi in die Lagune einzulaufen. Nach ca 6 Stunden hörte dann endlich die Schaukelei auf (die Bali 4.5 ist halt recht kurz und leicht und damit etwas „bockig“ in den Wellen ;-)) und wir fuhren unter Motor noch ca 1 1/2 Stunden weiter südlich bis zu unserem Ankerplatz.

Zum Ankerbier sagten die Jungs nicht nein. Kurz bevor es dunkel wurde, sprangen noch alle zur Abkühlung ins Wasser. Waltraud und Norbert bereiteten zum Abendessen ein leckeres Curry vor. Heute hatte auch keiner mehr Lust auf ein Wizzard. Nach dem langen und anstrengenden Schlag gingen fast alle zeitig in die Kojen.

Jan.

23

Nachdem wir zwei Tage Zwangspause in der Ha‘amene Bucht einlegen mussten wegen dem Sturm, konnten wir heute endlich weiter und in die Bucht segeln, in der sich die Farm von André befindet. Dieses Mal hatte der Anker gleich richtig gefasst – in der letzten Bucht mussten Martin und die Crew einige Versuche starten, bis der Anker hielt. Und in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag haben Martin und ich zur Sicherheit noch eine Ankerwache gehalten.

Da hatten wir Sturmböen bis 40 Knoten. Eigentlich hätten wir gerne am Mittwoch eine polynesische Show angeschaut und am Donnerstag die Vanilla Tour mitgemacht, doch der Folklore Abend sowie der Ausflug mit Vanilla Tours fiel buchstäblich ins Wasser. Aber das können wir noch nachholen, daher ist die Crew immer noch gut gelaunt, wir können es ja eh nicht ändern. Dafür gabs zur „Abwechslung“ mal wieder einen leckeren Kuchen.


Am Nachmittag war der Himmel nicht ganz so dunkel, so konnte Martin und die Crew mit dem Dinghi zu André s Farm fahren. Schon die Fahrt durch eine Flussmündung ist recht abenteuerlich.

Martin kennt Andre schon von früheren Törns aus den Jahren 2018/19 und auch letztes Jahr haben wir ihm mit den beiden Crews einen Besuch abgestattet. Dort bekommt man oft frisches Obst und Gemüse.
André zeigte stolz sein Grundstück suchte zusammen, was reif war.

Gegenüber liegt ein kleiner botanischer Garten, da konnten sich die Gäste mal die Beine vertreten.

Auf der Rückfahrt hat sie dann doch noch ein Regenschauer erwischt. Katrin und ich blieben an Bord.
Abends übernahm Katrin das Kochen und Waltraud putzte den Salat. Es gab Rührei mit Shrimps, frisch gebackenes Brot und Salat.


Danach erzählte Martin ein bisschen über die Tuamotus und die Marquesas, die Waltraud und Norbert nach dem Törn noch bereisen . Katrin und Goetz wollten auch noch einiges wissen, da die beiden danach auch noch einige Zeit hier verbringen werden.
Der eine oder andere fing an zu gähnen und verabschiedete sich in die Koje. Der harte Kern blieb noch auf ein Wizzardspiel, das Martin für sich entscheiden konnte, dicht gefolgt von Matthias.

Jan.

20

Die Sonne ist weg und wir haben leider Sturmwarnung. Martin hatte das schon auf seinem Bordequipment vorausgesehen und wurde von der Basis angewiesen, einen sicheren Ankerplatz zu suchen.

Der Skipper entschied, mittags in die gegenüberliegende Bucht zu fahren.
Inzwischen wollte er den Generator laufen lassen, aber der zuckte nur. Martin ging auf die Suche, mittlerweile kennt er fast jede Ecke auf und unter Deck. Es dauerte nicht lange und er hat den Fehler gefunden.

Götz ging noch schnorcheln und alle anderen beschäftigen sich mit lesen, dösen und das Wetter beobachten. Es wechselte zwischen Sturmböen, Wind und Regen. Es war einfach nur grau. Am Tisch wurde der Essensplan für abends diskutiert. Es sollte bunten Reissalat, den ich schon in der Früh gemacht hab, Hühnchen und eine große Schüssel grünen Salat mit Avocado geben. Um die Mittagszeit , nachdem der Generator fertig war, hieß es Anker auf. Die Jungs, dick eingepackt in ihre Regenjacken, holten den Anker ein bei strömenden Regen und wir fuhren unter Motor in die Bucht. Es lagen schon Segelyachten hier und es sollten noch einige mehr werden. Da der Boden nicht so gut war und durch die vorausgesagten Wetterbedingungen musste der Anker auch zweimal gesetzt werden. Endlich saß er fest und die armen Jungs konnten endlich aus den nassen Regenjacken.


Danach gabs dann erst mal einen frisch gebackenen Kuchen und Kaffee – so lässt sich auch mal ein Regentag in der Südsee aushalten.

Irgendwann am Nachmittag entdeckte Norbert, dass sich irgendwie Wasser in seinem Schrank angesammelt hatte, seine ganzen Shirts und Hemden waren nass. Hilfe, das musste alles erstmal aufgehängt werden. Nur wohin mit den feuchten Sachen, es kamen ja immer wieder starke Regenschauer. Also wurde alles vorerst im Salon über die Polster gehängt. Martin ging wieder auf Ursachensuche. Er vermutete, dass es mit der Salzwasserpumpe, die nicht funktionierte, zu tun hatte. Aber genau wusste er es auch nicht. Er kontaktierte die Basis, die hatten wir immer 1000 Ausreden, wollten trotzdem für den nächsten Tag in der Früh ein Boot mit Mechanikern vorbei schicken.


Wie ließen uns erstmal Kaffee und den Mandarinenkäsekuchen schmecken. Es blieb wie schon an den anderen Tagen kein Stück übrig.
Es hatte ein bisschen aufgehört zu regnen. Martin bot an, für alle ein Dinghitraining zu machen. Matthias und ich wollten an Land und uns ein bisschen die Beine vertreten. Der Ort war ja nicht groß, aber die Vegetation war wie im Dschungel. Üppig wachsende Ixorapflanzen, Hibiskusse, Krotone und Palmen in allen Größen und Variationen. Am Straßenrand fühlten sich die großen Krabben durch uns gestört und schlüpften ganz schnell in ihre Löcher zurück. Ein Gewusel links und rechts. Am Ende vom Dorf war ein Supermarkt. Dort haben wir kurz durchgeschaut und noch eine Plastikschüssel für Teig, Obstsalat usw gekauft. Dann setzten wir uns an so einen einheimischen Foodtruck und tranken noch was. Martin wollte uns um sechs wieder abholen. Mittlerweile übten die anderen Dinghi fahren.


Zurück an Bord wurde so langsam das Abendessen vorbereitet. Waltraud übernahm das Hühnchen und Katrin machte den grünen Salat mit Avocado. Der Reissalat mit Ananas und Paprika war schon fertig.
Bis auf den letzten Krümel wurde alles aufgegessen.
Den Abwasch erledigten Katrin und Matthias.
ENDLICH konnten wir einige Mitsegler für unser Wizard gewinnen.
Martin erklärte kurz das Spiel und die Regeln und nach einer kurzen Proberunde ging’s los. Zu sechst gingen die 10 Runden schnell vorbei und unsere Mitspieler schlugen sich wacker. Die erste Runde gewann zwar noch Martin, aber die zweite Runde ging schon an Götz und Waltraud.
Vielleicht gibt’s ja morgen schon eine Revanche.