Juni

3

Unser Sonnendach wurde heute auf eine echte Bewährungsprobe gestellt. Sturm und kräftiger Regen zogen über uns hinweg und stellten die Konstruktion auf die Probe. Es hat sich erstaunlich gut geschlagen, auch wenn ich zunächst immer wieder an Deck musste, um das angesammelte Wasser vom Dach zu schubsen. Die perfekte Lösung hatte dann Martin: Mit einer heißen Nadel bohrte er drei kleine Löcher in die entsprechenden Stellen. Danach lief das Wasser sauber ab .
Am Morgen fuhren wir von der großen Schleuse Rechicourt in Richtung Lagarde, unserem nächsten Ziel mit neun Schleusen bergab. Das Auto hatte ich bereits frühmorgens vorgefahren. Anschließend ging es mit dem kleinen Klapprad zurück zum Boot. Vorher wollte ich allerdings noch eine Bäckerei finden, um frische Pain au Chocolat und Croissants für das Frühstück mitzubringen. Aus den geplanten 13 Kilometern wurden dadurch schnell 19 Kilometer , aber das Frühstück war die zusätzliche Strecke wert.


In Lagarde angekommen, mussten wir feststellen, dass alle Liegeplätze bereits belegt waren. Hinter dem Hotelschiff „Jeanine“ fanden wir noch einen freien Platz und konnten festmachen. Kaum lagen wir sicher am Steg, wurde natürlich erst einmal die Kaffeemaschine angeworfen.
Kurz darauf klopfte der freundliche Kapitän des Hotelschiffes in seiner schmucken Uniform bei uns an. Er erklärte uns, dass später noch die „Horizon II“, ein weiteres großes Hotelschiff, erwartet werde und wir deshalb leider nicht bleiben könnten.
Also gut: Martin trank in aller Ruhe noch seinen Kaffee und gönnte sich ein Stück Blaubeerkuchen, während Ursel heute mal etwas Deftigeres bevorzugte. Danach legten wir wieder ab.


Noch zwei Schleusen lagen vor uns, die wir wie gewohnt per Fernbedinung für uns anmeldeten, bevor wir die Ortschaft Xures erreichten. Dort fanden wir einen kleinen Hafen mit einem stabilen Steg und einer freien Anlegestelle.


Ursel und ich machten anschließend noch einen Spaziergang durch das Dorf. Unser Ziel war die Kirche, die wir uns gerne von innen angesehen hätten. Leider war sie verschlossen, sodass wir uns mit einem Blick von außen begnügen mussten.
Nach dem Abendessen spielten wir zu dritt eine lustige Runde Wizard, die Martin, trotz Ursels düsterer Voraussagen gewann.