Juli

9

Wir parkten direkt unterhalb des Schräglifts in Arzviller. Schon früh am Morgen schien die Sonne und der Lift strahlte im schönsten Licht. Über dem Wasser zogen allerdings bereits die ersten Nebelschwaden auf , fast schon eine herbstliche Stimmung.
Den Tag begannen wir mit einem leckeren und reichhaltigen Frühstück auf dem Deck. Anschließend probierten Martin und Helene die Drohne noch einmal aus, um später beim Lift spektakuläre Aufnahmen machen zu können.


Schon bald war es soweit: Das Ausflugsschiff „Paris“ kam herunter und wir durften in den Schräglift einfahren. Helene ließ die Drohne starten, doch die Fahrt verzögerte sich, weil noch ein weiteres Boot zu uns in die Wanne fuhr. Für den Flug dauerte die Wartezeit zu lange, also holte sie die Drohne zunächst zurück und startete sie erneut, als wir oben angekommen waren. Leider machte uns ein Mitarbeiter des Lifts darauf aufmerksam, dass das Fliegen lassen dort verboten ist,also kehrte die Drohne wieder sicher an Bord zurück.


Danach tuckerten wir gemütlich weiter durch den Kanal bis vor den Tunnel. Dort hieß es erst einmal warten, denn von der anderen Seite kamen vier Boote entgegen. Langweilig wurde es uns dabei nicht, denn wir hatten Zuschauer am Ufer und kamen schnell mit ihnen ins Gespräch. Sie befanden sich gerade auf der Rückreise nach einem vierwöchigen Frankreich-Urlaub.
Währenddessen machten es sich Helene, Ramona und Silvia vorne auf dem Bug für die lange Tunneldurchfahrt gemütlich. Gemächlich fuhr die Vlinder durch den rund 2,5 Kilometer langen Tunnel. Für die Boote hinter uns bedeutete das ebenfalls gemütliche 4 km/h – schneller ging es schließlich nicht.


Im zweiten, kürzeren Tunnel wartete dann noch eine kleine Herausforderung auf uns: Ein etwa zwei Meter langer Baumstamm hatte sich quer über den Bug gelegt und wurde von uns zunächst vor uns hergeschoben. Schließlich musste Martin selbst eingreifen, denn ich konnte das gute Stück bei voller Fahrt nicht bewegen.


In Niderviller fanden wir einen freien Platz und legten an dem uns bereits bekannten Schwimmsteg an.

Wir Mädels machten uns sofort auf den Weg zur Chèvrerie, um den leckeren Ziegenkäse zu besorgen. Nach Kaffee und Kuchen fuhren wir weiter nach Sarrebourg. Helene, Ramona und Silvia wollten unbedingt das berühmte Chagall-Fenster und das Museum besichtigen, während ich draußen die Zeit genoss und auf sie wartete. Begeistert kamen die drei später wieder heraus.


Anschließend mussten noch Grillsachen eingekauft werden, denn in der Marina gibt es einen kleinen Grillplatz, der sich dafür geradezu anbietet. Der kleine Carrefour in der Stadt hatte zum Glück fast alles, was wir für unser Abendessen brauchten. Da es mittlerweile recht heiß geworden war, beschlossen wir, zum Boot zurückzukehren.
Helene und Martin fuhren mit ein Auto schon einmal nach Xouaxange voraus. Währenddessen bereitete ich die Zutaten fürs Grillen vor: Fleisch wurde eingelegt, die Crème fraîche gewürzt und der Salat geschnippelt. Später heizte Martin den Grill an. Inzwischen hatte sich die Marina, wie so oft am Abend, gut gefüllt. Viele Boote kamen an, einige mussten jedoch weiterfahren, weil kein Platz mehr frei war.


Wir ließen uns unser leckeres Abendessen mit Steaks, Burgern, Würstchen und Grillkäse samt vieler Beilagen schmecken. Zum krönenden Abschluss zauberte Helene noch einen Nachtisch mit frischen Erdbeeren, Sahne, Meringen und dem in Rum eingelegten Gugelhupf aus Straßburg.
Gut gesättigt spielten wir anschließend zwei herrlich lustige Runden Wizard. Ich glaub, auch Ramona haben wir mit dem Wizard Fieber infiziert. Danach probierten wir noch die „Guilty Pleasure“-Version von Hipster aus. Alles in allem war es wieder ein rundum gelungener und erlebnisreicher Tag auf dem Wasser.