Juni

8

ANNETTE

Mit Rührei und frischem Baguette aus dem Dorf begann ein heißer Atoll-Tag für uns!

Bereits morgens hatten wir rundum strahlenden Sonnenschein, welcher unser Katamaran-Thermometer im Lauf des Tages auf bis zu 37° ansteigen ließ.
Ein wenig schnauften wir schon aufgrund dieser Südsee-Temperaturen. Allerdings machte das Planschen im Meer dafür nur umso mehr Spaß.

Wir schnorchelten über dem Riff vor dem Dorf und mussten dabei jedoch leider erleben, dass Rick (unser Perlen-Guide vom Vortag) Recht hatte: die Korallen waren weitestgehend abgestorben. Verwunderlich, dass überhaupt noch hübsche Fische im klaren Wasser unterwegs waren.

Nachdem wir bis zum frühen Nachmittag ausgiebig die absolute Stille von Takaroa genossen hatten, verließen wir um 16:30 Uhr das Atoll.
Martin lenkte die VAVA-U geschickt zwischen den Riffen und den Strömungsverläufen hindurch auf die ruhige See hinaus.

Wir konnten kaum glauben was wir außerhalb des Atolls vorfanden. Für unsere Nachtfahrt nach Manihi stand der pazifische Ozean schon fast still.
Kein Wind, keine Wellen! Was dazu führte, dass wir kein Segel setzen konnten und mit einer Geschwindigkeit von 4,5 Kn in den Sonnenuntergang hinein „motorten“.

Das war für mich ein absoluter Traum! Einmal wollte ich diese See ruhig erleben, sehen wie das sonst so aufgewühlte Meer stillstand.
Gemeinsam nahmen wir auf dem Trampolin sitzend Abschied von Takaroa und von einem sehr heißen Tag.

Markus, der uns noch einen phantastischen bayrischen Kartoffelsalat zu den Cordon Bleus zauberte, füllte unsere Mägen und so konnte sich jeder entspannt auf seine Schicht in der Nacht freuen. Bis auf einen Regenschauer gegen 23 Uhr verlief die Nacht so, dass wir ohne Segel Kurs auf Manihi nahmen.

Juni

7

ANETTE

In der Nacht legte der Wind noch einmal an Stärke zu, so dass Martin um Mitternacht das Segel verkleinerte. Alle zwei Stunden weckten wir ihn zum Schichtwechsel auf, damit er unseren Kurs und die Segelstellung kontrollieren konnte.

Um 5 Uhr morgens war es dann soweit: wir sahen Land! Am Kim war ein Licht zu sehen, das vermutlich vom Flughafen der Insel her leuchtete und man konnte das Brechen der Wellen am Riff des Atolls erkennen. So aufregend war das! Nach so vielen Stunden auf See wieder Land zu sehen, noch dazu im Sonnenaufgangslicht, ist mehr als nur eindrucksvoll gewesen. Wie ein Magnet zog es unsere Blicke an und so ging Martins Fernglas reihum, damit wir das flache lange Land, welches von der Ferne nur aus Sandstrand und Grünstreifen zu bestehen schien, bestaunen konnten. Aber auch ein großes Schiffswrack am Strand begeisterte uns durch seine Größe.

Als uns das Atoll seine Einlauf-Öffnung mit einem befestigten Inselabschnitt und einer kleinen sich dort erhebenden Kirche zeigte, holten wir um 7:15 Uhr das Segel ein. Nichts Schöneres hätte es an diesem Morgen geben können, als mit der Aussicht auf einen sommerlichen Atoll-Tag auf dem Deck des Katamarans zu stehen und die Vorbereitungen für einen Landgang zu treffen. Vorerst ankerten wir vor der Einfahrt, richteten dabei das kleine Dinghy, in das Martin und Markus den Motor einhängten und stärkten uns mit einem ausgiebigen Frühstück im Schatten des Cockpits.

Im Anschluss daran erwies sich unser Kapitän Martin als hervorragender Katamaran-Arzt! Denn mit äußerster Perfektion entfernte er Chris seine 15 Fäden vom Nähen, die er sich bei einer Verletzung auf Moorea an seiner linken Hand eingefangen hatte. Martin bewies eine extrem ruhige Hand, so dass wir uns auch medizinischer-seits in absolut zuverlässiger Hand wussten.

Direkt danach winkten wir einen Einheimischen herbei, der gerade mit seinem kleinen Boot an unserem Katamaran vorbeizog. Mit unserem überschaubaren französischen Wortschatz fragten wir ihn um Einlauferlaubnis bzw. auch um den besten Weg in das Atoll. Der nette Mann bat uns daraufhin einfach ihm nachzufahren! Schnell lichteten wir den Anker, so dass Martin die VAVA-U sicher zwischen den Riffen in das Atoll bringen konnte. Beim Einlaufen sahen wir die starke Strömung, die sich hier zum offenen Meer hin bildete. Begrüßt wurden wir von mehreren schnorchelnd abtauchenden Männern, die in ihrem Atoll „auf Jagd gingen“ – wir wollten uns später ansehen, was sie da taten. Vorerst waren wir an einem guten und sicheren Ankerplatz interessiert, der uns zudem eine phantastische Aussicht bot. Um 9:25 Uhr fanden wir dann in der Nähe des kleinen Dorfes an einem Riff unseren Platz.

 

Direkt danach ging es auch schon aufs Dinghy um zum kleinen Dorf der Insel zu kommen, dem Takaroa Village. Aus den Häusern der Bewohner klang Musik und überall begegneten wir wahnsinnig freundlichen Menschen, die uns als Besucher herzlich empfingen. In einem kleinen Shop bestellten wir uns Baguette für den nächsten Morgen und lernten schon wenig später die nette junge Ela kennen, die uns durch das Inseldorf führte. Ela war 20 Jahre alt und die Schreibkraft der Schule. Sie zeigte uns voller Stolz den Lieblingsort der Dorfbewohner: ein überdachtes offenes Gebäude, das über und über kunstvoll mit Muscheln geschmückt war, welche Gemälde an die Wand zauberten. Dort würden sich jeden Tag die Menschen versammeln. Ein paar Ecken weiter kamen wir dann auf die Idee die heimische Schule aufzusuchen, denn mit Ela war die Verständigung etwas holprig und wir waren auf der Suche nach mehr Informationen zur Insel. Der Lehrer der Insel sollte jedoch Englisch sprechen können. „Le Prof“ konnte uns dann von seinem Klassenzimmer aus hervorragend weiterhelfen. Von ihm erhielten wir Tipps zu Schnorchel-Spots, der Grünen Lagune und eventuellen Perlen-Züchtern.

Aber auch die Schule an sich war ein Erlebnis: die kleinen Schüler stellten uns sich vor und zeigten all ihre kindliche Begeisterung zu unserem Besuch! Auf dem Weg durch das Dorf kamen wir auch bei Frauen vorbei, die in ihrem Haus Souvenirs herstellten. Sie bastelten mit Muscheln Schmuck, nähten Roben und vieles mehr. Vorbei an den zwei hübschen Kirchen des Dorfes, nahmen wir wahr, dass einige Häuser leer standen. Die Menschen waren weggezogen.

Am Nachmittag folgten wir den Informationen des Dorflehrers indem wir mit unserem Dinghy zum Schnorchelplatz fuhren, der mitten im Atoll lag. An einer flacheren Sandbank mit Korallenfelsen ankerten wir um vom Boot aus ins Wasser zu hüpfen und die Unterwasserwelt zu entdecken. Vor allem Fähnchen-Falterfische umzingelten die Korallen, doch auch andere bunte Gesellen waren zu sehen. Allerdings waren sie schrecklich schreckhaft. Vielleicht lag dies daran, dass nur wenige Meter vorher die Insulaner mit Harpune auf Jagd gingen. Wir hatten auf dem Weg halt gemacht bei den Tauchern, die uns schon bei der Einfahrt zugewunken hatten. Gingen wir noch davon aus, dass es sich um Perlentaucher handelte, stellten wir bald fest, dass sie mit neuen großen Harpunen große hübsche Fische erbeutet hatten. Vielleicht hauten deshalb die Fische schneller vor uns ab als wir dies von anderen Tauch-Spots gewohnt waren.

 

Als wir alle wieder aufs Boot geklettert waren, ging es für uns weiter zur „Grünen Lagune“ des Atolls. Dieses lag atemberaubend still von einer riesigen Palmenbucht umgeben, die, wie wir beim Aussteigen aus dem Boot merkten, eine Badewanne hervorbrachte. Das Wasser war nicht nur warm, sondern heiß, was den unzähligen Seegurken zu gefallen schien. Martin brachte uns noch auf die Idee an diesem Sandstrand ein paar Kokosnüsse ins Boot zu werfen ?? Gesagt, getan! Und schon ging es mit der Ausbeute weiter.

 

Auf der anderen Atoll-Seite erhofften wir eine Perlen-Zucht besuchen zu können. So hielt Martin am ersten Häuschen, welches auf Stelzen ins Wasser gebaut war an, da wir dort einen Mann gesehen hatten von dem wir uns Auskunft wünschten. Als der nette Kerl auf meine Nachfrage hin uns völlig unerwartet auf sein Häuschen einlud um das Bearbeiten von Perlen zu sehen, konnten wir seine Aussage kaum glauben. Dieses Anlegen am ersten Häuschen des Atolls schien mehr als ein Zufall gewesen zu sein: es war ein Jackpot!

Zügig kletterten wir auf den Holzsteg, denn wir waren mit unserer Nachfrage auf die VAIMA River Pearl Farm gestoßen.
Drei Männer bearbeiteten die Austern, einer davon hieß „Rick“. Rick war mit einer Australierin verheiratet und konnte uns daher eine perfekte englischsprachige Führung geben. Wir sahen dabei zu wie die Austern in einem ersten Schritt mit einem Spachtel von Muschelbewüchsen befreit wurden und kurz danach ein wenig geöffnet wurden, um deren Eignung zur Aufzucht festzustellen. Geeignete wurden an den nächsten Mitarbeiter weitergereicht, die anderen ausgeschabt und für den Weiterverkauf an Chinesen hergerichtet. Die Chinesen waren scharf auf diese Art von Potenzmittel.

Im nächsten Zimmerchen der Hütte saß ein wahres Perlenbefruchtungs-Genie: wie in einem kleinen OP wurden die Austern von ihm nur einen Spalt weit geöffnet und mit ganz feinen Instrumenten eine kleine gelbe Perle aus dem Mississippi River in einen schleimigen Beutel injiziert. Diese kleine Perle würde in den folgenden eineinhalb Jahren zu einer prachtvollen schwarzen Perle umschlossen werden.
Um im Meer fest angebracht werden zu können, wurde die „befruchtete“ Auster mit einer Bohrmaschine am Rand durchlöchert und mit einem Faden an ein Gestell gehangen. Hochinteressiert stellten wir Frage um Frage und erfuhren damit das der Auster-Befruchter ca. 400 Stück pro Tag schaffte. Rick berichtete uns aber auch von einem rückläufigen Geschäft.
Die Verschmutzung der Meere hatte auch vor dem Atoll nicht Halt gemacht, so dass nur noch ein kleinerer Teil der Bucht klar genug war um hier einwandfreie Ware zu liefern. Dies hatte auch dazu geführt, das Menschen die Insel verlassen mussten um woanders Arbeit zu finden. Nun hatten wir auch die Erklärung weshalb so viele Häuser leer standen.

Anstatt um die 600 Menschen lebten nun nur noch ca. 500 im Dorf von Takaroa. Zum Abschied schenkte uns Rick noch zwei Hälften, die eigentlich für die Chinesen gedacht waren. Sie sollten nun das Boot schmücken.

Mit Kirchengeläut im Atoll gingen wir auf den Tuamotus zum Sonnenuntergang über. Wir waren uns alle einig: es war ein wundervoller Tag gewesen!

Juni

6

ANETTE

Unser zweiter Tag auf See war ein absoluter „Genuss-Segeltag“ bei einem angenehmen Sonnen-Wolken-Mix!

Zwischendurch glitten wir mit durchschnittlich 5 Kn übers Meer, so dass jeder ganz entspannt schlafen, lesen, Musik hören, die frischen Früchte essen oder ganz einfach, die Stille genießend, auf die Wellen schauen konnte.

Gemeinsam träumten wir uns mit den Südsee-Reiseführern in die Tuamotus hinein und bekamen dabei von Felix den Schwäbisch-Intensivkurs.

Nur all zu gerne nahmen wir „dahanne“, „hanoi“ und „haja“ in unseren Wortschatz auf.

Am frühen Abend versammelten wir uns zum Wolkenbilder-Raten nach einem bilderbuchmäßigen Sonnenuntergang. Neben Pferdeköpfen, Elefanten und Simpson-Figuren taten sich noch viele weitere vergängliche Gebilde vor uns auf.

 

Wir bestaunten die Venus, die hinzukommenden Sternenbilder und gingen hoffnungsvoll in unsere vermutlich letzte Nacht auf See, denn wir wollten am kommenden Morgen am Atoll von Takaroa eintreffen.

Juni

5

ANNETTE

Um 4 Uhr in der früh löste ich Chris von der Wache ab und übernahm zur Sonnenaufgangsschicht bis um 6 Uhr. Es war mein erster Tagesbeginn auf See, eine absolute Premiere!

Schon ab 5 Uhr sah ich am Horizont hinter mir, dass die Dunkelheit mehr und mehr verschwand und sich die Sonne zu uns auf den Weg zu machen schien. Während um mich herum alle endlich Schlaf gefunden hatten, durfte ich ein Farbenspiel beobachten, dass den Himmel in zartes gelb, grün und hellblau tauchte. Die zarten Wölkchen am Himmel wurden dabei in ein rosa Licht versetzt, dass ich schon gar nicht mehr genau wusste wo ich zuerst hinschauen konnte. Ringsum das Wasser, kein Land in Sicht und das stete Wiegen der Wellen. Ziemlich zeitgleich hierzu sprangen rechts von mir zwei fliegende Fische weit über das Meer. Genau für solche Momente waren wir alle hier! Mehr als nur zufrieden gab ich die Wache an Markus ab, um nun ebenfalls meine Augen wieder schließen zu können.

So verlief dann unser erster richtiger Tag auf See. Jeder schlief wann er konnte um fit für die Schicht zu sein und genoss währenddessen den Blick aufs Meer. Konstant trieb uns der Wind mit 7-10 Kn voran, so dass wir um 14 Uhr, als unsere ersten 24 Stunden vorüber waren, bereits 190 sm zurückgelegt hatten. Normalerweise schien man das „Etmal“, also die Anzahl der Seemeilen innerhalb von 24 Stunden, von 12 bis 12 Uhr zu berechnen, wir zählten jedoch ab unserer Abfahrtszeit in Tahuata, also von 14 bis 14 Uhr.

Ein absolut sonniger Nachmittag suchte sein Finale in einem grandiosen Sonnenuntergang, den Chris und ich Seite an Seite auf der weichen weißen Liegematte an Steuerbord genossen.

Derart viele friedliche Momente reihten sich im Wippen der Wellen aneinander, so dass wir sehr entspannt in unsere zweite Nacht auf See gingen, welche sich ebenfalls so ruhig und konstant fortsetzte wie der Tag. Diesmal hielt ich Wache zur Mondaufgangsschicht und sah mit unglaublich viel Ehrfurcht dem halbroten Feuerball zu, der wie eine riesige im Himmel hängende Schale in Erscheinung trat, wie er begann die Nacht zu erhellen. Aber auch die See strotzte in Dunklen nur so vor Schönheit!
Das von uns verwirbelte Wasser perlte immer wieder in neonblauen Farbtönen, denn die Reibung brachte den fluoreszierenden Plankton zum Leuchten.

Juni

4

ANNETTE

Morgens vom Wind geweckt zu werden, der durch die Luke über dem Nachtlager hereinwehte, war sagenhaft schön. Es ließ mich schon ein wenig schmunzeln vom Bett aus nach oben blickend die Deutschland- und Bayern-Flagge am Mast im morgendlichen Wind wehen zu sehen. Es war eine tolle erste Nacht gewesen, da die VAVA-U uns langsam in den Schlaf gewankt hatte.
Begeistert nun an der gemütlichen großzügigen Sitzecke im Cockpit frühstücken zu dürfen und dabei auf die Bucht Tahuatas zu sehen, lockte uns schnell aus unserer Kabine heraus. Aufgrund der eingekauften Leckereien speisten wir fürstlich und waren somit fit für unseren Ausflug in die Baie de Vaitahu.

Für unseren großen Trip fehlten uns noch ausreichend Obst-Vorräte für die kommenden Tage. Da wir diese in einer der Nachbarbuchten im Ort Vaitahu zu glauben fanden, fuhren wir zu fünft mit dem Dinghy übers Wasser. Während Martin dort seinen organisatorischen Arbeiten in einem Wifi-Lokal nachging, versuchten wir auf der Insel Obst zu organisieren. Schnell wurde klar, dass nur ganz wenige Menschen auf der Insel Englisch sprachen. Somit musste ich mit meinen wenigen Brocken Französisch versuchen ein paar Kontakte zu knüpfen, denn einen „Einkaufsladen“, wie wir ihn hierfür kannten, gab es dort nicht.

Am Dorfplatz hatten sich ein paar Einheimische versammelt, auf die wir nun hilfesuchend zugingen. Wir erklärten, dass wir für die kommenden Tage auf See Bananen, Mangos, Papayas, Sternenfrüchte und Limonen suchten. Dies führte schließlich dazu, dass wir zu viert in den Pick-up eines Inselbewohners einstiegen, der uns weiterhelfen sollte. Gemeinsam fuhren wir ein paar Serpentinen des Dorfes hinauf bis zu seinem einfachen Häuschen, welches von Obstbäumen umgeben war. Etwas irritiert schauten wir jedoch allesamt, als der „Farmer“ uns seine Pflückhilfen an Holzstäben gebunden in die Hand drückte anstatt uns das Obst einfach in den Pick-up zu packen. Er wiederum schien sich zu wundern warum wir uns nicht einfach holten was wir wollten. Irgendwie versuchte ich ihm zu erklären, dass wir weder das Aussehen der Bäume noch den Reifegrad der Früchte erkannten und uns damit schwer zu würden selbst zu wählen. Die Botschaft kam jedoch nicht an. Somit mussten wir uns selbst durch seine Farm wühlen bis wir das ein oder andere Essbare für uns erkannten. Das aufwändigste waren seltsamerweise die Bananenstauten, denn vieles war bereits abgeerntet.

 

Auf mehreren umliegenden Grundstücken gingen wir auf Suche und wurden dabei sogar gefragt ob wir Whiskey auf unserem Boot als Tauschmittel dabeihätten. Auch stolperten wir bei unserer Ernte auch über zwei Schweine, die zwischen den Obstbäumen ihren Freilauf hatten. Irgendwann gelang es uns Bananen reif und grün, Papayas, Limonen und einen ganzen Sack voller Pampelmuse zusammenzutragen. Das stellte uns schon einmal zufrieden. Dennoch waren wir überglücklich, dass wir an einem entfernteren Baum auch noch einige Sternenfrüchte entdeckten. Mit dieser Ernte machten wir uns zurück an den Hafen, wo Martin auf uns wartete und wir dem Lokalbesitzer auch noch eine Tüte voller Orangen abkauften. Alle miteinander nutzten wir noch eine letzte Möglichkeit um Wifi zu bekommen, bevor wir uns zurück zur VAVA-U aufmachten. Das Reisefieber hatte uns gepackt, wir wollten so schnell wie möglich los.

Um 12 Uhr waren wir wieder in unserer Bucht, verstauten die Einkäufe, machten alles abreisefertig, was auch bedeutete, dass letzte Säuberungen am Katamaran unter Wasser vorgenommen werden mussten. Als Alles seetauglich und die Luken verschlossen waren, liefen wir um 13:37 Uhr aus.
Erst wollten die Winde um die Insel herum uns nicht so richtig in Fahrt kommen lassen, doch als wir weit genug vom Land entfernt waren, erreichten wir im Schnitt ca. 8-9 Kn.

Als Neuhinzugekommene erhielten Chris und ich unsere Sicherheitsunterweisung und wurden wie Felix und Markus auch in den Schichtplan eingeteilt, der uns helfen sollte in den nächsten vier Tagen sicher in den Tuamotus anzukommen. Alle zwei Stunden wollten wir uns ablösen um Wache zu halten.

Gegen Abend hin bekamen wir dann richtig Schub: mit Windstärken bis zu 22 Kn, was in etwa Windstärke 5 zu entsprechen schien, wurde die VAVA-U auf bis zu 10 bis 11 Kn beschleunigt. Gerade für uns, als Neuzugestiegene, war dies wie von Null auf Hundert! Somit konnte auch der eindrucksvollste Sonnenuntergang nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir mit aufkommender Übelkeit im Dunklen zu kämpfen hatten. Dazu klatschten und donnerten die Wellen mit von mir nie gehörter Lautstärke an den Katamaran.

Aber auch der Rest an Bord entschied sich in dieser Nacht nicht in der Kabine zu bleiben. Jeder suchte sich einen gemütlichen Platz im Cockpit oder im Salon, um zwischen den Wachen in eine Art Dämmerungszustand zu fallen. Da der Mond sich erst gegen Mitternacht zeigte, fuhren wir von 20 Uhr ab in die absolute Finsternis hinein. Dies war dann auch der Beginn meiner Schicht: von 20 bis 22 Uhr ließ ich mich abwechselnd auf der Steuerbord- und Backbord-Seite auf den weißen Sitzen nieder und hielt Ausschau ob sich an der Kim Lichter zeigten.

Martin hatte uns zu Beginn viel erklärt, wir lernten das der Horizont Kim hieß, dass man Sterne erst eine handbreit über der Kim wahrnahm und wir uns daher vor allem auf diesen Streifen konzentrieren sollten. Andere Boote würden wir in diesem dunklen Streifen an ihren rot, weiß oder grünen Leuchten erkennen. Die erste Nacht war aufregend! Keiner schlief wirklich tief, sondern war auf abenteuerliche Art und Weise mit sich selbst beschäftigt. Entschädigt wurden wir von einem sagenhaft detailreichen Sternenhimmel und einem leuchtenden hellen Mond zur Mitternachtszeit, der das dunkle Meer zum Glitzern brachte.

Juni

3

By ANNETTE

Mit unglaublich viel Vorfreude kamen wir (Chris & Annette) auf der VAVA-U in Atuona´s Hafen auf der Insel Hiva Oa an. Wir konnten kaum fassen, dass der abenteuerlichste Abschnitt unserer Weltreise nun beginnen sollte.
Mit dem Weltumsegler Martin und seinen beiden Mitreisenden, welche sich schon seit den Galápagos-Inseln mit an Bord waren, wollten wir in den kommenden 21 Tagen von Hiva Oa nach Tahiti selben und dabei die Tuamotus passieren. Während dieser Tour sollten wir mehrere Tage kein Land sehen, für uns beide eine völlig neue Erfahrung! Daher spürten wir schon ein wenig Adrenalin durch unsere Adern fließen als wir den schicken weiß-grünen Katamaran vom Ufer aussahen.
Da lag sie: die VAVA-U! Unser Zuhause für die nächsten3 Wochen.

 

Als Martin uns entdeckt hatte, holte er uns sofort mit seinem großen Dinghy (motorisiertes Beiboot) vom Ufer aus ab, welches ebenfalls in grün-weiß zu seinem super schicken Boot passte. Wahnsinn! Alles hatte tatsächlich geklappt: sowohl Martin als auch wir waren bei unseren Weltreisen am vereinbarten Treffpunkt ohne Zwischenfälle angekommen!

Außerdem spürten wir beide sofort, dass wir uns bei ihm in guten Händen wussten. Auf dem Hinterdeck, dem Cockpit angekommen, lernten wir dann auch unsere beiden Mitreisenden Felix und Markus kennen, die bereits ordentlich Segel-Erfahrung in den vergangenen Wochen hatten sammeln dürfen. Da wir durch unseren Flug quasi pünktlich zum Aufbruch angereist waren, hatten die Beiden uns auch den Großeinkauf für die Seetage am Morgen abgenommen. Danke Felix & Markus. Überhaupt wurden wir herzlich aufgenommen und fühlten schon in den ersten Minuten beim gemeinsamen Frühstück, dass das Alles gut passen würde.

Nachdem wir in die Schiffstoilette, die Außendusche und sonstige Abläufe an Bord eingewiesen wurden, ging es für uns auch schon los. Schnell stellten wir unser Gepäck in unsere super geräumige Kabine, damit wir beim Auslegen aus der Baie Taaoa jede Sekunde aufsaugen konnten. Das erste Verlassen eines Hafens hatte schon etwas Besonderes, es war mehr als nur ein Auslaufen – es war für uns der Beginn des größten Abenteuers unserer Weltreise! Bei Sonnenschein motorte Martin uns an den hohen Bergen vulkanischen Ursprungs entlang und mit riesiger Freude stellte ich fest, dass das Meer hier dieselbe grandiose blaue Farbe wie um Tahiti hatte. Denn das leuchtende Blau wurde auch hier von vielen türkisen Schlieren durchzogen. Allen war die Aufbruchsfreude anzusehen, denn jeder von uns blickte auf die Küste und die vorgelagerte Insel Tahuata, deren Bucht Iva Iva für diesen Tag unser Ziel war.

Ob man unsere Freude auch einige Meter unter uns spürte? Jedenfalls waren wir kaum auf See als ich unsere Willkommensboten im Meer entdeckte. In etwa drei Delphine sprangen seitlich am Boot vorbei. „Delphine!“, rief ich voller Begeisterung aus und lockte damit auch die Anderen heran. Felix wusste, dass sie vor allem dem Boot voraus mitschwammen und so entdeckten wir ca. 10 Delphine, die uns für eine ganze Weile auf unserer Fahrt begleiteten. Wenn das nicht mal ein perfekter Einstieg in diesen Törn war ??

Wenig später setzte Martin dann das erste Mal das Segel, was uns nur noch Wellen und Wind wahrnehmen ließ und wir damit mit einem „Schönwetter-Segeln“ genussvoll in den Törn starteten. Die Felsküste von Tahuata rückte immer näher, so dass wir deren wundervolle mit Palmen geschmückte Buchten einsehen konnten.

Martin steuerte die Baie Iva Iva an, die den breitesten Sandstrand zu haben schien und außerdem eine ruhige Lage für die Nacht versprach.
Ab 15 Uhr genossen wir gemeinsam den Nachmittag indem wir um das Boot herum schnorchelten, Standup-Paddeling ausprobierten, auf den Trampolinen in der Sonne badeten und als die Drohne einmal steigen ließen um auch wirklich jeden Blickwinkel der schönen Bucht festzuhalten. Wir fühlten uns wundervoll leicht, waren angekommen auf der VAVA-U und genossen nach einem zauberhaften Sonnenuntergang mit Blick auf den pazifischen Ozean die selbstgemachten Thunfisch-Spaghetti à la Martin.

Mai

25

Arne

Der letzte Tag bricht an.

Wir haben eine Inselrundfahrt mit Führung gebucht.
John und sein Sohn kutschieren uns über die Insel. Neben der wunderschönen Landschaft gibt es ein paar alte im Wald versteckte Tikis (polynesische Steinstatuen) und eine restaurierte Kultstätte, angeblich mehrere tausend Jahre alt, zu besichtigen.

 

 

Die Straße an der Nordküste ist gewöhnungsbedürftig. An der Steilküste zieht sich eine Schotterpiste hoch und runter, schneller als 20 km/h sind hier nicht drin. Das Panorama ist aber einzigartig und sehenswert.

Zurück in Atuona trinken wir noch etwas bei MAKE MAKE, der einzigen Bar des Ortes, nutzen das WLAN und lassen uns mit einem Privat-Taxi zum Schiff zurückfahren.

Robert hat VAVA-U bereits am Vormittag verlassen um seinen Flug nach Papeete zu erreichen. Arne geht morgen früh von Bord. Markus und Felix haben auch den nächsten Törn gebucht und möchten die Woche die zwischen beiden Törns liegt, hier in Hiva Oa verbringen.

So geht eine lange, sehr abwechslungsreiche Reise langsam zu Ende.

 

Zurückgelegt haben wir ca. 3300sm, fast ausschließlich unter Segeln. Von den Naturwundern der Galapagosinseln über ein 17 Tage lang immer gleich aussehendes Meer zu den wunderschönen Marquesas Inseln die zu besuchen man nur jedem empfehlen kann.

Also dann bis zum nächsten Mal.

Blogschreiber Arne, Skipper Martin und die Crew der VAVA-U.

Mai

24

Arne

Gegen Mittag müssen wir diese schöne Bucht verlassen und Motoren etwa eine gute Stunde nach Atuona auf Hiva Oa.

Hier endet der Törn. Der Hafen ist ziemlich voll, da hier einer der beiden Orte auf den Marqueseas ist, in denen Segler einklarieren können.

Atuona ist ein kleiner Ort mit etwa 1500 Einwohnern. Bekannt ist er als Wohnort zweier sehr berühmter Persönlichkeiten, Paul Gauguin der hier seine letzten Lebensjahre verbrachte und den belgischen Chansonnier Jacques Brel.

Brel flog in den 70ger Jahren des letzten Jahrhunderts mit seinem Flugzeug zwischen den Inseln franz. Polynesiens herum – transportierte Post und Passagiere (meist gratis) und war hier sehr glücklich. Als seine Krebserkrankung soweit fortgeschritten war, das auch in Europa keine Chance mehr auf Heilung bestand, kehrte er auf die Marquesas zurück und starb hier 1978.

Die Gräber von Gauguin und Brel kann man auf dem kleinen Friedhof von Atuona besuchen.

Beiden ist hier eine kleine Ausstellung gewidmet, wobei es äußerst schade ist, dass nicht ein Original von Gauguin hier ausgestellt ist. Das Museum enthält ausschließlich Kopien seiner Gemälde.

Abendessen gibt’s im Restaurant und gegen 21:30 sind wieder an Bord.

Mai

23

Arne

Strand – bzw. Badetag.

Jeder füllt den Tag mit der Art zu faulenzen, die ihm am liebsten ist.

Auf dem Boot rumhängen, schnorcheln, am Strand liegen, mit dem Kanu Paddeln….

 

Zum Thema Strand:

Überall hört und liest man über die berüchtigten Nonos. Wahre Monstermücken die am Strand in Horden über einen herfallen, einem das Blut aussaugen und einen furchtbaren Juckreiz hinterlassen. Entweder ist das ein Märchen wie das vom Graf Dracula, ein Running Gag der Einheimischen um die Touristen vom Strand wegzuhalten oder die NONOS sind gerade Urlaub.
Wir haben jedenfalls keine gesehen, geschweige denn gespürt.

Was es dagegen in Mengen gibt sind Fische.

In dieser Bucht lohnt sich das Schnorcheln wirklich, das Wasser ist klar und voller Korallen.

Neben den üblichen „Aquariumsfischen“, sahen wir Kugefische, Seenadeln, Muränen und einen mittelgroßen Hai.

Hinter dem Sandstrand liegen die Grundstücke einiger Bauern.

Sie kommen jeden Tag mit dem Motorboot aus Vaipaee und ernten Kokosnüsse, Obst und Gemüse.

Da gerade Schulferien sind, sind auch ihre Kinder dabei. Sie haben einen Riesenspaß dabei mit unseren Kanus herumzufahren, nachdem sie höflich gefragt haben, ob sie es einmal ausprobieren dürften.

Sie verbringen den ganzen Tag im Wasser, bevor sie abends mit den Eltern wieder heimfahren.

Wir bestreiten heute das Abendessen aus den letzten frischen Resten und können immerhin 3 verschiedene Salate und frischen Radi servieren…

Leider gibt es immer noch keine Cocktailbar am Strand…

 

Mai

22

Arne

Am Morgen liegen wir vor dem grünen Tal bei Vaitahu, einem kleinen Örtchen.

Mit dem Dinghy machen wir uns auf zum kleinen Anleger und laufen etwas im Dorf herum.

Viel ist heute hier nicht los und weil wir nichts einkaufen müssen und der Buchtstrand aus großen schwarzen Kieseln besteht, die nicht wirklich zum Baden einladen, fahren wir weiter in die Nachbarbucht nach Hanamoenoa.

Diese Bucht liegt 2sm entfernt und ist wiedermal eine Südseebucht wie aus dem Katalog.

Wir beschließen, bis zur Weiterreise nach Hiva Oa hier zu bleiben und einfach nur Badeurlaub zu machen. Leider gibt es keine Cocktailbar am Strand…

Mai

21

Arne

Nächstes Ziel ist Ua Huka.

Wir wollen südlich um Ua Pou herumfahren und dann auf nordöstlichem Kurs den Ort Vaipaee ansteuern.

Das klappt nur teilweise, denn der Wind kommt genau aus der angepeilten Richtung und wir müssten lange nach Vaipaee kreuzen.

Also entschließen wir uns zur Kursänderung und segeln nach Tahuata.

Diese Insel liegt etwas südlich von Hiva Oa und dem Ort Atuona, unserem Endpunkt des Törns.

Auch auf diesem Kurs müssen wir etwas kreuzen und benötigen 18 Stunden für die Überfahrt.

Um 02.00 fällt dann der Anker in der dunklen Bucht nach einem schönen Segeltag.

Mai

20

Arne

Für diesen Tag ist Wandern angesagt. Die ersten 30 Minuten führen uns zum einem Wasserfall, Markus und Arne baden und duschen und lassen sich vom starken Wasserstrahl massieren.

Martin und Robert wandern zum Boot zurück, der Rest erreicht nach weiteren 30 Minuten „Manfredville“.

Hier hat sich vor etwa 28 Jahren ein deutscher Aussteiger niedergelassen  und sein kleines Paradies aufgebaut.

Es gibt fast alles aus Selbstanbau. Spezialität ist die selbstgemachte Schokolade. Er erzählt lange und ausführlich aus seinem Laben, ist aber bestens informiert und die riesige Satellitenschüssel auf seinem Dach erklärt, warum.

Er bietet in seinem kleinen Reich auch Schlafplatze für Rucksacktouristen (im Zelt) an und hat einen kleinen Pool.

Weiter gehts auf einem immer steiler werdenden Weg durch den Dschungel bis auf ca. 700m Höhe an.

Wir stehen direkt vor den Vulkan-„Zähnen“, verzichten aber auf deren Besteigung.

 

Sie ragen wirklich fast senkrecht und glatt in die Höhe. Das sind die Überreste eines früher kegelförmigen Vulkans. Die Kanäle, über die die Lava aus der Tiefe nach oben geflossen ist, bestand am Ende des Ausbruchs aus anderem (festerem) Gestein. Der umgebende Kegel ist mittlerweile wegerodiert, so dass nur noch diese imposanten Spitzen übrig geblieben sind.

Durch dichtes Grün geht es wieder steil nach unten und wir erreichen unseren Ausgangsort nach insgesamt ca. 5 Stunden erlebnisreicher Wanderung.

Das sehr leckere Abendessen gibt es wie verabredet im Restaurant. Und zusätzlich freuen wir uns über ein, wenn auch recht langsames WIFI und kehren satt und zufrieden zur VAVA-U zurück.

 

Markus wandert noch einmal zu Manfred, den er zu später Stunde wecken muss, um doch noch etwas Schokolade zu kaufen.

Die konnten wir ja vormittags nicht mitnehmen in der Hitze.

Für seine Fahnensammlung erhält Manfred zwei etwas ausgefranste aber weitgereiste Fahnen der VAVA-U.

Schwarz-Rot-Gold und die Bayernfahne!

 

 

 

Mai

19

Arne

Diesmal schon früh am Morgen, nachdem ein Teil der Mannschaft an Land frisches Baguette, Bananen und Käse besorgt hat,
heben wir den Anker uns setzen die 25sm nachUa Pou über.

 

In der Bucht von Hakahetau liegen wir nach knapp 3 Stunden schon vor Anker und genießen den Blick auf die spitzen Vulkanreste, die der Insel eine einzigartige Silhouette geben.

Später marschieren wir ein paar Schritte durch den Ort und reservieren im einzigen „Restaurant“ für den nächsten Tag einen Tisch und stellen fest, dass der Supermarkt wegen Ausverkauf geschlossen hat – also kochen abends an Bord.

Mai

18

Arne

Um 8:00h holen wir das vorbestellte Auto und begeben uns auf die Inseltour.

Erstes Ziel ist das östlich gelegene Taipivai. Dort besichtigen wir ein riesiges Kultgelände der Insulaner, das aber nicht wirklich antik ist, und den Strand.

Wir durchqueren den Ostteil der Insel und landen in Hatiheu, einem kleinen Ort in der Nähe der Bucht Anaho, die wir bereits vor zwei Tagen mit dem Bot besucht hatten.

Kurz vor dem Ort liegen im Wald versteckt die Überreste einer alten antiken Siedlung. Teilweise sind die Gebäude rekonstruiert, die meisten aber überwuchert. Es erinnert etwas an das Dschungelbuch…

Nach einem Kaffee in der einzigen Kneipe von Hatiheu, beuchen wir das kleine Museum des Ortes. Die Wirtin, gleichzeitig Bürgermeisterin, muss es extra für uns aufsperren!

Viel zu sehen gibt es nicht – trotzdem ist es liebevoll hergerichtet. Die meisten archäologischen Funde der Inseln sind in Völkerkundemuseen in der ganzen Welt zu sehen. Hier haben die Finder leider wenig zurückgelassen.

Kurz nach dem Ort beginnt eine abenteuerliche 30 km lange Schotterpiste an der Nordküste entlang, die unseren Bandscheiben und dem Auto einiges abverlangt.

Dafür sind die Aussichten phänomenal! Das Geschaukel dauert etwa 2 Stunden, dann kommen wir wieder auf die befestigte Straße.

Wir fahren noch zum Flughafen, den wir annähernd menschenleer vorfinden.

Außer einem französischen Rucksacktouristen, der auf das morgige Flugzeug wartet und zwei Flughafenmitarbeiter, die mit Aufräumen beschäftigt sind ist niemand da.

Wir fahren weiter und kommen von der äußerst karg bewachsenen Nord-West-Ecke der Insel durch alle Vegetationszonen der Insel. Die Straße geht hinauf bis auf 1200m, dort oben fahren

wir durch dichte Kiefernwälder und stoppen immer wieder um die atemberaubende Aussicht zu genießen. 20km vor Taiohae gabeln wir einen einsamen deutschen Wanderer auf der eigentlich die

Wasserfälle finden wollte, jedoch den falschen Weg genommen hatte und froh ist auf unserer Ladefläche nach Hause zu kommen.

So endet ein wunderschöner und erlebnisreicher Tag, der seinen Abschluss in der Pizzeria findet.

NukuHiva_Ausflug

NukuHiva_Ausflug

Mai

17

Arne

Um halb acht am Morgen fahren mit dem Dinghi an Land um bei der Wanderung zu den Wasserfällen nicht in die größte Hitze zu kommen. Wir bezahlen den „Eintritt“ für das Tal beim zuständigen

Bauern und verabreden mit den Nachbarbauern auch gleich noch ein Mittagessen nach unserer Rückkehr.

Das ist wahrscheinlich auch besser so, denn ein mit Macheten „bewaffneten“ und wild tätowierten „Krieger“, dessen Hof es ist, nicht zu provozieren.

Dann marschieren wir los.

Zunächst geht es flach durch die Gärten der dort lebenden Bewohner. Es schaut alles sehr gepflegt und ordentlich aus, frische Früchte findet man überall in Hülle und Fülle.

Später steigt der Weg an und wird zu einem Trampelpfad durch den Dschungel.

Ab und zu muss ein Fluss oder Bach überquert werden. Es ist aber gerade wohl nicht Regenzeit, sie führen nicht viel Wasser.

Das sehen wir dann auch am Wasserfall – da fällt nicht viel!

Trotzdem ist es ein beeindruckender Ort. Am Ende einer Schlucht mit 350 Meter hoch, steil aufragenden Felswänden können wir schwimmen und uns unter einem kleineren Wasserfall duschen.

Das Wasser ist angenehm kühl. Nicht alle von uns wollen das erleben, sie haben angeblich im Teich eine Muräne (im Süßwasser?) gesichtet und verzichten aus Angst um ihre Zehen;-))

Martin filmt die Umgebung mit der Drohne und nach ca. einer Stunde machen wir uns auf den Rückweg.

Am Dorf angekommen wartet auf uns bereits das Mittagessen. Es gibt gegrillte Schweinestücke mit Reis und Gemüse.

Das absolute Highlight ist der frisch gemachte und eisgekühlte Mango Saft. Dickflüssig wie ein Smoothie und so lecker das wir gar nicht genug davon bekommen können.

Wir kehren aufs Boot zurück und fahren noch die wenigen Seemeilen nach Taioahe, wo wir für morgen ja ein Auto reserviert haben.

Mai

16

Arne

Als erstes ins Meer! Dann Frühstück und dann mit dem Dinghi an Land und zu einem in der nächsten Bucht gelegenen Bauernhof wandern – das ist der Plan für heute Vormittag.

Wir bekommen dort Pampelmusen, Gurken, Tomaten Auberginen etc., alles frisch geerntet und für hiesige Verhältnisse sehr günstig.

Der Strand, der sich dann vor uns ausbreitet ist wieder einmal atembraubend. Keine Menschenseele ist dort, nur einige Vögel und jede Menge Krabben. Außerdem dümpeln in der Brandung Hunderte kleine Portugisische Galeeren, eine Quallenart die äußerst giftige Tentakeln hinter sich her zieht, die bei Kontakt (mit ausgewachsenen Exemplaren) durchaus einen Menschen ernsthaft schaden können.
Vor diesen hatten uns gestern abend auch schon Einheimische gewarnt, wir wollten aber hier sowieso nicht schwimmen.

Zurück auf dem Schiff springen alle noch einmal ins Wasser und putzen etwas die Bordwände, die auf, und seit Galapagos ziemlichen Bewuchs von Muscheln und Algen erhaten haben.
Mit wieder weißen Bordwänden und glattem unterwasser Schiff heben wir den Anker und machen uns auf den Weg nach Hakatea.
Hier wartet morgen eine 4-stündige Wanderung zu einem der höchsten Wasserfälle der Welt!

Wir erreichen die Bucht nach etwa 5 Stunden und ankern wieder einmal vor spektakulärer Kulisse.
Aus den frisch erworbenen Lebensmitteln wird das Abendessen zubereitet – dass es uns schlecht gehen könnte, kann niemand behaupten.
Sogar Bier, Wein und Rum ist noch genug da!

Mai

15

Arne

In der Früh geht es zum zum Einkaufen auf´s Land. Frisches Baguette, Käse etc., wir sind immerhin in Frankreich!
An der Mole stehen ein paar Fischer und zerlegen den Fang der Nacht, mehrere große Thunfische. Die Reste werfen sie ins Meer das, sobald ein Stück geflogen kommt, heftig in Bewegung gerät.
Einige ausgewachsene Schwarzspitzenhaie prügeln sich um jedes Stück.

Als wir alle Erledigungen beendet, lecker gefrühstuckt, und auch sonst alles weitere erledigt haben, geht der Anker auf und wir starten zu unserem nächsten Ziel, der Bucht Anaho, etwa 25sm von Taiohae entfernt.

Wir haben beschlossen dort schon heute hinzufahren, da für Dienstag kein Leihwagen verfügbar war.
In den nächsten Tagen wollen wir die Insel komplett umrunden und am Freitag dann das Landesinnere mit dem Auto abklappern.

Die Fahrt nach Anaho dauert knapp 4 Stunden.
Wenn das Paradies nicht hier ist, dann kann es nicht weit weg sein! Eine solche Bucht, mit steil aufragenden Vulkanfelsen, weißem Sandstrand und üppiger Pflanzenwelt, findet man sicher auch in der Südsee selten.

Leider ist das Wasser etwas aufgewühlt. Beim Schnorcheln ist also nicht allzuviel zu sehen.

Zu Abendessen köpfen wir die letzte Flasche Sekt (Arne hat heute Geburtstag) und grillen Hühnchen im Backrohr.
Wir liegen äußerst geschützt, das Wasser ist glatt und es wird eine Nacht ohne Geschaukel.

Mai

14

Arne

Der Tag beginnt mit einem Bad im Meer und einer Dusche aus dem Himmel.
Es gießt wie aus Eimern. Gott sei Dank legt sich der Regen aber schnell wieder.
Wir frühstücken und setzen mit dem Dinghi an Land über. An er Mole hängen schon 20 weitere Dingis.

Alle Segler haben sich schon wieder in der Hafenbar vesammelt und strapazieren das WLAN.

Wir machen uns zur Gendarmerie auf den Weg, wo schon einige andere Ankömmlinge des Wochenendes warten.
Als wir an der Reihe sind, werden wir von einem überaus freundlichen ‚Flic‘ bedient, der äußerst gut gelaunt seine Stempelchen setzt und Formulare ausfüllt.
Wenn man als Polizist aus Frankreich hierher versetzt wird, was soll man sonst sein, als bester Laune?

Danach macht jeder was er will. Treffen dann natürlich wieder in der Hafenbar zum Austauschen von Geschichten mit anderen Seglern sowie Kommunikation mit dem Rest der Welt.
Abendessen gibt es in der Pizzeria (!) und gegen 22:00h fahren wir zurück aufs Boot und gehen schlafen.
Im Ort ist schon lange nichts mehr los.

Mai

13

Arne

Es wird hell und vor uns zeigt sich Land!
Die erste Abwechslung beim Blick auf den Horizont seit über 2 Wochen! Wir passieren die Insel Ua-Hoku.
Direkt vor uns läuft das Versorgungsschiff ARANUI 5, das die Inseln regelmäßig anläuft und auf dem man sich auch als Passagier einbuchen kann, in den kleinen Hafen Vaipaee der Insel ein.
Ein komisches Schiff, vorne Frachter, hinten Kreuzfahrtschiff.

Bis zum Ziel sind es noch etwa 30sm. Für die benötigen wir knapp 6 Stunden und lassen um 13:15h Ortszeit den Anker fallen.
Geschafft! 16 Tage und 23 Stunden haben wir für knapp 3070 sm benötigt und sind glücklich, endlich angekommen zu sein.

Wir köpfen eine Flasche Prosecco und trinken auf die völlig problemlose Überfahrt. Die ganze Zeit blies uns der Wind aus dem Rücken gleichmäßig voran. Nicht mal ein Gewitter mussten wir über uns ergehen lassen, geschweige denn einen Sturm! Glück gehabt.

Wir springen endlich mal wieder ins Meer, machen uns landfein und lassen das Dinghi ins Wasser.
Die Bucht von Taiohae ist wunderschön, von steilen Vulkanwänden eingerahmt und üppig grün. Auch der Ort macht einen sehr netten Eindruck und wir freuen uns auf morgen, die Gegend zu erkunden.

Weil Sonntag ist, hat alles geschlossen, außer der Hafen“bar“.
Wir laufen etwas über die „Strandpromenade“, stehen auch bei der Gendarmerie vor verschlossenen Türen und verschieben alles auf morgen.
Also setzen wir uns in die Bar mit WLAN, daddeln mit unseren Handys herum und essen zu Abend.

Um 19:30 ist Zapfenstreich!
Alle anderen Segler sind schon zurück auf ihren Booten und so machen wir es auch.

Mai

12

Arne

Langsam steigt die Spannung.
Am Morgen sind wir noch knapp 300sm von unserem Zeil entfernt. Da der Wind keine Anstalten macht einzuschlafen,
sondern uns weithin zügig Richtung Marquesas schiebt, rechnen wir mit der Ankunft am Sonntag gegen 14h.

Den Tag über lassen wir den Spinnaker noch oben, holen Ihn dann aber gegen 19:00h ein und segeln nur mit der Genua weiter.
Die Nachtwachen halten nach Land kräftig Auschau, da der Mond aber in dieser Nacht erst gegen 5:00h aufgeht ist es stockfinster und demnach nichts zu erkennen.

Mai

11

Arne

Außer einen paar kleinen Winddrehern und daraus resultierenden Kursänderungen – um den Spinnaker im Wind zu halten – passiert auch in dieser Nacht gar nichts.

Wir sind mit etwa 7kn unterwgs und haben am Morgen noch etwa 380sm nach Taiohae unseren ersten Zielort.
Davor liegt noch die Insel Ua Huka, wir werden also vorher schon Land sehen.
Da wir aber dort nicht einklarieren können, werden wir sie erst einmal passieren.

Der Seegang ist, wie der Wind, ebenfalls geringer geworden, so kann man sich jetzt ohne Wasser abzubekommen vorn auf dem Netz aufhalten. Man liegt oder sitzt dort und schaut
in die Wellen, denkt an irgendetwas oder auch nicht und lässt die Zeit vergehen.

Es ist so wie am Lagerfeuer, in das man auch stundenlag hineinstarren kann, ohne dass einem langweilig wird.
So eine lange Überfahrt ist eine wunderbare Erfahrung und jedem zu empfehlen der dem Alltagstress einmal komplett entfliehen will.

Niemanden interessiert, welcher Tag es heute ist, die Uhrzeit sehen wir nur für die Wachwechsel nach,
und – tatsächlich – es geht auch ohne Spiegel-Online, Facebook und sogar Fußball.

Mai

10

Arne

Der Morgen bringt wieder ein paar neugierige Delfine die das Schiff ein paar Minuten begleiten.
Wir frühstücken, nehmen dann das Groß herunter und segeln nur noch mit dem Spinnaker bei achterlichem Wind.
Da dieser etwas nachgelassen hat sind wir nicht mehr so flott unterwegs wie zuvor, was wir an der immer weiter sinkenden Durchschnittsgeschwindigkeit sehen.
Der Rest des Tages verläuft im gewohnten Trott und wir zählen die Seemeilen bis nach Nuku Hiva herunter.
520 – 510 – 500 …

Mai

9

Arne

Nachdem wir die Nacht über mit mäßigem Wind gesegelt sind, kommt am Morgen ein kleiner Regenguß auf. Der Wind dreht etwas und wird wieder stärker.
Vor uns spannt sich ein wunderschöner Regenbogen und bleibt etw 15 Minuten sichtbar.

Nach dem Frühstück setzen wir das Groß auf Reff 2, holen die Genua ein und setzen den Spinnaker.
Auf Kurs 260° machen wir jetzt zwischen 9 und 10kn Fahrt, direkt auf unser Ziel zu. Da wir kurz beigedreht hatten, hat sich die Angelschnur unter dem Boot verheddert.
Da muß wohl vor dem nächsten Motoren einer ins Wasser…. Um den Köder ist es nicht wirklich schade, der wurde ohnehin tagelang von sämtlichen Fischen ignoriert.

Den ganzen Tag begleitet uns ein Vogel, der wohl froh ist, soweit draußen notfalls landen zu können. Oder wartet er nur auf ein paar Essensreste?
Immer wieder fliegt er knapp über die Wasseroberfläche, greift mit den Krallen hinein, bringt aber nichts für uns sichtbares heraus. Mangels ornithologischer Kenntnisse wissen wir auch nicht, was es für eine Vogelart ist, aber ihn zu beobachten vertreibt die Zeit. Unglaublich, dass sich dieses Tier über 1000 km vom nächsten Land entfernt aufhält.

In der Dämmerung freuen wir uns über ein paar vor dem Bug schwimmende und springende Delfine, von denen wir bis jetzt leider nur wenige gesehen haben, essen zu abend und lassen die Nachtwachen beginnen.

Mai

8

Arne

Wieder ist die Nacht über alles ruhig geblieben.
Der Wind kommt aus Ostsüdosten und treibt uns konstant voran. Irgendwann, wenn wir auf gleicher Breite wie Nuku Hiva, der ersten Marquesas-Insel die wir anlaufen werden, sind, müssen wir noch etwas auf Westkurs abfallen.

Ein Fisch hat seit Tagen nicht mehr gebissen. Im Wechsel gibt es Nudeln, Kartoffeln oder Reis mit Fleisch aus der Tiefkühltruhe oder enfach nur Gemüse.
Ansonsten läuft alles nach dem üblichen Trott.
Wache gehen, dösen/schlafen/lesen und als Highlights des Tage Frühstücken/Essen.

.

Mai

7

Arne

Die Nächte sind jetzt spektakulär.
Der Mond geht erst sehr spät auf und der südliche Sternenhimmel breitet sich in voller Breite vor uns aus.
Leider bewegt sich das Boot im Seegang, so dass man mit dem Fernglas nicht so gut beobachten kann.

Mittlerweile haben wir auch die 2000sm-Marke geschafft und der Wind und somit auch unser Tempo, haben wieder etwas zugenommen.
Unsere Prognosen von der Abfahrt scheinen alle unterboten zu werden, am optimistischsten war Robert, mit 17 Tagen.

Momentan sieht es nach 16 aus… Egal, der Sieger (am nächsten an der benötigten Zeit) bekommt ein Original Südsee-Tattoo, das weiß er bloß noch keiner 🙂