Jul

2

by Angelika
Weiter geht es Richtung westlichstes Ende von Griechenland, mangels Wind unter Motor. Einen ersten Stopp legen wir auf Erikoussa ein.

 Erikoussa

Erikoussa

Die weite Bucht im SW der Insel dient vielen Seglern als Zwischenstopp auf dem Weg nach Italien. Vor uns liegt ein schöner Sandstrand, aber das kühle Wasser verlockt nur Elmar zum Baden. Mit Sonnenuntergang kommen zu den bisherigen 6-7 Yachten noch 10 weitere dazu. Die Ankerlichter bilden einen wunderbaren „Sternenhimmel“.
Da unsere Angeln trotz wechselnder Köder leer geblieben sind, verwöhnt uns Elmar mit Hähnchen „blau“ in Weissweinsauce – lecker.

Fischer Elmar-IMG_1736

Fischer und Koch-Elmar

Fischer und Koch-Elmar

Jul

1

by Angelika

Nach einem kurzen Schlag landen wir in Agios Stefanou. Die kleine Bucht liegt direkt gegenüber von Albanien, getrennt nur durch einen schmalen Kanal. Mehrere Tavernen werben um die noch spärlichen Gäste und zahlreiche Vermietboote warten auf Freizeitskipper. Man hat den Eindruck, in diesem Jahr beginnt alles später, die Saison und der Sommer. Nachts ist es „frisch“, an Deck oft feucht und die Wassertemperatur liegt kaum über 23°C.

Agios Stefanou

Agios Stefanou

Jul

1

Schmeckt immer wieder gut.
Wir Ankern in Ag. Stefanou im Nordosten von Korfu gegenüber Albanien.

20130701-164921.jpg

Aug

25

Gegen 7 Uhr kommt die Sonne hinter den Hügeln hervor. blu:kat liegt im weichen Morgenlicht. Und wieder drängt sich der Eindruck auf, dass ein Ufo in der Bucht gelandet ist, ein blaues Ufo mit weißer Kommandozentrale. Wir schwimmen noch eine Runde ums Boot, anschließend lassen wir uns in der warmen Morgensonne trocknen. In zwei Stunden bringt uns das Taxi zum Flughafen, schwer vorzustellen, dass wir am Nachmittag wieder in München sind.
Danke Martin für zwei wunderschöne, erlebnisreiche und erholsame Urlaubswochen und bis bald auf blu:kat.

Aug

24

Unser letzter Tag auf blu:kat. Langsam schleicht sich Wehmut ein. Wir frühstücken, baden, packen – eher unentschlossen, gehen wieder schwimmen. Carola reiht sich in die Liste der Mastbesteiger ein.

Carola_Mast

Carola_Mast

Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Taxi nach Mytilini. Wir bummeln die farbenfrohe Basarstraße Ermou entlang, besuchen die Kathedrale und machen uns auf die Suche nach dem Kastro – Stadtplan gegen I-phone. Das in einem Pinienwäldchen oberhalb des Zentrums gelegene Kastell lässt sich aber auch ohne Orientierungshilfe leicht ausmachen. Weil Vollmond ist, gelten verlängerte Öffnungszeiten, bis 1 Uhr nachts. Ganz so lange bleiben wir nicht, verbringen jedoch einige Zeit in dem weitläufigen Gelände. Antike Fragmente, Befestigungsanlagen und Gebäude aus drei verschiedenen Epochen sind hier vereint und immer wieder bieten sich wunderbare Ausblicke auf die Stadt und den Hafen.

Kastell_1

Kastell_1

Der Vollmond steht hoch am Himmel, als wir das Kastell verlassen und aus der Ruhe eintauchen in den quirligen Lärm der Altstadt. Fußgänger schieben sich durch die engen Gassen, dazwischen bahnen sich Autos und Mopeds ihren Weg. Es ist erstaunlich, dass trotzdem alles unfallfrei abläuft. Wir flüchten in eine Taverna, die Tische unter einer Pergola aus wildem Wein nehmen die komplette Gasse ein. Den Abend beschließen wir im Panellinion, wo es laut unserem Taxifahrer das beste Eis von Mytilini geben soll. Allein schon das traditionelle Café ist sehenswert.

POS am Abend:  39°02.713’N, 026°31.650’E, Ankern in Skala Loutra – Lesbos

Aug

23

Der Reiseführer erwähnt ein Ouzo-Museum etwas außerhalb von Plomariou. Gegen 11 Uhr machen
wir uns auf den ca. 2 km langen Weg. Wir wundern uns, dass es keine Hinweisschilder gibt, finden das Museum nach nochmaligen Rückfragen aber bald im Gebäude der Barbayannis-Fabrik, es ist geschlossen. Nach einer kurzen, aber informativen Führung durch den Produktionsbereich erstehen wir einige Urlaubsmitbringsel und machen uns auf den schattenlosen Weg zurück zum Boot.

Ouzo

Ouzo

Glockenturm

Glockenturm

Vase

Vase

Im Hafen steht ein unangenehmer Schwell, so legen wir zügig ab Richtung Skala Loutra. Die gut geschützte Bucht liegt auf der Ostseite des Eingangs zum Kolpos Yéras, dem zweiten „Binnenmeer“ der Insel Lesbos. Unter Maschine fahren wir durch eine fjordähnliche Landschaft. Die umgebenden Hügel sind grün, bewachsen mit niedrigen Kiefern und Olivenbäumen. Am Kanalende trübt der Blick auf Schornsteine und Tanks ein wenig die Idylle.

Anfahrt_Kolpos Yeras

Anfahrt_Kolpos Yeras

Auch unser Liegeplatz ist keine Schönheit auf den ersten Blick. Tanks zur Linken, in Front eine Industrieruine, rechts die Werft. Nach einem ersten Rundgang freunden wir uns langsam mit der Gegend an. Ein Teil der Industriegebäude wurde zu einem Hotel/Tagungshotel? umgewandelt. In den Seitengebäuden Appartements, ein großer Raum für Feste oder Konferenzen, über dem Eingangsgebäude erstreckt sich eine riesige Dachterrasse. Gastronomie ist nicht zu erkennen. Wir fragen uns, wer hier Urlaub macht.

POS am Abend:  39°02.713’N, 026°31.650’E, 9595.16nm, Ankern in Skala Loutra – Lesbos
Etappe:  16 sm; unter Motor

Aug

22

Anfahrt Plomarion

Anfahrt Plomarion

Plomarion_Hafen

Plomarion_Hafen

Auch heute orgelt der Meltemi in den Wanten. Wieder unter Fock segeln wir bei Böen bis 43 Knoten Plomariou entgegen. Hier wird der bekannte Plomarion Ouzo hergestellt und so machen wir nach einem abendlichen Spaziergang durch die reizvollen engen Gassen in einer Ouzeria halt, die malerisch auf einer Brücke über dem sommertrockenen Flußbett des Sedountas liegt. Die lebenslustige Wirtin bringt uns zum Ouzo alles an Mezédes, was die Küche zu bieten hat. Mit fortschreitender Stunde wird das Radio aufgedreht und die Wirtin beginnt zu tanzen. Die anwesenden männlichen Gäste müssen mithalten, sträuben gilt nicht. Die Brücke ist Wirtsgarten, Fußgängerzone und Fahrstraße in einem. So werden kofferschleppende Touristen elegant umtanzt, vollbremsende Mopeds generös durch gewunken. Die Ausweichmanöver der Pickups führen um Millimeter an den Stühlen der Gäste vorbei. Auf einem der umliegenden Balkons tanzt ein Bub, angefeuert von den „Hoppas und Ellas“ der Gäste – herrlich.

Plomarion_abends

Plomarion_abends

POS am Abend:  38°58.458’N, 026°22.174’E, Angelegt mit Banker und HL in Plomariou
Etappe:  21 sm; davon unter Segel: 16 unter Motor: 5

Aug

21

Segel

Segel

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Rahmenprogramm – Surfer üben um blu:kat ihre Sprünge – brechen wir auf zu unserem nächsten Ziel, Ormos Apothikes im Süden von Lesbos. Nur unter Fock rauschen wir bei Böen bis zu 35 Knoten mit 8 Knoten Fahrt die Küste entlang.
Die Einfahrt in den Kolpos ist beeindruckend. Die Wassertiefe wechselt abrupt von 10 Meter auf nichts, der Meltemi bläst uns mit aller Kraft direkt entgegen, das Wasser kocht. Eine schmale betonnte Fahrrinne führt uns durch die Untiefen.

Einfahrt Kolpos

Einfahrt Kolpos

Nach zwei Ankerversuchen machen wir im Scheitel einer kleinen Bucht mit Heckleine und Buganker fest. Unser Skipper verwöhnt uns mit Frikadellen oder Buletten (auf keinen Fall Fleischpflanzl) und wir verbringen einen gemütlichen Abend um den runden Salontisch. An Deck verbläst der Meltemi jede Gemütlichkeit.

Buletten

Buletten

POS am Abend:  39°06.653’N, 026°06.188’E, Ankern in Ormos Apothikes im Süden von Lesbos
Etappe:  20 sm; davon unter Segel: 16 sm unter Motor: 4 sm

Aug

20

HausAiStratos

HausAiStratos

Beim Morgenfrapé im Kafenion treffen Simmerl und ich auf einen Einheimischen, der uns einen Bildband mit alten Aufnahmen der Insel, vor allem Portraits ihrer Bewohner zeigt. Auf meine Bitte um Erläuterung einiger Fotos, erhalten wir eine lebendige und sehr persönliche Führung durch die Inselgeschichte von 1940 bis 1970. Wir hören von einer blühenden Dorfgemeinschaft, unabhängig und in der Lage, von ihren eigenen Produkten zu leben. Von Familiengeschichten und Bräuchen, Freude und Trauer, alles wunderbar illustriert von den eindrucksvollen Portraits des Fotografen Vasilis Manikakis. Dann der Schnitt und die Zerstörung des Dorfes und seiner Lebensgemeinschaft durch ein schreckliches Erdbeben und die Vollendung der Zerstörung durch die Bulldozer der Militärjunta.

Erdbeben

Erdbeben

Und wir hören vom täglichen Kampf, die Insel am Leben zu halten und dem Willen ihrer Bewohner, sie wieder zu dem zu machen, was sie einst war. Tief beeindruckt danken wir unserem Führer für diese Zeitreise, der, wie sich im Gespräch herausstellt, der Sohn des Fotografen, Vyron Manikakis, ist.
Zurück am Boot finden wir auf der Gangway eine Morgengabe, Feigen und einen Blumenstrauß. Unser Hafenpolizist? An wen auch immer, danke für den bezaubernden Abschiedsgruß.
Gegen Mittag legen wir ab in Richtung Sigri auf Lesbos. Der Wind weht mit 20 bis 25 Knoten, wir sind unterwegs mit Fock und einem Reff im Groß. Der Rest ist schnell erzählt. Ich werde seekrank, Totalausfall. Kurzfristig macht auch Simmerl mir meinen Eimer streitig, erholt sich aber rasch wieder.
In der südlichen Einfahrt von Ormos Sigri grüßt ein Wrack vom Felsen, fast wie ein Mahnmal. Im letzten Abendlicht wirkt Sigri einsam, fast abweisend, sehr nördlich. So sind auch die Wassertemperaturen, nur noch 25°C. Ich überlege ernsthaft, ob ich auf das Abendschwimmen nicht verzichte.

Wrack

Wrack

POS am Abend:  39°13.273’N, 025°51.196’E, Ankern in Ormos Sigri auf Lesbos
Etappe:  49 sm; davon unter Segel: 45 sm unter Motor: 4 sm

Aug

19

Unser nächstes Etappenziel ist die kleine Insel Agios Evstratios, 29 sm südlich von Limnos. Das Hafenhandbuch weiss dazu, dass ein Großteil der Gebäude 1968 von einem Erdbeben zerstört wurde und derzeit ca. 300 Menschen auf der Insel leben, vorwiegend im Fischerdorf am Hafen.
Mit Wind aus NE segeln wir unter Blister direkt auf unser Ziel zu.

Hafen AiStratos

Hafen Evstratios

Nach Runden der äußeren Mole empfängt uns ein hübscher kleiner Hafen mit einigen alten Häuschen direkt am Kai und ein Hafenpolizist, der mit aufrichtigem Bedauern erklärt, dass in seinem Hafen für so ein großes Schiff kein Platz mehr an der Mole ist. Einige Überlegungen später findet sich dann doch noch eine freie Stelle direkt neben dem Fähranleger. Der Marinaio hilft beim Festmachen, entschuldigt sich für die „Unannehmlichkeiten“ und verschwindet. Wir bleiben staunend zurück. So ein höflicher Hafenpolizist ist selbst Martin in seiner langen Seglerzeit noch nicht begegnet.

Fähre AiStratos

Fähre Evstratios

Ai Stratos_Krake

Hafen Evstratios_Krake

Bei einem abendlichen Rundgang treffen wir auf viele, vorwiegend junge Griechen, die hier wohl ihren Urlaub verbringen.
In einer Bar am Kai lassen wir den Abend ausklingen, hier stößt auch „unser“ Hafenpolizist zu uns. Wir plaudern, erfahren viel Interessantes über Griechenland und die Insel, unter anderem, dass allein in diesem kleinen Hafen sieben Polizisten Dienst tun. Gegen zwei Uhr morgens machen wir uns auf den Weg in unsere Kojen, am Kai herrscht noch immer reges Treiben.

POS am Abend:  39°32.403’N, 024°59.210’E, Fest mit Buganker und Heckleinen in Agios Evstratios
Etappe:  25 sm; davon unter Segel: 23sm, unter Motor: 2 sm

Aug

18

Drink_Vorschiff

Drink_Vorschiff

Wir verholen uns in eine 5 sm entfernte Badebucht. Es ist flau, so fahren wir unter Motor. Gegen Mittag schwimmen Carola, Martin und Simmerl an Land, um den Strand mit seinen Bars zu inspizieren. Inspiriert von dem Spot mit der Kreditkarte in der Badehose hat Simmerl 15 Euro verstaut. Laut Preisliste der Strandbar zahlt man für einen Caipi 7 Euro, der Barkeeper bietet an, drei kleinere für je
5 Euro zu mixen. Diese reichen jedoch, die Drei für den Rest des Nachmittags völlig auszuknocken.

Strandbar

Strandbar

Nach dem Abendessen mit Aperitif auf dem Vordeck sehen wir uns die Spionagegeschichte von Mrs. und Mr. Smith an, ich schlafe, wie immer, vor dem Fernseher ein. Daher zum Rest des Abends ein Text von Martin: „Nachts spiegelglattes Wasser – ölig und ‚tausende‘ Fischer mit ihren Lichtern auf der Kimm – darüber der immer wieder faszinierende Sternhimmel mit dem zunehmendem Mond.“

POS am Abend:  39°50.327’N, 025°04.679’E
Etappe:  5 sm – unter Motor

Aug

17

Gegen 6 Uhr morgens weckt mich das Geräusch einer ankommenden Fähre. Neugierig auf unseren Liegeplatz gehe ich an Deck. Es ist noch dämmrig. Vom Kai grüßt das Hotel Lemnos mit meterhoher Leuchtreklame. Ansonsten wirkt die Wasserfront von Mirina verschlafen und erinnert an das Griechenland vor 20 Jahren. Der weiträumige Hafen ist umgeben von Hügeln die, ganz im Gegensatz zu den üppig bewaldeten grünen Hängen der Chalkidiki, nur spärlich mit Gras und niederen Sträuchern bewachsen sind, die im Laufe des Sommers den Ockerton des Bodens angenommen haben. Langsam geht die Sonne hinter einem alten Wehrturm auf, ich gehe unter Deck und hole noch zwei Stunden Schlaf nach …
Stunden später entdecken wir bei einem Spaziergang ein ganz anderes Städtchen. Die verwinkelten, basarähnlichen Gässchen lassen die Nähe zur Türkei spüren. Alles ist sehr lebendig, andere Sprachen als Griechisch sind allerdings kaum zu hören.

Limnos 1

Limnos 1

Limnos

Limnos

Gegen Abend werden die Temperaturen erträglicher. Carola, Martin und Simmerl brechen auf zu einer kleinen Bergtour zu dem über der nördlichen Hafeneinfahrt gelegenen Kastell. Anschließend geht es zur abendlichen Volta. Vom Kleinkind bis zum Greis ist jetzt alles unterwegs. Wir suchen uns einen Platz in einer Taverne am alten Fischerhafen und schauen bei ein paar Mezedés dem Treiben zu.

Burg

Burg

Mond 2

Mond 2


POS am Abend:  39°52.360’N, 025°03.566’E, Ankern in Hafen Mirina auf Limnos, 5m WT
Etappe:  72 sm; davon unter Segel: 12 sm unter Motor: 60sm

Aug

16

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem längeren Morgenbad verlassen wir unsere Lagune und brechen auf nach Limnos. Ein Teil der 72 sm langen Strecke führt entlang der Westküste der Mönchsrepublik Athos. Wie Perlen aufgereiht liegen hier die eindrucksvollen Klöster in unmittelbarer Ufernähe. Sightseeing pur, auch für Mädels. Auf halber Strecke überholt uns ein Schlauchboot, stoppt auf und einer der zwei uniformierten Insassen weist höflich, aber bestimmt darauf hin, dass zur Küste ein Mindestabstand von 500 Meter einzuhalten ist – wussten wir doch …. Nach nochmaliger Schiffsumrundung drehen sie ab.

Athos 1

Athos 1

Athos 2

Athos 2

Am Südkap kommt etwas Wind auf, Blisterwind. Die Freude währt jedoch nicht lange. Später versuchen wir es mit Fock und Groß, die wir nach Winddrehern von 180° gegen ein Uhr morgens bergen. Den Rest der Strecke fahren wir, wie bisher, unter Motor.

Blistersegeln

Blistersegeln

unter Segel

unter Segel

Simmerl und ich teilen uns die erste Wache. Ich bin völlig nervös, obwohl Martin alles Wissenswerte ausführlich erklärt und bei eventuellen Problemen jederzeit zu wecken ist. Anfangs bin ich permanent unterwegs zwischen Luv- und Leeschwimmer, das Fernglas vor Augen, um plötzlich aus dem Nichts auftauchende Hindernisse rechtzeitig zu erkennen. Checke ständig die elektronische Seekarte, auf der per AIS-Signal die großen Pötte angezeigt werden – erleichtert, dass sich keine gefährlichen Schiffe in unserer Nähe befinden und potentielle Kollisionen erst Stunden später stattfinden. Langsam stellt sich das Gefühl ein, alles im Griff zu haben und jetzt kann ich auch den wunderbaren Sternenhimmel genießen, dem Mond zusehen, wie er langsam im Wasser versinkt und Sternschnuppen zählen.
Gegen zwei Uhr begleitet uns eine Gruppe von Delphinen für eine längere Strecke, wir locken sie mit der Taschenlampe und bilden uns ein, dass sie dem Licht nachschwimmen.
Obwohl ich meine, noch stundenlang Wache gehen zu können, schlafe ich sofort nach der Ablösung ein und werde erst wieder vom fallenden Anker geweckt. Angekommen auf Limnos …

POS am Abend:  auf See mit Kurs Mirina auf Lesbos

Aug

15

Wir liegen noch immer in Ormos Mesopanagia, einer Mikro-Inselwelt südlich von Vouvourou. Das Wasser schimmert in allen Schattierungen von dunkelblau über cyan bis türkis. Den Tag verbringen wir im griechischen Rhythmus, alles siga siga – die Hitze trägt das ihre dazu bei. Nach dem morgendlichen Bad starten wir mit dem Beiboot in das 5 sm entfernte Agia Panagia, um unseren Proviant aufzubessern. Einkaufen ist in Griechenland auch am Sonntag kein Problem.

Einkauf

Einkauf

Anschließend genießen wir ein verspätetes Minifrühstück im Cafe am Dorfplatz (Bougatsa mit Frapè), ratschen, schmieden Pläne und können uns kaum trennen vom Schatten der Platanen. Am Nachmittag führt uns Martin seinen Whirlpool vor. Er lässt beide Bugstrahlmotoren gegeneinander laufen, das ergibt eine fantastische Gegenstromanlage. Wir lassen uns massieren und zwischen den Rümpfen von blu:kat durchspülen.
Abendessen gibt es an Bord. Martin hat am Morgen bei einem vorbeifahrenden Fischer vier Fische erstanden, zubereitet im Backrohr auf einem Bett aus Gemüse sind sie ein Gedicht. Einhellige Meinung nachdem die Teller leer sind, „uns geht es richtig gut“.

Fisch-1

Fisch-1

Abendessen-Fisch

Abendessen-Fisch

POS am Abend:  40 °12.266’N, 023°46.872’E, immer noch Ankern  in Ormos Mesopanagia
Etappe:  0 sm

Aug

14

Fruehstueck

Fruehstueck

Nach einem morgendlichen Bad legen wir ab Richtung Vouvourou. Die Strecke von 12 sm legen wir unter Motor zurück, der Wind ist nach einem kurzen Gastspiel wieder eingeschlafen. Es ist heiß, Außentemperatur 42 °C. Wir verbringen den Tag am, auf und unter Wasser mit Baden, schnorcheln und Wasserski. Am Abend übernehmen Carola und Martin die Küche, es gibt „Gemüsepfanne an Tsatsiki“ – köstlich.

Wasserski_2

Wasserski_2

Wasserski 3

Wasserski 3

Karibik_Feeling

Karibik_Feeling

POS am Abend:  40°12.266’N, 023°46.872’E, Ankern in Vouvourou in Ormos Mesopanagia
Etappe:  12 sm; unter Motor

Aug

13

Nach einer ruhigen Nacht verlassen wir unser kleines Paradies gegen Mittag mit Ziel Sikia. Unter Fock und Groß starten wir, nach 12 sm wird der Wind weniger, alte Dünung lässt die Segel schlagen. Also wieder Motoren. Wir lesen, schlafen, versuchen, der Hitze zu entfliehen. Plötzlich kommt Bewegung auf – Delphine an steuerbord, dann am Bug, rundum Delphine. Wir liegen auf dem Trampolin, etwas mehr als einen Meter entfernt von den Tieren. Sie schwimmen, tauchen ab, lassen sich zurückfallen, holen wieder auf und drehen sich zu uns, fast als wollten sie sagen „schneller, jetzt kommt mal …“.

Delphin

Delphin

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Sikia. Wir machen an der Mole fest, Buganker und Heckleine. Schnell bildet sich ein kleiner Menschenauflauf, nicht ungewöhnlich, wenn man mit blu:kat unterwegs ist. Grund für die Ansammlung ist jedoch, wie wir rasch feststellen, nicht die Bewunderung für den Kat sondern Sorge um die schlecht betonierte rissige Mole. Aber rasch beruhigen sich die Gemüter und wir beschließen den Abend in einer Taverne, in der ich letztmals vor 25 Jahren war. Ebenfalls mit Martin und seinem damaligen Schiff „Jenny“. Wir verlieren uns in alten Geschichten die anfangen mit „weisst du noch“ … „hier haben wir damals fast die Schiffsschraube verloren“ …. nun, das kann uns mit den Azipropp-Motoren nicht passieren.

Taverne_Sikia

Taverne_Sikia

POS am Abend:  40°02.161’N, 023°59.828’E, fest in Sikia mit Anker und HL
Etappe:  44 sm; davon 12sm Segel, 32 Motor

Aug

12

Isabels Bus fährt um 6 Uhr morgens. Es ist noch dunkel, als wir sie zur Haltestelle begleiten. Eine letzte Bar beschallt die Bucht. Der Bus fährt pünktlich und unvermittelt kehrt Ruhe ein im Ort. Wir holen noch zwei Stunden Schlaf nach und brechen nach einem kurzen Frühstück und letzen Einkauf auf dem Markt in Richtung Kassandra auf.

Marktbesuch

Marktbesuch

Ableger

Ableger

Port Marina, ein kleiner Naturhafen ist unser Ziel. Der Wind lässt uns im Stich, so legen wir die 9 sm unter Motor zurück. Völlig ungewohnt das leise Summen der Generatoren, die beiden Elektrogondeln (Azipropp) sind kaum zu hören, auch fehlt die Vibration des Schiffsmotors – angenehm.
Die Einfahrt nach Port Marina ist beidseitig durch kleine rote Bojen gekennzeichnet, ca. 16 m breit (gefühlte 10 m Breite). Zur Tiefe gibt das Hafenhandbuch 1.50 bis 1.80 Meter an – variierend.

KartePortMarina

KartePortMarina

Durchfahrt_PortMarina

Durchfahrt_PortMarina

Wir schleichen uns in die Einfahrt, der Ausguck bemüht sich, Grund im tongrünen Wasser zu erkennen. Ab und zu quetscht sich noch ein Jetski vorbei. Martin steht souverän am Ruder, ich habe den Verdacht, dass meine schweißfeuchten Hände nicht nur von den inzwischen fast 40 °C Außentemperatur kommen. Dann sind wir durch und ankern in einem kleinen Paradies. Türkisgrünes Wasser lädt zum Baden ein, wir erkunden die Nachbarbuchten mit dem Beiboot und nach einer Runde Wasserski lassen wir den Abend bei einem entspannten Essen an Bord ausklingen. Um das Urlaubsglück perfekt zu machen, gibt es dann auch den wunderbaren Sternenhimmel, viele Sternschnuppen und Zikaden, die uns in den Schlaf singen.

Wasserski-1

Wasserski-1

Wasserski 4

Wasserski 4

Bootsausflug

Bootsausflug

POS am Abend: 39°59.148’N, 023°39.747’E, Ankern auf  Kassandra – Naturhafen:  Port Marina
Etappe:  9 sm – alles motort

Aug

11

Nach dem Frühstück startet Bodo mit Familie Richtung Flughafen Thessaloniki. Er übernimmt unseren Leihwagen, so müssen wir uns keine Gedanken um die Rückführung machen. Das anschließende „klar Schiff“ wird bei Temperaturen um 38 °C eine schweißtreibende Angelegenheit. Nach einem kleinen Mittagsimbiss machen wir uns auf die Suche nach einer Badebucht und verbringen die nächsten Stunden im 30 Grad warmen Wasser und schlafend im Schatten eines Olivenbaums, alles wird langsamer, wir sind in Griechenland angekommen.
Am späten Nachmittag trifft Carola ein, sie wird die kommenden zwei Wochen mit uns unterwegs sein. Für Isabel und Max wird es ebenfalls Zeit, den Seesack zu packen. Sie fliegen am kommenden Morgen zurück nach Berlin. Gemeinsam verbringen wir einen ersten und einen letzten Abend in einer der zahlreichen Tavernen. Wir testen uns durch eine Unzahl von Vorspeisen, für Hauptspeisen bleibt irgendwann kein Platz mehr. Die Nacht wird kurz und laut.

Ankunft und Abschied

Ankunft und Abschied

POS am Abend: 40°05.582’N, 023°46.884’E, Stadthafen Neos Marmaras (Halkidiki)

Aug

11

Vorworte:

Sechs  Jahre habe ich den Bau von blu:kat im Netz verfolgt, die Reisen im Blog begleitet. Die kommenden 14 Tage werde ich endlich life dabei sein.
Der Flughafen von Thessaloniki empfängt uns mit einer warmen weichen Brise. ­ Zeit, die Wolljacke zu verstauen. Mit dem Leihwagen machen wir uns auf den Weg nach Neos Marmaras, dem vereinbarten Treffpunkt. Der Liegeplatz von blu:kat ist leicht auszumachen, das Top des markanten Gittermasten spitzt bereits am Ortseingang zwischen den Hausdächern hervor. Dann liegt blu:kat vor uns. Der erste Eindruck  – das Schiff ist groß, richtig groß. Fast wie ein Raumschiff liegt es längsseits an der Mole.

Neos Marmaras

Neos Marmaras

Nach einer herzlichen Begrüßung gibt es eine erste Führung durch das Schiff.
Es ist eine Sache, Bautagbücher zu lesen oder einen virtuellen Rundgang am Computer zu machen. Hier, vor Ort, bin ich einfach überwältigt. Kaum vorstellbar, dass dieses Schiff bis ins letzte Detail von Martin geplant und gebaut wurde. Immer wieder stoßen wir bei unserem Rundgang auf unkonventionelle, oft einfache, aber immer innovative Lösungen – entstanden zum Teil aus Kostengründen, immer basierend auf einer großen Erfahrung und intensiven Beschäftigung mit dem Thema. blu:kat ist ein sehr persönliches Schiff.

Nach und nach trudeln die Crewmitglieder des vorherigen Törns ein, sie haben zwei Urlaubswochen auf blu:kat hinter sich und die unangenehme Aufgabe, Koffer zu packen für die Abreise am kommenden Morgen. Da wir einen Tag früher angereist und so noch alle Kabinen belegt sind, verbringen wir nach einem ausgedehnten Abendessen an Bord unsere erste Nacht auf blu:kat ganz romantisch auf dem Trampolin.

Abendstimmung

Abendstimmung

Über uns der Sternenhimmel, um uns das Zirpen der Zikaden … dachten wir. Doch es ist August, ganz Griechenland macht Urlaub und feiert. Die Sterne werden überstrahlt von den Lichtern des benachbarten Lunapark, statt Grillengezirp gibt es Musik von allen Seiten – bis morgens um fünf.