Lucia
Da uns die gestrige Entdeckungsreise durch die Poor Knights Islands und hier wiederum ganz besonders die Fahrten in die Höhle so begeistert haben, kommt Martin früh morgens dem Wunsche nach, noch einmal eine Runde mit dem Dinghy zu drehen. Das Ziel ist die Höhle mit dem ganz besonderen Lichteinfall von oben. Gestern ergaben sich dadurch besonders schöne Farb-Effekte an den Wänden. Heute scheint die noch tief stehende Morgensonne die Höhle ohnehin auszuleuchten, die Effekte sind anders. Doch Lucia, die gestern bei die Atmosphäre hier sogar feuchte Augen bekommen hat, schwärmt weiter: „Das ist mein Lieblingsplatz in Neuseeland!“. 53 Seemeilen weg von der Marina Marsden Cove, nur mit einem Boot und nur bei guten Seebedingungen erreichbar. Ein mystischer, magischer Platz.


Um 10:30 treibt der uns Wind mit anfangs nur 2-2,5 Knoten Richtung Törnende. Das darf gerne noch länger dauern ! Dass der Wind später zunimmt und wir mit 7-8 Knoten im Vergleich schon fast aufs Ziel zurasen, hat einen riesigen Vorteil:
das Restaurant ist nach Ankunft um 19:30 noch geöffnet! Da wir am ersten Abend hier schon sehr gut gegessen haben ist die Speisekarte noch im Gedächtnis geblieben und jeder hat die Bestellung gedanklich schon aufgegeben. Doch im neuen Jahr gibt es eine neue Speisekarte! Nun ist Flexibilität angesagt. Die eine Lammkeule wird zum Fisch des Tages und die andere zu Muscheln. Die Käsetorte mit Beeren ist der krönende Abschluss eines rundum gelungenen Törns.


Bei fast Vollmond klettern wir mangels Zutrittskarte (die beim Einchecken bis 17 Uhr ausgegeben wird) über die Absperrung zur uns lieb gewonnenen VAVA’U. Die letzte Nacht im für uns alle kurzzeitig gewordenen, schwimmenden Zuhause bricht an…

Danke Vava’u, danke Martin, danke Christian! Ihr seid ein tolles Team!























Da er eine halbe Stunde auf den Fish wartet (wird wohl gerade frisch gefangen… so unrealistisch ist das gar nicht!), ist das Dinghy für die Rückfahrt dann auch schon wieder komplett getrocknet. Alex und Marco gönnen sich inzwischen ein Eis – denn sobald die Sonne richtig heraussen ist, kommen Sommergefühle hoch! 





Lucia macht einen Ausruhtag am Boot, alle anderen werden bei der Überfahrt mit dem Beiboot von den Wellen angespritzt und leider dort auch nicht mehr ganz trocken, denn der Himmel verdunkelt sich… Um 16 Uhr ist es so finster wie kurz nach Sonnenuntergang. Von den Waldbrände in Australien kommt die Asche nun auch im Norden Neuseelands an. Es ist beeindruckend und bedrückend zugleich. 










Die Insel MOTURUA ist unbewohnt und nur mit dem Boot zu erreichen, doch wie schon zu Silvester bemerkt: alle haben frei und alle haben ein Boot ! Glücklicherweise sind die meisten Besucher am Strandleben interessiert und so sind am Wanderweg immer wieder zahlreiche Vogelstimmen zu hören. Nach ca. 1,5 Stunden erfreuen aber auch wir uns am Strand. Wir können uns in der Mittagssonne im Schatten ausruhen, schwimmen, schnorcheln und Lucia wagt es sogar, vom Strand bis zur Vava’u zurück zu schwimmen.


Doch die wahre „Action“ kommt erst: um zur neuen Bucht zu segeln müssen wir erstmals aufkreuzen. Dieses nicht alltägliche Event begeistert alle MitseglerInnen!


Als Belohnung gibt es nach der Ankunft eine köstliche, kühle Zitronentorte. Alle sind von der Lemon Cheese Cake so begeistert, dass für die vegetarisch gefüllten Paprika am Abend kaum noch Platz im Bauch bleibt und sie daher auch noch für morgen reichen. 



Ansonsten kann man in dieser Kleinstadt hübsch in einem Restaurant an der Uferpromenade speisen oder auf den Flagstaff Hill hinaufwandern um die Aussicht auf die rundum liegenden Buchten zu genießen. Auch das Museum ist einen Besuch Wert, denn die „Endaviour“ ist hier im Maßstab 1:5 nachgebaut, was vor allem unseren Skipper erfreut.

Die Überfahrt zur Moturua Island ist kurz und bündig. So kann das sommerliche Wetter für das vielfältige Wassersportangebot der Vava’u genutzt werden: Schnorcheln, Kanu, Fischen, Schwimmen und warm duschen. 


























Der Wind treibt uns mit bis zu 11 Knoten mühelos die 52 Meilen bis vor die TUTUKAKA Marina. 


Hier gönnen wir uns nach kurzer Einkaufstour und Spaziergang zum Abendessen Pizza und Muscheln. 










So macht sich die gesamte Crew in T-Shirts und kürzeren Hosen als bisher auf zu den „Hot Pools“. Die Route wurde zuerst gemeinsam durchgeplant – die Wahl fiel auf den etwa 5 Stunden langen Rundweg, startend über den „Tramline Track“ zu den Kauri Falls (toller Foto Stop !).
Die erste Etappe führt uns vorwiegend durch den Wald, der uns willkommenen Schatten spendet. Die in allen Reiseführern angepriesenen Hot Pools sind unser sehr heißes Ziel. Sogar etwas zu heiß, sodass bis auf Claudia es niemand wagt, komplett ins Wasser zu gehen. Immerhin werden die letzten Spuren des Antifoulings von Christians Füße im Hot Pool endlich abgelöst.
Nach großer, gesunder Jause machen wir uns über den Kaitoke Hot Spring Track durch die grüne Landschaft auf den Rückweg. Die letzte Strecke müssten wir über einige Kilometer lang auf der Whangaparapara Road gehen. Doch auch hier sind wir uns einig: sollte je ein Auto vorbeikommen, wird gestoppt! Innerhalb von einer halben Stunde sitzen wir in zwei Autos verteilt – glücklich über die schöne Wanderung (aber auch glücklich über die Mitfahrgelegenheit!)





Und da Lucia nicht nur Yoga-Lehrerin ist sondern auch Fußreflexzonen Massagen anbietet sind der Erholung von Körper, Geist, Seele und im Wind wehenden Flaggen keine Grenzen gesetzt.



























Es ist der Sternenhimmel! Denn hier sind wir in einer „Dark Sky Sanctury“, sozusagen ein Nationalpark in der Luft. Die Great Barrier Island gilt als einer der drei Orte weltweit mit der geringsten Lichtverschmutzung und daher klarsten Sicht auf die Sterne. 


















Gegen 13.00 Uhr verließen wir diese Bucht in Richtung Neiafu. Nach zehn Seemeilen unter Motor fuhren wir weiter entlang der schroffen Inseln in Richtung Endstation.
Um ca. 15.15 Uhr legten wir an der Boje Nr. 40 an. Nach entsorgen des Mülls und restlichen Einkäufen genehmigten wir uns noch einen Drink in der Seglerkneipe „Mango Bar“. Um 18.30 Uhr hatten wir dort unser letztes gemeinsames Abendessen reserviert. Bei farbenprächtigem Sonnenuntergang und schönem Blick über die Bucht genossen wir unser Essen. Die Rückfahrt im Dinghi zur Vava`u im angeheiterten Zustand verlief zum Glück ohne größere Probleme.



Heute legten wir insgesamt 25 Seemeilen zurück, wovon gut neun Seemeilen unter Motor verliefen, da die Geschwindigkeit unter Segel teilweise unter drei Knoten sank.
In weiter Ferne entdeckten wir einige Wale, die vorbeizogen – leider blieb heute der erhoffte Fischfang aus. Die Überfahrt über den dunkelblauen Pazifik war gemütlich und wurde nur von leichtem Wellengang und dem Knirschen der Segel und des Baums begleitet. Nach gut fünf Stunden passierten wir die enge Passage zum Hunga Haven im Westen der Vava`u Gruppe. Die Zeit bis zum Abendessen wurde mit sportlichen Aktivitäten, wie z.B. Kneeboarding, schwimmen oder sonnenbaden vertrieben. 



Nachmittags besuchten wir die unbewohnte Insel und Martin ging mit der Machete voran. Auf der anderen Seite der Insel bot uns ein gegensätzliches








Heute hatten wir bei geringem Wellengang durch die Inselwelt der Vava`u Gruppe, vorbei an zahlreichen Inseln und wunderschönen Farbtönen von helltürkis bis dunkelblau. Auffallend war heute auch, dass sehr viele Segler unseren Weg kreuzten – waren wir doch zu Beginn des Törns so gut wie alleine unterwegs.







Mit bis zu 9 Knoten flitzten wir über den Pazifik. Um ca. 13.00 Uhr kamen wir an unserem Ziel – der Insel Vakaeitu an.
Da es sehr windig und sich immer wieder graue Wolken am Himmel sammelten, blieben alle an Bord.





Wir ließen den Abend mit Spaghetti Carbonara und Kartenspielen in der schönen und idyllischen Bucht von Maurelle ausklingen.
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