Dez.

31

Dominik

Wer sonst teilweise schon vor neun ins Bett geht, findet zwölf sehr spät. Noch vor dem Umzug vor den langen Sandstrand an der Südseite von Chub Cay fällt der Entschluss, Silvester einfach mit anderen Zeitzonen als der hiesigen zu feiern und so nicht so lange wach bleiben zu müssen. Um 18 Uhr wird es mit der mitteleuropäischen Zeit losgehen.

 

So können wir uns tagsüber schon verausgaben. Mit dem Dingi fahren wir zu einem großen Riff westlich unseres Ankerplatzes. Hier versteckt sich ein großer, aber sehr schüchterner Kugelfisch in einer Höhle und ein aufdringlicher Barracuda schwimmt neben uns her. Kaki und Pet bekommen auch einen Hai zu Gesicht.

Am Nachmittag machen wir mit Kajaks und Dingi noch einen Landgang an den langen Sandstrand. Auch die kleine Drone darf ihre Flügel ausspannen und verschafft sich einen Überblick über Chub Cay. Außerdem wird ein weiteres Riff beschnorchelt, an dem sich ebenfalls ein Hai zeigt.

Pünktlich zum deutschen Jahreswechsel um 18 Uhr Ortszeit sorgt die in das Meer tauchende Sonne wieder für ein Farbenfeuerwerk und wir stoßen an. Sechs Stunden will niemand mehr aufbleiben. Zum Abendessen haben Julia und Gunnar zwei famose Quiche – eine vegetarische und eine mit Salami – zubereitet. Ein richtig guter Start ins deutsche neue Jahr.

Schon um 22 Uhr können wir aus dem Bett erste Feuerwerke im Chub Cay Club beobachten. Kaki, der bis zwölf wach ist, sieht sogar helle Punkte aus Nassau.

Dez.

30

Dominik

Kurz nach neun und doch mehr als 80 nämlich 105 Seemeilen kommen wir in einer Bucht westlich der Marina von Chub Cay an. Hier fällt der Anker. Hinter einem weißen Sandstrand stehen pastelfarbene Häuschen. Ihn bevölkern aber mehr Liegestühle und Sonnenschirme als Badegäste. Als wir mit dem Dingi in die Marina einfahren, wird uns zumindest klar, warum die Insel kein Mainstream-Reiseziel ist. Auch für das Dingi würde eine Landing Fee in Höhe von 175 USD fällig. Wir verzichten.

Stattdessen erkunden wir die Insel vom Boot aus und fahren südlich der Insel gen Osten. An einen sehr schönen langen Sandstrand mit frisch gesetzten Palmen, schließt sich ein weiterer an, der von Muscheln und Seegetier übersät ist. Zu unserer Freude finden wir dort etliche Kokosnusspalmen vor. Wir ernten mehr oder weniger erfolgreich die Nüsse.

Wir setzen unsere Inselumrundung vor und entdecken an der Ostseite weitere Spuren des Hurricane Andrews, der 1992 hier für einige Schäden gesorgt hat. Im Norden im teils sehr flachen Wasser flüchten zwei Schildkröten vor unserem Boot und Seesterne leuchten uns rot vom Meeresgrund entgegen.

Dez.

29

Dominik

Nach Frühstück und Schnorchel-Frühsport lichten wir wieder den Anker. Ziel ist die elf Seemeilen nördliche gelegene Normans Island. Hier wartet ein unfreiwillig von Drogenkurieren versenktes Flugzeugwrack, beschnorchelt zu werden.

Davor steht aber noch eine ausgedehnte Dingi-Tour auf dem Programm. Zwischen Normans Island und den kleineren Inseln ist das Wasser auch bei Hochwasser sehr flach und die Spiegelungen der Wolken, weiße Sandstrände, Mangroven und vereinzelte Kokospalmen bescheren uns viele Fotomotive.

Am frühen Abend kurz vor Sonnenuntergang beginnen wir unsere Nachtfahrt. Wir haben mehr als 80 Seemeilen zu den „Berries“ vor uns.

Dez.

28

Dominik

Morgens fahren wir noch einmal in die Marina. Doch nur Gunnar, der bereits beim Anlegen eine WLAN-Verbindung herstellt, kann sich noch einmal eine Internetinfusion legen. Danach geht es wieder in die WiFi-Wüste. Wir segeln in Richtung Hawksbill Cay.

Die Insel liegt im Nationalpark südlich von Shroud Cay. Am Strand bellen uns schon alte Bekannte entgegen. Zwei der drei Hunde, die auf Shroud Cay leben, sind scheinbar bei Niedrigwasser herübergeschwommen. Julia und Gunnar verschwinden wieder mit den SUP-Boards. Der Rest fährt mit dem Dingi die Sehenswürdigkeiten der Insel abklappern. Die Höhle auf dem Plan der Nationalpark ist nicht spektakulär. Dafür ist die wattähnliche Landschaft im Norden der Insel um so beeindruckender.

Im Dickicht auf einer Anhöhe finden wir zwar die verstreuten Ruinen einer Ansiedlung aus dem Jahr 1785, aber nicht den Weg zum Strand, vor dem Vava-U ankert. Zum Glück steht die Beibootbereitschaft parat, um uns von unserem Ausgangspunkt wieder abzuholen.

Abends gibt es scharfe Bolognese con und sin carne und danach den inzwischen etablierten Spielemarathon.

Dez.

27

Dominik

Der Tag beginnt, wenn man von Unwesentlichem wie Abendessen und den obligatorischen Spielerunden absieht, wie der vorherige geendet hat: mit einem Besuch bei den Schweinen. Der Nachwuchs schläft noch getürmt unter den Stechpalmen. Auch die erwachsenen Schweine scheinen keine Frühaufsteher zu sein. Aber auch schlafende Schweine schaffen es, uns zu erfreuen.

Ebenfalls noch vor dem Frühstück brechen wir mit dem Dingi zur Höhle auf, in der 1964 Szenen für „Thunderball“ gedreht worden sind. Ohne Q und ohne Jetpack bleibt uns nichts anderes übrig, als um 8:30 Uhr in die Höhle zu schnorcheln, wenn die Gezeitenströmung fast zum Stillstand gekommen ist.

Danach werden die hungrigen Mägen befüllt, bevor wieder die SUP-Boards bestiegen werden und ein anderer Teil der Crew zur Marina von Staniel Cay aufbricht. Im Staniel Cay Harbour Club schlürfen wir unseren ersten „Bahama Mama“ und laden im WLAN unsere Zivilisationsakkus.

Auf unserem weiteren Inselrundgang entdecken wir Ersatzschneemänner aus Styropor, begegnen vielen Golf-Buggys, die das Hauptfortbewegungsmittel auf der Insel sind, und füllen unsere Vorräte im „Blue Shop“ auf. Der „Pink Shop“ hat immer zu.

Wieder an der Marina angekommen können wir noch die Ammenhaie streicheln, die artig ihre Köpfe auf eine Betonstufe legen. Zugegeben auch sie hat jemand mit Baby-Calamari bestochen. Nachmittags besucht uns ein ehemaliger Soldat der kanadischen Navy an Bord der Vava-U, den Kaki im Harbour Club zwischen einigen „Sands“ – wir erklären an dieser Stelle nicht, dass es sich um Biere/Bierchen handelt – kennen gelernt hat. Danach stehen SUPpen und der allabendliche Schweinebesuch auf dem Programm.