Dez.

26

Dominik

Der zweite Weihnachtsfeiertag beginnt nach dem Frühstück mit einem letzten Besuch der Rangerstation. Dort treffen wir im Büro schon das Bier, das wir als Gastgeschenk am Vortag mitgebracht haben. Nachdem alle mit Postkarten versorgt worden sind, starten wir mit dem Dingi zu den Schnorchel-Spots, von denen uns „Cookie Monster“ – ihren richtigen Namen haben wir vergessen – am Vorabend erzählt hat.

Der Erste liegt unter dem Schiff, der Cookie Monster. Wenigsten das heißt wirklich so. Um ein versunkenes Boot tollen einige Fische. Noch kein Highlight, aber noch sind die Tipps ja nicht erschöpft.

Der zweite Schnorchel-Spot befindet sich in der Nähe des Dingi-Docks der benachbarten kleinen Insel. Dort setzt Martin uns aus und wir lassen uns schnorchelnder Weise von der Strömung treiben. Viele bunte Fische, ein zwar grauer, dafür großer und ja halt ein Kugelfisch – mehr muss man nicht sagen. Auch zwei mächtige Adlerrochen gehen mit uns auf Tuchfühlung und ziehen ihre Bahnen.

Wieder auf Vava-U setzen wir Segel mit Ziel Staniel Cay. Da mögen dem Ortskundigen vielleicht James Bond beziehungsweise die Höhle, die Schauplatz für „Thunderball“ gewesen ist, oder der Staniel Cay Harbour Club in den Sinn kommen, aber ganz sicher die „swimming pigs“. Wir hoffen, dass die Ferkel aus dem letzten Wurf noch nicht zu groß geworden sind, und auf tatsächlich schwimmende Schweine. Für sie haben wir seit Abfahrt in Nassau die besten Bioabfälle gesammelt. Denn die Schweine kennen ihren Wert und machen nichts für lau.

Als wir am Schweinestrand anlanden sind die Paarhufer zwar noch munter, aber doch schon satt. Viele andere haben sich vor uns schon ihre Aufmerksamkeit mit Naturalien erkauft. Ein kleines Begrüßungskomitee erwartet uns dennoch und wäscht sich dabei gleich mal den Dreck der letzten – wir wollen es nicht genau wissen – Tage ab.

Die Begeisterung ist trotz satter Schweine und großem Gedränge ungetrübt. Sie wird noch größer als wir die vielen kleinen Ferkel erblicken, die teils etwas unbeholfen durchs Unterholz und am Strand entlang tippeln. Im Schatten entdecken wir auch eine säugende Sau mit ihren drei Frischlingen.

Den Sonnenuntergang genießen wir mit mitgebrachtem Pina Colada am Strand. Neben gemütlichen Stühlen, finden wir auch einen Grill und eine Fackel vor. Außer diesen und noch anderen Annehmlichkeiten haben Segler aus aller Welt hier allerhand zurückgelassen und ein Kuriositätenkabinett geschaffen. Eine wassergeschädigte Drohne schwebt von Fäden gehalten neben einem rosa Gummischwein und Bojen vor zahlreichen „Ich war hier“-Schildern. Nach Sonnenuntergang haben die Sandflöhe aber diese kleine Welt wieder für sich.

Dez.

25

Dominik

Am Christmas Day haben wir ein Date. Die Besatzungen anderer Yachten und die Ranger des Nationalparks feiern gemeinsam Weihnachten – um eins. Wir übersetzen dies in deutsche Zeitrechnung mit „so um drei“. Bleibt also noch viel Zeit bevor wir mit Nudelsalat und Bier zum Rangerhaus aufbrechen müssen.

Der Tag beginnt mit einem zweistündigen Wassersportprogramm. Einsame Strände, Stechpalmenhaine und ein Riff locken uns anschließend von Bord. Schnell zerstreut sich die Crew auf Kajaks und SUP-Boards in alle Richtungen. Bald stellt sich auch heraus, dass man auch hier nicht immer ganz so alleine ist, wie man glaubt. Einmal gleiten Standup-Paddler lautlos ums Eck, ein anderes Mal überfliegt der Skipper mit der 4K-Ultra-High-Definition-Kamera die Insel. Doch auch geteilt ist dies das Paradies.

Gegen halb vier erscheinen ausgerechnet die Deutschen doch ein wenig zu spät zur Weihnachtsfeier. Aber es gibt noch genügend Truthahn, süßen Schicken und die Plätze mit dem besten Blick sind auch wieder frei.

Vom Steg des Rangerhauses können wir Ammenhai, Barracudas, Drückerfische und einen riesigen Barsch beobachten, die auf ihre Fütterung mit Essensresten warten. Außerdem lüften wir das Geheimnis, wer oder was Hutias sind. Erst nach Sonnenuntergang, nachdem die Conch geblasen wurde, zeigen sich die kleinen Verwandten der Nutrias, die die Insel bevölkern.

Zurück an Bord der Vava-U essen wir den von Julia und Gunnar zubereiteten Salat „Pasinger Art“. So gestärkt für Sushi Go! und Wizard lassen wir den Tag spielend ausklingen.

Dez.

24

Dominik

Pünktlich zu Weihnachten schickt uns Äolus kalte und verhältnismäßig starke Winde. Wolkenberge haben auch den letzten Sonnenstrahl unter sich begraben. Die Farbenpracht des Aquariums hat ihre Kraft dem Wind geliehen und so fällt uns der Abschied von Rochen, Barracuda, Zebrafisch und Korallen leicht.

Nach dem Frühstück brechen wir mit Ziel Warderick Wells auf. Dank des wolkenauftürmenden und regenbringenden Windes segeln wir zügig und machen bereits mittags an der Mooring-Boje im Nationalpark fest.

Auch wenn uns die Nachrichten aus der Heimat, die von 20 Grad Celsius und Sonnenscheinen berichten, bei 25 Grad und kühlem Wind fast neidisch stimmen, so ist das Wetter ideal für eine ausgedehnte Erkundung der Insel. Ausgehend von der Rangerstation beginnen mehrere Trails, die zum Verirren auf der weitläufigen Insel einladen. Der Boo Boo Hills Trail führt uns vorbei an Mangroven, Stachelpalmen, Hutiakot, den wir noch für Samen halten, und Ink-Berry-Sträuchern auf eine Anhöhe. Die Bahamaians könnten sie auch Berg nennen.

Von diesem Berggipfel, der einen Rundumblick über die gesamte Insel bietet, steigen wir ab und folgen neugierig beäugt von der Fauna dem Trail. Ringelschwanzeidechsen posen vor den Linsen unserer Kameras. Auch gegenüber kulinarischen Neuentdeckungen wie Bananen zeigen sie sich aufgeschlossen.

Zurück an Bord finalisieren wir die Vorbereitungen für das Weihnachtsgrillen. Salate, gegrillter Feta, marinierte Steaks, Maiskolben, Kakis köstliche Bemmen und als Nachtisch Eis machen uns nicht nur glücklich wie der reiche Gabentisch, sondern auch satt. Kurz vor Zwölf kehrt Weihnachtsfrieden auf der Vava-U ein. Lange haben wir heute durchgehalten.

Dez.

23

Dominik

Früh lichten wir den Anker und machen uns auf nach Soldier’s Cay. Frühstück gibt es unterwegs. Angekommen liegen wir zwischen vielen kleineren Inseln, auch die von Johnny Depp ist dabei.

Die Crew verschwendet keine Zeit und bringt die SUP-Boards und Kajaks ins Wasser. Wie immer kehren Gunnar und Julia von ihrer ausgedehnten Tour erst nach Sonnenuntergang zurück. Sie unterbrechen sie nur für ein Nacktsonnenbad an Johnny Depps Privatstrand und der Benutzung seines luxuriösen Strandklos.

Nachdem die Ausflugsboote verschwunden sind, fährt der Rest der Crew zum Aquarium. Hier zeigt sich die gesamte Farbenpracht der hiesigen Unterwasserwelt. Kleine, große, mittelgroße, graue und bunte Fische tummeln sich in, auf und zwischen einem kleinen geschützten Riff.

Wieder auf der Vava-U beeilen sich die Fleißigen in der Küche, ein Abendessen zu zaubern, während die am Heck stehenden Faulen mit einem zauberhaften, westindischen Sonnenuntergang belohnt werden. Krönen können diesen Abend nur mehrere Runden Sushi Go!.

Dez.

22

Pet und Dominik

Da wir sehr gesund kochen, haben wir extrem viele Bioabfälle übrig, die wir nochmal den Iguanas überlassen. Nach dem kurzen Ausflug setzen wir aber endlich die Segel und „segeln“ mit sage und schreibe 2 kn ? heiter weiter Richtung Shroud Cay. Zu wenig Action anscheinend für Gunnar und Kaki, denn sie sprangen (wie Gott sie schuf) vorne in die Fluten, um sich hinten dann an der rausgelassenen Leine fest zu halten und mitziehen zu lassen.

An der Shroud Cay angekommen begrüßen uns bellend drei Hunde, die auf der unbewohnten Insel leben. Einer schwimmt sogar bis ans Boot heran. Skipper und Pet bringen den Dreien nach dem Ankern Süßwasser an Land.

Danach begibt sich die Crew auf eine Tour mit dem Beiboot durch die Mangrovenlandschaft. Einmal quer durch die Insel. Schildkröten begrüßen uns an der Wasseroberfläche und am Ende dieser mal etwas anderen Dhingytour erwartet uns DER Traumstrand schlechthin. Die Farben erschlagen uns praktisch und wir planschen vergnügt im flachen Wasser und genießen das Paradies.

Shroud CAy MAngroven