Apr.

16

Susanne

Die Nacht war sternenklar. Der Wind kam zurück und wir konnten um Mitternacht wieder die Genua zum Groß setzen und den Motor ausschalten.

Unter sternenklarem Himmel und unter Begleitung eines diesmal weißen Tölpels segelten wir durch die Nacht einem strahlend blauen Tag mit ordentlich Wind entgegen.

Fortsetzung folgt – noch 300 sm bis Galapagos

POS 12:00 MOZ
02 13,5 N und 086 10,8W
Wind 14 Kn aus 180, Gr und Ge, KUG 240, FÜG um die 7 Kn

Fortsetzung:

Auf die gute Nacht folgte ein guter Tag mit traumhaftem Segelwetter – stabiler, recht ordentlicher Wind, leuchtendblaues, ruhiges Wasser.
Ein Tag zum Genießen!

Wir faulenzend zwischen unsere Schichten und taten was man an so einem Tag eben tut – nämlich nichts.

Gegen Abend tauchten dann unsere alten Freunde wieder auf, diesmal aber mit ordentlich Verstärkung.
Martins Versuche ein gutes Dutzend Rotfußtölpel (vormals bisher nur durch ihre braune Farbe beschrieben und jetzt eindeutig identifiziert) vom Bug zu verjagen blieben weitestgehend erfolglos.
Folgende Annäherungsversuche dafür umso erfolgreicher. Dass die Vögel sich nicht noch kraulen ließen war auch alles…

Ansonsten sahen wir nicht viel Getier, morgens ganz kurz ein paar Delfine, die uns nach kurzer Betrachtung aber sofort wieder verließen.

Insgesamt kommen wir jetzt in kühlere Gewässer und es wird „empfindlich kalt“ nur 24° C, so dass wir nachts zur Wache doch tatsächlich etwas überziehen müssen.
Nichts desto trotz segeln wir gut gelaunt in die Nacht hinein.

Apr.

15

Susanne

Die Nacht war etwas unruhig.
Wir sind mitten in ein kräftiges Gewitter geraten, die Blitze sind so hell das man einige Zeit geblendet ist sollte man im falschen Moment die Augen in Richtung Himmel gerichtet haben. Das Meer tost und die Wellen knallen wütend aus allen Richtungen gegen den Schiffsunterboden, dass es nur so kracht. Von oben schüttet es wie aus Kübeln.

Nur der Wind entspricht irgendwie nicht dem Rest des Geschehens, so dass wir das Vorsegel wieder einrollen und erneut Motoren müssen.

Ein leicht mulmiges Gefühl macht sich bei einigen Crewmitgliedern in der Magengegend breit. Die echte Seekrankheit bleibt aber, mal abgesehen von meinem nach wie vor komatösen Zustand, Gott sei Dank bei allen aus.

Die gestern gebackenen Muffins kommen uns heute als einfacher Frühstückssnack sehr gelegen. Am Morgen hört der Regen auf und auch die See beruhigt sich im Laufe des Tages wieder. Der Himmel bleibt bedeckt und das Beste ist, dass endlich ein einigermaßen zuverlässiger Wind aufkommt.
Wir können also erneut die Segel setzten und auf fast direktem Kurs, nach wie vor begleitet von unseren Tölpeln, gen Galapagos segeln.

Später müssen wir sogar kurze Zeit ein Reff ins Groß binden und die Genua ein wenig einrollen. Gegen Abend lässt der Wind dann leider erneut nach und wir Motoren wieder. Dafür erwache ich langsam und kehre in den Schichtplan zurück…

Apr.

14

Susanne

Auch diese Nacht verlief wieder ruhig.
Nach wie vor fehlt der Wind und die See ist ruhig. Wir frühstücken gemeinsam und geben uns wie auch am Tag zuvor dem lesen und dösen hin.

Nur Martin, eifrig wie immer, hält es nicht still. Er wirtschaftet in der Küche und backt Muffins für die Crew. Lecker!

Gegen Mittag schalten wir dann die Motoren ab und wagen ein Bad mitten im stillen blauen Ozean, eine über 3000 Meter tiefe Wassersäule unter uns.
Ein Erlebnis für sich, für dass sogar ich kurzfristig aus meinem Dämmerzustand erwache.

Ansonsten passiert außer der Begegnung mit ein paar Meeresschildkröten nicht viel. Die Tölpel haben sich in der Zwischenzeit vermehrt und jagen rund um unser Schiff nach fliegenden Fischen.
Die Mastspitze als Landeplatz vermiesen wir Ihnen mit Hilfe des Nebelhorns. Später am Tag sehen wir wieder diverse Rochen, die sich in die Luft katapultieren und zurück auf Wasser klatschen lassen.

Am späten Nachmitttag kommt ein wenig Wind auf und wir hissen die Segel. Froh, dass auf Dauer doch etwas störende Motorengeräusch endlich los zu sein.

Und um im Modus zu bleiben hier noch unser abendliches Menü: indisches Chicken Curry auf Reis mit frischer Ananas.

Apr.

13

Susanne

Die Nacht ist gut verlaufen und bis auf ein paar Frachter in der Entfernung gab es nicht viel zu sehen.

Und obwohl die See an sich sehr ruhig ist verabschiede zumindest ich mich für die nächsten zwei Tage in eine Art komatösen Zustand, so dass ich folgende Zeilen hauptsächlich aus der Erinnerung meiner Mitsegler schreibe.

Wir sind immer noch unter Motor unterwegs und nutzen das Großsegel nur als Stütze.
Der Himmel ist bedeckt, der Wind fehlt und es passiert nicht viel. Gegen Mittag gesellt sich ein brauner Tölpel zu uns. Nach einigen missglückten Landeversuchen schafft er es und sitz, quasi als blinder Passagier, tatsächlich bis zum nächsten Morgen auf dem Bugspriet.

Wir verlassen indes die Küstengewässer und der letzte Zipfel Festland gerät außer Sicht.
Martin backt Brot und die anderen verbringen die Zeit mit lesen und dösen.

Zum Abend gibt es Lasagne, kredenzt von Skipper Martin in nicht anders zu erwartender spitzen Qualität.

Apr.

12

Susanne

Gestern Abend hatten wir noch Besuch von einer Fledermaus. Nach ein paar Rundflügen durchs Schiffsinnere entschließt sie sich dann aber doch wieder von Bord zu entschwinden.

Nach dem Frühstück kommt wie versprochen der nette Typ aus dem Dorf und bringt uns frischen Fisch.
Wir können uns zunächst nicht entschieden was wir nehmen sollen, auch da uns die spanischen Namen nichts sagen.
Unsere Wahl ist dann aber genau richtig und wir bekommen für 4 Dollar (die wir wenigstens auf 5 Dollar aufrunden) ein wiedermal fantastisches Abendessen:
Fisch an Kokosnuss à la Martin.

Bis dahin ist aber noch Zeit und wir machen uns auf zum Mosquito River, von Kopf bis Fuß eingeschmiert mit Sonnencreme und Antimückenmittel – wir nehmen an der Name ist bei diesem Fluss Programm.
Wir ankern in der Bucht bei Punta Gorda vor der Flussmündung und düsen kurz vor Hochwasser mit den Kajaks im Schlepptau und bewaffnet mit Kameras, Drohne und Fernglas in süße Gefilde. Wir erwarten jetzt endlich eines der uns gegenüber bereits mehrfach erwähnten Krokodile zu sehen. Daraus wird leider letztlich nichts.
Aber schön ist der Ausflug trotzdem.
Wir machen nach 3 sm Halt an einem kleinen Zufluss und Martin lässt seine Drohne fliegen.
Vielleicht entdecken wir später auf dem Video ja doch noch den Wasserfall den es hier geben soll, den wir so nicht finden, richtig viel Mühe geben wir uns bei der Suche aber auch ehrlich gesagt nicht.


Für den Rückweg zum Schiff werden die Youngsters in die Kajaks verladen. Aber auch von diesen doch etwas ruhigeren Gefährten aus sehen wir nicht besonders viel Wildlife am Fluss, lediglich ein paar wenige Vögel, eine kleine Schlange und einen Rochen bekommen wir zu Gesicht. Im tropischen Wald jedoch rechts und links vom Fluß hört man diverse Urwaldgeräusche.


Die Paddelei in den Kajaks in der Mittagssonne ziemlich anstrengend und wir stürzen uns, zurück am Schiff, sofort in die wenig erfrischend Fluten.
Martin nutzt die Gelegenheit und nimmt letzte Reinigungsarbeiten am Schiffsunterboden vor, der muss für die Einreise nach Galapagos nämlich frei von Algen und anheftenden Muscheln sein.

Und dann geht es los, wir machen uns auf den weiten Weg nach Galapagos – 890 lange Seemeilen liegen vor uns.
Auf Grund von quasi null Wind müssen wir die Segel leider zunächst lassen wo sie sind. Und bis auf eine kurze, Hoffnung weckende Episode später an diesem Tag wird das auch leider erst einmal so bleiben.

Das macht uns jetzt gerade aber mal so gar nichts aus. Unter strahlend blauem Himmel, in spiegelglattem Wasser, begleitet von einer Heerschar an Meeresbewohner verlassen wir die schöne Inselwelt und blicken in freudiger Erwartung neuen Abenteuern entgegen.
Wir sehen Wale, Meeresschildkröten, sich in die Luft katapultierende Rochen und gleich mehrere Delfinschulen, die offensichtlich mehr als gut gelaunt die VAVA-U ein Stück im Heckwasser begleiten und in der Entfernung gewagte Pirouetten drehen und Luftsprünge machen.
Auch die Massen an Pelikanen und anderen Seevögeln, die sich rechts und links von uns Ihr Abendessen besorgen, sollen nicht unerwähnt bleiben.

Gut gestärkt durch besagten leckeren Fisch starten wir in die erste Nacht auf See und in den Schichtdienst – alle acht Stunden jeweils zwei Stunden Wache für jeden stehen ab jetzt auf dem Plan.