Jan.

21

PET

Vor dem Lossegeln am Freitag von der Hemingway Marina mussten wir erstmal noch die Hafengebühr bezahlen PLUS angefordertes Trinkgeld für den Hafenmeister, das mit umgerechnet circa 30 Euro dann schon einen durchschnittlichen Monatslohn hier bedeutet. Aber was tun, wenn einem sogar der exakte Trinkgeldbetrag verdeutlicht wird? Ignorieren und gehen, aber dann Stress haben in einem der nächsten Häfen, die man immer genau angeben muss? Dann mit knirschenden Zähnen doch lieber zahlen. Weiter geht´s nochmal zum Einreisegebäude. Hier müssen wir uns auch nochmal ordentlich abmelden, alle Papiere vorzeigen, obwohl wir auf Cuba bleiben und auch unsere Freunde Embra und Figaro schnüffeln nochmal begeistert mit ihren Hundeschnauzen einmal quer durch das Schiff. Der eine sucht Drogen, der andere explosive Substanzen. Verlief negativ, also positiv für uns. Papierkram erledigen, Stempelchen hier und da und auch wird nochmals genauestens überprüft, ob die Drohne noch versiegelt ist, ebenso das Satellitentelefon. Wohlgemerkt mit unseren Einkaufstüten, aber mit deren Klebeband. Sicherheit geht vor ??

Dann begannen wir den langen Schlag in den Süden runter mit rauschendem Wind und Wellen, die dann aber nach und nach weniger wurden und wir sogar kurz vorm Ziel motoren mussten. Aber wir erreichten glücklich gestern am Spätnachmittag Maria la Gorda und freuten uns auf Beach Bar und Sand unter unseren Zehen. Aber denkste! Voller Tatendrang rauschten wir der netten Bucht entgegen und schleppten noch nebenbei zwei Fischer mit, die rudern mussten. Ach, was sind wir doch nette Gäste, dachten wir. Doch was interessiert das die hiesigen Behörden?! Am Bootssteg wurden wir gleich abgefangen. Der Beamte, der uns das „OK“ für diese Bucht geben kann, ist nicht da, erst morgen wieder. Wir winselten wenigstens ein Bierchen in der Bar genießen zu dürfen, aber sie blieben hart. Na, dann halt nicht.

Gut, dass wir kaltes Bier an Bord haben. Die Männer trumpften mit Gourmetessen auf. Matze als Soussechef, aber teilweise agierte er auch kommandomäßig als Chefkoch auf, der eigentlich Kaki war/ist. Jürgen als Praktikant. Das 3er-Team harmonierte in der Küche, was wohl auch an diversen Raucherpausen und Flüssigkeitszufuhren (JimBeamCola) lag. Wladi schwelgte noch im Anglerglück, denn er fischte seinen ersten Barracuda, den wir abends auch noch verspeisten. Andreas ruhte ein wenig, denn ihn hat das Cuba-Fieber erwischt, leider im wahrsten Sinne des Wortes „Fieber“, also ein wenig matt und kränkelnd. Aber den bekommen wir schon wieder hin – irgendwann…. Skippy beobachtet alles argwöhnisch von der wohlverdienten Ruhepause im Eck aus mit an und Pet (meine Wenigkeit) versuchte am Schluss wieder Ordnung ins Chaos der Küche zu bekommen. Heile Catwelt.

Heut am Sonntag ist es schon wärmer, aber noch oft bewölkt, egal. Wir tun so als wäre wettertechnisch schon alles perfekt und gehen schwimmen, schnorcheln und Kanu fahren. Wir faulenzen aber auch und bereiten alles für den Abend vor. Steaks kommen auf den Grill. Lecker! Dazu ein paar kalte Bier, bzw. Jimmy&Cola, und alles ist gut. It`s a men`s world: segeln und grillen.

Nach genau einer Woche als einziges weibliches Wesen an Bord mit den 6 Jungs zieh ich mal Resume. Es ist natürlich immer Luft nach oben aufräumtechnisch, aber jeder hilft, tut und macht und es gibt wenig (nur manchmal) zu meckern. Vor allem sind alle kochfreudig und gut gelaunt. Ihr seid leicht zu handeln und auch wenn bei manchen Themen wohl „vergessen“ wird, dass ich auch noch hier bin (hihi), ich bin gern auf dem Männertörn dabei!

 

Jan.

18

Pet

Achja, die liebe Sonne! Und sie scheint heut tatsächlich mal wieder vom blitzeblauen Himmel. Aber starker Wind pfeift uns um die Ohren. Wir relaxen faul am Vormittag und man flickt Fahrradschläuche, kauft Heringfilets und Matze quält sich weiterhin tapfer durchs nicht funktionierende Internet seines Handys.

Abhängen muss auch mal sein.

Martin checkt Wind und Wellen der Hafenausfahrt mal vor Ort und radelt direkt dorthin. Kommen wir da raus? Die Antwort folgt alsbald und heißt: No! Zu risikoreich sind die hohen Wellen, die sich durch die relativ schmale Hafenausfahrt brechen. Die Entscheidung fällt auf morgen früh zum Sonnenaufgang aufbrechen.

 

Keiner ist so richtig traurig über die Entscheidung. Warum nicht einfach mal lesen, schlafen, Postkarten schreiben und sich ein wenig in der Sonne aalen. Die Fahrräder werden ausgenutzt um die nähere Umgebung zu erkunden und abends schmeißen wir einen unserer 2 (!) Beamer an und gucken einen Film draußen auf einer der 2 (!) Leinwände. Die 3 (!) nun an Bord vorhandenen Boxen wollen wir aber auf alle Fälle einsetzen und versuchen ein Dolby-Stereo-Soround-System zu basteln ??. Genug Tüftler und Daniel Düsentriebs sind ja an Bord.

Morgen früh segeln wir dann Richtung Süden runter. Von Havanna also erstmal westlich entlang die Küste ganz runter und Tagesziel ist dann Samstag früh und 200 sm später `Maria la Gorda`.
„Hasta pronto“ aus Cuba!

Jan.

17

Pet

Bewölkt zwar, aber mit angenehmeren Temperaturen, genossen wir ein langes Frühstück (die Nachtschwärmer kamen verständlicherweise nur langsamer auf Touren) und gingen dann fast übergangslos ins Mittagessen zum Resteessen über.

Wobei sich Resteessen zu negativ anhört. Wir hatten feinstes Allerlei und machten somit den Kühlschrank etwas leerer.

#Gut gestärkt starten wir voller Tatendrang rein in die Stadt. Allein die Taxifahrten sind schon etwas abenteuerlich. Oldtimer sieht man noch überall, allerdings die meisten mit Hyundai-Ersatzmotoren. Man sollte manchmal einfach so tun als ob und den Schein waren, und nicht immer an der Oberfläche kratzen. So herrliche bunte alte Fahrzeuge und dann solch ein Motor drin ?. Aber nachvollziehbar. Wo sollen sie auch Ersatzteile herbekommen, bzw. wie bezahlen?


Wir buchen uns gleich mal zwei schicke Oldtimer-Cabrios mit Fahrer und lassen uns ganz entspannt die Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte von Havanna zeigen.

Wir bestaunen die herrlichen Bauten. Leider sind die meisten mehr als zerfallen und oftmals ist nur noch die vordere Häuserseite vorhanden. Die Prachtstraßen von damals kann man oft nur mehr erahnen. Die Seitenstraßen sind wie aus einem Film. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Kunterbuntes Treiben, noch buntere Fassaden, die Menschen, die alten Mopeds, Straßenhändler, spielende Kinder, ein Fort mit Aussicht über die Altstadt (mit leckerer Mojitobar!), der berühmte Malecon (Straße am Meer entlang) über den riesige Wellen donnern und wir uns mit unserem Cabrio nicht mehr ganz so wohl fühlen. So weit wie möglich in der Straßenmitte fahren heißt das Malecon-Motto!

 


Wir tauschen Geld in einer Bank. Wir bekommen auch einheimisches Geld (CUP), nicht nur die Touri-Währung (CUC), und irgendwie steigen wir da nicht mehr durch. Wenn jeder alles bekommt, warum wird das System überhaupt noch aufrecht herhalten? Wenigstens kann man mit CUP auch eine Pizza für umgerechnet circa 50 Cents kaufen. Aber nur mit dieser Währung. Woanders gilt dann nur wieder der CUC. Egal, wir genießen Kaffee, Bier, Live-Salsamusik, tanzende Menschen, auch ältere tanzen mit Krückstock, hier normal. Alles bewegt sich, wenn die berühmten Klänge der Insel ertönen.

Die VAVA-U-Truppe landet am Schluss in einem einzigartigen Restaurant, das die gestrigen Nachtschwärmer schon gefunden haben. Das Restaurant war für uns eigentlich eine Bar und Bilder sagen hier mehr als Worte……

Jan.

16

Pet
Natürlich könnte man jetzt ganz locker schreiben, dass wir uns in einer coolen Havana-Bar ein paar Cuba Libres gönnen, nach Salsaklängen den Fuß auf dem Barhocker mitwippen lassen, und das bunte Treiben der Altstadt in der Abendsonne genießen. Oder man schreibt die gnadenlose Wahrheit.

Es stürmt und regnet. Wenigstens ist der Regen wärmer als in Key West. Licht am Ende des Tunnels. Den ganzen Nachmittag wurde auf dem Cat herumgebastelt und nur Vier von unserer Truppe schafften es am Nachmittag sich in die Hauptstadt abzusetzen. Der klägliche Rest kümmert sich um VAVA-U und sitzt anstelle mit Cuba Libre mit kaltem Ami-Bier in der Hand da und guckt in den Regen. Was ist nur mit dem Wetter los? Kaum etwas wärmer und sonnig, bekommen wir es gleich wieder doppelt und dreifach mit dem Kontrastprogramm zurück.

Die Abfahrt gestern aus Key West fing richtig gut an. Sonnenschein und gute Laune. Und vor allem: guter Wind und kaum Welle. Der Anglerkonkurrenzkampf startete und es wurden gleich mal drei unserer fünf Angeln ausgeworfen. Nebenbei taute das Hackfleisch für Bolognese auf. Wir waren nicht so zuversichtlich mit dem Fischfang. Doch das Glück war uns Hold und bald ratterte die Spule. Ein fetter Tuna hing dran. Kaki war der Sieger des Tages.

Hochstimmung auf dem Cat. Dann gibt´s halt Surf & Turf à la VAVA-U-Style. Matze holte dann noch seine ganze Technik raus, die sein Koffer hergab. Wir staunten nicht schlecht. Nun sind 3 Boxen an Bord, 2 Leinwände, 2 Beamer, Mikrofon für Karaoke und sonstige Ansagen (17.00 Uhr Aerobik am Vordeck und 18.00 Uhr Salsakurs mit dem Skipper….) und, wir konnten es nicht glauben, sogar ein Mischpult zog er aus den Tiefen seiner Taschen hervor. Zur Abendsonne wurde dann schön gegrölt, von Helene Fischer bis Udo Jürgens. Aber „Ratatatataaaaaaa“ ist ab jetzt unser Clublied!

Dann wurden die Wellen länger und höher, die Gesänge wurden leiser und die ersten Ingwertees wurden getrunken. Fast die ganze Crew lag herum, in dicken Decken gehüllt, denn der Wind blies stark von achtern, und litt mehr oder weniger. Ab und zu wurden die „Fische gefüttert“ und am Ende blieb nicht nur immens viel Bolo übrig, sondern nicht mal der frische Fisch wurde gebraten. Aber tapfer zogen wir die Nachtwachen durch und zum Sonnenaufgang sahen wir Cuba. Martin brachte die VAVA-U sicher in den ruhigen Hafenbereich und nach sehr amüsanten Einreise-Prozeduren (mit jeweils eindeutigen Nachfragen nach Trinkgeld für die Offiziellen) liegen wir nun in der Hemingway Marina.

Jetzt wird aber der Fisch verspeist und wir werden so tun, als sei er eben erst gefangen worden.

Jan.

15

Pet

LETZTER TAG U.S.A.

Die neue Crew ist vorgestern vollständig und fit via Mietauto und Flugzeug eingetrudelt. Wir genossen noch ein paar Stunden Sonne und das Kleinstadtleben bevor wieder Kälte einzog und wir alle Pullis und Jacken wieder auspacken mussten. Kälte ist natürlich relativ, aber wenn man es schön warm erwartet, dann sind 16 – 18 Grad ganz schön zapfig. Also nicht soooo schlimm vergleichsweise zu daheim ?. Da wir in einer tollen Marina sehr zentral liegen, kann jeder, wann immer er will, sich ins Getümmel stürzen und die Geschäfte, die Attraktionen und die unzähligen Bars erobern.

Gestern früh wurde strategisch der Großeinkauf erledigt. Alles lief glatt, bis wir am Schluss an der Fleischtheke landeten….. irgendwie lief da alles aus dem Ruder. Es wurde ein- und wieder ausgeladen. Garnelen wurden für 10 Wochen gekauft, dann wieder rausgenommen. So ging es eine ganze Weile bis wir am Schluss Matze und Kaki am Parkplatz stehen lassen mussten, dafür war der SUV knallvoll. Das war wichtiger.

Wir dürfen noch bis nachmittags hier liegen bleiben. Die Amis sind da super entspannt und nehmen es nicht so genau mit dem check-out. Somit genießen wir also noch ein paar Stunden WIFI, kostenlosen Kaffee und U.S.A.

Am Nachmittag machen wir dann die Leinen los und segeln mit der neuen 6-er-Crew plus Skipper rüber nach Cuba. 90 sm sagt man seien es. Wir segeln also durch die Nacht Richtung Neuland entgegen, so dass wir mit der Morgensonne in Havanna einlaufen werden. So ist der Plan. Essensvorräte sind gebunkert, Flüssigkeit ist in moderaten Mengen und unterschiedlichsten Formen vorhanden. Wir sind also gerüstet für evtl. leere Supermärkte (außerdem haben wir nun 5! Angeln an Bord, frischer Fisch sollte mal auf der Speisekarte stehen) und megagespannt und in freudiger Erwartung auf Havanna. Falls wir uns eine Weile nicht melden, dann liegt´s wohl an fehlender Internetverbindung, aber wir bemühen uns natürlich.

 

Außerdem kann da gar nichts schiefgehen, denn wir bekamen einen Top-Insidertipp von einem Bekannten aus Deutschland: „Nehmt Euch ein Taxi und fahrt in eine Bar. Viel Spaß!“.