Juli

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Rekordhitze….wir haben hier auch mindestens 35 Grad wie ihr daheim . Andrea und Richard wollten mit dem Auto die Gegend erkunden. . Martin wollte sich den nächsten Liegeplatz und den Schräglift anschauen.
Aber zuerst fuhren wir mit unseren Rädern an dem alten, stillgelegten Kanal mit den 17 Schleusen und den dazugehörigen Schleusenwärterhäuschen.

Am Haus Nr 17 kletterten Ziegen und genossen die Sonne in ihrem Revier. Optimales Gelände für sie. Man kann hier echt bestätigen, dass sich die Natur alles zurück holt. Eingewachsene Schleusentore, der leere Kanal total mit Unkraut überwuchert, verwilderte Brücken, aber auch schöne und liebevoll hergerichtete Grundstücke.

Am Radweg waren viele Tafeln aufgestellt, damit man sich ein Bild von dem damaligen Leben als Schleusenwärter oder Schiffer machen kann. Da wurde Zusammenhalt noch groß geschrieben.


Am Ende des La Vallèe des eclusiers fuhren wir zum Anlegeplatz, der von Martin als gut befunden wurde. Am Schräglift oben waren lauter Zäune , so dass wir umkehren mussten, dann aber doch noch einen Aussichtspunkt fanden.

Zurück auf dem Boot fuhren wir mit dem Auto zur Lutzelbourg hoch, die dem Ort, wo wir festgemacht haben, seinen Namen gegeben hat. Da geht auch ein anspruchsvoller Wanderweg hoch, aber bei 35 Grad haben wir nicht lange überlegt und das Auto genommen. Eine sehr imposante Burgruine mit einem fantastischen Ausblick auf den Kanal. Wenn diese Mauern erzählen könnten. Sie ist eine der bedeutendsten stauferzeitlichen Burgruinen im früher lothringischen Teil der Vogesen.


Und weil wir noch nicht genug Kultur hatten für den Tag, wollten wir noch die Felsenhäuser von Graufthal besichtigen.
Nach ca 20 Minuten Autofahrt erreichten wir Graufthal. Wenn das nicht so gut beschrieben wäre, wären wir glatt vorbeigefahren. Kleine Fensterchen in einer blauen Wand zeigten uns dann doch den Weg zu diesen versteckten Schätzen.
Der erste Anblick dieser faszinierenden Häuser ist atemberaubend. Die Häuser sind direkt in den Felsen gehauen und verschmelzen so mit der Natur. In den liebevoll restaurierten Häuschen war es bei den Temperaturen schön kühl.

Die rustikale Einrichtung spiegelte das traditionelle Elsass. Von den blumengeschmückten Fenstern hatte man einen tollen Ausblick auf die Kirche und in das grüne Tal. Nach dem interessanten Einblick in das einfache Leben der Felsenhausbewohner machten wir uns auf dem Rückweg.

Richard und Andrea waren schon an Bord. Sie besichtigten auch die Burg und den Schräglift. Begeistert erzählten sie von der Führung im Maschinenraum und von der eigentlichen einfachen Technik des Liftes. Super, wir werden ja morgen selber damit fahren und waren schon ganz gespannt.

Hier in Lutzelbourg am Liegeplatz ist eine schöne Holzbank mit Tisch unter schattigen Bäumen. Hier baute Martin den Grill auf. Andrea und Richard hatten Grillfleisch besorgt. Ich machte noch schnell einen Kartoffelsalat und eine Kräuterbutter . Teller, Besteck und Soßen waren schnell rausgebracht und so konnten wir unser Abendessen draußen direkt vom heißen Grill genießen.
Nach einer Partie Wizard und Kniffel sind wir geflasht von den vielen Erlebnissen des Tages in die Kojen gefallen.

Juni

30

Am Montagvormittag hieß es au revoir aus dem schönen Städtchen Saverne. Es ging zunächst noch vorbei am Yachthafen, dem gegenüber dem großen Schloss Rohan liegt.

Dann kam schon die erste Schleuse, die noch direkt in der Stadt liegt und in der es über fünf Meter hoch geht. Nachdem wir diese passiert hatten, ging es weiter auf der schönen Strecke entlang am Rhein Marne Kanal in Richtung Lutzelbourg. Andrea und Richard hatten vorne am Bug Platz genommen und genossen ihre erste Hausbootfahrt.

Ein Schild zeigte uns an, dass wir das Elsass verlassen und ab jetzt in Lothringen unterwegs sind. Am Nachmittag, pünktlich zum Kaffeetrinken, erreichten wir Lutzelburg.

Ein schöner Platz mitten im Ort mit Tischen und Bänken im Schatten, die wir gleich für einen Kniffel nutzen. Martin brauchte eine kurze Pause, aber Andrea, Richard und ich ließen die Würfel rollen. Irgendwie liegt mir dieses Spiel nicht 🙂 –  hab leider zweimal verloren.

Danach fuhren Richard und Martin mit den E-bikes nach Saverne zurück und holten die Autos.

Abends gab’s eine Brotzeit an Deck, bei der Hitze verzichteten wir aufs Kochen. Andrea und Richard waren neugierig auf Wizard und wir konnten endlich wieder mal unser Lieblingskartenspiel spielen. Nach einer kurzen Einweisung durch den Skipper starteten wir. Lustig war es, aber Martin hat uns alle abgezockt. Damit der Frust nicht allzu groß war haben wir noch eine Runde gekniffelt, da hat dann wie nachmittags Richard gewonnen.

Zum Schluss haben wir noch kurz den nächsten Tag besprochen und sind müde ins Bett gegangen.

Juni

29

Sonntag war in der ganzen Innenstadt ein Flohmarkt aufgebaut. Eineinhalb Stunden bummelten wir durch die Kuriositäten und schüttelten bei so manchem Stand den Kopf mit der Frage ….wer kauft sowas? Aber es war total interessant, weil es kein Chinesenmarkt war, sondern ein richtiger Flohmarkt. Zurück auf dem Boot warteten wir auf unsere Gäste.

Die Anreise aus der Pfalz dauerte nicht so lange und nach einem kurzen Anruf holte ich die beiden vom Parkplatz ab.

Bei Eiskaffee, Kuchen und Häppchen wurden gemeinsame Segeltörn Erinnerungen und Taucherlebnisse mit Martin ausgetauscht.

Abends gingen wir ins Hafenrestaurant zum Flammkuchen essen.

Unter den Bäumen war es total angenehm. Im Moment ist es ja ziemlich heiß, wir haben um die 35 Grad.

An Bord saßen wir noch ein bisschen an Deck und haben beim Sonnenuntergang noch ein bissel geratscht, bevor wir alle müde ins Bett gingen.

Juni

28

Heute früh hatte Martin einen Termin zum Reifenwechseln. Ich richtete derweil die Kabine für neue Gäste am Sonntag her. Andrea und Richard, ehemalige Mitsegler von Martin. Die beiden waren 2018 auf den Marquesas mit ihm und wollten im Juli 2021 auf den Fidschi Törn zu Martin auf die VAVA-U . Den Törn hatte ich auch gebucht und wir tauschten unsere Nummern aus. Dann kam ja leider Corona. Trotzdem hielten Andrea und ich immer Kontakt und jetzt endlich lerne ich die beiden morgen persönlich kennen.

Nachmittags war es sehr heiß, aber auf dem Deck unter dem Sonnenschirm konnte man es gut aushalten. Martin brachte die Würfel für Kniffel mit und das Backgammon.

3 Runden hintereinander verlor ich beim Kniffeln, dann sagte ich zum Spaß :-), dafür gewinne ich jetzt drei Runden beim Backgammon. Martin grinste nur.

Tja, nach den drei Spielen nicht mehr. Ich habe tatsächlich 3x gewonnen.

Jetzt waren wir quitt.

Juni

27

Nach dem Frühstück war Martin schnell im Marinaoffice und bei einem Reifenhändlerfür neue Vorderradreifen.

Ich hab mal kurz ins FB geschaut und entdeckte ein Foto von der Vlinder. Die früheren Besitzer, Ellen und Peter, waren scheinbar mit ihrem Boot vorne im Hafen gelegen und posteten das Foto in der WOB Gruppe, nachdem sie hier mit ihrem neuen Boot vorbeigefahren sind. Schade, dass wir uns so knapp verpasst haben. Sie sind auf dem Weg nach Straßburg.

Als Martin zurückkam, sind wir mit den Rädern am Kanal entlang nach Lutzelbourg gefahren um den nächsten Liegeplatz anzuschauen. Die Strecke ist richtig schön. Man hat das Gefühl, dass man durch einen Wald fährt. Bei den Temperaturen war das sehr angenehm. Auf dem Kanal war durch die vielen Mietboote in beiden Richtungen einiges los.

Von Lutzelbourg aus sind wir nach Phalsbourg in eine Metzgerei gefahren und haben seit langem wieder mal was über „to good to go“ erstanden.

Grillwürstel und Schinken in Aspik.

Dann ging’s wieder bergab zum Kanal und 13 km zurück aufs Boot.

Um die Mittagszeit war es ein wenig bewölkt, das passte, da wir noch das Chateau du Haut Barr besichtigen wollten. 
Die mittelalterliche, sehr beeindruckende Burgruine aus dem 12. Jahrhundert zeichnet sich durch ihre strategische Stellung zwischen lothringischer Hochebene und Rheinebene aus. 
Die heutige Burg wurde 1583 von Johann von Manderscheid errichtet. 
Der Gipfel der Felsen ist über Treppen erreichbar, wobei ein als “Teufelsbrücke” bezeichneter Laufsteg außerdem zwei dieser Felsen miteinander verbindet. Bei günstigem Wetter ist von der Burg aus das Straßburger Münster sichtbar, daher trägt sie auch den Beinamen Auge des Elsass.

Der Ausblick von ganz oben war fantastisch. Auf der einen Seite nur Wald soweit das Auge reicht und auf der anderen Seite kleine Dörfer und viele Felder. Der Ausflug hat sich echt gelohnt. Auf dem Boot gab’s wie üblich Kaffee und Kuchen.

Gegen Abend spazierten wir noch gemütlich durch die Stadt. Im Stadtzentrum findet man auch das legendäre Maison Katz. Dieses außergewöhnlich schöne Fachwerkhaus stammt aus dem Jahr 1605 und gehört damit zu den ältesten Fachwerkhäusern im Elsass. Besonders bemerkenswert sind die reichen Verzierungen. An jeder Ecke standen Musiker und gaben ihr Bestes. Egal ob Einzelspieler mit Saxophon oder Bands oder DJ‘s in Lokalen, da ging jedenfalls der Punk ab.

Nach einem Eis gingen wir langsam aufs Boot zurück.