Aug.

23

Mein Geburtstag begann früh. Sehr früh.

Martin hatte den optimalen Abreise-Zeitpunkt auf 6 Uhr festgelegt, da wir dann den Gezeitenstrom von bis zu knapp 4 Knoten im East River für uns nutzen könnten. Wecken durch meine Kinder und Kuchen Anschneiden war davor, dann ging es auch schon los.

Am Abend vorher hatten wir unseren Manhattan-Liegeplatz wieder verlassen und gegen den kostengünstig gelegenen Ankerplatz am Liberty State Park eingetauscht.

Mit bis zu 11 Kntoten Fahrt über Grund sind wir kurz darauf den East River entlang unter allen Brücken durchgerauscht, an der UNO vorbei, haben das weltgrößte Gefängnis Rikers Island und die Landebahn von La Guardia passiert und wurden schliesslich in den Long Island Sound ausgespuckt.

Von dort waren es nur noch wenige Meilen unter Segel bis nach Oyster Bay, wo wir die nächsten vier Tage Urlaub machten.

Ciao Libertas

Die Wolkenuntergrenze ist heute bei 350m

Die von John August Roebling, einem Thüringer, konstruierte und gebaute Brooklyn Bridge

Manhattan Bridge

Ed Koch Queensboro Bridge

UN

Durchfahrtshöhe hat gepasst

Fabrik am East River, im Hintergrund irgendein Hochhaus.

Der Strom lässt nach

Gut das wir vorher durch waren

Aug.

22

Ein super Tag.

Durch unseren „besser geht nicht“-Liegeplatz direkt am One World Trade Center habe ich mich morgens erstmal alleine zu einer Laufrunde vom Hudson zum East-River aufgemacht. So richtig alleine war ich nicht, denn wie sich herausstellte, sind die New Yorker ziemlich laufbegeistert und so war das Ganze ein gemütlicher Lauftreff.

Brooklyn Bridge von unten

Danach gab’s erstmal ein leckeres Bordfrühstück und wir konnten dem Hafenmeister noch eine Spät-Abreise um 16 Uhr abschwatzen. Also sind wir ganz gechillt die paar Blocks zum Rathaus, an einem Film Set von „Gotham“ vorbei nach China Town und Little Italy gelatscht. Ein Mittagessen gönnten wir uns bei echten Chinesen, die viel besser Kantonesisch als Englisch sprachen, aber wir wurden auf’s Herzlichste bedient und mit literweise Jasmin-Tee und leckerem Essen versorgt. Der Tee war bitter nötig, denn auch die Klimaanlage toppte alles, was wir bisher an Kälteleistung erlebt haben. Wer die Kneipe findet, der wird auch unseren Dollar finden, den wir dort mit Grüßen von VAVA-U an der Wand hinterlassen haben.

Fensterputzen am 1WTC

Rathaus

In Wirklichkeit die U-Bahn-Station an der Brooklyn Bridge

Cooler Polizeiwagen von Gotham City

China Town

In Chinatown

Da hängt unser gestalteter 1 Dollar Schein

Chinatown

Little Italy

Little Italy

In einer „echten“ italienischen Bar in Little Italy gönnten wir uns dann noch einige italienische Heißgetränke, wobei mein Espresso bei mir eher den Eindruck von Filterkaffee in einer kleinen Tasse erweckt hatte – aus einer Siebträgermaschine wohlgemerkt. Auch gut.

Weil sich die Temperaturen langsam an die vorhergesagten 38 Grad annäherten, haben die Kamele unter uns beschlossen, noch bis auf die Mitte der Brooklyn Bridge vorzudringen. Pet und Martin waren klüger und traten direkt den Rückweg an. Ein Hinweis für Nachahmer: auf der Brooklyn Bridge wachsen keine schattenspendenden Bäume.

Auf der Brooklyn Bridge

Auf dem Rückweg sind wir dann noch in die Unterwelt des 1WTC eingedrungen und konnten klimatisiert bis 150m vor die in der Marina liegende VAVA-U gehen.

WTC

WTC

VAVA-U wartet auf uns

Continued…

Aug.

21

Martin und ich haben einen Super-Ankerplatz im Hudson gefunden, querab zum Central Park. Also haben wir uns mit Vava-U in den Hudson begeben und bei zwei Knoten Strom in der öffentlichen Anker Area einen prima Platz zum Ankern im Bojenfeld gefunden. Dann einen zweiten und einen dritten. Beim vierten Ankerplatz hat der Anker dann schon so gut gehalten, sodass wir uns sicherheitshalber an einer leeren Boje vertäut haben. Nach 20 Minuten hatten wir die Boje mit der Stömung und Vava-U um 200m flussabwärts verlegt. Ok. Also weiter flussaufwärts. Der neue Anker hielt prima für weitere 30 Minuten. Danach hat Martin uns an Land geschickt und hat seine Vava-U bewacht. Wahrscheinlich wollte er einfach mal Ruhe.

Wir sind mit dem Dinghi zum Hafen des Bojenfeldes gefahren und konnten dort gegen geringes Entgelt festmachen. Als ich die Papiere ausfüllte, fiel mir das Datum auf: 21. August. Moment Mal. Sonnenfinsternis… anscheinend ist das komische dunkle Wetter der letzten Viertelstunde gar kein komisches dunkles Wetter. Also frage ich den Hafenmeister,  ob er wüsste, wann denn die Sonnenfinsternis sei. Er: jetzt. Ich: Oh. Er zupft eine Sonnenfinsternis-Brille aus der Tasche und gibt sie uns. Cool. Dann stehen wir alle draussen und gucken nach oben. Jakob macht mit der Kamera ein schönes Foto, was wir ihm gleich per Email schicken. Alle sind zufrieden. Oder, wie der Hafenmeister sagte: „everything is in the flow“

Sonnenfinsternis per Zufall mitbekommen

Kaum angekommen haben wir uns aufgeteilt. PET in ein Museum, Stefan zu Macy’s, Hosen kaufen, wir in den völlig überfüllten Apple Store an der 5th Avenue, der auch nichts vorrätig hatte. Danach ist Katrin zu einer Yoga Stunde in den Central Park abgezogen und ich bin mit Jakob und Moritz durch die Stadt gezogen – Times Square, 42nd Street, Broadway.

Nachdem uns Martin dann schließlich wieder an Bord hatte, sind wir mit mit Vava-U in einen netten Hafen eingelaufen und haben dort übernachtet.

Central Park

Liegeplatz in Manhattan.

Aug.

20

Sonntag. Ein guter Tag um sich das Financial District anzuschauen; keine Bänker, nur Touris, so wie wir.

Also traben wir quer durch den Liberty State Park zur Fähre, die uns nach Downtown bringt. Wir schlendern am Ground Zero vorbei, besuchen die St. Paul’s Chapel und stehen unverhofft das erste Mal auf dem Broadway. Von hier sind es nur wenige Schritte in die Wall Street, an der NYSE vorbei, am „The Trump Building“ kurz gezuckt und raus zum East River. Die dortige Terasse auf einer Pier an der Brooklyn Bridge lädt zum Verweilen ein. Wir nehmen die Einladung an und geniessen unsere Siesta.

Zurück geht’s über den Battery Park im Süden von Manahattan zum Fähranleger. Nach der Fährfahrt sind wir genau rechtzeitig am Liberty State Park, um von dort nochmals die Skylinie bei Nacht zu bewundern. Unser kleiner Spaziergang durch Mannahatta, das „hügelige Land“, das die Holländer für 60 Gulden von den Indianern kauften war heute nur 15km lang.

 

Aug.

19

Was soll ich sagen? Das Highlight. Auf die Freiheitsstatue zusegeln, vorbeisegeln, den Hudson River hoch und wieder runter, auf Manhattan zu und wieder weg, ein Weihenstephaner Weißbier mit Blick auf’s Empire State Building trinken, Ellis Island begutachten, nochmal die Freiheitsstatue und Ankern beim Liberty State Park. Blick aus der Koje auf die beleuchtete Freiheitsstatue.

Alltag halt.

Aug.

18

Nachdem das Wetter für heute leicht diesig war, beschlossen wir, die Zelte an der Sandy Bay abzubrechen. Natürlich nicht ohne noch weitere Beute zu machen: Jetzt gehören auch zwei super Ein-Mann-Kanus zum Bordinventar von Vava-U und erhöhen den Freizeitwert in Buchten nochmals erheblich. Der Inhaber eines Kanu- und SUP-Verleihs war so freundlich, uns die beiden Boote gegen ein paar hundert Bucks zu überlassen.

Kanu über dem SUP

Nach der kurzen Überfahrt nach Brooklyn, fanden wir einen hübschen Ankerplatz zwischen Coney Island und Brooklyn Festland mit fantastischem Sonnenuntergang.

Jakob bemängelte lediglich das Gefängnis direkt neben uns auf Coney Island, über das ich ihm nach meinem Morgenlauf berichten konnte, dass es die Mark Twain Junior Highschool für Hochbegabte und Stipendiaten sei, worauf er nur meinte: „sag ich doch, ein Gefängnis“.

Atlantikküste von Coney Island

Aug.

18

Da wir unseren Lebensmittelbestand noch etwas ergänzen wollten haben wir heute wieder den Hafen Atlantic Highlands besucht. Durch die geschickte Routenauswahl zum Lebensmittelhändler konnten Stefan und ich die Truppe auf direktem Weg in die Micro-Brauerei „Carton Brewing“ leiten.

Die Brauerei mit WLAN

Dort erwarb man sich für 5 Bucks 5 Brewery-Chips, um damit wiederum 5 Gläser der verschiedenen Biere zu testen. Uns hat am besten das „Beach“, das „07747“, das „Canoe“, das „Rabaska“, das „IDIPA“ und natürlich das „B.D.G.“ geschmeckt. Skipper Martin teilte unsere Meinung nicht immer.

Das IPA schmeckt nicht jedem so gut

Natürlich haben wir uns auch noch ein paar Gallonen mitgenommen, womit unser Teil des Nahrungsmitteleinkaufens erfüllt war.

Bier

 

Aug.

15

 

Das Wetter war hanseatisch super, also haben wir uns für die 60 Meilen in die Sandy Hook Bay entschieden.

Da hat doch Atlantic Highlands tatsächlich eine eigene Brauerei. Wir testen das Angebot im „Gaslight“, 500m entfernt.

 

Aug.

13

In Little Egg Harbor hat es uns am Sonntag dann doch gereicht, nachdem alle Gottestdienstbesucher frühmorgens mit dem Motorboot an uns vorbeigebrettert sind. Vielleicht ist ein Ankerplatz 10 Meter neben dem Fahrwasser doch nur bedingt geeignet.

Bei der Ausfahrt sind wir dann um 10:30 Uhr mitten in den Sonntagsverkehr gekommen, kamen aber prima raus aus dem ganzen Gewurle.

Aber uns stand ja unser Tageshighlight bevor:

Segel setzen. Früher war das immer ziemlich anstrengend für die Crew.

Aber nach dem letzten Pimp von Vava-U:

Jakob beim Großsegel Setzen

Sieht anstrengend aus

Der Skip probiert auch mal mit der Fernbedienung

Klappt. Tolle neue Elektrowinsch.

Manche von uns überwachten das Setzen der Segel.

Juli

26

Mit dem Bus hat ja bei uns alles geklappt. Der Taxler hat dann den
Jakob noch jünger gemacht und ich musste nur ein Ticket kaufen. 12,70 Euro.

Um 6:45 kam dann der Bus, vordere und hintere Tür waren offen, Busfahrer
nett, Gepäck unten rein, wir setzen uns in die erste Reihe, Busfahrer
kontrolliert die Tickets und meint: dies sei der Bus nach Lamia, der nach
Athen komme später.

Alles klar, wieder raus, Gepäck wieder raus.

6:55 noch ein Bus. Ich frag: apo Athina? Busfahrer: ne. Sichtlich
unfreundlicher. Auch diverse Griechen fragen nochmal nach. Ok. Gepäck rein.
Einsteigen nur durch die Hintertür, Busfahrer kontrolliert beim Einsteigen.

Wir setzen uns in die Reihe gleich beim Hintereingang. Bus füllt sich zu
1/3. 7 Uhr Abfahrt. Wir fahren in die falsche Richtung los durch die Pampa,
ich denke: Mist, doch ein Zuckelbus.

Dann an der Autobahnauffahrt eins weiter nördlich treffen sich zwei Busse
und ein reges Umsteigen in unseren Bus beginnt.

Bus fast voll, noch 5-6 freie Plätze, eine alte Griechenoma, optisch Marke
Bronx beginnt rumzuschreien. Sie hat ihre Tochter dabei, der das sichtlich
peinlich ist. Kern des Ganzen: ich sitze auf ihrem Platz, bzw. Jakob. Der
Busfahrer schreitet ein und meint sinngemäss: Maul halten, da sind genug
freie Plätze, setz dich halt irgendwo anders hin. Tochter setzt sich eine
Reihe vor mit, Oma schimpft weiter und sitzt hinter mir, Jakob stellt sich
schlafend. Wir fahren los, die Oma telefoniert jetzt alle Welt an und
beschwert sich lautstark darüber, dass ich auf ihrem Platz sitze. Dann
telefoniert sie nicht mehr und schimpft immer noch. Ich schaue mal auf meine
Buskarte, da steht Platz 16, die Busplätze sind aber nicht durchnummeriert,
anscheinen zählen die Griechen dann von vorne, ich hätte also 3 Reihen
weiter vorne in der vierten Reihe neben einer hübschen Griechin sitzen
müssen. Dort ist aber nur ein Platz.

Die Tochter der Oma ist inzwischen im Boden versunken, kommt aber dann auf
die glorreiche Idee, dass sie Ihre Mutter ja auf den
Griechinnen-Nachbarsitz bugsieren könnte. Gesagt getan und siehe da: die
Alte ist ruhig, denn jetzt ist sie ja weiter vorne als ich.

TIP: den richtigen Platz wählen.

Zu den Haltepunkten: der Bus verlässt tatsächlich an jeder Ausfahrt kurz die
Autobahn un sammelt Leute in der auf der Ausfahrt auf oder lässt aussteigen.
Eine Ausfahrt war gesperrt, die Autobahn einspurig in der Baustelle, also
wird halt dort gehalten und die Autofahrer dahinter müssen warten.

Athen:
Direkt im Norden kreuzt die A1, auf der der Bus reinkommt, die A6 zum
Flughafen, auf der der X93 fährt. Leider kann man da nicht aussteigen.
Man sollte wirklich am Busbahnhof Liosion aussteigen, was wir nicht gemacht
haben, weil wir den Busfahrer gefragt haben. Der meinte „hier raus“, an
einer Station wo viele Leute aussteigen, aber dann latscht man halt einen
Kilometer zu Fuss zur Liosion Strasse, wie wir. Ich hab an einem Periptero
gefragt, wo der X93 fährt und ein junger Typ hat uns dann da hinbegleitet.
In einem Mords-Gehtempo, aber er war auch im griechischen Olympia-Kader  für
3000m Laufen, läuft aber nicht mehr seit seinem Bandscheibenvorfall L5/S1,
der in Düsseldorf von Dr. Graf operiert wurde.

Aha.

Jedenfalls gehen wir dann (siehe Bild) vom Osten durch die Bushalle des
Liosion Busbahnhofs hindurch, wo wir auch unseren Bus wieder treffen, die
Gousiou-Strasse entlang zur Liosion-Strasse. Dort ist die Haltestelle des
X93 zum Flughafen gleich rechts, da wo Hausnummer 262 im Plan steht. Der Bus
kam kurz nach halb (das war bei uns nach 10 Minuten), die Fahrt kostet 3,60
pro Erwachsenem und er fährt aus Athen raus (Stau) und dann Maut-Autobahn.
Schneller schafft’s ein Taxi auch kaum, denn der Bus hat nur wenige
Haltestellen. Am Flughafen hält er direkt vor der Abfertigungshalle.

Busbahmnhof Athen -Liosion

Busbahnhof Athen -Liosion, Bild von Google Maps

Aug.

5

Jetzt ist doch noch etwas kaputtgegangen. Die steuerbordseitige Hinterachse musste eine kleine Bodenwelle bewältigen und dies nahm sie uns krumm. Und so blieb sie dann auch nach der Bodenwelle. DSC_0973Weiterfahrt erstmal ausgeschlossen. Das bedeutet für das Expertenteam reichlich beratschlagen und für uns beide an Bord: Mittagessen. Währenddessen wurden Gewindestangen besorgt und zur Zeit wird eifrig geschweisst. Die Radlader/Raupentruppe erfrischte sich derweil in der 28 Grad warmen Ägäis.

Aug.

5

Wir zwei Kat-Bewohner waren eben in der Ägäis, nochmal das Ende der Strasse begutachten.

Strandweg

Strandweg

Wir haben am Weg, zwar keine Orangenbaumblätter gefunden, aber konnten eine gute Nachricht anliefern:

mehr Ufer zum Sonnenbaden

mehr Ufer zum Sonnenbaden

die Planierraupe hat dermassen viel Sand ins Meer geschoben, dass das Ufer jetzt 6m weiter draussen ist. Und das ist sehr wichtig für uns, weil genau in dieser Entfernung eine kleine Sandbank mit 1,2m Wassertiefe war. Durch das Zuschütten der Mulde mit 1,5m Tiefe direkt im Uferbereich geht es jetzt flacher ins Wasser und der Radlader kann weiter schieben.

Gestern Abend hatten wir da doch noch einige Bedenken.

Aug.

5

inzwischen ist blu:kat am Strand, viele Schaulustige haben sich zu beiden Seiten der Strasse versammelt, auf dem Meer treiben Schiffe und hier, wenige Meter vor der Ägäis bricht die geflickte Problem-Achse durch. Die beiden äusseren Reifen hatten sich etwas zu weit in den Sand eingegraben, der Raupenfahrer war zu schnell und knack.

blu:kat am Strand

blu:kat am Strand

Im Publikum wird jetzt heftig diskutiert, was zu machen ist. Martin hat beschlossen: die Raupe soll den Kat unter dem Brückendeck etwas anheben und die letzten Meter bis zum Meer so gutmachen. Allerdings muss dafür die Schaufel hoch genug sein – wurde gerade gemessen, reicht – und zwischen Schaufel und Kat muss ein Hölzchen zwischengelegt werden. Deswegen sind Martin und ein paar Helfer mit dem Radlader unterwegs, von der Werft Kanthölzer holen.

Die gute Nachricht ist: ich hatte reichlich Zeit von Bord zu gehen und ein schönes Foto zu machen.

Achsbruch und Raupe unter dem Kat

Achsbruch und Raupe unter dem Kat

Aug.

5

Muss diese Kapelle weg, um der Strandstrasse Platz zu machen?

Muss diese Kapelle weg, um der Strandstrasse Platz zu machen?

Da ist doch die neue Strandstrasse zu schmal, ganze zwei Meter. Ausserdem haben wir eben aus Brasilien erfahren – es hat dort 8° Celsius – dass wir gegen die Nasca Linien noch nicht ganz anstinken können (Grüsse an Belén und Andreas). Also wird erweitert. Das Nachbargrundstück muss weichen und darüber wird soeben mit dem Eigentümer verhandelt, einem Popen, der sich dort eine kleine Kapelle gebaut hat. Die wollen wir natürlich nicht abreissen. Noch nicht.

Oh, anscheinend hat der Pope das ok gegeben (nach einer Minute Verhandlung), denn die Planierraupe hat begonnen, seinen Garten platt zu machen.

Der Pope freut sich über die Landschaftsgärtner auf seinem Grundstück.

Der Pope freut sich über die Landschaftsgärtner auf seinem Grundstück.

Aug.

5

blu:kat sieht gut aus vom alten venizianischen Hafen aus gesehen

blu:kat sieht gut aus vom alten venizianischen Hafen aus gesehen

Regen. Das Auto steht im Stau. Die Stadt ist grau und trist. Meine Gedanken sind in Griechenland, bei Martins Katamaran. Mein Körper sitzt im Auto, 2000km entfernt von meinen Gedanken. Natürlich habe ich mir einen Platz für den ersten Törn reserviert, von Rethymnon nach Andratx auf Mallorca. Wir werden Kythira besuchen, am Peloponnes vorbeikommen, vielleicht einen Abstecher nach Lefkas im Ionischen Meer machen; dann warten Skylla und Charybdis auf uns und wenn uns die Ungeheuer nicht verschlingen, werde ich erstmals Sizilien sehen. Auf dem weiteren Weg nach Mallorca segeln wir, je nach Wind, Wetter, Lust und Laune, an Sardinien, Zalita, Tunesien vorbei in eine schöne Bucht bei Andratx. Sehnsucht.

blu:kat im Hafen von Rethymnon: Badeleitertests.

blu:kat im Hafen von Rethymnon: Badeleitertests.

Aug.

5

Wir sind wieder unterwegs, diesmal zieht uns die Planierraupe am Heck Richtung Meer und zum Rangieren der Radlader am Bug Richtung Land. Natürlich immer schön im Wechsel. Martin koordiniert das Ganze, gibt Einlenkanweisungen. Uns von hier oben kommt die Strasse aber immer noch zu schmal vor.

Die Anzahl der Zuschauer ist mittlerweile erheblich gestiegen, was auch daran liegt, dass die Griechen ab 18 Uhr ans Meer strömen, weil die Luft dann auf ein erträgliches Mass abgekühlt ist.

Und aus Berlin grüssen uns Frieda und Armin, beide eifrig im Chat und beim Livestream dabei. Armin ist der jüngste Spross der Ranfts.

Frieda (Martins Nichte) mit Sohn Max schauen aus Berlin zu

Frieda (Martins Nichte) mit Sohn Armin schauen aus Berlin zu

Ja darf es wahr sein: die Strasse wird nochmals verbreitert. Natürlich ohne Bauantrag und Genehmigung, sondern einfach, weil’s immer noch nicht reicht.

Die Planierraupe schiebt indessen den Strand noch ein bisschen weiter ins Meer und der Radlader hat sich im Garten des Popen mittlerweile eine kleine Kiesgrube angelegt, um dort Baumaterial zu beschaffen. Damit wird die Strasse neben dem Katamaran verbreitert.

Wir warten gespannt auf die Errichtung einer Mautstelle am Beginn der Strasse.

Aug.

5

Kurz: der Kat schwimmt, ist kein bisschen undicht und er hält anscheinend ziemlich was aus. Auch nach Tauchgängen zur Begutachtung des Unterwasserschiffs konnten wir nur geringfügige Schäden und Kratzer im Lack feststellen. Martin hat im Hafen einklariert, ohne Probleme, wir haben die gelbe Flagge Q eingeholt und sind jetzt offiziell da.
Die Reaktionen waren überwältigend. Seit den frühestens Morgenstunden kommen Einheimische und Touristen zum Schiff, beglückwünschen uns und bewundern Martins Leistung. Das heute meistgebrauchte Wort war „poli oreia“, sehr schön. Gerade die Griechen standen zum Teil stundenlang in Gruppen an der Pier und unterhielten sich über den Katamaran. Viele wollten ihn auch von innen besichtigen, unter anderem kam der orthodoxe Pope zweimal zum Schiff. Beim ersten Mal segnete er es, die Mannschaft und alle Mitfahrer, beim zweiten Mal hat er sich gefreut, wie ein Kind, als ich ihn einlud das Schiff von innen zu besichtigen. poli oreia. poli oreia. poli oreia. Was uns auffiel, war: die Griechen schauen durch die tausend Kisten, das Werkzeug und die Geräte, die sich auf dem Schiff verteilen, einfach hindurch. Sie finden die Küche schön, freuen sich über die Bodenklappe unter der Küche zum Fischen, bestaunen die Kabinen, den Motorraum, die Grösse, einfach alles. Alles poli oreia. Internationale Touristen kommen und berichten uns, sie seien am Strand gewesen, hätten alles mitbekommen, die Spannung und alles. Alle fieberten mit, kommen und gratulieren.
Zur Siesta lag ich im Cockpit, auf den Bänken mit Sofa-Ausmassen, blickte am Mast hoch und freute mich auf meinen ersten Törn mit blu:kat.
blu:kat bei Sonnenaufgang

blu:kat bei Sonnenaufgang

Kurz: der Kat schwimmt, ist kein bisschen undicht und er hält ziemlich was aus. Auch nach Tauchgängen zur Begutachtung des Unterwasserschiffs konnten wir nur geringfügige Schäden und Kratzer im Lack feststellen. Martin hat im Hafen einklariert, ohne Probleme, wir haben die gelbe Flagge Q eingeholt und sind jetzt offiziell da.

Die Reaktionen waren überwältigend. Seit den frühestens Morgenstunden kommen Einheimische und Touristen zum Schiff, beglückwünschen uns und bewundern Martins Leistung. Das heute meistgebrauchte Wort war „poli oreia“, sehr schön. Gerade die Griechen standen zum Teil stundenlang in Gruppen an der Pier und unterhielten sich über den Katamaran. Viele wollten ihn auch von innen besichtigen, unter anderem kam der orthodoxe Pope zweimal zum Schiff. Beim ersten Mal segnete er es, die Mannschaft und alle Mitfahrer, beim zweiten Mal hat er sich gefreut, wie ein Kind, als ich ihn einlud das Schiff von innen zu besichtigen. poli oreia. poli oreia. poli oreia. Was uns auffiel, war: die Griechen schauen durch die tausend Kisten, das Werkzeug und die Geräte, die sich auf dem Schiff verteilen, einfach hindurch. Sie finden die Küche schön, freuen sich über die Bodenklappe unter der Küche zum Fischen, bestaunen die Kabinen, den Motorraum, die Grösse, einfach alles. Alles poli oreia. Internationale Touristen kommen und berichten uns, sie seien am Strand gewesen, hätten alles mitbekommen, die Spannung und alles. Alle fieberten mit, kommen und gratulieren.

Zur Siesta lag ich im Cockpit, auf den Bänken mit Sofa-Ausmassen, blickte am Mast hoch und freute mich auf meinen ersten Törn mit blu:kat.

Unsere Crew nach dem allerersten Anleger von blu:kat

Unsere Crew nach dem allerersten Anleger von blu:kat

Aug.

4

Der Radlader hat den Kat jetzt an den Haken genommen und ab geht die Fahrt. In unserem Live-Stream kann man das vielleicht erkennen. Nachher gibt es dann auch noch Fotos.

Aug.

4

Mittlerweile sind Michi und ich an Bord des blu:kat und fahren zum Meer. Leider dauert das ganz schön lange, weil wir im Moment wieder am Rangieren sind. Das ist notwendig, damit wir dann rückwärts den Strandweg entlangkommen. Und weil der Winkel noch nicht ganz passt sitzen wir hier auf dem 22 Tonnen Schiff noch auf dem trockenen. Und das in jeder Beziehung, denn die tollen neuen Kühlschränke hier im Cockpit sind noch leer.

Gerade im Moment fahren wir wieder rückwärts auf die Bauruine zu.

DSC_0952-2

An der Strasse sammeln sich auch immer wieder Zuschauer, von denen nach einiger Zeit die meisten doch wieder abziehen. Denn erstens hat es draussen in der Sonne 50 Grad Celsius, im Schatten 33° und zum anderen ist es halt grad doch nicht so aufregend. Aber Moment: es sind erstaunlich viele Männer, die da stehen und unseren Jungs neidisch beim Bagger spielen zuschauen. Und die Mädels schauen sich die sonnengebräunten Körper der arbeitenden Männer an. Also ist doch wieder für jeden was dabei.

Aug.

4

DSC_0957Die LKW-Achsen sind nicht fest mit dem Katamaran verbunden, sondern blu:kat steht lediglich darauf und das Ganze ist fixiert mit – richtig! – Gurtbändern. Das hat jetzt beim Rangieren zur Folge, dass sich die Achsen sich gelegentlich minimal verschieben, was wiederum einen netten Geräuscheffekt im Schiff hat. Gerade hat sich auch die eine der Achsen leicht seitlich verschoben, was zuerst einmal zu ziemlicher Aufregung führte, aber inzwischen schon wieder vergessen ist.

Apropos vergessen: Michi fragte eben: Wieso rollen wir rückwärts? Der Radlader muss nicht sonderlich viel Kraft zum Ziehen aufwenden und macht das mehr oder weniger mit Standgas, daher merkt man manchmal gar nicht, wer da zieht und warum man sich bewegt.

Aug.

4

DSC_1122DSC_1122Die Nacht bricht herein über den Strand von Rethymnon. Letzte Strandspaziergänger verlassen die ungemütlich kühl gewordene Zone am Meer und ziehen sich in die hell erleuchtete Stadt, ihre Wohnungen oder Tavernen zurück. Auch die Fischer, die vereinzelt noch am Ufer stehen, immer hoffend, dass doch wenigstens heute ein grosser Fisch anbeissen möge, eine Goldbrasse vielleicht, eine die man auf dem Markt oder in einer Fischtaverne für einen guten Preis feilbieten könnte, auch die Fischer packen ihre Angeln ein und gehen unverrichteter Dinge nach Hause oder in eine Ouzeria, wo sie Freunden wieder und wieder von einem grossen Fang berichten, der schon Jahre zurückliegt. So lange zurück, dass der Fisch immer grösser wird in der Erzählung und es auch nicht mehr nachprüfbar ist, ob jemals ein Fisch angebissen hat. Der letzte Fischer tritt seinen Rückweg an und sucht seinen kleinen Uferweg, auf dem er frühmorgens zum Meer kam, doch er findet ihn nicht. Eine breite, hellsandige Strasse ist dort, wo sein Weg sein sollte, als hätten Ausserirdischen mit irgendeiner hohen Energie dort eine breite Schneise auf die Erde gebrannt. Unwirklich sieht das alles im Mondschein aus. Vollmond noch dazu. Der Fischer wird das Gesehene berichten, bei einem Raki, noch einem Raki und wenn die Flasche leer ist wird niemand ihm glauben und es als die Spinnerei eines Trunkenboldes abtun. Er wird auch berichten, dass er ein riesiges dunkles Schiff am Ufer liegen gesehen hat, gestrandet, ein Geisterschiff, ohne Segel, aber mit einem Mast, der bis in den Himmel reicht. Unter dem Schiff waren Dämonen, einer von Ihnen, ein ganz Dunkler mit silbernen Haaren hat Funken aus seinem Gesicht versprüht. Um ihn herum standen andere und haben ihr höllisches Fest gefeiert. Ein Wesen mit funkelnden Augen und einer riesigen Pranke, gross wie eine Schaufel, hat ein Opfertier durch den Sand gezerrt und oben auf dem Schiff sass in der Dunkelheit einer, der in einer fremden Sprache Geisterbeschwörungen zum Vollmond gesprochen hat.
Der Fischer wird das berichten, immer und immer wieder und diesen Abschnitt des Strandes für alle Zeiten meiden.

Die Nacht bricht herein über den Strand von Rethymnon. Letzte Strandspaziergänger verlassen die ungemütlich kühl gewordene Zone am Meer und ziehen sich in die hell erleuchtete Stadt, ihre Wohnungen oder Tavernen zurück. Auch die Fischer, die vereinzelt noch am Ufer stehen, immer hoffend, dass doch wenigstens heute ein grosser Fisch anbeissen möge, eine Goldbrasse vielleicht, eine die man auf dem Markt oder in einer Fischtaverne für einen guten Preis feilbieten könnte, auch die Fischer packen ihre Angeln ein und gehen unverrichteter Dinge nach Hause oder in eine Ouzeria, wo sie Freunden wieder und wieder von einem grossen Fang berichten, der schon Jahre zurückliegt. So lange zurück, dass der Fisch immer grösser wird in der Erzählung und es auch nicht mehr nachprüfbar ist, ob jemals ein Fisch angebissen hat. Der letzte Fischer tritt seinen Rückweg an und sucht seinen kleinen Uferweg, auf dem er frühmorgens zum Meer kam, doch er findet ihn nicht. Eine breite, hellsandige Strasse ist dort, wo sein Weg sein sollte, als hätten Ausserirdischen mit irgendeiner hohen Energie dort eine breite Schneise auf die Erde gebrannt. Unwirklich sieht das alles im Mondschein aus. Vollmond noch dazu. Der Fischer wird das Gesehene berichten, bei einem Raki, noch einem Raki und wenn die Flasche leer ist wird niemand ihm glauben und es als die Spinnerei eines Trunkenboldes abtun. DSC_1111Er wird auch berichten, dass er ein riesiges dunkles Schiff am Ufer liegen gesehen hat, gestrandet, ein Geisterschiff, ohne Segel, aber mit einem Mast, der bis in den Himmel reicht. Unter dem Schiff waren Dämonen, einer von Ihnen, ein ganz Dunkler mit silbernen Haaren hat Funken aus seinem Gesicht versprüht. Um ihn herum standen andere und haben ihr höllisches Fest gefeiert. Ein Wesen mit funkelnden Augen und einer riesigen Pranke, gross wie eine Schaufel, hat ein Opfertier durch den Sand gezerrt und oben auf dem Schiff sass in der Dunkelheit einer, der in einer fremden Sprache Geisterbeschwörungen zum Vollmond gesprochen hat.

Der Fischer wird das berichten – immer und immer wieder – und diesen Abschnitt des Strandes für alle Zeiten meiden.DSC_1122

DSC_1116DSC_1120

Aug.

4

Rethymnon. Ich sitze im Hafen auf der Mole und reibe mir die Augen. Sofort bereue ich diesen Fehler. Meine Haut, meine Haare, mein Gesicht ist salzverkrustet. Salz. Ich bin noch ganz benebelt. Was war das? Ich habe geträumt. Gleich wird die Sonne aufgehen und alles wird klar. Salz. Neben mir liegt blu:kat gut vertäut und wiegt sich ganz leicht in der Morgendämmerung. Was für eine Nacht. Hinter mir gehen sich zwei Griechen entgegen. Treffen sich. Grüssen sich. Direkt neben mir. Ich sitze auf einer Ecke an der Mole. Wieso trifft man sich hier? Die Griechen halten nicht inne. Gehen weiter. Ich sitze. Salz. Eine Kirchenglocke schlägt. Sie versucht meinen Kopf klar zu bekommen. Ein Traum?
Wir sind am Strand. Michi und ich stehen auf blu:kat und sehen auf das Volk am Strand herab. Viele haben sich versammelt, um zu sehen, was es zu sehen gibt. Glocken. Unsere Jungs arbeiten an den Bohlen, die unter die Räder gelegt werden müssen, im weichen Sand. Die Raupe schiebt, der Kat bewegt sich. Auf’s Meer zu, dahin wo er hingehört, seiner Bestimmung entgegen. Jetzt wird keine Pause mehr gemacht. Die Ruderblätter tauchen ein, die Motoren. Dann ein Schubs. So leicht, als wolle man ein Papierschiffchen auf die Reise bringen. Glocken. Wir schwimmen. Ungläubig schauen wir zum Ufer, Menschen stehen dort und klatschen. Martin und Stefan kommen aus dem Wasser an Bord und starten die Generatoren. Versuchen es. Drücken, Fluchen. Dann: Motor läuft. Glocken. Wellen schlagen gegen das Schiff, sie wollen das, was eben nicht da war, wieder zurück an Land bringen. Alarmtöne schrillen und rote Warnlampen gehen an, der Motor geht aus.
Der volle Mond steht über der Altstadt von Rethymnon und allmählich erwacht die Stadt. Autos fahren an der Uferstrasse entlang, drüben, weit weg von meiner Mole. Gerüche steigen in meine Nase. Der Duft der Maccia und Phrygana. Läufer an der Strandpromenade nutzen den Morgen. Gleich ist die Sonne da und wird unbarmherzig die Erde erwärmen und jede Betätigung zur Qual werden lassen. Wieder kommt ein Grieche an meiner Ecke vorbei. Sie kommen, als würde es hier weitergehen, kehren dann um und verschwinden wieder. Hier geht es nicht weiter.
Wir sind auf blu:kat im Meer und es geht nicht weiter. Die Leute schauen. Auch wir sind jetzt die Leute. Knöpfe werden gedrückt, Flüche ausgestossen, aber das Meer interessiert sich nicht dafür. Die Wellen drücken uns ganz langsam quer zum Ufer. Sie heben blu:kat eine wenig an und lassen ihn wieder auf die Lastwagenräder fallen. Immer und immer wieder. Dann: eine Idee. Ich springe ins Wasser, schwimme zum Ufer, renne zum Bauplatz. Dort steht das Beiboot mit einem 50 PS Motor. Mit dem Slipwagen ans Meer, Motor starten, Leinen übernehmen und los. Das Meer interessiert sich nicht für einen 50PS Motor. blu:kat wird hochgehoben und fallen gelassen. Ein weiteres Boot kommt herbei, mit 250PS Motor und noch eins genauso stark. Die Sonne geht unter und es ist wieder ein wunderschöner Sonnenuntergang. Wahrscheinlich. Keiner an Bord nimmt ihn wahr. Das Meer interessiert sich auch nicht für zwei Boote mit zusammen 500PS. Bumm. Wieder hat eine besonders grosse Welle blu:kat fallen gelassen. Man zieht von hier, man zieht von da. Bumm. Es wird Nacht.
Die Sonne geht auf. Über einem kleinen Wolkenband ist jetzt die Sonne für Rethymnon und für blu:kat aufgegangen. Sofort wird mein Rücken warm. Kleine Fische springen aus dem Wasser. Begrüssen die Sonne. Grössere Fische springen aus dem Wasser und frühstücken. Ich stehe auf und mache ein Foto von blu:kat. Sofort kommen mir Griechen entgegen. Ich bin jetzt einer von ihnen, ein Entgegenkommer, auf diesem Eck der Mole. Ihre Frequenz erhöht sich. Vielleicht sollte ich hier eine Bar eröffnen. Rethymnon hat eine schöne Silouette, die Kirchen, der alte Hafen, der Leuchtturm, der die Hafeneinfahrt markiert. Und hinter allem und immer sichtbar: die Festung, die Fortezza.
blu:kat ist gestrandet. Der Mann mit seinem kleinen roten Motorboot zieht seine Kreise. Was passiert? Wie geht es weiter? Bumm. Der Mann denkt: halten die Achsen unter dem Schiff dem Meer stand? Das Meer beginnt, die Achsen zu entfernen. Es wird telefoniert. Ein grosses Schiff wird kommen. Megalla Skafos. Leinen werden bereitet, es wird gewartet. Die Nacht wird erhellt von Scheinwerfern am Ufer. Die Planierraupe der Radlader und einige Quads. Bumm. Sie leuchten auf blu:kat und das Meer. Das Meer schluckt das Licht. Bumm. Das kleine Motorboot tanzt auf den Wellen. Es gibt nicht den Takt an. Die Wellen geben den Takt an. Das Meer schickt grössere Wellen. Bummmm. Das grosse Schiff kommt, das kleine rote Boot bringt die Leine zum grossen Schiff. Die Leinen werden festgemacht auf beiden Seiten. Das grosse Schiff zieht. Bummmm. Die Leine reisst. Die Enden werden jetzt von beiden Seiten gebracht. Das kleine rote Boot bringt die Leine von blu:kat, ein anderes Boot die Leine von dem grossen Schiff. Die Leinen werden verknotet. Das andere Boot bring die Leine zum grossen Schiff und verliert sie. Bummmm. Nochmal. Es klappt. Das Meer ist auch einen Schritt weiter. Das Meer hat jetzt die Achsen entfernt. Die Raupe zieht alle Achsen, wie an einer Perlenschnur aufgereiht an den Strand. Das Meer hat jetzt einen Teil von blu:kat wieder zurück an Land geworfen. Die Leine an blu:kat ist diesmal am Bug vertäut. Das grosse Schiff zieht.
Es ist ein weisses Ausflugsschiff, das dort an der Hafeneinfahrt des alten venezianischen Hafens liegt. Es bringt Touristen weg von hier, an andere schöne Orte. Normalerweise. Letzte Nacht hatte auch das grosse weisse Ausflugsschiff einen seltsamen Traum. Doch jetzt liegt es wieder dort in der aufgehenden Sonne und alles ist so, wie es sein soll. Ein Frachter kommt in den Hafen eingelaufen, dreht ganz langsam, wirft Anker, dreht weiter, fährt rückwärts an die Pier. Festmacherleinen werden um grosse Poller gelegt: fertig. Glocken. Griechen kommen in meiner Bar vorbei und schauen blu:kat an. Worte wie „megalla“ fallen. Sie trinken einen Frappé an der Theke, zahlen und gehen wieder. Ich räume die Gläser weg.
Bummmm. Das grosse weisse Ausflugsboot zieht. Die Leine und die Leute sind gespannt. Der Mann auf dem roten Boot auch. blu:kat dreht sich zum Meer, nimmt Fahrt auf und folgt dem grossen weissen Ausflugsboot. Applaus vom Strand. Ich gebe Gas und fahre mit dem roten Tender von blu:kat hinterher. Einmal noch zurück, Christan am Ufer absetzen, er wird den Bus holen. Wieder zurück Richtung blu:kat. Das rote Boot pflügt leichtfüssig durch die Wellen, dem Schleppverband hinterher. Ich hänge mich mit einer Leine an blu:kat und lasse mich gemütlich in den Hafen ziehen. Es ist 23 Uhr, als wir ankommen. blu:kat wird an der Mole vertäut. Champagnerkorken knallen, Siegerfotos werden gemacht. Ich schlafe wieder auf blu:kat, das erste mal auf dem Meer, stehe früh auf und setze mich an die Mole. In einer halben Stunde wird Martin kommen und mir Kaffee bringen. Ich warte. Das Meer wartet auch.
Rethymnon. Ich sitze im Hafen auf der Mole und reibe mir die Augen. Sofort bereue ich diesen Fehler. Meine Haut, meine Haare, mein Gesicht ist salzverkrustet. Salz. Ich bin noch ganz benebelt. Was war das? Ich habe geträumt. Gleich wird die Sonne aufgehen und alles wird klar. Salz. Neben mir liegt blu:kat gut vertäut und wiegt sich ganz leicht in der Morgendämmerung. Was für eine Nacht. Hinter mir gehen sich zwei Griechen entgegen. Treffen sich. Grüssen sich. Direkt neben mir. Ich sitze auf einer Ecke an der Mole. Wieso trifft man sich hier? Die Griechen halten nicht inne. Gehen weiter. Ich sitze. Salz. Eine Kirchenglocke schlägt. Sie versucht meinen Kopf klar zu bekommen. Ein Traum?
First Contact

First Contact

Wir sind am Strand. Michi und ich stehen auf blu:kat und sehen auf das Volk am Strand herab. Viele haben sich versammelt, um zu sehen, was es zu sehen gibt. Glocken. Unsere Jungs arbeiten an den Bohlen, die unter die Räder gelegt werden müssen, im weichen Sand. Die Raupe schiebt, der Kat bewegt sich. Auf’s Meer zu, dahin wo er hingehört, seiner Bestimmung entgegen. Jetzt wird keine Pause mehr gemacht. Die Ruderblätter tauchen ein, die Motoren. Dann ein Schubs. So leicht, als wolle man ein Papierschiffchen auf die Reise bringen. Glocken. Wir schwimmen. Ungläubig schauen wir zum Ufer, Menschen stehen dort und klatschen. Martin und Stefan kommen aus dem Wasser an Bord und starten die Generatoren. Versuchen es. Drücken, Fluchen. Dann: Motor läuft. Glocken. Wellen schlagen gegen das Schiff, sie wollen das, was eben nicht da war, wieder zurück an Land bringen. Alarmtöne schrillen und rote Warnlampen gehen an, der Motor geht aus.

Der volle Mond steht über der Altstadt von Rethymnon und allmählich erwacht die Stadt. Autos fahren an der Uferstrasse entlang, drüben, weit weg von meiner Mole. Gerüche steigen in meine Nase. Der Duft der Maccia und Phrygana. Läufer an der Strandpromenade nutzen den Morgen. Gleich ist die Sonne da und wird unbarmherzig die Erde erwärmen und jede Betätigung zur Qual werden lassen. Wieder kommt ein Grieche an meiner Ecke vorbei. Sie kommen, als würde es hier weitergehen, kehren dann um und verschwinden wieder. Hier geht es nicht weiter.
Wir sind auf blu:kat im Meer und es geht nicht weiter. Die Leute schauen. Auch wir sind jetzt die Leute. Knöpfe werden gedrückt, Flüche ausgestossen, aber das Meer interessiert sich nicht dafür. Die Wellen drücken uns ganz langsam quer zum Ufer. Sie heben blu:kat eine wenig an und lassen ihn wieder auf die Lastwagenräder fallen. Immer und immer wieder. Dann: eine Idee. Ich springe ins Wasser, schwimme zum Ufer, renne zum Bauplatz. Dort steht das Beiboot mit einem 50 PS Motor. Mit dem Slipwagen ans Meer, Motor starten, Leinen übernehmen und los. Das Meer interessiert sich nicht für einen 50PS Motor. blu:kat wird hochgehoben und fallen gelassen. Ein weiteres Boot kommt herbei, mit 250PS Motor und noch eins genauso stark. Die Sonne geht unter und es ist wieder ein wunderschöner Sonnenuntergang. Wahrscheinlich. Keiner an Bord nimmt ihn wahr. Das Meer interessiert sich auch nicht für zwei Boote mit zusammen 500PS. Bumm. Wieder hat eine besonders grosse Welle blu:kat fallen gelassen. Man zieht von hier, man zieht von da. Bumm. Es wird Nacht.
Die Sonne geht auf. Über einem kleinen Wolkenband ist jetzt die Sonne für Rethymnon und für blu:kat aufgegangen. Sofort wird mein Rücken warm. Kleine Fische springen aus dem Wasser. Begrüssen die Sonne. Grössere Fische springen aus dem Wasser und frühstücken. Ich stehe auf und mache ein Foto von blu:kat. Sofort kommen mir Griechen entgegen. Ich bin jetzt einer von ihnen, ein Entgegenkommer, auf diesem Eck der Mole. Ihre Frequenz erhöht sich. Vielleicht sollte ich hier eine Bar eröffnen. Rethymnon hat eine schöne Silouette, die Kirchen, der alte Hafen, der Leuchtturm, der die Hafeneinfahrt markiert. Und hinter allem und immer sichtbar: die Festung, die Fortezza.
blu:kat ist gestrandet. Der Mann mit seinem kleinen roten Motorboot zieht seine Kreise. Was passiert? Wie geht es weiter? Bumm. Der Mann denkt: halten die Achsen unter dem Schiff dem Meer stand? Das Meer beginnt, die Achsen zu entfernen. Es wird telefoniert. Ein grosses Schiff wird kommen. Megalla Skafos. Leinen werden bereitet, es wird gewartet. Die Nacht wird erhellt von Scheinwerfern am Ufer. Die Planierraupe der Radlader und einige Quads. Bumm. Sie leuchten auf blu:kat und das Meer. Das Meer schluckt das Licht. Bumm. Das kleine Motorboot tanzt auf den Wellen. Es gibt nicht den Takt an. Die Wellen geben den Takt an. Das Meer schickt grössere Wellen. Bummmm. Das grosse Schiff kommt, das kleine rote Boot bringt die Leine zum grossen Schiff. Die Leinen werden festgemacht auf beiden Seiten. Das grosse Schiff zieht. Bummmm. Die Leine reisst. Die Enden werden jetzt von beiden Seiten gebracht. Das kleine rote Boot bringt die Leine von blu:kat, ein anderes Boot die Leine von dem grossen Schiff. Die Leinen werden verknotet. Das andere Boot bring die Leine zum grossen Schiff und verliert sie. Bummmm. Nochmal. Es klappt. Das Meer ist auch einen Schritt weiter. Das Meer hat jetzt die Achsen entfernt. Die Raupe zieht alle Achsen, wie an einer Perlenschnur aufgereiht an den Strand. Das Meer hat jetzt einen Teil von blu:kat wieder zurück an Land geworfen. Die Leine an blu:kat ist diesmal am Bug vertäut. Das grosse Schiff zieht.
Es ist ein weisses Ausflugsschiff, das dort an der Hafeneinfahrt des alten venezianischen Hafens liegt. Es bringt Touristen weg von hier, an andere schöne Orte. Normalerweise. Letzte Nacht hatte auch das grosse weisse Ausflugsschiff einen seltsamen Traum. Doch jetzt liegt es wieder dort in der aufgehenden Sonne und alles ist so, wie es sein soll. Ein Frachter kommt in den Hafen eingelaufen, dreht ganz langsam, wirft Anker, dreht weiter, fährt rückwärts an die Pier. Festmacherleinen werden um grosse Poller gelegt: fertig. Glocken. Griechen kommen in meiner Bar vorbei und schauen blu:kat an. Worte wie „megalla“ fallen. Sie trinken einen Frappé an der Theke, zahlen und gehen wieder. Ich räume die Gläser weg.
Bummmm. Das grosse weisse Ausflugsboot zieht. Die Leine und die Leute sind gespannt. Der Mann auf dem roten Boot auch. blu:kat dreht sich zum Meer, nimmt Fahrt auf und folgt dem grossen weissen Ausflugsboot. Applaus vom Strand. Ich gebe Gas und fahre mit dem roten Tender von blu:kat hinterher. Einmal noch zurück, Christan am Ufer absetzen, er wird den Bus holen. Wieder zurück Richtung blu:kat. Das rote Boot pflügt leichtfüssig durch die Wellen, dem Schleppverband hinterher. Ich hänge mich mit einer Leine an blu:kat und lasse mich gemütlich in den Hafen ziehen. Es ist 23 Uhr, als wir ankommen. blu:kat wird an der Mole vertäut. Champagnerkorken knallen, Siegerfotos werden gemacht. Ich schlafe wieder auf blu:kat, das erste mal auf dem Meer, stehe früh auf und setze mich an die Mole. In einer halben Stunde wird Martin kommen und mir Kaffee bringen.
Ich warte. Das Meer wartet auch.

Aug.

4

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Wir liegen jetzt seit Wochen im Hafen von Rethymnon, so kommt es mir vor, der Stapellauf liegt lange zurück. Das Leben an Bord hat sich eingespielt. Morgens wache ich auf, auf blu:kat und geniesse die Ruhe in meiner blauen Kabine. Es ist die einzige bisher bewohnte und daher wird bei Schiffsführungen auch immer wieder diese Kabine gezeigt. Da wir erst um 9 Uhr öffnen, habe ich noch zweieinhalb Stunden. Und doch bin ich traurig, denn das wird mein vorerst letzter Morgen auf dem Katamaran sein; schon heute Abend steige ich in ein Flugzeug und verlasse dieses Paradies. Ein letztes Frühstück auf dem Schiff, nachher, wenn unsere Crew eintrifft. Sie leben noch an Land, bringen dann heissen Kaffee und ofenwarmes Brot. Wir werden gemeinsam am runden Tisch im Salon sitzen, reden und lachen. Danach: Bord-Arbeit. Entspannt und ruhig. Seit Martins Schwester da ist, nimmt die Unordnung ab, manchmal unmerklich, aber stetig. Sie sorgt nicht alleine dafür, sondern jeder macht etwas. So haben wir seit gestern ein richtig schönes Cockpit, mit Polstern und weissen Matten am Boden. Martin und unser Maschinist Stefan testen die Generatoren, die Bugstrahlruder, das Zusammenspiel aller möglichen Komponenten. Martin bleibt immer ruhig: wenn etwas auf Anhieb klappt, wie es sein soll, ebenso, wenn etwas nicht so funktioniert. Dann wird solange gebaut, bis sich die Technik unterordnet und das tut, was sie soll. Funktionieren. Auch beim Stapellauf war Martin immer die Ruhe in Person. Doch jetzt hatte sich etwas zugetragen, das war schlimmer als alles andere, was man sich vorstellen konnte. So katastrophal, das es auch in Martin kochte und brodelte. Die Welt war aus den Fugen geraten. Hier konnte man nicht mehr ruhig bleiben. Das Ungeheuerlichste und Undenkbare war geschehen. Wir mussten ihn beruhigen, alle zusammen und doch dauerte es lange, bis er wieder halbwegs zu Luft kam. Was war? Was ist passiert? Wir waren gestern bei Felix zum Abendessen eingeladen, er hat ein Haus, schön in den Bergen über der Küste gelegen. Wir waren alle in Martins rotem VW-Bus und fuhren gerade durch den letzten kleiner Ort, bevor die steile Strasse begann, die wir hoch mussten. Diese Strasse ist so steil, dass der Bus ächzte und stöhnte und Martin mehrmals den Motor im ersten Gang mit Vollgas treten musste, damit sich der Bus auch nur langsam bewegte. Wir waren schon ein wenig spät dran und Felix wartete bestimmt schon. Er wollte für uns kochen und der Nudelauflauf war schon im Ofen. Salate waren zubereitet, Weisswein und Bier kaltgestellt. Der Tisch im Freien war schon gedeckt und alles hergerichtet. Er wartet und wir quälen den Bus diese Berstrasse hoch. Direkt vor Felix Haus müssen wir dann wieder ein Stück herunter, so steil, dass diesmal die Bremsen alles geben müssen. Doch was ist passiert, in diesem kleinen Ort, vorhin? Die Strasse war noch breit und drei Autos vor uns fuhr ein Kleinwagen mit griechischem Nummernschild. Der Grieche hielt an, am rechten Strassenrand und schaltete die Warnblinkanlage an, die nachfolgenden Autos fuhren vorbei. Das war zuviel! Hier konnte man doch nicht mehr ruhig bleiben und Martin blieb nicht mehr ruhig, sondern wurde laut, das erste Mal seit Tagen, Wochen, Monaten: „Diese Sch… Griechen, diese M……, dass die immer, wenn sie irgendwo stehenbleiben, ihre Warnblinkanlage anschalten müssen!“ Stille. Alle im Bus starren Martin an. Das dann folgende Gelächter verebbt erst, als wir bei Felix aussteigen und in seinen Pool springen.

Aug.

4

Kalimera. Heute früh ging es gemütlich los, Aufstehen um 6:30 (also 5:30 in Deutschland), Sonnenaufgang am Meer angucken (ich schlafe ja seit Montag auf dem Kat, jetzt auch als Wache), Semmeln (vulgo: psomi megalla = grosses Weissbrot) holen und ein entspanntes Frühstück um 7 Uhr auf Martins Balkon einnehmen. Zum Glück kam gleich nach dem ersten Bissen Georgo, der Kranfahrer und hat seinen Kran angeschmissen. Es war eh kurz davor, dass uns die Gesprächsthemen ausgehen. Und zu leise war es auch. Nachdem der Kran-Laster-Motor dann mal zehn Minuten gelaufen war hat Martin mit seinem Plasma-Schneider die Räder von den Resten  der defekten Achse abgetrennt. Georgo nam die Räder an seinen Kranhaken und  prompt kam noch ein zweiter Laster mit Kran, auf den dann die Räder geladen wurden.
Aus den Rädern und einer noch nachts organisierten neuen Laster-Achse wird heute ein Ersatz-Radsatz gebaut. Nicht nur die Deutsche Bahn hat da Probleme, sondern auch wir hier. Wenigstens sind wir nicht alleine damit.
Stefan nutzt inzwischen die Gunst der Stunde und hat den Steuerbord-Elektro-Motor nochmal abgebaut. Der hatte ja ein wenig Öl verloren und bekommt jetzt neue Dichtungen verpasst. Da das 30kW Motörchen doch einiges auf die Waage bringt, assistieren ihm dabei einige Leute. Der Motor befindet sich später im Wasser direkt vor dem Ruderblatt, an jedem Rumpf ein Motor.
Zum Frühstück schauen wir Laster-TV

Zum Frühstück schauen wir Laster-TV

Kalimera. Heute früh ging es gemütlich los, Aufstehen um 6:30 (also 5:30 in Deutschland), Sonnenaufgang am Meer angucken (ich schlafe ja seit Montag auf dem Kat, jetzt auch als Wache), Semmeln (vulgo: psomi megalla = grosses Weissbrot) holen und ein entspanntes Frühstück um 7 Uhr auf Martins Balkon einnehmen. Zum Glück kam gleich nach dem ersten Bissen Georgo, der Kranfahrer und hat seinen Kran angeschmissen. Es war eh kurz davor, dass uns die Gesprächsthemen ausgehen. Und zu leise war es auch. Nachdem der Kran-Laster-Motor dann mal zehn Minuten gelaufen war hat Martin mit seinem Plasma-Schneider die Räder von den Resten  der defekten Achse abgetrennt. Georgo nam die Räder an seinen Kranhaken und  prompt kam noch ein zweiter Laster mit Kran, auf den dann die Räder geladen wurden.

Aus den Rädern und einer noch nachts organisierten neuen Laster-Achse wird heute ein Ersatz-Radsatz gebaut. Nicht nur die Deutsche Bahn hat da Probleme, sondern auch wir hier. Wenigstens sind wir nicht alleine damit.

Stefan nutzt inzwischen die Gunst der Stunde und hat den Steuerbord-Elektro-Motor nochmal abgebaut. Der hatte ja ein wenig Öl verloren und bekommt jetzt neue Dichtungen verpasst. Da das 30kW Motörchen doch einiges auf die Waage bringt, assistieren ihm dabei einige Leute. Der Motor befindet sich später im Wasser direkt vor dem Ruderblatt, an jedem Rumpf ein Motor.

Inzwischen haben wir auch unser Offline-Problem in den Griff bekommen, bzw. der Techniker von der OTE und jetzt wird die Ersatzachse montiert.

Die neue Achse wird in Position gebracht.

Die neue Achse wird in Position gebracht.

Aug.

4

Unter dem Schiff wird geflext, geschweisst, gehämmert, geratscht, geschaut, gegessen, geruht und geschlafen.

Die neue Achse ist jetzt in Position

Die neue Achse ist jetzt in Position

Die Achse ist montiert, da es eine Lenkachse ist musste die Lenkung natürlich festgeschweisst werden. Martin befestigt gerade wieder die Verbindung von Vorderachse zu Hinterachse; wir haben da vorgestern noch ein paar 16mm Drähte besorgt, die dafür sorgen, dass der Kat mit der Vorderachse nicht von der Hinterachse runtergezogen wird.

Mittlerweile wurden auch etliche sehr lange Holzbretter herbeigeschafft, die auf den letzten Metern ins Meer im weichen Sand als Unterlage dienen sollen.