Feb.

26

Irene

Wir schlafen sehr ruhig und ungestört, die Frühaufsteher probieren gleich das Wasser aus, der Rest lässt sich ein bisschen mehr Zeit.
Es wird gemütlich gefrühstückt, dann geht ein „Spähtrupp“ mit Martin im Dinghi auf Erkundungstour.
Wir wollen sehen, ob unser Paradies hier noch mehr so schöne Ankerplätze bereithält.

Tatsächlich finden wir einen anderen, idealen Standort: Schwimmweite zum Strand, zwischen zwei Inseln, tolles Wasser und ohne Strömung.
Zurück an Bord wird der Anker gelichtet und wir fahren zu unserem ausbaldowerten Spot, an dem wir auch Wladi, der mit dem Kanu unterwegs war, wieder treffen. Pet und Helmut sind noch schnorchelnd unterwegs, wissen aber, wo sie hin müssen.

Schnell liegen wir sicher vor Anker und hüpfen ins wunderbar warme Wasser: 33,1 ° in der Spitze!

Das Sonnensegel wird am Trampolin montiert; Markus lässt sich samt Hängematte und James Bond Lektüre auf die Insel vor uns chauffieren.
Martin lässt die Drohne fliegen und macht traumhaft schöne Aufnahmen.

Die Kanus sind heute gut nachgefragt, ansonsten schwimmen wir und liegen im Trampolin oder suchen einen der anderen schattigen Plätzchen auf. Im Wasser sieht man immer wieder die majestätischen Adlerrochen dahingleiten, sie heben sich schwarz vom hellen Sand und dem türkisfarbigen Wasser ab. Es ist wunderbar ruhig, obwohl wir bei weitem nicht die einzigen Yachties in der Bucht sind.

Erst als die Sonne untergegangen ist, machen wir uns abendfertig und Helmut macht sich an unser Abendessen:
Hähnchengeschnetzeltes in Currykokossoße mit Gemüsereis. Die Kokosnüsse für die Soße hat Martin heute nachmittags zerlegt, nachdem Wladi mal wieder für Nachschub gesorgt hatte. Er scheint ein besonderes Agreement mit dem „toten Geist“ zu haben ??

Morgen haben wir einen längeren Schlag vor uns, wir werden rund zehn Stunden entlang der Küste Panamas unterwegs sein und das Guna – Gebiet verlassen.
Ankern wollen wir auf einer Insel, die auch von Affen bewohnt wird.

Entlang der Küste segeln wir die nächsten Tage nach Panama Colón, wo wir Donnerstagabend ankommen wollen.
Spätestens dann haben wir wieder Internet und wissen, ob sich die Welt auch ohne uns weitergedreht hat!

Danke in diesem Zusammenhang an Michi in München der immer unseren Blog, den er via Funkmail bekommt, postet.

Feb.

25

Irene

Nach einer ruhigen Nacht, unterbrochen nur von zwei kurzen Regenschauern, krabbeln wir ziemlich langsam aus dem Bett.
Zum Frühstück gibt es heute eine halbe Papaya und ein bisschen Mango, dazu das restliche Guna-Brot, Käse, die vorletzten Scheiben Salami und Marmelade.
Unser Kühlschrank leert sich zusehends, zum Glück haben wir noch reichlich Thunfisch in Dosen und Eier für den Start in den Tag.

Ziemlich bald können wir Anker lichten und nehmen Kurs auf unser neues Ziel:
Cayo Holandes, genauer gesagt die BBQ-Island, die richtig Morrodub heißt.

Mit teilweise fast neun Knoten sind wir schnell am Ziel, oder besser gesagt – wir sind im Paradies!
Waren unsere bisherigen Inselchen zum Ankern schon idyllisch, übertrifft dieser Platz bei weitem alles.
Wasser in allen Schattierungen von hellgrün über türkis bis dunkelblau, vorne das Riff mit der Brandung soweit das Auge reicht und vor uns eine kitschpostkartengleiche Palmeninsel mit weißen Sand. Man könnte meinen, der Anblick sei nicht neu für uns, aber weit gefehlt. Wir staunen und freuen uns wie die Kinder über so ein schönes Plätzchen.

Sobald der Anker liegt und die Badeleiter montiert ist, hält uns nichts mehr: Wir springen vorne vom Bug und lassen uns von der schnellen Strömung entlang der VAVA-U wieder zum Ausstieg treiben. Martin lässt sicherheitshalber etliche Meter Tau von der Rolle, damit wir uns notfalls festhalten und ranziehen können, falls es uns an der Badeleiter vorbei treiben sollte.

Mit dem Dinghi setzen wir auf die Insel über und sind begeistert.
Kein Müll, liebevoll dekorierte Wegelchen, sogar ein Walfischskelett ist ausgestellt. Bänke zum Picknick stehen bereit, es sind Hängematten für ein Schläfchen zwischen manchen Palmen montiert; mit einem Wort, paradiesisch.


Außer uns sind nur noch die Reisenden eines rund 45 Meter langen portugiesischen Zweimasters auf der Insel, die von Bediensteten betreut werden.
Was für ein Aufzug! Eigene weiße Hängematten stehen den Herrschaften zur Verfügung, natürlich nimmt man den Lunch auf separat mitgebrachten und fein eingedeckten Tischen ein, viele Male muss dazu das Beiboot zwischen Schiff und Insel hin- und herfahren.
Wir haben, da der Inselkiosk zu hat, unser Bier selbst mitgebracht und öffnen schlichtweg eine Chipstüte.

Manche umrunden die Insel zu Fuß, schlafen unter Palmen und schaukeln in den Hängematten – oder gucken stundenlang aufs Wasser. Auch ohne Kellner und Leinentischtuch – wir sind definitiv im Paradies!

Sobald wir wieder auf der VAVA-U sind, geht es an die Vorbereitung fürs Abendessen.
Es wird gegrillt, dazu gibt es Rosmarinkartoffeln, Guacamole, Salat und frisches Brot. Damit wir bis dahin nicht verhungern, veranstaltet Martin wieder ein Kokosnussmassaker und wir knabbern frische Kokosnusschips. Sehr lecker.

Unser Abendessen ist mindestens genauso gut, der Nachtisch, Rum und Likör, ist allerdings nach dieser Runde leer. Hoffentlich gibt es keine Meuterei an Bord ??

Wladi hat nach dem Abendessen neue Energien und angelt, wir haben Mond und er hofft auf dicke Fische. Tatsächlich beißen die Biester aber nur die Köder ab und nicht an. Petri heil sieht anders aus – aber wir haben immerhin noch einen vollen Gefrierschrank!

Gleich wird das Licht gedimmt und wir genießen den Abend, mal schauen, was der morgige Tag an Eindrücken bringt.

Feb.

24

Irene

Schon um 7 Uhr morgens ist heute richtig Betrieb an Bord und auch die sonstige Langschläferfraktion tappst zur morgendlichen Freiluftdusche.
Wladi schneidet jede Menge Grünzeug fürs Frühstück, das Müsli wird mit diversen Kleinigkeiten zur absoluten Kraftmischung angerührt und unser Brot von gestern – das mit kirchlichem Segen – liegt in einem großen Haufen auf dem Frühstückstisch.
Unschwer zu erkennen, wir begeben uns auf eine wirklich große Expedition!

Noch gut vor 9 Uhr sitzen wir im Dinghi, die Kanus sind ordentlich dahinter festgemacht und wir duften nach Mückenspray, dass einem die Sinne schwinden. Sogar feste Schuhe wurden wieder herausgekramt und ungeachtet der bereits morgens nicht unerheblichen Temperaturen tragen manche von uns sogar lange Hosen und Oberteile.
Lediglich Werner kann dem kollektiven Dschungelkoller nichts abgewinnen und bleibt lieber an Bord.

Kaum sind wir zehn Minuten unterwegs, sind wir auch schon bis zum Hosenboden nass. Die Einfahrt in den Wasserarm Richtung Dschungel haben wir nicht ganz erwischt und müssen das sichere und trockene Dinghi verlassen, um selbiges über das Niedrigwasser zu bugsieren. Ein paar von uns haben ein déja vu, als wir wadentief im Schmodder versinken und dann wieder gut bis zum Oberschenkel im Wasser stehen.


Markus taucht besonders tief in das Festland Panamas ein – er verliert irgendwie das Gleichgewicht und macht einen Kniefall – und ist mehr oder weniger frisch gebadet. Blöd nur, dass er seine Geldbörse am Mann trägt (er hatte offensichtlich auf einen Kiosk im Dschungel gehofft) und die Dollarscheinchen auch frisch gewaschen sind. Passend für Panama, oder? ??

Pet und Wladi werden wieder hinten ans Dinghi gehängt, so brauchen sie nicht paddeln und können keine Irrfahrten machen.
Unsere Wasserstraße ist angenehm breit, rechts und links ist undurchdringliches Grün. Auch die Bananen- und Gemüseplantagen der Einheimischen befinden sich hier – und die Familienfriedhöfe! Keine schlechte letzte Ruhestätte, auch wenn der Dschungel nie wirklich still ist.

Wir überholen auf unserer Fahrt einen älteren Guna, den wir mit seinem Einbaum ebenfalls ins Schlepptau nehmen. Er strahlt übers ganze Gesicht, weil er sich nicht selber abplagen muss. Unter uns schwimmen ein paar Fische, der ein oder andere Reiher steht am Ufer, ansonsten sieht die Tierwelt hier sehr friedlich aus. Trotzdem soll es hier Krokodile und Wasserschlangen geben, was die Blogschreiberin so gar nicht beruhigt.

Am Ziel, dem Einstieg zu unserem Treckingpfad angekommen, ziehen wir das Dinghi an Land (sind also prompt wieder nass), dann geht es los.
Wir sehen ganze Autobahnen von Blattschneideameisen, auf denen die emsigen kleinen Tiere Blättchen transportieren, einen Termitenbau am Baum hoch über uns, Bananenpflanzen und üppiges Blattwerk. Unser Weg führt entlang der Wasserleitung von den Bergen auf die Insel von gestern, einfach so durch den Dschungel.
Wenn kleine Löcher Wasser versprühen, werden diese offensichtlich schlichtweg mit einem kleinen Ast, der reingesteckt wird, geflickt.

Martin lässt die Drohne fliegen, mittels Räuberleiter hebt er Wladi dann hoch genug, dass wir eine kleine Staude wilder Bananen ernten können. Dicke Beute ?? Auf unserem Rückweg treffen wir einen Guna, der mit seinen zwei Söhnen zur familieneigenen Bananenplantage zum Arbeiten gepaddelt ist. Wir unterhalten uns kurz, dann geht es zurück zum Dinghi.

Das vorhergesagte Niedrigwasser ist schon zu sehen, schnell schieben wir (exakt, schon sind wir wieder nass) in den Fluss, dann geht es los. Wladi und Pet lassen sich in den Kanus treiben.
Das Dinghi gleitet friedlich dahin, wir machen uns kurz an einem Baumstamm im Flüsschen fest, um uns mit den „Pausenbroten“ zu stärken, Martin zerteilt einen Apfel mit der Machete.

Weiter geht es, wir schauen und lassen uns treiben, als wenige Meter von uns plötzlich ein gut drei Meter großes Krokodil blitzschnell von der Sandbank in den Fluss stürzt. Martins Erklärung, dass das arme Tier erschrocken sei und deswegen ins Wasser ist, beruhigt nicht wirklich alle.

Trotzdem erreichen wir die Mündung ohne weitere Zwischenfälle und finden dieses Mal den Weg ins Meer ohne schieben.

An Bord wird zuerst einmal der Sand und Schlamm weggespült, nachdem auch Pet und Wladi zurück sind, lichten wir Anker und motoren schnell zwei Seemeilen an eine wunderschöne Insel.
Kaum sind wir fest, stürzen wir uns ins 31,4 ° kühle Nass. So schön!

Später gibt es ein bisschen Kokosnuss, dann duftet auch schon das Abendessen – es gibt Couscous mit Shrimps.

Ein perfektes Ende eines wirklich tollen Tages!

Feb.

23

Irene

Nach einer sehr ruhigen Nacht krabbeln wir eher spät aus den Betten und es dauert, bis wir mit dem morgendlichen Bad und dem Frühstück in die Gänge kommen.
Macht aber nichts, wir haben entschieden, unseren schönen Ankerplatz erst am Nachmittag zu verlassen.

Schnell ist das Sonnensegel am Trampolin montiert und wir dösen, lesen, schwimmen oder faulenzen einfach.

Einmal werden wir in unserem privaten Paradies jäh gestört – eine Drohne spioniert über uns, was wir denn so treiben. Martin macht Luftaufnahmen und will Action sehen. Winken und ein Sprung vom Bug ist alles, was er kriegt, das muss reichen!

Kurz nach 14 Uhr lichten wir Anker und segeln nach Nargana, einer der etwas größeren Inseln, die ganz nah am Festland von Panama liegt. Sie verfügt über eine Schule, eine Polizeistation und sogar ein Gefängnis – und Einkaufsmöglichkeiten.

Martin liefert uns an einem der stabileren Stege ab, wir sehen, dass es das örtliche Krankenhaus ist. Die „Küche“ ist abenteuerlich, direkt draußen im Freien zwischen einem wilden Sammelsurium an Stühlen, Rollstühlen und Kanistern.

Ziemlich schnell kriegen wir raus, dass die Angabe „freies W-Lan“ nicht stimmt, dafür finden wir kleine Läden, die tatsächlich alles, was wir ergänzen müssen, im Sortiment haben. Lediglich der Tomaten und des Obstes wegen laufen wir länger herum. Auch Brot können wir kaufen, ab 17 Uhr ist es frisch gebacken im Erdgeschoss einer der zwei Kirchen des Orts zu bekommen. So war das also gemeint mit unser täglich‘ Brot gib uns heute!

Der Ort Nargana ist mit einem zweiten kleinen Ort durch eine überdachte Brücke verbunden, wir schauen uns auch dort um.
Es findet gerade ein Basketballturnier statt, die Inselmeisterschaften der Jugendlichen. Alle Beteiligten, insbesondere die Zuschauer, sind lautstark und mit Feuereifer dabei. Ein Eisverkäufer dreht seine Runden und wird von den Kindern umrundet.

Wir finden noch ein Restaurant, in dem wir zu Abend essen können. Das Interieur ist bei Tageslicht ein bisschen fragwürdig, aber das Angebot gut und wir können dort mit dem Dinghi festmachen.

Schnell werden die Lebensmittel zurück zur VAVA-U gebracht, wir genießen ein frisches kleines Brot und machen uns dann abendfertig.
Das Mückenspray ist wieder im Einsatz und ausgerüstet mit Stirnlampe geht es los. Der Steg ist mehr als wackelig, aber wir kommen heil im Restaurant an.
Das Essen ist überraschend gut, das Bier kalt, was will man mehr!

Morgen werden wir uns auf Dschungeltour begeben, mal schauen, welches Getier uns dort über den Weg schwimmt und krabbelt.
Bis dahin gute Nacht an euch daheim ??

Feb.

22

Irene

Erstaunlicherweise sind wir heute, bis auf Isabel, alle schon gut vor 8 Uhr wach und ausgeschlafen.
Ein morgendliches Bad im 30,1 ° warmen Wasser spült die letzten Sandmännchen aus den Augen.
Schnell wird Frühstück hergerichtet, frisches Brot und allerlei feine Sachen, sogar Sardellen und Thunfisch aus dem Dosenbestand von Miami stehen heute auf der Karte.

Danach wird schnell klar Schiff gemacht, es geht auf zu neuen Ufern!
Wir wollen eine weitere Insel in Guna Yala anfahren, die 28 Seemeilen entfernt liegt.
Bei gutem Wind segeln wir mit Groß und gereffter Genua flott dahin. Vorne im Bugkorb ist es wie in einer wilden, unkontrollierten Schiffschaukel, es geht meterhoch rauf und runter bei den Wellen – und macht riesig Spaß! Die Sache hat nur einen Haken, wenn man einmal da vorne Platz genommen hat, erfordert das Verlassen des exponierten Sitzes bei diesem Seegang Mut. Auf allen Vieren geht es zurück, nicht ganz elegant, aber sicher!

Unser heutiger Ankerplatz liegt geschützt vor einem der vielen Riffe zwischen kleinen, sehr grünen Inselchen – wieder wie im Bilderbuch.
Kaum liegen wir fest, werden schon die Kanus und das SUP seeklar gemacht und der Wassererkundungstrupp, bestehend aus Markus, Wladi und Werner, paddelt los.
Gut sehen sie aus, besonders das Outfit von Wladi spricht von Modemut; er ist schick angetan mit Shorts, Shirt und rosa Blumenhütchen, das mit Wäscheklammern windfester gemacht wurde ??

Isabel und Irene lassen sich von Martin auf einer einsamen Insel mit Palmen inmitten von türkisem Wasser aussetzen.
Das kleine Eiland ist schnell umrundet, neben vielen Muscheln und Korallenabbrüchen findet sich leider wie immer eine Unmenge an angeschwemmtem Plastikmüll.
Das Wasser ist kristallklar und wir müssen aufpassen, nicht auf einen der vielen Seesterne zu treten. Ein älteres französisches Ehepaar leistet uns Gesellschaft, bevor Martin uns wieder einsammelt.

Isabel hatte die strikte Order ausgegeben, dass niemand ihren frisch gebackenen Kuchen anschneiden darf, bevor wir zurück sind. Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Erfolg sie damit hatte…

Der Wassertrupp war, bis auf Wladi, zurück. Dieser kam schließlich auch angepaddelt, mit auf dem SUP hatte er zwei frische Kokosnüsse, die er eigener Auskunft zufolge „dem toten Geist“ abgeschwatzt hat. Wie auch immer, sie sehen gut aus und waren gratis!

Jetzt geht es ans Abendessen, es gibt den Fisch, den wir gestern aus dem Einbaum heraus gekauft hatten, dazu Kartoffeln.
Es riecht lecker und alles lungert um die Küche herum.
Ein Abend wie immer also!