Jan.

30

PET

Heute kriechen alle zu unterschiedlichster Zeit aus den Kojen.
Abhängig vom Alkoholkonsum und Partyfreudigkeit des Vorabends.

Aber spätestens zu Mittag gehen oder radeln alle über die Insel, außer Matze, der geht nach dem Frühstück gleich wieder zum wohlverdienten Mittagsschlaf über.

Da wir nicht schon wieder Broiler heute mögen und die Menükarte der Bar nicht viel mehr hergibt kochen wir heute lecker Pasta an Bord.

Muss mich revidieren, da gibt es schon etwas außer Broiler, nämlich Langusten für 20 $.
Aber a) die können wir nicht mehr sehen und b) über den Preis müssen wir nach den letzten Einkäufen, die ja eigentlich nichts kosten, schon schmunzeln und belächeln auch die anderen Segler, die gerade von Jamaica oder den Caymans herkamen und meinen, das sei billig. Wenn die erstmal weitersegeln und merken, dass die nicht mehr als 1 Büchse Bier kosten……

FORTSETZUNG FOLGT

Jan.

29

PET

Der Wind ist heut fast weg, die Sonne scheint. Wir motoren weiter östlich nach Cayo Largo.
25 sm unter Motor, leichter Dünung und einige Barracuda-Fänge, die wir aber auch nicht mehr schätzen und wieder schwimmen lassen.

Später erreichen wir bei Megahitze die nette kleine Marina hier.


Herrliche Strände und Lagunen sehen wir bei der Einfahrt, aber im Hafen heißt es Schwimmverbot, da es Krokodile gibt.
Kaum einklariert, es ist immer derselbe Papierkram mit Listen ausfüllen und Reisepässe angucken, war uns klar.
ABER: es gibt noch einen Gott, wir haben WIFI!!!
Andächtig rubbeln wir die Karten (eine Stunde 2 CUC/ 1,80 Euro) frei und gelangen ins Paradies.
Dann herrschte erstmal schweigen und die Smartphones wurden gequält.

Dann ging es aber raus. Sonnenschein, viele Palmen, Bar, kleine Läden und eine Schildkrötenaufzuchtstation locken.
Wir genossen wirklich sehr die Zivilisation und einfach andere Menschen zu beobachten, andere Seglercrews zu treffen und abends saßen wir auf der Terrasse und ließen uns einen Broiler (jaja, ich sag bewusst nicht halbes Händl dazu) schmecken.
Riesige Tarpunfische und sogar ein Krokodil (!) am Uferrand ließen sich dann die Reste des Broilers schmecken. Auch die Kellner wischen einfach die Teller über dem Wasser ab. Fertig. Somit hat sich gleich der halbe Abwasch erledigt und das Croc fraß andächtig das Fleisch.
Matze bestellte gleich noch ein frisches Hähnchen für das Croc, das schmeckte dann gleich noch besser. Ein Schmatzer und weg war das ganze Tierchen. So schnell geht es und ich glaube jeder von uns guckte da runter und sah da seine Hand im Maul verschwinden …
Wir gehen sicher NICHT hier schwimmen.

Jan.

28

PET

Ausschlafen und lang frühstücken. Das können wir hier genauso wie daheim praktizieren.
Danach unterscheidet sich der Sonntag allerdings von den heimischen Gefilden.
Anker lichten, Segel setzen und fast im „Stoppschild-Kurs“ um eine große Insel mit flachen Stellen herum. Da werden Segel ständig angepasst, um Kurs genau zu halten und den guten Wind optimal auszunutzen.

Am Spätnachmittag erreichen wir dann Cayo del Rosario. Wir ankern auf der windabgewandten Seite, wie alle Fischer in der Umgebung auch. Kaum dass der Anker im Grund festsitzt, paddeln schon die ersten Fischer zu uns rüber. Ein bekanntes Bild hier.
Bezahlung ist allerdings immer sonderlich. Wir geben gerne Bierbüchsen, obwohl als erstes Wort immer erstmal „Ron“ ertönt, und verteilen unsere aussortierte Kleidung, Sonnenbrillen, Caps, alte Ölkleidung, Jacken usw. Sie freuen sich immer sehr über alles und wollen tatsächlich NIE Geld. Obwohl wir auch einheimische Pesos haben. Das verstehen wir nie so richtig. Dürfen sie nicht? Genug haben werden sie ja wohl nicht. Aber auch nach mehrmaligem netten Nachfragen – sie wollen es nicht. Na gut, dann kosten eben die 6 Langustenschwänze 4 Bierdosen. Daran sollte man mal denken, wenn man welche irgendwo mal auf der Speisekarte sieht $$$$$ ?

Zur Altkleidersammlung gibt es noch eine nette Anekdote. Das meiste sind Sachen von Martin, die ihm nicht mehr passen (wegen zu starker Oberarme natürlich nur), oder von ehemaligen Mitseglern. Teilweise richtig gute Stücke und da ich „meine“ Männer hier nun ein wenig kenne, teile ich einige Sachen den jeweiligen Crewmitgliedern zu. Und siehe da, Kleider machen Leute. Und sogar Kaki sieht am Ende wie ein Millionärssöhnchen aus.

Auf den südlichen Inseln gibt es kaum Zivilisation, kaum Segler, da bietet es sich natürlich an, jedem der mal herkommt seinen frischen Fang anzubieten, obwohl wir natürlich gern selbst das Fangerlebnis hätte.
Haben wir auch oft, nur bei Barracuda schütteln schon alle den Kopf, die dürfen weiterschwimmen. Man ist halt verwöhnt.
Vahoo, MahiMahi und Tuna sind auf unseren Wunschlisten. Sonst nichts mehr. Auch die Fischer, die von ihren teils wirklich alten verrosteten Fischerbooten, mit kleinen Nußschalen zu uns mühsam rüberrudern, bieten uns herrlichste Fische an. Gelangweilt verneinen wir. Nur bei den Langusten heben noch 2 – 3 von uns die Augenbrauen. Na gut, dann halt nochmal Langusten.

Aber dann düsen wir erst mal mit dem großen Speedboot noch zum Strand und nehmen optimistisch die Schnorchelsachen mit, obwohl sich am Riff weiter draußen die Wellen noch stark brechen. Andreas paddelt tapfer durch die Gras- und Sandlagune Richtung Riff, aber nicht sehr erfolgreich.
Wir laufen ein wenig am Strand entlang, lassen uns den warmen Wind um die Nase wehen, den Pelikanen wurden die Fische geklaut (sie flogen zu schnell weg und Fischer brauchen immer kleine Fische als Köder) und wir amüsieren uns über ein riesiges grünes Zelt, dass bei näherem Betrachten eine Fahrwassertonne ist, die nun bei der Ausfahrt fehlt.
Was muss das für ein Sturm gewesen sein (Hurrikane vom Herbst?), der diese Tonne abreißt und über das flache Riff samt Lagune an den Strand trägt.
Die Natur – das sind einfach Kräfte – unglaublich.
Das merkt man auch immer wieder beim Segeln, wenn man ständig von Wind und Wellen abhängig ist und die alles beeinflussen. Wie klein und unscheinbar man dabei immer wird und merkt, wie unwichtig und schwach man eigentlich ist.

Abends wird der Grill entflammt. Die Sonne kommt raus und wir sind gut gelaunt, weil wir Surf & Turf grillen können. Haben ja noch lecker Steaks und eben wieder frische Langusten. Doch erst gibt es Fleisch, dann Langusten. Also eigentlich somit Turf & Surf und ehrlich gesagt, keiner wollte mehr am Ende die Langustenschwänze essen. Vollgefressen und übersättigt von feinstem Essen saßen wir dekadent vor den Tellern, vor denen sich andere die Finger abschlecken würden. So ist es doch mit allem. Was man im Überfluss hat, schätzt man nicht mehr.

Andreas weiht und ins chinesische „Wong“ Kartenspiel ein.
Ok, es floss auch viel Alkohol, aber auch so war uns schnell klar, unser No 1 Kartenspiel. Wir hatten einen lustigen Abend und Kaki war unser Mr. Wong.
Matze hat verloren und wurde Misses Wong und hatte somit am darauffolgenden Tag Spülmaschinendienst.
Da hat es mal den richtigen erwischt, hehe. Haste aber (relativ) gut gemacht, Matze !

Jan.

27

Um 8 Uhr stehen wir auf der Insel und gucken den Affen zu wie sie nach und nach aus dem Gebüsch krabbeln.
In der Morgensonne an dem wirklich schönen Palmenstrand – tolles Erlebnis.
Vor allem werden sie nicht für touristische Zwecke mitbraucht, sondern nur gefüttert, weil sie aus Asien (Vietnam, oder Korea, so genau wusste das von den Rangern auch keiner so genau…) stammen und zusätzlich Futter bekommen. Deshalb scheu, aber eben frei.

Nach dem Affenzirkus geht´s für uns raus auf´s Meer und wir segeln weiter 30 sm Richtung Osten.
Endlich sahen wir auch mal ein paar Delfinrücken.
Das Wetter war grandios. Sonne, Wind und türkises Wasser soweit das Auge reicht.

Beim Segel bergen kommen dann Wolken und als der Anker in den Grund rasselte fing es das nieseln an.
Trotzdem wollten noch einige von uns was erleben und wir stachen mit dem Ausreißer-Dinghy „Nemo“ los rein in die Mangrovenwälder mit tollen Wasserstraßen dazwischen.
Wir waren zwar am Ende pitschnass, aber war trotzdem spaßig und natürlich hüpften wir auch noch ins Meer, denn nass waren wir so oder so.

Jetzt aber H U N G E R.
Alle sauber und frisch, die Haare bei jedem noch feucht, so lungern wir hier herum, ärgern Kaki beim kochen und schlürfen verdientes Feierabendbier.

Euch allen ein schönes Wochenende! Wir gehen heut wieder ins Kino nach dem Abendessen

Jan.

26

PET

Der gestrige Abend war ja soooo schön relaxt.
Lecker Essen, lustiger Kinofilm mit dem Beamer und dann auf einmal der Schrei von Matze, der dies dank Raucherpause erst überhaupt entdeckte:

„Das Dinghy ist weg!!!“. Ach Du schöne Sch……. Wer war´s? Wer machte den letzten fatalen Knotenfehler? Und vor allem, was tun?

Es waren Windstärken bis zu 25 kn und viele Wellen, natürlich auch tiefste schwarze Nacht und bis zur nächsten Insel, zu der es laut Berechnung getrieben wäre, weit weit weg. Die Männer wollten gleich mit Taschenlampen im großen Speedboot (wir haben ja genügend) los und Abenteuer erleben. Skipper entschied sich aber dagegen.
Morgen früh aber.

Also startete heute die Suchaktion. Eher aufstehen und dann ging es entgegen dem berechneten Kurs erstmal zur Insel, in dem das Dinghy hängen sollte. Lauter Mangroven und elend flach alles. Wir konnten also nicht so nahe ranfahren, wie wir wollten. Alle Augen zur Küste, alle Ferngläser im Einsatz und tatsächlich, irgendwann, nach bestimmt schon ca. 1 h Suche der ersehnte Ruf:
DA IST ES!

Wie man sich doch freuen kann über so ein graues Plastikboot, wurde Nemo getauft
Skipper und Kaki holten es dann mit dem Speedboot, war ein wenig verfangen in den Mangroven, aber Kaki holte es da schon raus und bekam als Dank ein paar dicke blaue Flecken ab. Der Ausreißer war also wieder daheim und Aktion „Finding Nemo“ erfolgreich beendet.
Zufrieden segelten wir rüber zur nächsten Cayo (= kleines Inselchen). Welch Aufregung.

Aber uns reicht´s ja anscheinend nicht.


Beim Großsegelsetzen klemmte was und bei der Hälfte sah man das Übel: das Großfall hatte sich verheddert und Kaki durfte im Seemannsstuhl hoch und alles entwirren. Erscheinend witzig so ein Affenkunststück, aber vielleicht nicht bei hohen Wellen und starkem Wind. Der arme Kaki hing da oben und wurde schon ein wenig hin- und hergeschüttelt beim rauf- und runterziehen, aber es ging alles gut und er kam grinsend wieder unten bei uns an.
Groß rauf, Genua raus und wir flitzten über´s Wasser zur Cayo Campo, wo wir zur Abendstimmung ankamen.


Ein süßer kleiner Strand mit Palmen, wieder eine Biostation, die sich um Flora und Fauna kümmern und auch mal andere Segelboote.
Ein Cat mit drei Deutschen drauf, aber die redeten nicht so mit uns. Ist halt anscheinend nicht jeder so quasselbereit wie wir.
Die anderen waren eine schweizer Familie, die drei Jahre um die Welt segeln. Und redeten sogar mit uns.
Liegt´s gar manchmal an der Nationalität???….
Die Kinder wachsen praktisch am Schiff auf. Sonnengebleichte Haare und offen gegenüber jedem. Sicher kein Kindergarten im klassischen Sinne, aber ist die Welt mit den verschiedenen Kulturen und Menschen nicht gar die bessere Lehre für das Leben?
Wir wandern ein wenig herum, haben Spaß und genießen die schöne Stimmung und die im Wind wiegenden Palmen.

Wo sind denn die Affen die auf der Insel sein sollen? Uns wurde erklärt, dass sie scheu seien und nur um 8 und 15 Uhr kommen (Futterzeit).

 

Am Abend zocken wir mal Wizzard und der Verlierer darf morgen den ganzen Tag Spülmaschinendienst machen.
Da ist die Motivation natürlich hoch zu gewinnen. Wladi hat sich dafür entschieden die Küche morgen sauber zu halten und wir sagen „Danke“, hehe.